Vom Spielfeld bis zum Set: Philipp Reinhard erklärt, wie gute Bilder entstehen, wenn man den Raum liest statt ihn zu dominieren
Ein Gespräch über Nähe, Timing und warum Fotografie weit vor dem Auslösen beginnt.
01.02.2026 91 min
Zusammenfassung & Show Notes
Was macht ein gutes Foto wirklich aus? Für Philipp Reinhard liegt die Antwort nur zu einem kleinen Teil in der Kamera. Im Gespräch erzählt er, warum Vertrauen, Aufmerksamkeit und echte Beziehungen am Set oft wichtiger sind als technische Perfektion. Er spricht über seine Arbeit zwischen Sport, Reportage und Werbung, den Umgang mit großen Namen und darüber, wie Bilder entstehen, wenn man den Raum liest, statt ihn zu dominieren.
Philipp spricht offen über seinen kritischen Blick auf KI, über kreative Prozesse, die Zeit brauchen, und über die Herausforderung, auch nach vielen Jahren im Beruf neugierig zu bleiben. Er erklärt, wie er sich auf Olympische Spiele vorbereitet, warum bewusste Limitierung für ihn ein zentrales Werkzeug ist und mit welchen Methoden er sein fotografisches Sehen immer wieder neu schärft.
Ein Gespräch über Fotografie jenseits von Technik – über Autorschaft, Erfahrung und den Mut, Dinge anders zu denken.
Was macht ein gutes Foto wirklich aus? Für Philipp Reinhard liegt die Antwort nur zu einem kleinen Teil in der Kamera. Im Gespräch erzählt er, warum Vertrauen, Aufmerksamkeit und echte Beziehungen am Set oft wichtiger sind als technische Perfektion.
Es geht um seine Arbeit zwischen Sport, Reportage und Werbung, den Umgang mit großen Namen und darüber, wie Bilder entstehen, wenn man den Raum liest, statt ihn zu dominieren.
Philipp spricht offen über seinen kritischen Blick auf KI, über kreative Prozesse, die Zeit brauchen, und über die Herausforderung, auch nach vielen Jahren im Beruf neugierig zu bleiben.
Er erklärt, wie er sich auf Olympische Spiele vorbereitet, warum bewusste Limitierung für ihn ein zentrales Werkzeug ist und mit welchen Methoden er sein fotografisches Sehen immer wieder neu schärft.
Ein Gespräch über Fotografie jenseits von Technik – über Autorschaft, Erfahrung und den Mut, Dinge anders zu denken.
Über den Gast:
Philipp Reinhard ist Fotograf und Filmemacher mit den Schwerpunkten Sport-, Reportage- und Porträtfotografie. Seine Bilder sind nah, intensiv und ehrlich. Sie zeigen flüchtige Momente und emotionale Zwischenräume jenseits des Offensichtlichen.
Er arbeitet unter anderem als Teamfotograf für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft (DFB), die HAKRO Merlins Crailsheim und Team Deutschland des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er hat bereits mehrere Welt- und Europameisterschaften sowie Olympische Spiele begleitet und wurde bei seinen dritten Olympischen Spielen mit dem Titel „Sportfoto des Jahres” ausgezeichnet.
Es geht um seine Arbeit zwischen Sport, Reportage und Werbung, den Umgang mit großen Namen und darüber, wie Bilder entstehen, wenn man den Raum liest, statt ihn zu dominieren.
Philipp spricht offen über seinen kritischen Blick auf KI, über kreative Prozesse, die Zeit brauchen, und über die Herausforderung, auch nach vielen Jahren im Beruf neugierig zu bleiben.
Er erklärt, wie er sich auf Olympische Spiele vorbereitet, warum bewusste Limitierung für ihn ein zentrales Werkzeug ist und mit welchen Methoden er sein fotografisches Sehen immer wieder neu schärft.
Ein Gespräch über Fotografie jenseits von Technik – über Autorschaft, Erfahrung und den Mut, Dinge anders zu denken.
Über den Gast:
Philipp Reinhard ist Fotograf und Filmemacher mit den Schwerpunkten Sport-, Reportage- und Porträtfotografie. Seine Bilder sind nah, intensiv und ehrlich. Sie zeigen flüchtige Momente und emotionale Zwischenräume jenseits des Offensichtlichen.
Er arbeitet unter anderem als Teamfotograf für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft (DFB), die HAKRO Merlins Crailsheim und Team Deutschland des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er hat bereits mehrere Welt- und Europameisterschaften sowie Olympische Spiele begleitet und wurde bei seinen dritten Olympischen Spielen mit dem Titel „Sportfoto des Jahres” ausgezeichnet.
Neben der Fotografie realisiert er dokumentarische Videoarbeiten. Seine mehrteilige Dokumentation „PURE MAGIC” über die HAKRO Merlins Crailsheim wurde 2022 beim VDS-SportFilmFest nominiert.
Zu seinen Auftraggebern zählen internationale Marken, Medien und Institutionen ebenso wie Sportler, Verbände und kulturelle Initiativen.
Weitere Informationen, Links und Bilder in den Shownotes unter: https://www.abenteuer-reportagefotografie.de/podcast/philipp-reinhard
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Transkript
Wenn ich so auf die letzten Jahre zurückgucke, dann sind so viele Dinge passiert,
die hätte ich mir nicht mal irgendwie erträumen können.
Also jetzt auch wieder so eine große Worthülse, aber ist halt so,
wenn man letztes Jahr eine Dua Lipa fotografiert hat und nach dem ersten Shooting
irgendwie das Feedback von ihr kam, nächstes Mal bitte wieder mit Philipp.
Hat einfach geklickt, war menschliche Ebene, sage ich immer ganz häufig.
Nämlich, was ich mit dem Fotoapparat mache, sind wirklich nicht mal ganz 30
Prozent oder 20 Prozent von dem Gesamtfoto.
Ja, Philipp, freut mich, dich mal hier wieder vorm Mikro zu haben.
Du zählst ja mittlerweile zu den Podcast-Gästen, die mehrfach schon hier gewesen sind.
Ich glaube, du bist der zweit- oder dritthäufigste Gast hier.
Also schön, dass du wieder da bist. Hallo.
Ja, das kommt natürlich nicht von ungefähr. Hi Kai, ich freue mich wieder hier
zu sein und fühle mich hier immer sehr wohl. Wir haben immer tolle Gespräche.
Deswegen stand es für mich nicht zur Debatte lang zu überlegen,
ob wir das wieder machen, sondern nur noch vor Olympia einen Termin zu finden,
dass wir es machen können.
Ja, du sagst es vor Olympia. Du steckst schon fast wieder in den Startlöchern. Es geht bald los.
Ja, umso mehr freue ich mich, dass du dir jetzt noch Zeit nimmst für diese Folge.
Bei uns ist es ja immer so ein Wechsel zwischen mal Folgen, indem wir ein konkretes
Thema haben, wenn wir über etwas sprechen, was gerade zurückliegt,
sei es Olympische Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften und dann ja so freie Gespräche.
Das letzte Mal habe ich dich in Bad Merkenheim bei dir zu Hause besucht.
Da haben wir in deinem Arbeitszimmer auch so ein bisschen kreuz und quer die
Themen oder sind hin und her gehüpft zwischen den Themen.
Und ja, so wird es, glaube ich, heute auch sein. Vor dir liegt ein sehr,
sehr volles Jahr mit vielen Events, über die wir dann später nochmal sprechen.
Aber an dieser Stelle, ja, gehen wir mal so ohne Skript rein in das Ganze.
Erstmal einen kleinen Ausblick vielleicht, was für dich in diesem Jahr ansteht
und dann schauen wir aber nochmal zurück, was in der Zeit zwischen unserem letzten
Gespräch und diesem passiert ist.
Ja, es ist Wahnsinn, wie die Zeit so rennt.
Ich habe auch mal geguckt, wir haben ja wirklich schon ein paar Mal gesprochen
zu ganz unterschiedlichen Themen und habe mich da versucht, mal ein bisschen
nochmal reinzulesen, einen kleinen
Überblick zu machen, was da die letzten Male so alles passiert ist.
Wenn ich jetzt so zurückblicke, blicke ich schon auf zehn Jahre Selbstständigkeit,
hielt sich gar nicht so an.
Und wie du gesagt hast, liegt da ein volles Jahr vor mir.
Es ist wieder eins dieser vollen Sportjahre, Doppeljahr, Olympische Spiele,
dieses Jahr im Winter und ein großes Fußballturnier
mit der deutschen Fußballnationalmannschaft im Sommer in den USA.
Ja, dazwischen sind ganz viel kleinere, größere,
längere, kürzere Projekte, zum Beispiel auch die Basketballer,
die ich weiterhin begleite in der zweiten Basketball-Bundesliga,
die um den Aufstieg dieses Jahr wieder kämpfen,
wo es hoffentlich eine schöne Playoff-Serie gibt, die man begleitet.
Mittlerweile auch gar nicht nur fotografisch, sondern eben auch immer Foto und
Video in dieser Funktion. Das ist so ein bisschen gewachsen.
Was bei mir so die letzten Jahre jetzt ganz viel dazu gekommen ist, ist dieser...
Link zur Werbefotografie, hauptsächlich dann da auch wieder mit Sportlern.
Ich glaube, das hat zum einen dazu geführt, dass ich viele von den Leuten schon länger kenne,
betreue, man gewusst hat, mit dem fühlt man sich vielleicht wohl oder das kann
uns helfen, einen schnellen, guten Kontakt zu der Person aufzubauen,
wenn der Fotograf den oder diejenige kennt.
Zum anderen aber auch, glaube ich, den Ansatz, dass ich die Werbefotografie
dann einfach immer ein bisschen reportagiger, ein bisschen freier,
ein bisschen anders, ein bisschen frischer und vielleicht nicht ganz so klassisch
gedacht habe, wie man sie die letzten Jahre immer gedacht hat.
Und ich muss sagen, dass ich auch daran echt Gefallen gefunden habe.
Also ich liebe das immer noch draußen zu sein, Situationen zu antizipieren,
nicht zu wissen, was gleich passiert.
Ich freue mich aber auch auf einen eng getakteten Tag im Studio,
wo man mit so wenig Zutaten ganz viel rausholen muss.
Wenn jemand nur vor einer Ruhlkehle steht mit einem kleinen Würfel,
auf dem man sitzen, stehen oder liegen kann, dann muss man doch noch mehr auf
andere Dinge achten, noch spezieller auf Mikroimpressionen oder Impressionen.
Kleine Posen im Gesicht mit den Armen und sonst was achten, an denen man sich
dann abarbeitet und ganz klar gucken muss, bis wohin kann man den Bogen spannen
mit jemandem und wann braucht er mal wieder eine Pause, wann muss man was zeigen,
wann muss ein bisschen Smalltalk rein,
wann weiß man, dass man zum nächsten Punkt gehen muss und auch das habe ich sehr...
Ja, so gelernt zu lieben in den letzten Jahren.
Wenn man sich mal auf deinem Instagram-Account umschaut, dann sieht man diesen
Mix von all den Dingen, die du eben gerade erwähnt hast.
Also einmal der Sportfotografie, wo du wirklich in der Arena bist,
wo du im Stadion bist und dann aber immer wieder auch diese Werbeaufträge,
die du machst in Verbindung mit den Sportlern.
Also das ist ja was, was man sicherlich nicht am Reißbrett irgendwo planen kann.
Bei dir ist das ja alles sehr, sehr organisch gewachsen. Haben wir auch schon
drüber gesprochen, über deinen Weg von der Werbeagentur in die Fotografie und
dann in den Sport hinein.
Also, dass da ja viele Dinge zusammenkommen, deine Interessen sich perfekt ergänzen
mit dem, was du jetzt heutzutage machst.
Wenn du mal so drauf schaust, ich habe bei einem Post einen kleinen Rückblick
gemacht auf das vergangene Jahr 2025 und da hast du geschrieben, it still feels unreal.
Geh da mal ein bisschen rein. Was ist es, was sich so unwirklich anfühlt und
wo du dich manchmal selber noch kneifen musst über all das, was du jetzt gerade machst?
Ja, also, wow, klingt ein bisschen bescheuert, aber ich habe kurz,
als du es gesagt hast, und dann nochmal mit dem Zitat irgendwie gerade,
kurz Gänsehaut bekommen, weil ich das hätte niemals mehr.
Und manchmal denkt man ja immer, man liest sowas auf Instagram und dann schreibt
man, weil man es halt so schreiben müsste, weil es sich so anfühlt,
ich glaube, wer mich und meine Arbeit verfolgt, der weiß, dass ich versuche,
genauso nicht zu sein, sondern irgendwie Superlativen nur zu nutzen,
wenn sie auch wirklich so gemein sind.
Und wenn ich so auf die letzten Jahre zurückgucke, dann sind so viele Dinge
passiert, die hätte ich mir ja nicht mal irgendwie erträumen können.
Also jetzt auch wieder so eine große Worthülse, aber ist halt so,
wenn man letztes Jahr eine Dua Lipa fotografiert hat.
Und nach dem ersten Shooting irgendwie das Feedback von ihr kam,
nächstes Mal bitte wieder mit Philipp.
So, das war einfach gut, das hat gut gepasst. So, wir haben uns,
ja, hat einfach geklickt, so war menschliche Ebene, sage ich immer ganz häufig.
Was ich mit dem Fotoapparat mache, sind vermutlich nicht mal ganz 30 Prozent
oder 20 Prozent von dem Gesamtfoto,
sondern es ist ganz viel, auch den Gegenüber eingehend zu wissen und zu spüren,
ob er sich gerade in dem wohlfühlt oder ob man jetzt lieber weitermacht und
einen anderen Weg einfängt.
Und dann eben, ja, gewisse Situationen zu antizipieren und mal zwei Schritte
zurück und dann doch wieder drei nach vorne zu gehen.
