Abenteuer Reportagefotografie – Podcast über visuelles Storytelling

Kai Behrmann: Visueller Storyteller und Fotograf

"So British!": "La Gacilly – Baden Photo 2026" zwischen Beatles, Queen und Don McCullin

La Gacilly-Baden Foto zeigt „So British“ mit 37 Ausstellungen. Dazu kommt der Fotoherbst in Pforzheim mit Wettbewerb, Jury und Ausstellung.

21.06.2026 105 min

Zusammenfassung & Show Notes

Seit einigen Jahren gehört es für mich fest zur Eröffnung von "La Gacilly – Baden Photo" dazu: Gemeinsam mit den Kollegen vom Fotopodcast spreche ich mit Lois und Silvia Lammerhuber über das neue Festivalprogramm. In diesem Jahr war Michael Wertmüller mit dabei – und aus dieser inzwischen schönen Tradition ist wieder ein Gespräch entstanden, das weit über einen reinen Überblick hinausgeht.

Unter dem Motto „So British“ zeigt das Festival 2026 britische Fotografie in all ihren Facetten: Humor, Exzentrik, Popkultur, Mode, Fußball, gesellschaftliche Brüche und große Namen wie Don McCullin und Brian May. 

Im Gespräch geht es darum, wie aus 37 Ausstellungen ein Erlebnis im öffentlichen Raum wird – und warum Fotografie in Baden nicht nur gezeigt, sondern gemeinsam erlebt wird.

Seit einigen Jahren gehört es für mich fest zur Eröffnung von "La Gacilly – Baden Photo" dazu: Gemeinsam mit den Kollegen vom Fotopodcast spreche ich mit Lois und Silvia Lammerhuber über das neue Festivalprogramm. In diesem Jahr war Michael Wertmüller mit dabei – und aus dieser inzwischen schönen Tradition ist wieder ein Gespräch entstanden, das weit über einen reinen Überblick hinausgeht.

Unter dem Motto „So British“ zeigt das Festival 2026 britische Fotografie in all ihren Facetten: Humor, Exzentrik, Popkultur, Mode, Fußball, gesellschaftliche Brüche und große Namen wie Don McCullin und Brian May.

Im Gespräch geht es darum, wie aus 37 Ausstellungen ein Erlebnis im öffentlichen Raum wird – und warum Fotografie in Baden nicht nur gezeigt, sondern gemeinsam erlebt wird.

Weitere Informationen, Links und Bilder unter: https://www.abenteuer-reportagefotografie.de/podcast/la-gacilly-baden-photo-so-british


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Transkript

Lois Lammerhuber
00:00:01
England ist in Troubles. Der Don McAllen hat mir heute beim Frühstück gesagt, das Land ist fertig. Das ist kaputt. Genau diese Worte. Das Land verarmt. Es gibt viele reiche, sehr wohlhabende Menschen dort, aber insgesamt...
Kai Behrmann
00:00:32
Ja, erst einmal hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Abenteuer Reportagefotografie. Heute nehme ich dich wieder mit nach Baden bei Wien, genauer gesagt zum Festival La Gassili Badenfoto. Seit inzwischen sechs Jahren bin ich regelmäßig bei den Medientagen zur Eröffnung des Festivals dabei und wie in jedem Jahr spreche ich auch diesmal gemeinsam mit den Kollegen vom Foto-Podcast über das, was dich in Baden erwartet. In diesem Jahr war Michael Wertmüller mit dabei und gemeinsam haben wir mit Lois und Silvia Lammahuber, den Festivaldirektoren, über die neue Ausgabe gesprochen. Das Festival ist eröffnet und läuft in diesem Jahr noch bis zum 11. Oktober. Ja, und das Motto in diesem Jahr lautet So British. Es geht also um britische Fotografie, britische Eigenheiten, Exzentrik, Popkultur, Gesellschaft, Landschaft, Mode, Fußball, Geschichte und natürlich um große Namen der Fotografie. La Gassili Baden-Foto gehört zu den größten Fotofestivals weltweit und ist das größte Outdoor-Fotofestival Europas. Im vergangenen Jahr kamen über 300.000 Besucher nach Baden. Das zeigt, welche Bedeutung dieses Festival inzwischen hat. In unserem Gespräch bekommst du einen Überblick über das Festival, über die wichtigsten Ausstellungen und darüber, warum sich ein Besuch auch in diesem Jahr wieder lohnt. Und wie immer sind vor Ort viele weitere Gespräche und Eindrücke entstanden, die ich nach und nach mit dir teilen werde. Unter anderem habe ich mit Esther Hase gesprochen, einer der bekanntesten deutschen Modefotografinnen. In Baden ist sie mit der Ausstellung Vivienne, Andreas & Me vertreten. Darin geht es unter anderem um ihre Verbindung zu Vivian Westwood und Andreas Kronthaler, also um Mode, Inszenierung, Persönlichkeit und um Fotografie, die nicht nur Kleidung zeigt, sondern Menschen, Energie und Ausdruck. Ein weiteres Gespräch ist mit Mike Taylor entstanden. Seine Arbeit The Beautiful Game passt auf den ersten Blick perfekt zu Großbritannien und gleichzeitig überrascht sie, weil darin kein einziger Fußballspieler im Mittelpunkt steht. Taylor fotografiert Fans in britischen Pubs, während große Spiele laufen. So auch jetzt während der Weltmeisterschaft. Er schaut nicht auf den Bildschirm, sondern auf die Gesichter, Gesten und Reaktionen der Menschen. Gerade dadurch erzählt diese Art viel über Fußball als Gemeinschaftserlebnis, als Ritual und vielleicht auch als eine Art weltlicher Religion. Ja und dann gab es für mich noch ein ganz besonderes Highlight. Sir Don McCullen hat persönlich durch seine Ausstellung geführt. Mit inzwischen 91 Jahren ist Don McCullen eine lebende Fotolegende. Seine Bilder aus Kriegs- und Krisengebieten haben die Geschichte des Fotojournalismus geprägt. Aber sein Werk geht weit darüber hinaus. Es erzählt von Armut, Ausgrenzung, sozialer Ungerechtigkeit, Landschaft, Erinnerung und den Spuren, die Gewalt in Menschen und Orten hinterlässt. Auch davon wird es hier bei Abenteuer Reportage Fotografie noch einiges geben, in Wort und in Bild. Apropos Festival, Baden zeigt, wie groß und sichtbar Fotografie im öffentlichen Raum werden kann, aber es gibt weltweit auch viele kleinere Fotofestivals, die manchmal gar nicht so leicht zu finden sind. In Baden waren zwei Vertreter der International Photography Festivals Association vor Ort. Das ist eine Organisation aus Spanien, die nicht nur ein eigenes Fotofestival veranstaltet, sondern auch ein Verzeichnis aufgebaut hat, in dem Fotofestivals weltweit gesammelt sind. Du kannst dort nach Ländern, Regionen und Kategorien suchen. Schau da unbedingt mal rein, den klickbaren Link findest du natürlich in den Shownotes und vielleicht entdeckst du dabei auch ein Festival ganz in deiner Nähe. Ein Beispiel dafür ist der Fotoherbst in Pforzheim. Das ist genau so ein Fotofestival, das du vielleicht bisher übersehen hast. Im Anschluss an dieses Gespräch mit Silvia und Lois habe ich deshalb auch noch mit Rolf Norgard gesprochen, einem der Organisatoren. Auch dieses Gespräch hörst du in dieser Doppelfolge und Achtung für alle, die selbst daran teilnehmen möchten an diesem Festival, die Einreichung von Reportagen und Bildstrecken ist noch bis Ende Juni möglich. Ja und bevor es jetzt losgeht, noch ein ganz herzliches Dankeschön an den Hörer oder die Hörerinnen, die meine Amazon-Wunschliste auf der Webseite von Abenteuer Reportage Fotografie entdeckt und mir darüber das Buch Kuba von Elliot Erwitt geschickt hat. Leider lag in dem Paket kein Zettel, deshalb weiß ich nicht, von wem dieses Geschenk kommt. Ja, ich hoffe aber, dass der oder diejenige diese Folge hört. Ich weiß die Aufmerksamkeit wirklich sehr zu schätzen. Herzlichen Dank, gerade weil in die Produktion dieses kostenfreien Podcasts enorm viel Arbeit fließt. So, und nun geht es direkt hinein in diese Doppelfolge. Viel Spaß!
Michael Werthmüller
00:05:19
Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge in Kooperation mit Abenteuer Reportage Fotografie und Fotopodcast.de aus Baden bei Wien. Wie soll es anders sein? Wie auch die letzten Jahre sind wir bei dem großartigen Festival Lagaslie Baden Foto und gegenüber von uns, dem Kai, hallo, und mir, dem Michael, sitzen, ich denke, zwei altbekannte Stimmen, zwei Menschen, die hinter dem Festival stehen, deren Herz dafür schlägt. Wir begrüßen der Ordnung halber und falls richtig ist, Silvia und Lois Lammauber. Herzlich Willkommen.
Silvia Lammerhuber
00:05:56
Schönen guten Tag.
Lois Lammerhuber
00:05:57
Danke für die Einladung.
Michael Werthmüller
00:05:59
Danke, dass wir hier sein dürfen. Und wir haben uns gedacht, das Festival zum 9. Mai hat den schönen Titel So British. Und von Anfang an wurde man eigentlich in so ein bisschen British Feeling eingeführt. Es gab Beef Eater, das ist nicht der Gin, sondern das sind die Herren, die darauf abgebildet sind, die am Eingang die Gäste begrüßten, laut auffordern sich den Gang frei machten und so schon den ersten Eindruck von Anfang an vermitteln konnten, dass es heute wirklich auch um englischen Humor, englische Tradition, Bilder aus dem englischen Leben und eben einer dazugehörigen Ausstellung geht, die ja nur einen Teil des Festivals ausmacht.
Kai Behrmann
00:06:50
Der Auftakt hier für uns, der war sehr, sehr unterhaltsam. Die Frage an euch als Festivalorganisatoren und Direktoren, bei der Planung von so etwas, wenn man in so ein Festival reingeht. Was waren in diesem Jahr die Gedanken dahinter mit diesem Programm, was wir gesehen haben, auch mit dem Orchester, was die Beatles interpretiert hat bei der Auftaktveranstaltung?
Lois Lammerhuber
00:07:14
Ja, das waren alles Entscheidungen, die aus der Not geboren wurden. Wir haben 37 Ausstellungen. Und wie soll ich 37 Fotografen präsentieren? Bitte komm auf die Bühne. Eine Frage, zwei Fragen, zehn Bilder an der Wand mal 37. Wer bleibt sitzen bis zum Schluss? Also ich bleibe natürlich sitzen, was mir gefällt. Aber ich kann nicht annehmen, dass im Publikum immer 700 Leute, die nicht alle Fotografen sind, sondern die einfach Publikum sind, da muss ich mir ein anderes Format überlegen. Und so kam halt eins zum anderen. Und am Ende stand natürlich die Idee, Beatles-Songs und Queen-Songs auf jemals eine Ausstellung zuzuordnen und dann zu versuchen, das in eine Form zu bringen, die theatertauglich ist. Und das ist ein Prozess. Der Schritt 1 war, wollen wir das so genau wissen, wie das gegangen ist?
Michael Werthmüller
00:08:16
Wenn du das erzählen möchtest, nochfalls kann man es selber, wenn du das überlegst, rausschneiden.
Lois Lammerhuber
00:08:19
Also der Prozess war schon spannend, weil ich bin den ganzen Beatles Song Katalog durchgegangen, habe mir alle angehört, alle Lyrics gelesen und habe geschaut, welche Ausstellung passt wohin. Und wie ich die hatte, bin ich zum Stadtteil gegangen, zum dortigen Dirigenten und habe gesagt, da können wir da spielen, in der Annahme, man würde halt die Noten nehmen und da spielen. Das könnte man schon machen, aber das war dem natürlich nicht genug. Der Michael Sehertner ist der Musikdirektor des Theaters in Baden. Und er hat gesagt, da gibt es einen Komponisten, der ist Pavel Singer, der soll da was draus machen. Das muss schon neu interpretiert werden. Bei Beatles ist ja viel Gesang und außerdem, wir sind ein 25-Mann-Frauen-Orchester. Wir brauchen eine Rockbänder dazu, wir brauchen Gitarren, wir brauchen andere Instrumente. Wir brauchen Blasinstrumente, wir brauchen Sax, wir brauchen alles Mögliche. Und wie gehen wir dann vor? Er sagt, zeig uns mal, was du meinst. Dann habe ich halt einmal einen Song hergenommen, geschaut, wie viele Bilder, habe geschaut, wie kann ich diese Songs theoretisch einkürzen als Musikleihe, weil mir war klar, dass wir nicht die Songs in voller Länge spielen können. Wir brauchen ein Medley. Wir brauchen eine Entscheidung bei etwas weniger Bildern eine Minute, bei etwas mehr Bildern, Bild- oder Platzbedarf für Bilder, pro Ausstellung eineinhalb Minuten. Das habe ich denen einmal erzählt.
Silvia Lammerhuber
00:09:47
Wie viele Songs waren das jetzt? Wie viele Songs waren das jetzt?
Lois Lammerhuber
00:09:50
23.
Silvia Lammerhuber
00:09:52
Insgesamt?
