Allein das Wort

EBC Waiblingen - Bibeltreue evangelische Baptisten Gemeinde für Jesus Christus

Wer waren die Puritaner? - Richard Friesen - Hörartikel

Entdecke die Puritaner

27.03.2026 15 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wer waren diese Männer, deren Schriften seit über 400 Jahren Christen tief bewegen? Die Puritaner – oft missverstanden, doch von außergewöhnlicher geistlicher Kraft – strebten danach, jeden Lebensbereich zur Ehre Gottes nach seinem Wort zu gestalten. Als „Seelenärzte" verfassten sie Werke von zeitloser Weisheit: pastoral, schriftdurchdrungen, christuszentriert. Georg Whitefield bezeugte, dass „eine besondere Salbung sie noch immer zu begleiten" scheint. Ihre Bücher über Heiligung, Christus' Herrlichkeit und den Kampf gegen Sünde prägen bis heute unzählige Gläubige. Entdecke in dem ersten Artikel dieser Artikelreihe, warum ihre Schriften auch in unserer Zeit unverzichtbar sind – und wie sie dein Leben verändern können.

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Dieser Podcast ist ein Dienst der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde Waiblingen.

Richard Friesen ist Pastor in der EBC Waiblingen. Richard ist mit Rebecca verheiratet, gemeinsam haben sie drei Kinder. Er absolvierte das EBTC in Zürich (2016-2018) und diente in der Freikirchlichen Gemeinde Böbingen über sechs Jahre in der Leitung der Gemeinde, davon drei Jahre als Pastor. Er wurde von der Freikirche Böbingen als Gemeindegründer ausgesandt und im Juli 2023 als Pastor der EBC eingesetzt. Zudem wird sein Dienst von der HeartCry Missionary Society, gegründet von Paul Washer, unterstützt. 