Und ja, was auf jeden Fall so unrealistisch war, war, klar, diese Sache mit
Dua, die Sache mit Adrian Brody, zweifacher Oscar-Gewinner.
Die beiden habe ich sogar an einem Tag fotografiert und eine tolle Zeit mit
denen gehabt, mit ganz, ganz tollen Bildern.
Und vor allem war auch da nicht nur die Person happy, sondern auch der Kunde.
Dann blicke ich mittlerweile auf drei Olympische Spiele zurück und der Schuh
drückt schon fast, geht schon wieder fast los zu den vierten Spielen.
Ich habe, ich muss sogar gerade überschlagen, seit 2017 die Nationalmannschaft
begleitet, bedeutet 2018 Turnier, 2020 Turnier.
Beziehungsweise 2021 hat sich es ja dann verschoben und so ging es dann weiter.
Also etliche WMs und Europameisterschaften, das sind auch Sachen,
die nicht langweilig werden und sich wiederholen, sondern man merkt,
da ist Bewegung drin, da ist eine Entwicklung drin.
Ich merke, dass ich mit den Jungs besser arbeiten kann, dass die Fotografie
auf Social Media auch für die Athleten und für die Spieler, Spielerinnen wichtiger wird,
dass ich manche Marken vielleicht sogar ein bisschen mitformen darf mit dem
visuellen Auftritt und dass man mich häufig gar nicht als den Fotografen ranholt,
der jetzt mal Bilder macht und den jetzt nicht, dass ich mich größer mache, als ich bin,
sondern den Fotografen, der für irgendwas steht, nämlich für eine gewisse Art
von Fotografie und für ein Mitdenken am Set und eine gewisse Sicherheit,
die ja vielleicht ausstrahlt, wenn man ihn bucht, dass man mehr bekommt als
nur eine Handvoll Bilder,
sondern eben auch einen Rundum-Service, dass man weiß, wenn da noch Video abfällt, der macht das mit.
Wenn da noch die und die Aktion möglich ist, dann denkt der das noch mit.
So kann ich vielleicht ein Beispiel nennen.
Wir hatten bei dem Shooting mit Dua, war auf dem Goodwood Festival in London,
also Goodwood Festival of Speed.
Da kommen ganz viele Autos der letzten 50, 60 Jahre zusammen,
Rennwerken, die da irgendwie Show fahren.
Und Dua war da für Porsche am Start und ist dann mit dem Auto,
dass sie das Livery gestaltet hat, der dann danach versteigert worden ist,
dass sie diese Bergstrecke mitgefahren.
Und ich hatte die ganze Zeit in der Hand noch einen kleinen Camcorder.
So ein 2000er-Camcorder mit einem vielleicht 90er-Jahre-Look,
würde man jetzt vielleicht sogar sagen, also sehr retro angehaucht.
Und irgendwann meinte ich so, komm, wir geben den Dua noch einmal in den Porsche
rein. Die soll beim Hochfahren sich ein bisschen füllen.
Und dann war es so, wissen wir nicht, ob das gut ankommt oder nicht.
Aber wenn du ein gutes Gefühl hast, dann guck mal, ob du einen guten Moment abpasst.
Dann hat es ewig gedauert, bis
es bei ihr so losging. Und dann müsste ich einen guten Moment abpassen.
Und dann noch mal in die Scheibe klopfen, Display umgedreht,
ihren Camcorder in die Hand gedrückt und habe irgendwie gesagt,
hey, hier ist Camcorder, bisschen Spaß noch mit und dann schauen wir mal, was rauskommt.
War eine Aktion, mit der hat am Ende niemand gerechnet. Die haben einen Werbespot
gedreht, gehabt Anfang des Jahres, acht Monate davor und nach dem Outro von
Porsche ist das sogar der Nachklapper geworden.
Das Ding war überall auf Social Media, die Bilder sind.
Durchgestartet, dieser Clip war überall, keiner hat mehr damit gerechnet,
aber man hat mitgedacht, das war nicht geplant, man musste irgendwie einen guten
Moment dafür abpassen, wann es auch funktioniert, nicht zu spät,
nicht zu früh, das Ding in die Hand geben, dass da ein guter Moment raus resultiert.
Und am Ende ist es, glaube ich, gar nicht das, was mich manchmal so ungläubig
auf die ganze Sache zurückblicken lässt,
eine Sache, sondern wie sich es einfach die letzten Jahre entwickelt hat und
wie sehr ich vielleicht an einer Idee und an guter Qualität und an mehr geben,
wie bezahlt wird, immer geglaubt hat und wie sehr es doch Kunden spüren und
fühlen und ich es auch merke,
wenn man einfach sehr langfristig mit ganz vielen Kunden zusammenarbeitet und
ein super freundschaftliches, vertrautes Verhältnis mit dem hat,
dass man wirklich weiß, ich kann mich auf den Gegenüber verlassen und der kann
sich auch 100% auf mich verlassen.
Ja, ein klasse Beispiel, was zeigt eben,
klar, das Fotografische, das Bild machen oder im richtigen Moment auf den Auslöser
zu drücken, das ist schon wichtig,
aber wie viel Vorarbeit da eben auch rein fließt, diese Momente dann eben auch
entstehen zu lassen und auch mit frischen Ideen am Set dann darauf einzuwirken und
ja, das ist eben so wichtig und Ich glaube, heutzutage, wo viele,
gerade viele Werbefotografen auch ein bisschen Angst, glaube ich,
vor der KI haben, das ist ja auch immer ein Thema,
dass da die Frage im Raum steht, inwieweit wird das dann auch fotografische
Arbeit irgendwann nivellieren.
Ist das ein gutes Beispiel, so wie du arbeitest, dass da so viele Dinge drinstecken,
die dich auf absehbare Zeit erstmal noch unersetzbar machen?
Ich weiß nicht genau, wie intensiv du dich mit solchen Entwicklungen und Themen
auseinandersetzt, aber vielleicht ist das ein guter Moment, deine Gedanken mal zu hören.
Wie schaust du auf das Thema KI aktuell?
Ja, also ich versuche es nicht an mir vorbeigehen zu lassen,
bin aber jetzt natürlich auch nicht der, kann es nicht sagen,
ich bin da ein ganz großer Befürworter und finde das super.
Einfach gar nicht aus dem Grund, weil ich Angst habe, ersetzt zu werden,
sondern vielmehr aus dem Grund, dass ich selber auf Social Media Probleme habe,
Dinge bewerten zu können auf der Handy-Display-Größe und vermutlich auch bald am Laptop.
Ist das jetzt wahr oder nicht und dann geht es nicht um irgendeinen Spaßpost,
sondern dann geht es vielmehr für mich auch um diesen politischen Aspekt von Fake News,
wo sich Leute eine Meinung bilden und vor allem auch, glaube ich,
gerade jetzt jüngere Menschen,
die sagen, ja, das habe ich da aber gesehen und so wie wir früher irgendwie zumindest noch,
wenn es in der Zeitung stand, man hoffte, ja, okay, dann ist das schon richtig,
hat natürlich im Video eine ganz andere Schwere und das Gefühl,
richtig zu sein, wenn das irgendwas zeigt,
wo man glaubt, okay, das ist wahr, da bilde ich mir jetzt die Meinung.
Also ich gucke aus dem Grund sehr, sehr kritisch drauf.
Ich gucke aus dem Grund kritisch drauf, weil ich natürlich sehr,
sehr gerne Produktionen mache und ich weiß, wie toll so ein kreativer Prozess
ist vor Ort und ich weiß, wie sehr man sich anfängt zu beschneiden mit KI,
indem man dann doch alles sehr, sehr planmäßig macht.
Dann sagt man, okay, schau mal, das haben wir uns jetzt ausgedacht,
das lassen wir prompten, das ist rausgekommen.
Und ich merke eigentlich zumindest bei mir, bei meiner Fotografie,
dass ganz viele Dinge passieren, die nicht geplant sind, so wie du es gerade
eben eigentlich gesagt hast.
Und ich merke auch, dass wenn man ein Konzept ausarbeitet mit der KI und wenn
es nur ein Sparings-Partner ist und der einem fünf Konzepte runterbricht,
dass man nicht mehr so lange an Ideen feilt und vielleicht mit weniger zufrieden ist.
Und das ist in erster Linie gar nicht schlimm, weil man einen gewissen Grad
der Zufriedenheit, glaube ich, auch immer an der Zeit, die man da rein investiert, ausmacht.
Und wenn ich mich an meine Agenturzeit zurückerinnere, denke ich immer an so
einen Pitch für eine Brauerei zurück,
wo ich an Tag und Nacht daran gearbeitet habe, weil ich unbedingt für die Agentur
diesen Pitch gewinnen wollte, weil ich fand, das war ein spannender Kunde mit
interessanten Themen, die da rauskamen und da wollte ich mich richtig reindenken.
Wir haben lang gearbeitet, wir haben coole Ideen ausgearbeitet,
wir haben bestimmt 10, 15 Linien mal verfolgt für den Pitch,
von denen drei präsentiert worden sind und man ganz viele dann trotzdem killen musste.
Aber dazu kam auch der Prozess, dass ich abends meine Jungs eingeladen hatte.
Ich hatte irgendwie 10 oder 12 Marken Bier, die es damals gab,
von Weizen über Alkoholfrei, über Helles, über Pilz, über Radler geholt und
wir haben die blind verkostet.
Wir haben versucht, uns da richtig reinzudenken. Wir haben versucht,
Eigenschaften, Attribute zu finden.
Ich habe so viel Zeit in diesen Pitch rein investiert, dass diese Ideen,
die da rauskamen, wirklich ein sehr, sehr feines Konzentrat an...
Wirklich guten, sehr zielgerichteten Input war.
Wenn ich heute in ChatGBT reingehe und sage, hey, das ist die Brauerei,
guck dir die Webseite mal an, gib mir doch mal in die und die Richtung zehn
Konzepte aus und arbeite dann eine Stunde damit.
Dann mache ich sicherlich genauso viele Meta, wie ich das in einem Meeting über
fünf, sechs Stunden gemacht hätte, aber es ist am Ende dann doch nicht so fein geschliffen,
wie eine Arbeit von drei, vier, fünf Tagen und ganz vielen Köpfen und externen,
die da nochmal reingehen und auf die auf einzelne Punkte reagieren und sagen,
oh, da fällt mir was dazu ein.
Und deswegen habe ich so das Gefühl, dass auch Ideen darunter leiden und nicht mehr ganz so gut sind.
Wenn sie eben nur auf den Zeitraum von einer Stunde in der Kreation dann runter bewertet werden.
Und auf einen Punkt möchte ich noch eingehen. Ich glaube, und so ist es bei
mir, ich mache mich jetzt nicht so sehr verrückt und denke, bald gibt es mich
als Fotografen nicht mehr.
Die zehn Jahre, die ich jetzt als Fotograf hatte, die nimmt mir keiner mehr.
Für die bin ich extrem dankbar und weiß schon, dass es was sehr,
sehr Besonderes ist, dass man zehn Jahre überhaupt selbstständig sein darf und
seinen Alltag so selbst strukturieren darf.
Und wenn dem irgendwann nicht mehr so ist, dass es funktioniert,
dann bin ich auch vielleicht nicht sehr, sehr glücklich am Anfang.
Aber ich finde mich auch wieder in meinem alten Job in der Agentur zurecht.
Oder vielleicht finde ich auch was anderes, was mir ganz viel Spaß macht.
Tief in mir glaube ich aber schon daran, dass wenn man einen tollen Job macht
und dafür brennt und leidenschaftlich ist und wirklich sehr,
sehr gute Arbeit abliefert,
dass es dafür immer einen Platz geben wird oder zumindest in absehbarer Zeit
es immer noch einen Platz geben wird,
dass man fotografieren darf und kann.
Und ich glaube, dass es Firmen geben wird, die auch in Zukunft sagen,
hey, Kunst und Kultur und Authentisches und ehrliche Menschen,
die sind uns wichtig, das möchten wir weiterhin erleben.
Und auch ein Fotoshooting und eine Produktion ist immer ein Erlebnis für alle Leute, die dabei sind.
Und da glaube ich einfach daran, dass es dafür sicherlich weniger Jobs,
aber immer noch Jobs geben wird, dass man das weiterhin verfolgen und erleben darf.
Unterschreibe ich auf jeden Fall. Sehe ich genauso, dass es da auch weiterhin
sicherlich noch einen Markt für gibt.
Eben dieses Authentische, von Menschen erschaffene mit Ideen ohne Hilfe von KI.
Das ist ja häufig bei so Entwicklungen, wenn was Neues ist, dann,
naja, KI ist auch die Frage, wie neu ist das Ganze, aber auf jeden Fall diese
Umwälzungen, die damit gerade verbunden sind,
inwieweit das dann irgendwann sich auch wieder ein bisschen abflacht und dann
eine gewisse Gegenbewegung einsetzt von Menschen, die eben sagen,
wir möchten ein bisschen weniger davon und gehen zurück eben zu altbewährten Herangehensweisen,
die menschlicher sind.
Also ich sehe das auch differenziert.
Ich mache mir da persönlich jetzt in meinem Bereich auch nicht so die großen
Gedanken, dass mich das sehr stark betreffen wird, weil meine Art der Fotografie
lebt eben davon, Erlebnisse zu machen.
Also da sehe ich jetzt wenig Bereiche, in denen die KI da das ersetzen kann,
was ich mache, weil eben gerade dieser persönliche Austausch,
auch wenn es jetzt die Workshops angeht oder auch meine eigene Art der Fotografie,
Da wird das sicherlich keine so große Rolle spielen auf absehbare Zeit.
Aber bei all den Werkzeugen, die uns jetzt eben zur Verfügung stehen,
ist immer die Frage, wie weit mache ich mich davon abhängig und wie kann dann vielleicht eine Hilfe,
die mir lästige Arbeit abnimmt, in dem Moment irgendwann zur Krücke werden,
ohne die ich nicht mehr laufen kann.