Lois Lammerhuber
00:09:53
20 Beatles, drei Queen. Und mit denen habe ich sie dann konfrontiert und die haben gesagt, ja, das können wir machen, das geht sich auf 30, 40 Minuten aus, das ist ein Format, das passt. Und sie wollten aber zuerst einmal ein Exemplar haben, dann wurde das einmal komponiert. Dann haben wir das mit Klavier eingespielt, Bilder drauf montiert, wieder angeschaut und wie das okay war, dann haben wir alle. Dann hat er komponiert dann hat der Pavel Singer so erstmal komponiert und diese Komposition wurde mir dann, die Dirigenz da mit der Partitur, so ein Otto und der Pavel Singer hat mit Klavier gespielt und ich habe versucht am Computer die Bilder mitzuklicken und dann war ich gefunden, ja so kann es gehen bin ich nach Hause gegangen wir haben die Bilder auf diese mitgeschnitte Klavierdarbietung montiert, da ist sie wieder zurückgegangen, wurde in die Partitur übertragen und dann läuft das nicht automatisch ab, sondern hinten saß ein zweiter Dirigent im Regieplatz und hat, nachdem er sich die Bildfolge x-mal angeschaut hat, dann nicht mehr auf die Bilder geschaut, sondern nur noch gehört, was gespielt wird und dann die Taste gedrückt. Denn die spielen das Stück nicht zweimal gleich lang. Das ist 10 Sekunden länger oder kürzer oder 15 Sekunden. Und daher muss jemand da sitzen, der die Bilder dorthin befördert, wo sie hingehören. Also Komplex für ein Fotofestival, schon ein bisschen eine Herausforderung.
Kai Behrmann
00:11:24
Die Beatles sind sehr britisch und du hast die Frage an die Botschafterin des UK hier gestellt auf der Bühne, was für sie britische Fotografie ausmacht oder was so britisch für sie bedeutet. Jetzt war die Frage an dich oder an euch beide gestellt, was ist für euch so britisch?
Silvia Lammerhuber
00:11:42
Also da fällt mir sofort ein, der Humor. Das ist ganz egal, wen man trifft, die Botschafterin, die Fotografen, die Taxifahrer in London, alle haben einen gewissen Humor, der seinesgleichen sucht. Und dieser Humor, finde ich, der kommt in der Fotografie immer zutage. Und dann natürlich Fish and Chips und die tollen, komfortablen Taxis, die königliche Familie, die Queen oder jetzt der King. Was fällt uns noch ein?
Lois Lammerhuber
00:12:17
Ich würde die Klammer schon noch gerne größer machen, denn England ist ja im Prinzip in Troubles. Der Don McCallion hat mir beim Frühstück gesagt, das Land ist fertig, das ist kaputt, genau diese Worte. Und den Eindruck habe ich auch aus der Medienberichterstattung, das Land verarmt. Es gibt viele reiche, sehr wohlhabende Menschen dort, aber insgesamt haben die ein Riesenproblem. Wir müssen auch nicht wieder mit umgehen, da ja auch diese ganzen seltsamen Entwicklungen auf der politischen Ebene, wer der nächste Premier werden könnte und wenn es der Herr Verrasch droht, dann haben wir vielleicht wieder mal mehr Spaß beim Zeitunglesen oder beim Abendschau schauen. Da wird schon gesagt, zur Sache gehen, da haben wir einen Orban in England. Die Klammer, die ich eben auch machen möchte, dieses Land, das wirklich am Ende ist, ein großes Traum, hat aber Menschen, die mit dieser Situation seit langer Zeit zurechtkommen. Die haben ja auch vorher einen dominanten Adel gehabt, der hat sich ja auch ausgeblutet bis zum Gehen nicht mehr. Und offenbar haben die in ihrem Charakter eine Mischung von Fähigkeiten, die dazu führt, dass man in dieser Misere sich immer, fast wie ein Kind, immer etwas Schönes drin empfindet. Also daher auch diese Neigung zu feiern und lassen wir uns gut gehen. Also wir haben ja die Bilder von Peter Dench da draußen über Escort. Escort sozusagen unter Anstrichen für die Arme, da gibt es einen an bestimmten Tagen, da gehen die nicht so wohlhabend hin. Die sind abgedresst, High Heels, ich weiß nicht, so hoch, wie es überhaupt nur geht, auf der Wiese. Voll sturzbetrunken wird er gefeiert, im schönsten Outfit, das er sich vielleicht gerade noch leisten kann. Also Savoir Vibre at its best. Also die geben richtig Gas, die geben es sich voll. Aber auf eine sympathische Art. Und was mich in dem Zusammenhang auch interessiert hat, sowohl den Josh Edguss, wie auch den Peter Dench gefragt, ja, wie macht ihr denn das mit den Rechten? Habt ihr nicht ununterbrochen Anwaltsbriefe in einem Postkästen? Nö. Fragt ihr? Nö. Den Leuten, das gehört dazu. Wir sind im öffentlichen Raum, da wird gefeiert, da wird fotografiert, da wird geküsst, da wird alles mögliche getrieben. Es gibt auch Bilder dabei, da liegen Leute mitten auf der Wiese, neben der Straße, schleifen sich irgendwas aus oder auch nicht aus, liegen halt da. Also diese für uns scheinbare Skurrilität dürfte wirklich eine Art eine Lebensart sein, die mir aber extrem sympathisch ist. Ich wünschte, ich hätte mehr von dem und könnte mit meinem eigenen Leben mit dieser Leichtigkeit des Seins umgehen und eben dadurch auch viel gewinnen, nämlich Lebensqualität. Feiern, fröhlich sein, das ist Lebensqualität. Und das bildet sich in diesen Bildern wirklich unglaublich stark ab. Ich weiß, dass wir jetzt in einem Monolog geraten, aber Don Meccanin steht ja für etwas ganz anderes, für eine ganz kritische Auseinandersetzung mit Fotografien in schwerwiegend politisch betroffenen Situationen, Kriegsfotografie, Verelendung, Arbeiterprobleme etc. Aber auch bei ihm ist es so, ich habe immer gefragt, warum ist der Don Mechanin so unglaublich Einflussreich geworden? Denn seine Fotografie, da gibt es andere auch, die fotografieren genauso gut, oder die Jüngeren wie ein Goran Tomasewitsch, die fotografieren vielleicht sogar besser und noch näher dran. Und es gab ja so zu Donnes Zeiten auch den Kappa gerade noch, also die sind ja alle lang dabei. Und trotzdem, jetzt wo ich ihn kennenlernen durfte, der hat genau auch dieses britische Gehen, diese unglaubliche Menschlichkeit, diese Unverbogenheit, selbst bis ins Alter von 91, wo er immer noch reflektiert, war das überhaupt richtig, was ich da gemacht habe. Also auch da dieses Hinterfragen mit einer ganz anderen Ergebnisstrategie und nicht nur, jetzt habe ich ein Bild fotografiert und jetzt habe ich einen Geschäftsfall von mir, weil das kann ich verkaufen. Und ich glaube, das ist dieses Wesen, das die Briten da offenbaren, Das ist wirklich inspirierend und deswegen glaube ich auch, dass dieses Festival heuer einen großen Erfolg haben wird, weil die Leute haben Sehnsucht nach diesen Verhältnissen.
Michael Werthmüller
00:16:59
Wenn wir nochmal zum Eröffnungsabend gehen, dann kann ich euch sagen, ich saß im Rang an der Seite und neben mir saßen Wiener oder Badener. Und die Eröffnung ganz ohne Musik, bis zu dem Punkt, war schon so auf den Punkt gebracht und unterhaltsam, dass die der Meinung waren, es war vorbei. Wir waren glücklich und zufrieden. Dann habe ich gesagt, es kommt noch ein Konzert.
Lois Lammerhuber
00:17:26
Gut, es gibt zudem diese glücklichen Fügungen. Wir sind ja doch ein veritabelt großer Haufen, also 150 Schaden Wissen und Fotografen, versammelt sich in einem Hotel, in unserem Festivalhotel Ette Park. Und ich habe mir gedacht, wie mache ich das organisatorisch? Das Wetter, der Wetterbericht war so gemischt, könnte regnen, kann auch nicht. Wer weiß, wie das geht. Es kommt die britische Botschafterin, der französische Geschäftsträger, die Bürgermeisterin. Und dann habe ich mir gedacht, ich schreibe Ihnen, können Sie uns im Hotel treffen. Einfach um das logistisch einfacher zu machen, gibt es Parkplatz und so weiter. Und noch zwei, dreimal hin und her mit den Sekretärten, haben die zugestimmt. Und dann ist etwas eingetreten, von dem werde ich zehren bis einmal Lebensende, dass diese diplomatischen Würdenträger sich in diesem wirklich... Getroschenvollen Hotellobby auf eine wirklich unklammeröse Stiege, die ins Büro geführt hat, wo man sofort ein paar Blumentöpfe auf die Seite schieben mussten, wo die Schreibtische des Personals standen. Die haben sich darauf gestellt, wie so eine kleine Bühne. Die britische Botschafterin, die Linzel Scholler, hat gesagt, das ist wie der Balkon des Königs und so. Gleich auch den Ball aufgenommen und das war ein für mich unglaublich toller Moment, der eigentlich Respekt gegenüber der Fotografie und dem Journalismus ausgedrückt hat, vielleicht gar nicht einmal sogar so sehr intentiert. Das hat sich ergeben, aber es war ehrlich. Du hast gemerkt, die meinen das. Und das war super. Und dann sind wir rübergegangen ins Theater.
Michael Werthmüller
00:19:03
Wir wurden lautstark geführt.
Lois Lammerhuber
00:19:04
Ja, lautstark geführt.
Michael Werthmüller
00:19:06
Hier, hier.
Silvia Lammerhuber
00:19:07
Das bezeichnet ganz gut, was wir heuer, im Gegensatz zu den letzten Jahren, Wir haben ja letztes Jahr im Theater auch schon eine Aufführung mit Musik, halt anderer Musik, weil das Thema war Australien und die neue Welt, und Bilder in Kombination gehabt. Aber was heuer auf alle Fälle neu war, ist die Inszenierung rundherum. Und da hat sich das so britisch natürlich wunderbar angeboten mit den Bifitern, die wir schon vom Festivalhotel bis zum Theater, dass ja nur einen Katzensprung jetzt vom Hotel entfernt ist, als Guides genommen haben und dann am Eingang vom Theater auch dort aufgestellt waren. Und dann jeder Programmpunkt und jeder Speaker mit hier, hier und dann kam, wer kommen sollte, angekündigt haben. Und das ist schon einmal das Theater-mäßig mehr. Und dann natürlich die Keynote-Speaker, die Lois wunderbar ausgesucht hat und zu dem Thema auch wirklich gut vorhanden war, nämlich in unserer Straße, wo wir arbeiten und wohnen, gleich um die Ecke. Richard Latkani, der über seine langjährige Beziehung Und Filme über Jane Goodall gesprochen hat. Der war einer davon, der das wirklich emotional rübergebracht hat. Natürlich beginnend mit Don McCullen, den der Lewis dann auf der Bühne interviewt hat, sozusagen als Vertretung der britischen Fotografie. Und als dritter, wie passend, der Water Chairman der UNESCO, der über Water is Life gesprochen hat und die Umweltschiene uns dargelegt hat.
Lois Lammerhuber
00:21:02
Dramaturgisch möchte ich noch einen Schritt zurücksetzen. Wir sind da rübergegangen, also ihr müsst jetzt viel Fantasie haben, sich das alles vorzustellen. Da gehen zwei Bifiter, zwei Bifiter sind auch sehr auffällig gekleidete Figuren und die Bifiter sind die Garde der Königin, also sowas wie ihre Leibwächter. Also die sind schon sehr auffällig, sehr rote Kostüme, also völlig aus der Zeit gefallen, aber auch irgendwie schön und natürlich Respektgebiet. Also offensichtlich in unserer DNA ist da immer noch was übrig, aus totalen Zeiten. Und dann waren wir endlich im Theater, die gehen auf die Bühne, die beiden P-Shooter, und damit war auch das Zeichen gesetzt für den Beginn. Und die haben dann auch angekündigt, wie es beginnt. Die haben angekündigt, zuerst einmal natürlich die Bitte geäußert, dreh doch Ihr Mobiltelefon ab, dann gab es so eine Kunstpause, 20 Sekunden, und dann die Bitte, bitte erheben Sie sich für die Hymne des Vereinigten Königreichs. Und jetzt, wenn du denkst, okay, gut, es kommt halt die Hymne, da wird halt irgendwie was abgespielt.
Silvia Lammerhuber
00:22:09
Also da beleuchtet sich schon mal geschaut, was kommt da jetzt? Aber alle sind gleich aufgestanden und dann kam es.
Lois Lammerhuber
00:22:16
Und dann kam es. Und dann haben wir einfach ein Remake gemacht von etwas, was vor 24 Jahren und zwar mittlerweile acht Tagen stattfand, nämlich das berühmte Parkingham Palace-Konzert zu Ehren des 50-jährigen Thronjubiläums der Queen Elisabeth II. Und das hat begonnen mit einer wirklich Musikgeschichte gewordenen Interpretation von der Hymne des britischen Königreichs und vorgetragen von Niemann Gehring als Brian May, der am Rooftop, also am Dach des Buckingham Palace, als Solo mit seiner Wahnsinns-Gitarrenwirkung diese Töne runtergetrauschen hat, dass du Gänsehaut kriegst, wenn du daran denkst. Und wir haben das mit Unterstützung des Orchesters, des Theaters und einem Gitarressen namens Engelmayr, der ist ein Rockgitarrist aus Österreich, der für gute Bands gespielt hat und der sowas kann. Und damit war der Ton gesetzt, damit war alles klar. Ja, und ich glaube, dass auch das Personal des Abends, also jeder von uns, da sagst du dir nichts vor in deinem Sitz und sagst, das muss ich liefern, sondern man ist dann einfach bereit. Und jeder hat unter Anführungsstrichen einfach maximal abgeliefert. Das war super. Und dieser Spirit, der es hat bis zum Ende sich durchgesetzt, denn wie dann die Öffnung des Durchstandes, Bänder, die drei Länder, die involviert sind, Englern, Frankreich und die Provinz Niederösterreich, Und wenn das erledigt war, dann kam dieses Orchesterteil und das hat geändert mit, wie der Dirigent eigentlich völlig unplanmäßig ist der, ja, der ist aus dem Orchesterkram, ist der rausgewachsen und hat begonnen, das Publikum zu dirigieren und aufgefordert, so mitzusehen. Also es war unglaublich.
