Die Bestimmung Israels - Psalm 81 - Richard Friesen
19.08.2026 35 min
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Zusammenfassung & Show Notes
## Zusammenfassung
Psalm 81 zeigt: Gottes Volk ist bestimmt, ihn jubelnd zu loben und ihm zu gehorchen; wer seinen Mund weit öffnet, empfängt überfließenden Segen — Ungehorsam raubt ihn selbst.
## Details
### Einleitung
Der Psalm beschreibt die Bestimmung Israels als Volk Gottes: Gott zu loben, zu preisen, ihm zuzujauchzen und in seinen Satzungen zu wandeln, ohne fremde Götter. Hätte Israel so gelebt, hätte Gott seine Feinde besiegt und es mit Weizen und Honig versorgt. Asaf muss jedoch besingen, dass Israel dieser Bestimmung nicht nachkam und den Segen darum nicht empfing. Für die Gemeinde heißt das: Die Bestimmung des Menschen besteht darin, für Gott zu leben — nur darin liegen Glück und Segen. Der Psalm wird in drei Abschnitten ausgelegt.
### 1. Israel soll Gott loben (Verse 2–8)
Asaf ruft zur Anbetung auf mit zwei Verben: "Jubelt" und "jauchzt". Jubeln ist keine emotionslose Tätigkeit, sondern Ausdruck höchster Freude — Hände klatschen, Hände erheben. Jauchzen bedeutet, diese Freude durch laute Freudenschreie hinauszurufen. Adressat ist Gott, "unsere Stärke" — der Mächtige, der starke Held, der siegreiche König — und der "Gott Jakobs", der Schöpfer, der dem Unwürdigen Gnade zuwandte.
Der Prediger stellt die Frage in die Gemeinde: Warum bewegen manche nur die Lippen leicht mit? Es sollte keiner Aufforderung bedürfen, einen so guten und gnädigen Gott zu loben.
Gott soll nicht nur mit Stimme und Emotion, sondern auch mit Instrumenten gepriesen werden — Tamburin, Laute, Harfe, Posaune. Neumond und Vollmond waren Festtage zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten: der erste des siebten Monats als Gedächtnis des Posaunenhalls (3. Mose 23,24), fünfzehn Tage später das Laubhüttenfest.
Diese Feste waren Satzung und Verordnung Gottes, eingesetzt beim Auszug, damit Israel niemals vergisst, was Gott getan hat. Der Gemeinde hat Gott ein entsprechendes Gebot gegeben: das Abendmahl. So töricht ist der Mensch, dass er selbst eine so herrliche Erlösung vergäße, hätte Gott dieses Gedächtnis nicht verordnet.
Die Verse 7–8 schildern die Erlösung: Israel schleppte wie ein Packesel Ton und Ziegel in Tragkörben, Tag für Tag unter Hitze und Peitsche. In der Verzweiflung schrie es zu Gott, und Gott antwortete "in des Donners Hülle" — nicht sanft, sondern im Zorn, in der Wolkensäule, die Israel durchs Rote Meer führte und die Ägypter darin ertrinken ließ.
Parallel dazu waren auch wir versklavt — Sklaven der Sünde, "von Natur Kinder des Zorns" (Epheser 2,3). Auch unsere Befreiung geschah in einer Donnerwolke: Als Christus am Kreuz hing, wurde es dunkel, und Gott goss seinen Zorn über den Sohn aus. Das sollte täglich zum Jubeln führen, nicht nur zehn Minuten am Sonntag.
### 2. Israel wird von Gott ermahnt (Verse 9–13)
Als Erlöser hat Gott das Recht, Gehör und Gehorsam zu fordern. Eigentlich wäre williger Gehorsam die selbstverständlichste Reaktion — doch das Wörtchen "wenn" ("wenn du mir gehorchtest") verrät, dass Israel nicht gehorchte, und Gott muss gegen sein Volk zeugen.
Auch Christen sind erlöst worden mit dem Ziel des Gehorsams: "von Herzen gehorsam geworden ... Sklaven der Gerechtigkeit" (Römer 6,17–18) — nicht aus eigener Klugheit, sondern weil Gott die Herzen neigte. Christen sollten dafür bekannt sein, ihrem Gott zu gehorchen und seinem Wort nicht zu zweifeln.
