Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen
Wissen, Perspektiven & Hintergründe rund um unsere Lebensmittel & die Menschen dahinter.
Ehrlich und offene Gespräche direkt auf den Höfen, in den Unternehmen und bei den Menschen zu Hause.
Wissen aus erster Hand, ungecoacht und authentisch, von denen, die es wissen müssen.
Und ja, ein bisserl Humor darf auch nicht fehlen. Reicht doch, wenn der Rotwein trocken ist.
Wirtschaft als Teil der Natur - Ökologische Ökonomie - Sigrid Stagl
Über Kostenwahrheit, Subventionen und ein positives Zukunftsbild für die Landwirtschaft
19.04.2026 161 min
Ökologische Ökonomie: Sigrid Stagl erklärt, warum unsere Wirtschaft die Natur nicht länger ignorieren kann und was das für die Landwirtschaft bedeutet.
Sigrid Stagl ist auf einem kleinen Bauernhof im Waldviertel aufgewachsen. Ihre Eltern waren Quereinsteiger, haben Land von der Kirche gepachtet und im Sinne der Grünen Revolution bewirtschaftet. Was mich dabei besonders beschäftigt hat: Schon als Kind hat Sigrid bemerkt, dass im eigenen Garten anders gewirtschaftet wurde als auf dem Feld. Was die Familie selbst gegessen hat, wurde ohne Spritzmittel angebaut. Diese Inkonsistenz hat sie früh irritiert.
Heute ist Sigrid Professorin an der Wirtschaftsuniversität Wien, hat das Institut für Ökologische Ökonomie gegründet und wurde 2024 als Wissenschaftlerin des Jahres ausgezeichnet. Im Gespräch erklärt sie mir, warum die herkömmliche Ökonomie die Natur nur sehr zurückhaltend berücksichtigt und welche Folgen das hat. Wir reden über Thermodynamik und Entropie, über Nikolaus Georgescu-Roegens Erkenntnis, dass wirtschaftliche Prozesse physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen, und über die Frage, warum die Photosynthese im Grunde das Einzige ist, was wirklich neue Energie in unser System bringt.
Was mich nachhaltig beeindruckt hat: Die Studie 'The Hidden Bill' über die niederländische Landwirtschaft zeigt, dass deren Agrar-Lebensmittelsystem 13,3 Milliarden Euro Wertschöpfung erzeugt, aber 18,6 Milliarden Euro gesellschaftliche Kosten verursacht. Ein jährliches Defizit von 5,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig fließen in der EU rund 82 Prozent der Agrarsubventionen in die Tierproduktion, die 84 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgase verursacht, aber nur 36 Prozent der Kalorien liefert. Sigrid sagt: Wir brauchen kein neues Wissen, wir müssen nur die ökonomischen Strukturen so verändern, dass nachhaltiges Handeln leichter, günstiger und attraktiver wird als das Gegenteil.
Ihr zentraler Punkt: Wir brauchen ein positives Zukunftsbild für die Landwirtschaft und ein nachhaltiges Ernährungssystem in Österreich, nicht nur Schadensbegrenzung. Und Bäuerinnen und Bauern sind die Schlüsselakteure dafür.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Sigrid Stagl über Sonnenenergie, Eigenversorgung und falsche Subventionen
00:01:12 Vorstellung und Einstieg
Willy stellt Sigrid Stagl vor und erklärt, worum es heute geht
00:04:33 Aufwachsen am Bauernhof
Kindheit im Waldviertel zwischen Feldarbeit und Freiheit
00:14:03 Der Weg in die Wissenschaft
Von der WU über Argentinien zum Doktorat in den USA
00:29:06 Was ist ökologische Ökonomie?
Wirtschaft als Teil der Natur und warum das die Ökonomik verändern muss
00:43:01 Energie, Entropie und Sonnenlicht
Warum die Photosynthese das Einzige ist, das wirklich Neues schafft
01:04:04 Trägheit und Ausreden
Warum wir trotz besseren Wissens nicht handeln
01:14:18 Kostenwahrheit und Marktversagen
Externe Effekte, Verursacherprinzip und warum Bio billiger sein müsste
01:28:17 Landwirtschaft neu denken
Die vier Hebel der niederländischen Hidden-Bill-Studie
01:52:08 Boden, Eigentum und Versorgung
Lebensmittel als lebensnotwendiges Gut und die Frage der Eigenversorgung
02:14:28 Mercosur und Freihandel
Warum Rindfleisch über den halben Globus zu schippern keinen Sinn macht
02:22:01 Positives Zukunftsbild und Abschluss
Partizipative Prozesse, Bürgerräte und das Zitat mit den zwei Planeten
Kurz-Bio Gast:
Sigrid Stagl ist Professorin für Umweltökonomie und -politik an der Wirtschaftsuniversität Wien und Gründerin des dortigen Instituts für Ökologische Ökonomie. 1999 promovierte sie am Rensselaer Polytechnic Institute als weltweit erste Person in Ökologischer Ökonomie. 2024 wurde sie in Österreich als Wissenschaftlerin des Jahres ausgezeichnet.