Also da ist sicherlich die Gefahr drin, dass Fähigkeiten verkümmern,
wenn wir zu stark uns auf JetGPT und Co.
Verlassen und uns da nur in die Hände der KI begeben.
Würde ich eigentlich genauso unterschreiben und am Ende?
Glaube ich, wird mir nie jemand den Spaß an der Fotografie nehmen.
Also angenommen, das klappt mit den Jobs nicht mehr und ich glaube,
dass es immer, wie gesagt, einen Markt gibt, wenn ich jetzt an letztes Jahr
zurückdenke oder jetzt auch an dieses Jahr, Afcon beim Afrika Cup Finale,
diese Bilder wird man nie KI generieren.
Wenn ich an deine Art denke, du reist nach Kuba, du fotografierst die Situation
vor Ort, du dokumentierst das, auch da will man echte Bilder und nichts, was erstellt ist.
Und ich glaube, so ist es mit vielen Sachen. NBA-Spiel in Berlin waren wir jetzt vor Ort.
Sachen, die da passieren, die müssen dokumentiert werden, die muss man in echt
sehen. Das wird auch in 20, in 30 Jahren hundertprozentig noch so sein,
weil man einfach sich nicht alles planen und ausdenken kann oder sich generieren, prompten kann.
Und so waren es letztes Jahr schon trotzdem viele Aufträge.
Ich bin aber auch reflektiert genug, um zu sagen, dass es schon auch Fotografen
und Fotografie-Einsatzzwecke gibt,
die in Zukunft sicherlich keinen oder nur noch einen sehr speziellen,
ganz, ganz kleinen Markt haben wird.
Aber den Spaß am Fotografieren, im Urlaub, in der Freizeit, um die Menschen
drumherum, die mir wichtig sind, das wird mir keiner nehmen und deswegen wird
für mich die Fotografie sich insofern,
wie es mir ganz, ganz wichtig ist, nicht so sehr verändern, abseits vom Job.
Ja, das war der Abstecher zur KI. Lass uns mal zurückkommen zu dem,
was du eingangs gesagt hast.
Es ist mir noch ein Satz im Ohr, wo du berichtet hast, dass ein Feedback von
Menschen, die du fotografiert hast, von Sportlern, Schauspielern, eben so war.
Ja, das Erlebnis mit dir am Set war so angenehm und dass jetzt in Zukunft bitte,
wenn es einen Fotograf braucht, dass sie dich da wieder dafür gewinnen sollen.
Das ist ja ein super Kompliment und was ganz Tolles, wenn man das als Fotograf
zurückgespiegelt bekommt.
Du bist wahrscheinlich da die falsche Person, das zu fragen oder für diese Frage,
was du machst, um dieses Gefühl bei anderen hervorzurufen.
Aber vielleicht aufgrund von dem, was du gespiegelt bekommst,
hast du irgendwie eine Idee, wie kannst du das beschreiben oder noch ein bisschen
genauer beschreiben, was genau du da machst, um die Leute eben oder dieses Gefühl
zu erzeugen, dass das jemand ist, mit dem man gerne zusammenarbeitet,
den man gerne dabei hat.
Ich denke mal, das ist für viele auch wichtig, diese Skills zu lernen,
um zu entsprechenden Bildern zu kommen.
Sei es jetzt, ob man Fotografie professionell macht wie du oder ob das eben
auch ist, wenn ich in der Freizeit als Hobbyfotograf eine Reportage mache,
wo das genauso wertvoll sein kann, sich halt auch mit dem Umfeld zu verbinden,
um da nicht als störendes Element als Fotograf wahrgenommen zu werden.
Ja, also erstmal sehr, sehr gute Frage, sehr tiefe Frage, weil man die sicherlich
nicht in zwei Sätzen beantworten kann.
Ich vermute, dass man im Grundsatz vermutlich extrem weit zurückgehen muss in seinem Leben.
Also ganz am Anfang an seine Erziehung.
Und wenn ich so daran zurückdenke, wie das bei mir war, wir sind Urlaub gefahren,
wir waren am Strand, nach fünf Minuten habe ich vier Freunde gehabt,
die ich da am Strand gekannt habe, weil ich ein sehr, vermutlich damals schon,
würde man sagen, extrovertiertes Kind war, mit sehr viel Energie und immer Leute
angesprochen habe und immer sofort so eine Art,
ja, Leute gesucht habe, mit denen ich spielen konnte.
Und irgendwann hat sich vermutlich aus dieser Eigenschaft was resultiert, dass man.
Also ich habe vermutlich relativ wenig Angst, mit Leuten in Berührung zu kommen.
Und da weiß ich natürlich, dass es Leute gibt, die können das nicht ablegen.
Und das ist vermutlich erstmal was, was einem so ein bisschen in die Wiege gelegt
ist oder in frühen Teilen der Erziehung ist, dass man jemand ist,
der keine Angst hat, abgewiesen zu werden.
Oder wenn man abgewiesen wird für irgendwas, das so einordnen kann,
dass es einem nicht lange auf die Leber schlägt.
Zum anderen glaube ich, dass ich jemand bin, der sehr respektvoll,
sehr hilfsbereit, sehr höflich erzogen worden ist und auch eher zurückhaltend
und vielleicht für sich selber mal einen Schritt zurückgehen,
dass jemand anders wachsen kann.
Und das ist für mich irgendwie an der Hierarchie, an dem Set und im Umgang mit
jeder Person so, dass es mir darum geht, jeder ist genauso wichtig,
ob mir jemand ein Stativ hält, ob jemand pudert oder ob nur jemand an der Straße
guckt, dass keiner von uns überfahren wird.
Ist mir genauso wichtig wie der Gegenüber, aber auch von der Kamera.
Also für mich ist jeder am Set absolut, und das sage ich nicht nur so,
absolut gleich wichtig.
Wenn ich mich verabschiede, verabschiede ich mich nicht nur vom Kreativdirektor,
sondern auch von jedem, der nur ein einzelnes Kabel hier zusammengerollt hat
oder nur die Administration oder sowas gemacht hat und mit dem ich den ganzen
Tag nicht gesprochen haben.
Und ich glaube, eine gewisse Empathie und Einfühlungsvermögen,
in den Gegenüber, um zu wissen, dass nicht nur ich was von dem Gegenüber möchte
und ich nicht nur nehmen kann, sondern ich auch geben muss, ist,
glaube ich, irgendwie extrem wichtig.
Und ich glaube auch, dass man ein
ganz, ganz ehrliches Interesse für sein Gegenüber braucht. Also, wenn ich.
Mit einem Geschäftsführer fotografiere von einem Unternehmen,
ob mich das jetzt erstmal von außen mehr oder weniger interessiert,
bin ich an seiner Geschichte und an dem, was er mir erzählt und an dem Tag,
wenn ich da bin, eigentlich genauso interessiert,
wie bei einem Tag mit einem Basketballer.
Also vielleicht kann ich bei dem Basketballer ein bisschen mehr mitreden,
weil ich vielleicht auch, weil ich selber Basketball spiele,
ein bisschen mehr dazugeben kann und ein anderes Interesse habe.
Aber dass ich erstmal ein extrem interessierter Mensch bin für alle Bereiche.
Und ob es dann ein Koch ist oder ein Fußballer oder ein Schauspieler interessiert
mich das erstmal alles und ich erinnere mich irgendwie an so eine Geschichte über,
den Oscar-Gewinner Adrian Brody, wie wir auf einmal einen kleinen Smalltalk
hatten und ich bin mir sicher, dass dieser kleine Smalltalk extrem dazu geführt
hat, dass wir bessere Bilder hatten.
Ich weiß aber auch im Gegenzug, dass ich sicherlich fünf Minuten von meiner
Shootingzeit mit ihm verloren habe und dass das wiederum vielleicht 300,
400 Bilder waren, die ich nicht bekommen habe,
aber vielleicht habe ich sie im Umkehrschluss eben doppelt und dreifach hinten
rausbekommen, weil er nicht so genau auf die Uhr geguckt hat,
weil es einfach eine angenehme Zeit war miteinander, die wir hatten,
oder ich einfach qualitativ hochwertigere Bilder von ihm bekommen habe.
Und ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig auch in diesem Umgang,
neben all diesen Basics mit Frontdesign, höflich sein,
vorausschauend sein und eben nicht nur an sich und seinen Output denken.
Zum einen hat letztens es so gefallen, der Begriff von jemandem noch das Wort Menschenfänger.
Das habe ich jetzt irgendwie in den letzten ein, zwei Jahren irgendwie von außen
ein paar Mal bekommen, dass es schon so ist, dass man sich, glaube ich,
in der Anwesenheit dann von mir zumindest nicht unwohl fühlt.
Und ich glaube, dass das vielleicht auch was ist, was man nicht spielen kann,
was man vielleicht auch so ein bisschen in sich trägt, was sicherlich mit einer
gewissen Extrovertiertheit, aber auch mit dem...
Zusammenhängt, wie sehr ist man eigentlich Teil einer Szene?
Also wie sehr stehe ich als Fotograf bei diesem Shooting im Mittelpunkt?
Ich versuche nie im Mittelpunkt zu stehen.
So ich bin manchmal bei Shootings, bin ich wirklich total beiläufig und es ist
gut, wenn am Ende jemand sagt, war eigentlich der andere Fotograf heute überhaupt
da, weil man mich gar nicht gesehen hat.
Und so mache ich das ganz häufig, dass ich ganz selten mal zwei Schritte zu
nah herangehe, wenn ich weiß, dass es vielleicht bei dem Gegenüber nicht gut ist.
Oder für die Produktion, oder ich auch gar nicht die Rolle habe,
dass ich immer so nah dran bin, sondern ich vielleicht manchmal nur als Behind-the-Scenes-Fotograf
gebucht bin mit dem Wissen,
der merkt schon, wann er mal kurz reingehen kann und wann er sich das Talent,
ich erinnere mich an ein Shooting bei AMG mit Gabriel macht,
dem Harvey Specter aus Suits,
wo man genau gewusst hat, der ist eigentlich, vielleicht nicht Second Unit,
aber auch nicht Erste Unit, sondern der ist drehbegleitend dabei.
Wie schafft er es, seine Bilder zu bekommen, ohne den Drehplan zu stören.
Und da ist es dann vielleicht doch sinniger, dreimal auf sein Motiv zu beharren,
als irgendwie zehnmal auf sein Motiv zu beharren und gar nicht mehr bis zum
zehnten Mal überhaupt zu bekommen, weil dann der Punkt ist, wo man sagt,
jetzt geht gar nichts mehr.
Zieh mal ab und so und nächstes Mal machen wir das nicht mehr mit dem,
weil er dann doch zu sehr im Mittelpunkt stand, Und sich zu sehr reingefühlt
hat, zu nah dran war und nicht diesen Absprung geschafft hat,
die Situation klar zu bewerten,
wann es zu viel ist und wann es genau richtig ist.
Dieser Begriff Menschenfänger, der trifft das, glaube ich, ganz gut bei dir
und du hast das sehr, sehr schön ausgefüllt, was das alles bedeutet,
wie facettenreich das ist.
Es geht bis in die Kindheit zurück, all das, was man so mitbekommen hat,
wie sich die eigene Persönlichkeit entwickelt hat und dann eben auch diese Fähigkeit,
nach beiden Seiten hin Dinge wahrzunehmen.
Es gibt ja Menschen, die sind so fokussiert auf das, was sie in einer bestimmten
Situation machen müssen, fühlen sich dann im Zentrum des Geschehens und verlieren
so den Blick für das Drumherum, wer da noch dran beteiligt ist.
Und wenn man das, glaube ich, macht und anderen das Gefühl gibt,
sie sind nur Statisten und haben eigentlich nur eine untergeordnete Rolle zu
spielen, dann verändert das so eine Dynamik vor Ort auch.
Und eben das nehme ich bei dir auch so wahr.
Du bist jemand, der sich für das Gegenüber wirklich interessiert.
Du stellst Fragen, du willst auch was vom anderen wissen.
Und all das sind so kleine Mosaiksteine, die sich dann so zusammensetzen und
dazu führen, dass man einfach gerne mit dir zusammenarbeitet.
Ja, also vielen Dank. Vermutlich das größte Lob bedeutet mir noch mehr,
als Lob für ein paar gute Bilder zu bekommen. Ja.
Philipp, ein weiteres Highlight im vergangenen Jahr war Mitte des Jahres im
Juni, war es, glaube ich, die 100-Jahr-Feier von Leica,
wo du in Wetzlar warst und da hast du sicherlich viele spannende Gespräche geführt
mit anderen Leica-Fotografen und unter anderem hattest du da auch die Möglichkeit,
Joel Mayowitz, Steve McCurry, also wirklich ganz große Leica-Fotografen aus nächster Nähe zu sehen.
Joel Mayowitz ist einer meiner absoluten Lieblingsfotografen und ich würde ihn
unheimlich gerne mal persönlich treffen.
Im vergangenen Jahr in Baden bei dem Fotofestival hätte es beinahe geklappt,
er hatte eine große Ausstellung, aber war dann letztlich leider nicht persönlich vor Ort.
Hast du bei dieser Veranstaltung von Leica in Wetzlar die Gelegenheit gehabt,
ihn ein bisschen zu beobachten und kurz mit ihm zu sprechen oder war das einfach nur jemand,
den du aus der Ferne so ein bisschen gesehen hast und dir dann in Erinnerung
gerufen hast, was er für die Fotografie so alles geleistet hat?
Wow, ja, auch ein ganz, ganz tolles Thema.
