Der Wert gedruckter Bilder: Ein Gespräch mit Erik Schlicksbier über Fotobücher, Fußball und Kickstarter
Wir sprechen über mein Fotobuch „Amor Eterno“, langfristige Fotoprojekte und die Kickstarter-Kampagne für den Druck.
28.06.2026 93 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wie wird aus einem langfristigen fotografischen Projekt ein Fotobuch? Welche Geschichte steckt in einem großen Bildarchiv? Und warum lohnt es sich, Bilder nicht nur zu sammeln, sondern ihnen eine gedruckte Form zu geben? Um diese Fragen geht es in meinem Gespräch mit Erik Schlicksbier in seinem Podcast „Studio Kreativkommune“. Im Mittelpunkt steht mein Fotobuchprojekt „Amor Eterno“ über die Fußballkultur in Argentinien.
Wie wird aus einem langfristigen fotografischen Projekt ein Fotobuch? Welche Geschichte steckt in einem großen Bildarchiv? Und warum lohnt es sich, Bilder nicht nur zu sammeln, sondern ihnen eine gedruckte Form zu geben? Um diese Fragen geht es in meinem Gespräch mit Erik Schlicksbier in seinem Podcast „Studio Kreativkommune“. Im Mittelpunkt steht mein Fotobuchprojekt „Amor Eterno“ über die Fußballkultur in Argentinien.
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Falls du tiefer eintauchen möchtest, habe ich weitere Beiträge für dich:
📺 Bei FotoTV ist gerade ein Beitrag über Amor Eterno erschienen – mehr über das Projekt und die Geschichte dahinter: https://www.youtube.com/watch?v=y8vIK3jQYM4&t=8s
✍️ Artikel im Blog von Florian Renz: https://www.florian-renz.de/fussball-fotografie-teil-1-warum-mich-amor-eterno-von-kai-behrmann-so-begeistert/
🎥 Das YouTube-Live vom Kampagnenstart, in dem ich ausführlich erzähle, wie das Projekt entstanden ist: https://www.youtube.com/watch?v=I1JItmKN7gM&t=34s
🎬 Ein Behind-the-Scenes-Video, das unter anderem die Situation zeigt, aus der das Coverbild entstand: https://vimeo.com/1202758286/5f2e771c45?share=copy&fl=sv&fe=ci
🎧 Zu Gast im Podcast Fotobuch-Ecke von Thomas Winter, wo ich ausführlich über das Buch spreche: https://www.fotobuch-ecke.de/amor-eterno/
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⚽ "Amor Eterno" geht an den Start!
Nach vier Jahren Arbeit an meinem fotografischen Langzeitprojekt über die Fußballkultur in Argentinien startet jetzt die Kickstarter-Kampagne für das gleichnamige Fotobuch. Gemeinsam mit Thomas B. Jones spreche ich im YouTube-Live am Mittwoch, 10. Juni 2026, ab 20 Uhr über die Geschichten hinter den Bildern, die Entstehung des Projekts und den Weg vom ersten Foto bis zum Buch.
📺 Zum YouTube-Live: https://www.youtube.com/watch?v=I1JItmKN7gM
📖 Mehr Informationen zu "Amor Eterno": https://www.abenteuer-reportagefotografie.de/amor-eterno
🚀 Direkt zur Kickstarter-Kampagne: https://www.kickstarter.com/projects/kai-behrmann/amor-eterno
🥁 Der Video-Trailer zum Projekt: https://vimeo.com/manage/videos/1198140137/06178b7212
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Transkript
Fußball begleitet mich mein ganzes Leben und da ist, glaube ich,
schon so der Ursprung dieses Projekts auch drin begründet, dass das immer irgendwo
bei mir mitfließt und sich über die Jahre gewandelt hat.
Ja, hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Episode des Abenteuer Reportage
Fotografie Podcast. Das heißt, ganz richtig ist es nicht. Das ist ein weiteres Podcast Takeover.
Nachdem ich zuletzt ja schon bei Thomas Winter in der Fotobuch-Ecke zu Gast
war, bin ich diesmal bei Erik Schlicksbier im Studio Kreativkommune.
Ja, Erik, herzlichen Dank an dieser Stelle, dass ich diese Episode auch in meinem
Feed ausspielen darf. Darüber freue ich mich sehr.
Und falls du Eriks Podcast noch nicht kennst, dann an dieser Stelle die ganz
große Empfehlung, ihn zu abonnieren. Erik hat immer wieder tolle Gäste in der
Vergangenheit, unter anderem Sebastian H. Schröder, Thomas B.
Jones oder Andreas Jorns.
Erik und ich sprechen über fotografische Langzeitprojekte und zwar ganz konkret
am Beispiel von Amor Eterno und der Kickstarter-Kampagne, die gerade dahinter steckt.
Ganz kurz, falls du Amor Eterno, ewige Liebe auf Deutsch noch nicht kennst,
das ist mein Fotobuch über die Fußballkultur in Argentinien,
nicht nur über das Spiel selbst, sondern über alles drumherum,
die Ränge, die Stadtviertel, die Rituale der Fans, die Menschen,
über das, was Fußball also emotional und gesellschaftlich bedeutet.
Ja und bevor es losgeht, noch ein paar Worte zu Kickstarter.
Das ist mir wichtig, weil ich in letzter Zeit immer wieder Nachrichten und Fragen bekommen habe.
Was ist Kickstarter eigentlich? Vor allem selbst, wenn man mittendrin steckt,
ist das völlig klar, aber offenbar ist es doch erklärungsbedürftig und das möchte
ich an dieser Stelle ganz kurz tun.
Im Kern ist Kickstarter eine Plattform für Crowdfunding, also viele Menschen
helfen gemeinsam ein Projekt zu finanzieren, das es sonst vielleicht so nie geben würde.
Für dich als Unterstützer ist
das ohne Risiko, denn es gilt das sogenannte Alles-oder-Nichts-Prinzip.
Das bedeutet, nur wenn das Finanzierungsziel bis zum Stichtag erreicht wird,
wird dein Unterstützerbetrag überhaupt erst abgebucht und das Buch gedruckt.
Wird das Ziel nicht erreicht, passiert nichts. Kein Geld wechselt den Besitzer.
Und genau deshalb ist jetzt jede einzelne Unterstützung so entscheidend dafür,
ob dieses Buch am Ende überhaupt in den Druck gehen kann.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die schon dabei sind und
genauso an alle, die vielleicht noch dazukommen.
Ja und bei Veröffentlichung dieser Episode sind wir jetzt noch gut 10 Tage vor
dem Ende und wir sind auf einem guten Weg.
Ich bin optimistisch, dass wir den Rest der Strecke ins Ziel gemeinsam auch noch schaffen.
Schau also gerne mal auf der Kickstarter-Seite vorbei. Dort kannst du dir nicht
nur ein Exemplar des Buches sichern, sondern auch ganz andere Pakete mit Prints,
mit Material aus dem Entstehungsprozess, mit Workshops, mit Einzelcoachings
oder etwas ganz Persönliches, ein argentinischer Abend bei uns im Weingut im
Rheingau mit Empanadas, Choripan und einem Glas Malbec.
Und natürlich können wir bei der Gelegenheit auch ausführlich über Fotografie
sprechen. Wenn du jetzt noch Fragen hast oder irgendwas unklar geblieben ist,
dann schreib mir jederzeit gerne.
Zwei Dinge noch zum Weiterlesen und Weiterschauen. Florian Renz hat einen wirklich
schönen Blogartikel über Amo Eterno geschrieben
und Marc Ludwig hat mich für FotoTV interviewt am Rande der Medientage zur Eröffnung
des Fotofestivals La Gassili Baden Foto.
Die Links zu beiden findest du in den Shownotes in deiner Podcast-App.
So, und jetzt hinein in die nun folgende Episode. Viel Spaß!
Moin und Willkommen zu einer neuen Ausgabe vom Studio Kreativ Kommune Podcast.
Meinen heutigen Gast muss ich eigentlich gar nicht mehr vorstellen,
nicht nur, weil er schon in der letzten Folge zu Gast war, sondern weil er durch
seinen Gate 7 und dem späteren Abenteuer Reportagefotografie Podcast einer der
bedeutendsten Fotopodcasters.
Zum Thema Reportagefotografie hat Kai Beermann eine Online-Akademie und dazu
zusammen mit Thomas B. Jones auch einen Sachbuch geschrieben.
Einerseits wollen wir uns heute mal mit Kai als Fotografen beschäftigen.
Und daher erstmal herzlich willkommen Kai Beermann.
Hallo Erik, vielen Dank, dass ich wieder bei dir zu Gast sein darf. Freut mich.
Sehr gerne. Wie ich schon erwähnte, bist du eigentlich in der Fotografenszene
vor allen Dingen, denke ich mal, durch deine Podcasts und durch deine Akademie bekannt.
Aber erzähl uns doch mal mehr zu Kai, dem Fotografen. Wie bist du selber eigentlich
zur Fotografie gekommen und was machst du abseits dieser jetzt genannten Podcasts
und Akademiesachen fotografisch?
Ja, meine eigene Fotografie, die halte ich immer so ein bisschen zurück und
lasse sie nebenbei laufen.
Hier und da für Vorträge oder in Präsentationen zeige ich natürlich auch gerne was aus den Projekten.
Aber weil ich eher langfristig arbeite, gibt es da, wenn eher so Zwischenstände,
die ich ab und zu mal zeigen kann.
Aber ja, wie bin ich überhaupt zur Fotografie gekommen? Da müsste ich ein Stück
weit zurückgehen. Also ich fange jetzt nicht an in der Kindheit mit der ersten
Kamera, die ich von meinem Papa bekommen habe.
Das war tatsächlich so, aber ich glaube so richtig die Faszination für die Fotografie,
die hat bei mir während eines Austauschjahres in den USA eingesetzt.
Da habe ich eine Kamera mitgenommen, eine Analogkamera damals noch und es gab an unserer Highschool
Diese außerstundenplanmäßigen Aktivitäten, die man noch belegen musste zusätzlich zu den Pflichtkursen.
Und da gab es den Fotoclub und das hatte den Ruf damals, dass das etwas war,
wo man relativ leicht diese Credits bekommen konnte, die man brauchte.
Und das fand ich dann irgendwie ganz attraktiv, habe mich dafür eingeschrieben
und dann aber erst später gemerkt, wie viel Spaß das eigentlich macht,
die Einrichtung, die Dunkelkammer da zu nutzen.
Meine Mitschüler hatten da überhaupt kein Interesse dran, die haben sich in
der Zeit dann unterhalten und ich hatte freie Bahn in der Dunkelkammer und habe Bilder entwickelt.
Und wie ging es dann weiter? Bis dann mal Fotografie als Beruf kam?
Ja, dann lag ein bisschen was dazwischen. Die Zeit, wo ich, wie jeder wahrscheinlich,
einfach gerne auf Reisen fotografiert habe, ein bisschen nebenbei geknipst habe
und so richtig ernsthaft wurde das dann,
als ich in Argentinien gelebt habe und
als Journalist gearbeitet habe. Und meine zweite Tätigkeit war Reiseleiter und
eine dieser deutschen Gruppen mit Touristen, die ich da begleitet habe für einen
deutschen Reiseanbieter,
das war eine spezielle Fotoreise und da habe ich so richtig Feuer gefangen.
Also ich habe die zwar dann auch begleitet, so wie das meine Aufgabe war,
mein Job, aber ich habe eben auch sehr, sehr viel dem Referenten über die Schulter
geschaut, wenn der fotografiert hat.
Das war für mich eigentlich relativ einfach. Ich musste immer nur dafür sorgen,
dass alles mit den Transfers klappte, in den Hotels alles lief und tagsüber
hatte ich eigentlich frei, weil alle
dem Referenten zugehört haben und von mir relativ wenig wissen wollten.
Und das gab mir dann die Zeit, eben auch von seinem Wissen zu profitieren.
Und dann habe ich nach dieser Reise angefangen, in Argentinien,
in Buenos Aires, Fotojournalismus zu studieren.
Also kam so gesehen erst das Schreiben und über das Schreiben und diese begleitete
Fotoreise und das Fotografieren erst dazu.
Genau, ja.
Ja, und würdest du dich dann jetzt eher als Fotograf, Fotojournalist oder Journalist,
der fotografiert bezeichnen, wenn du jetzt mal die ganzen anderen Podcasts und
Akademie-Sachen weglassenst?
Schwierige Frage. Das ist ja letztendlich eine Frage
der Definition und ich passe da, glaube ich, nicht in so eine Schublade.
Ich begreife mich schon noch auch als Journalist, obwohl ich nicht mehr für
Medien in dem Sinne schreibe, wie ich das früher getan habe.
Aber in dem, was ich mache, habe ich, glaube ich, immer noch diesen journalistischen
Anspruch von damals mit drin.
Also diese Arbeitsweise, wie so ein Journalist arbeitet, was die Recherche angeht,
mich so in die Themen reinfallen zu lassen, ein Stück weit Akribie,
die dahinter steckt, tiefer zu gehen.
Das sind alles Dinge, die mir nach wie vor sehr, sehr viel Spaß machen und wo
ich glaube, wo dann immer noch der Journalist im Fotografen durchkommt.