Die Ermahnung erinnert zuerst an das erste Gebot: kein fremder Gott, kein Bücken vor einem Gott des Auslands, denn "ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten heraufgeführt hat". Dann folgt keine Forderung, sondern eine Verheißung (Benedikt Peters): "Tu deinen Mund weit auf und ich will ihn füllen" — nicht Ordnung des Gesetzes, sondern der Gnade. Gott fordert Anbetung und Gehorsam und bietet zugleich Segen im Überfluss.
Israel hatte in Ägypten bereits erfahren, wie Gott den geöffneten Mund füllt; es sollte weiterhin Großes erbitten und Unmögliches erwarten. Im Neuen Bund gilt das umso mehr: Wer den geliebten Sohn gegeben hat, wird in ihm auch alles andere schenken (Römer 8). Konkrete Anwendungsfragen: Ist die Sünde, mit der du kämpfst, zu groß für Gott? Ist die Gottlosigkeit des Landes zu verdorben für eine Erweckung? Ist die Lage auf Arbeit, mit den Kindern, in der Schule zu hoffnungslos?
Israel jedoch betete fremde Götter an und öffnete den Mund nicht. Darum: "Ich gab sie der Verstocktheit ihres Herzens hin." Der Prediger illustriert das mit einem König, der einen halbtoten Bettler aufnimmt, ihn kleidet, speist, beherbergt und ihm zusagt, um alles bitten zu dürfen — unter der Bedingung, ihn als König zu ehren und nach seinen Gesetzen zu leben. Der Bettler antwortet: "Interessiert mich nicht." Genau das tat Israel gegenüber dem König der Könige. Ebenso wird das eigene Land heute der Verstocktheit hingegeben, weil es nicht willig gegen Gott ist.
### 3. Israel würde von Gott gesegnet werden (Verse 14–17)
Das zweimalige "Oh" zeigt die Emotionen Gottes: Wie sehr hätte er sich gewünscht, dass sein Volk hört, damit er die bereitliegenden Segnungen aushändigen kann. Bleibt der Segen aus, liegt es nicht an Gottes Unwilligkeit, sondern daran, dass wir ihn hindern — wir berauben uns selbst. Dasselbe Herz zeigt sich in Jesu Klage über Jerusalem (Lukas 19,41–42): Er weinte über die Stadt, die nicht erkannte, was zu ihrem Frieden dient.
Die verlorenen Segnungen im Einzelnen:
- **Vers 15** — Gott hätte die Feinde gebeugt. Campbell Morgan: Niederlagen im Volk Gottes rühren immer daher, dass es vom Herrn gewichen ist; Feinde sind machtlos gegen den Herrn. Manche Sünden dienen zwar der Demütigung und Züchtigung trotz Treue, doch oft überwältigen sie uns, weil wir nicht gehorsam sind.
- **Vers 16** — Die Hasser des Herrn hätten sich mit Schmeichelei unterworfen, und die Zeit wäre ewig gewesen; stattdessen erlebte Israel Spott und Hohn.
- **Vers 17** — Gott hätte mit dem Fett des Weizens gespeist und mit Honig aus dem Felsen gesättigt; stattdessen kamen Hungersnöte, die Weizenernte blieb aus, und das Land, das von Milch und Honig troff, wurde trocken.
### Schluss
Der Epheserbrief lehrt, dass Christen bereits mit allen geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern gesegnet sind — durch den innewohnenden Heiligen Geist und in Christus. Dennoch können auch Kinder Gottes sich auf dieser Erde des Segens berauben, wenn sie ungehorsam sind und den Geist dämpfen. Wer über Gottes Wort Tag und Nacht nachsinnt, ist wie ein Baum an Wasserbächen; wem gleichgültig ist, was Gott fordert, sollte den eigenen geistlichen Zustand prüfen: Warum gelingt es nicht, diese Sünde zu töten? Warum mangelt es am Segen?
Der Schlussappell: Gott jubeln und jauchzen für die Erlösung in Christus, ihm gehorchen als Täter und nicht nur Hörer des Wortes, und den Mund weit öffnen — denn er will ihn füllen, im Überfluss, jetzt und in der zukünftigen Welt.