Also ich mache relativ viel und häufig mit Leica und als dann die Einladung kam,
habe ich die erst mal noch gar nicht so wahrgenommen und so schätzen können,
wie ich im Verlauf des Jahres und dieses Event näher gerückt ist,
erfahren habe, wie wertvoll und jetzt nicht monetär, sondern wie besonders es
ist, ein Teil der ausgewählten Leute zu sein, die in diesem feinen kleinen Kreis
in Wetzlar über diese zwei, drei Tage vorgehen. vor Ort sein durften.
Und so hat es sich herausgestellt, dass halt wirklich nur eigentlich,
glaube ich, eine Handvoll, zwei Handvoll deutsche Fotografen vor Ort sein durften.
Und dann habe ich relativ schnell dann doch auch gemerkt, dass es was sehr,
sehr Besonderes ist mit diesen Fotografen, die ja auch teilweise schon ein sehr, sehr hohes Alter haben.
Joe Mayowitz geht auf die 90 zu, bewegt sich wie ein 60-Jähriger.
Wahnsinnig beeindruckend, den dann da live zu sehen und ich bin niemand,
der so super starstruck ist.
Es gibt so ein paar Leute in der Fotografie, die mir einfach was bedeuten,
die ich finde, die eine ganz, ganz tolle Arbeit gemacht haben und nicht nur
in einem Jahr oder über ein Projekt, sondern über ganz, ganz viele Jahre hinweg
und dazu hat Thomas Höpker
gezählt, den ich ein paar Mal treffen und mich auch mit ihm unterhalten durfte
und eben, wie du gesagt hast,
ob es ein Curry ist, ob es ein Joel Mayowitz ist und wie sie alle heißen, die da vor Ort waren,
war schon einfach wahnsinnig besonders.
Und ich habe schon auch versucht, mich denen überhaupt gar nicht aufzudrängen,
aber wann immer es die Möglichkeit gab, da dabei zu sein und,
Zu hören, was die sagen. Und zu hören, was die sagen, ist in einem Podcast toll
und ist in einem Video toll, aber jemandem anderthalb Meter,
wie er seine Ausstellung eröffnet, in der Leica-Welt gegenüber zu stehen und
denen was fragen zu dürfen, mit ihm zu reden,
Antworten zu bekommen, seine Impressionen zu sehen, einfach die Anwesenheit
zu fühlen und dann in Verbindung zu bringen, über wie viele Jahrzehnte dieser
Mann großartige Arbeit gemacht hat.
Und zu welchen schwierigen Bedingungen der Bilder geschossen hat,
die damals auch auf Füllen waren.
Wo man nicht gesagt hat, ey Speicherkarte, da gehen tausend Bilder drauf und
da probieren wir alles mal durch, in welcher Geschwindigkeit,
sondern wie er sich ins World Trade Center nach dem Einsturz reingesneakt hat.
Welche facettenreiche Vielfalt der an Motiven in New York und sonst wo geschossen
hat, über wie viele Jahrzehnte der so tolle Arbeit macht und auch heute noch so viel...
Wichtiges, Ehrliches, Authentisches sagt, ohne in so einen Sprachgebrauch reinzukommen,
wo man merkt, okay, hier geht der automatische Anrufbeantworter an.
Die Frage hat er 400 Mal gestellt bekommen und ab dem 50.
Mal wusste er für die nächsten 350 Mal, was er antworten soll.
Und auch über diese Themen KI,
über Thema digitale Fotografie, über den Prozess eines Fotos,
über die Aufarbeitung eines Projekts, war es schon wahnsinnig besonders,
einfach nur diese Leute zu sehen und noch besonderer, vor allem bei Mayowitz,
ihn zu sehen, wie er durch seine Bilder geht und zu den Bildern was sagt und
sich mit den Leuten auseinandersetzt und jeden gegenüber so sieht,
als wäre es gerade ein 1-1-Gespräch.
Und dieses Buch und ich habe mir natürlich auch den Bildband gekauft und ich
habe ihn mir natürlich auch signieren lassen und ich habe es mir auch nicht
nehmen lassen beim Signieren ihm irgendwie noch einmal frei von der Leber zu sagen,
wie besonders seine Fotografie ist und was er glaube ich auch heute noch für
junge Fotografen bedeutet und was man Respekt vor seinem,
Arbeitswerk und vor dem Pensum, was er gemacht hat und über wie viele Jahre
er es so toll auf so einem Niveau weiterentwickelt hat, ohne langweilig zu werden
habe ich mir nicht nehmen lassen, ihm das zu sagen und ist für mich ein wahnsinnig,
besonderer Moment gewesen, glaube
ich, der mich auch in der Fotografie weiterhin noch angetrieben hat.
Gute Arbeit, nie nachlassen, immer frisch bleiben, immer sich alte Sachen von
früher angucken, weil die vielleicht manchmal moderner sind,
als die Sachen, die man heute sieht oder auch einfach ganz viel wichtige Impulse senden können. Mhm.
Ja, also wenn es da jemanden geben sollte, der den Namen Joe Meyerowitz noch
nie gehört hat, unbedingt sich intensiver mit ihm beschäftigen,
das lohnt sich auf jeden Fall.
Er ist, wie du gesagt hast, jemand, der unheimlich eloquent über Fotografie sprechen kann.
Von ihm gibt es zum Glück jede Menge Podcasts da draußen, YouTube-Videos,
wo man ihm zuhören kann. Was er über Fotografie sagt, das hat alles Hand und Fuß.
Und was mich an ihm besonders auch fasziniert ist, wenn man sich mal anschaut,
er ist ja allgemein hin so ins Genre der Street-Fotografie verortet oder man
kennt ihn als einen der größten Street-Fotografen.
Aber wenn man mal genauer drauf schaut, was er noch alles gemacht hat,
du hast es erwähnt, die Arbeit in New York, nach dem Anschlag vom 11.
September ist er da auf die Ruinen der beiden Tower gegangen und hat diesen
Prozess des Wiederaufbaus, also erstmal das Aufräumen, der Aufräumarbeiten von
Ground Zero hat er über ein Jahr lang begleitet,
also eher so eine dokumentarische Arbeit, die er gemacht hat.
Der hat Porträtfotografie in Capcord gemacht an der Küste.
Heutzutage lebt er, glaube ich, in Italien etwas zurückgezogen, macht dort Still Life.
Also diese Bandbreite, die er in seiner Karriere abgebildet hat,
diese vielen Projekte, die er immer wieder so phasenweise macht.
Eingestreut hat in seine Karriere. Wenn man sich überlegt, manchmal,
ich weiß nicht, ob das nur mir so geht, aber ich fühle manchmal,
dass ich nicht genug Zeit habe, all die Ideen umzusetzen, die ich habe.
Aber wenn man auf sein Werk schaut, dann gibt es diese Zeit für alles.
Man muss es halt nur in die richtige Reihenfolge bringen und sich nicht verzetteln,
sondern wirklich sagen, okay, das ist jetzt die Phase, da konzentriere ich mich
da drauf oder lasse Dinge auch parallel laufen.
Aber ja, Wenn man da ein bisschen strukturiert vorgeht, dann muss man sich nicht
in eine Schublade einordnen.
Ja und ganz beeindruckend ist ja auch bei ihm, dass es am Anfang,
es gab nicht für alles einen Auftraggeber und auch das mit dem World Trade Center war es nicht so,
dass das Live Magazine ihm dann eine Akkreditierung beschafft hat und gesagt
hat, Joel, geh da mal rein, mach da mal deine Bilder,
du darfst da jetzt ein Jahr lang fotografieren, sondern das war ja genau das
Gegenteil war ja der Fall.
Das sollte kein Fotograf sein, das sollte niemand dokumentieren,
aber er hat es trotzdem geschafft, da reinzukommen und nicht,
weil, also vermutlich hat er am Ende schon, muss man auch ehrlich sein,
mit diesen Bildern trotzdem eine Menge Kohle verdient,
aber vor allem hat er am Ende doch auch eine Art von seinem Leben mit den Dämpfen
und dem ganzen Gramm drumherum sich in irgendeine Gefahr gebracht und glaube
ich eine Gefahr, in die er sich gebracht hat aus einem ehrlichen Interesse,
dass er hatte, diese Geschichte zu erzählen und nicht für Likes und nicht für Klicks.
Und nicht für das Renommee, das er dahinter gesehen hat, sondern anhand der Geschichte.
Und jetzt kann man sagen, ja, das war natürlich eine wahnsinnig große Nummer.
Ich glaube aber auch, dass man für alle kleinen Geschichten genauso einstehen
kann, wenn man dafür so ein Interesse hat.
Und das fand ich schon echt sehr beeindruckend. Und wie du sagst,
dieser riesige, vielleicht fast 400 Seiten starke Bildband von ihm deckt dieses
Lebenswerk in einer Vielfalt ab.
Dass man gar nicht überschauen kann.
Und auch das ist natürlich nur möglich, weil er halt 60, 70 Jahre.
Vielleicht sogar 70, vielleicht sogar ein paar mehr als 70 Jahre schon fotografiert.
Und auch diese Dimension, die er damals hatte, ich kriege nicht mehr die Zahl
raus, aber im Internet findet man sie vermutlich sofort.
Er hat gesagt, wie viele Rollenfilme er in diesem einen Jahr World Trade Center
verschossen hat. Und ich...
Waren es über 3000 Rollen oder sowas, 3600 Rollen, es war eine unfassbare Anzahl,
die man sich gar nicht vorstellen konnte, was überhaupt dieser Film gekostet
hat, plus das Scannen, plus das Durchschauen und jetzt kann man sich ja denken,
dass vermutlich auch darunter, wenn man jedes Jahr diese Bilder durchgucken würde,
doch wieder ein kleiner Diamant rauskommen würde, ein Golden Nugget,
was man noch nicht gesehen hat, was noch niemand von uns gesehen hat Und was
irgendwann vielleicht doch nochmal ein ganz bekanntes, berühmtes Foto werden
kann, was gerade noch nicht entdeckt ist, was aber vielleicht in zehn Jahren
eine wahnsinnige Relevanz hat, weil sich einfach gesellschaftlich was ändert.
Ja, genau. Also dieser Wert, der in der Fotografie dann drin steckt,
dass viel, je nachdem, wie sich der Kontext entwickelt, Bilder nochmal eine
ganz neue Bedeutung gewinnen.
Ja, wichtiger Punkt. Und auch, was du vorher gesagt hast,
dieses erstmal davon auszugehen bei Projekten, sich zu fragen,
was interessiert mich eigentlich,
ohne jetzt schon zu weit nach vorne zu denken, Was könnte vielleicht irgendwo
auf Social Media oder an anderen Orten gut ankommen?
Ich glaube, klar ist das, wenn
ich professionell arbeite, auch immer ein Gedanke, den ich mittragen muss.
Aber ich glaube, wenn man auf die Art und Weise an Projekte rangeht,
dann entwickelt man eben auch die entsprechenden,
ja, die Energie, den Ehrgeiz, sowas auch zum guten Ende zu bringen und dass
dann sich diese Fragen ja von selber beantworten und solche Projekte dann eben
auch den entsprechenden Erfolg finden und sich dann eben auch diese Zugänge
selber erarbeiten. Das ist ja auch bei dir so gewesen.
Dich hat ja auch niemand eingeladen und da gefragt, Mensch Philipp,
deine Bilder sind so toll.
Wir kennen dich zwar nicht, aber hast du Lust, DFB-Fotograf zu werden?
Also das zieht sich ja bei dir auch so durch deine Arbeit als Fotograf,
dass du immer wieder rausgegangen bist, dich gezeigt hast und eben mit deiner
Art überzeugt hast und dann sind die Türen aufgegangen.
Es ist absolut Teil der Wahrheit. Hast du natürlich vollkommen recht,
dass man das auf all seine eigenen Bereiche übertragen muss und kann.
Und ich finde, das ist immer so das Schöne.
Ich schaue mir jetzt, also jetzt hier in meinem Büro schlechtes Beispiel,
weil hier schon viele Sportsachen hängen, aber...
Für alle Bereiche. Ich schaue mir Bilder von dir an. Ich schaue mir Bilder von
Greg Williams an. Wen auch immer.
Muss gar kein bekannter, muss kein begnadeter Fotograf sein.
Muss noch nicht mal ein Fotograf sein. Aber irgendwo kann ich immer was für mich rausziehen.
Und wenn es nur ein Koch ist, der Zutaten anders miteinander kombiniert,
wenn es ein Musiker ist, der die Gitarre und das Klavier und den Bass oder sowas
so kombiniert, wie ich es noch nie gehört habe.
Und all diese einzelnen Zutaten kann ich jetzt ja schon in die Fotografie übersetzen und überlegen.
Und das ist vielleicht ein ganz schöner Übergang.
Ich mache jetzt zum vierten Mal Olympische Spiele und habe jedes Mal versucht,
ein bisschen was anderes zu machen. und dieses Mal habe ich überlegt,
was kann ich denn noch so anderes machen.
Nehme ich eine Kinderkamera mit, Max Gullis hat immer einen Gameboy,
mit dem er fotografiert in, weiß gar nicht, was das ist, 16-Bit oder sowas.
Also es sieht aus wie ein Super-Nintendo-Spiel oder wirklich ein ganz altes
Gameboy-Spiel, eher erstes Gameboy-Spiel, weil nur eine Farbe,
beziehungsweise halt zwei.
Und ich habe jetzt überlegt, was kann ich denn dieses Jahr machen,
was ich sehr interessant finden könnte.
Und ich habe viele Wege am Anfang verfolgt und überlegt, was möglich ist.
Füllen, geht man vielleicht sogar auf Glasplatte, Großformat,
geht man auf Mittelformat, was ist auch vor Ort irgendwie einigermaßen praktikabel.
Was passt aber auch mit dem zusammen, was ich total gerne mache,
also mit Leica-Kameras fotografieren.
