B2P-Live "Ackerdemics Edition" - Fleisch, Familie und Verantwortung – Thomas Berger
Wie die fünfte Generation eines Traditionsbetriebs Tierwohl, Krisen und Marktdruck unter einen Hut bringt.
24.05.2026 112 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Thomas Berger führt in fünfter Generation Berger Schinken, eines der bekanntesten Fleischunternehmen Österreichs. Ein Gespräch, das so vielfältig war wie die Branche selbst.
Thomas war schon einmal bei mir im Podcast, damals 2021, mitten in der Corona-Zeit mit Maske durch den Betrieb. Seither ist viel passiert: ein Großbrand, der die Schinkenproduktion lahmgelegt hat, ein Markt, der sich ständig verändert, und eine Übergabe von der vierten auf die fünfte Generation, die gerade mitten im Laufen ist. Thomas hat an der WU Wien Wirtschaftsrecht studiert und parallel dazu die Lehre zum Fleischverarbeiter gemacht, inklusive Meisterprüfung. Diese Verbindung aus akademischer und handwerklicher Perspektive merkt man im Gespräch.
Was mich besonders beschäftigt hat: der ehrliche Umgang mit den Widersprüchen. Das Unternehmen betreibt einen eigenen kleinen Schlachthof, der ökonomisch nicht optimal läuft, aber die direkte Anbindung an die Landwirtschaft sichert. Das Regional-Optimal-Programm spart laut einer Studie des FiBL bis zu 45 Prozent CO2 ein, lässt sich aber am Markt nur schwer refinanzieren. Thomas sagt offen: einen Teil der Mehrkosten muss das Unternehmen einfach tragen. Gleichzeitig wäre es aus seiner Sicht falsch, damit aufzuhören.
Wir reden auch über eine Tierwohl-Krise beim Zulieferbetrieb, die das Unternehmen dazu gebracht hat, ein eigenes Kontrollsystem aufzubauen. Über pflanzliche Produkte und warum die Oma bei der Verkostung nicht begeistert war. Über den Fachkräftemangel im Handwerk und warum Berger seinen Lehrlingen deutlich mehr zahlt als branchenüblich. Und darüber, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Produktionshalle brennt und man nicht weiß, ob morgen weitergearbeitet werden kann.
Diese Folge ist ein Live-Podcast an der Wirtschaftsuniversität Wien, die Studierenden haben mitdiskutiert und richtig gute Fragen gestellt.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Begrüßung und Vorstellung von Thomas Berger an der WU Wien
00:02:06 136 Jahre Berger Schinken
Firmengeschichte von der Fleischerei 1890 bis zur fünften Generation
00:11:10 Zahlen, Daten, Sortiment
Umsatz, Mitarbeiter, Standort und Kundschaft des Unternehmens
00:15:24 Eigener Schlachthof und Landwirtschaft
Warum Berger trotz Mehrkosten am eigenen Schlachthof festhält
00:21:00 Tierwohl und Regional Optimal
Die Herzensprojekte der Familie: Regionalität und bessere Tierhaltung
00:32:06 Schrumpfender Markt, pflanzliche Wege
Fleischkonsum im Wandel und der Einstieg in pflanzliche Produkte
00:46:32 Marke vs. Handelsmarke
Marketing, Markenstärke und der Generationenkonflikt bei Social Media
00:58:45 Vom Fleischhacker zum Proteinverarbeiter
Berufsbild im Wandel und wie man Fleischer für Neues begeistert
01:09:31 VGT-Skandal und was danach kam
Tierwohl-Krise beim Zulieferbetrieb und das eigene Kontrollsystem
01:23:04 Großbrand im April 2024
55 Tonnen Fleisch verloren, sechs Tage Stillstand, Zusammenhalt
01:31:19 Fachkräfte und Lehrlingsausbildung
Neue Lehrwerkstatt, bessere Entlohnung und das Image des Handwerks
01:40:01 Energie, Verpackung, EU-Regulierung
Photovoltaik, Windenergie-Pläne und die EmpCo-Richtlinie
Kurz-Bio Gast:
Thomas Berger ist Teil der fünften Generation des niederösterreichischen Familienunternehmens Berger Schinken (Fleischwaren Berger GmbH & Co KG) in Sieghartskirchen. Er hat an der Wirtschaftsuniversität Wien den Master in Wirtschaftsrecht abgeschlossen und parallel dazu die Lehre zum Fleischverarbeiter samt Meisterprüfung gemacht. Im Unternehmen verantwortet er die Bereiche Produktion und Mitarbeiter.
INFOS ZUR FOLGE
Berger Schinken Website
www.berger-schinken.at
Berger Schinken auf Instagram
www.instagram.com/berger.schinken
Berger Schinken auf Facebook
www.facebook.com/bergerschinken
Berger Schinken auf LinkedIn
www.linkedin.com/company/bergerschinken
WU Wien auf Instagram
www.instagram.com/wuvienna
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www.linkedin.com/school/wu-wirtschaftsuniversitaet-wien
Folge - Familie Berger - Bergerschinken – Fleischverarbeitung vom Schwein bis zum Schinken
www.bauertothepeople.at/podcast/29
Folge - Florian Hütthaler – Vier Generationen Fleisch
www.bauertothepeople.at/podcast/161
Thomas war schon einmal bei mir im Podcast, damals 2021, mitten in der Corona-Zeit mit Maske durch den Betrieb. Seither ist viel passiert: ein Großbrand, der die Schinkenproduktion lahmgelegt hat, ein Markt, der sich ständig verändert, und eine Übergabe von der vierten auf die fünfte Generation, die gerade mitten im Laufen ist. Thomas hat an der WU Wien Wirtschaftsrecht studiert und parallel dazu die Lehre zum Fleischverarbeiter gemacht, inklusive Meisterprüfung. Diese Verbindung aus akademischer und handwerklicher Perspektive merkt man im Gespräch.
Was mich besonders beschäftigt hat: der ehrliche Umgang mit den Widersprüchen. Das Unternehmen betreibt einen eigenen kleinen Schlachthof, der ökonomisch nicht optimal läuft, aber die direkte Anbindung an die Landwirtschaft sichert. Das Regional-Optimal-Programm spart laut einer Studie des FiBL bis zu 45 Prozent CO2 ein, lässt sich aber am Markt nur schwer refinanzieren. Thomas sagt offen: einen Teil der Mehrkosten muss das Unternehmen einfach tragen. Gleichzeitig wäre es aus seiner Sicht falsch, damit aufzuhören.
Wir reden auch über eine Tierwohl-Krise beim Zulieferbetrieb, die das Unternehmen dazu gebracht hat, ein eigenes Kontrollsystem aufzubauen. Über pflanzliche Produkte und warum die Oma bei der Verkostung nicht begeistert war. Über den Fachkräftemangel im Handwerk und warum Berger seinen Lehrlingen deutlich mehr zahlt als branchenüblich. Und darüber, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Produktionshalle brennt und man nicht weiß, ob morgen weitergearbeitet werden kann.