Silvia Lammerhuber
00:24:14
Jetzt muss ich noch was einwerfen. Die Hymne in Erinnerung an die Performance von Brian May war natürlich nicht zufällig gewählt, weil wir ja auch in der Ausstellung Brian May zeigen, beziehungsweise er ist ja nicht nur Rockmusiker bekanntermaßen, sondern ein passionierter Stereoscopic Photographer. Und vor allem, er fotografiert auch Selbe, er ist auch Physiker eigentlich, studierter Physiker und hat eine Wahnsinns-Sammlung über Diablerien und die zeigen wir im Festival als Ausstellung und da hat sich der Lois eine... Eine Figur sozusagen einfallen lassen, die Riesen-Gitarre, die rote Gitarre von Brian May.
Lois Lammerhuber
00:25:07
Auf zwölf Meter Größe.
Silvia Lammerhuber
00:25:08
Ja, und rundherum eben 40 Gucklöcher sozusagen, wo man die Diablerien, die das Leben zur Zeit Ludwigs des Sohns erfüllten, seiten.
Lois Lammerhuber
00:25:18
Liebe Leute, deswegen wurden die Schon-Notes erfunden, weil jetzt braucht ihr ein Bild dazu, sonst funktioniert das nicht.
Silvia Lammerhuber
00:25:26
Aber was ich noch sagen wollte, und wir haben dann bei der Öffnung auch sozusagen als letzten Keynote-Speaker den Brian May in einer Videobotschaft.
Lois Lammerhuber
00:25:36
Und das war toll. Das war wirklich auch berührend, weil der nicht nur Superstar ist, sondern das war auch so warmherzig. Und die haben sich auch bemüht, das Video richtig nett zu machen mit unserem Logo. Das brauchen die alle nicht machen. Der braucht überhaupt nichts machen. Und das hat er aber gemacht. Und dann hat ihm sein Chefkorater, Denis Pelleroy, der hier ist, und er auch die Ausstellung, diese Art und Weise der Fotografie und wie sie vorgehen und sammeln und das Ganze versuchen zugänglich zu machen erklärt hat, der hat dann ihm natürlich berichtet. Und wir waren gestern dann bei unserem Medienrundgang, glaube ich, so um drei oder vier Uhr Nachmittag war das, und er kommt auf mich zu und sagt, der Sir Brian hat mir gerade getextet, er sagt immer, der Sir Brian hat mir getextet, Sag ich, lese vor. Und der hat sich völlig begeistert geäußert und der hat ihm schon jede Menge Bilder geschickt und gesagt, wie cool das ist und so. Also wir stehen da mitten auf der Wiese und diese Wiese wird sowieso irgendwann ein großes Erklärschild bekommen müssen, denn auf dieser Wiese ist ja gestern auch noch was ganz anderes passiert. Auf dieser Wiese hat Don McCullin erfahren, dass er einen der größten Orden, die das britische Königshaus zu vergeben hat, und als erster Fotograf erhalten wird. Das sind genau 75 Berechtigte, die diesen Orden haben dürfen. Und man hat überhaupt erst eine Chance wieder einzukommen, wenn ein anderes Mitglied dieser 75 stirbt. 45 für England, die anderen Kanada und Australien. Und das wurde dahin verkündet. Und das war eine Atmosphäre, Wir waren auf der Wiese vielleicht 150 Leute und auf einmal kamen alle ganz eng zueinander. Es war so, ich habe so das Gefühl gehabt, so ähnlich muss das sein, wie wenn du die Weltmeisterschaft gewinnst, den Fußball. Da waren alle zusammen.
Silvia Lammerhuber
00:27:32
Na, da werden die Engländer ein bisschen Probleme haben, weil Österreich nämlich auch mitspielt.
Lois Lammerhuber
00:27:40
Deutschland ja auch.
Silvia Lammerhuber
00:27:41
Jetzt muss ich zur Ehrenrettung Englern sagen, es gab ja die Umfrage, wie hoch die Chancen sind, dass Österreich gewinnt. die waren aber nur 0,5 Prozent. Aber wir spielen gerne mit und die Engländer sich auch und gewinnen werden dann die Spanier. Das nur so ein kleiner Seizbett.
Michael Werthmüller
00:28:00
Ich habe mein Trikot schon gekauft.
Silvia Lammerhuber
00:28:02
Du bist ja Spanier. Ich wollte schon sagen, immer diese Spanier werden genannt.
Lois Lammerhuber
00:28:07
Die Deutschen spielen auch mit. Aber liebe Leute, was wir euch mit diesem Gespräch auch vermitteln wollen, Fotofestibale ist viel mehr als Fotos. Es ist da in diesen zwei Tagen wirklich ganz viel passiert, was über die Fotografie hinausweist und eigentlich aus meiner persönlichen Perspektive wegweisend sein kann, für das, wie wir Fotografie eigentlich interpretieren wollen. Es ist da gestern ganz viel passiert, auch bei dem Medienrundgang. Wir haben eine Ausstellung, die ist nicht Fotografie, sondern von unserem Designer des Plakates, Michel Bouvet, der hat in der Pandemie, weil er Beatles-Fan ist, glaube ich, 35 Beatles-Cover, wirklich großartig interpretiert und eine Schauspielschule für junge Leute, für Kinder, die haben das zum Anlass genommen, dort einen Tanz aufzuführen, einen Tanz anzustudieren. Auf einmal hat das eine ganz andere Dimension angenommen. Und ein bisschen später bei dem Rundgang nach diesem unglaublichen Auftritt von Don McCallum, der im Übrigen durch dieses Ereignis auch, glaube ich, sehr inspiriert war und dann uns inspiriert hat, dass man mit uns durch die Ausstellung gegangen ist, jedes Bild seinen Lebensweg hat im Prinzip nachvollzogen. Ich glaube, da kommt, ich verrate ein bisschen was, da wird was auf euch zukommen. Die beiden Herren wie sie wie nicken heftig, die haben was, die haben was und das wird euch Unseren Podcast brauchte ich nicht hören, aber den musst du hören. Den müsste dann wirklich hören. Das ist, ja.
Silvia Lammerhuber
00:29:38
Ja, und zur Ausstellung, Mekalen noch zu sagen, er war ja hin und weg von der Präsentation seiner Ausstellung, von der Größe der Bilder, der Qualität der Drucke. Hat er gemeint, ob die in Paris gedruckt werden? Nein, das machen wir gleich bei uns um die Ecke. Wir haben sehr gute Drucker. Und er hat dann natürlich Ich habe so nonchalant gemeint, er hätte gerne eine Ausstellung in der Victoria Station, das würde richtig gut passen. Und Leus, ich glaube, du hast dich bereit erklärt, da vielleicht Kontakte zu knüpfen.
Lois Lammerhuber
00:30:13
Mich hat der Hafer gestochen, ich war noch verrückter, wie ich es meistens bin und habe gesagt, okay, wir haben ja die britische Botschaft, die Frau Skoll, die ist an unserer Seite. Und am Dienstag, also in zwei Tagen, ist die Gardenparty zur Ehre des 78. Geburtstags von Prinz Charles. Und da sind wir eingeladen, Silvia und ich, und ich werde die Gelegenheit benutzen, Linzis Kroll zu bitten, die Türen zu öffnen und das auf den Weg zu bringen. Und liebe Leute, ihr müsst euch vorstellen, diese Botschaft, denn es ist wirklich eine sehr, sehr besondere Persönlichkeit. So stellt man sich Botschafterinnen gar nicht vor. Die ist da inspirierend, witzig, offen, ganz kurz im Zugang zu ihrem Herzen, zu ihrem Kopf. Also das ist bemerkenswert. Und es ist für mich auch keine große, na doch, es war eine große Überraschung, weil ihr nächster Karriereschritt, der führt sie weg aus der Diplomatie nach Oxford. Sie wird nach 450 Jahren dort die erste Frau, die diesen Laden übernehmen wird. Und ich bin sicher, es gibt in England hunderte Leute, die auch super qualifiziert sind. Die haben ja ein bisschen einen Bildungsbürgertum dort. Und das zu kriegen als Frau, da kann ich auch nur sagen, Chapeau. Aber ich muss jetzt leider noch fortsetzen. Vorher gesagt, aber es ist dann weitergegangen mit diesen, ich habe es dann am Abend gesagt, das ist so Breaking-the-Frame-Situationen. Es gibt auch eine kleine Ausstellung von einer Pnoe-Taucherin. Das ist eigentlich gar keine Fotografin, sondern die ist das Objekt in der Fotografie. Das haben die Sportfotografen bei diversen Events fotografiert. Und die geht da hin und sagt zwar einmal, Leute, schließt die Augen. Das ist in einer Ausstellung, ja. Nicht ganz zu vergessen. Es wird vielleicht auch die Show-Nutz geben. Und alle haben die Augen zugemacht und haben ihr mal, glaube ich, fünf Minuten geatmet, Atemübungen gemacht. Und dann haben wir über die Fotografie geredet. Da sind wir 50 Meter weitergegangen. Es war ein Wissenschaftler da, Günther Körk, und der hat uns erklärt, dass die Saiblinge wissenschaftliche Messinstrumente sind. Und genau vis-à-vis war die Ausstellung von Laurent Paläster, der extrem unterwegs ist in Tiefen, wo man nicht hingeht. Es ist auch bei jedem Bild steht jemand dabei, in welcher Tiefe das aufgenommen wurde und ich habe es so richtig kapiert, wie Harald Hordisch, das ist der Mann mit der Firma, die die Gehäuse, die Casings für die Körpers macht.
Silvia Lammerhuber
00:32:51
Name ich Siegham heißt ja.
Lois Lammerhuber
00:32:52
Siegham, ja. Und die bauen Gehäuse, die auf 200 Meter Tiefe funktionieren. Und im Moment arbeite ich an einem Projekt, wo sie um Fischnester, habe ich auch nie gewusst, dass es ja auch gibt, so Fotografie, wo man zehn Kameragehäuse gleichzeitig geht. Also Technologie. Das war so eine geballte, augenöffnende und inspirierende Situation. Da habe ich gesagt, genau da müssen wir hin. Also wird es halt da... Fahrt wirklich nach Baden. Das ist jetzt nicht, um Publikum hier zu lukrieren. Es ist ungewöhnlich. Wer weiß, ob wir das jemals wieder hinkriegen. Das ist wirklich ungewöhnlich, was da abgelaufen ist und was wir auch von den Protagonisten gestern gelernt haben. Wir haben das gar nicht alles so beabsichtigt, sondern das war die Wechselwirkung zwischen uns, unserem Angebot und wie die darauf reagiert haben.
Michael Werthmüller
00:33:52
Nur ganz kurz für die Zuhörer, ihr habt das klar gemerkt, wir sind jetzt schon bei Samstag, das heißt wir sind im Hotel gestartet und begannen dann den 8 Kilometer langen Rundgang, haben es eigentlich dafür, dass es doch mehr Ausstellungen waren als im letzten Jahr, auch fast in der gleichen Zeit geschafft.
Lois Lammerhuber
00:34:10
Aber es war immerhin, 12.30 Uhr sind weggegangen und wir waren kurz vor 21 Uhr im Restaurant.
Michael Werthmüller
00:34:17
Und ich bin zwischendrin, nachdem wir das Gruppenfoto gemacht haben, bin ich, ich bin über die Blumen geüpfet, habe mir das Knie verdreht. Ich bin also, ich humpel seitdem. Wirklich? Ja, ja. Und habe gedacht, ich bringe jetzt mal die Kamera weg. Und dadurch kam ich auch zu spät zum Dürbelhofpark und habe mein Würstchen dann zum Schluss geholt. Aber ich bin dann zurückgehumpelt, also zum Hotel gehumpelt und dann wieder rüber. Und beim Römerbad kam ein kleines Kind auf dem Laufrad vorbei und dann die Eltern. Und dann hat gesagt die Mutter, das ist so schön. Und dann sage ich, reden Sie von den Bildern oder reden Sie von dem Kind? Ich rede von den Bildern. Ich komme aus Baden und ich freue mich jedes Jahr darauf, was kommt, was Neues zu erleben und wie das auf mich wirkt. Ich gehe weiter zum McCullen, da stand ein älteres Ehepaar davor, die habe ich auch fotografiert, Darstellung, wie Besucher schauen, und sage zu ihnen, vor 20 Minuten haben sie es verpasst. Da war er hier, sie hätten zuhören können. Oh, wir kommen jedes Jahr, wir kommen jedes Jahr und wir kommen mehrfach. Es ist einfach toll, was hier geboten wird.