Und mit dem Blick in die Geschichtsbücher habe ich gesehen, es gibt eigentlich
eine sehr interessante Kamera, das ist die Leica R8 und die Leica R9. und,
Ich habe aus dem Filmbereich, das klingt jetzt bizarr,
aber man hat solche Objektive immer in einem Koffer, ein Koffer voll Leica Air
Objektive und diese Kamera ist die, glaube ich, einzige Kleinbildkamera,
der du die Rückplatte tauschen kannst und die dann wirklich in einem System von 2000.
Roundabout, auf digital umristen kannst.
Ich fand es jetzt eigentlich super spannend, mir noch eine analoge Digitalkamera
umzuhängen, wo ich sagen kann, heute schieße ich mal digital mit einem 10 Megapixel,
10 oder 12 Megapixel Sensor von Kodak.
Das ist noch ein CCD-Sensor, also schon sehr besondere Farben, hat was ganz eigenes.
Und morgen ziehe ich das digitale Rückteil ab und lege mal einen Schwarz-Weiß-Film ein und einen Farbfilm.
Und habe da jetzt irgendwie Brennweiten zwischen 19 Millimeter und die höchste,
die ich jetzt noch geholt habe, Das war eine 180 Millimeter mit Offenblende
2.8 für dieses System und ist nur ein nice to have.
Keiner fragt nach den Bildern, aber ich für mich möchte gern was machen,
was mich anspornt, neue Bilder und neue Motive zu sehen, weil ich eben neue
Zutaten mit reinbringe.
Und mir ist es jetzt schon klar, dass da einiges passieren wird.
Einiges werde ich sehen, was ich vorher nicht gesehen habe, weil ich jetzt vielleicht
an der Stelle eine 180 Millimeter Festbrennweite drauf habe,
wo ich sonst mit meinen zwei Digitalkameras irgendwo was anderes gemacht hatte.
Mit der Leica Q wäre ich sehr weitwinklig gewesen oder mit der Leica SL wäre ich vielleicht auf.
Von diesen 280 auf 90 Millimeter runter. Oder vielleicht hätte ich da eine Festbrennweite,
eine andere drauf gehabt.
Und da bin ich jetzt sehr, sehr gespannt, was passiert auch,
weil ich natürlich ISO-technisch ganz anders mich limitieren muss.
ISO 400 ist schon hier sehr, da sind wir schon am Limit, was der Sensor kann.
Also besser auch ISO 100 unterwegs sein. Aber vielleicht entstehen hier ganz
tolle Bilder mit Offenblende und einem Achtel bei Dunkelheit,
die ich so nie hinterfragt habe, weil ich nie diesen Weg gehen musste.
Und da bin ich jetzt schon sehr interessant. Ich werde nicht alle Objektive
mitnehmen, aber ich werde gucken, dass ich mir irgendwie so drei,
vier Objektive mitnehme und sage, okay, heute gucke ich ein bisschen mehr auf das Weitwinkliche,
morgen gehe ich ein bisschen mehr auf den Sport und gucke mal,
was ich mit dem 180er machen kann.
Den Tag drauf lasse ich das 180er vielleicht drauf und lege einen Schwarz-Weiß-Film ein.
Und so freue ich mich jetzt einig, dass ich da ein Tool gefunden habe,
auch mit großem Dankeschön an den Leica Store Stuttgart, der mir hier mal eine
Leihstellung gegeben hat, mit der Option, das Ding danach auch zu behalten, wenn es mir gut gefällt.
Und ganz viele Leute aus dem Leica-Kosmos mir irgendwie hier geholfen haben,
dass wir das in die Reihe bringen konnten und rechtzeitig hinbekommen haben.
Und da bin ich jetzt zum Beispiel sehr, sehr gespannt, so als kleines Beispiel,
wie kann man die Zutaten wieder anders in den Einkaufskorb schmeißen.
Es kommt ein ganz anderes Gericht dabei raus. Mhm.
Ja, klasse. Ich habe mich ja im Vorgespräch eben schon als wenig bewandert in
Sachen Kamerawissen geoutet.
Ich fotografiere seit über zehn Jahren mit zwei Kameramodellen.
Also ich finde das aber dann wirklich bemerkenswert, wie du jetzt speziell eben
um dich neu herauszufordern und mit einer ganz speziellen Idee im Kopf dann
dir neues Equipment besorgst.
Also das finde ich ist eine Herangehensweise, die mir sehr sympathisch ist.
Es ist jetzt nicht dieses reine Gers-Syndrom, alles was neu ist,
irgendwie muss ich haben, aber weiß noch gar nicht so genau,
wofür ich es eigentlich einsetzen möchte.
Bei dir ist es dann wirklich, ja, es fördert dich in deiner Kreativität und
ich freue mich, da die Bilder zu sehen, die damit entstehen mit dieser Kamera,
mit dieser Herangehensweise.
Hast du da noch, du hast eben schon ein bisschen was gesagt,
wo du dir vorstellen könntest, sie einzusetzen, aber konkrete Wettkämpfe,
konkrete Situationen, wo du glaubst, ja, da könnte sie gut zum Tragen kommen?
Also ich weiß noch gar nicht so ganz genau, was ich mit der Kamera machen möchte.
Und es ist ja tatsächlich auch nur so ein kleines Zeitprojekt.
Ich bin ja trotzdem von Team Deutschland und DOSB, DSM gebucht worden,
um die deutschen Athleten zu fotografieren. Und da muss ich natürlich abliefern,
wie die letzten Male auch, da ist nicht so viel Platz und Raum für Experimente.
Bedeutet, ich muss mal schauen, wie funktioniert die Kamera zum Beispiel mit
dem Leica SF24D Aufsteckblitz, die damals vermutlich noch genau für so eine
Kamera entwickelt worden ist. Muss ich mal testen.
Wie funktioniert die denn damit? Was kann man denn vielleicht blitzen?
Dann werde ich mir mal anschauen müssen, welches Objektiv funktioniert denn
wie gut? Der Sensor hat einen Kopf von 1,3.
Das ist vermutlich für das 180er gar nicht so schlecht, weil ich nochmal einen Ticken näher rankomme.
Und erfahrungsgemäß ist man im Winter immer zu weit weg. Also die größte Brennweite,
die ich dabei habe, geht sogar bis 600 Millimeter hoch und die werde ich auch
definitiv hier und da mal brauchen.
Und dann wird sich so ein bisschen zeigen, wo die Kamera ihre Stärken hat.
Also ich glaube, überall da, wo viel Licht ist, also tagsüber vielleicht auch
mehr so, behind the scenes ist vielleicht das falsche Wort, aber alles so,
was dazwischen und danach passiert. Nicht die Sachen, die unbedingt in diesem Moment stattfinden.
Aber vielleicht der Moment, wenn jemand vom Treppchen nach der Medaille runterläuft.
Vielleicht, wenn man jemanden ganz kurz mal für ein Porträt bekommt,
sagt man, hey, ich habe hier noch eine spezielle Kamera.
Kannst du noch 30 Sekunden dafür opfern, dass wir damit was machen?
Bedeutet, es wird ein bisschen mehr ein netzes Zeitprojekt, was ich versuche,
abseits des Jobs durchzuziehen und einfach mich auch so diese 23 Tage,
die ich da unterwegs bin,
zu motivieren, um einfach weiterhin und dauerhaft Spaß zu haben und Bock zu
haben, jeden Tag rauszugehen.
Und natürlich würde ich jetzt lügen, wenn ich sagen würde, dass es nach Tag
15 noch genauso aufregend ist wie nach Tag 1.
Das ist natürlich so, dass sich gewisse Themen wiederholen und auch Wettkampfstätten
wiederholen und ja, auch vielleicht Athleten wiederholen. Das ist trotzdem immer
toll, aber natürlich ist man die ersten Tage ein bisschen gehypter als vielleicht die letzten Tage.
Und ich hoffe, dass diese Kamera mir vor allem dabei hilft, dauerhaft den Bock
daran zu haben, jeden Tag irgendwie 100% zu geben und was zu schaffen,
was vielleicht auch andere Leute inspiriert und die sagen,
alter, geile Idee, also eine R8 mit so einem digitalen Filmrückteil, das hätte keiner dabei.
Und hätte ich jetzt auch irgendwie in der Theorie nicht so gut bewertet,
da mit einer Kamera, die so ISO-schwach ist, hierher zu kommen und vielleicht
reden wir in zwei Monaten drüber und ich sage, hm.
Ja, 25 gute Bilder habe ich mit nach Hause bekommen und am Tag 4 habe ich sie
dann gar nicht mehr mitgenommen, weil es Probleme gab.
Vielleicht ist es aber auch so, und das ist jetzt das Schöne daran,
das muss nicht wasserdicht sein, im Sinne von,
da müssen jetzt x tolle Bilder rauskommen, sondern wenn ich am Ende 25 schöne
Bilder für mich mit nach Hause bringe, dann ist das vielleicht schon alles,
was ich mir davon erhofft habe. Wenn es mehr sind, dann freue ich mich riesig.
Aber vor allem geht es darum, den Kopf wieder ein bisschen aus den gewohnten
Wegen ausbrechen zu lassen und Dinge anders zu denken.
Da werde ich auf jeden Fall nachfragen. Also in zwei Monaten,
dann wenn du Zeit hast, setzen wir uns wieder zusammen.
Dann schauen wir auf die Olympischen Spiele.
Neben dieser Kamera, gibt es sonst noch irgendetwas, was du jetzt auch aufgrund
deiner Erfahrung von den vergangenen Olympischen Spielen, wo du dabei warst,
gelernt hast, was du diesmal anders machen wirst, wo du vielleicht bestimmte
Abläufe anpasst oder sagst du jetzt mit der Erfahrung, die ich jetzt gemacht habe,
jetzt habe ich so meinen Workflow gefunden, ich weiß, wie der Hase läuft bei Olympischen Spielen?
Also ich weiß mehr, wie der Hase läuft, als beim ersten Mal auf alle Fälle.
Dennoch sind olympische Spiele irgendwie jedes Mal Reizüberflutung und jedes
Mal muss man sich neu einfinden.
Also ich für mich vielleicht, weil ich auch jedes Mal versuche,
nicht den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, muss ich halt jedes Mal nochmal gucken.
Wo kommt man noch hin? Wo findet man eine Perspektive, die keiner hat?
Wie schaffe ich es vielleicht doch nochmal einen Meter näher dran zu sein?
Und und und bedeutet für mich ist es eigentlich schon immer herausfordernd,
auch wenn ich jetzt vielleicht bei manchen Sachen ein bisschen entspannter bin,
weil ich so dieses Grundequipment, ein paar Steigeisen, ein paar beheizbare Sohlen.
Merino-Unterwäsche, ein Einbein bei 600 Millimeter, so diese Spiele hat man
durchgespielt, da weiß man, die braucht man, das macht es vielleicht für mich
so ein bisschen entspannter.
Was ich gemacht habe für dieses Jahr, ich habe mir tatsächlich so ein Fitnessarmband geholt,
und wollte mal schauen, wie anstrengend diese Spiele für mich insgesamt sind,
weil ich natürlich jemand bin und das heißt natürlich, ich bin einfach jemand,
der viel Energie hat und häufig dann einfach auch zu viel macht und zu wenig schläft.
Und ich hoffe, dass mich dieses Band vor allem dazu bringt und erinnert, häufiger zu schlafen.
Also das war jetzt das, das habe ich mich nicht nur aus Interesse geholt,
sondern auch einfach mal, um zu sehen, wie sehr so ein Turnier vielleicht auch
schlaucht und wie sehr ich dann doch einfach besser werden muss,
meinen Schlaf zu priorisieren,
um irgendwie durch diese Tage einfach gesund und mit viel Energie zu kommen, um alles zu geben.
Das ist jetzt auf jeden Fall ein Learning gewesen aus den letzten Malen,
das ich gerne mal mitnehmen wollte.
Jeden Morgen aufstehen und zu sagen, ah, waren doch zwei, drei Stunden zu wenig
Schlaf, ist dann keine Option und ich merke jetzt schon, dass es mir schon gut tut.
Zumindest ein bisschen mal einen Überblick zu haben, wie viele Stunden ich wirklich
im Bett verbringe und mir das nicht immer schön rede.
Das war auf jeden Fall ein Learning.
Und ja, ein Learning ist auf jeden Fall immer weniger als mehr.
Jetzt packe ich wieder eine Kamera mehr ein. Da muss man mal dann gucken,
wie man es am Ende macht und ob es so für mich funktioniert.
Aber vor allem, glaube ich, offen rangehen und vor allem wirklich motiviert
dahin gehen und nicht am ersten Tag schon denken, Hoffentlich ist die Nummer
hier bald vorbei und man kommt dann wieder zurück.
Weil was schon auch klar ist, die Tage sind schon zäh, bei vermutlich teilweise
minus 20, minus 25 Grad den ganzen Tag draußen zu stehen.
Die Räume zum Arbeiten sind überfüllt. Es ist immer ein bisschen zu wenig Zeit,
es ist immer ein bisschen zu wenig Platz.
Es funktioniert immer irgendwas nicht so, wie man sich es wünscht und wie man
sich das vielleicht erhofft. Man ist ganz häufig enttäuscht,
fühlt mit den Athleten mit, wenn jemand nach dem ersten Durchgang auf dem ersten Platz ist.
Das hatten wir vor vier Jahren beim Skialpin und dann nach dem letzten Ablauf
man irgendwie einen blöden Fehler macht und dann auf Platz vier irgendwie vom Podest gespült ist.
Das ist nicht nur für die Bilder schade, sondern vor allem ich zumindest fiel
immer mit den Athleten und Athletinnen mit, was einem dann wehtut und so muss
man gucken, dass man auch emotional einfach.
Einfach auf der Reise bleibt, rechts und links ein paar Sachen findet,
dass man auch mal kurzzeitig aus dem Alltag ausbrechen kann,
sei es mit Musik, sei es vielleicht mal mit einem Podcast,
einem guten Telefonat, mit einem Freund und sich nicht nur drei Wochen hinter
der Arbeit komplett versteckt und da abtaucht und gar nichts anderes mehr rechts und links sieht.
