Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen
Wissen, Perspektiven & Hintergründe rund um unsere Lebensmittel & die Menschen dahinter.
Ehrlich und offene Gespräche direkt auf den Höfen, in den Unternehmen und bei den Menschen zu Hause.
Wissen aus erster Hand, ungecoacht und authentisch, von denen, die es wissen müssen.
Und ja, ein bisserl Humor darf auch nicht fehlen. Reicht doch, wenn der Rotwein trocken ist.
Bauernbund-Präsident Georg Strasser über Freiheit und Maß
Warum er Anreize lieber mag als Verbote – und was das im Dürrejahr für die Eigenverantwortung bedeutet.
20.09.2026 91 min
Bauernbund-Präsident Georg Strasser über Agrarpolitik in Österreich: Dürrejahr, Herkunftskennzeichnung, Mercosur, Tierhaltung und die Frage, wie viel Freiheit zumutbar ist.
Georg Strasser sitzt mit mehreren Hüten am Tisch: Nationalratsabgeordneter, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, stellvertretender Klubchef der ÖVP – und Bauer. Ich wollte zuerst wissen, ob er selbst immer weiß, welcher Hut gerade gilt. Seine Antwort war, er komme mit allen drei ins Gespräch, und genau so hat es sich dann auch angefühlt. Weil Georg danach noch einen wichtigen Termin hatte, musste ich bei den Fragen improvisieren und einiges streichen. Wir haben ausgemacht, dass wir einen zweiten Teil aufnehmen. Wenn dir dabei etwas unter den Nägeln brennt, schick mir deine Frage.
Was mich überrascht hat: wie offen er über einen Hänger vor drei Jahren spricht, über 60 bis 80 Stunden Arbeit pro Woche und darüber, dass Politik kein familienfreundlicher Job ist. Genauso deutlich wird er, wenn es um Zuschreibungen geht – oberster Bauer sei er ausdrücklich nicht, der Bauernbund ist eine Teilorganisation der ÖVP und etwas anderes als die Landwirtschaftskammer.
Inhaltlich reden wir über die Struktur des Bauernbundes von der Ortsgruppe bis ins Wiener Büro, über die Mitgliedschaft in den Bundesländern und das Zusammenspiel der Bünde in der Volkspartei. Danach wird es strittig: Ich halte ihm den Citizen-Consumer-Gap entgegen, er verteidigt Transparenz statt Vorschrift und eine gemeinsame ÖVP-Linie für ein einheitliches Herkunftssystem nach einer freiwilligen Phase. Beim Dürrejahr mit rund einer Milliarde Euro Schaden laut Hagelversicherung erklärt er, warum er eine Pflichtversicherung ablehnt, und ich frage nach, ob Freiheit nicht auch den Extremfall einschließt. Dazu kommen Klimaschutzgesetz und Renaturierung mit offenen Finanzierungsfragen, die Debatte um Tierhaltung und EU-Förderungen, Kontrollen an den Außengrenzen, seine klare Absage an eine schnelle agrarische Marktfusion mit der Ukraine und das Jahr der Bäuerin mit der Frage, wer am Hof was am Laufen hält.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Georg Strasser und die Themen des Gesprächs vor.
00:02:15 Drei Hüte: Bauer, Politiker, Familie
Welche Rolle wann gilt und was ihm zwei Frauen für den Weg mitgegeben haben.
00:08:13 Dicke Haut und ein Hänger
60 bis 80 Stunden Arbeit, Überarbeitung und der Weg zurück in die Balance.
00:13:07 Nöchling, Soßhof und Fußball
Kindheit am Hof, Hausnamen, Studium und wie ihn die Politik erwischt hat.
00:30:04 Bauernbund: Rolle und Struktur
Teilorganisation der ÖVP, Abgrenzung zur Kammer, Ortsgruppen und Bundesländer.
00:42:27 Die Mitte und das verlorene Gespür
Warum Strasser Links-Rechts-Kategorien für unbrauchbar hält.
00:46:13 Freiheit und Herkunftskennzeichnung
Citizen-Consumer-Gap, Gastronomie und die Grenzen von Transparenz.
00:53:05 Dürre und Pflichtversicherung
Milliardenschaden, Prämienzuschuss und die Frage nach Eigenverantwortung.
01:03:38 Klimaschutz und Renaturierung
Offene Finanzierungsfragen, Anreize statt Verbote, Investitionen in dürren Jahren.
01:12:06 Tierhaltung, Standards, Ukraine
EU-Förderungen, Haltungsnormen, Kontrollen und der Blick auf den Weltmarkt.
01:21:03 Jahr der Bäuerin und Rollenbilder
Betriebsleiterinnen, Kinderbetreuung und gemeinsame Betriebsführung.
Kurz-Bio Gast:
Georg Strasser ist seit 2013 Abgeordneter im Nationalrat, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und stellvertretender Klubchef der ÖVP. Aufgewachsen ist er auf einem Milchviehbetrieb in Nöchling im südwestlichen Waldviertel, er studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur und war Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb in einem Drei-Generationen-Haushalt.