Diese Folge ist ein Live-Podcast an der Wirtschaftsuniversität Wien, die Studierenden haben mitdiskutiert und richtig gute Fragen gestellt.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Begrüßung und Vorstellung von Thomas Berger an der WU Wien
00:02:06 136 Jahre Berger Schinken
Firmengeschichte von der Fleischerei 1890 bis zur fünften Generation
00:11:10 Zahlen, Daten, Sortiment
Umsatz, Mitarbeiter, Standort und Kundschaft des Unternehmens
00:15:24 Eigener Schlachthof und Landwirtschaft
Warum Berger trotz Mehrkosten am eigenen Schlachthof festhält
00:21:00 Tierwohl und Regional Optimal
Die Herzensprojekte der Familie: Regionalität und bessere Tierhaltung
00:32:06 Schrumpfender Markt, pflanzliche Wege
Fleischkonsum im Wandel und der Einstieg in pflanzliche Produkte
00:46:32 Marke vs. Handelsmarke
Marketing, Markenstärke und der Generationenkonflikt bei Social Media
00:58:45 Vom Fleischhacker zum Proteinverarbeiter
Berufsbild im Wandel und wie man Fleischer für Neues begeistert
01:09:31 VGT-Skandal und was danach kam
Tierwohl-Krise beim Zulieferbetrieb und das eigene Kontrollsystem
01:23:04 Großbrand im April 2024
55 Tonnen Fleisch verloren, sechs Tage Stillstand, Zusammenhalt
01:31:19 Fachkräfte und Lehrlingsausbildung
Neue Lehrwerkstatt, bessere Entlohnung und das Image des Handwerks
01:40:01 Energie, Verpackung, EU-Regulierung
Photovoltaik, Windenergie-Pläne und die EmpCo-Richtlinie
Kurz-Bio Gast:
Thomas Berger ist Teil der fünften Generation des niederösterreichischen Familienunternehmens Berger Schinken (Fleischwaren Berger GmbH & Co KG) in Sieghartskirchen. Er hat an der Wirtschaftsuniversität Wien den Master in Wirtschaftsrecht abgeschlossen und parallel dazu die Lehre zum Fleischverarbeiter samt Meisterprüfung gemacht. Im Unternehmen verantwortet er die Bereiche Produktion und Mitarbeiter.
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Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen 😊
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Transkript
Essen, Menschen, Landwirtschaft. Heute
machen wir einen Live-Podcast im Live-Podcast. Von für Miet und Tour.
Bauer to the People.
Was, wer? Und? Und alle und alles dazwischen und rundherum. Los geht's.
Bauer to the People.
Grüß euch und willkommen zu einer neuen Ausgabe des Bauer to the People Live-Podcast.
Heute wieder im Academics-Live-Format und Spezialformat hier an der Wirtschaftsuniversität hin.
Neben mir, da sitzt heute der Thomas Berger, ein Teil der nächsten Generation
eines österreichischen Traditionsunternehmens, rund um das Thema Fleisch und
genau über das alles, was das Thema so hergibt und was da drinnen steckt in
diesem Thema. Und das ist sehr, sehr viel.
Und vor allem deine Sicht der Dinge, da wollen wir heute ein bisschen reden.
Thomas, erst einmal danke, dass du dir Zeit genommen hast und schön, dass du da bist.
Danke.
Ja, und vor uns sitzen wieder mal die 30 guten Gründe, warum wir heute überhaupt
hier sind, warum es diese Universität überhaupt gibt, nicht nur wegen euch 30,
sondern wegen den anderen 5000 oder wie viele es sind auch noch.
30 Studentinnen und Studenten ganz am Anfang ihres Wirtschaftsstudiums im Rahmen der Lehrveranstaltung
zukunftsfähiges Wirtschaften. Die Idee dahinter, Einblicke geben in unterschiedliche
Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft und Lust machen aufs Nachdenken und
vor allem heute mit unserem tollen Mikrofonwürfel, den wir hier haben,
auch aufs Fragen stellen.
Ja, der Thomas und sein Papa, der Rudolf und die Tante Gavi,
glaube ich, waren es damals, die
waren 2021, ganz am Anfang des Bauer-to-the-People-Podcasts, schon zu Gast
im Podcast und diese Folge, die findet ihr natürlich wieder in den Shownotes.
Ich sage jetzt noch einmal kurz, 2021 haben wir uns kennengelernt beim Podcast.
Du warst damals noch quasi hier an der Wirtschaftsuniversität Wien,
wenn ich es richtig ausschrieben habe von damals, damals noch im Master Wirtschaft und Recht.
Wirtschaftsrecht, ja.
Oder Wirtschaftsrecht. Seither ist doch ein bisschen was passiert.
Also damals war glaube ich gerade noch nicht Corona oder wir sind kurz vor Corona gestanden.
21, da war mitten im Training.
Waren wir mitten im Training.
Wir sind mit der Maske durch den Betrieb gegangen. Ach ja, stimmt.
Genau, ja, ja, hast recht. Dann war 2024, habt ihr einen riesen Brand gehabt
bei euch im Unternehmen. Der Markt verändert sich total.
Das Mercosur-Abkommen ist gerade durchgegangen und so weiter und so fort.
Und darüber wollen wir heute ein bisschen versuchen zu reden und ein paar Einblicke zu bekommen.
Aber bevor wir da jetzt starten, für alle, die hierherinnen,
vielleicht eure Produkte noch nicht im Supermarkt gesehen haben oder die Firma
noch nicht kennen, was ist das Unternehmen Bergerschinken?
Gib uns ein bisschen einen Kontext, ein bisschen eine Geschichte zu dem Unternehmen,
aus dem du quasi erst in fünfter Generation heute hier bist.
Sehr gerne. Also schön, dass ich da sein darf. Ich glaube, ich komme öfter,
weil man wird schon bei der Moderation dann mit Applaus begrüßt. Das finde ich cool.
Wir müssen es.
Ja, okay. Also noch einmal hallo, freut mich, dass ich da sein darf.
Ich bin der Thomas, Thomas Berger. Ich bin, wie der Willi schon in seiner Anmoderation
erzählt hat, eben Teil der Unternehmerfamilie der Firma Bergerschenken und auch
Teil der fünften Generation.
Uns gibt es mittlerweile seit 1890, das heißt, wir sind 137 Jahre alt,
sind eben fünfte Generation.
Begonnen hat alles mit meinem Ur-Ur-Großvater, der damals in Sigrads Kirchen,
also in der kleinen Ortschaft, wo wir auch heute noch sind, in Niederösterreich
im Bezirk Dullen eine Fleischerei gekauft hat,
der das dann auch quasi an seinen Sohn übergeben hat, also meinen Urgroßvater,
der mit seiner Frau den Betrieb geführt hat, der dann relativ früh gestorben
ist bei einem Autounfall.
Und dann hat meine Urgroßmutter den Betrieb quasi über die Kriegsjahre,
also es war der Zweite Weltkrieg gerade zu der Zeit, geführt,
was halt wirklich eine beachtliche Leistung war.
Und eben mein Großvater, der damals auch schon relativ früh ins Unternehmen
eingestiegen ist, also der hat dann seine Schullaufbahn abgebrochen,
um eben das Unternehmen daheim dann weiterführen zu können, hat das Unternehmen
mit meiner Großmutter so richtig groß gemacht, kann man sagen.
Also die Aspekte, die da mitgespielt haben, waren sicher einerseits eben der
Einstieg oder dass wir die Handelsketten, also den Einzelhandel,
als Kunden gewonnen haben.
Damit ist das Unternehmen sicher sehr, sehr gewachsen und andererseits auch
die Fokussierung, die wir auch heute noch haben, auf den Kochschinken.
Also das war eben gerade zu der Zeit damals der richtige Move, sage ich einmal.
Und von dem her hat es sich gut ergeben, dass das Unternehmen da wachsen konnte.
Also das heißt denn umsonst Bergerschinken, weil das ist ja...
Wir heißen gar nicht Bergerschinken, das ist nämlich lustig.
Die Marken. Ja, richtiger.
Aber das wird, schauen wir mal, im Rahmen vom Übergabeprozess wird das dann
vielleicht auch angegangen, weil jeder sagt halt Bergerschenk. Genau. Genau.
Wie hast du ein Unternehmen aus...
Fleischwaren, Berger, GmbH und Co KG.
Co KG.
Ja, genau.
Hätten wir es einmal gesagt.
Ja, richtig. Genau, das war eben die Generation meiner Großeltern.
Dann ist mein Vater und meine Tante schon eingestiegen ins Unternehmen.
Die sind die vierte Generation.
Die haben auch noch dazu beigetragen, dass das Unternehmen über die letzten
Jahre doch deutlich gewachsen ist.
Und ja, heute sind wir da. Die fünfte Generation besteht aus meinem Bruder,
der vor allem den Verkauf und das Marketing überhat bei uns,
besteht aus meiner Frau, die Feinkostfilialen leitet bei uns,
aus meiner Cousine, die auch im Marketing ist und eben aus mir.