Ich kann mir vorstellen, wie intensiv das Ganze ist,
die Tage, wie vollgepackt die sind und es geht glaube ich auch schon jedem,
der das nur vom Fernseher verfolgt, da überhaupt den Überblick zu bekommen bei
dem vielen Wechsel zwischen den Wettkämpfen hin und her und wie das dann eben für dich sein muss,
die entsprechenden Motive dann auch zu finden und alles zu koordinieren,
im Anschluss dann die Bilder zu bearbeiten, auszuliefern.
Also da ist ja einiges, was anfällt und ich hoffe, dass du das immer mit gut
gefülltem Akku machst und dann eben auch diese Momente findest,
um dich zwischendurch auch wieder ein bisschen zu regenerieren.
Da sprechen wir auf jeden Fall drüber im Nachhinein.
Bin auch gespannt, ob ihr dann daraus einen weiteren Bildband macht,
so wie ihr das von den vergangenen olympischen Spielen, wo ihr dabei gewesen
seid, in eurem Team wieder herausgeben werdet.
Das lassen wir uns dann mal oder heben wir uns mal auf dieses Thema.
Was mich noch interessieren würde in der Vorbereitung auf so ein Event,
wie intensiv beschäftigst du dich da mit den einzelnen Disziplinen und auch mit den Athleten?
Es ist ja nicht so wie im Fußball, wo du, glaube ich, noch stärker drinsteckst
und bei einer Weltmeisterschaft dann auch die Spieler sehr, sehr gut kennst.
Bei den Olympischen Spielen sind dann häufig auch mal Randsportarten dabei,
auch Athleten, die nur dann alle vier Jahre mal im Mittelpunkt stehen.
Und du als Fotograf musst dann natürlich auch mit gewissem Vorwissen reingehen in solche Wettkämpfe.
Auf wen gilt es da zu achten? Wer sind die Favoriten?
Wer ist besonders schillernd?
Wie lange im Voraus fängst du da an, dich auch schon mit dieser Brille vorzubereiten?
Ja, es ist eine sehr, sehr gute Frage und ich werde sie leider nicht ganz befriedigend
beantworten können, weil man sich natürlich wünscht, dass man eigentlich ab dem Moment, wo...
Die Trainingslager losgehen, wo die Weltcup-Saison startet, also einfach da
der Beginn der Wintersaison und vielleicht auch schon so ein bisschen davor,
man sich so langsam wieder einfindet und guckt, wie läuft es bei dem, wie läuft es bei dem.
Es ist tatsächlich so, dass ich mir ein bisschen schwer tue,
alles zu überblicken, wo ich Aktien, sag ich mal, mit drin habe,
wo ich einfach Leute kenne.
Ich folge ja, bin ja mittlerweile so an diesen Punkt angekommen,
wo ich gar nicht mehr primär Teams folge,
sondern ich folge den Leuten, die ich kenne und dann gibt es Leute,
mit denen hat man mehr Kontakt und dann bekommt man auch mal mehr mit,
weil man vielleicht auch mit denen besseren Draht hatte oder über die Jahre
mal fotografiert hat, jetzt auch auf dem Weg zu Olympia.
Wusste ich zum Beispiel, habe ich ein paar, zwei, drei Kampagnen geschossen mit Olympioniken,
wo du dann wusstest, wie läuft es bei dem und dann bist du auch danach wieder
so ein bisschen, hast das Auge mehr davon offen und guckst, wie läuft es denn
hier, wie läuft es denn da, neue Disziplin mit Skibergsteigen kommt dazu.
Zwei ganz, ganz tolle Athletinnen, die da dabei sind und dann verfolgt man da
schon insgesamt, wie es läuft, aber mit Fußball, mit Basketball,
mit auch den Sachen, die aus dem Sommer weiterlaufen, sei es Zehenkampf,
leichter D-Tick im Allgemeinen,
oder auch Handball, was ja jetzt ja gerade wieder läuft,
ist es sehr, sehr schwierig, sich jetzt bei den Olympischen Spielen bei weit
mehr als über 200 Athleten und Athletinnen sich darauf ordentlich vorzubereiten
und zu wissen, was wie funktioniert.
Also für manche Sportarten interessiert man sich automatisch ein bisschen mehr,
da weiß man ein bisschen mehr, was passiert, aber ich könnte jetzt auch nicht
alle Athleten und Athletinnen aufzählen und sagen, ja, die machen das,
die machen das, die machen das,
die hat die und die und die Medaillenschance bei ein paar Weißigst und ich versuche
mich da rein zu finden immer und interessiert zu sein, vor allem dann auch während den Spielen.
Aber was bei uns schon auch dazugehört, ist immer ein kleiner Vorausblick mit
dem DOSB, wo man sagt, hey, das sind alles Favoriten, die sind gerade alle gesund,
hier hat sich jemand verletzt, da hoffen wir, dass rechtzeitige Comeback klappt.
Das sind für uns die Zugpferde, wo wir irgendwie hoffen, dass es um eine Medaille geht.
Und dann sind es auch ganz häufig auch nochmal Tagesupdates oder am Vorabend,
wenn man darüber spricht, hey, morgen steht für dich das und das und das im Eiskanal an.
Das könnten schon drei Medaillen sein, das ist wichtig. Oder auch,
hey, der war eigentlich für uns auf dem Medaillenkurs, der tut sich aber gerade extrem schwierig.
Genauso geht es aber auch um Geschichten, die man wissen muss von,
hier ist jemand bei seinen zweiten, dritten, vierten Olympischen Spielen vielleicht,
der könnte die zweite, dritte, vierte Medaille gewinnen.
Diese Athletin ist auch Sommerathletin und hat hier eine Medaille gewonnen und
könnte eine der ersten Athletinnen oder die erste Athletin sein,
die auch im Winter hatten wir in Beijing, eine Medaille in beiden.
Olympischen Spielen Sommer wie Winter gewonnen zu haben. Und das sind alles
so viele Geschichten, die abseits des reinen Erfolges auch nur laufen, um sie zu erzählen.
Zum Beispiel auch ein Comeback von jemandem, der es noch schafft,
überhaupt wieder zurückzukommen, weil er sich zum Beispiel die Achillessehne
gerissen hatte oder einen Kreuzbandriss hatte.
Das sind ja auch alles so tolle Geschichten, die es wert sind,
erzählt zu werden, dass es da jemanden braucht, der uns da auch immer mit ins
Boot holt und einmal updatet und sagt, hey, besondere Geschichte,
Medaillenschance, hier könnte es schwierig werden, tut sich schwer,
nochmal was ganz anderes, da mal ein Auge drauf haben. Ja, genau.
Es sind ja nicht nur die Geschichten von den Siegern, die dann am Ende auf dem
Treppchen stehen, die interessant sind, sondern das viele drumherum und da den Blick zu behalten.
Ja, drücke die Daumen, dass du da wieder mit vielen emotionalen Momenten auch
zurückkehrst, so wie in den vergangenen Jahren.
Schauen wir auf jeden Fall drauf. Auf Olympia steht jetzt an.
Im Sommer bist du dann bei der WM mit dabei, bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko.
Viel Reiserei wahrscheinlich dann auch damit wieder verbunden.
Bist du jemand, der Projekte nacheinander abarbeitet, sprich der Fokus jetzt
erstmal auf Olympia oder bist du auch schon mit einem Auge im Sommer beim DFB?
Sportler sagen ganz häufig irgendwie one game bites time.
Ein Spiel für Spiel, von Spiel zu Spiel denken.
Ich versuche es häufig so zu machen, wenn es zu viel wird,
dass ich versuche es zu priorisieren und sage, okay, jetzt ist alles klar,
die Woche vor Olympia, da ist der Fokus ganz klar da, da muss ich schauen,
dass alles da ist, dass alles angekommen ist und versuche, dass es genauso klappt,
wie ich mir das erhoffe.
Nichtsdestotrotz ist es bei mir so viel, dankbarerweise so viel,
dass trotzdem ganz viel parallel läuft Und auch während den Olympischen Spielen
wird es Vorbereitungen geben für Aufträge,
die danach kommen Und jetzt auch vor Olympia sind wir gerade an der Produktion
in Kapstadt dran Natürlich geht es auch schon um die erste Länderspielmaßnahme im März,
über die man nachdenkt und über die man spricht Es gibt ein paar,
ja auch private Themen, an denen man arbeitet, die auch in irgendeiner Form
dann was mit der Fotografie und mit dem Jahresplan zu tun hat.
Es gibt Kunden, mit denen man jetzt schon darüber spricht, was das Jahr über
passiert, dass man einfach sagt, hey, mit euch würde ich gerne zusammenarbeiten,
wollt ihr mir sofort die Slots weg sind und nicht mal sagen, was bei euch so ansteht.
Und so ist es am Ende doch ein Erkochen auf vielen Herdplatten und ein Jonglier
mit vielen Bällen in der Luft aber.
Wenn es hart auf hart kommt und wenn dann die Schlag- und Stoßzeiten kommen
dann ist es schon so voller Fokus auf ein Projekt und dann ist irgendwo ein
Randfokus wo man priorisiert die Themen,
die dann auch und dann wenn sie wirklich brennen anfängt nach und nach abzuarbeiten
dass niemand vergessen wird dass alles so angeschoben wird, dass es danach nahtlos
einfach weitergeht, weil es ist natürlich auch so,
wenn ich von Olympia zurückkomme, dann muss der Kalender auch danach oder sollte
im besten Fall schon etwas gefüllt sein, dass es da einfach weitergeht und nicht,
dass ich erst wieder zurückkomme und dann braucht es drei, vier Wochen,
bis bei mir in der Selbstständigkeit die Anfragen beantwortet sind und nach
und nach sich wieder eindrudeln,
bearbeitet werden und dann auch wirklich stattfinden.
So ein striktes Nach- und Nach-Abarbeiten, das gibt es in der Selbstständigkeit nicht.
Ein gewisser Vorausblick gehört dazu, dass du da immer schon zwei,
drei Schritte eben auch in die Zukunft denkst, aber in dem Moment dann eben
möglichst den Kopf auch frei hast, dich auf die Aufgabe zu konzentrieren,
aber immer die Perspektive im Blick behalten.
Über die WM werden wir auch nochmal sprechen. Also ich denke mal,
in diesem Jahr werden wir drei Podcasts dann insgesamt hinbekommen.
Bei all dem, was du gerade aufgezählt hast, das klingt nach unheimlich viel,
was du machst. Also die zeitlich begrenzten Aufträge in Sachen Werbung,
auch Sportler-Shootings.
Dann deine Aufgabe als Teamfotograf, DFB für das DOCB.
Bist du dabei bei Olympia und dann begleitest du auch noch die Hacro Merlins
Kreilsheim, Basketball, zweite Liga.
Und in der Vergangenheit hast du immer wieder auch Zeit für persönliche Fotoprojekte gefunden.
Also ich erinnere mich, du hast über deine Reise nach Kuba damals eine Ausstellung
im Anschluss gemacht. Du hast ein Magazin herausgegeben, ISO 400.
Du warst in Kolumbien, hast einen Basketballer begleitet bei seiner Länderspielreise.
Also immer wieder mal auch, abseits von dem, womit du dein Geld verdienst,
hast du dir solche Projekte rausgesucht.
Gibt es dafür aktuell noch Zeit oder immer weniger?
Ist schon leider so, dass es immer weniger ist, was da zur Zeit gefunden wird und werden kann.
Also wann immer, ich habe jetzt einen Prototypen, die Leica Q3M,
die Monochrome von denen hatte ich, da habe ich mir einen Skateboardfahrer,
den ich in New York kennengelernt habe, der in Berlin lebt,
getroffen und mit dem einen Tag produziert und das einfach so fürs Herz gemacht.
Und weil ich Lust hatte, die Kamera auszumobieren und ein bisschen was wieder
zu den Wurzeln, wo ich herkommen machen wollte, nämlich Skateboard fahren.
Solche Sachen versuche ich schon weiterhin zu machen, aber ich merke,
dass es wenige Tage im Jahr sind, wo sowas funktioniert.
Ich merke auch, dass ich an einem Punkt bin, wo es auf jeden Fall so viel ist,
wo man aufpassen muss, dass es nicht dauerhaft zu viel ist,
und muss natürlich trotzdem auch ein bisschen aufpassen, dass ich mich und meine
Fotografie nicht übersättige.
Und ich muss trotzdem immer noch, wenn ich gebucht bin und wenn ich auch in
der Freizeit Lust haben möchte, die Kamera in die Hand zu nehmen und auch die
Sonderenergie zu haben, um jetzt so ein Leica R8-Projekt zu machen,
was sich ja irgendwie jetzt so was Freies mit was Kommerziellen oder mit einem
Job miteinander zu verbinden, da weiterhin Bock drauf habe und nicht an diesen
Punkt komme, wo ich sage, jetzt arbeite ich einfach ab und dann ist gut.
Und ich habe letztes Jahr, war ich drei Wochen in Brasilien,
habe da Urlaub gemacht und haben geheiratet.
Da habe ich natürlich auch viel Lust verspürt zu fotografieren.
Und das ist dann für mich doch auch irgendwo ein preises Projekt,
auch wenn jetzt nicht bis dato direkt ein Magazin oder eine Ausstellung daraus resultiert ist.
Man merkt aber auch, desto länger man im Geschäft ist.
Desto selektiver ist man mit den Bildern, die man macht.
Und dann merkt man vielleicht auch irgendwann, so wie es halt vor zehn Jahren
cool war zu sagen, hey, ich war in Kuba, wir machen eine Ausstellung über Kuba,
dass irgendwann vielleicht drei Wochen nicht mehr reichen, um dem Anspruch zu
genügen, um dann eine Ausstellung oder ein Magazin daraus zu kuratieren.