Transkript

Wer waren die Puritaner? Ein Artikel von Richard Friesen aus der Reihe Entdecke die Puritaner. Einführung In unserer Zeit ist ein neues Interesse an puritanischer Literatur entstanden, nicht nur im englischsprachigen Raum, sondern auch im Deutschen. Immer mehr Werke der Puritaner werden aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, insbesondere durch den 3L-Verlag und Sola Grazia Medien. Auch Podcasts wie der Puritaner-Podcast des 3L-Verlags tragen dazu bei, dass diese Literatur unter Christen zunehmend Verbreitung findet. Doch wer waren die Puritaner eigentlich? Und warum werden ihre Werke heute neu entdeckt, verbreitet und gelesen? Mit diesen Fragen wollen wir uns in diesem und in den kommenden Artikeln dieses Magazins beschäftigen. Ich habe diese Artikelreihe Entdecke die Puritaner genannt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wer die Puritaner waren, einen Einblick in ihre Entstehung und Geschichte zu geben und schließlich einzelne Puritaner näher kennenzulernen, indem wir Kurzbiografien über sie veröffentlichen. In diesem ersten Artikel möchte ich auf zwei zentrale Fragen eingehen. Wer waren die Puritaner und warum sollten wir ihre Schriften auch heute noch lesen? Wer waren die Puritaner? Der Puritanismus war eine Bewegung, die vor allem im 16., 17. Und bis hinein ins 18. Jahrhundert blühte. Die Puritaner waren Männer, die die Reformation weiterführen und in alle Bereiche des Lebens sowie der Kirche einbringen wollten. Am treffendsten lässt sich sagen, dass sie ihr ganzes Leben zur Ehre Gottes leben und es auf der Grundlage von Gottes Wort gestalten wollten. Dr. Joel Beakey definiert die Puritaner als eine Bewegung von Geistlichen und Laien innerhalb der Kirche von England, die sich der Förderung reformierter und erfahrungsbezogener Frömmigkeit verschrieben hatte und zugleich danach strebte, die nationale Kirche in Lehre und Gottesdienst von römisch-katholischen Einflüssen zu reinigen. Diese Bewegung nahm in der elisabethanischen Zeit ihren Anfang und blieb bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts eine prägende und einflussreiche Kraft. Die Puritaner waren Geistliche, die sich vor allem durch ihr pastorales Herz, ihre praktischen, das Herz berührenden und Christus zentrierten Predigten, ihre persönliche Heiligkeit, ihre Standhaftigkeit in Verfolgung und ihre schriftbasierten Werke auszeichneten. Es waren Männer des Wortes, die viele Stunden dem Studium von Gottes Wort, dem Meditieren und Beten widmeten. Sie betrachteten es als ihre höchste Aufgabe, viel Zeit im Gebet zu verbringen. Daraus schöpften sie ihre Kraft und ihr Feuer für die Verkündigung von Gottes Wort. Jones Fraser formulierte es folgendermaßen. Die Puritaner versenkten ihre Seelen in die Wahrheit der Heiligen Schrift und suchten im Gebet das Licht des göttlichen angesichts. Danach verkündeten sie das Wort mit einer Leidenschaft, die das Volk Christi durch die Kraft des Heiligen Geistes in eine tiefe Verzückung der Frömmigkeit führte. Der Begriff Puritaner wurde im 16. Jahrhundert zunächst eher spöttisch und abwertend verwendet, um Menschen zu bezeichnen, die eine übertriebene Reinheit in Glauben und Leben forderten. Sein Ursprung liegt im Lateinischen. Purus bedeutet rein, lauter oder unvermischt. Da die Puritaner in allen Bereichen des Glaubens und Lebens danach strebten, Gottes Wort rein und unvermischt auszuleben, erhielten sie diesen Namen. Mindestens drei Bereiche ihres Lebens waren besonders von dieser Reinheit geprägt. 1. Die Reinheit der Lehre Die Puritaner kämpften dafür, Gottes Wort in Reinheit auszulegen, sei es in ihren Predigten oder in ihren Schriften. Aus diesem Grund fordert der Puritaner William Perkins alle Prediger dazu auf, Alleine das Wort Gottes soll in seiner Vollkommenheit und inneren Folgerichtigkeit gepredigt werden. Die Schrift ist das alleinige Thema der Predigt, das einzige Gebiet, auf welchem der Prediger arbeiten soll. Wo die römisch-katholische Kirche und der Papst hätte den Anspruch erheben, dass ihre Worte dem Wort Gottes gleichgestellt sind, predigten und hielten sich die Puritaner ausschließlich an das Wort Gottes. An die 66 kanonischen Bücher des Alten und Neuen Testaments. 