Lois Lammerhuber
00:35:13
Und dann war mir klar,
Michael Werthmüller
00:35:14
Ungefähr die Richtung ist der See und ich bin einmal im Kreis gelaufen und denke, Mann, eine zweite Werbetafel, krass. Ich stand wieder bei McCullen und da standen wieder die Nächsten. Und die Gespräche, die ich dort füllen konnte, das Feedback, was da zurückkommt, das müsst ihr auch mal hören. Das ist also, egal mit wem ich gesprochen habe, die sind unheimlich begeistert. Dem älteren Pärchen habe ich gesagt, für nächstes Jahr möchten Sie bitte einfach googeln, La Gasse Liebaden, Medientag und einfach mitlaufen. Also es ist toll, in die Gespräche zu kommen, mit den Leuten zu reden und zu sehen, wie die darauf reagieren.
Silvia Lammerhuber
00:35:47
Also ein paar mehr oder weniger bei 150 Leuten, wie wir da uns durch die Stadt wenden, das macht und dann keinen Unterschied mehr. Also alle herzlich willkommen, die live die Fotografinnen und Fotografen hören wollen.
Lois Lammerhuber
00:36:01
Also normalerweise macht man Medienveranstaltungen nicht in der Dimension, aber es hat sich so ergeben. Und es ist auch ein unglaublicher Akt von Solidarität der Journalisten und Journalistinnen und Fotografen füreinander. Denn natürlich irgendjemand spricht das Erste, der könnte ja nach Hause gehen. Und das Zweite könnte nachher auch nach Hause gehen, geht aber niemand. Weil irgendjemand spricht auch als Letzter.
Silvia Lammerhuber
00:36:26
Nämlich der 34. Das ist ganz klar.
Lois Lammerhuber
00:36:30
Und das funktioniert. Das funktioniert und das ist eigentlich dieser Spirit, wo wir dann vor ein paar Jahren, ich weiß nicht von wem, aber plötzlich war der Name Baden-Family da. Hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir alle im selben Hotel wohnen, dass wir wirklich ein Wochenende miteinander verbringen. Und es ist nicht so, dass wir alle befreundet sind, viele kennen sich kaum, aber sie werden irgendwie von dem Spirit der Fotografie und von dieser Dynamik verbunden. Wir bewegen uns da wirklich wie so in einer, na, Bubble ist nicht das Richtige, aber es ist ja offen, aber wir bewegen uns gemeinsam In einem Gefühlsraum, der über die Fotografie klar hinausgeht. In dem bewegen wir uns durch diese ausstellungen hervorgerufen durch fotografieren absolut und es wird auch niemand gestoppt oder wir hatten ziemlich am ende war subodim pata jaji ein indischer fotograf die aus sozusagen den halben globus geflogen ist um hier zu sein und dessen inseln wo er zu hause die sudan parans Es heißt so, Sunderbarans. Sollte ich das falsch gesagt haben, entschuldige mich dafür jetzt schon. Der hat darüber gesprochen, nicht von der Flughöhe, wie wir normal diese Themen verhandeln, dass wir wohin fahren, und das wird erfasst und dann zur Diskussion stellt, sondern der ist betroffen. Sein Land geht unter. Das seufzt ab, bis bei uns das Wasser kommt, das dauert ein bisschen. Aber da geht es uns vorher aus. Das vertrocknen wir vorher. Aber das Land geht wirklich unter. Und natürlich spricht er so lang, wie er spricht. Egal. Und deswegen sind wir auch da. Und ob die Küche ein bisschen früher nach Hause geht oder nicht, die auf uns wartet, das spielt keine Rolle. Also die müssen das aushalten. Und haben es auch ganz gut ausgehalten.
Michael Werthmüller
00:38:39
Es gab aber noch so zwei Neuerungen. Die eine ist die, die ich eigentlich, da würde mich mal interessieren, ob ihr das selber überhaupt gemacht habt. Wenn nicht, machen wir das gleich und fotografieren es. Die Kissbox.
Lois Lammerhuber
00:38:53
Das war meine Idee.
Michael Werthmüller
00:38:55
Weil du Silvia so gerne küsst.
Lois Lammerhuber
00:38:58
Ich auch.
Silvia Lammerhuber
00:39:01
Ich hatte das Wort an. Dabei gibt er vor, ich habe nur vorweggenommen, man muss sich eine Minute küssen. Und was passiert dann? Also?
Lois Lammerhuber
00:39:15
Moment, das muss man schon ein bisschen weiter ausholen. Warum kann man auf solche Ideen? Nein, warum kann man auf solche Ideen? Das ist ja nicht so, dass man dort sagt, jetzt machen wir eine Kissbox.
Silvia Lammerhuber
00:39:28
Dein Name ist übrigens von mir. Kissbox, okay?
Michael Werthmüller
00:39:32
Ist mega. Ist schon geschützt.
Lois Lammerhuber
00:39:37
Wir haben überlegt, wie können wir eine Extra-Attraktion für unser Publikum bieten, damit die auch zum Besucherzentrum gehen, dort eine Kataloge erwerben, also Geld ausgeben. Wir wollen auch Einnahmen lukrieren. Im Prinzip ist alles frei zugänglich, du musst nichts ausgeben. Aber wir wollen Angebote machen. Und es gibt einen sehr großen Kreis von Fotografinnen und Fotografen in unserem Leben, die allerlei tolle Dinge machen. Der eine heißt Norbert Spahn, ist ein Innsbrucker Glaziologe, aber auch Fotograf und wurde über die Jahre zum Ausstellungsdesigner, macht Technologie-Innovationen in Museen und auf dem anderen Ende des Spektrums angeht ist der Christoph Künner, Ich höre die schöne Musik da hinten, Blasmusik. Wenn ihr die mithört, dann ist das gewollt. Das haben wir so vorbereitet.
Silvia Lammerhuber
00:40:38
Das erinnert mich jetzt noch ganz kurz, wie wir gestern vom Hotel zum Theater gegangen sind, haben die Kirchenglocken geläutet.
Lois Lammerhuber
00:40:47
Ja? War bescheid. Nee, war nicht bescheid. Aber die wissen, was sich gehört.
Kai Behrmann
00:40:52
Und heute war der Pfarrer im Hotel. Ja.
Lois Lammerhuber
00:40:56
Wir arbeiten mit allen Menschen. Wir haben auch ein Festival, Fritz Antio und der Pater Amadeus hat ihn schon einmal gesegnet. Also so ist das nicht. Aber zurück zu der Kissbox. Und dann gibt es auch einen gewissen Christoph Könner, den ihr alle gut kennt. Erfinder von Dogma und einer der großen Wissenden, nicht nur was Photoshop betrifft, sondern darüber hinaus. Der ist mittlerweile ein AI-Guru geworden und weiß verdammt viel und kann auch damit umgehen. Und die beiden kennen sich auch gut. Und wir haben halt überlegt, was können wir machen. Der Ausgangspunkt war, dass Silvia hat mir zu meinem 50. Geburtstag ein Fotoshooting mit Francis Schakopetti geschenkt. Francis Schakopetti kennt er als Erfinder der Pirelli-Kalender und als jener, der berühmte Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts porträtiert hat, indem er sie in schwarz-weiß ganz einfaches Porträt gemacht hat, die Hände und dazwischen die Iris der Augen. Mittlerweile gibt es diese Bilder überall, aber er hat das erfunden. Mit optischen Einrichtungen hat er sich das immer überlegt, das zu fotografieren. Das hat mir Silvia zum 50. Geburtstagsgeschenk und seitdem habe ich das natürlich in mir. Und er hat mir gedacht, sowas sollten wir machen. Aha, aber das gibt es eh schon. Mach mal was anderes. Was kannst du machen? Na, Tränen vom Augenblick. Na, Tränen, Tränen. Wer will Tränen fotografieren?
Michael Werthmüller
00:42:23
Ich habe noch meinen Tollstift vom Theater.
Lois Lammerhuber
00:42:28
Und dann, naja, von den Tränen waren wir dann beim Mund, da haben wir gesagt, Küsse. Hat jemand schon mal einen Bären Kuss gesehen? Küssende gibt es Milliarden Fotos, aber ein Kuss? Hat jemand ein Kussfotografiert? Aha, wie fotografiert man einen Kuss? Naja, was ist denn überhaupt der Essenz seines Kusses? Ja, die Vermischung von Körperflüssigkeiten. Und na ja, dann ging es dahin, wie das klar war. Wenn ein Wissenschaftler und jemand wie Christoph Kühnitz zusammen ist, okay, das können wir lösen. Aber wie? Eine Minute küssen, Silvia hat es schon erwähnt, einfach ein Show-Element. Geht da rein in die Kissbox, also ein abgegrenzter Teil des Besucherzentrums, schönes Plüschmöbel, ihr setzt da hin, eine Minute muss geschmust werden. Und dann eine Mini-Probe von der jeweiligen Zungenspitze. Zwei Zungenspitzenproben auf ein Trägerglas draufgeben, auf einen Gefrierschocker innerhalb von Sekundenbruchteilen ist es auf mindestens 25 Grad, wird dort entnommen, kommt unter das Mikroskop, ist vorher installiert, vorher alles bereit, dreimal abdrücken auf dem Rechner und ausdrucken. Und es kommen Bilder heraus, die sind aus, als hätte Picasso gemalt. Es ist wirklich geil. Also in dem Fall ist das Wort in doppelter Hinsicht gerechtfertigt. Und es ist extrem überraschend, vor allem jeder Kuss, Auch wenn du dieselbe Frau, denselben Mann noch einmal küssen würdest, fünf Minuten später sieht es wieder anders aus, weil sich schon wieder die hormonelle Situation in deinem Körper, deine Emotionen verändert hat.
Silvia Lammerhuber
00:44:05
Ja, nach einer Minute küssen ist das ja logisch,
Lois Lammerhuber
00:44:07
Oder? Und da denken wir, dass wir da auch etwas Spannendes anbieten können. Das Ganze heißt, geh in die Kissbox und krieg einen Frozen Kiss.
Silvia Lammerhuber
00:44:21
Übrigens hat der Norbert Spahn vor zwei Jahren mittlerweile bei uns eine Ausstellung gehabt über Schneeflocken. Er hatte 20 Jahre geübt daran und dieses Prinzip hat er im Prinzip auf die Fotografie eines Kusses angewandt. Also Schneekristalle oder schockgefrostete Speichel zu fotografieren.
Lois Lammerhuber
00:44:48
Also ich bin mir sicher, dass in zehn Jahren gibt es kein Fotofestival mehr ohne Kissbox. Weil das gefällt einem, das ist auch witzig.
Michael Werthmüller
00:44:58
Wie ist es, wenn dann jemand alleine kommt und gerne küssen möchte? Steht dann jemand zur Verfügung?
Lois Lammerhuber
00:45:02
Das ist noch ein Geschäftsfeld, das wir noch explorieren müssen. Da können wir so eine Riege von zehn netten jungen Männern und zehn netten jungen Damen, die gerne küssen. Also ich kenne ja kaum jemanden, der nicht gerne küsst, also sollte es sich machen lassen.
Kai Behrmann
00:45:20
Ja, immer wieder Innovation. Ihr kommt mit neuen Ideen für diese Festivals und, einige lieben nicht nur ihren Partner über alles und drücken das in einem Kuss aus, sondern auch Fußball ist für viele ebenso wichtig und ein Leidenschaftsthema ist auch Teil dieser Ausstellung. Wir haben eben schon mal über die WM gesprochen, die ja jetzt zeitgleich stattfindet, gerade angefangen hat. Da habt ihr auch diese Thematik behandelt. Und was ich besonders bemerkenswert fand, ist der Fotograf, der diese unheimlichen Jubel, Emotionsmomente in Pubs fotografiert hat, hat selber gesagt, mit Fußball kann er eigentlich überhaupt nichts anfangen. Also die Verbindung zu dem Subjekt, wo er eben die Reaktion drauf fotografiert, die kann er gar nicht selber spüren.
Silvia Lammerhuber
00:46:05
Noch schlimmer gesagt, ich habe noch nie ein Fußballspiel gesehen.
Kai Behrmann
00:46:09
Er steht ja auch mal mit dem Rücken zur Leinwand.
Lois Lammerhuber
00:46:12
Und der Mike Thäler ist so ein Name, der meint auch, dass er deswegen das überhaupt fotografieren kann, weil er eben nicht zeitgetrackt ist, weil ihm das wurscht ist. Und wir haben ja auch anlässlich der Eröffnung, des Eröffnungsspiels in Mexico City, das dann Mexico 2-0 gewonnen hat, haben wir hier im Hotel auch den großen Fernseher da angedreht. Und er hat ein Bild gemacht und das werden wir auch noch aufhängen und eben darauf verweisen, auf seine Ausstellung. Und das ist wirklich schön. Ich habe es auch da, können wir auch in die Show Notes reingeben. Einfach schön zu sehen. Im Prinzip reden wir da fast demselben wie mit der Kissbox. Das Festhalten von Emotionen auf ungewöhnliche Art und Weise. Und das ist natürlich, was Fotografie unvergleichen kann.
Michael Werthmüller
00:47:02
Was auch sehr spannend ist, dass er ja vorher bei CW unter den Preisträgern war und jetzt eine eigene Ausstellung hat.