Journalist denkt ja eigentlich immer an Veröffentlichungen, weil was soll man
Texte schreiben, wenn sie nicht veröffentlicht werden, wenn sie kein Publikum finden.
Wenn du dann an freie Fotoprojekte herangehst, denkst du dann auch schon immer
gleich in Sachen Veröffentlichung?
Hast du also immer eine konkrete Endform vor Augen oder entwickelt sich das
erstmal im Laufe eines Projektes und du guckst erstmal nur so,
welches Thema interessiert mich und dann im Laufe, während du das Thema bearbeitest,
was könnte es am Ende werden?
Letzteres. Ich komme aus dem geschriebenen Journalismus, habe lange als
HSV-Reporter gearbeitet und da
war mein Alltag eben so, dass ich immer tagesaktuell gearbeitet habe und
dann morgens oder mittags spätestens schon die Idee für die Geschichte am nächsten
Tag im Kopf haben musste.
Dann den Aufhänger, wie kleide ich die Geschichte in einen Kontext,
wie passt das alles zusammen und das war ein sehr, sehr schnelles,
aktuelles Arbeiten und ich bin dann aus dem Journalismus rausgegangen,
weil ich genau das Gegenteil machen möchte.
Also mir liegen eher diese lang recherchierten Geschichten, diese Projekte, die
am Anfang noch nicht das klare Ziel haben, wo ich auch selber noch nicht weiß,
wo mich das Ganze hinführen wird und die sich dann erst mit der Zeit über die
Monate oder über die Jahre hin entwickeln.
Und ja, so ist es jetzt auch bei meinem aktuellen Projekt gewesen.
Da hatte ich am Anfang keine Ahnung, dass das irgendwann mal darin münden soll,
wo es jetzt hoffentlich drin mündet.
Also bevor uns vielleicht mal noch mit der Frage dann befassen,
wie du es dann immer so schaffst, wenn es so lange Projekte sind,
auch so die Energie aufrechtzuerhalten, so ein Projekt von vorne bis hinten
dann durchzuziehen, wo du jetzt das Projekt schon, das du gerade im Laufen hast, angesprochen hast.
Meine Frage hat sich vielleicht schon in Teilen selbst beantwortet,
denn du hast jetzt ja bei Kickstarter ein Fotobildband im Angebot,
der Amor Eterno heißt und ich wollte eigentlich fragen, unter anderem,
worum es in dem Buch geht, damit der Zuschauer, dass der Zuhörer auch weiß,
wie du auf das Thema gekommen bist, aber wenn ich jetzt HSV Reporter höre,
dann ist es vielleicht jetzt auch nicht so ungewöhnlich,
wie du auf das Thema vielleicht für Amor Eterno gekommen bist.
Ja, also Fußball begleitet mich mein ganzes Leben und da ist, glaube ich, schon so der
Ursprung dieses Projekts auch drin begründet, dass das immer irgendwo bei mir
mitfließt, sich über die Jahre gewandelt hat, auch meine Beziehung zum Fußball.
Und aber ja, daraus ist dann jetzt letztendlich auch dieses aktuelle Projekt
entstanden über diese naive kindliche Faszination für den Fußball.
Fußball beginnt mit meiner ersten Erinnerung an ein Spiel, was ich mir damals
anschauen durfte im Fernsehen,
bis zu meiner aktiven Fanzeit zusammen mit meinem Papa im Stadion,
dann über die Zeit, in der der Fußball zum Beruf geworden ist als HSV Reporter
und dann eben im Anschluss in meiner Zeit als freier Fotograf, wo ich dann mir
meine eigenen Zugänge suchen konnte und da ein bisschen freier war in dem,
wie ich mich mit dem Fußball auseinandersetze.
Wenn du es mal so kurz als Teaser zusammenfassen würdest, worum geht es in Amo Alterno?
Ja, wie der Titel schon sagt, Amor, Liebe und Eterno heißt ewige Liebe.
Also es geht um die ewige Fanliebe, die Liebe eines Fans zu seinem Verein,
zu seinem Viertel, zu seiner Gemeinschaft, die er über den Fußball findet und
die sich dann durch so ein Fanleben hindurchzieht.
Ich interessiere mich in dem Projekt jetzt nicht für die großen Namen.
Es geht nicht um Ergebnisse, um Pokale, um Titel, sondern um das,
was Menschen eigentlich so fasziniert an dem Fußball und was der Fußball mit Menschen macht.
Geht es, würdest du sagen, in dem Buch eher um den Fußball oder um die Fußballfans?
Es geht um die Fußballfans und ihre Beziehung zum Fußball.
Und genau um argentinische Fußballfans.
Genau, es geht um argentinische Fußballfans. Bewusst war der Auftakt zu diesem
Projekt damals 2022 nach dem Gewinn des Weltmeistertitels in Katar,
bin ich nach Argentinien wieder zurückgekehrt mit der Idee,
einfach mal hinzuschauen, wie es in der Liga des Weltmeisters aussieht.
Weil die großen Namen, Messi oder früher Maradona, die kennt jeder,
auch die Stars der Nationalmannschaft spielen in den großen europäischen Ligen.
Aber wie sieht das vor Ort aus? Wie ist die Liga aufgebaut?
Wie leben Fans in Argentinien diesen Fußball? Und letztendlich dann auch die
Frage, aus welchem Umfeld kommen immer wieder diese Topstars,
die dann die Weltmeisterschaft gewonnen haben?
Und ich meine, dass sich quasi in Anführungszeichen der kleine Fußball mehr
interessiert als der große Fußball, dürfte man auch schon daran sehen,
dass wir es gerade aufzeichnen, während Argentinien zur Zeit im Fernsehen spielt.
Also insofern ist der kleine Fußball dann interessanter als der große durchkommerzialisierte Fußball.
Ja, würde ich schon sagen. Also ich werde mir nachher, wenn wir das Interview
beendet haben, auch nochmal die Zusammenfassung anschauen.
Vielleicht habe ich, als wir den Termin festgelegt haben, noch nicht den Spielplan
der WM vor Augen gehabt. Sonst hätte ich mir das Spiel sicherlich auch angeschaut,
aber es ist schon richtig.
Die große Fußballbühne interessiert mich eigentlich eher weniger.
Viel interessanter finde ich, was drumherum passiert, auch um die Spiele selber drumherum.
Es war schon immer so, dass diese Fankultur, wie sie gelebt werden
vor den Stadien, bevor es dann auf die Tribünen geht oder bevor dann auch der
Anstoß erfolgt und das Spiel losgeht, da passiert so viel drumherum um den Fußball,
die einfach interessant sind und natürlich auch aus fotografischer Sicht dann
spannend sind, hinzugehen, genauer hinzuschauen.
Und eben dann die Wege zu finden, diese Faszination Fußball irgendwo visuell auch einzufangen.
Wenn ich jetzt mal so die Timeline zusammenrate, würde ich jetzt sagen,
du warst zuerst der Reisebegleiter in Argentinien, dann warst du der HSV Reporter
und dann kam das Buch oder die Anfänge für das Buch.
Ja, fast. Also die Zeit als HSV Reporter teilt sich so in zwei Bereiche,
vor Argentinien und nach Argentinien. Argentinien, also ja, aber sonst ist die Reihenfolge richtig.
Dann stellt sich natürlich quasi die Frage, gerade dann auch für dich trotzdem
als deutscher Fotograf, warum ist es dann die argentinische Fan-Fußballszene
geworden und nicht zum Beispiel die Fußballszene um den HSV herum?
Das kommt vielleicht dann später noch. Würde ich nicht ausschließen.
Interessiert mich auch, ob dieses Projekt auch in Deutschland so umzusetzen wäre.
Der Bezug zu Argentinien geht schon sehr, sehr weit zurück.
Ich glaube, um die 2000er-Wende war es das erste Mal, dass ich in Argentinien war.
Am Ende eine Rucksackreise durch Lateinamerika, Bolivien, Chile und dann Buenos Aires.
Und in Buenos Aires hat es mir damals am besten gefallen. Die Stadt hat mich
sofort fasziniert mit ihrer Energie, auch mit dieser opulenten Architektur,
die einfach bombastisch schön ist,
mit dem kulturellen Angebot, was es dort gibt und eben auch mit dieser extrem
begeisterungsfähigen Fanlandschaft, die es da gibt.
Also für einen Fußballfan gibt es, glaube ich, wenige Städte weltweit,
die noch interessanter sind als Buenos Aires, wo die Dichte an Vereinen so enorm
groß ist, auch die Tradition mit den Vereinen, mit den Namen.
Ja, diese Kombination hat immer auf mich eine Faszination ausgeübt und dieser
Wunsch, irgendwann dort mal längere Zeit zu leben, der war immer vorhanden.
Und 2009 war ich dann an so einem Punkt, wo mich die Arbeit als HSV-Reporter
nicht gelangweilt hat, aber wo ich gemerkt habe, ich brauche nochmal einen neuen
Impuls und möchte von der Tribüne runtergehen, dahin, wo
In meinen Augen das Fanherz noch lauter schlägt.
Und habe dann den Schritt gewagt, habe bis 2013 dann in Argentinien gelebt und
nach meiner Rückkehr nach Deutschland gab es dann nochmal wieder eine kurze
Phase von vier Jahren, wo ich zurück in
praktisch meine alte Tätigkeit gegangen bin und dann auch nochmal über den HSV geschrieben habe.
Du hast ja gesagt, dass es noch nicht als Buch in dem Sinne geplant war,
dass du halt auch nicht wusstest, was für eine Form wir uns am Ende haben.
Wie kann man sich das trotzdem vorstellen? Wie war die Ursprungsidee?
Wenn du sagst, okay, ich weiß das Ziel noch nicht, aber was war so der Kern
für dich, wo du sagtest, so, das finde ich spannend, das würde ich gerne machen?
Und wie bist du dann vorgegangen, das umzusetzen, wenn quasi so ein bisschen,
ich sage jetzt mal in Anführungszeichen, der Endzweck, der Verwendungszweck,
also das noch so unklar ist.
Wie weißt du zum Beispiel, dass du das auch aufnimmst, was du brauchst?
Ja, da gibt es ja unterschiedliche Ansätze. Es gibt, glaube ich,
Fotografen, die brauchen von Beginn an einen relativ klaren Fahrplan,
wohin das Ganze führen soll, die sich auch so auf die Momente vorbereiten, wo fotografiert wird,
schon, dass sie dann auch das Gefühl haben, möglichst alles mitzunehmen an Material,
um dann später zu merken, ah, da fehlt mir noch irgendwie etwas.
Mein Vorteil, den ich hatte, war ja, dass ich praktisch aus einem unerschöpflichen
Reservoir schöpfen konnte.
Also ich hatte immer das Wissen oder die Gewissheit, ich kann zurückgehen an
den Ort, also vor Fußballspielen dort zu fotografieren, wann ich wollte.
Insofern gab es da jetzt nicht diese Angst, irgendetwas zu verpassen.
Das war der erste Punkt. Und das Zweite war, dass ...
Ich immer eigentlich so vorgehe, dass ich zwar eine gewisse Idee im Kopf habe,
was interessiert mich, ein Instinkt auch dafür habe, Geschichten zu sammeln,
sie dann aber erstmal liegen zu lassen.
Das heißt, es muss dann eine Zeit lang auch reifen. Das gilt auch für die Bilder.
Ich bin sehr, sehr langsam darin, Bilder zu bearbeiten.
Und diese Phase des Fotografierens und erstmal dann immer weiterzumachen,
also erstmal eher zu produzieren, statt zu reflektieren, rüberzugehen über das
Material, was habe ich schon.
Das hat in diesem Fall gut vier Jahre gedauert.
Also ich habe die Bilder zwar zwischendurch dann immer mal bearbeitet,
mir so ein paar Highlights schon mal rausgepickt, dass ich ein Gerüst hatte,
ungefähr wüsste, okay, irgendwann war klar, es geht eben um die Fankultur,
es geht nicht um das, was in den Stadien passiert, sondern alles drumherum.
Das war mir dann schon klar, aber viele
Felder sind da noch weiß geblieben und auch jetzt in dieser Phase, wo
ich relativ nah dann schon am hoffentlich fertig gedruckten Buch bin,
merke ich, dass immer noch
überraschend etwas dazukommt und dass dieser Punkt, wo man denkt,
jetzt hat man eigentlich alles zusammen, die Geschichte ist stimmig,
es immer noch passieren kann, dass man auf etwas stößt, was man in der Vergangenheit
erlebt, gesehen, aufgenommen hat,
dann doch noch seinen Weg in das Buch findet.
Auf der einen Seite hört sich das wie Luxus an, auf der anderen Seite hört sich
das wie Hölle an, dieses unendliche Reservoir, weil du dann ja auch eigentlich
die Hölle nachher in der Auswahl hast.
Also wenn du halt den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, dann zu schauen,
wie kriege ich jetzt einen ganzen Wust an Bildern und einen Wust an Möglichkeiten
meine Geschichte rausgemeißelt quasi,
das kann ja auch zu anderen Problemen führen oder war das für dich nie wirklich ein Problem?
Doch, das ist schon etwas, ich glaube,
da holt man sich dann am besten auch Hilfe von außen, weil irgendwann wird man
blind für das eigene Material, für die eigenen Bilder und braucht dann den Impuls
von außen, der nochmal mit frischem Blick sagt,
ob die Geschichte stimmig ist, ob der Spannungsbogen stimmt oder ob es vielleicht
noch einen ganz anderen Ansatz gibt, diese Geschichte zu erzählen.