INFOS ZUR FOLGE
Österreichischer Bauernbund - Website
www.bauernbund.at
Georg Strasser – Profil im Parlament
www.parlament.gv.at/person/83153
Georg Strasser – ÖVP-Parlamentsklub
www.oevpklub.at/georg-strasser
Georg Strasser auf Instagram
www.instagram.com/georg_strasser
Georg Strasser auf Facebook
www.facebook.com/strassergeorg
Lebensqualität Bauernhof – Beratung und Bäuerliches Sorgentelefon
www.lebensqualitaet-bauernhof.at
Georg Strasser sitzt mit mehreren Hüten am Tisch: Nationalratsabgeordneter, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, stellvertretender Klubchef der ÖVP – und Bauer. Ich wollte zuerst wissen, ob er selbst immer weiß, welcher Hut gerade gilt. Seine Antwort war, er komme mit allen drei ins Gespräch, und genau so hat es sich dann auch angefühlt. Weil Georg danach noch einen wichtigen Termin hatte, musste ich bei den Fragen improvisieren und einiges streichen. Wir haben ausgemacht, dass wir einen zweiten Teil aufnehmen. Wenn dir dabei etwas unter den Nägeln brennt, schick mir deine Frage.
Was mich überrascht hat: wie offen er über einen Hänger vor drei Jahren spricht, über 60 bis 80 Stunden Arbeit pro Woche und darüber, dass Politik kein familienfreundlicher Job ist. Genauso deutlich wird er, wenn es um Zuschreibungen geht – oberster Bauer sei er ausdrücklich nicht, der Bauernbund ist eine Teilorganisation der ÖVP und etwas anderes als die Landwirtschaftskammer.
Inhaltlich reden wir über die Struktur des Bauernbundes von der Ortsgruppe bis ins Wiener Büro, über die Mitgliedschaft in den Bundesländern und das Zusammenspiel der Bünde in der Volkspartei. Danach wird es strittig: Ich halte ihm den Citizen-Consumer-Gap entgegen, er verteidigt Transparenz statt Vorschrift und eine gemeinsame ÖVP-Linie für ein einheitliches Herkunftssystem nach einer freiwilligen Phase. Beim Dürrejahr mit rund einer Milliarde Euro Schaden laut Hagelversicherung erklärt er, warum er eine Pflichtversicherung ablehnt, und ich frage nach, ob Freiheit nicht auch den Extremfall einschließt. Dazu kommen Klimaschutzgesetz und Renaturierung mit offenen Finanzierungsfragen, die Debatte um Tierhaltung und EU-Förderungen, Kontrollen an den Außengrenzen, seine klare Absage an eine schnelle agrarische Marktfusion mit der Ukraine und das Jahr der Bäuerin mit der Frage, wer am Hof was am Laufen hält.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Georg Strasser und die Themen des Gesprächs vor.
00:02:15 Drei Hüte: Bauer, Politiker, Familie
Welche Rolle wann gilt und was ihm zwei Frauen für den Weg mitgegeben haben.
00:08:13 Dicke Haut und ein Hänger
60 bis 80 Stunden Arbeit, Überarbeitung und der Weg zurück in die Balance.
00:13:07 Nöchling, Soßhof und Fußball
Kindheit am Hof, Hausnamen, Studium und wie ihn die Politik erwischt hat.
00:30:04 Bauernbund: Rolle und Struktur
Teilorganisation der ÖVP, Abgrenzung zur Kammer, Ortsgruppen und Bundesländer.
00:42:27 Die Mitte und das verlorene Gespür
Warum Strasser Links-Rechts-Kategorien für unbrauchbar hält.
00:46:13 Freiheit und Herkunftskennzeichnung
Citizen-Consumer-Gap, Gastronomie und die Grenzen von Transparenz.
00:53:05 Dürre und Pflichtversicherung
Milliardenschaden, Prämienzuschuss und die Frage nach Eigenverantwortung.
01:03:38 Klimaschutz und Renaturierung
Offene Finanzierungsfragen, Anreize statt Verbote, Investitionen in dürren Jahren.
01:12:06 Tierhaltung, Standards, Ukraine
EU-Förderungen, Haltungsnormen, Kontrollen und der Blick auf den Weltmarkt.
01:21:03 Jahr der Bäuerin und Rollenbilder
Betriebsleiterinnen, Kinderbetreuung und gemeinsame Betriebsführung.
Kurz-Bio Gast:
Georg Strasser ist seit 2013 Abgeordneter im Nationalrat, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und stellvertretender Klubchef der ÖVP. Aufgewachsen ist er auf einem Milchviehbetrieb in Nöchling im südwestlichen Waldviertel, er studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur und war Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb in einem Drei-Generationen-Haushalt.
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www.instagram.com/georg_strasser
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www.facebook.com/strassergeorg
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