Also ich hoffe, es war irgendwie verständlich. Wir sind halt jetzt zwei Generationen
gerade im Unternehmen. Wir können dann vielleicht einen Stammbaum aufzeichnen
irgendwo, wenn das dann hilft.
Aber genau, das ist eben die Situation, in der wir uns heute befinden.
Aber ich glaube, das Foto, ich habe es da an die Wand gelaufen mit dem tollen
Schmäh Meet the Next Generation.
Da kann man dann vielleicht auch sehen, also die fünfte Generation,
das bist du und der Bruder oder Martin?
Genau, also die zwei rechts quasi, in der Mitte meine Frau und auf der linken
Seite drüben meine Cousine.
Das heißt, das ist die vierte Generation, das steht jetzt momentan noch aus.
Momentan ist ja noch die vierte Generation am Ruder,
Oder? Genau, richtig. Die vierte Generation eben in der Mitte mein Vater,
meine Mutter und meine Tante, die sich die Geschäftsleitung heute eben aufteilen
und wo wir uns gerade halt so in einem Übergabeprozess befinden,
dass wir dann eben nachrücken.
Ja, bis wann soll dieser Übergabeprozess abgeschlossen sein?
Das variiert, je nachdem, wer meinen Vater fragt. Genau.
Aber wir sind gerade mittendrin eben und das ist auch ein Thema,
dieser ganze Übergabeprozess, wo man gemerkt hat, es bringt nichts,
wenn man da irgendwie jetzt versucht, irgendwie schnelle, halbgare Lösungen
zu finden, sondern das ist was,
wo man sich wirklich Zeit nehmen muss und wo man halt einfach schauen muss,
dass man zu guten Lösungen kommt und das dauert einfach.
Also angepeilt haben wir mal in den nächsten drei Jahren,
Schauen wir mal, ob es uns gelingt, aber wir sind da relativ entspannt zum Glück.
War für dich eigentlich immer schon, was mich auch immer interessiert,
wenn man ins Unternehmen daheim einsteckt, war für dich immer klar,
dass du das Unternehmen irgendwann einmal übernehmen wirst oder hast du auch
die Option gehabt, zu sagen, nein, ich möchte eigentlich ganz was anderes machen?
Ja, also die Option war immer da auf jeden Fall. Es hat da keinen Druck gegeben von zu Hause.
Ich meine, es ist jetzt nicht so, zumindest war es bei mir nicht so,
dass man halt irgendwie als Vierjähriger dann gerade von der Sandkiste kommt
und man sich denkt, okay, ich werde jetzt Fleischhacker.
Das war nicht unbedingt der Fall, nein. Aber es ist natürlich so,
wenn man ein Familienunternehmen zu Hause hat, du kriegst das einfach jeden
Tag mit. Also du wachst halt auch irgendwie mit rein.
Du kennst die Leute, was bei uns ein extremer Faktor war, weil wir wirklich
halt sehr viele lang gediente Mitarbeiter haben, mit denen man dann aufwachst.
Und natürlich kriegt man es halt dann auch zu Hause mit, auch wenn es die Eltern
vielleicht nicht wollen.
Weil ich glaube, sie haben schon immer versucht, irgendwie das Unternehmen halt
im Privaten rauszulassen.
Aber irgendwann geht es halt einmal auch am Abendessen, also beim Tisch halt
eben Themen wie Unternehmenskultur, wie tun wir weiter und ja,
da wächst man halt hinein, sage ich einmal.
Es hat auch keinen Druck gegeben, dass wir irgendwie was übernehmen müssten.
Bei mir war es so, ich habe ganz klassisch Hackmatura gemacht,
habe dann eben nachher hier angefangen mit Schatzrecht.
Hackmatura.
Hackmatura, ja.
Fleischhacker.
Ah, okay. Jetzt habe ich kurz gebraucht, warum es so lustig ist,
aber jetzt verstehe ich den Gedanken.
Manchmal muss man raus.
Genau, habe dann nebenbei eben angefangen zu studieren und dann war halt irgendwie
schon klar, dass ich im Unternehmen was machen möchte.
Habe dann angefangen eben schon zu arbeiten und irgendwie war ich halt immer
der Meinung, wenn ich Unternehmen mit den Leuten auf Augenhöhe reden würde,
kann und reden möchte, dann muss ich halt auch irgendwie fachlich mich auskennen.
Und das war auch der Grund, warum ich dann eben mit der Ausbildung zum Fleischer
angefangen habe neben meinem Studium. Das heißt, ich habe dann wirklich klassisch
einmal Fleischverarbeitung, die Lehre gemacht.
War dann auch eine Zeit lang, also neben dem Studium in der Berufsschule,
das war ganz witzig, weil ein Tag war quasi da hier, also hier am Campus studieren,
am nächsten Tag war dann in Hollerperung in der Berufsschule.
Das waren halt irgendwie so alle Aspekte oder Facetten, die halt das Bildungssystem
so bietet, was eigentlich eine sehr coole Zeit war.
Und habe dann immer während des Studiums geschaut, dass ich im Unternehmen auch
weiterkomme, habe dann meine Gesellenprüfung gemacht, habe meinen Fleischermeister
gemacht, einen Teil davon in Deutschland, einen Teil davon in Linz und eben
hier mit dem Master abgeschlossen.
So hat es sich dann ergeben, dass ich immer mehr im Unternehmen übernehmen konnte.
Heute bin ich vor allem für die Bereiche Produktion und Mitarbeiter verantwortlich.
Also alles, was damit irgendwie zu tun hat, läuft dann bei mir zusammen und
es ist voll spannend, weil es extrem vielseitig ist.
Ab wann war da aber wirklich klar, dass du das machen wirst?
Also war da die Entscheidung für die HAC, also die wirtschaftliche Ausbildung,
ein bisschen war das damals schon so, okay, ich werde ins Unternehmen gehen,
ich bereite mich jetzt fokussiert darauf vor.
Ab welchem Zeitpunkt war klar, ich werde das machen?
Eigentlich schon zu Beginn von der Handelsakademie, weil da war schon die Frage,
ob HAC oder HTL für Lebensmitteltechnologie in Hollabon.
Und damals hat mich halt irgendwie noch diese ganze Labortechnik ein bisschen
abgeschreckt. Deswegen habe ich mal gedacht, okay, mach ich mal Hack,
das ist Wirtschaft, da kann aber nicht viel verhaut sein. Also wie ihr wahrscheinlich
wisst, weil ihr alle da sitzt.
Es war schon klar, weil ich immer wieder dann in Ferien oder wenn halt Zeit
war, am Wochenende auch irgendwie mitgeholfen habe und da hat sich das dann einfach ergeben.
Ich weiß, ihr seid jetzt ein dunner Bruder, oder? Das ist für die Geschwister, oder? Genau, richtig.
Wie war es bei deinem Bruder? Wollen wir da ein bisschen rüberschauen?
Warst du auch relativ schnell klar, dass ihr das als Brüder-Duo dann erleiden würdet?
Nein, gar nicht so, weil der Martin ist mein älterer Bruder.
Der war eigentlich immer schon unterwegs seit der Matura, der hat lange in Deutschland
gewohnt, hat dann in der Schweiz gewohnt, hat in St. Gallen seinen Doktor gemacht.
Seinen Doktor?
Aha. In Betriebswirtschaft, also Marketing, glaube ich.
Doktor im Markt. Richtig.
Der sich unter anderem in seiner Doktorarbeit auch mit Alternativersatzprodukten
beschäftigt hat, genau, und wie man die vermarktet.
Also war schon familiär ein bisschen geprägt, wahrscheinlich auch diese Wahl, oder?
Das schon. Aber eben, der hat dann in München bei der Unternehmensberatung gearbeitet
und ist erst 2024 zurückgekommen ins Unternehmen. Also da war es noch nicht so klar.
Also ihm war es auch noch nicht klar, ob er das machen...
Genau, also er wollte sich sicher mal was anderes anschauen und eben zu Beginn,
glaube ich, war es ihm nicht klar und dann eben, wie es halt ins Doktorat gegangen
ist, hat es sich dann immer mehr herauskristallisiert und deswegen hat es sich
dann auch das Thema gut ergeben und ja.