Das ist ja das Schöne am Storytelling, dass es da nicht diesen einen goldenen
Weg gibt, sondern dass es immer eine Frage des Wie ist.
Ich muss mich halt dafür entscheiden, wie möchte ich eine Geschichte erzählen
und dann kann ich mir die entsprechenden Werkzeuge und auch die Inhalte so anpassen,
dass es dann eben zu dieser Idee passt, die ich mir da zurechtgelegt habe.
Aber was für eine Geschichte du erzählst, war dann schon relativ schnell klar,
oder hast du doch erstmal sehr
viel umfassend rundherum um den Fußball von allen Seiten fotografiert?
Ja, ich bin da sehr breit rangegangen und das ist auch das, was wir in Workshops
oder in Coachings dann auch, was ich weitergebe bei einer Reportage,
zwar schon eine gewisse Idee zu haben, aber immer flexibel zu sein,
links und rechts zu schauen und erstmal Material zu sammeln.
Also nicht zu sehr in schon einer fertigen Geschichte zu denken,
sondern beim Fotografieren in den sogenannten Bildtypen zu denken,
die ich für eine Geschichte brauche, um sie zu erzählen.
Das heißt, diese Abwechslung, diese visuelle Abwechslung zu schaffen,
dass ich Details mit drin habe, dass ich Aktionen mit drin habe,
dass ich Protagonisten habe, Porträts, dann Bilder, die eher den Kontext zeigen,
so eine Mitteldistanz abbilden.
Also dass da dann was vorhanden ist, aus dem ich dann später flexibel die Geschichte
legen kann oder jetzt in dem Fall das Buch, die Sequenzierung hinbekomme.
Und wenn diese Basis einmal vorhanden ist, dann ist es meiner Ansicht nach gar
nicht so entscheidend, dass man schon sehr, sehr früh weiß oder eine konkrete
Vorstellung davon hat, wie das Material in ein Buch übersetzt aussehen würde.
Aber es ist nicht so gewesen dass du quasi bis zum letzten shooting tag noch
sehr offen war sondern das ist schon irgendwann im laufe das waren ja sicherlich
mehrere shootings über vier jahre ungefähr,
dass ich dann schon im laufe der zeit das ein bisschen mehr auskristallisiert
hat dass du dann am ende schon mehr gezielt sachen die herauspicken konntest
und darauf achten konnte dass du sie hast oder war das wirklich,
die grobe storyline selbst bis zum schluss relativ unbekannt.
Ja, ich habe jetzt schon gemerkt, dass es zum Schluss immer fokussierter wurde,
dass ich dann schon gemerkt habe, das ist so
die Perspektive, aus der ich fotografiere, das sind die Motive,
die ich noch brauche und von der zeitlichen Abfolge war es eben auch so,
Ich bin angefangen damit, einfach
mal vor dem Spiel, vor das Stadion zu gehen, mir anzuschauen,
was passiert dort in dem jeweiligen Viertel.
Ab wann beginnen die Fans sich dort zu versammeln? Was machen sie vor dem Spiel?
Wie stimmen sie sich ein?
Was essen, was trinken sie? Wo sind da vielleicht auch die Unterschiede zu dem,
was jetzt in Deutschland so üblich ist?
Und das habe ich eine Zeit lang gemacht, da habe ich sehr, sehr viele Einblicke,
viele Kontakte auch zu Fans bekommen, immer wieder auch mich mit ihnen unterhalten,
dann gewechselt zwischen Fotos, zwischen Videosequenzen, die ich gefilmt habe,
dann auch mal wieder Dinge notiert habe.
Das war so die erste Phase des Projekts und dann bin ich weiter übergegangen
und habe mir überlegt, das ist die Perspektive vor dem Stadion,
aber ich möchte gerne auch aus dem Stadion
Bilder haben und habe mir dann den Zugang in das Stadion besorgt.
Habe dann über die Argentinische Fotovereinigung eine Akkreditierung bekommen,
die es mir dann eben auch erlaubt hat, unten am Spielfeldrand zu sein und von
dort aus auf die Tribüne zu den Fans rauf zu fotografieren.
Eine Perspektive, die man nicht so häufig sieht. Also meine Kollegen,
die waren dann eher mit dem Blick und ihren langen Telebrennweiten auf das Spielfeld
gerichtet und ich habe dann so ein bisschen am Zaun geklebt und aus dieser sehr
nahen Distanz, ich habe mir auch mit dem Blick und ihren langen Telebrennweiten
auf das Spielfeld gerichtet.
Einer sehr, sehr kurzen Brennweite mit einem 23er Objektiv da fotografiert und
mir diese Perspektiven geholt.
Und im dritten Schritt kam dann auch noch dazu, dass ich ein paar Spielszenen
auch mit drin haben wollte, obwohl es nicht primär um das geht,
was auf dem Platz passiert.
Aber ich habe dann eben geschaut, wie kann ich mir dort auch Blickwinkel holen,
die normal in der Sportfotografie so nicht üblich sind.
Dann, wenn man mit dem beschriebenen Equipment fotografiert,
ergeben sich dann eben auch Situationen, die für mich nicht abbildbar sind.
Also was am Mittelkreis passiert, wenn ich jetzt auf eine Spielszene gehen wollte,
die ist für mich dann eben nicht erreichbar oder ich möchte das gesamte Stadion,
das Panorama mit einfangen.
Solche Bilder sind natürlich dann auch wichtig, um ein bisschen Kontext zu zeigen vom Stadion.
Aber dann eben auch so sehr, sehr nahe Spielszenen, wo ich dann gewartet habe,
an der Eckfahne zum Beispiel, bis dort ein spannender Zweikampf entsteht und
ja, diese Nähe, die sich eben dann abbilden lässt und ein ungewöhnlicher Blickwinkel.
Ich stelle mir jetzt vor, dass dann eigentlich am Ende eine unfassbare Menge
an Bildern bei rausgekommen ist.
Wie schwer war es denn dann, die Bilder für das Buch auszuwählen?
Und ich könnte mir vorstellen, dass dann bei dieser schieren Masse man sich
auch von einigen Lieblingen dann verabschieden musste, oder?
Definitiv. Und da arbeite ich auch mit dem Mann zusammen, der dafür wie kein
anderer steht, glaube ich, in der deutschen Fotografen-Szene,
der da auch das passende Buch zugeschrieben hat.
Er ist bösartig brutal da drin.
Du weißt, von wem ich spreche?
Ja, Sebastian Schröder.
Genau, Sebastian kenne ich ja jetzt auch schon länger, haben wir schon zusammen
Workshops gemacht und ich schätze ihn sehr für seine ehrliche,
ungeschönte Meinung und er hat ja auch dieses Buch geschrieben,
Eins reicht, wo er genau bei diesem Problem hilft, was du gerade beschrieben hast.
Naja, nachher bei so einem langen Projekt hat man natürlich zwangsläufig viele
Bilder, die sich irgendwo auch ähneln oder die den gleichen Sachverhalt oder
die gleiche Szene nur anders nochmal
zeigen, wo man sich dann irgendwann
für das stärkste Bild im Sinne der Geschichte entscheiden muss.
Und das ist genau diese Hilfe von außen, dieser Blick, den es dann braucht,
um zu der Auswahl zu kommen von Bildern, die letztendlich dann im Buch sein werden.
Wie sehr schmerzt es sich dann aber eigentlich, dann andere Bilder rauslassen
zu müssen? Also gehörst du auch zu den Punkten, zu den Leuten,
die eher dann so sagen würden, die Bilder müssen eigentlich ja raus in die Öffentlichkeit,
was bringt mir ein tolles Bild auf der Festplatte?
Oder man denkt, okay, für das Buch kann ich es nicht verwenden.
Hast du da irgendwelche dann Zweitverwendungsideen dafür?
Ist es dann Sachen für unter anderem Social Media, um Sachen dann für das Buch
zu bewerben oder hast du so ein bisschen im Hinterkopf auch,
da könnte noch ein weiteres Projekt entstehen oder vielleicht,
Bilder für die Gegenüberstellung HSV-Fans versus Argentinien-Fans oder so.
Also sind für dich die Bilder jetzt in Anführungszeichen erstmal im Tresor für
ganz lange Zeit oder hast du schon das Gefühl so ich möchte mit denen trotzdem
irgendwie noch arbeiten, was machen?
Ja, das sind viele Ebenen, die da drin stecken und ich glaube,
also natürlich, der erste Impuls ist erstmal, dass man es bedauert,
wenn es dann vielleicht Bilder, an denen viel hängt, wenn die dann das Urteil
bekommen, dass die für das Buch nicht so passend sind.
Ich glaube, das kennt jeder Fotograf, aber da muss man auch ein bisschen unterscheiden,
weil letztendlich, wenn ich ein Fotobuch rausgebe, geht es ja nicht um mich
und um die Dinge, die ich mit den Bildern verbinde, sondern ich möchte ja eine
Geschichte erzählen, die auch
der Betrachter verstehen kann.
Und wenn ich das gespiegelt bekomme von jemandem, der so viel Erfahrung hat, wie
jetzt Sebastian oder andere Kollegen, die draufschauen und dann einfach nicht
das in den Bildern sehe, was ich damit da drin sehe, weil ich
vielleicht den Moment besonders intensiv erlebt habe, in dem ich das Bild gemacht
habe, dann muss ich eben sagen, dann haben die anderen recht und dann muss ich
mich im Zweifel auch von einem Bild trennen. Ja.
Macht das dann auch und es gibt aber dann immer wieder natürlich auch Situationen,
wo ich als Autor sagen muss, das sehe ich anders und
mich vielleicht dann auch über eine Meinung von außen hinwegsetzen,
aber da gilt es glaube ich, ja das Gespür dafür zu bekommen, man hat der andere recht
und dann nicht aus falschem Ego oder falschen
Gefühlen seinen eigenen Bildern gegenüber eine Entscheidung zu treffen,
die letztendlich nicht gut ist für die Gesamtgeschichte.
Du hast gesagt, was es noch für andere Möglichkeiten der Ausstellung gibt.
Das ist genau der Punkt, der dann ja auch noch ins Spiel kommt.
Nur weil ein Bild nicht im Buch ist, heißt es ja nicht, dass es irgendwo verschwindet.
Es gibt immer wieder Möglichkeiten, wo es nochmal Bedeutung gewinnen kann,
sei es im Rahmen einer Ausstellung oder vielleicht in der Präsentation,
in einem Vortrag über dieses Projekt.
Oder ja, man lässt es einfach mal eine Zeit auf der Festplatte und schaut dann
mit Abstand, mit zeitlichem Abstand drauf, ob dieses Bild oder wie dieses Bild gealtert ist.
Das finde ich ja auch das Spannende. Es wird dir sicherlich auch so gehen,
wenn du nochmal in deinem Archiv zurückgehst, Bilder aus Projekten,
die du nicht ausgewählt hast,
die dann aber plötzlich nach zehn Jahren irgendwo dich anspringen und dir eine
ganz andere Geschichte erzählen als in dem Moment.
Deswegen, das ist ein gutes Stichwort, weil ich, wenn ich es immer in Foren
lese oder bei Reddit oder weiß der Geier wo, ich kriege immer so Kretze,
wenn Fotografen oder Fotografinnen davon berichten, dass sie nach Zeit XY,
ihre Festplatten scrummen, dass sie dann selbst RAW-Dateien löschen,
frei nach dem Motto, alles was sie bis dahin nicht benutzt haben,
brauchen sie nicht mehr, sie behalten nur ihre editierten Dateien oder weiß der Geier was.
Da gibt es ganz schreckliche Extreme, wo ich sagen kann, das ist die dümmste
und schlechteste Entscheidung, die es nur irgendwie geben kann.
Weil zum einen nichts ändert sich so sehr auch wie der eigene Geschmack,
wie der eigene Blick auf die Fotografie.
Bilder, die man vor zehn Jahren nie im Leben, oder nicht ausgewählt hat,
guckt man sich heute an und denkt sich, warum habe ich das nicht ausgewählt?
Das ist ein super Bild gewesen.
Das ist eigentlich viel besser gewesen, als die, die ich vielleicht damals ausgewählt habe.
Ist mir auch, dass es schon häufiger passiert, dass ich noch mal.
Zu 10, 12, 14 Jahren alten Bildern gegangen bin und sie komplett neu bearbeitet
habe, weil sie vorher wirklich nie ausgewählt wurden und weil ich sie mit ganz
anderen Augen sehe und ganz andere Sachen damit verbinde,
auch wenn man einen ganz anderen Blick auf die Fotos hat und auch der Prozess
des Fotografierens nicht mehr so bewusst ist wie damals, wie du schon sagtest.
Man verbindet mit Fotos ja was. Man erinnert sich ja vielleicht,
wie war die Situation, als ich es aufgenommen habe. Wie war die Stimmung?
Wie war das zwischenmenschliche, zwischen Model und Fotograf und all diese Dinge?
Das sind so Sachen, die auch im Laufe der Zeit verblassen und wo man dann auch
Fotos irgendwie nochmal ganz anders anguckt, zum einen.