Und dann ist es vielleicht sowas wie letztes Jahr, und das sehe ich schon auch,
weil man damit kein Geld verdient, absolut als freies Projekt,
beziehungsweise vorletztes Jahr,
jetzt mit dem neuen Jahr, ist es schon vorletztes Jahr gewesen,
dass ich trotzdem drei Ausstellungen 2024 gemacht habe.
Ich habe eine im Leicastor Stuttgart in der Galerie, wunderschöne,
große Galerie mit Vernissage, mit Finissage.
Da haben wir das Thema DFB abgearbeitet in den letzten acht Jahren,
wo ich da fotografiert habe, sowohl analog als auch digital mit vielen Bildern,
die man so noch nicht gesehen hatte.
Das fühlt sich vielleicht nach außen an wie ein kommerzielles Projekt,
aber es ist für mich schon ein sehr, sehr freies Projekt,
weil damit auch mehr Kosten und Zeit entgegenstehen, entgegenstehen,
als dass ich damit irgendwie einen Euro verdiene und eine Ausstellung ist für
mich eigentlich fast immer was, was sich sehr frei anfühlt und wo ich von außen
wenig mir jetzt jemand reinquatsche und sage, bitte dieses Bild nicht verwenden oder sowas.
Genauso hatten wir im Leica Store Heidelberg damals eine Ausstellung über die
letzten 10, 15 Jahre meiner Fotografie, auch einen Mix aus analogen,
aus digitalen Bildern, gar nicht festgefahren auf nur freie oder nur kommerzielle.
Produkte, da waren da hat man den Dirk Nowitzki gesehen da hat man den Roger
Federer gesehen man hat aber auch genauso gut Bilder aus Kalifornien gesehen,
da hingen Bilder aus Kuba und es war echt ein sehr sehr schöner Rückblick auf die, ja,
auf vielleicht mein komplettes Werk bis zu diesem Zeitpunkt an Fotografien und
das ist wie gesagt dann doch irgendwo was,
freies und genauso hatten wir noch dann auch in Wetzlar Bei Leica nochmal eine große Ausstellung.
Wir hatten Ausstellungen über die Olympischen Spiele, damals in dem Jahr noch
eine kleine Popup-Ausstellung mit einem freien Event, wo wir fast zwölf Stunden
mit Leuten an einem Workshop gearbeitet haben,
durch Ausstellungen geführt haben, über Themen gesprochen haben, Fragen und Antworten.
Parat standen für all die Interessierten, die da waren, die uns mit den Büchern
immer unterstützt haben, haben Bilder verlost.
Und das sind für mich schon Sachen, die sich für mich sehr nach freien Projekten
anfühlen, auch wenn sie es nicht im klassischen Sinne sind, in Form von,
so, ich fahre jetzt, und da beneide ich dich sehr drum, ein paar Wochen nach
Kuba, ich fahre ein paar Wochen nach Argentinien und habe jetzt nicht den Stress,
jeden Tag vor die Tür gehen zu müssen, weil ich weiß, in zehn Tagen ist mein
Rückflugticket, hier muss ich alles mitnehmen.
Und so versuche ich es für mich trotzdem schön zu machen, dass es sich gut anfühlt.
Wenn du mich jetzt aber fragen würdest, hey, würdest du gerne häufiger freier
sein mit den Arbeiten, die du dir aussuchst und häufiger vielleicht auch mal
vier Wochen haben, wo ich sage, da kümmere ich mich nur um dieses Thema.
Und wenn es dann ist, ich fahre vier Wochen in Land und nehme vielleicht auch
zwei Wochen, habe ich die Freiheit, die Kamera gar nicht in die Hand zu nehmen,
weil ich es gerade nicht fühle, dann würde ich das auf jeden Fall aber auch bejahen.
Ja, gibt vielleicht dann irgendwann auch den Moment wieder, wo du das verstärkt machen kannst.
Das sind ja diese Phasen, über die wir auch schon gesprochen haben und ja aktuell
passt es dann auch nicht rein.
Und ich glaube, dann sollte man das auch realistisch betrachten und schauen,
wie viele Ressourcen einem zur Verfügung stehen, weil wenn man sich da übernimmt,
dann macht man vieles, aber nichts wirklich gut.
Und ja, dann erstmal Fokus dieses Jahr auf Olympia und auf die Fußball-WM mit
den beiden Großereignissen, die anstehen.
Philipp, was ich aber gesehen habe, ich weiß nicht, ob das ein Auftrag war oder
ob das mal so ein kleiner Abstecher in eigener Sache war, aus eigenem Interesse
heraus, du warst kürzlich in Marokko beim Finale des Afrika-Cups,
erzähl nochmal ein bisschen was dazu, wie ist es dazu gekommen?
Ende Oktober, Anfang November hatte ich eine Anfrage in meinem Postfach über
die Reise nach Marokko zum Afrika-Cup-Finale und ich dachte so, wow,
was für eine besondere Anfrage kurz vorm Abflug von einer zehntägigen Produktion
in Kapstadt und habe mich extrem darüber gefreut.
Ich liebe Fußball, ich liebe alles, was ein bisschen verrückter ist als das,
was man so bei uns in Europa sonst so sieht.
Und man weiß natürlich, dass Marokko da als Favorit vielleicht reingehen kann
und vielleicht einen Titel im eigenen Land holen kann.
Das hat sich natürlich für mich erst mal nach Fußballmärchen angehört.
Und ich war schon zwei-, dreimal, ich glaube dreimal in Marokko.
Die allererste Fotoausstellung, die ich gemacht habe, war in Marokko.
Also dadurch hat sich für mich oder waren Mitbildern aus Marokko und da hat
auch so ein bisschen das die Selbstständigkeit und das Interesse meiner Fotografie
so ein bisschen losgegangen.
Da hat sich dann für mich auch gewissermaßen so ein kleiner Kreis geschlossen.
Dementsprechend war ich extrem froh, als dann auch die Zusage kam,
dass ich den Job bekommen habe und habe mich dann sehr, sehr drauf gefreut.
Vor Ort hat man dann aber gemerkt, da ist extrem viel Spannung drauf.
Es ist extrem viel Druck auch drauf von den Leuten, die da vor Ort sind.
Und das hat es für mich so ein bisschen schwer gemacht, auch das Ereignis als solches zu genießen.
Ich muss auch sagen, dass ich, davor war ein NBA-Spiel, das erste NBA-Spiel
in Berlin, was wir begleitet haben.
Ich bin um zwei Uhr, glaube ich, nach Hause gekommen.
Ich hatte um drei Uhr alles zusammengepackt für den nächsten Tag für einen Abflug.
Ich glaube, ich bin um vier Uhr dreißig dann aufgestanden, saß kurz danach im
Taxi Richtung Flughafen, bin schon um sechs Uhr abgeflogen.
Waren sehr anstrengende Tage insgesamt und habe gehofft, dass ich in Marokko
bis in Sonne und ein paar Grad mehr tanken dürfte, als das Wetter in Berlin hergegeben hat.
Und es war zwar etwas wärmer, aber es war immer noch einstellig und es hat einfach
diese Freitag bis Montag, war nur ganz kurz da, einfach wirklich nur geregnet.
Und ich hatte trotzdem ganz viel Spaß, ich habe aber leider nicht so viel vom
Land drumherum dann gesehen, wie ich mir es vielleicht für so einen kurzen Ritt noch erhofft hätte,
aber ich bin trotzdem mit einem sehr positiven Gefühl nach Hause gekommen und
fand es schön und war sehr dankbar dafür, wo mich der Job dann doch wieder hinführt
und was ich alles sehen darf und Kulturen kennenlernen darf.
Von dem her war es trotzdem für mich ein ganz tolles und besonderes Erlebnis,
was ich so sicherlich nicht vergessen werde.
Aber das Spiel war jetzt ja am Ende dann auch kein Fußballmärchen.
Senegal hat das Spiel ja dann gewonnen.
Dadurch gab es jetzt nicht Jubeltrauben in der ganzen Stadt und alles war überfüllt
und übervoll mit Marokko-Fans, sondern so ein bisschen das Gegenteil war dann der Fall.
Und der Abend hat sich dann vielleicht auch so ein bisschen angefühlt,
als wäre er wirklich ins Wasser gefallen, wortwörtlich. Die Straßen standen
zentimetertief unter Wasser.
Marokko hat das Ding dann last minute verloren und die Bilder,
die man sich vielleicht erhofft hat von unzähligen Menschen,
die in Marokko feiern, auf den Straßen sind und man sowas auch persönlich neben
der Fotografie miterleben darf,
hat sich dann leider nicht bewahrheitet und dort abgespielt.
Manchmal sind die Gegebenheiten oder entwickeln sich die Dinge dann nicht ganz
so, wie man sich das ausmalt oder wünschen würde.
Aber sicherlich eine spannende weitere Erfahrung.
Ich habe gesehen, du hast ein paar Bilder hier auch von Fans gemacht.
Das wäre jetzt sowas, was mich interessiert hätte, wenn ich da gewesen wäre.
Also das Stadion an sich und das Spiel, das sieht alles so aus,
wenn man nicht wüsste, das ist in Marokko eine moderne Arena,
könnte überall in der Welt sein mittlerweile, aber so das Drumherum,
wie die Fans feiern in Afrika,
das stelle ich mir schon spannend vor.
Und wäre sicherlich auch was gewesen, wo du richtig reingegangen wärst,
mit dem Reportageansatz da zu versuchen, ein bisschen drumherum eben diese Bilder einzufangen.
Aber ja, manchmal gibt es die Zeit und der Verlauf dann nicht richtig her.
Ja, leider so war es in diesem Fall. Es war super eng.
Ich konnte keinen Tag früher und auch hinten raus war es bei mir mit Olympia
eng und wollte dann eigentlich auch wieder zügig tatsächlich zurückkommen.
Und jetzt mit dem Wetter war ich dann natürlich auch, ehrlich gesagt,
schon ein bisschen froh, dass es früher als später zurückgegangen ist.
Aber trotzdem Marokko und natürlich eine ganz andere Kultur wieder bei uns.
Und das liebte ich natürlich extrem, da einzutauchen und das mitzunehmen.
Und ich habe trotzdem irgendwie meine Zeit gefunden, mal alleine im Café zu
sitzen und morgens einen Kaffee zu trinken und ein bisschen da zu lauschen und
zu gucken und ein paar Sachen zu beobachten.
Aber natürlich ist Rabatt, wo wir jetzt waren, auch nicht so eine belebte Stadt,
wie es vielleicht Marrakesch ist und der Markt in Marrakesch,
wo einfach immer was los ist und wahnsinnig viel in den Straßen lebt.
Das war tatsächlich mehr so ein Abtauchen für den Job und ein In-and-Out und
vielleicht nicht ganz so viel fürs Herz, wie man sich sonst erhofft hat.
Philipp, zum Ende würde ich gerne nochmal dich nach ein paar Tipps fragen.
In der vergangenen Folge oder in dem Gespräch bei dir haben wir auch viel über
Inspiration außerhalb der Fotografie gesprochen.
Wir haben über Bücher gesprochen, über Filme.
Auch jetzt in diesem Gespräch haben wir da so ein bisschen drauf geschaut.
Gibt es in der vergangenen Zeit irgendetwas, was du gelesen,
gesehen hast, was dich inspiriert hat, mit Blick auf die Fotografie,
aber auch nicht zwingend?
Ja, also mich hat vor allem auch, muss ich sagen, an Büchern,
die ich zuletzt gelesen habe oder auch schon ein bisschen länger her,
muss ich auch einmal die Blumen mal nicht zurückspielen, dein Buch mir sehr gut gefallen.
Es ist ja auch häufig so, dass man viele Dinge weiß und sie einfach nur nochmal
lesen muss, immer wieder sich mal, ja, mal wieder damit in Verbindung kommen,
dass man sie mal wieder sieht, mal wieder hört, mal wieder spürt,
sich ins Gedächtnis ruft.
Und so eine Sache, mit der ich jetzt dieses Jahr wieder angefangen habe,
war die Biografie von Steve Jobs, die offizielle, mir als Hörbuch mal wieder
anzuhören, weil Steve Jobs irgendwie ganz viele Dinge immer anders gemacht hat, anders gesehen hat.
Das fand ich irgendwie sehr motivierend, inspirierend, seinen Weg da mitzubekommen, noch mal zu hören.
Das ist eigentlich was, was ich, glaube ich, alle ein, zwei Jahre mir mal zumindest
in Auszügen wieder ansehe, anhöre. sonst bin ich in letzter Zeit wieder relativ viel so in,
Analoge Straßenfotografie, auch gerade 80er, 90er Jahre.
Ein bisschen abgedriftet, Joel Mayowitz, Reportagen auch von Thomas Höpker.
Sachen, die nicht alle zwangsläufig mit dem Sport zu tun haben,
auch Band-Reportagen habe ich mir mal ein bisschen mehr angeguckt und habe auch
ein bisschen versucht, vor allem abseits der Technik zu denken.
Also welche Weichen muss ich vielleicht wie im Kopf stellen,
um Dinge anders zu sehen?
Sind es Details? Sind es längere Verschlusszeiten? Ist es vielleicht auch mal,
egal wie cool man es findet, mit einer offenen Blende zu fotografieren,
aber wie kann auch mal eine Blende 8, eine Blende 11 aussehen?
Wie kann es im direkten Kontrast aussehen?
Wie sieht es eigentlich aus mit Crops? Wie sehr, ich war früher immer einer,
ich wollte nicht so sehr croppen, habe immer auch das Gefühl verspürt,
die Bilder so zu schießen, wie ich sie am Ende zeige.