Jetzt sind wir halt zu zweit von uns Brüdern. Also wir sind vier Kinder insgesamt,
davon sind zwei jetzt im Unternehmen.
Die andere, ich habe eine ältere Schwester, die macht ganz was anderes,
die ist Goldschmiedin, also die beschäftigt sich vor allem mit Schmuck halt.
Und einen jüngeren Bruder, der auch hier an der WU studiert,
auch im Bachelor, also glaube ich, genau, bei dem weiß man noch nicht so richtig,
was... Nein, ich habe wirklich überlegt, ob er da sein könnte.
Damit wir ein bisschen ein Gefühl für das Unternehmen heute kriegen,
geben wir ein paar so Eckdaten, wie groß ist das Unternehmen,
wie viel Mitarbeiter, Umsatz, solche Themen, damit man so ein bisschen ein Spiel kann.
Genau, also wie gesagt, das gibt es seit 1890. Vom Sortiment her sind wir im
Prinzip klassischer Fleischverarbeiter.
Das heißt, unser Hauptstandbein, wie man auch im Marketing halt immer wieder
bespielt, ist dieser Kochschinken.
Wir haben aber genauso Wurstprodukte, wir haben genauso Frischfleisch.
Unsere Hauptkunden sind sicher der Einzelhandel, also der Lebensmitteleinzelhandel
in Österreich. Da sind wir eigentlich überall vertreten, außer bei Lidl.
Und auch der Großhandel, das heißt Metro, Transcomer, also wirklich die Gastronomie
beliefernden Betriebe, sind auch große Kunden von uns.
Wir machen 85 Prozent vom Umsatz im Inland.
Wir haben einen Exportanteil von 15 Prozent, wobei Exportländer wirklich so
die Nachbarländer um Österreich herum sind, weil mehr macht aus unserer Firmenphilosophie
auch nicht Sinn, weil wir wollen nicht weiter weg unsere Produkte exportieren,
weil es ist Fleisch, das ist ein lokales Lebensmittel,
das sollten wir jetzt nicht irgendwie um die halbe Welt verschiffen.
Ist das normal in der Branche mit dieser geringen Exportanteil?
Ist das halt eher die Ausnahme?
Normal hat man eher höhere Exportquoten, das stimmt schon. Aber wir sind halt
doch sehr österreich fokussiert.
Und das hat sehr gut für uns funktioniert und wird sich jetzt einmal absehbar
auch nicht groß ändern, sage ich einmal.
Woraus hat sich das über die Zeit ergeben? Also diese Fokussierung auf das Regionale eigentlich?
Genau, richtig. Einfach aus dem Regionalitätsgedanken. Dass man sagt,
wir haben einen Rohstoff, der wird regional, lokal hergestellt und da macht
es jetzt keinen Sinn, wenn ich den einfach in die halbe Welt verschiffe.
Und ich glaube, aus der Philosophie heraus hat es sich ergeben.
Genau, also so viel zum Sortiment. Vom Umsatz her, wir haben letztes Jahr 195
Millionen Euro Umsatz gemacht und haben ungefähr 650 Mitarbeiter aktuell.
650? Mhm. Okay.
Genau, also unser Produktionsstandort ist eben in Sigurds Kirche,
Niederösterreich. Das ist eine kleine Ortschaft, da gibt es halt viele Felder
und sonst nicht viel. Aber ich finde es halt ganz cool dort, weil...
Zwischenzeit ist die Firma, ne?
Am Ortsrand dann, ja genau. und eben im Ortskern ist noch unser Stammsitz,
wo quasi die ganze Produktion entstanden ist, das ist heute noch eine unserer
Feinkostfilialen, aber eben die gesamte Produktion ist am Ortsrand.
Und wir haben außerdem noch ein bisschen Direktvertrieb, das heißt,
wir haben noch Verkaufsfahrer, die einzelne Wirte zum Beispiel direkt anfahren.
Wir haben auch noch drei Feinkostfilialen und vier Großmärkte,
wo wir auch unsere Produkte direkt absetzen können.
Aber der Hauptfokus liegt sicher eben am Einzel- und Großhandel.
Ist irgendwie eine strukturelle Veränderung hin auf Einzel- und Großhandel und
weg vom kleinteiligen Chef, von der Direktverwaltung kann man schon fast sagen?
Oder ist das einfach ein stabiler Teil von euch?
Man hat schon über die Jahre hinweg gesehen, vor allem in den letzten fünf Jahren,
dass das weniger geworden ist.
Weil wir sind ein bisschen zweischneidig gefahren. Wir haben einerseits den
Direktvertrieb gehabt, wo wir Gastronomen auch direkt angesprochen haben,
liefern aber auch den Großhandel, der ja die Gastronomie auch beliefert.
Und deswegen hat man gesagt, okay, dann konzentrieren wir uns lieber auf das,
nimmt den Kunden quasi nicht das Geschäft so sehr weg, macht das halt noch in
einem Ausmaß, wo es halt für uns einfach regional sinnvoll ist.
Und das funktioniert auch ganz gut.
Was Sie 2021 echt spannend gefunden haben, ihr habt uns ja auch durchgeführt,
jetzt weiß ich ja wieder die Masken und die Haubalen und das Brand und alles, also Vollmantur.
Gibt es ja Videos noch von damals, ein paar sogar auf YouTube noch.
Ihr habt 30% von euch Schweinefleisch. Habt ihr damals selbst geschlachtet.
Wie schaut das heute aus?
Genau, also wir sind da immer noch mengenmäßig sehr stabil. Das ist vielleicht
auch das Thema, das uns am ehesten von anderen Verarbeitern in Österreich unterscheidet.
Wir haben halt noch diese direkte Anbindung an die Landwirtschaft.
Das heißt, wir haben zwei wesentlichen
Projekte, wo wir halt mit der Landwirtschaft zusammenarbeiten.
Das ist einerseits einmal regional optimal, was das genau ist,
das erkläre ich vielleicht noch später.
Und das andere ist ein Tierwohlprojekt, wo wir wirklich eben mit ungefähr 40
Vertragslandwirten zusammenarbeiten.
Das heißt, die beliefern auch mit ihren Tieren exklusiv nach uns.
Und wir betreiben halt noch einen kleinen Schlachthof. Also ich sage einmal
klein, weil für österreichische Verhältnisse ist der wirklich klein.
Man kann sagen, das sind ungefähr 250 Schweine, die wir am Tag dort schlachten.
Und das ist so ungefähr das, was der Größte in der Stunde macht.
Also so sind einmal die Verhältnisse.
Ökonomisch macht das Ganze bedingt Sinn, sage ich einmal.
Weil man kann sich das vorstellen, ein Schlachthof funktioniert halt wirtschaftlich
dann, wenn ich ihn wirklich auslaste und schaue, dass ich halt möglichst viel Mengen schlachte.
Aber das ist einfach nicht das, was wir damit erreichen wollen.
Das heißt halt höhere Kapazität eigentlich.
Nein, nein, nein, wir stehen da komplett an. Das ist wirklich quasi noch der alte Betrieb.
Das ist ja spannend, das ist ja im...
Richtig, richtig, im Ortskern drin. Wird man heute auch nicht mehr so genehmigt
bekommen, aber es ist halt noch so in Sigrathskirche.
Also da sind wir wirklich an unserem Limit, aber es macht halt für uns einfach Sinn, wenn wir sagen,
wir haben diese direkte Anbindung an die Landwirtschaft und wir sind auch noch
ein bisschen unabhängig vom Markt, weil wir doch 25 bis 30 Prozent unserer Menge
einfach selber noch in der Hand haben und da auch wirklich halt schauen können,
dass wir da Projekte machen, wo man in Richtung Regionalität weitermacht,
wo man in Richtung Tierwohl weitermacht und da einfach coole Dinge machen können,
die man vielleicht so am Markt nicht kriegen würde.
Macht es jetzt, nochmal, das ist richtig verstanden, es macht ökonomisch,
wäre es effizienter, würdet ihr es anders machen, aber ihr haltet an diesem
Schlachthof, was ist das Besondere daran? Einfach, dass ihr die komplette Kette in der Hand habt?