Zum anderen selbst ganz banale Dinge, wie zum Beispiel die Bearbeitungstechniken
ändern sich. Also es wäre ja schrecklich, wenn ich heute meine Fotos noch haargenau
so bearbeiten würde wie vor 10 oder 15 Jahren.
Natürlich hat sich meine Bearbeitungstechnik geändert, mein bildlicher Geschmack
hat sich geändert, die Bearbeitungstechniken selber, also auch die Software
hat sich geändert, ganz gewaltig.
Zum Beispiel auch Fotos, die vielleicht früher, gerade wenn man so extrem.
Mit extrem wenig Tiefenschärfe gearbeitet hat, auch gerade noch mit Nikon und
so weiter, Autofokus war nicht immer so unbedingt 100% auf dem Punkt.
Das sind Bilder, die man vielleicht nie angefasst hätte oder weggeschmissen
hätte und heute mit scharpen AI und was der Geier was perfekte Fotos rauszaubern
kann aus den Fotos von damals.
Das wäre eine Katastrophe gewesen, wenn man es alles weggeschmissen hätte. und Speicherplatz, ja.
Die ganze AI-Scheiße hat auch den Speicherplatz teuer werden lassen wieder.
Also Speicherplätze sind, Festplatten sind nicht mehr ganz so billig, wie sie mal waren.
Aber trotzdem sind sie immer noch vergleichsweise billig. Und ich gebe zu,
natürlich dann, wo komplette komische Grimassen geschnitten werden,
wo Bilder hoffnungslos unscharf sind, dass es auch nicht mal mehr als irgendwie,
intended durchgehen kann.
Also so völlige Katastrophen, klar, die schmeißt man weg.
Aber alles andere würde ich auf ewig im Archiv behalten, weil du weißt nie,
wie sich dein Geschmack ändert, wie sich die Techniken ändern,
wie sich Sichtweisen ändern, wie vielleicht auch Verwendungszwecke sich ändern.
Wenn du vielleicht tatsächlich ein ganz neues Projekt hast oder so,
wo alte Bilder doch nochmal wieder wirken könnten, man sollte sie immer behalten, auf jeden Fall.
Bin ich absolut deiner Meinung genauso.
Aus Erschrecken, wie es immer noch häufig so anders gehandhabt wird.
Aber man muss natürlich trotzdem dann ein einigermaßen gutes System für sich
haben, dass man auch natürlich dann am Ende zehn Jahre, 15 Jahre später weiß,
was man für Bilder da geschossen hat.
Besonders wenn man so ein Riesenprojekt gemacht hat, dann sollte man sie auch
gut labeln und archivieren und dass man auch ein sinnvolles System hat,
wie man dann Bilder wiederfindet am Ende.
Wenn man sich das jetzt wirklich vorstellt, Also vier Jahre lang daran gearbeitet,
also ich weiß nicht, wie viele zehntausende Bilder du geschossen hast.
Wie bist du dann überhaupt dann übergegangen, da irgendwas rauszuarbeiten?
Also du kannst ja auch nicht zehntausend Bilder ausdrucken und dann irgendwie
an die Wand hängen und dann versuchen zu schieben und solche Sachen.
Das muss ja erstmal irgendwie, erstmal muss die Story sein, dann zu gucken,
welche Bilder eigentlich für die Story das immer weiter runterbrechen.
Wie lange hat alleine so dieser Prozess gedauert, als du gesagt hast,
okay, ich habe diese Idee, ich habe vielleicht mein letztes Fotoshooting gehabt,
und jetzt wirklich nur der Bereich von Fotoshooting bis ich kriege daraus ein
Buch mit 200 Seiten oder so.
Wie lange hat das gedauert und wie hart war dieser Prozess?
Ja, das ist ein Prozess, der auch noch nicht komplett abgeschlossen ist.
Ich war jetzt kürzlich bei Sebastian und wir haben ja eben schon gesagt,
wie er manchmal Dinge auch noch wieder komplett über den Haufen wirft und dann
plötzlich eine ganz neue Situation entsteht.
Und so war das jetzt auch. Also es ist,
die Basis ist natürlich nach wie vor da und ich habe jetzt einen sehr,
sehr guten Überblick über die Bilder und habe Ideen, die ich vorher gehabt habe,
die ich jetzt aber nochmal mit den Impulsen von Sebastian überdenken muss.
Also das Problem oder die Herausforderung in dem Fall war ja,
wie schaffe ich es, eine stimmige Sequenzierung hinzubekommen von einem Thema,
Was entlang von vielen unterschiedlichen Spielen, unterschiedlichen Vereinen
und unterschiedliche Jahre hinweg entstanden ist.
Also diesen Bildpool darin, irgendwo diesen roten Faden zu finden,
anhand dessen ich dann die Bilder legen kann, sequenzieren kann,
in Reihenfolge bringen kann in so einem Buch.
Und ja, die ursprüngliche Idee war es,
da entlang so eines Ablaufs eines Spiels zu gehen, eben was passiert vor dem
Spiel, die Einstimmung,
dann Teil im Stadion, bevor es losgeht, dann Anpfiff, erste Halbzeit,
Halbzeitpause, zweite Halbzeit und dann die Fans gehen nach Hause.
Aber das Spannende ist, ich habe jetzt noch eine kleine Hausaufgabe mit auf
den Weg bekommen mit dieser Idee von Sebastian und das ist
für mich jetzt spannend zu sehen, wie kann ich das umsetzen und ich glaube aber,
das wird auch für alle, die sich das Buch letztendlich dann kaufen werden,
ein Gewinn sein, da zu sehen, was wir da gemeinsam erarbeitet haben.
Übrigens ganz nebenbei, wie man so an Reportagefotografie rangeht,
Heldenreise, diese ganzen Sachen bis zu Ausläufern zur griechischen Mythologie
hin, die sich dafür interessieren, sollten die letzte Folge sich anhören.
Da habe ich auch mit Kai und mit Thomas B. Jones darüber gesprochen,
wie so eine Reportage an sich aufgebaut ist und wie man eine Story findet und
wie man tatsächlich auch 2000
Jahre später oder so nah an der griechischen Tragödie immer noch dran ist.
Das Grundkonzept, was sich nie geändert hat.
Ja, einer Tragödie bin ich hoffentlich nicht dran,
Aber Nein, wir hoffen auf ein Happy End, also noch geht bitte alle zu Kickstarter,
noch braucht das Projekt Unterstützung.
Wir hoffen da sehr auf ein Happy End. Aber die Heldenreise, dass der Held erstmal
straucheln muss, bevor er dann zu seinem Heldensieg kommt, das Grundsystem,
was wir heute in Filmen und Büchern haben,
ist ja wirklich seit Jahrhunderten, Jahrtausenden dasselbe und funktioniert immer noch gut.
Aber du hast dich um eine Sache gedrückt. Du hast mich noch nicht so verraten,
was für ein Zeitrahmen das war. Also wie lange du Blut und Wasser geschwitzt
hast, um aus diesen zigtausenden Bildern an dem jetzt noch nicht mal finalen Stand zu kommen.
Ja, also über die Jahre, du hast gesagt, was wichtig ist, eben ein gut geführtes
Archiv zu haben, in dem man Dinge wiederfindet.
Das würde ich nur halb unterstützen bei mir. Ich weiß theoretisch,
dass es enorm wichtig ist und habe auch mein System.
Aber wie das so häufig ist, die Dinge, die man selbst am meisten nötig hat,
die setzt man dann nicht immer hundertprozentig um.
So ist es auch bei meinem Archiv, da ist sicherlich noch viel Luft nach oben.
Aber nichtsdestotrotz habe ich über die Jahre immer mal wieder etwas aufgearbeitet, sodass ich
jetzt, als ich im März aus Argentinien zurückgekommen bin, nicht ganz bei Null
anfangen musste, was die Jahre zuvor angeht.
Und das war also der Punkt, wo ich jetzt das Gefühl hatte, es reicht.
Ich habe das Material zusammen, um daraus die Geschichte, das Buch zu machen,
was ich mir vorgestellt habe und habe mich dann praktisch mit Rückkehr Ende
März dran gesetzt, intensiv alles aufzuarbeiten, weit im Archiv zurückzugehen,
um dann diesen
Sehr, sehr großen Bildpool einzudampfen.
Ich weiß gar nicht, wie viele Bilder das insgesamt sind, aber bei vier Jahren
und dementsprechend 30 plus Spiele, glaube ich, insgesamt, die ich besucht habe,
vorher, nachher, dann auch viele Recherchetage, die jetzt nicht unmittelbar
an einem Spieltag waren.
Aber ich bin auch gerne vorher mal durch das Stadtviertel des jeweiligen Vereins
gegangen, habe mich nach Spuren in der Stadt umgeschaut.
Das ist auch ein Aspekt in dem Buch, weil der Fußball sich nicht nur am Spieltag
selbst ausdrückt und zeigt, sondern auch eigentlich permanent in Form von Graffitis.
Da ist schon sehr, sehr viel zusammengekommen.
Dann waren das jetzt April, Mai, zwei sehr, sehr intensive Monate mit viel Archivarbeit.
Ja, ich hoffe, das beantwortet deine Frage.
Lässt du in deinem Buch denn dann nur Bilder für sich sprechen oder hast du
auch Texte als Journalist mit dabei?
Ja, auch Texte und das ist mir auch wichtig und knüpft ein bisschen an dem an,
was du gesagt hast mit der Heldenreise und mit diesem Spannungsbogen,
den man darüber reinbringen kann in so ein Projekt.
Das ist jetzt eben eine der Erkenntnisse aus den Gesprächen mit Sebastian,
dass es da noch eine Justierung bedurft hatte und dass es jetzt auch ein Stück
weit zu einem noch persönlicheren Buch wird.
Also es geht nicht primär um
mich selber als Person, aber ich bringe meine eigene Geschichte und meinen
Zugang zum argentinischen Fußball noch stärker mit rein, auch durch Texte und
durch meine journalistische Arbeit, die ich vor der Fotografie gemacht habe.
Und manchmal ist es eben so, dass eine Geschichte nicht da beginnt,
wo man eigentlich dachte, dass sie beginnt, nämlich vor vier Jahren,
sondern schon viel weiter zurückreicht und am Ende sind wir da bei Juni 86 gelandet.
Das ist ein langer Bogen dann tatsächlich, der sich da spannend.
Sein eigener Bogen. Ich weiß, du hast mit Thomas B. Jones das Sachbuch geschrieben,
das Fotosachbuch über Abenteuer Reportage Fotografie.
Du hast im Rahmen von Abenteuer Reportage Fotografie eurer Online-Akademie auch
ein Magazin rausgebracht.
Wenn wir jetzt aber wirklich so mit Büchern, Bildbänden, mit eigener Fotografie
denken, ist es dein erstes oder gab es da vorher schon sachen.
Nee das ist der erste
Und warum hast du dich jetzt für kickstarter entschieden warum bist du den crowdfunding weg gegangen.
Ja, die Idee dahinter war zum einen, dass ich
von vielen Kollegen oder mit vielen Kollegen gesprochen habe,
die damit sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht haben und
die Herausforderung, vor dem wir als Fotografen stehen, so ein Bildband herauszubringen,
ist ja am Ende oder am Anfang auch eine Kostenfrage.
Der Druck, all das, die Konzeption, das ist ein Budget, was man dafür braucht,
um so ein Projekt realisieren zu können.
Und Kickstarter ist sowohl für den Fotografen als auch für die Unterstützer,
finde ich, ein sehr, sehr charmanter Weg, ohne Risiko, so ein Projekt umzusetzen.
Für mich als Fotograf gibt es mir am Ende die Sicherheit zu wissen,
es gibt genügend Unterstützer und ich habe ein Budget, was ich eben einsetzen
kann, um die erste Auflage drucken zu können und die Unterstützer
Müssen erst dann ihren Beitrag leisten, wenn das Projekt auch erfolgreich finanziert
ist und vorher verlieren sie dann auch nicht ihr Geld. Insofern eine Win-Win-Situation
für beide Seiten. Das war der eine Punkt.
Und der andere war, dass ich zwar über den Podcast, über
den Newsletter, über die Community, die wir über die Jahre aufgebaut haben,
zwar selbst eine gewisse Reichweite im deutschsprachigen Raum habe,
aber dass Kickstarter eine internationale Plattform ist, worüber vielleicht auch Menschen
von diesem Projekt erfahren, die den Podcast noch nicht gehört haben,
die kein Deutsch sprechen, die in Argentinien, in den USA, in England oder wo
auch immer wohnen und auf dem Weg auf das Projekt aufmerksam werden.
Weil es eben auch ein Thema ist, was jetzt sehr international auch durchaus
Interessenten finden kann. Das waren so die beiden Aspekte, wo ich gedacht habe,
ja, das macht Sinn, das über Kickstarter zu machen.
Und gerade deswegen macht es mich ja eigentlich umso fassungsloser,
dass wir noch keine 100 Prozent oder noch keine 100 plus Prozent Finanzierung haben.
Und eigentlich haben es ja so kostenlose Desktop-Publishing-Programme wie Affinity
zum Beispiel, was jetzt ja wirklich komplett kostenlos ist.
Günstige, aber extrem hochwertige Digitaldruckfirmen und Crowdfunding ist es
so einfach wie noch nie gemacht, Bild, Bände und Sinus rauszubringen.