Manchmal hat man das Gefühl, man kommt sonst nicht so nah ran und dann tut auch
mal ein Job ganz gut und so habe ich versucht, das ein bisschen weiter noch
aufzuweichen, ist vielleicht ein falsches Wort, aber den Kreis an Dingen,
die ich mag, die ich gut finde, ich ausprobiere,
ein bisschen offener zu halten und ein bisschen wieder davon wegzukommen,
wie ich vielleicht die letzten 12, 24 Monate durchdacht habe und was gut funktioniert.
Hat für mich und auch vor allem,
was mich in letzter Zeit auch immer mehr reizt, ist Fotografien auch,
na klar, alltäglich irgendwie auf Instagram zu zeigen, also in welchem Layout
können die stehen, wie funktionieren die vielleicht in der Collage miteinander gut, wie funktionieren.
Bildabfolgen gut, dass es für den Zuschauer eine Geschichte erzählt,
wann kann ich denn aber vielleicht auch bei Instagram, wenn man nicht so an
die leichteste Geschichte denkt, die man sich jetzt auf Anhieb irgendwie vorstellen kann.
Ich erzähle ein Spiel von vor dem Stadion, von außen, mich ins Stadion rein,
Anpfiff, Tor, Abpfiff, Trophäe wird hochgejubelt,
Stadion ist leer, Konfetti auf dem Boden, wir gehen raus, Stadion von außen leer, Feierabend.
Und wie schaffe ich es jetzt aber vielleicht ein Bild, was mir besonders wichtig
ist, besonders zu betonen, weil ich zum Beispiel ein Jubelfoto zwischen zwei
Bilder pack, wo es gar nicht reingehört.
Nämlich vielleicht noch vor dem Angriff oder vielleicht auch ein Bild,
was ganz zum Schluss war,
vorne reinzupacken und vielleicht einem Bild gegenüberzustellen,
was da einen superschönen Kontrast miteinander zu Wirkung hat.
Und das macht mir eigentlich in letzter Zeit viel Spaß und das hilft mir im
Umkehrschluss wieder vor Ort beim Fotografieren auf andere Dinge zu achten und
andere Dinge zu sehen weil ich glaube, ah ok,
das könnte ich vielleicht später mal noch gebrauchen, weiß es aber noch nicht ganz genau und.
Dieser Weg von hinten an eine Sache heranzugehen eine Sache umgekehrt denken zu müssen und ähm,
Während dem Fotografieren noch nicht ganz so klar, vielleicht auch zu wissen,
was man sucht, hat mir sehr geholfen.
Und was ich in letzter Zeit auch dann häufig gemacht habe, ist,
ich habe schon Tage zuvor ich nach Marokko gegangen bin, Motive,
die ich irgendwo gesehen habe oder die mir eingefallen sind,
auf einen kleinen Notizblock geschrieben, der in meiner Hüsentasche war und
ich so diese Liste irgendwie gepflegt habe.
Und natürlich sah die nach einer Woche ziemlich zerrupft aus und vielleicht
habe ich während dem Spiel gar nicht mehr drauf geguckt,
aber ich habe und da kommen wir zu dem, was ich am Anfang gesagt habe wieder
an einem Punkt, wo sich der Kreis schließt, ich habe über viele Dinge nachgedacht,
ich habe mich damit auseinandergesetzt und ich hatte sie im Kopf und ich habe
vielleicht von den 10 Dingen, die ich mir aufgeschrieben habe nur 8 umgesetzt
und vielleicht hätte ich alle 10 umsetzen können,
wenn ich mich noch strenger an die Liste gehalten hätte und sie mir öfter angeguckt
hätte, aber vor allem ging es mir eigentlich darum,
an mehr Dinge zu denken und dass sie mir vielleicht im Prozess auffallen,
als sie mit diesem Blatt Papier eins zu eins abzuarbeiten und sagen,
ah okay, den Schuss, den brauche ich doch jetzt noch.
Mir ging es mehr darum, unterschiedliche Sachen im Kopf zu haben und wenn sie
mir begegnen, intuitiv und unterbewusst darauf reagieren zu können und sie festzuhalten
und nicht diese Bilder total verkopft zu suchen und dann umzusetzen.
Okay, also du fütterst dein Unterbewusstsein in gewisser möglicherweise schon
mit Ideen, mit ja auch Vorstellungen von Bildern, die entstehen könnten und
wenn dann die Situation kommt, dann passiert da so eine Verbindung.
Also wenn man nicht den Köder ausgeworfen hat, dann kann man das Ergebnis dann
eben auch nicht erzielen und ob dann alles zusammenkommt, klar,
das wird wahrscheinlich nicht so sein, aber dieses Vorbereiten,
ja, finde ich, ist ein spannender Ansatz.
Ja.
Total, ja. Also was, was mir in letzter Zeit immer mehr geholfen hat oder wo
ich auch gemerkt habe, das ist so ein Prozess, der macht mir auch Spaß,
weil er so über die Zeit reifen darf und im Unterbewusstsein dann passiert und
ich mich jetzt nicht stur eine Stunde hinsetze und überlege,
was muss ich denn jetzt machen.
Kann man auch machen, bringt vermutlich ähnlich viel, aber mit mehr Zeit und
weniger Druck passiert vielleicht doch nochmal ein, zwei Sachen mehr,
die man sonst nicht auf dem Schirm gehabt hätte.
Was ist das Initial denn bei dir, was so ein Gedankenprozess auslöst oder wo
du dir anfängst, Gedanken zu machen, ob du bestimmte Herangehensweisen,
verschiedene Techniken mal ändern solltest?
Weil wenn man jetzt mal so auf deine Bilder raufschaut, auf das,
was du so machst, dann könnte man ja sagen, läuft ja alles, warum etwas verändern,
wenn der Erfolg da ist mit dem, was du machst.
Was ist es, was sich dann kitzelt und diesen Denkprozess in Gang setzt?
Weil manchmal denkt man ja auch, oder manchmal ist es ja auch nicht der richtige
Weg, etwas zu verändern, nur um etwas zu verändern.
Ich glaube, wichtig ist es in der Fotografie, dass man im Kopf frisch bleibt
und dass man immer mal wieder die Komfortzone verlässt und Dinge macht,
die man so vielleicht noch nie gemacht hat.
Und wenn man am Schluss nur zurückkommt und sagt, habe ich ausprobiert,
hat mir nicht gefallen, muss ich nie wieder machen.
Aber ich glaube, dass sich gewisse Wege nicht zu sehr eintrampeln und man nur
noch auf Dinge geht, die immer funktioniert haben, ist einfach ein wahnsinnig
wichtiger Weg, dass man nicht jedes Mal dasselbe abliefert.
Und auch, dass man weiterhin motiviert ist und den Spaß hat.
Also vielleicht geht es bei mir da in erster Linie gar nicht darum,
dass der Kunde sagt, wow, das ist aber toll, dass wir diese neuen Bilder haben,
die haben wir beim letzten Mal nicht bekommen.
Vermutlich geht es viel mehr um mich, Dass ich sage, okay, mit den Bildern bin
ich jetzt nach Hause gekommen und ich bin einfach super happy,
weil ich was anderes gemacht habe.
Und dieses Gefühl bringt mich ja das nächste Mal dazu, auch wieder 110% zu geben
beim Job und nicht mit 80% hinzufahren und sagen, 80% von mir sind 100% vom
Kunden, das muss reichen.
Weil ich glaube, dass solche Dinge auch ein Kunde immer merkt,
wenn man Sachen anders macht, anders denkt und der sieht, dass man da sehr motiviert
und getrieben ist und auch eine intrinsische Motivation hat.
Und ich will ja auch immer mit meinen Sachen zufrieden sein und ich will auch,
dass es mir immer Spaß macht.
Also primär ist es schon so, wenn der Kunde mich bezahlt, dann muss es dem Kunden
gefallen, was ich gemacht habe.
Das bedeutet aber nicht, dass ich automatisch damit total zufrieden bin,
weil ich vielleicht ein paar Sachen noch probiert hätte, die bei mir dann nicht
geklappt haben und ich dadurch gar nicht so super happy bin.
Also wenn der Kunde happy ist, bin ich primär erstmal happy,
weil dann alle zufrieden sind.
Bedeutet aber nicht, dass ich retrospektiv mich hier hinsetze und mein kleines
Notizbuch reinschreibe, dass ich finde, dass das, das und das nicht so gut gelaufen ist.
Und dann muss es vielleicht manchmal gar nicht an mir sein, sondern dann liegt
es vielleicht daran, dass Marokko auch nicht gewonnen hat.
Das trägt dann vielleicht dazu bei, dass ich nicht 100% das bekommen habe,
was ich mir erwünscht und gehofft habe, aber ich bin irgendwie reflektiert genug,
um darüber im Nachgang auch mal nachzudenken, was und wie.
Und ich glaube, dass es langfristig gut funktioniert und dass ich langfristig
gute Bilder mache, liegt auf jeden Fall daran, dass es mir immer noch genauso
viel, vielleicht sogar mehr Spaß macht, als vor 10 Jahren.
Und deswegen ist es für mich einfach super wichtig Dinge aufzubrechen und Dinge
neu zu machen und ist jetzt so ein Phrasenspruch aber the only constant is change,
ist, da ist natürlich schon auch was dran, dass man sich immer ein bisschen.
Immer mal einen Schritt weiter gehen muss und alles entwickelt sich weiter und
so ist es glaube ich auch mit der Fotografie, warum soll ich mich nicht breiter aufstellen und sagen ja,
Ich finde vielleicht Bewegungsunschärfen nicht immer cool, aber vielleicht finde
ich einen Weg für mich, dass in meiner Art der Fotografie, sei es Portrait,
sei es Sport, sei es was auch immer für eine Reportage,
da aber doch unterzubringen, dass ich nicht mit 25 sehr, sehr schönen Bilder
nach Hause komme, die ich fast immer überall machen würde, sondern vielleicht
mit 20 von den Bildern und 5, die vielleicht auch gar nicht jedem gefallen,
aber ich das Gefühl habe, okay, das war eigentlich ganz cool.
Da habe ich mich mal wieder damit auseinandergesetzt und ich bin einen neuen Weg gegangen.
Und das, glaube ich, ist einfach in der Fotografie für einen selber super,
super wichtig, dass da einfach ein bisschen Veränderung drin ist. Mhm.
Nehme ich mal auch für mich mit, dieser Hinweis, Dinge mal anders zu machen.
Ich merke, ich bin eigentlich, ja, 90 Prozent fotografiere ich mit relativ geschlossener
Blende, arbeite wenig mit Tiefenschärfe oder Unschärfe,
Bewegungsunschärfe, kommt auch sehr, sehr selten in meinem Werkzeugkasten vor.
Also ja, mal Dinge anders zu machen, versuche ich mal umzusetzen und da vielleicht
einen anderen Twist reinzubringen.
Und ich glaube, da hilft auch einfach mal zu sagen, auch wenn es manchmal hart
ist, okay, heute gehe ich nur mit der und der Brennweite los.
Ich bin immer jemand, der mit 28 fotografiert, heute nehme ich mal einen 50er,
heute nehme ich mal einen 90er oder habe auf dem Flohmarkt eine alte Linse gesehen,
den nehme ich mal mit, schlechte Brennweite, was auch immer.
Ich schaue es mir einfach mal an, ich probiere es einfach mal und ich glaube,
so anders zu denken, hilft extrem viel, Sachen zu sehen, die man sonst nicht sieht.
Selbe ist, wenn ich Film fotografiere, mit Farbe funktioniert so ein Sonnenuntergang natürlich fabelhaft.
Mit Schwarz-Weiß muss ich auf andere Dinge achten, muss ich vielleicht mehr
auf den Schatten achten, auf vielleicht eine Reflexion, aber über die schöne
Farbe kann ich jetzt nicht kommen, wenn ich einfach ins Meer rein fotografiere,
wo meine Mutti sagt, also das ist ein sehr, sehr schöner Sonnenuntergang.
Der funktioniert in Schwarz-Weiß, ist er relativ öde. Da muss ich was anderes finden.
Und das sind so diese kleinen Stellschrauben, über die ich sehr,
sehr gerne nachdenke und versuche mich mit denen irgendwie bewusst auseinanderzusetzen.
Auch wenn es vielleicht gar nicht immer super befriedigend ist und man manchmal
feststellt, war ein Schritt zu viel, war ein Schritt zu wenig,
war eine Limitierung zu viel.
Aber ich glaube, im Endeffekt ist es immer gut, wenn man sowas mal probiert.
Und wenn das Ergebnis ist, das war nicht so gut, hat man es probiert und weiß,
warum es nicht so gut war.
Ja, Philipp, das ist, glaube ich, ein gutes Schlusswort jetzt an der Stelle
für heute, die Folge zu beenden.
Wir haben ja dann noch zwei in diesem Jahr, wo wir auf die beiden Ereignisse blicken.
Ich glaube, war viel drin heute, viel Inspiration, auch viele Gedanken,
ein bisschen kreuz und quer. Ich hoffe, wir sind nicht zu wild gesprungen,
dass man das nachvollziehen kann.
Aber mir ist auf jeden Fall wieder sehr, sehr viel Spaß gemacht,
mich mit dir zu unterhalten.
Es sind immer tolle Gespräche und ich wünsche dir jetzt alles Gute vor Olympia
und dann im Anschluss auch für die Weltmeisterschaft. Mach's gut.
Vielen Dank für die Einladung und auch mir war es ein sehr, sehr großer Spaß,
mit dir wieder zu quatschen. Haben wir, glaube ich, schon gemerkt nach dem Vorgespräch,
dass es weit über eine halbe Stunde war, wo man sich ein bisschen über hier und das upgedatet war.
Also wirklich vielen Dank für Schreiben und vielen Dank für die Einladung.
Hier bin ich immer sehr gerne Gast.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal. Mach's gut, Philipp. Ciao.
Mein Lieber, bis bald. Ciao.
Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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Kai Behrmann
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Philipp Reinhard
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