Genau, richtig. Ich habe wirklich vom Landwirt, von der Aufzucht,
von der Mast vom Tier bis zur Verarbeitung, habe ich es halt komplett in der
Hand und bin in einem gewissen Maß unabhängig vom Markt.
Wir sind gerade zum Beispiel dabei, dass wir am Schlachthof wieder eine eigene
Tierwollzertifizierung anstreben, die es eigentlich in Österreich so noch nicht gibt.
Und das kann ich halt wirklich auch noch machen, weil wir halt diese geringen
Stückzahlen machen, weil wir halt auch die Zeit haben, die wir uns wirklich pro Tier nehmen können.
Und das ist halt ein bisschen eine Besonderheit. Deswegen, weil ich auch diese
Zeit habe, weil ich wirklich jetzt die wenigen Tiere mache, also schlachte,
ist es einfach auch ökonomisch nicht sinnvoll. Das muss man einfach so sagen.
Also wenn ich jetzt die Tiere, die ich bei den Landwirten kaufe,
auf einem großen Schlachthof schlachten lassen würde, würde ich mir Geld sparen. Das ist einfach so.
Aber wie gesagt, unsere Philosophie ist einfach ein bisschen anders.
Und ich glaube, das passt einfach zu uns als Unternehmen und ist uns auch wichtig als Familie.
Es klingt jetzt nicht, ich meine, das frage ich natürlich bewusst provokant da dagegen.
Es ist zwar schön, wenn man eine Philosophie hat, aber ihr seid ja auch am Markt tätig.
Und der Markt ist halt der Markt, der ist teilweise gnadenlos.
Welche Vorteile habt ihr langfristig, dass ihr sagt, diese Kosten Nachteile,
was im Prinzip am Markt geht es ja sehr viel um Kosten und ja, um Kosten.
Was bringt euch das? Wo glaubt ihr, ist das zukunftsfähig?
Es tut sich ein bisschen schwer, muss ich offen sagen, am Markt.
Wir haben natürlich gehofft, okay, wir haben jetzt ein Projekt,
da setze ich auf Regionalität, also ganz kurz zu den Inhalten von diesem Projekt.
Wir setzen da wirklich auf lokale Partnerschaften, das heißt,
die Betriebe sind alle in einem 50 Kilometer Umkreis von unserem Standort.
Das heißt, wir wollen wirklich schauen, dass wir möglichst kurze Transportwege haben.
Und ein wesentlicher Treiber vom CO2-Footpin, von Schweinefleisch,
ist natürlich das Futtermittel. Vielleicht kommen wir da später noch im Detail dazu.
Aber im Wesentlichen hat man in dem Projekt halt gesagt, okay,
das Futtermittel, das darf nicht aus Übersee kommen, das muss wirklich regional
heimisches Futtermittel sein.
Deswegen sparen wir uns da auch sehr viel CO2. Also das sind die Eckpunkte des
Projekts. Und wir haben halt gehofft, okay, jetzt haben wir eigentlich ganz
coole Argumente, warum man wirklich halt das Fleisch kaufen sollte.
Wenn man das jetzt dann irgendwie noch kommuniziert, wenn man das aufs Backel
draufschreibt, werden es die Leute vielleicht kaufen.
Ja, tut sich schwer, sage ich einmal.
Also die Umsetzung oder wie kann ich quasi diese Mehrkosten wirklich dann auch wieder reinholen?
Offen gesprochen kann ich es nicht komplett. Also einen Teil davon müssen wir
einfach wirklich dann auch unter Anfangszeichen abwerten.
Also ich kann es dann nur als konventionelles Fleisch hernehmen.
Und das ist natürlich dann Kosten, die im Unternehmen hängen bleiben.
Aber in Summe glauben wir trotzdem, dass es nichts bringt, wenn wir jetzt sagen,
okay, wenn das keiner will, dann hören wir damit auf.
Weil im Endeffekt geht es uns darum, dass wir halt das ganze System irgendwie
weiterentwickeln. Und wenn wir jetzt dann damit aufhören, wer macht es halt dann?
Darum geht es uns, glaube ich. Also keine Frage, die Kosten,
die entstehen, die tun weh.
Und wir wissen das auch genau, was halt dann im Jahr wirklich dann anfällt mit
den Mehraufwänden, die wir haben.
Aber in Summe glaube ich trotzdem, dass es das Richtige ist.
Und ich hoffe halt, dass sich das Ganze noch dahingehend entwickelt,
dass wir das auch in Zukunft umsetzen können. Eine Frage, sehr gut.
Vor allem, wenn ich irgendwas unverständlich erkläre, bitte sagt es gleich.
Werft es aber mit Würfel.
Ich wollte fragen, also es ist ja ein sehr idealistischer Ansatz,
den ihr da habt. In welcher Generation kam dieser Ansatz dann eigentlich durch?
Also ist das schon immer sozusagen Ansatz gewesen, dass man so ein gewisses
Tierwohl haben will, dass man ein regionales Produkt haben will?
Oder ist das jetzt erst die vierte, fünfte Generation und davor wollte man eigentlich
massiv skalieren und am besten in ganz Europa Standorte haben?
Hopp, du hast mir gerade die Frage von der Zunge genommen.
Das ist so ein Mitarbeitsplus, oder?
Wo ist die Liste? Ich weiß aber, ich merke meinen Namen nie,
aber da passt ich mir bloß einfach so in den Raum rein.
Also, das muss man ein bisschen differenzieren, glaube ich. Sehr gute Frage, danke einmal dafür.
Der Regionalitätsgedanke unterstelle ich jetzt mal, den hat mein Ur-Ur-Großvater
gehabt, weil damals war das einfach nicht üblich, dass man das Schweinefleisch
oder das Tier jetzt irgendwo aus so einer großen Entfernung irgendwie hergebracht hat, im Betrieb.
Also es gibt wirklich Bauern, also ohne Spaß, mit denen arbeiten wir seit drei
Generationen zusammen, weil die halt immer schon da den Hof gehabt haben,
der ist immer übergeben worden und wir haben immer schon gut mit denen zusammengearbeitet.
Also was die Regionalität angeht, glaube ich, ist wirklich schon sehr lange so.
Der Aspekt mit dem Umweltschutz, der Aspekt mit dem Tierwohl,
der ist sicher sehr auch meinen Vater geprägt worden.
Also 2009 war das mit diesem Regional Optimal, also ich habe es da auch auf einem Produkt,
so schaut das aus, quasi dieses grüne Logo, das wird dann mit der EMCO-Verordnung,
ich weiß nicht, ob ihr die kennt, so mit der Richtlinie, das wird dann ein bisschen schwierig,
das müssen wir nachher noch diskutieren, aber es ist quasi dieses Regional Optimal-Programm,
das darauf setzt, wirklich auf diese regionale Herkunft der Tiere und auch auf
das regionale Futtermittel, das es seit 2009 gibt und seit 2015,
haben wir mit dem Tierwohlprojekt gestartet.
Also das war wirklich die vierte Generation, also meine Elterngeneration,
die da halt wirklich schon massiv was gemacht haben, was für den damaligen Zeitpunkt
eigentlich sehr früh war, aber sich doch bewahrheitet hat, dass der richtige Schritt war einfach.
Das heißt, das Herz, was war damals für dein Vater der Auslöser, dass er das gemacht hat?
Ich glaube, es war schon ein bisschen das Image-Thema vom Fleisch und vom Schweinefleisch
damals, weil man gesagt hat, okay, da ist gerade dieses Thema mit,
also Diskussion mit Gentechnik, ja, nein, aufgekommen.
Das war sehr emotional, ist immer emotional geführt worden.
Und es war halt damals schon der Vorwurf, okay, der Schwein,
das isst ja quasi uns Menschen das Futter weg.