2. Die Reinheit der Kirchenordnung Die Puritaner wollten die englische Kirche von den Einflüssen der römisch-katholischen Kirche befreien und eine umfassende Reform in allen Bereichen der Kirche durchführen. Die Reinheit der Kirchenordnung bezog sich zum einen auf die Sicht des Pastors. In vielen Punkten vertrat die englische Kirche noch die Lehren der römisch-katholischen Kirche. Hierbei ist das Buch von Richard Baxter, das Predigeramt aus der Sicht eines Puritaners, besonders hilfreich. Zum anderen bezog sich die Reinheit der Kirchenordnung auch auf die Gestaltung des Gottesdienstes. Die Puritaner legten großen Wert darauf, den Gottesdienst von allem zu reinigen, was nicht in der Schrift geboten ist. Diese Art des Gottesdienstes wurde von vielen Puritanern im Artikel 21 Absatz 1 des Westminster-Bekenntnisses niedergeschrieben, das sagt, Die wohlgefällige Art der Verehrung des wahren Gottes ist von ihm selbst festgelegt und durch seinen eigenen geoffenbarten Willen so eingegrenzt worden, dass er nicht nach den Einbildungen und Betrügereien der Menschen oder nach den Eingebungen Satans oder unter irgendeiner sichtbaren Darstellung oder auf irgendeine andere Art und Weise verehrt werden darf, die nicht in der Heiligen Schrift vorgeschrieben ist. 3. Die Reinheit des Wandels Die Puritaner strebten danach, das auszuleben, was sie predigten. Sie jagten der Heiligung nach, ohne die niemand Gott schauen wird. Sie richteten jeden Bereich ihres Lebens nach dem Wort Gottes aus. Ihre Bücher über das Abtöten der Sünde, den Kampf um Heiligung, das Pflegen einer engen Gemeinschaft mit Gott durch Gebet, Bibellesen und Meditation zeugen von einem eifrigen Streben nach Heiligung. Aber auch das Leben zu Hause, das Halten von Familiengottesdiensten, das Verhalten in der Gesellschaft und gegenüber dem Staat werden von den Puritanern behandelt. Kurz gesagt, das größte Ziel der Puritaner bestand darin, Gott in jedem Bereich ihres Lebens zu verherrlichen, indem sie den Willen Gottes suchten und auslebten. Wieso sollten wir die Puritaner heute lesen? Warum sollten wir Bücher lesen, die vor über 400 Jahren geschrieben wurden? Gibt es nicht auch moderne Autoren und Werke, die genauso wertvoll sind wie die alten Schriften der Puritaner? Sicherlich gibt es zweifellos moderne Bücher, die lesenswert und in unserer Zeit zum Teil unverzichtbar sind. Dennoch sind viele Werke der Puritaner zeitlos und mit einer außergewöhnlichen geistlichen Salbung verfasst, die auch die gegenwärtige Christenheit bis heute tief beeinflusst. Schon ein einziges Buch der Puritaner kann ein ganzes Leben verändern. Der große Erweckungsprediger George Whitfield schrieb 1767 bereits in seinem Vorwort zu den Werken von John Bunyan folgendes über die Puritaner. Die Puritaner waren brennende und leuchtende Lichter. Als sie durch das schwarze Bartholomäus-Gesetz vertrieben und ihrer Ämter enthoben wurden und gezwungen waren, in Scheunen und auf Feldern, auf Landstraßen und an Hecken zu predigen, schrieben und verkündigten sie in besonderer Weise als Männer mit Autorität. Obwohl sie längst gestorben sind, sprechen sie durch ihre Schriften bis heute weiter. Eine besondere Salbung scheint sie noch immer zu begleiten. In den vergangenen 30 Jahren habe ich beobachtet, dass in dem Maß, in dem die wahre und lebendige Religion im In- und Ausland neu auflebt, auch die Nachfolge nach dem guten alten puritanischen Schriften oder nach Werken von Autoren ähnlicher Prägung, die in Gemeinschaft mit der Kirche von England lebten und starben, zunimmt. Ihre Werke empfehlen sich noch immer selbst an den Toren und ohne den Anspruch prophetischer Einsicht zu erheben, dürfen wir mit Gewissheit sagen, dass sie weiterleben und gedeihen werden, während modernere Schriften entgegengesetzter Ausrichtung trotz ihrer auffälligen und glänzenden Aufmachung in der Wertschätzung derer verkümmern und schließlich verschwinden werden, deren Verstand offen ist für das, was dem Maßstab der Heiligen Schrift am nächsten kommt. Da die Schriften der Puritaner zeitlose Wahrheiten biblisch fundiert behandeln, geben ihre Werke jeder Generation von Christen Wegweisung und Orientierung. Durch die Autorität und geistliche Vollmacht, die ihre Schriften durchdringt, wirken sie auch heute noch tief in das Leben unzähliger Gläubiger hinein. Ihre Texte sind reich an Weisheit, von der Christen nun schon seit über 400 Jahren profitieren. Und weil die Schriften der Puritaner stets Christus-zentriert sind, wurden bereits viele Generationen von Gläubigen durch sie zu Christus geführt. J.C. Ryle schrieb über die Bücher der Puritaner, ihre Werke ersprechen noch immer für sie in den Regalen jeder gut ausgestatteten theologischen Bibliothek. Ihre Kommentare, Auslegungen und Abhandlungen über