Aber auf der anderen Seite befinden wir uns so eine Art Spirale und ich finde,
das wird gerade immer schlimmer, wo Menschen immer weniger Geld für Kultur übrig
haben, aus verständlichen Gründen und auch die Entwertung der Kultur selber
und das, wofür Fotografie und Fotokunst steht, durch KI-Müll,
ungeahnte Höhen erreicht.
Aus deiner eigenen Sicht und ich weiß, du fieberst ja auch darauf hin,
dass endlich die 100% erreicht werden, Wie schwer ist es eigentlich geworden,
die Menschen heute noch für Bildbände und Zins zu begeistern?
Ja, du hast natürlich recht. Ich habe insgeheim schon gehofft,
dass vielleicht zum jetzigen Stand der Kampagne das Ziel schon ein bisschen näher ist.
Es ist noch ein Weg, der zurückzulegen ist, um die Kampagne erfolgreich zu machen.
Und das sind dann auch Erfahrungen, die ich machen muss mit diesem Medium Kickstarter,
Wo ich mich natürlich auch frage, woran könnte es liegen?
Liegt es daran, an den Gründen, die du genannt hast, dass aktuell vielleicht
eine gewisse Müdigkeit da ist, sich mit Projekten zu beschäftigen, mit Kunst?
Dass das Geld im Moment natürlich bei vielen auch knapper wird,
alles wird teurer, das ist auch
ein wichtiger Faktor, das merken wir ja selber auch, betrifft uns auch
und dann überlegt man sich das vielleicht zweimal, auch wenn man vielleicht
das Projekt interessant findet,
die Bilder einen ansprechen, man mit dem Fotografen eine gewisse Verbindung
hat, aber das sind dann alles Argumente, die in dem Moment,
wo ich jeden Euro zweimal umdrehen muss, dann auch etwas weniger ins Gewicht
fallen als in wirtschaftlich besseren Zeiten.
Zum anderen kann es natürlich auch daran liegen, dass Kickstarter eine Plattform
ist, mit der viele nichts anzufangen wissen.
Das habe ich auch schon gehört, auch aus dem Freundes- und Bekanntenkreis.
Für die war das erstmal nicht sofort erklärbar.
Es ist auch etwas, was erstmal dann eine zusätzliche Hürde schafft.
Wenn ich jetzt gesagt hätte, ich verkaufe das Buch über meine eigene Webseite
oder das Buch kann über meine Webseite, über einen Webshop bestellt werden,
wäre das vielleicht ein bisschen einfacher gewesen.
Und diese zusätzliche Hürde, sich auf einer Plattform, die man nicht kennt,
erst mal anzumelden, sich ein Konto einzurichten, dann die Daten zu unterlegen
und dann den Bestellprozess zu durchlaufen,
für viele auch ein Hindernis darstellt.
Das mag auch ein Grund dafür sein, warum es vielleicht jetzt noch ein bisschen schleppend verläuft.
Ich meine, das ist wirklich das zweischneidige Schwert immer.
Also es ist auch das, was ich in meinen Online-Schulungen immer den Leuten erzähle,
dass eben das der Nachtrag von Kickstarter ist, dass du erstmal nur mit Kreditkarte bezahlen kannst.
Das ist ein Zahlungsmedium, was gerade in Deutschland immer noch nicht überall verbreitet ist.
Im Webshop kannst du dann oftmals noch mit Rechnung, mit Bankeinsuch,
mit all diesen klassischen Dingen bezahlen.
Auf der anderen Seite möchte man natürlich als Fotograf auch nicht unbedingt,
gerade auch in den Zeiten, es geht ja eben nicht nur den Kunden schlecht,
sondern die Fotografen jubilieren ja auch nicht,
möchte man jetzt nicht mit zigtausenden Euro ins Vorrisiko gehen.
Und ich kenne genügend KollegInnen, die irgendwie auf hunderten Büchern im Keller
rumsitzen, was totes Kapital ist und die über Jahre versuchen,
diese Bücher loszuwerden, bis
sie überhaupt irgendwann mal nur einen Hauch eines Break-Even erreichen.
Das ist natürlich auch finanziell wie mental extrem belastbar.
Also, dass man dieses Risiko derartig minimieren möchte, kann ich sehr gut verstehen.
Und auf der anderen Seite ist es tatsächlich so, wie du es auch selber gesagt
hast, Kickstarter gibt nochmal eine ganz andere Internationalität und.
Auch nochmal eine andere Reichweite, als die man nur über seine eigene Webseite
hätte, weil die eigene Webseite funktioniert eigentlich immer nur für die Leute, die einen schon kennen.
Und bei Kickstarter trifft man auch ganz viele Leute, die einen noch nie von
gehört haben, weil einfach die Leute einfach durch die Kategorien browsen und
dann neue Projekte sehen oder sie durch die Newsletter und solche Sachen mitgeteilt bekommen.
Also ich glaube tatsächlich, dass unterm Strich man durch solche Plattformen
wie Kickstarter mehr gewinnt als verliert.
Wenn Leute das für sich nochmal ins Auge fassen, meine Empfehlung ist immer,
das Buch schon mal in Anführungszeichen unter Vorbehalt trotzdem schon mal im
eigenen Webshop anzubieten, dass die Leute da schon mal trotzdem auch vorbestellen können und auch da,
schon dann Geld lassen können.
Das zählt zwar dann nicht für die Kickstarter-Finanzierungssumme,
aber man weiß eben auch schon mal, wie viele Bücher man mehr drucken muss,
weil man eben diesen Shop-Nachfrage auch schon bedient.
Und man holt die Leute eben auch noch gleichzeitig ab, die eben halt Hemmungen
mit Kickstarter haben oder eben andere Zahlungsmodalitäten haben möchten.
Also diese beiden Sachen dann zu fahren, ist schon gar nicht so schlecht.
Aber ich weiß nicht, das wird dich jetzt Kai nicht wirklich trösten,
aber wenn man sich mal so umguckt, wenn ich mir auch so die Kickstarter-Kampagnen
selber umgucke und ich bin ständig da unterwegs, weil ich auch gerne Fotobände
anderer Fotografinnen unterstütze.
Das Angebot ist natürlich auch weniger geworden, also weniger Fotografinnen
trauen sich momentan was rauszubringen.
Und selbst die, die sich trauen, gibt es wirklich ganz viele,
vor allem die Nicht-Soft-Porn-Sachen, die sich schwer tun.
Also die, die irgendwie nackte Haut zeigen, die sind irgendwie ganz schnell
bei über 500 Prozent, aber alles andere, was so normale Themen sind.
Was halt eben nicht nackte Haut beinhaltet, also nicht Sex Cells gilt halt immer,
aber das eben andere tut sich schon deutlich schwerer als vor einigen Jahren.
Und ich merke es auch im eigenen Sinn, dass die Zahlen ziemlich runtergehen.
Je größer AI wird, je größer ein orange Affe jenseits des Teichs durchdreht,
je mehr diese Sachen passieren, desto mehr merkst du halt, dass der ganze Konsum
in allen nicht essentiellen Sachen nachlässt, weil die Leute halt größere Unsicherheiten haben,
weil die Leute weniger Geld haben, weil Jobs in Gefahr geraten,
die durch AI ersetzt werden, weil Leute,
die für viele Leute gefühlt die Sinnhaftigkeit, Notwendigkeit,
Wichtigkeit von Fotografie verloren geht.
Sie denken halt nur in schnell konsumierbare, wegwerfbare Bilder und da reicht
natürlich AI meistens aus.
Also es ist wirklich ein Problem der Zeit und würde mich jetzt von dir interessieren,
wie würdest du das denn sehen,
wie wir als Fotograf innen oder aber auch als GenießerInnen der Fotografie sicherstellen
können, dass die Fotografie wieder einen wichtigen Stellenwert bekommt,
und wie wir es schaffen, das Publikum weiter zu begeistern und auch das Publikum
schaffen, dazu zu bekommen, zu merken, ja,
kostenlose Fotografie ist natürlich immer schön, aber man kann nicht immer alles kostenlos anbieten.
Hast du eine Idee, wie das wieder einen Aufschwung finden kann?
Ja, meine Antwort war auch ein, noch ein Argument, was ich eben vergessen habe
zu erwähnen, eben das Ganze über Kickstarter zu machen,
weil die Kampagne, so wie sie angelegt ist, jetzt nicht nur eine ist,
wo ich mir ein Exemplar des Buches besorgen kann, sondern ich habe es schon
bewusst etwas breiter gezogen, dass
die Möglichkeit bietet das Kickstarter ja, dass man dort sogenannte Pakete anlegen
kann, in den man dann nicht nur das Buch reinpackt, sondern zusätzliche Inhalte.
Und das war eben genau dieser Ansatz, dass ich andere Fotografen auch an meinem Prozess
Teilhaben lassen möchte, eben damit
es nicht nur etwas ist, was ich passiv konsumiere, wenn ich sage, okay,
entweder Kai gefällt mir als Fotograf, ich mag seinen Stil oder ich sage,
Argentinien interessiert mich wahnsinnig, Ich möchte sehen, wie dort Fußball
gelebt wird oder ich möchte mal ungewöhnliche Sportfotografie sehen.
Wenn das nicht die einzigen Gründe sind, kann ich eben auch sagen,
okay, ich unterstütze dieses Projekt, aber ich möchte gleichzeitig auch was
von Kai für meine eigenen Projekte lernen.
Da ist jemand, der hat jetzt über Jahre an sowas gearbeitet,
ist jetzt gerade dabei, ein Buch draus zu machen.
Ich habe vielleicht etwas ähnliches und stehe jetzt an dem Punkt,
wo ich mir auch überlege, ein Buch oder eine Veröffentlichung zu machen.
Dafür habe ich eben auch ein Angebot geschaffen, um da die Möglichkeit für zu
bieten. Ich glaube, das ist so ein Punkt.
Wo, ich meine, wir sind nicht Fotografen, die in der Liga von,
Ja, wen kann man da jetzt nennen, die großen Joel Meyerowitz oder Saul Leiter
oder Fotografen stehen, die alleine mit ihren Bildern so begeistern,
dass ich mir dieses Buch kaufe.
Ich glaube, da ist die Möglichkeit, andere mit auf diese Reise zu nehmen und
von unseren Erfahrungen profitieren zu lassen.
Das ist so etwas, wo wir einen echten Mehrwert noch liefern können,
um andere eben auch in die gleiche Situation, Lage zu versetzen,
mit ihrer Fotografie Ähnliches zu tun.
Und dann schaffen wir das vielleicht auch wieder dahin zu kommen,
dass Fotografie nicht so eine Einbahnstraße ist, dass ich meine Bilder zeige,
sondern dass da ja eine Kommunikation, ein Austausch in beide Richtungen entsteht,
wo dann hoffentlich mehr Menschen nicht nur ihre Bilder auf Festplatten versauern
lassen, sondern rausgehen,
Zins drucken lassen, Fotobücher machen, Ausstellungen.
Und ja, Fotografie ganzheitlich zu präsentieren.
Also mich begeistert das ja auch immer wieder, dass wenn ich auf meinen Podcast
zum Beispiel Feedback bekomme, dass Leute wirklich was Neues erfahren haben,
neue Perspektiven bekommen haben, neue Ideen, neue Impulse bekommen haben.
Und ich fand es auch total grandios, dass mein kleines Zine tatsächlich Leute
animiert hat, selber ein eigenes Zine auszuprobieren und zu machen und gemerkt
haben, Gerade wenn du halt zum Beispiel dann Mixer anwendest als Druckerei,
das ist so ein lächerlicher Preis, dass es kein Hinderungsgrund ist,
nicht mit dem Zine zu probieren.
Da kannst du irgendwie eine 40er Auflage für, weiß nicht, mit Porto 70 Euro
oder so Mehrwertsteuer machen.
Das ist ja kein Hinderungsgrund, dann seine Fotografie da rauszubringen.
Was ich aber auch gemerkt habe, eben wie der Zuspruch oder wie eben halt das
Kaufverhalten der Leute abnimmt, nimmt auch das Feedback ab.
Und wir haben ja auch gesprochen, ich weiß ja auch, du hast es auch gemerkt,
dass Feedback und Resonanz und Engagement und all diese Sachen deutlich abnehmen.
Wie machst du es denn als, das ist ein böses Wort, aber wir wissen nicht,
was du gemeint hast, als Content Creator.
Wie gehst du damit um und wie erhältst du deine Motivation zu sagen,
ja, ich sende trotzdem weiter aus, weil unter anderem weiß ich halt,
dass es wichtig ist, weil ich weiß halt, dass es da trotzdem 10,
20, 30, 40 Leute da draußen gibt, die einfach schweigen, aber denen es trotzdem was bringt.
Und das natürlich toll ist, dass es ihnen was bringt. Ich meine,
das ist eigentlich der Grund, was wir machen.
Diese Sachen, die wir, diese Podcasts, die wir machen, sind ja komplett kostenlos.
Das heißt, wir haben keinen, wir persönlich haben keinen Mehrwert davon.
Und auch wir haben schöne Unterhaltungen untereinander. Also wir unterhalten
uns ja eigentlich zu zweit und lassen die Zuhörer daran teilhaben,
weil sie vielleicht auch spannend finden über die Themen, die wir uns unterhalten.