Und dann hat man halt ein bisschen drauf geschaut, wo kommt das Futter eigentlich
her und ist drauf gekommen, okay, da ist wirklich sehr viel Soja-Anteil aus
Übersee, wo man halt wirklich den Regenwald abgeholzt hat, wo es einen sehr
großen Land-Use-Change gegeben hat dafür,
und einfach um dem zu entgegnen, hat er da, glaube ich, in die Richtung schon
was gemacht, hat dann mit der BOKU zusammengearbeitet, hat man dieses Projekt
eben entwickelt, wo man halt dann auch verschiedene Bauern eingeladen hat,
gefragt hat, okay, könnt ihr euch das grundsätzlich vorstellen,
auf ein eigenes Futtermittel zu setzen, Da war natürlich am Anfang viel Skepsis,
muss man auch sagen, weil es hat es zu dem damaligen Zeitpunkt nicht so gegeben.
Ist aber im Endeffekt wirklich jetzt doch irgendwie eine Erfolgsgeschichte geworden,
weil man halt doch relativ schnell dann viele Betriebe gewinnen konnte,
die da mitgemacht haben und ja, nach wie vor besteht.
Also 2009 begonnen und es gibt es immer noch.
Habt ihr damit eine Nische besetzt mit diesem Produkt oder so?
Habt ihr da eine Nische gefunden oder ist das eher ein Herzensprojekt?
Es ist ein Herzensprojekt. Es ist irgendwie so eine Nische, nach der keiner
gefragt hat, kommt mir vor. Aber nein, was ein bisschen zieht auch in der Wahrnehmung
ist natürlich, dadurch, dass ich auf regionale Futtermittel setze und jetzt
dieses Übersee-Soja-Wecklasse, bin ich automatisch auch gentechnikfrei.
Und gentechnik, das weiß man halt, das ist irgendwie einfach ein emotional behaftetes Thema.
Ob es jetzt gerechtfertigt ist oder nicht, das lasse ich mal dahingestellt.
Aber man hat einfach dadurch, dass man die gentechnikfreiheit ausgelobt hat,
dann ein bisschen auch die Konsumenten abholen können, glaube ich.
Ich habe noch eine Follow-up-Frage und zwar auch wieder zu dem Generationenthema.
Also ich glaube, dass unsere Großeltern noch recht wenig von Sojawürsten gewusst haben.
Wann kam der Change oder dieses Umdenken? Die Sojawürste?
Ja, oder generell Veggie-Produkte. Das erste Veggie-Produkt war 2018.
Das war wirklich schlecht, also das muss man wirklich so sagen.
Nur da hat es halt noch einfach weniger Marke gegeben, was halt irgendwie auch vergleichbar war.
Das haben wir dann, glaube ich, ein Jahr lang gemacht und dann hat man es auch wieder eingestellt.
Aber so richtig, also dass man sagt, man geht jetzt mit der Marke in diese pflanzlichen
Produkte, das gibt es eigentlich seit 2022, 2023. Genau.
Nächste Frage?
Ja, voll gerne. Jetzt ist das Thema Gentechnik frei behandelt worden.
Wenn man jetzt ein bisschen an die Zukunft denkt, dann fällt da immer schon
wieder dieses Wort Laborfleisch.
Ist das was, was ihr in Zukunft euch vorstellen könnt, jetzt auch noch besser,
wenn es möglich ist, zu etablieren?
Das ist ja das tierfreundlichste, weil das Tier dann nicht mehr sterben muss.
Ganz kurz, also Laborfleisch, ich bin jetzt auch kein Experte,
weil es eben noch sehr neuartig ist.
Im Wesentlichen geht es, glaube ich, darum, dass man gewisse Muskelzellen dem
Tier entnimmt. Das ist eine Biopsie, das passiert am lebenden Tier.
Das heißt, ich müsste das Tier nicht töten dafür, dass ich Fleisch gewinnen kann.
Und diese Muskelzellen werden dann in Bioreaktoren mit einer Nährlösung quasi
angereichert. Die wachsen dann in diesem Bioreaktor.
Und im Endeffekt kann ich halt so Muskel- und Fettzellen quasi kultivieren,
die dann eben einen Geschmack und eine Textur ähnlich dem Fleisch haben sollen.
Das ist im Wesentlichen der Gedanke.
Jetzt die Frage, glaube ich daran in Zukunft, dass das mehr wird.
Hängt meiner Meinung nach von zwei Themen ab. Das eine ist es skalierbar.
Das heißt, wie sehr kann ich wirklich dann auch große Mengen damit produzieren?
Und dann ist halt immer die Begleitfrage, A, zu welchen Kosten und B,
zu welchem Ressourceneinsatz.
Weil man halt aktuell sieht, dass wirklich da energetisch sehr viel Input da
sein muss, um quasi die gleiche Menge an Fleisch zu produzieren,
wie ich es halt im Tier relativ effizient machen kann.
Und da ist glaube ich noch ein bisschen zu früh zu sagen, wirklich das wird
eine Zukunftstechnologie.
Vom Ansatz her finde ich es eigentlich extrem spannend. Da haben wir halt doch
irgendwie diesen Kreditpunkt, den wir einfach nicht bloß bekommen,
dass wir das Tier töten, ein bisschen den Wind aus den Segeln nehmen kann.
Aber aktuell, also was ich jetzt weiß und wie gesagt, ich bin jetzt wirklich
kein Experte, aber ist es glaube ich meiner Meinung nach noch zu früh,
um da jetzt wirklich dann final beurteilen zu können, wie das in Zukunft dann
sein wird. Aber extrem spannend, keine Frage.
Ich habe mir das eher ein bisschen rausgeschrieben, die Hanni Rützler, glaube ich, hat vor,
ich weiß nicht, ob es schon 10 oder schon 15 Jahre ist, sie war eine der ersten
Trendforscherin, die quasi diesen Burger, der großes mediales Echo,
das erste Laborfleisch.
Der Trend ist seither ein bisschen abgeflacht.
Es hat zwar ein paar Mal Meldungen gegeben, dass die Produktionskosten deutlich
geringer geworden sind, aber es ist noch nicht mehr umsetzbar im Heimischen.
Nicht, dass ich müsste. Es hat immer wieder sowieso die Märkte gegeben,
wo das extrem spannend war. Israel zum Beispiel war da immer ein Vorreiter.
Es hat in der Zwischenzeit dann auch deutsche Unternehmen gegeben.
Das war ein deutscher Fleischer, der irgendwie dann so ein Spin-Off gemacht
hat quasi und hat dann Bioreact dann gebaut, eigene, weil er gemeint hat,
das macht jetzt irgendwie und das ist cool.
Mittlerweile auch in Konkurs gegangen. Also ich glaube halt,
dass es noch schwierig ist.
Das ist meine Frage, die habe ich mir jetzt eigentlich am Ende von diesem Blog,
der Blog soll heißen, so der Markt verändert sich, Fleisch, Konsum,
Tierwohl und Handel und so weiter aufgeschrieben.
Wir reden ja ganz oft über den, es sieht diesen Consumer, du hast es ja auch
ein bisschen, die Herzensthemen, die, was man gern macht, wo man weiß,
okay, das macht schon einen Sinn, Tierwohl gehört da dazu.
Wie schwierig ist es, wenn man dann einmal nicht darüber redet,
so wie als Journalist oder Fragen stellt und so quasi aus der zweiten Reihe
fußfrei da jetzt irgendwie eine kommentiert, sondern wenn man wirklich
an der Spitze oder jetzt bald an der Spitze von so einem Unternehmen sitzt und
diese Entscheidungen, die man trifft auf Basis von Trends und jeder sagt,
hey, du, mach mal durch, weil du, jetzt kommt Laborfleisch, Insekten müsstest
du jetzt noch machen und Gemüse und so weiter.
Wie trifft man da Entscheidungen, wenn viele, viele sagen, das ist der nächste Trend?
Aber du natürlich auf den Markt auch schauen musst. Und Citizen Consumer Gap
sagt ja im Prinzip, wir wollen zwar Dinge, aber kaufen sie dann nicht.
Wie geht es dir mit dem um? Oder wie nähert ihr euch solchen Trends?
Und wie trefft ihr dann auch Entscheidungen?