Psalm 81 zeigt: Gottes Volk ist bestimmt, ihn jubelnd zu loben und ihm zu gehorchen; wer seinen Mund weit öffnet, empfängt überfließenden Segen — Ungehorsam raubt ihn selbst.
## Details
### Einleitung
Der Psalm beschreibt die Bestimmung Israels als Volk Gottes: Gott zu loben, zu preisen, ihm zuzujauchzen und in seinen Satzungen zu wandeln, ohne fremde Götter. Hätte Israel so gelebt, hätte Gott seine Feinde besiegt und es mit Weizen und Honig versorgt. Asaf muss jedoch besingen, dass Israel dieser Bestimmung nicht nachkam und den Segen darum nicht empfing. Für die Gemeinde heißt das: Die Bestimmung des Menschen besteht darin, für Gott zu leben — nur darin liegen Glück und Segen. Der Psalm wird in drei Abschnitten ausgelegt.
### 1. Israel soll Gott loben (Verse 2–8)
Asaf ruft zur Anbetung auf mit zwei Verben: "Jubelt" und "jauchzt". Jubeln ist keine emotionslose Tätigkeit, sondern Ausdruck höchster Freude — Hände klatschen, Hände erheben. Jauchzen bedeutet, diese Freude durch laute Freudenschreie hinauszurufen. Adressat ist Gott, "unsere Stärke" — der Mächtige, der starke Held, der siegreiche König — und der "Gott Jakobs", der Schöpfer, der dem Unwürdigen Gnade zuwandte.
Der Prediger stellt die Frage in die Gemeinde: Warum bewegen manche nur die Lippen leicht mit? Es sollte keiner Aufforderung bedürfen, einen so guten und gnädigen Gott zu loben.
Gott soll nicht nur mit Stimme und Emotion, sondern auch mit Instrumenten gepriesen werden — Tamburin, Laute, Harfe, Posaune. Neumond und Vollmond waren Festtage zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten: der erste des siebten Monats als Gedächtnis des Posaunenhalls (3. Mose 23,24), fünfzehn Tage später das Laubhüttenfest.
Diese Feste waren Satzung und Verordnung Gottes, eingesetzt beim Auszug, damit Israel niemals vergisst, was Gott getan hat. Der Gemeinde hat Gott ein entsprechendes Gebot gegeben: das Abendmahl. So töricht ist der Mensch, dass er selbst eine so herrliche Erlösung vergäße, hätte Gott dieses Gedächtnis nicht verordnet.
Die Verse 7–8 schildern die Erlösung: Israel schleppte wie ein Packesel Ton und Ziegel in Tragkörben, Tag für Tag unter Hitze und Peitsche. In der Verzweiflung schrie es zu Gott, und Gott antwortete "in des Donners Hülle" — nicht sanft, sondern im Zorn, in der Wolkensäule, die Israel durchs Rote Meer führte und die Ägypter darin ertrinken ließ.
Parallel dazu waren auch wir versklavt — Sklaven der Sünde, "von Natur Kinder des Zorns" (Epheser 2,3). Auch unsere Befreiung geschah in einer Donnerwolke: Als Christus am Kreuz hing, wurde es dunkel, und Gott goss seinen Zorn über den Sohn aus. Das sollte täglich zum Jubeln führen, nicht nur zehn Minuten am Sonntag.
### 2. Israel wird von Gott ermahnt (Verse 9–13)
Als Erlöser hat Gott das Recht, Gehör und Gehorsam zu fordern. Eigentlich wäre williger Gehorsam die selbstverständlichste Reaktion — doch das Wörtchen "wenn" ("wenn du mir gehorchtest") verrät, dass Israel nicht gehorchte, und Gott muss gegen sein Volk zeugen.
Auch Christen sind erlöst worden mit dem Ziel des Gehorsams: "von Herzen gehorsam geworden ... Sklaven der Gerechtigkeit" (Römer 6,17–18) — nicht aus eigener Klugheit, sondern weil Gott die Herzen neigte. Christen sollten dafür bekannt sein, ihrem Gott zu gehorchen und seinem Wort nicht zu zweifeln.