Lois Lammerhuber
00:47:07
Ja, das hat es glaube ich auch noch nie gegeben, denn die CB-Preisträger sind überwiegend Einzelbildtäter, die haben mit der Komplexität von Reportage und Dokumentarfotografie normalerweise nicht so viel zu tun, sondern das sind Jäger von Schätzen, die sind darauf aus in einem ganz spezifischen Moment etwas zu erhaschen, was fast unmöglich zu erhaschen ist, mit unglaublicher Geduld, Konzentration und Akribis kommen da Bilder zustande, die sind fantastisch. Wir haben die auch das Schlussstück des Bilderkonzerns, das am Ende dann stattfand. Das war eine Queen-Nummer, die heißt We Are The Champions. Das hat auch mit diesen Bildern begonnen. Das hat auch richtig gut funktioniert. Also grandiose Bilder, aber einzeln, eine andere Zählweise. Und der mike taylor und ich war ja bei das ship in jury mitglied beim cf-ruder worden war bei der preisverleihung in prague und damit den mike taylor kennengelernt und das hat sich zufällig ergeben der hat jede menge von diesen bildern zeig kommt zeig her und so ist das dann zustande gekommen also die das ist eine eigentlich fast Eine große Hoffnung, dass über dieses Beispiel auch andere Fotografen und Fotografinnen, die sich bei CW in den weltgrößten Fotowettbewerb einbringen, dass die sich animiert fühlen, Bildserien zu machen und eben weiterzugehen und sich selbst dieser Herausforderung zu stellen, was das heißt. Denn konzeptiv zu fotografieren ist eine andere Zugangsweise. Da muss man auch vielleicht einen noch längeren Atem haben. Und ich habe allen Respekt vor dem, der vor einer Ameise sitzt, drei Jahre, um sie so ins Bild zu kriegen, mit einem Lichtstrahl von oben, von links, von rechts, von unten, ich weiß nicht. Das ist großartig. Könnte ich nie. Aber da ist Potenzial noch da. Und ich halte viel vom CB-Foto-Award, muss ich sagen. Ich bin immer wieder überrascht, was da alles an Qualität drinsteckt. Und ich bin auch froh, dass wir diese Ausstellung haben, weil sie die Verbindung herstellt zwischen dem, was wir grundsätzlich anbieten, und unserem Publikum. Das ist genau diese Schenapse. Also die ist im Prinzip unverzichtbar. Und auch da ist Partner im Prinzip wegbereitet. Denn CW war in Lagazie nicht Partner. Und die Franzosen sind ein bisschen zurückhaltend in Richtung Partnerschaft, noch dazu, wenn es eine deutsche Firma ist. Mittlerweile hängen die dort auch und CEWE ist auch dort Sponsorpartner. Da hat noch nie wer drüber geredet, aber ich glaube, dass wir da schon ein bisschen Schuld dran sind, dass das so gekommen ist.
Michael Werthmüller
00:50:02
Und man darf es immer wieder erwähnen, es ist auch nachhaltig, denn pro eingereichtes Bild werden 10 Cent für SOS-Kinderdörfer gespendet. Was also wirklich heißt, eigentlich einsenden, was geht, denn ihr tut mit jedem Bild auch noch was Gutes.
Lois Lammerhuber
00:50:14
So ist es, ja.
Michael Werthmüller
00:50:16
Es gab noch ein kleines Nouveau. Ihr habt mal gefragt, wie viele Badener denn bereit wären, euch zu unterstützen und euch zu helfen. Und ihr habt auf einen Schlag 60 Volontäre gewonnen.
Lois Lammerhuber
00:50:25
Ja, es geht auf das Land Niederösterreich zurück. Im Land Niederösterreich gibt es sehr viele Sommerfestivals, überwiegend Theater. Klassisches Theater, Reim, Nestros, Volksstücke und natürlich auch klassische Musik, logisch. Und natürlich ist die finanzielle Situation dieser Sommerfestspiele, ja, ich will nicht sagen prekär, aber schwierig. Und die leben von öffentlichen Ländern und von Eintrittskarten. Das reicht natürlich nicht ganz, die Eintrittskarten reichen nicht, das muss Geld von woanders herkommen und dann hat sich das Land einfallen lassen, ein Regelwerk zu entwickeln, das an Stelle von Geld eine unbare Leistung bietet. Also findet Leute, denen das taugt, die da mitmachen wollen, also Volunteers, und Vor zwei Jahren habe ich mich damit das erste Mal richtig befassen können und interessieren können und habe dann einige Gespräche mit den Verantwortlichen geführt und heuer haben wir es dann versucht umzusetzen. Und da kann ich wirklich darüber berichten, Fotografie kann was. Denn auf unseren Callen haben innerhalb von Stunden 60 Leute reagiert. Und zwar Leute, die Fotografie studieren, bis hin zu Pensionisten, die irgendwann da durchgegangen sind. Und ich weiß von vergleichbaren Veranstaltungen, dass da wählen sich drei, da wählen sich vier Leute und so weiter. Aber auch da kommt vielleicht wieder die Art und Weise, wie wir mit Leuten umgehen ins Spiel. Denn das sind natürlich überwiegend 16-Jährige, 17-Jährige, die halt ein Volontariat machen wollen, damit sie am Ende eine Praktikumsbestätigung haben. Ich habe die alle sofort persönlich angerufen. Die sind dann zu ihren Lehrern gelaufen. Und dann haben wir gesagt, der Lamoch war selbst angerufen. Und so funktioniert das. Wir haben die auch zur Öffnung eingeladen. Der ganze Balkon war voll besetzt mit denen. Die waren natürlich zum Empfang eingeladen. Und die jungen Leute schätzen das. Das wird sicher gut funktionieren.
Silvia Lammerhuber
00:52:33
Aber ich muss schon sagen, du bist natürlich schon sehr nett. Nur, wie Sie sich angemeldet haben, wussten Sie noch nicht, dass der Direktor selber anruft, aber ich glaube, Sie sind einfach animiert und Sie kannten das Festival von den letzten acht Jahren schon und wollten da einfach mitmachen.
Lois Lammerhuber
00:52:50
Wir haben eine gute Ware.
Silvia Lammerhuber
00:52:51
Wir haben ein gutes Produkt.
Kai Behrmann
00:52:54
Ihr habt ein gutes Produkt und das drückt sich auch darin aus, ihr habt hier zwei Vertreter des International Photography Festival Association gehabt. Genau, ein Verzeichnis von internationalen Fotofestivals und ich hoffe, ich erinnere mich richtig, ihr macht sieben Prozent, was das Zuschaueraufkommen angeht, aus mit eurem Festival weltweit gesehen.
Silvia Lammerhuber
00:53:21
Also man muss sagen, Sie haben eruiert, dass es ca. 1000 relevante Festivals gibt, wobei Garcia und Baden schon eine der größten sind oder das größte. Und unsere beiden Festivals zusammen machen 7% von diesen 1000 Festivals aus an Besuchern. Also diese Plattform ist sehr, sehr rührig und hat innerhalb von kürzester Zeit, so gut einem Jahr, sich weltweit mit Festivals beschäftigt und ziehen es heran und sollen alle nach Barcelona kommen. Wir fahren heute das erste Mal dorthin und da gibt es Meetings, Gespräche und sie machen auch das ganze Jahr über Seminare, Podcasts, Laden immer einen Vertreter eines Festivals sein, um sein Festival vorzustellen. Also es ist eine wirklich gute Plattform, um sich zu vernetzen.
Lois Lammerhuber
00:54:22
Das war eine Königsidee, muss ich sagen.
Silvia Lammerhuber
00:54:24
Da fragt man sich immer, warum haben das nicht schon längst wer gemacht? Aber es gibt immer wieder etwas, was zum ersten Mal gemacht werden kann und muss.
Lois Lammerhuber
00:54:31
Der Pablo Gioia hat das erfunden und der ist auch wirklich mit allen Wassern der Fotografie gewaschen, im guten Sinn. Und der hatte die Idee und hat es auch so aufgesetzt, dass es funktionieren musste. Denn ich habe das Angebot gemacht, der Jahresbeitrag ist 30 Euro. Es gibt überhaupt keinen Grund, da nicht Mitglied zu werden und darum hat er sofort viele Mitglieder gekriegt, also die Tausend. Aber die Tausend bringen ja alle was mit, die bringen Daten mit. Und wenn ich von Tausendpäßig Daten habe, dann kann ich was damit machen. Und zwar befruchtend für alle. Also ich glaube, dass das für die Fotografie eine wichtige Quelle sein kann, um uns in neue Richtungen aufzustellen. Erst einmal der massive Austausch der Leute untereinander und gleichzeitig der maximale Wirkungsgrad in der aktiven wie passiven Kommunikation. Weil wenn ich am Montag die Presseaussendung rauslasse, dann schicke die den pablo und eine stunde später haben es allen anderen 999 auf ihrem rechner und dort ist kein streuverlust sind nur foto freaks also das war das ist eine gute sache also ich nehme an ihr werdet auch der bald einmal hinfahren müssen weil das ist eine coole sache eine wichtige sache
Michael Werthmüller
00:55:53
Ich denke, das ist ein Grund, um zu gratulieren. Das darf man wirklich mal sagen. Aber die Frage ist, als ihr das erfahren habt, wie ging es euch?
Silvia Lammerhuber
00:56:02
Was?
Michael Werthmüller
00:56:03
Die 7 Prozent, das ist doch nur Nummer.
Lois Lammerhuber
00:56:05
Ja, das war überrascht. Ich war überrascht, wie ich die Gesamtzahl gehört habe. 15 Millionen Besucher. Aber natürlich im zweiten Nachdenkschritt war sofort klar, dass viele Fotofestler, die sind über ein Wochenende, zwei Tage, drei Tage, Die sind im Schnitt ohnehin 15.000 Besucher und dann die großen Schiffe, die sind nicht so viele. Das sind, ah, das ist Perpignan, das ist, ich weiß nicht, Paris-Photos, ich glaube nicht, aber Zinkst natürlich. Aber dann, ihr wisst, Oberstdorf, ich weiß nicht, wie viele Besucher die haben, das wären 20.000, 30.000, die werden sich so ermittelbar aufhalten, so in der Größenordnung. Also, das heißt, es geht schnell in weniger. Was hat Zingst-Besucher? Geben die Zahlen raus? Ich weiß es gar nicht.
Silvia Lammerhuber
00:56:55
Also ich merke nur von den Zahlen. Ich habe natürlich geschaut, welches Land braucht man eh nicht schauen. Das fehlt einem ein. Also was glaubt ihr, welches Land die meisten Festivals hat?
Lois Lammerhuber
00:57:06
Frankreich.
Silvia Lammerhuber
00:57:08
Du, jetzt verrate, du hast es ja schon gelesen. Frankreich, ich glaube 40 oder sehr viele. Und dann geht es gleich runter. Und Österreich ist so ziemlich das Schlusslicht. aber von der Menge her mit einem französischen Festival sind wir eine geballte Kraft sozusagen.
Lois Lammerhuber
00:57:28
Das hat aber auch Gründe möglicherweise, weil der Jacques Rocher, der das gegründet hat, ist ein sehr kluger Mann. Nachdem er eben nicht aus der Fotografie gekommen ist, hat er sich Dinge anders überlegt. Also der ist ein Corporate-Typ und der wollte Strukturen schaffen. Am Anfang war das nur so, als Bürgermeister von der GSI, ja, ein bisschen den Leuten Infotainment ins Dorf bringen. Aber nach zwei, drei Jahren hat sich das geändert. Er hat dann Kuratoren gefunden, die Zübeldrohie und die Florensdrohie. Und die haben gesagt, ja, wir helfen dir, aber die wollten nicht die Direktoren werden auf ewige Zeiten, sondern gesagt, pass auf, wir machen dir ein Manifest, schlagen dir vor, mach ein Manifest, einen Leitfaden, das heißt, du bist nicht abhängig von irgendwelchen Direktoren, die du hast oder nicht hast und die dann immer eigene Ideen haben, sondern die fahren ein Programm. Und das war, weil er umweltgetrieben ist, war das ein sehr weitsichtiges Programm, dass vor 23 Jahren, wie die begonnen haben, Wurde es eher belächelt. Das hat eben diese zwei Erzählstränge benannt, auf eine jährliche Wechsel- und Geografie die Kondition humaner zu verhandeln und der zweite Erzählstrang soll sich mit dem Zustand des Planeten beschäftigen. Einfacher geht es nicht, gleichzeitig ist es schon weit offen, dass alles reinpasst. Das ist ganz clever gedacht. Ich weiß gar nicht, ob die, wir überlegen uns auch nicht alles so weit, dass wir am Anfang schon die Tragweite ganz erkennen. Aber in dem Fall, ich würde das auch nie ändern. Das funktioniert. Und ich glaube, dieses Manifest, dieses Programm ist schuld daran, dass diese beiden Festivals so erfolgreich sind. Wir messen ja die Besucherströme mit einem deutschen Unternehmen in Aachen, ExpoCloud, mit einer Software namens Eventmetrics wird das gemacht. Daher wissen wir auch, dass bei künstlerischen Positionen die Verweilzeit ungleich geringer ist. Die Wahrnehmung von Fotografie funktioniert auf der Matrix von dem, was sie von Oma und Opa gelernt haben. Geschichten erzählen, zuhören. Dieser Effekt ist bei uns angelegt. Wenn ich eine gute Geschichte erzählt bekomme, egal ob sie visualisiert ist oder nur in Worten, dann höre ich zu oder schaue ich eben zu. Und wenn dahinter dann auch eine gute Erklärung ist, dann funktioniert das. Und das kann die künstlerische Fotografie im Prinzip nicht bieten. Und die Leute nehmen das schon gerne an, aber es ist wirklich sekundär. Es ist spazierend in einer sehr schönen gestaltenden Umgebung.
Silvia Lammerhuber
01:00:23
Aber das Schöne an dem Konzept ist auch, abgesehen von der Thematik, die Präsentation, dass es nicht nur Dokumentar- und Reportagefotografie ist und nicht gar nicht künstlerische Fotografie, sondern ein kleinerer Teil auch die Themen in der künstlerischen Form angeboten werden. Und das macht eine gute Mischung. Und das gefällt den Besuchern auch sicher.