Ich glaube, es hat sich in der Vergangenheit ganz gut bewährt,
dass man ein bisschen österreichische Gemütlichkeit reinbringt und nicht gleich
immer auf alles aufspringt.
Also gewisse Themen hat man einfach ausgesessen und hat dann gesehen,
okay, eigentlich war es eh gut, dass man nichts gemacht hat,
weil mittlerweile ist es kein Trend mehr. Oder hat sich eh nicht so etabliert.
Beim Tierwohl war es ein bisschen umgekehrt, weil da haben wir eigentlich angefangen,
bevor so richtig jetzt der große Aufschrei und die Nachfrage danach gekommen ist 2015.
Ja, war trotzdem die richtige Entscheidung im Endeffekt, auch wenn es damals
halt noch relativ früh war.
Ich glaube, wenn es um so Themen wie Tierwohl geht, dass da noch sehr viel drin
ist und drin sein muss einfach.
Also ganz kurz nur, dass man es beschreibt, das Tierwohlprojekt im Wesentlichen
geht darauf zurück, dass man sagt, okay, wir haben jetzt quasi Tierschutz.
Also das ist so quasi der gesetzliche Standard, das folgt dem philosophischen
Ansatz, dass man erkannt hat, dass Tiere halt einfach leidensfähig sind und
wir uns als Gesellschaft gedacht haben, okay,
irgendwie ist das nicht cool, wenn man jetzt quasi ein Tier ohne Grund quälen
kann, wir machen einfach ein Gesetz, wo ich mal das reinschreibe und was ich halt verbiete.
Also quasi ich darf ein Tier nicht unnötig quälen, ich darf ihm kein Leid zufügen
und nicht unnötig Angst einlagen.
Das ist sinnvoll. Und irgendwann in unserer Gesellschaft, den hast du hergelegt, glaube ich.
Und irgendwann in unserer Gesellschaft, in der wir heute leben,
zum Glück, hat man dann den Gedanken getroffen, dass man gesagt hat,
okay, jetzt hat man quasi Tierschutz einmal halbwegs im Griff.
Aber irgendwie hat das Tier ja auch mehr Bedürfnisse.
Und es reicht jetzt nicht, wenn man sagt, okay, wir quälen das Tier jetzt nicht,
sondern wir müssen auch schauen, dass das Tier seinen Bedürfnissen nachkommen kann.
Und dann hat es von sehr gescheiten Menschen, ich glaube, das war die Welt-Tiergesundheitsorganisation,
die das verabschiedet hat, eben so fünf Freiheiten gegeben, die halt beschreibt,
was für das Tier ein lebenswertes Leben ist.
Die fünf Freiheiten, die sind Freiheit von Krankheit und Schmerzen,
von Angst und Stress, die Freiheit von haltungsbedingten Nachteilen,
die Freiheit zur Auslebung der...
Eigenen Angewohnheiten, ja, irgendwas habe ich vergessen. Hunger und Durst,
das wäre wichtig. Ja, genau, richtig.
Und das waren eben so die fünf Freiheiten, wie man damals Tierwohl definiert hat.
Und dann hat man einfach versucht, darauf aufbauend so eine Haltungsform zu
etablieren, die jetzt bei unserem Fall in dem Fall eben Schweine beinhaltet
und wo dann eben dieses Tierwohl-Objekt geboren worden ist, wo man gesagt hat,
okay, die Tiere haben jetzt nicht nur quasi den Platz im Stall,
sondern es ist verpflichtend auch ein Auslauf ins Freie, wo sie halt einen Bereich
haben, wo sie mit Stroh wühlen können,
weil ein Schwein halt sich drei Viertel seiner Wachzeit eigentlich mit der Futtersuche
beschäftigen möchte und das halt dieses Wühlen, das ich halt dann in einem reinen
Stall habe, nicht nachausleben kann, das hat man halt versucht einfach damit abzubilden.
Und das sind quasi die Eckpunkte dieses Tierwohl-Projekts, mit dem wir dann 2015 gestartet haben.
Wenn ich jetzt das vergleiche, weil es mir ja aufstehen, Berger Tierwohl,
100% per Platz, streue, streue keine Vollspalten etc.
Das ist relativ das, was jetzt bei der AMA unter dem TW100-Programm läuft,
warst du da so ein bisschen der Pionier?
Seid ihr vorneweg mit dem? Oder habt ihr euch damals auch schon ein bisschen abgesprochen?
Weil das ist so der höchste, also nicht Bio.
Genau, es ist nicht Bio.
Nicht Bio, aber im konventionellen Bereich der höchste Standard momentan,
den wir quasi zertifiziert auch umsetzen.
Genau, richtig. Also wir waren sicher nicht die Ersten, sondern muss man ehrlicherweise
sagen, der Florian Hüttel in Oberösterreich hat damit auch angefangen.
Und wir haben uns da natürlich abgesprochen, weil es macht dann wieder keinen
Sinn, wenn jeder halt irgendwie sein eigenes Programm macht,
wo man halt sagt, okay, das und das wäre jetzt sinnvoll oder wir haben da 0,2
Quadratmeter Unterschied.
Sondern es hat halt dann auch, um gegenüber den Markt, den jemanden ordentlich
kommunizieren zu können, wirklich halt eine Absprache gegeben,
was sind die Kriterien und wie wollen wir die einfach erfüllen.
Ja, okay. Ist ja ein Zeichen dafür, Florian Hüterl, aber übrigens auch schon
im Podcast. Habe ich gehört, ja.
Es ist auch schön zu sehen, dass quasi Ersatzmitbewerber, Ersatz quasi am gleichen
Marktplatz, aber mit gewissen Sachen kooperiert man dann schon. Wie kommst du so aus?
Wo macht Kooperation, weil es immer so schön ist, wir müssen ja mal positive
Dinge und nicht immer nur den Markt verteifeln. Aber wo macht im Wettbewerb
der Kooperation auch Sinn?
Ich glaube wirklich, wenn es um die Weiterentwicklung von solchen Systemen geht,
wie man es eben beim Tierwohl gesehen hat, weil eben das hat keinen Sinn oder
hätte keinen Sinn gemacht, wenn jeder jetzt irgendwie da seine eigene Suppe
kocht und irgendwie wieder sein eigenes Markenprogramm,
auf den Markt bringt, weil im Endeffekt geht es auch immer darum,
dass der Konsument am Ende des Tages dann verstehen soll, was wir eigentlich tun.
Und wenn jetzt jeder wieder seine eigene Geschichte macht, glaube ich,
wird es noch einmal schwerer.
Und es gibt ja schon so viele verschiedene Siegel, aber da halt zusätzlich sich
noch irgendwie in sehr feinen Details zu differenzieren, ist,
glaube ich, dann nicht sinnvoll.
Also keine Frage, man wird jetzt nicht irgendwie das Rezept für die beste Wurst
austauschen, aber bei sowas, wo es halt wirklich dann um Weiterentwicklung von
Haltungssystemen geht, ist es sinnvoll. Okay.
Wenn wir uns den Markt ein bisschen anschauen, also ein bisschen anschauen,
den Fleischkonsum einfach ein bisschen anschauen.
Nachdem Sie jetzt, abgesehen von den pflanzlichen Würsteln, da kommen wir nachher
noch drauf, der Fleischkonsum in Österreich geht seit Jahrzehnten,
ist jetzt übertrieben, aber es geht seit langem zurück.
2024 ist er ausnahm, da ist er glaube ich um 0,3 Kilo gestiegen.
Da war so ein kleiner Ausreißer, aber ansonsten kann man konstatieren,
dass der Fleischkonsum eigentlich zurückgeht.
Immer mehr Menschen, also je nachdem, welche Studie das man liest,
da kann man jetzt dann auch kommentieren, die Studie ist besser wie die andere,
aber 51% haben gesagt, sie würden gerne oder sie essen mehr Fleisch reduziert in Österreich.
Du hast immer eine bewusstere Bevölkerung, wo das Image vom Fleisch,
speziell dann wieder vom roten Fleisch, also Schweinefleisch,
Rindfleisch hauptsächlich, aber auch Schweinefleisch, dazukommt.