Die Ermahnung erinnert zuerst an das erste Gebot: kein fremder Gott, kein Bücken vor einem Gott des Auslands, denn "ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten heraufgeführt hat". Dann folgt keine Forderung, sondern eine Verheißung (Benedikt Peters): "Tu deinen Mund weit auf und ich will ihn füllen" — nicht Ordnung des Gesetzes, sondern der Gnade. Gott fordert Anbetung und Gehorsam und bietet zugleich Segen im Überfluss.
Israel hatte in Ägypten bereits erfahren, wie Gott den geöffneten Mund füllt; es sollte weiterhin Großes erbitten und Unmögliches erwarten. Im Neuen Bund gilt das umso mehr: Wer den geliebten Sohn gegeben hat, wird in ihm auch alles andere schenken (Römer 8). Konkrete Anwendungsfragen: Ist die Sünde, mit der du kämpfst, zu groß für Gott? Ist die Gottlosigkeit des Landes zu verdorben für eine Erweckung? Ist die Lage auf Arbeit, mit den Kindern, in der Schule zu hoffnungslos?
Israel jedoch betete fremde Götter an und öffnete den Mund nicht. Darum: "Ich gab sie der Verstocktheit ihres Herzens hin." Der Prediger illustriert das mit einem König, der einen halbtoten Bettler aufnimmt, ihn kleidet, speist, beherbergt und ihm zusagt, um alles bitten zu dürfen — unter der Bedingung, ihn als König zu ehren und nach seinen Gesetzen zu leben. Der Bettler antwortet: "Interessiert mich nicht." Genau das tat Israel gegenüber dem König der Könige. Ebenso wird das eigene Land heute der Verstocktheit hingegeben, weil es nicht willig gegen Gott ist.
### 3. Israel würde von Gott gesegnet werden (Verse 14–17)
Das zweimalige "Oh" zeigt die Emotionen Gottes: Wie sehr hätte er sich gewünscht, dass sein Volk hört, damit er die bereitliegenden Segnungen aushändigen kann. Bleibt der Segen aus, liegt es nicht an Gottes Unwilligkeit, sondern daran, dass wir ihn hindern — wir berauben uns selbst. Dasselbe Herz zeigt sich in Jesu Klage über Jerusalem (Lukas 19,41–42): Er weinte über die Stadt, die nicht erkannte, was zu ihrem Frieden dient.
Die verlorenen Segnungen im Einzelnen:
- **Vers 15** — Gott hätte die Feinde gebeugt. Campbell Morgan: Niederlagen im Volk Gottes rühren immer daher, dass es vom Herrn gewichen ist; Feinde sind machtlos gegen den Herrn. Manche Sünden dienen zwar der Demütigung und Züchtigung trotz Treue, doch oft überwältigen sie uns, weil wir nicht gehorsam sind.
- **Vers 16** — Die Hasser des Herrn hätten sich mit Schmeichelei unterworfen, und die Zeit wäre ewig gewesen; stattdessen erlebte Israel Spott und Hohn.
- **Vers 17** — Gott hätte mit dem Fett des Weizens gespeist und mit Honig aus dem Felsen gesättigt; stattdessen kamen Hungersnöte, die Weizenernte blieb aus, und das Land, das von Milch und Honig troff, wurde trocken.
### Schluss
Der Epheserbrief lehrt, dass Christen bereits mit allen geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern gesegnet sind — durch den innewohnenden Heiligen Geist und in Christus. Dennoch können auch Kinder Gottes sich auf dieser Erde des Segens berauben, wenn sie ungehorsam sind und den Geist dämpfen. Wer über Gottes Wort Tag und Nacht nachsinnt, ist wie ein Baum an Wasserbächen; wem gleichgültig ist, was Gott fordert, sollte den eigenen geistlichen Zustand prüfen: Warum gelingt es nicht, diese Sünde zu töten? Warum mangelt es am Segen?
Der Schlussappell: Gott jubeln und jauchzen für die Erlösung in Christus, ihm gehorchen als Täter und nicht nur Hörer des Wortes, und den Mund weit öffnen — denn er will ihn füllen, im Überfluss, jetzt und in der zukünftigen Welt.