praktische, kasuistische und experimentelle Theologie überragen die Schriften ihrer Gegner im 17. Jahrhundert bei Weitem und bezeugen bis heute ihre geistliche Tiefe und bleibende Bedeutung. Die Puritaner verfassten zu nahezu jedem erdenklichen Thema eine biblische Abhandlung. Dabei konzentrierten sie sich nicht nur auf theologische Fragen, sondern auch auf praktische Theologie, moralische, seelsorgerliche, politische und alle anderen Bereiche des Lebens. In all diesen Schriften achteten sie penibel darauf, das Wort Gottes sprechen zu lassen. Wenn wir also die Puritaner lesen, über das Gelesene meditieren und im Gebet bedenken, werden wir einen großen Gewinn aus ihren Ausarbeitungen und Abhandlungen für unser heutiges Leben ziehen. Im Folgenden möchte ich vier Hauptgründe nennen, warum wir auch heute noch die Puritaner lesen sollten. Erstens. Die Puritaner schreiben pastoral. Die Puritaner waren in erster Linie Pastoren, Hirten, die mit den echten Nöten ihrer Schafe konfrontiert waren und in ihren Predigten und Büchern gezielt auf diese Nöte eingingen. Dies wird besonders in Thomas Goodwins »Das Herz Jesu« oder Richard Sibbs »Geborgen in ihm« deutlich. Als Pastoren kannten die Puritaner auch die Realität der Sünde, weshalb sie ihre Schafe darin unterstützen wollten, gegen sie anzukämpfen. Dies zeigt sich vor allem in Thomas Brooks Wirksame Maßnahmen gegen Satans Hinterlist, oder John Owens von der Abtötung der Sünde. Den Puritanern lag das Seelenheil derer am Herzen, für die sie verantwortlich waren. Daher verfassten sie Bücher, um treue Hirten zu sein, die ihre Schafe sicher durch dieses Leben in die Ewigkeit führen konnten. Aus diesem Grund wurden die Puritaner oft auch Seelenärzte, Physician of the Soul, genannt. Richard Baxter macht in seinem Buch das Predigeramt aus der Sicht eines Puritaners deutlich, dass ihr Hauptanliegen immer das Herz ihrer Gemeinde war. Wir sollten die Puritaner heute lesen, weil sie auch uns als geistliche Hirten dienen können, die uns helfen, unseren Pilgerlauf auf dieser Erde bis zum Ende treu zu gehen. Zweitens, die Puritaner schreiben schriftbasiert. Für sie waren die 66 Bücher der Bibel göttlich inspiriert, irrtumslos, unfehlbar und die Grundlage für alle Fragen des Glaubens und des Lebens. Diese tiefe Überzeugung, dass die Bibel Gottes Wort ist, zeigt sich in allen ihren Schriften. Ihre Werke sind durchdrungen von Bibelstellen und biblischen Wahrheiten. Was Charles Spurgeon über John Bunyan sagte, trifft tatsächlich auf alle Puritaner zu. Dieser Mann ist ja eine lebende Bibel. Wo immer du ihn auch anzapfst, wirst du feststellen, sein Blut ist Biblin, die Essenz der Bibel selbst. Er kann nicht sprechen, ohne ein Bibelwort zu zitieren, denn seine Seele ist voll des Wortes Gottes. Wir sollten die Puritaner heute lesen, um uns mit den zeitlosen Wahrheiten der Bibel erfüllen zu lassen. Drittens. Die Puritaner schreiben Christus zentriert. Christus war für sie die kostbare Perle, der verborgene Schatz im Acker, für den sie alles aufgeben würden. Er war für sie das Zentrum der Schrift, das Zentrum des Evangeliums, das Zentrum ihres Lebens und Denkens, sowie das Zentrum ihrer Verkündigung und Schriften. John Owens Buch, die Herrlichkeit Christi, gilt als Standardwerk, wenn es um das Werk und die Person Christi geht. Wir sollten die Puritaner heute lesen, weil sie uns die Herrlichkeit Christi vor Augen führen. Durch ihre Werke erhalten wir eine tiefere Sicht auf Christus, unsere Liebe und Hingabe zu ihm wachsen und wir werden immer mehr nach seinem Bild gestaltet. Viertens. Die Puritaner schrieben evangelistisch. Sie waren Meister darin, das Evangelium durch Predigten und Schriften zu verkündigen. Verlorenen Sündern malten sie anschaulich sowohl ihre Not als auch die Herrlichkeit des Kreuzes vor Augen. Die Puritaner waren wahre Menschenfischer, die verstanden, wie man Menschen für Christus gewinnt. Beispiele hierfür sind John Bunyans Vergebung, Thomas Watsons Den Himmel im Sturm erobern oder Joseph Alliance Der sichere Weg in den Himmel. Wie kaum andere Autoren schaffen es die Puritaner, die Sündhaftigkeit der Sünde und die Herrlichkeit des Himmels so eindrücklich darzustellen, dass Sünder zu Christus geführt werden. Aus diesem Grund sollten wir die Puritaner auch heute noch lesen, um selbst zu lernen, wie wir andere zu Christus führen und um diese Werke denen weiterzugeben, die bisher nicht an ihn glauben, damit auch sie zu ihm finden.

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