Lois Lammerhuber
01:00:47
Was in den beiden Tagen jetzt passiert ist, war uns auch nicht so als Konzeptvorstellung präsent. Wir haben eine Art Kosovo-Erlebnis gehabt. Diese Verbindung mit Musik. Das Theater hat auch sofort darauf reagiert, weil die Direktoren des Theaters, ich glaube, nach einem Empfang, die kamen, die Martina Walzer, und haben gesagt, ich hatte ja keine Vorstellung, wie Fotografie funktioniert, wie wir verwenden, ich bin Bilderkonsument, ich schaue Bücher an, ich schaue Zeitungen, aber die Wirkmächtigkeit von Bildern, so kompakt in 30 Minuten, wir haben ja 550 Bilder gezeigt, Leute, das ist eine, normalerweise, spinnst du, das schaut sich kein Mensch an. Aber dadurch, dass die einem Song zugeordnet waren, war ja jede Minute ein anderes Thema. Und das ist gesprungen in jede Richtung, die du dir als Fotografie vorstellen kannst. Das war super kurzweilig. Die Verweilzeit der einzelnen Fotografie war auf zwei, drei, vier Sekunden, also kurz. Und dieser Crossover hat da schon funktioniert. Dann dieser Crossover-Tanz mit den Nicht-Fotografie-Bildern von Michel Pauvet zusammenzubringen. Zu bringen. Oder diese Abnoe-Tauchere mit Atmen. Das war schon richtig gut, bis hin zum Hochpolitischen. Bei der Superteam Badacadji, das war ja nicht das Erklären von Fotos, sondern es war ein politisches Plädoyer.
Kai Behrmann
01:02:15
Wir haben eben über die Fotofestivals generell gesprochen und über diese neue Assoziation, die sich da geschaffen hat. Ihr habt gesagt, ihr fahrt jetzt demnächst auch mal nach Barcelona. Schaut euch an, was woanders passiert und dass da auch eine gegenseitige Befruchtung stattfindet. Habt ihr schon Ideen, wie ihr vielleicht auch das eigene Festival in den kommenden Jahren an der einen oder anderen Stelle verändern wollt? Habt ihr irgendwo was gesehen oder gesagt, Mensch, das ist eine tolle Idee, das könnten wir auch mit nach Baden holen?
Lois Lammerhuber
01:02:54
Nächstes Jahr ist es ein Sonderfahren, und wenn alles so bleibt, wie es momentan besprochen ist, aber es ist alles ein bisschen im Fluss, bis es final ist, aber nächstes Jahr ist die Zusammenarbeit Like a Sieb an, zehn Jahre alt. Gleichzeitig haben wir 200 Jahre Fotografie am Tisch. Und die Grundidee wäre, dass die Franzosen nur österreichische Positionen zeigen und wir nur französische Positionen, also maximaler bilateraler Kulturaustausch. Also das würde auch die Politik bemerken. Wer hätte eine europäische Kulturdimension? Und ich hätte nichts dagegen, wenn das zustande kommt. Darüber hinaus ist für das nächste Jahr wirklich ein großer Impuls im eigenen Land, der, das sind ja kurz vor der Vertragsunterzeichnung, nämlich die österreichische Nationalbibliothek, hier, hier. Ist auf uns zugekommen, gibt es eine neue Generaldirektorin, eine neue Bilddirektorin und die haben gesagt, wir können Fotografie auf moderne Art und Weise nicht in unseren historischen Gebäuden präsentieren. Wir brauchen einen Auftrittspartner und wie gesagt, Sommer, vier Monate, das wäre ideal, ob wir bereit wären, die anzunehmen, bis hin, dass sie in die Nähe des Titels kommen, also so in Kooperation mit, also wenn wir an Bücher glauben, Wenn wir an Kultur glauben, dann ist das Buch der kleinste gemeinsame Nenner. Also aus meiner Sicht ganz klar. Und wenn eine Nationalbibliothek, die nicht in der Provinz zu Hause ist, sondern natürlich in der Hauptstadt des Landes, aufs Land zu gehen bereit ist und sagt, mit denen wollen wir gemeinsame Sachen machen, dann ist das was Tolles. Das Zweite ist, dass… Und da muss
Silvia Lammerhuber
01:04:38
Man dazu sagen, das passt dann nächstes Jahr auch super gut, weil die Inghazi heuer Nadar gezeigt wird und das Bildmaterial kommt auch aus der französischen Nationalbibliothek. Aber das ist jetzt eine zufällige Koinzidenz, das war jetzt nicht ganz beabsichtigt.
Lois Lammerhuber
01:04:55
Ein weiterer Aspekt ist, das österreichische Auswärtige Amt ist auf uns zugekommen, die wollen Kulturinitiativen in Afrika setzen. Also der österreichische Weg, um die Förderung von Entwicklungsländern preiswert zu gestalten, bringt man Kultur hin. Die haben ein Kulturinstitut in Ghana gegründet und sind auf uns zugekommen, um ghanesische Fotografie in Österreich zu zeigen. Also die österreichische Kulturstrahlenkraft rückgekoppelt und die Beweisführung, indem man die Leute dann hier zeigt. Fände ich auch gut, würde auch sehr gut passen in diesen Umbrella hinein, weil man dann auch die Wirkmächtigkeit der Fotografie wieder mal sieht und wie das alles zusammenhängt und das ist eigentlich die Welt der Auftrittsort der Fotografie. Und das dritte ist, es gibt einen Nationalpark in Österreich, Nationalpark Gesäuse, und die haben eine Fotoschule dort. Die haben eine Fotoeinheit dort, die Fotografie betreiben und haben darüber hinaus innerhalb dieses Nationalparks einen der Lichtsmog-ärmsten Punkte und betreiben dort natürlich auch Sternenfotografie. Und mit denen würden wir auch gerne kooperieren. Also einfach aufmachen, auch breaking the frame.
Silvia Lammerhuber
01:06:22
Aber wenn man dir so zuhört, dann denke ich mir… Wir suchen gar nicht irgendwie Innovationen, die kommen jedes Jahr neu dazu. Und ich glaube, man muss schon, im ersten Jahr haben wir einfach wirklich, und damals waren es auch noch mehr Ausstellungen, die 40 Ausstellungen, das war übrigens das Thema damals I Love Afrika, vor neun Jahren, übernommen und gezeigt. Aber dann muss im zweiten Jahr und so weiter, muss schon irgendwas dazukommen. Und das, glaube ich, sucht man nicht krampfhaft, sondern man kann fast sagen, das fliegt einem dann schon irgendwann zu.
Lois Lammerhuber
01:07:00
Ja, mittlerweile ist eben auch diese Dynamik gegeben, genauso wie bei unserem Medienrundgang. Und grundsätzlich, aber das ist die Meta-Ebene, ich bin jetzt schon eine Weile auch dabei in der Fotografie und mit anglosächsisch-frankofoner Fotografie alt geworden. Und langsam wird diese Fotografie für mich ein bisschen alt, weil ich sie schon so oft gesehen habe. Gleichzeitig lerne ich mehr und mehr von Mittel- und Osteuropa-Fotografie und das sind ganz viele ungehobene Schätze. Und so eine Perspektive könnte sein, dass man sich langfristig von dieser angesegten frankophonen Ausrichtung abkoppelt und mittlereuropäisch-osteuropäische Fotografie forciert. Da sind wir zu Hause. Also mittelosteuropäisch meine ich wirklich so östlich von Belgien. Wo wird deutsche Fotografie gezeigt? Ich weiß nichts zu nennen. Skandinavische Fotografie. Sagen wir mal tolidänische Fotografen oder italienische Fotografen oder Schweizer Fotografen oder weißt du, irgendeinen rumänischen Fotografen? Die gibt es natürlich alle. Polnische Fotografen, ein Riesenland mit Fotoschulen der Sonderklasse. Das gibt es alles. Und ich glaube, früher oder später kommen wir an denen nicht vorbei und die würden, glaube ich, uns etwas Gutes tun, dass wir unsere eigene Identität stärker untersuchen, als wie die Identität der Amerikaner und der Franzosen. Also das heißt jetzt nicht, dass ich irgendwas gegen diese Fotografie hätte. Aber ich glaube, es gibt mehr. Und wenn wir uns weiterentwickeln wollen, dann müssen wir uns natürlich hinterfragen. Wir müssen sagen, was geht da weiter? Es trifft ja auch heuer zu mit dem Fall, Beispiel Stereofotografie. Stereofotografie wird so gut wie nirgendwo gezeigt. Das gibt es. Das ist auch so kompliziert zu zeigen. Außer da lässt dir was einfallen. Du musst eine Attraktion draus machen. Und natürlich ist ein Glücksfall, dass du so einen großen Namen wie Brian May hast, weil welcher Rockstar macht sowas? Und dann kannst du agieren. Die Leute machst du neu mit dem Namen, mit der Installation, und dann schauen die natürlich Bilder an. Und dann hast du gewonnen.
Michael Werthmüller
01:09:23
Es ist, wie die letzten Jahre auch, ein absolutes Erlebnis, durch die Ausstellung zu laufen. Fasziniert finde ich, dass wir gefühlt in den drei Jahren, die ich jetzt schon dabei bin, noch nie die gleichen Wege gelaufen sind. Dass es immer ein bisschen anders geht.
Silvia Lammerhuber
01:09:36
Ja, wir versetzen die Parks immer so. Von Jahr zu Jahr. Wenn es so einfach wäre.
Michael Werthmüller
01:09:44
Ja, aber ich denke, es gelingt euch immer wieder, etwas Neues nach Baden zu bringen, die Menschen zu begeistern, zu kommen, es sich anzuschauen. Bis Oktober gibt es die Möglichkeit, hier das alles zu erleben, zu küssen, zu schauen, zu staunen, zu bewundern, zu flanieren, sich mal hinzusetzen, wirken zu lassen, weiterzugehen. Es ist eine traumhafte Zusammenstellung von Ausstellungen, die in einem einzigartigen Rundgang zusammenhängt, erlebbar sind.
Lois Lammerhuber
01:10:15
Ja, come for a kiss.
Silvia Lammerhuber
01:10:17
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Michael Werthmüller
01:10:22
Ich glaube, wir haben den Hörerinnen und Hörern wirklich mal einen Eindruck über dieses Jahr gegeben, die Idee und eine Aussicht auf das, was kommen könnte. Ich finde es wirklich spannend und ich habe auch so im Hintergrund gehört, dass die Brian May Ausstellung auch für ein bisschen Meinungsverschiedenheiten gesorgt hat.
Lois Lammerhuber
01:10:45
Es gibt nichts, was allen gefällt. Es gibt nichts, was allen gefällt und natürlich gibt es Bürgerinnen und Bürger, wenn die einen nackten Schulter sehen und die Schulter einem Mann gehört, der Hörner am Kopf hat, dann ist natürlich das Kindeswohl von jungen Menschen schwerst gefährdet. Ich finde das Motiv,
Silvia Lammerhuber
01:11:10
Von dem du redest, spannend, wie der Monsieur Pellerin gestern gesagt hat. Alois spricht jetzt von dem größten Bild der Ausstellung, das eine Hauswand ziert. Und das ist von einem ganz kleinen Bild gemacht und sieht aus wie ganz toll gemalt. Nur weil der Teufel, der ist auf der Welt, was soll man da machen?
Michael Werthmüller
01:11:38
Es ist doch auch gut, wenn die Menschen auch über die Ausstellung reden.
Silvia Lammerhuber
01:11:42
So ist es. Und ich glaube, Kinder, die sehen das unter Umständen nicht so tragisch wie manche Erwachsene.
Michael Werthmüller
01:11:49
In jedem Kasperltheater gibt es einen Teufel.
Silvia Lammerhuber
01:11:51
Ja, und der erschlägt. Der wird immer erschlagen.
Lois Lammerhuber
01:11:56
Ich persönlich finde, es gibt auch Kommentare, auf die darf man nicht reagieren. Denn diese Leute, die sowas einbringen, da habe ich die Erfahrung gemacht, die wissen, die wissen, Du kannst die nicht von dort weg argumentieren, wo sie sich einbetoniert haben. Das ist nicht belehrbar. Die Erklärung reicht nicht. Weil die Geschichte dahinter ist, dass die Stereofotografie, die ist ja bei uns eingebaut unter dem Ambrelle von 200-Euf-Fotografie. Und die Bilder wurden 1860 gemacht. Und zwar als Protest gegen das völlig verrottete napoleonische gesellschaftliche und politische System. Haben zwei dafür und Bildhauer haben sich den Spaß gemacht, haben gesagt, wir können das nicht öffentlich kritisieren, machen uns einen Kopf kürzer sind wir bei Indoguitin und haben Tonfiguren angefertigt und haben das in den Hades verlagert, laute Gerippe gebaut, das ist wie Spielzeug, dann angemalt und dann mit Stereo-Kamers abfotografiert und das ist ihr habt ja Brian May gehört der hält das für einen Kulturschatz und Und ich sehe das genauso. Das ist unglaublich überraschend, unterhaltsam, witzig und... Die große Majorität des Bildes ist ja eingehaust, da muss ich ja so absichtlich hineinschauen wollen.
Silvia Lammerhuber
01:13:24
Also unabhängig von dem Thema, ich glaube, wir werden sogar enttäuscht, wenn nicht eine negative, aber zum Nachdenken anregende Lesermeinung oder Seemeinung kommt, dann müssten wir sagen, jetzt sind wir aber fad geworden dieses Jahr, oder?