INFOS ZUR FOLGE
Prof. Sigrid Stagl (Gast) – Wirtschaftsuniversität Wien
www.wu.ac.at/en/ecolecon/institute/team/sstagl
Institut für Ökologische Ökonomie, WU Wien
www.wu.ac.at/en/ecolecon/institute
Sigrid Stagl – persönliche Website
www.sigridstagl.org
Sigrid Stagl auf LinkedIn
www.linkedin.com/in/sigrid-stagl-795bb719
Sigrid Stagl – Wikipedia (de)
https://de.wikipedia.org/wiki/Sigrid_Stagl
WU (Wirtschaftsuniversität Wien) auf Instagram
www.instagram.com/wuvienna
WU (Wirtschaftsuniversität Wien) auf Facebook
www.facebook.com/wu.wirtschaftsuniversitaet.wien
WU (Wirtschaftsuniversität Wien) auf LinkedIn
www.linkedin.com/school/wu-wirtschaftsuniversitaet-wien
WU Institute for Ecological Economics auf LinkedIn
www.linkedin.com/company/wu-ecolecon
Sigrid Stagl ist auf einem kleinen Bauernhof im Waldviertel aufgewachsen. Ihre Eltern waren Quereinsteiger, haben Land von der Kirche gepachtet und im Sinne der Grünen Revolution bewirtschaftet. Was mich dabei besonders beschäftigt hat: Schon als Kind hat Sigrid bemerkt, dass im eigenen Garten anders gewirtschaftet wurde als auf dem Feld. Was die Familie selbst gegessen hat, wurde ohne Spritzmittel angebaut. Diese Inkonsistenz hat sie früh irritiert.
Heute ist Sigrid Professorin an der Wirtschaftsuniversität Wien, hat das Institut für Ökologische Ökonomie gegründet und wurde 2024 als Wissenschaftlerin des Jahres ausgezeichnet. Im Gespräch erklärt sie mir, warum die herkömmliche Ökonomie die Natur nur sehr zurückhaltend berücksichtigt und welche Folgen das hat. Wir reden über Thermodynamik und Entropie, über Nikolaus Georgescu-Roegens Erkenntnis, dass wirtschaftliche Prozesse physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen, und über die Frage, warum die Photosynthese im Grunde das Einzige ist, was wirklich neue Energie in unser System bringt.
Was mich nachhaltig beeindruckt hat: Die Studie 'The Hidden Bill' über die niederländische Landwirtschaft zeigt, dass deren Agrar-Lebensmittelsystem 13,3 Milliarden Euro Wertschöpfung erzeugt, aber 18,6 Milliarden Euro gesellschaftliche Kosten verursacht. Ein jährliches Defizit von 5,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig fließen in der EU rund 82 Prozent der Agrarsubventionen in die Tierproduktion, die 84 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgase verursacht, aber nur 36 Prozent der Kalorien liefert. Sigrid sagt: Wir brauchen kein neues Wissen, wir müssen nur die ökonomischen Strukturen so verändern, dass nachhaltiges Handeln leichter, günstiger und attraktiver wird als das Gegenteil.
Ihr zentraler Punkt: Wir brauchen ein positives Zukunftsbild für die Landwirtschaft und ein nachhaltiges Ernährungssystem in Österreich, nicht nur Schadensbegrenzung. Und Bäuerinnen und Bauern sind die Schlüsselakteure dafür.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Sigrid Stagl über Sonnenenergie, Eigenversorgung und falsche Subventionen
00:01:12 Vorstellung und Einstieg
Willy stellt Sigrid Stagl vor und erklärt, worum es heute geht
00:04:33 Aufwachsen am Bauernhof
Kindheit im Waldviertel zwischen Feldarbeit und Freiheit
00:14:03 Der Weg in die Wissenschaft
Von der WU über Argentinien zum Doktorat in den USA
00:29:06 Was ist ökologische Ökonomie?
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01:14:18 Kostenwahrheit und Marktversagen
Externe Effekte, Verursacherprinzip und warum Bio billiger sein müsste
01:28:17 Landwirtschaft neu denken
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01:52:08 Boden, Eigentum und Versorgung
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02:22:01 Positives Zukunftsbild und Abschluss
Partizipative Prozesse, Bürgerräte und das Zitat mit den zwei Planeten
Kurz-Bio Gast:
Sigrid Stagl ist Professorin für Umweltökonomie und -politik an der Wirtschaftsuniversität Wien und Gründerin des dortigen Instituts für Ökologische Ökonomie. 1999 promovierte sie am Rensselaer Polytechnic Institute als weltweit erste Person in Ökologischer Ökonomie. 2024 wurde sie in Österreich als Wissenschaftlerin des Jahres ausgezeichnet.
INFOS ZUR FOLGE
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www.wu.ac.at/en/ecolecon/institute/team/sstagl
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https://de.wikipedia.org/wiki/Sigrid_Stagl
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