Aber es gibt ja keinen in dem Sinne messbaren Mehrwert für uns jetzt daran.
Außer eben halt wirklich so das Gefühl zu haben, wir haben wirklich vielleicht
den einen oder anderen erreicht und Ideen gegeben und seine oder ihre Fotografie
dadurch irgendwie bereichert.
Aber je weniger das halt natürlich als Feedback auch kommt, desto schwerer ist
es manchmal. Und nein, ich mache jetzt nicht hier Fischlinge vor Kompliments
von ZuhörerInnen oder so, dass sie uns jetzt deswegen schreiben sollen.
Es ist eher wirklich die Frage an Kai, wie du es eben halt tatsächlich schaffst,
jetzt gerade auch in diesen Zeiten, wo halt alles schwieriger wird,
die Motivation hochzuhalten.
Ja, also ich glaube, da muss man nicht drum herum reden. Jeder freut sich über
Feedback und wenn Reaktionen kommen.
Und das ist bei einigen Themen oder bei einigen Podcasts mehr, bei einigen weniger.
Das ist schon so, dass wir hier ein Medium haben,
wo wir senden mit Podcast, da was rausschicken, aber dass das jetzt kein Medium
ist, wo unmittelbar drauf reagiert werden kann. Das ist vielleicht anders als YouTube.
Da muss ich vor dem Bildschirm sitzen, mir das Video anschauen und habe dann
die Möglichkeit, schnell auch darunter einen Kommentar zu lassen.
Also die schnellste Form.
Ich würde sagen, auf der Webseite von diesem Podcast kann man auch Kommentare hinterlassen.
Kann man auch, genau. Aber wer das jetzt in seinem Podcast-Player irgendwie bei Spotify
hört oder bei Apple Podcast, der Schritt dann in die Podcast-App reinzugehen,
in die Shownotes, dann einen Link rauszusuchen, wo vielleicht die E-Mail sich dann öffnet.
Das ist schon ein Hindernis, was in den heutigen Zeiten einfach zu viel ist
und das kann ich auch nachvollziehen.
Ich höre ja selber auch viele Inhalte, höre gerne Podcast und wenn ich mich
da mal selber anschaue, wo ich auf Inhalte reagiere, das ist auch sehr, sehr selten.
Insofern kann ich das absolut nachvollziehen, dass da nicht mehr kommt.
Jetzt die Frage zur Motivation.
Was mir unheimlich viel Motivation gibt, ist die Tatsache, dass wenn ich rausgehe,
mit Leuten spreche, die den Podcast hören,
Bei Veranstaltungen oder auch in Workshops, jetzt zum Beispiel,
ich habe eine ganze Reihe von Workshops bei Calumet gegeben,
bin da viel rumgekommen in deutschen Städten,
Insgesamt 50 Teilnehmer waren das in den Workshops und da bekomme ich immer
wieder das Feedback, ah ja, ich höre deinen Podcast, gefällt mir,
deswegen bin ich jetzt in diesem Workshop, das Buch gekauft,
hat mir unheimlich viel geholfen.
Und das zeigt schon, dass es für mich eine stille Masse draußen gibt,
die ich mit den Inhalten erreiche, die auch dadurch durchaus was draus ziehen
für ihre Fotografie, die das auch wertschätzen.
Das ist schön eben zu hören. Und das Letzte vielleicht ist, dass ich...
Vielleicht ein bisschen, ja, nicht zeitgemäß das mache, aber seitdem ich podcaste,
mache ich das, weil es mir selbst unheimlich viel Spaß macht.
Also klar, wenn andere dazuhören, ist es schön, aber ich habe auch so viele
daraus selber für mich gelernt, für meine eigene Fotografie,
so viele Kontakte bekommen, es hat mir so viele Türen geöffnet,
dass ich das auch nicht missen würde.
Wenn jetzt überhaupt niemand zuhören würde, dann würde ich es vielleicht irgendwie
dann keinen Podcast mehr machen, sondern mir andere Möglichkeiten suchen,
mich mit Fotografen auszutauschen. Dann wäre das dann irgendwann vielleicht
auch ein bisschen fragwürdig.
Aber nein, also insgesamt glaube ich, ist es immer gesund, wenn man Dinge aus
einer intrinsischen Motivation herausmacht, ohne
zu stark darauf angewiesen zu sein, dass von außen Feedback kommt,
was einen darin bestärkt, weiterzumachen.
Also so funktioniert es für mich jedenfalls am besten und bisher,
Auch wenn es manchmal schon Täler gibt, durch die man dann durchgehen muss,
wo es ein bisschen beschwerlicher wird und es ist sehr, sehr viel Aufwand.
Ich weiß das auch bei dir, Erik, mit allem, was du machst, mit deinem Sehen,
diese Inhalte, die du rausgibst, auch du bist häufig bei uns mit Webinaren,
mit tollen Themenabenden,
Teilst da dein Wissen.
Das ist viel Aufwand, viel machen wir kostenfrei und natürlich freuen wir uns
über jeden, der im Rahmen seiner
Möglichkeiten auch ein bisschen was zurückgibt, weil davon leben wir.
Es gibt andere Fotografen, die das als reines Hobby betreiben. Das ist auch okay.
Aber ich denke, auch wir professionellen Fotografen, also professionell in dem
Sinne, dass wir da auch unser Geld mitverdienen mit der Fotografie,
denke ich, können auch einen wertvollen Beitrag
leisten und vielen Fotografen.
Ja, Informationen über Fotografie, Spaß an der Fotografie vermitteln und beides muss es irgendwo geben.
Ich fand das gerade so putzig, weil ich mache tatsächlich Podcasts auch wirklich so,
wie ich schon meinte, als Unterhaltungsmedium, so zwei Fotografen oder Fotografin
unterhalten sich und tauschen sich aus und lernen dadurch was und ich finde
diese Podcasts auch für mich immer einen großen Lerngewinn und auch eine schöne Kontaktmöglichkeit.
Und zum Beispiel wir haben jetzt ja schon viele Podcast-Episoden gemacht,
viele Webinare miteinander gemacht, wir haben uns aber trotzdem noch nie in Person getroffen.
Stimmt, ja. Bei der Photopia hat es damals nicht geklappt, ne?
Bei der Photopia hatten wir es einmal angedacht.
Genau, das war nur im Vorbeigehen, haben wir uns einmal ganz kurz gesehen mit
Thomas. Ja. Und das war es dann, weil wir alle Termine hatten.
Also das müssen wir irgendwann mal hinkriegen. Aber was ich tatsächlich auch
schön finde, weil du das nochmal sagtest, zwischen Hobbyfotografen und professionellen Fotografen,
selbst Hobbyfotografen fand ich total klasse, als mir ein Hobbyfotograf sein
eigenes Zene geschickt hat, was er quasi eigentlich nur für sich und seine Familie gemacht hat.
Um einfach mal zu zeigen, was er da als Impulse, wie man das gestaltet,
wie man die Bilder dafür editiert, wie man es druckt und all solche Sachen.
Das fand ich einfach total klasse. Also A, war ich total dankbar,
dass er mich daran teilhaben lassen und ich fand eben halt auch schön zu sehen,
dass solche Zene-Möglichkeiten, dass das nicht in dem Sinn mal heißt,
dass es Veröffentlichung sein
muss, wo man dann seine Fotografie mit der ganzen breiten Masse teilt,
sondern dass es auch im Kleinen funktioniert, einfach nur mit Freunden,
Familie und das würde mir eigentlich schon reichen.
Das heißt, wie gesagt, ich will gar kein Lob haben und solche Sachen.
Ich würde mich einfach viel lieber freuen, wenn dann Leute mir einfach zeigen,
guck mal, das Seen habe ich jetzt deswegen gemacht oder ich bin auf die Idee
gekommen, ein Seen zu machen oder das ist meine Reportage, die ich gemacht habe.
Ich muss noch nicht was gedruckt haben, aber ich habe es jetzt veröffentlicht
und ich habe jetzt irgendwie daran gedacht und damit gearbeitet,
weil ich habe Kai und Thomas bei dir in der Folge gehört und fand es inspiriert oder solche Sachen.
Ich finde, das ist, wie gesagt, tatsächlich die schönste Motivation zu sehen,
dass die Leute halt wirklich was damit machen und für sich persönlich was rausziehen.
Und ich glaube, das ist ja auch das wahrscheinlich, was du dann bei der Akademie für dich siehst,
was dann auch für dich als, glaube ich, als Lehrer stolz, sage ich mal,
ist, wenn du halt siehst, wie die Leute dann bei dir im Seminar zu Anfang sind
und wie sie sich fotografisch entwickeln, weil sie eben halt,
deinen Input haben, den Input der ganzen Community haben und zu sehen,
wie sich das gegenseitig befruchtet, was daraus entsteht, das ist eigentlich schon,
glaube ich, so die ultimative Belohnung für das, was man dann macht.
Definitiv. Also wenn sich aus dem eine Eigendynamik entwickelt.
Und ja, wir sehen immer wieder ganz, ganz viele tolle Beispiele von Teilnehmern
oder von anderen Fotografen, die wir irgendwo erreichen, die tolle Dinge machen,
Zines oder auch Veröffentlichungen haben, mittlerweile freie Mitarbeiter bei
Stadtteilzeitungen sind.
Also es gibt so viele Möglichkeiten, mehr aus seiner Fotografie zu machen und
diese zu teilen und ich glaube,
wie du es gesagt hast, also diese Beschäftigung mit der eigenen Fotografie über
das Bildmachen hinaus, die ist so wertvoll und da lernen wir so viel über uns
selber, über die Art Geschichten zu erzählen,
wie können wir den Kontext so schaffen, dass auch andere das verstehen,
wie können wir kommunizieren, Weil das ist Fotografie ja letztlich.
Wir kommunizieren, wir möchten etwas weitergeben, unseren Blick auf die Welt
oder von einem Ereignis einfach unsere Stimme irgendwo sichtbar machen.
Und da freue ich mich auch über jeden, der das schafft auf seine Art und Weise.
Und ja, das ist dann auch ein wichtiger Beitrag dazu, die Motivation hochzuhalten.
Und ich denke, so die Antwort auf die Frage, wie man halt sicherstellt,
dass wir Fotografie noch den wichtigen Stellenwert behält, ist,
jetzt erst recht, jetzt gerade.
Weil jetzt ist eigentlich die Zeit, die Leute, die Szenenwelt,
die Fotobuchwelt, der Insta-Feed mit echter, vernünftiger, guter Fotografie zu fluten,
um den Leuten halt zu zeigen, das ist echte Fotografie, wobei ich jetzt sagen
muss, AI-Tools, um Bilder zu bearbeiten, sind okay.
Aber die Fotografie ist trotzdem noch wichtig. Die Geschichten,
die ich erzähle mit echten Bildern, die ich natürlich je nachdem,
was für ein Genre ich mache, natürlich dann auch bearbeitet werden dürfen.
Wenn ich ein Fashion-Shooting mache, kann ich natürlich irgendwelche Strommasten
entfernen, wo ich mir dann bei der Reportage-Fotografie sehr große Gedanken
machen sollte, ob ich das je nachdem, was für ein Umfeld ich mache, mache.
Das ist schon klar. Also deswegen, ich rede, ich will jetzt nicht die AI komplett
in jeglicher Hinsicht verteufeln.
Es geht jetzt wirklich als Hilfsmittel, finde ich das durchaus in vielen Dingen
sehr vernünftig und ich möchte auch gerade in Photoshop Maskierungen,
Objektauswahl, die AI basiert sind, nicht mehr missen.
Die reduzieren die Arbeitszeit, die Nachbearbeitung echt grandios.
Aber trotzdem das echte Bild, was ein Mensch mit seinen Erfahrungen,
mit seinen Interessen, mit seinen Gedanken, mit seinen Fähigkeiten,
mit der Optik seiner Wahl oder ihrer Wahl natürlich aufgenommen hat.
Das zu zeigen und zu zeigen, wie wichtig das ist und was für einen Unterschied
das macht zu dieser seelenlosen AI-Flut.
Ist gerade jetzt wichtig und das ist ja auch trotzdem das Schöne in vielen Sachen zu sehen,
wie zum Beispiel jetzt auch Blu-Rays wieder auf dem aufsteigenden Ast sind,
weil die Leute von diesen ganzen Streaming-Anbietern und deren Preispolitik
und Verknappungspolitik und solche Sachen die Schnauze voll haben,
dass es auch jetzt immer wieder mehr Leute halt gibt, die sagen,
okay, nein, ich möchte wieder die echte Fotografie haben, ich nehme sogar die
analoge Fotografie, um noch mehr Authentizität zu haben, obwohl.
Das sehe ich nicht ganz so, dass es dafür die analoge Fotografie braucht.
Aber trotzdem, jede Gegenbewegung ist sehr gerne gesehen.
Aber das funktioniert eben wirklich nur, wenn man sagt, okay,
jetzt erst recht. Und jetzt erst recht an Projekten zu arbeiten,
jetzt erst recht auch an Bildern rauszubringen und sich auch zu trauen,
wie du zum Beispiel dein Buch bei Kickstarter rauszubringen.
Und das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass es nicht finanziert wird.