Michael Werthmüller
01:13:45
Ich finde, diese Ausstellung ist wirklich sehenswert, man braucht Zeit, man muss wirklich in jedes Kästchen mal hineinschauen, man muss es wirken lassen und das wirkt halt auch so tief, dass die Motive, die haben wirklich eine ganz eigene Bildwirkung.
Silvia Lammerhuber
01:13:55
Dazu noch einen Tipp. Die Verantwortliche der Stereoskopischen Gesellschaft in Wien hat sich den Spaß gemacht und ist in der Nacht hingegangen und hat mit dem Handylicht das von hinten beleuchtet und das ist diabolisch gewesen.
Lois Lammerhuber
01:14:19
Ja, weil die Teufel haben zum Teil rot bemalte Augen. Und natürlich, die leuchten dann richtig.
Michael Werthmüller
01:14:27
Wahnsinn. Also ein Grund mehr, die Ausstellung zu besuchen, so wie alle anderen auch. Ich glaube tatsächlich, es ist eine gelungene Zusammenstellung einzigartiger Bilder. Viele mit eigenen nachrichten die zum nachdenken zum lachen zum schmunzeln zum erinnern einladen und wer nach wien kommt ihr seid innerhalb von 20 minuten hier plant einen tag mehr ein oder zwei schaut es euch an es lohnt sich
Kai Behrmann
01:15:00
Ja, Festival ist eröffnet. Vielen, vielen Dank, Silvia und Lois, für die Einblicke. Wir haben, glaube ich, viele Schlaglichter auf die spannenden Ausstellungen geworfen und wir können versprechen, Michael, ich habe hier unser Bestes gegeben, möglichst viele Stimmen auch zu sammeln, noch Eindrücke, zu produzieren, die jetzt in den kommenden Wochen kommen. Also ja, und Lois, du hast auch schon einen schönen Cliffhanger gegeben, auch von Sir Don McCullen wird noch etwas kommen. Und ja, vielen, vielen Dank wieder für die Gelegenheit, hier sein zu dürfen. Hat wieder viel Spaß gemacht und ich hoffe, wir können einen kleinen Beitrag dazu beitragen, dass möglichst viele euch hier in Baden besuchen und diese tolle Ausstellung genießen.
Lois Lammerhuber
01:15:45
Es ist ein wesentlicher Beitrag, denn nicht wir sind das Festival, sondern wir sind das Festival, also wir alle. Diese Gesamtheit der Journalisten und Journalistinnen, der Fotografen und Fotografinnen, wir sind das Herz des Festivals und wir sind diejenigen, die das Publikum dazu bringen, unserer Begeisterung nachzufolgen und dann vielleicht sich zu küssen sogar.
Silvia Lammerhuber
01:16:07
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn ihr kommt, dann könnt ihr euren Kuss ja optisch sehen und wir werden euch jetzt zeigen, wie es dazu kommt und das könnt ihr hören.
Michael Werthmüller
01:16:22
Sehr schön sehr schön, vielen lieben Dank ihr zwei, es hat viel Spaß gemacht danke, dass wir hier sein durften und danke für die Zeit
Lois Lammerhuber
01:16:32
Das war großartig mit euch
Michael Werthmüller
01:16:34
Danke, tschüss
Kai Behrmann
01:16:48
So, und wie im Intro angesprochen, folgt jetzt noch das Interview, das ich mit Rolf Norgard, einem der Organisatoren des Pforzheimer Fotoherbst, geführt habe. Ein Festival, das in Kürze an den Start geht und an dem du noch bis zum 30. Juni teilnehmen kannst. Viel Spaß! Ja, Rolf, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, ein bisschen was über den Fotoherbst zu erzählen. Du hast mir vor einiger Zeit eine Mail geschickt und mich so auf dieses Event, auf diese Veranstaltung gestoßen. Zum Einstieg, magst du ein paar Worte zu dir, zu deiner Person sagen und wie du mit dem Fotoherbst verbunden bist?
Rolf Noergaard
01:17:40
Ja, ich bin seit 2009 beim Fotoherbst dabei. Fotoherbst selber gibt es schon seit 98, also schon seit über 25 Jahren. Und das war dann jedes zweite Jahr haben wir hier in dem Ort, wo ich wohne, in Schönberg, was wahrscheinlich kaum jemand kennt, weil es relativ klein ist, dieses Festival organisiert und Ja, ich selber bin da schon länger dabei, bin auch sonst hier engagiert, einen kleinen Fotoclub, den wir machen und wenn mal irgendwie Ausstellungen oder sonst was, aber eher so lokal. Und seit ein paar Jahren habe ich angefangen, über Fotografie zu schreiben auch und das hat sich so ein bisschen entwickelt zu etwas, was ich gerne mache und was mich auch immer tiefer in die Materie hineinbringt
Kai Behrmann
01:18:42
Wo schreibst du über Fotografie?
Rolf Noergaard
01:18:45
Ich habe einen Blog das ist zwar nicht so zeitgemäß aber es ist wie soll ich sagen, meinem Ausdruck gemäß. Also wenn ich Bilder und Text kombinieren kann, das ist etwas, was im Podcast wieder eher schwierig ist.
Kai Behrmann
01:19:05
Auf jeden Fall, aber manchmal kommen solche Ausdrucksformen wie jetzt ein Blog ja auch wieder in Mode. Es war ja vor ein paar Jahren mal, da hatte jeder einen Blog, dann kam ein Podcast dazu und alle haben gesagt, Blogs sind tot. Aber ich nehme das schon so wahr, dass immer mehr jetzt auch wieder hingehen und sagen, sie gut kuratierte Blogs sind dann etwas, wo sie auch gerne mal reinschauen.
Rolf Noergaard
01:19:32
Ja, es ist eben auch, wie soll ich sagen, ein bisschen entschleunigter, das Text. Und man kann es jederzeit, ja. Also es ist so ein bisschen das, was mir Spaß macht und ja. Wie gesagt, jetzt aktuell ist es so, dass wir hier in Schoenberg den Folgeherbst nicht mehr machen konnten, weil wir die Unterstützung der Gemeinde verloren hatten. Wie du weißt, sind die Gemeinden alle sehr mau und das haben die sich doch immerhin so zwischen 20.000 und 25.000 Euro kosten lassen jedes zweite Jahr und jetzt hieß es dann plötzlich, nee, ist kein Geld mehr da, schade, traurig, alles und so weiter. Also wir sind da im Guten und wir werden möglicherweise die Ausstellung auch in der Folge hier oben nochmal zeigen, einfach um da, wie soll ich sagen, Kultur in die Landschaft zu bringen. Das ist auch nochmal so ein Thema.
Kai Behrmann
01:20:41
Ja, die Gelder für Kultur, die werden immer knapper und, das erfordert dann von allen Organisatoren einiges an Geschick, das dann trotzdem weiterlaufen zu lassen und zu schauen, wie kann man das vielleicht, auf andere Art und Weise finanzieren, ohne, die öffentlichen Zuschüsse. Wie habt ihr es denn geschafft? Wie ist dieses Festival der Fotoherbst 2026 jetzt aufgestellt und organisiert?
Rolf Noergaard
01:21:11
Wir haben das auf eine größere Basis gestellt. Wir haben die Stadt Pforzheim dazu bewegen können, wenigstens ein bisschen Geld zu investieren. Das Kulturamt war da so freundlich, dass wenigstens die Preisgelder abgedeckt sind. Und ansonsten ist ganz viel Ehrenamt. Also wir sind ein Team von ja je nachdem fünf bis zehn Leuten, je nachdem wie viele da gerade da sind und ja Machen sehr viel jetzt in Eigenarbeit auch. Also Organisationen von diesem Wettbewerb, der gerade noch läuft bis Ende Juni. Dann auch, dass wir in der Location, also im alten Schlachthof in Pforzheim, dass wir dort dann Aufhängemöglichkeiten schaffen und so weiter, dass wir da Bilder zeigen können. Also da gibt es schon einiges zu tun.
Kai Behrmann
01:22:12
Dann lass uns mal über die formalen Daten sprechen. Der Fotoherbst, von wann bis wann findet der statt? Und wie sieht das Programm aus? Also eine Ausstellung, hast du gesagt, wird es geben? Was hängt noch alles dran?
Rolf Noergaard
01:22:28
Also es gibt diesen Wettbewerb, der jetzt sozusagen, da müsste man relativ schnell sein. Da gibt es die ganzen Aufnahmen, also die ganzen Formulare und so weiter und die Ausschreibung auf unsere Homepage
Kai Behrmann
01:22:44
Wie lautet da die Adresse?
Rolf Noergaard
01:22:45
Ja, muss man mal aufpassen pf.otoherbst also wie Pforzheim, aber dann also nicht mit ph und auch nicht mit f sondern mit pf auf der Verschreibung verschreiben sich die Leute nicht also pf.otoherbst.net heißt die Ja, die Homepage und da gibt es slash Wettbewerb, kann man dann die ganzen Sachen für die Teilnahme runterladen und es sieht auf den ersten Blick ein bisschen kompliziert aus, hat aber auch damit zu tun, dass wir tatsächlich ein Stückchen wirklich nur ernsthafte Teilnehmer auch drin haben wollen. Also so eben mal schnell irgendwo was hochladen und so. Das ist jetzt nicht unser Ding. Es ist auch schon anspruchsvoll. Das wirst du wissen, das ist ja ein Thema, was in den Abenteuer Reportage Fotografie relativ oft besprecht. Eine gute Serie zu machen, ist nicht trivial. Das müssen acht bis zehn Fotos sein. Und wie gesagt, idealerweise erzählen sie eine Geschichte. Oder umreißen ein Thema, Geben ein Bild von einem bestimmten Sachverhalt, also so reportageartig. Das ist schon, und ich denke, je besser man es schafft, dann auch sozusagen eine einheitliche Serie zu machen, eine Serie, die eine gute Geschichte erzählt, desto eher hat man dann eben auch die Chance, tatsächlich in der Ausstellung zu landen. Weil wir wissen noch nicht genau, wie viele Teilnehmer wir haben werden aber ich glaube jetzt schon sind so viele da, wie wir ausstellen werden, es werden 25 Serien ausgestellt und das heißt natürlich auch, dass nicht alle zeigen können hat aber auch was damit zu tun dass wir einen gewissen Anspruch an Qualität und dann ja auch an Daran haben, dass es ansprechend ist für die, die es sich anschauen wollen.
Kai Behrmann
01:25:05
Wie ist das Thema eingegrenzt, beziehungsweise das Genre? Also es geht schon um Dokumentar, Reportage, Fotografie.
Rolf Noergaard
01:25:14
Genau, das Thema heißt Reise- und Reportagefotografie. Es ist also relativ offen. Wenn ich irgendwie den Gemüsegarten meines Nachbars schön fotografisch einfange, dann ist das eine Reportage. Und besser, als wenn ich zehn Bilder aus Paris einschicke, die jetzt nicht viel miteinander zu tun haben, außer dass sie alle aus Paris sind. So in der Richtung geht es tatsächlich. Deswegen bin ich auf die Idee gekommen, dich anzusprechen, weil ich, so wie ich das erlebe, ich bin ja jetzt nicht direkt voll in eurer Community, aber bin so am Rande, vor allem an den Podcasts am Lauschen immer wieder, dann ist es ja auch euer Anliegen.
Kai Behrmann
01:26:06
Absolut. Also das, was du gesagt hast, das deckt sich ziemlich mit dem, was wir bei Abenteuer-Reportage-Fotografie machen, eben mit Bildern Geschichten erzählen und, Geschichten, die jetzt nicht zwangsläufig ganz weit auf anderen Kontinenten stattfinden müssen, sondern eben auch direkt vor der Haustür.
Rolf Noergaard
01:26:26
Können, das heißt Reise in Fotografie, das heißt, wenn jemand eine Reise gemacht hat und dort ein interessantes Thema entdeckt hat, es dokumentiert hat, es schön zusammengestellt hat, super.
Kai Behrmann
01:26:40
Ja, okay, also das ist dann thematisch der Rahmen, den ihr da gesteckt habt. Du hast gesagt, das ist ein gewisser Anspruch damit verbunden, auch bei der Einreichung. Also ihr achtet darauf, dass da eine kohärente Bildgeschichte vorhanden ist. Was gibt es oder was gilt es noch zu beachten, wenn ich eine Arbeit einreichen möchte?
Rolf Noergaard
01:27:02
Deswegen habe ich gesagt, kompliziert. Man füllt ein Aufnahmeausnahmeformular aus, man schickt die Bilder digital und analog ausgedruckt. Parallel, ja, und muss nach 29 Euro Gebühr bezahlen, ja. Also die Hürde ist relativ hoch. Auf der anderen Seite ist es bisher da in Schönberg eigentlich immer ganz gut gelaufen so, ja, also dass die Leute bereit waren, ein Stück weiter in die Vorleistung zu gehen, aber auf die Gefahr hin, dass es dann heißt, okay, eure Serie wurde nicht ausgesucht. Dann kann man ankreuzen, dass man sie zurückgeschickt bekommen möchte. Dann hat man immerhin die Bilder und kann sie vielleicht woanders zeigen. Also das ist schon eine Hürde, denke ich. Das heißt auch mit den fünf Wochen, die jetzt noch übrig sind, also wer dann mitmachen sollte, der müsste sich langsam auf den Weg machen. Weiß nicht, wann er das entsendet. Aber es ist jetzt dann bis Ende Juni sozusagen offen.