Dann kann man immer noch gucken, ob man es das nächste Mal nochmal wieder versucht,
wenn die Stimmung ein bisschen besser ist, wenn nochmal andere,
wenn man vielleicht noch ein bisschen Raum schraubt am Buch oder am Projekt selber.
Ich habe selber auch schon eine nicht erfolgreiche Kickstarter-Kampagne und
das Buch wird irgendwann später nochmal seinen Weg dahin finden und tatsächlich
auch ein bisschen abgeändert, weil ich mir dann auch überlegt habe,
okay, so hat es nicht funktioniert und woran könnte es gelegen haben und das
ändere ich dann zum Beispiel.
Also solche Sachen sind ja auch gute Erfahrungen und Lernwert.
Und das ist ja das Schöne eben halt, und das haben wir auch gesagt,
der Vorteil an Crowdfunding, dass man ja kein echtes Risiko hat,
außer die Zeit, die man da rein investiert hat. Und man hat keine finanziellen Risiken gehabt.
Oder man macht eben solche kleinen Sachen wie ein SIN und dann hat man dann
im schlimmsten Fall vielleicht 50 Euro oder so in den Sand gesetzt.
Und auf der anderen Seite ist es so ein Riesen-Lerngewinn in jeder Form gewesen,
wie man Bilder für so eine Sache editiert oder zusammenstellt oder auch die
Drucksachen macht, dass sie mehr als 50 Euro leider schon ein Lehrgeld wert sind.
Jetzt erst recht. Macht Zins, macht Fotografie, geht raus, sucht eure Herzensprojekte.
Ich bin sicher, bei dir, Kai, wird es ja auch sicherlich in Wirklichkeit ein
Projekt von vielen gewesen sein.
Nur das erste, was jetzt so deinen Weg ins Buch gefunden hat, oder? Ja.
Ja, es gibt da noch einige Ideen.
Der ganze Komplex Kuba ist natürlich auch noch was, was ansteht,
wo ich mich nochmal ransetzen muss.
Ich habe jetzt dieses Fußballprojekt als erstes angegangen, weil es für mich
sich an dieser Stelle, ja, oder
wo ich gedacht habe, es ist der richtige Zeitpunkt, das jetzt zu machen.
Auch in dem Kontext mit der WM passt das jetzt, glaube ich, ganz gut in so eine
Zeit, wo viele über Fußball sprechen und wo
da eine gewisse Verbindung auch stattfindet mit Argentinien als Titelverteidiger bei der WM.
Da schauen wir mal, was draus wird. Aber es gibt noch einige Projekte dann in der Hinterhand.
Und du hast es genau richtig gesagt, auch was ich natürlich nicht hoffe,
noch ist ja ein bisschen Zeit, aber ich habe auf jeden Fall sehr,
sehr viel bis hierher schon gelernt.
Das ist alles nicht umsonst, was jetzt schon an Arbeit reingeflossen ist.
Das wird mir auch in Zukunft enorm helfen, die Ideen dann fortzuführen,
vielleicht Dinge, die nicht funktioniert haben, anders zu machen,
Annahmen, die sich so nicht als richtig herausgestellt haben,
nochmal zu korrigieren.
Also Kickstarter ist nach wie vor, denke ich mal, eine Plattform,
die ihre Berechtigung hat, aber was du gerade auch gesagt hast,
dass man vielleicht so eine Hybrid-Strategie da fahren kann,
sowohl über den eigenen Webshop die eigene Community
zu erreichen, das auch leichter zu machen, den Zugang zum Buch zu finden und
dann Kickstarter eher für Personen im internationalen Raum, die das Projekt
dann durch Zufall entdecken.
Das macht durchaus Sinn, glaube ich, an dieser Stelle.
Ja, jetzt habe ich es erstmal so gemacht und hoffe, dass es vielleicht auch
in der eigenen Kommunikation mir das noch gelingt, eben deutlich zu machen,
dass diese Kampagne an sich wichtig ist, um überhaupt die erste Auflage drucken zu können.
Wenn das erfolgreich ist, dann ist es schon mal geschafft und dann wird sicherlich
auch das ein oder andere Exemplar noch übrig sein, weil alles das,
was jetzt über Kickstarter zusammenkommt, möchte ich eben auch in den Druck stecken.
Das heißt, wenn die Kampagne erfolgreich ist, wird es später sicherlich die
Möglichkeit geben, noch was zu bestellen, aber wenn sie eben nicht zustande
kommt, dann ist es sehr, sehr schwer, aus eigenen Mitteln den Druck zu stemmen.
Und denkt dran, also nicht nur, dass ihr natürlich damit Kais Motivation hochhaltet,
sondern ihr gebt ihm auch noch Motivation für die nächsten Projekte,
sie dann auch in Buchform zu veröffentlichen.
Das Kickstarter-Projekt kann man noch bis zum 10. Juli mit unterstützen und
natürlich gibt es in den Shownotes einen Link logischerweise dahin,
dass ihr es auch dort unterstützen könnt.
Und es gibt auch viele Einblicke in das Buch. Also man kauft nicht die Katze im Sack.
Zwar hat Kai ja gerade schon erwähnt, es wird immer noch mit Sebastian rumgeschoben,
aber einen klaren Plan gibt es ja schon und es gibt auch schon einige Bilder
zu sehen, dass man sieht, welchen Stil es haben wird, worum es geht und auch ein Video.
Insofern einen wirklich sehr guten Einblick kann man dort bekommen und auch unterstützen.
Man muss auch wirklich sagen, das weiß ich auch selber aber als Fotobuchproduzent
der Preis ist mehr als fair. Also Fotobücher sind, Bildbände sind nie etwas,
wo wir FotografInnen mit reich werden.
Also zumindest nicht die, die Helmut Newton und Co. heißen, sondern meistens
ist es eigentlich wirklich eine Form, um unsere Bilder rauszubringen,
dass andere Leute sich mit erfreuen können, dass wir uns an gedrucktem Bild
erfreuen können und keinen Verlust mitzumachen.
Dass wir also nicht quasi selber dafür bezahlen, dass diese Sachen da draußen
sind, Aber echte Moneymaker sind das leider nicht. Aber ist auch vollkommen okay so.
Es ist einfach schön, seine Bilder gedruckt draußen zu haben.
Und dass es eben auch andere Leute sich daran erfreuen können.
Insofern wünsche ich das Allerbeste.
Ich hoffe, dass wir dann auch bald über vielleicht weitere Bildbände,
aber du musst doch erstmal eine kleine Pause, denke ich mal,
wenn du erstmal den Stress des Editierens und den Stress der Kickstarter-Kampagne
erstmal verbunden hast und dann ja auch noch das Buch machen und verschicken
und sich mit DHL rumschlagen darfst.
Damit schlage ich mich gerne rum, wenn das dann tatsächlich zustande kommt.
Aber dann sind wahrscheinlich erst mal so ein paar Biere fällig,
bevor dann die Idee für das nächste Buch dann mehr reifen kann.
Ja, oder hier Riesling aus der eigenen Produktion. Aus der eigenen Produktion?
Da greift vielleicht der nächste Bildband ran, über Weinberge und Weinproduktion.
Das ist auf jeden Fall auch so ein Langzeitprojekt, seitdem wir den Wein hier produzieren.
Das ist jetzt auch schon eine Weile her, seit 2019. kommen auch schon ein paar
Jahre zusammen, also ja, irgendwann
gibt es darüber vielleicht dann auch ein Bildband oder ein Zene.
In dem Sinne drücke ich dir ganz fest die Daumen schon mal für diesen ersten
Bildband, dass der gut finanziert wird. Und da bin ich auch dann,
weil ich möchte auch meine Exemplaren in Händen halten. Also helft mir mit,
dass ich auch Kais Buch haben kann.
Und unterstütze das bei Kickstarter. Link, wie gesagt, in den Shownotes.
Und auch natürlich zur Abenteuer Reportage Fotografie zum Buch und auch zur Community von Kai.
Und auch natürlich den Link zu Sebastians Buch, denn tatsächlich,
wer sich mit dem Gedanken trägt, selber Bücher und Bildbände herauszubringen.
Ich weiß, es tut weh, seine Darlings über den Jordan zu schicken.
Es ist ein harter Prozess.
Auch ohne, dass man Sebastian, ich glaube, an mir ist Sebastian auch verzweifelt,
als ich das Broken Body Boat mit ihm durchgegangen bin.
Ich glaube, er war froh, dass das Thema irgendwann durch war,
weil ich dann tatsächlich irgendwie doch große Probleme hatte,
meine Darlings zu killen.
Aber es ist trotzdem, es ist auf jeden Fall der richtige Ansatz und,
wer nicht dann ein Coaching mit Sebastian selber machen möchte,
um ein bisschen eigene Mut zu behalten, dem empfehle ich auf jeden Fall sein
Buch und auch die Podcast-Folge, die ich mit ihm mal aufgenommen habe,
die verlinken wir auch nochmal in den Shownotes,
und natürlich den zu Kai und hoffe,
dass da draußen halt wieder noch neue Leute wieder motiviert sind,
ihre Bilder mit rauszubringen und kreis Buch zu kaufen und dass wir uns allesamt
hier an viel mehr gedruckten Bildbänden und Sinus gemeinsam erfreuen können.
Vielen, vielen Dank, Erik. Und da schließe ich mich an.
Ein kleiner Aufruf am Ende. Jeder, der das hört, ein eigenes Buch plant,
gemacht hat, sie herausgebracht hat, lasst uns gerne davon wissen, gebt uns Feedback.
Und ja, das würde mich wirklich freuen, da zu hören. Und Erik,
ich weiß, du arbeitest auch gerade an einigen Dingen. Wir haben über Broken
Body auch bei mir im Podcast ja schon gesprochen.
Da erzählst du nochmal die Geschichte, wie deine Zusammenarbeit mit Sebastian
damals war. Also wen das interessiert, da gerne auch nochmal reinhören.
Und am Ende auch nochmal die Einladung für das, was da kommt.
Dein nächstes Printprojekt. Jetzt, glaube ich, ist gerade die sechste Ausgabe
von deinem Magazin rausgekommen.
Ist das richtig? Gedanken zur Fotografie?
Genau, da ist Nummer sechs gerade raus. Ich glaube, da mache ich auch mal eine
kleine kurzschaffende Pause.
Aber immerhin zu sechs Zins ist es schon gekommen. Also immer so,
wenn halt neue Themen auftauchen, schreibe ich sie auch dann nieder,
weil ich finde es schade tatsächlich auch, wenn die nur online irgendwo im Blog
versauern. Ich finde das irgendwie auch schöner, wenn Sie.
Gesammelt, vorhanden sind und auch, weil dann Bilder drin sind, die gedruckt sind.
Und das ist ja immer ein Verfechter, bin ich immer gewesen, vom gedruckten Bild.
Sei es im Zinsatz als Kunstdruck. Gedruckte Bilder sehen immer um Welten anders
aus als online oder auf irgendwelchen digitalen Medien.
Und deswegen mit allen Models, mit denen ich zusammenarbeite,
die kriegen auch immer ein, zwei, drei Bilder gedruckt, damit sie einfach selber nochmal sehen.
Weil viele Leute sind einfach leider gar nicht mehr gewohnt,
gedruckte Bilder, und schon gar nicht, wenn sie selber vielleicht Models sind
oder von ihren eigenen Bildern gedruckte Bilder zu sehen, dass sie gar nicht
wirklich einen Hauch einer Ahnung mehr haben, wie ein gut gedrucktes Bild.
Also Feinartprint oder wirklich im Buchdruck, aber auch im Digitalbuchdruck
halt anders aussieht. Ich meine jetzt nicht, diese Picture-Kiosk bei Rossmann und Co.
Das macht kein Bild schöner, aber gute Drucke machen Bilder wirklich anders.
Und das ist eben eine schöne Möglichkeit, in diesem Sinn das auszuleben,
sowohl sich fotografische Gedanken zu machen.
Also es sind wirklich Gedanken zur Fotografie. Es geht, zwar reden wir vielleicht
auch mal über Weichzeichnerobjektive, aber jetzt nicht das und das,
wo man kaufen, sondern eher in dem Sinne so, was machen sie mit dem Bild und warum ist vielleicht
Schärfe manchmal doch überbewertet und warum haben Weichzeichnerobjektive wieder
einen gewissen Charme oder,
warum und wie greife ich zu welcher Brennweite und es geht nicht darum,
dass das neue Sigma das Beste ist, sondern einfach nur.
Natürlich kann ich Porträts auch mit 24 Millimeter fotografieren,
Nur werden sie dann halt anders.
Und warum werden sie anders? Und auch nicht vom Technischen,
sondern vom Bildwirkung her. Was kann ich damit ausdrücken?
Also es ist ein wilder Ritt quasi durch die Fotogedanken. Und man kann es entweder
zum schmalen Preis gedruckt kaufen oder man kann es auch tatsächlich komplett
kostenlos runterladen, ohne Registrierung, ohne alles. Also ich weiß noch nicht
mal, ob ihr es runtergeladen habt oder nicht.
Also ihr könnt einfach auf die Seite gehen und dort das rausmachen.
Was eigene Bildbände angeht, ich lasse jetzt Kai erstmal vorlegen.
Drei sind eigentlich in gedanklicher Planung, eins ist relativ weit fortgeschritten.
Ein anderes könnte ich abschließen, wenn ich es wollen würde.