Kai Behrmann
01:28:22
Okay. Und die Drucke, in welcher Größe fordert ihr die an?
Rolf Noergaard
01:28:27
Das haben wir zwischen 30 mal 40 und 40 mal 50, glaube ich. Also einfach von den Rahmen her, wir präsentieren das tatsächlich etwas konservativ im Rahmen und zwar deswegen, weil es eben ein Wettbewerb ist. Und dann die, sozusagen darf natürlich schon jeder das sozusagen auf seine Art ausdrucken, aber die sollten dann sozusagen einheitlich präsentiert werden. Damit, wenn dann die Hauptjury durchgeht und sozusagen tatsächlich den Sieger, also die ersten drei Sieger-Serien ermittelt, dass er nicht zu sehr jetzt rein über das Format oder über ganz besondere Präsentationsformen gepunktet werden kann. Das ist die Idee dahinter.
Kai Behrmann
01:29:21
Okay, das sind die Vorgaben für den Druck.
Rolf Noergaard
01:29:26
Ich muss mich korrigieren. 18 mal 24 bis 30 mal 40. Also maximal 30 mal 40. Steht aber alles in dieser Ausschreibung drin.
Kai Behrmann
01:29:38
Ja, verlinke ich dann auch in den Shownotes, dass man da direkt dann hinfindet. Diese Bilder, die ich dann einreiche, wer begutachtet die dann? Wie ist der Auswahlprozess organisiert?
Rolf Noergaard
01:29:55
Es gibt zwei Schritte. Die erste Jury, die besteht im Wesentlichen aus dem Team und ein, zwei Leuten, die wir uns dazu holen, die jetzt zum Beispiel schon länger bei dem Wettbewerb diese Jury-Sachen gemacht haben, Das wird sozusagen die Vorauswahl und dann gibt es die zweite Jury, die dann durchgeht, wenn die Bilder hängen und die schwierigere Aufgabe hat, aus diesen 25 Serien dann drei rauszufischen, die sozusagen dann die Preisgelder bekommen. Und das ist eine Serie, die besteht aus Fachleuten, sage ich jetzt mal. Das sind alles Leute, die mit Fotografie zu tun haben, zum Teil schon lange Erfahrung haben. Und ja, Kuratoren, Buchhändler, eine Galeristin, also so bündgemischt, aber eben alles Leute, die sich schon näher mit Fotografie beschäftigt haben. Mhm.
Kai Behrmann
01:31:03
Und die Teilnehmer reichen ihre Bilder gedruckt ein, aber für die Rahmung sorgt ihr dann?
Rolf Noergaard
01:31:09
Wir rahmen die, ja, oder lassen die rahmen, ja. Wir haben jemanden, der das macht für uns.
Kai Behrmann
01:31:14
Mhm. Sprich, also wenn ich dann einer von den 25 ausgewählten Fotografen oder Fotografin bin, dann werden die Bilder, die ich eben gedruckt eingereicht habe, entsprechend von euch gerahmt. Und aus den 25 werden wie viele ausgewählt?
Rolf Noergaard
01:31:31
Es gibt einen ersten Preis mit 1.500 Euro und einen zweiten Preis mit 1.000 und einen dritten mit 500 Euro. Also so ist es ein bisschen gestaffelt. Und wir hatten früher immer so eine Trennung zwischen Profis und Amateuren und haben jetzt aber tatsächlich nur noch eine Kategorie. Das heißt, Profis und Amateure kommen sozusagen in eine Geschichte rein und das macht natürlich die Konkurrenz ein bisschen scharfer, sage ich jetzt mal. Aber... Tatsächlich kann man auch sagen, dass es sich in die Richtung entwickelt, sehr stark, dass es nicht mehr so viele Profis gibt, weil es nicht mehr so viele Printmedien gibt. Früher haben die Leute eine Serie gemacht von Illustrierten, haben sie dann bei uns eine kleine Auswahl eingereicht in den Wettbewerb, sozusagen als Zweitverwertung. Das gibt es zwar immer noch, ist aber im Rückgang. Was sehr viel ist, ist, dass Amateure sich für Reportage und so weiter interessieren und selber solche Sachen machen und das finde ich total spannend. Deswegen haben wir auch, diese Trennung ist auch nicht wirklich aufrechtzuerhalten. Ich meine, ab wann bist du Profi? Du musst dein Geld damit verdienen oder ein bisschen Geld damit verdienen oder reicht es, wenn du mal eine Hochzeit fotografiert hast?
Kai Behrmann
01:32:54
Naja, das ist eine Kategorie mit sehr, sehr fließenden Linien und sagt häufig auch sehr wenig über Qualität aus.
Rolf Noergaard
01:33:03
Ja, das war auch eine Beobachtung in den letzten Jahren, dass die besten Amateur-Serien zum Teil besser waren als einige von den Profi-Serien.
Kai Behrmann
01:33:12
Ja, kann ich unterstreichen. Ja, so sehr, sehr viele bei uns auch in der Community, die mit der Fotografie nicht ihr Geld verdienen, sind hervorragende Fotografen. Also da ist das Label Profi manchmal auch irreführend.
Rolf Noergaard
01:33:29
Ja.
Kai Behrmann
01:33:31
Rolf, wie hat es in der Vergangenheit ausgesehen? Was gab es dort für Einsendungen? Gibt es bestimmte rote Linientrends, die da in den Serien zu beobachten gewesen ist? Oder war das immer kreuz und quer und sehr bunt gemischt?
Rolf Noergaard
01:33:52
Und das war immer schon relativ bunt gemischt. Wenn man jetzt das so ein bisschen runterbricht auf die Siegersserien, da gibt es schon, kann man fast so sagen, bestimmte Moden. Also ich hätte zum Beispiel in den späten Zehnerjahren waren so sozialkritische Reportagen zum Teil recht erfolgreich, dann aber auch wieder später waren auch einfach Serien, die hauptsächlich ästhetisch ansprechend waren und sozusagen ein Thema einfach sehr schön und stimmig abgehandelt haben, erfolgreich. Also das ist tatsächlich ganz schwer vorherzusagen, was da jetzt den Erfolg bringt. Aber also da gab es schon alles Mögliche, auch eben aus der großen weiten Welt, irgendwie vom Schwefelkrater In Java war das, glaube ich, wie die Arbeitsbedingungen dort oder der Komoran Fischer da inzwischen, glaube ich, nicht nur zweimal fotografiert worden ist und so weiter. Also viele Sachen auch von weiter weg, aber auch sehr berührende Serien über über jetzt jemand mit mit Trisomie 21, der sein Leben lebt und so. Das sind ein paar Bilder dargestellt. Es ist dann auch schwer zu sagen, was dann das andere toppt.
Kai Behrmann
01:35:31
Und du hast gesagt, einreichen kann man Serien bis zum 30. Juni. Dann entscheidet die Jury. Und von wann bis wann ist die Ausstellung dann in Pforzheim zu sehen?
Rolf Noergaard
01:35:48
Die Ausstellung ist vom 24. September an bis Ende Oktober zu sehen. Im alten Schlachthof. Und wir haben jetzt noch nicht so ganz genau raus, wann die Öffnungszeiten sein werden. Aber am ehesten denke ich an den Wochenenden. Beziehungsweise das ist eigentlich ein offenes Haus. Das ist dann, ja, müssen wir schauen, wie wir das noch organisiert kriegen, dass da auch dann jemand da ist, der möglicherweise dann auch durch die Ausstellung führen kann oder sowas. Aber das wird die das wird die Location sein also Finissage ist am 24.9. Abends und Finissage ich weiß nicht, ich glaube 25.10. Also Ende Oktober auf jeden Fall Finissage ist dann auch die Preisverleihung Okay das sozusagen lassen wir die Katze aus dem Sack
Kai Behrmann
01:36:49
Ihr haltet die Spannung aufrecht bis zum Schluss. Okay. Wie muss ich mir den alten Schlachthof als Location vorstellen?
Rolf Noergaard
01:37:00
Das war so ein Industriebau, der jetzt mit Landesgeldern umgebaut wurde und einen sehr schönen ewig langen Gang hat, wo man eigentlich schöne Ausstellungen machen kann, was wahrscheinlich auch der Punkt sein wird, wo wir die Ausstellung zeigen, die Serien aufhängen. Und ja, es gibt da natürlich auch anderweitig Programmen. Im Rahmen des Fotoherbstes gibt es dann noch, da müsste ich das Datum jetzt auch nochmal nachgucken, gibt es noch das Fotocamp. Und das Photocamp ist auch eine traditionelle Pforzheimer Einrichtung. Ich weiß nicht, ob du Barcamps kennst. Das heißt, das sind so Veranstaltungen, wo man sich gegenseitig Vorträge hält. Das heißt, jemand, der sagt, okay, ich habe mich letzte Zeit mit dem Thema beschäftigt, ich kann euch was erzählen über Stacking in der Makrofotografie oder was weiß ich was. Oder ich mache euch einen Fotowalk durch Pforzheim und zeige euch irgendwie die alten Industriegebäude, die noch stehen und solche Sachen. Also das ist so ein bisschen eine Wundertüte. Ist am 17. Oktober tatsächlich, findet es statt. Also am 16. Abends am Freitag gibt es so ein Come Together und am 17. ist den ganzen Tag Programm. Und das ist auch eine ganz nette Geschichte, weil da so ein bisschen die ganze Fotocommunity hier aus dem Näheren und zum Teil auch ferneren Umfeld sich trifft und austauscht und die haben das so ein bisschen zusammengeführt das sind dann die die positiven Seiten daran, dass keiner mehr Geld hat und man drückt näher zusammen Zwangsläufig Ja, also wir hatten früher in Schönberg auch noch mehr Rahmenprogramm, sage ich jetzt mal. Und jetzt für den Start haben wir gesagt, wir konzentrieren uns wirklich auf die Ausstellung, machen das Foto-Camp, Finissage, Vernissage, sozusagen als Anfang, Ende und eine Veranstaltung in der Mitte. Und es gibt den Rahmen dann für das Festival, das dann schon fast so hochgegriffen. haben.
Kai Behrmann
01:39:36
Wie groß war die Resonanz so in den vergangenen Jahren?
Rolf Noergaard
01:39:42
Also die Resonanz von den Fotografen war eigentlich immer ganz, ganz gut. Da haben wir zum Teil 150 bis 200 Serien eingeschickt bekommen in manchen Jahrgängen. Da musste man dann schon echt aussuchen. Die Resonanz vom Publikum unterschiedlich die Veranstaltung war meistens ganz gut besucht die Ausstellungen das hat eben nicht jeder geschafft hier auf den Berg hoch zu kommen um sich die Ausstellung anzugucken aber die, die es interessiert haben auf jeden Fall
Kai Behrmann
01:40:21
Ja wer aus der Gegend kommt und eine kurze Anreise hat und Fotografie interessiert ist, würde ich sagen, da muss man nicht lange nachdenken, um bei euch vorbeizuschauen. Für jemanden, der ein bisschen weiter herkommt, was bietet Pforzheim sonst so, um da vielleicht auch zu sagen, ich verbinde das mit ein bisschen Aktivitäten in der Umgebung?
Rolf Noergaard
01:40:45
Ja, das ist eine gute Frage. Es gibt schon einiges in Pforzheim, was man machen kann jetzt kulturell. Weiß ich jetzt nicht, was im Herbst dann sozusagen los sein. Doch ein Jazz-Festival hat es hier im Herbst um die Zeit. Also falls jemand in der Richtung interessiert ist, fällt mir gerade ein. Es hat ein paar ganz interessante Museen, Galerien und sowas gibt es auch, wobei ich eben jetzt nicht aus dem Kopf weiß, was die dann im Herbst zeigen werden. Aber das lässt sich schon kombinieren dass man sagt, okay, ich komme mal auf ein verlängertes Wochenende und gucke mir dann noch das Schmuckmuseum an also Pforzheim ist ja als Goldstadt in die Geschichte eingegangen und ist zum Teil immer noch da in der Richtung nicht mehr führend aber denke ich, gibt es schon auch noch ein paar Sachen, die man da vor allem dann historisch auf sich angucken kann.
Kai Behrmann
01:41:58
Super, vielen, vielen Dank, Rolf. Habe ich noch irgendetwas Wichtiges vergessen zu fragen?
Rolf Noergaard
01:42:06
Nee, ich glaube, wir haben einen ganz guten Überblick gekriegt. Und falls bei den Leuten dann doch noch Fragen auftauchen oder so, kann man uns über die E-Mail dann auf der Homepage ganz gut erreichen. Man kann uns über Instagram oder Facebook oder sonstige Social-Media-Kanäle erreichen, indem man im Autoherbst eingibt. Und dann auch im Hintergrund gerne Fragen oder so. Auch jetzt, ich habe jetzt immer wieder auch Anfragen jetzt auf Instagram, ja, wie war das jetzt nochmal mit der Einreichung und so. Das beantworte ich dann relativ zügig, sobald ich sehe.
Kai Behrmann
01:42:56
Wunderbar. Dann wünsche ich euch viel Erfolg für das diesjährige Festival. Tolle Sache, auch mit viel ehrenamtlichem Engagement möglich gemacht. Also, ja, dann alles Gute für den Fotoherbst in diesem Jahr und mal schauen, vielleicht ist ja auch der ein oder andere jetzt aus unserer Community mit dabei.
Rolf Noergaard
01:43:19
Bin ich auch ganz gespannt. und es ist auch gut, dass wir hier gesprochen haben.
Kai Behrmann
01:43:26
Ja, sehr schön. Dann alles Gute, Rolf. Mach's gut. Okay. Tschüss.