Da will ich es noch nicht abschließen, da bin ich immer noch offen für.
Und ein drittes fehlt noch Material, aber ich denke auch weiter an Büchern und
das ist, um vielleicht nochmal den Bogen zum Anfang zu spannen,
ich gehöre zu der Kategorie von Fotografen, die tatsächlich irgendwie das Buch schon brauchen.
Also ich habe tatsächlich schon von diesen Bildbänden, auch wenn die noch gar
nicht in dem Sinne existieren, existieren sie schon im Layout.
Und ich ziehe schon, während ich diese ganze Sehe noch fotografiere,
schon Bilder in das Layout, um ein besseres Gefühl dafür zu haben,
wie ist so die Taktung, was fehlt zum Beispiel,
auf was muss ich achten, was für Bilder muss ich noch einfangen,
was für Bilder mache ich vielleicht viel zu häufig, das ist auch gerade wenn
man es eben schon, wenn du auch selber gesagt hast, du hast ja irgendwann auch
gemerkt, ich habe eigentlich von dieser Thematik schon zwei Bilder drin,
das brauche ich nicht, ich muss nur ein Bild haben, dass man dann halt vielleicht
schon beim Fotografieren ein bisschen aufpasst, gerade, wo man sich schon ein
bisschen eingefahren hat, dass man eben nicht zu viel vom Motiv oder von Motivart
X macht, sondern es ein bisschen weiter streut.
Das hilft mir tatsächlich immer sehr, aber da ist jeder komplett anders aufgestellt.
Aber insofern auch das eben auch eine Einladung.
Deswegen geht es einfach zu versuchen, um einfach auch für sich vielleicht herauszufinden,
welche Arbeitsweise einem gut tut.
Und was ich auch mal sehr spannend fand, sowohl an der Arbeit am Sinen,
als auch an den Bildwänden, und du hast es vielleicht auch gemerkt,
man hat ja plötzlich ganz andere Bildrahmen.
Man hat ein Seitenformat, man hat ein Seitenlayout und man kann Bilder nicht
ganz beliebig machen, wie man will.
Man muss ja schon gucken, dass es proportional auf die Seite passt,
wie die Sachen sind. Das heißt, plötzlich der Bildschnitt wird anders,
das Bildformat wird anders.
Dadurch wird auch die Blickweise oder die Aussage des Bildes teilweise ein bisschen
anders, weil der Schwerpunkt im Bild anders wirkt.
Und das macht man sich manchmal echt tatsächlich nur dann wirklich so richtig
Gedanken darüber, wenn man es einfach mal selber gemacht hat.
Und was man vielleicht bei manchen Projekten merkt, dass man sie vielleicht
in der Kamera bewusst größer fotografiert.
Obwohl man nachher weiß, man wird es nachher vielleicht im Buch enger einspiegeln.
Und ich weiß, manche Fotografen rümpfen, das finde ich auch wieder schlimm,
rümpfen über die Nase. Nein, das Bild muss schon in der Kamera perfekt sein
und der Bildschritt muss schon in der Kamera so 100% sein.
Eher nicht wirklich, weil nachträglich cropping macht schon durchaus Sinn,
gerade wenn man eben halt auch in Veröffentlichungssachen denkt.
Weil du brauchst oftmals ein bisschen Fleisch zu den Seiten,
damit du ein Bild einfach anders schieben kannst.
Es sitzt nicht im Buchlayout, selbst wenn du einen Rahmen hast,
nicht genau in der Mitte, sondern es ist vielleicht mal nur im oberen Drittel
das Bild plötzlich oder so, weil eben halt durch dieses Format die Gewichtung
plötzlich anders wirkt.
Oder ich brauche vielleicht doch ein Bild, was plötzlich viel Fleisch und viel
Freiraum hat, um einfach die Möglichkeit zu haben, eine Textbühne reinzumachen.
Dass wenn ich zum Beispiel mein Titelbild habe, dass ich irgendwo einen Platz
im Bild habe, wo es relativ ruhig ist, was aber zum Motiv trotzdem passt,
wo der Text rein kann oder wo Kapitelüberschriften rein können und solche Sachen.
Also das sind so Sachen, über die man sich manchmal wirklich nur dann richtig
Gedanken macht, wenn man in der Salbeagentur mal gearbeitet hat und irgendwelche
Fotos für Anzeigen geschossen hat, wo man auf Fleisch und andere Sachen achtet,
oder eben halt mit Bildbänden arbeiten und so denkst du, scheiße,
jetzt müsste ich eigentlich,
inzwischen auch ein bisschen einfacher, ich hab meine AI-Tools,
wo ich das Bild erweitern kann, meistens auch relativ gut,
was aber vorher nicht so einfach war.
Dass man wirklich darauf achtet, so, okay, die Art, wie ich fotografiere,
ändert sich teilweise, weil ich plötzlich merke, in welchen Formaten,
in welchen Arten Bilder plötzlich andere Ansprüche haben.
Ja.
Ja, du sprichst die Punkte an, auf die es da überall zu achten gilt.
Aber ich glaube, man darf sich davon dann auch nicht überfordern lassen oder
den Eindruck bekommen, das ist alles zu komplex und ich fange deswegen gar nicht erst damit an.
Gerade dieser Prozess, den du beschrieben hast, auch die Art,
wie ich fotografiere, mit welchem Blick hin auf eine Publikation,
was da möglicherweise wichtig werden kann, das weiß ich ja erst,
wenn ich es einmal gemacht habe.
Und einfach diesen Prozess einfach mal durchzulaufen, überhaupt nicht jetzt
mit dem Anspruch, das perfekte Ergebnis zu erzielen, das gibt es sowieso nicht.
Also immer das jetzt für einen selbst in dem Moment bestmögliche Ergebnis, da kann man schon
Drauf abzielen, aber einfach das als Prozess, als Lernen empfinden und sich
dann wirklich Schritt für Schritt weiterzuarbeiten, was das Thema Drucken angeht.
Ich glaube, das ist für viele auch so eine Hürde, die noch ein bisschen zu verkopft
wird, auch weil es Fluch und Segen ist.
Wir haben es eben vorher auch schon mal angesprochen, diese immensen Möglichkeiten,
die uns zur Verfügung stehen, aus unseren Bildern was zu machen.
Die ganzen Werkzeuge, die es da gibt, die Arten der Veröffentlichung,
die Anbieter, da kann man sich schon drin verlieren, aber irgendwann muss man
auch die Entscheidung treffen
und dann das einmal durchziehen und hinterher kann man immer noch mal für das
nächste Projekt justieren und schauen, was passe ich an, was verändere ich.
Aber wichtig, erstmal diesen ersten Schritt zu machen, mehr aus der Fotografie
zu machen und ich freue mich
über jeden Inhalt, der sich mit Fotografie inhaltlich auseinandersetzt und wo
es weniger um Technik und vielleicht das neueste Objektiv geht.
In dem Sinne übrigens auch, wer sich vielleicht für irgendwelche fotogedanklichen,
theoretischen solche Themen interessiert, die sich eben nicht nur rein an Technik
festbeißen, sei es entweder im Gedanken zur Fotografie sehen oder aber auch
hier im Podcast, der kann sich natürlich auch gerne melden und Themenvorschläge machen und sagen so,
dazu würde mich mal vielleicht deine Meinung interessieren oder dazu würde mich
mal ein Gast interessieren, vielleicht habt ihr auch schon Gastideen oder so.
Das habe ich nichts dagegen. Also der Grund, warum es hier so grandiose Lücken
in diesem Podcast-Veröffentlichung geht, ist halt, dass es immer eine Frage
ist, ein gutes Thema zu haben und dann gleichzeitig einen guten Gast dazu haben.
Jedes für sich ist nicht das Problem. Die Kombination von beiden ist das Problem.
Weil oftmals hat man ein tolles Thema, aber der perfekte Gast dazu ist vielleicht
zu schüchtern, einfach einen Podcast zu machen.
Trifft man auf, es passiert auch relativ häufig tatsächlich,
oder du hast zwar irgendwie einen sehr perfekten perfekten Gastmöglichkeiten,
aber das Thema passt halt nicht zum Gast so zusammen,
deswegen also Vorschläge immer gerne offen, immer gerne schreiben und ansonsten
wirklich selber ausprobieren und selber auch selbst,
wie auch Kai meinte, einfach selber für sich machen, selbst wenn ihr jetzt an Ansiene bastelt,
heißt das ja noch lange nicht, dass ihr es dann drucken und veröffentlichen
müsst, bastelt es doch einfach erstmal und lernt für euch was daraus und alleine
schon wie eben was Bildwirkung in einem Bildrahmen angeht oder was mit,
Seitenverhältnissen, wenn ich in irgendwelchen DIN-Formaten bin,
wenn ich in Po-Formaten bin, wie ich dann ein Querformat elegant reinkriege und solche Sachen.
Das sind alles wertvolle Sachen, die man eigentlich wirklich durchs Machen einfach
lernt und gerade wo jetzt auch Affinity komplett kostenlos ist,
gibt es jetzt noch nicht mal irgendwelche finanziellen Gründe die zumindest
mal gegen das Ausprobieren sprechen.
In dem Sinne, probiert es aus, kommt, wenn ihr gerade Reportagesachen lernen
wollt, zu Kai in der Akademie, zur Abenteuer Reportage Fotografie,
gibt es natürlich auch einen Link in den Shownotes und kauft das Buch.
In dem Sinne wünsche ich euch noch gute Zeit und Kai viel Erfolg mit dem Buch,
und hoffentlich irgendwann mal für eine Nachfolge.
Manchmal hier im Podcast, aber ich bin mir ziemlich sicher, wir werden uns sicherlich
nochmal zu einem anderen Thema
vorher noch sprechen, bevor dann der Bildband Nummer 2 dran sein wird.
Ja, immer wieder gerne. Vielen Dank für die Einladung, Erik.
Und ich hoffe, dass das nächste Gespräch dann vielleicht mal persönlich stattfinden
kann. Also wenn du mal hier in der Gegend bist, komm gerne vorbei.
Dann nehmen wir das hier auf der Terrasse bei einem Riesling auf.
Oder ich bin ja häufiger auch mal im Norden, besuche da meine Eltern.
Vielleicht ergibt sich da noch mal die Gelegenheit, das da zu machen.
Aber persönlich würde ich mich freuen, wenn wir das nächste Mal das hinbekommen.
Themen werden uns, glaube ich, nicht ausgehen.
Wir machen dann eine Podcast-Aufnahme face-to-face quasi.
Genau.
Okay, wunderbar. Also ich freue mich drauf in dem Sinne.
Wie gesagt, ich freue mich auch
wirklich, hoffe sehr, das Buch in diesem Jahr in den Händen zu halten.
Und insofern viel Glück damit, viel Erfolg und kommt gut die Zeit.
Bis zum nächsten Mal. Bis dann. Tschüss.
Tschüss.
Erik Schlicksbier
00:04:22
Kai Behrmann
00:04:52
Erik Schlicksbier
00:04:58
Kai Behrmann
00:05:17
Erik Schlicksbier
00:07:02
Kai Behrmann
00:07:08
Erik Schlicksbier
00:08:27
Kai Behrmann
00:08:35
Erik Schlicksbier
00:08:35
Kai Behrmann
00:08:48
Erik Schlicksbier
00:09:39
Kai Behrmann
00:10:05
Erik Schlicksbier
00:11:15
Kai Behrmann
00:11:58
Erik Schlicksbier
00:13:03
Kai Behrmann
00:13:09
Erik Schlicksbier
00:13:48
Kai Behrmann
00:13:54
Erik Schlicksbier
00:13:59
Kai Behrmann
00:14:02
Erik Schlicksbier
00:14:53
Kai Behrmann
00:15:10
Erik Schlicksbier
00:16:16
Kai Behrmann
00:16:28
Erik Schlicksbier
00:16:40
Kai Behrmann
00:16:53
Erik Schlicksbier
00:18:44
Kai Behrmann
00:19:20
Erik Schlicksbier
00:21:54
Kai Behrmann
00:22:25
Erik Schlicksbier
00:23:14
Kai Behrmann
00:23:25
Erik Schlicksbier
00:24:41
Kai Behrmann
00:25:11
Erik Schlicksbier
00:28:15
Kai Behrmann
00:28:30
Erik Schlicksbier
00:28:42
Kai Behrmann
00:28:45
Erik Schlicksbier
00:28:47
Kai Behrmann
00:28:50
Erik Schlicksbier
00:29:42
Kai Behrmann
00:30:30
Erik Schlicksbier
00:32:56
Kai Behrmann
00:36:12
Erik Schlicksbier
00:36:15
Kai Behrmann
00:37:25
Erik Schlicksbier
00:39:23
Kai Behrmann
00:39:56
Erik Schlicksbier
00:39:58
Kai Behrmann
00:40:42
Erik Schlicksbier
00:42:52
Kai Behrmann
00:42:59
Erik Schlicksbier
00:43:59
Kai Behrmann
00:44:28
Erik Schlicksbier
00:44:30
Kai Behrmann
00:44:37
Erik Schlicksbier
00:46:42
Kai Behrmann
00:47:32
Erik Schlicksbier
00:49:42
Kai Behrmann
00:54:22
Erik Schlicksbier
00:57:09
Kai Behrmann
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