Wie geht man denn mit dem Trend um? Spürt ihr das? Weil wenn man eure Umsatzzahlen
anschaut, die sind, glaube ich, in den nächsten Jahren eher ansteigend gewesen.
Wie geht es dir mit diesem Trend am Markt um? Wie spürt ihr das denn?
Also, eh, du hast das angesprochen, es ist kein wachsender Markt,
es ist eher ein stagnierender oder schrumpfender Markt.
Wir haben das Glück gehabt, dass wir eben mit unserer Firmenausrichtung auch
auf den Kochschinken in den letzten Jahren nicht wirklich geschrumpft sind beim Umsatz.
Wir bleiben halt relativ konstant und haben ein leichtes Wachstum.
Wir wissen aber auch, dass jetzt das große Wachstum nicht mehr drin sein wird.
Also das ist quasi einfach mal ein bisschen der Zianid, an dem man jetzt ansteht.
Und du hast das richtig gesagt, der Fleischkonsum per se in Summe sinkt ja auch
ein bisschen Wasser, muss man auch sagen.
Und natürlich sprechen wir gegen unser eigenes Geschäft, aber auch nicht verkehrt ist.
Also man wird von uns nie hören, dass es notwendig ist, dass man jeden Tag Fleisch
isst. Das ist auch der falsche Zugang, glaube ich.
Sondern wenn, muss man wirklich sagen, ein paar Mal in der Woche und dafür halt
wirklich hochwertiges Fleisch und am besten natürlich von uns.
Aber es ist natürlich, also wie gesagt, es ist sinnvoll einfach,
glaube ich, dass man den Fleischkonsum auch überdenkt und kritisch hinterfragt,
weil eben mit den diversen Herausforderungen, die wir im Umweltbereich haben
heute, ist es einfach notwendig, glaube ich, dass man halt doch irgendwie auch
als Produzent kritisch hinterfragen darf, ob das so sinnvoll ist,
wie man es die letzten Jahrzehnte gemacht hat. Und das machen wir auch.
Und das ist wichtig. Ja, das darf ich immer wieder werfen. Ohne dass ich mich
eigentlich ein bisschen anmahe.
War das dann auch der Grund, warum ihr die fleischlose Schiene aufgebaut habt,
weil eben kein Wachstum mehr drinnen ist und sich der Markt verändert?
Das war sicher auch ein Aspekt, weil man gesehen hat, es gibt jetzt eine Seitwärtsbewegung
vom Markt und wir könnten da halt auch relativ leicht mit einem überschaubaren
Investment einfach Produkte herstellen, die eine pflanzliche Bades haben.
Das ist sicher, hat das mitgespielt. Und es war einfach zu dem Zeitpunkt,
wie wir da angefangen haben, also 2022, 2023, war natürlich auch medial ein
extremer Hype da gerade.
Keine Frage, da hat man wirklich auch gemerkt, also der Markt sucht vermeintlich
diese Produkte. Vermeintlich, ja.
Du sagst ja schon vermeintlich, oder? Also ihr habt jetzt ein Produkt,
also soweit ich es jetzt gesehen habe, auf eurer Webseite etc.,
aktuell ein pflanzliches Produkt, oder?
Ein pflanzliches Produkt, ja. Es gibt eine zweite Pastete, die ist mittlerweile nicht mehr gelistet.
Wir produzieren ein paar Produkte noch für Eigenmarken, für Handelsketten.
Also die auch im Pflanzlärmsteckend sind.
Also nicht unter euren Namen.
Genau, richtig. Und es kommt in Kürze vielleicht noch etwas Neues,
von dem ich jetzt noch nicht so viel sagen darf. Streng geheim noch.
Okay. Sollen wir das aus? Nein, machen wir nicht. Aber wie entwickelt sich der Markt?
Ich habe diese Frage vorher bewusst gestellt, wie reagiert man auf diese Trends?
Es war eine Zeit lang, das war das Unternehmen Rebel Meat damals auch,
was mit Pilzen gearbeitet hat, wo es dann rumgegangen ist, nicht entweder vegan
oder vegetarisch, sondern so 50-50 oder 80-20-Produkte, das war auch mal ein bisschen ein Hype.
Ich glaube, ihr habt euch da auch ganz kurz einmal draufgeworfen auf diesen Hype.
Was war die Fehlannahme dahinter oder warum gibt es vieles von dem heute nicht mehr?
Ich glaube, weil es einfach für den Konsumenten schwer nachzuvollziehen ist,
weil es ist so das Sprichwort nicht Fisch, nicht Fleisch.
Es ist halt weder Fleisch noch Gemüse gewesen, sondern es war halt diese Mischung.
Der Gedanke dahinter war eigentlich eben genau das, was wir gerade diskutiert haben.
Das heißt wirklich zu sagen, okay, der Fleischkonsum ist zu hinterfragen,
warum machen wir nicht Produkte, die halt gut schmecken und die aber einfach
einen geringen Fleischanteil gehabt haben.
In unserem Fall war das so, dass man, das war eine Wurst, die halt eben einen
Fleischanteil von 60% gehabt hat und die Rest in 40% waren halt heimische Kartoffeln zum Beispiel.
Hat richtig gut geschmeckt, hat eigentlich echt Spaß gemacht,
das Produkt herzustellen.
Aber eben am Markt hat sich schwer getan. Ich glaube, weil halt wirklich da,
vielleicht war es noch zu früh, vielleicht komme es dahin, dass man wirklich
sagt, okay, diese fleischreduzierten Produkte,
Haben wirklich ihre Berechtigung, aber damals war es einfach schwierig.
Also es hat sich schwer getan am Markt, muss man ganz ehrlich so sagen.
Obwohl das Produkt an sich ja eigentlich gut geschmeckt hat.
Ich glaube, du hast das auch dann zum Verkosten gekriegt. Ich hoffe,
du warst zufrieden. Ich kann mich erinnern damals.
Das ist neutralisch. Ich kann mir natürlich jetzt nicht erinnern.
Es hat weder gut noch schlecht geschmeckt.
Jetzt war es auch schon wieder Aussage.
Das ist doch gar nichts. Das Coole ist halt, es war jetzt nicht irgendein Füllstoff,
den ich halt irgendwie extra dafür brauche und herstellen muss,
sondern es waren ja wirklich einfach nur Kartoffeln,
die halt bei uns überall am Feld wachsen und also wie gesagt,
den Ansatz, den möchte ich noch nicht ganz verwerfen, weil ich glaube,
dass die sehr wohl ihre Berechtigung haben können.
Ich habe es auch extrem spannend gefunden, ich habe es damals immer,
also das kann ich schon sagen, dass ich diese Produktklasse extrem spannend gefunden habe,
weil wenn es dann schon wie Fleischlabeler gemacht worden sind,
es waren selten einfach 100% verschiertes oder sowas, da war Reis drinnen,
da war je nach Rezept, da war ein Knädelbrot drinnen und so weiter,
also es war immer schon so.
Wir haben schon viel in der Tradition solche Mischprodukte gehabt,
aber als neue Produktklasse habe ich den Eindruck gehabt, war es einfach unendlich
schwierig, das zu kommunizieren.
Und du hast da rein faktisch, was ich so wahrgenommen habe, im Supermarkt,
aber natürlich habe ich die Produkte dann auch gesucht.
Du tust halt schwarz, wo suche ich denn die jetzt? Wo legen sie es denn hin?
Die Platzierung im Regal ist sicher nicht.
Wir haben noch keinen Platz dafür quasi in der Gesellschaft gehabt, habe ich den Eindruck.
Beim Veganen liegt es nicht, beim Fleisch liegt es nicht, wo legst du es hin?
Ja, richtig. Das ist eben auch immer
das Thema, dass man bei den veganen Produkten ein bisschen hart legt.
Man legt es jetzt in die Theke, wo auch die Fleischprodukte zu finden sind oder
macht man halt ein eigenes veganes Regal. Da gibt es halt verschiedene Philosophien
von den verschiedenen Nackteilegungen.
Im Endeffekt, was mehr zieht, kann ich nicht sagen, aber es ist nicht leicht, das gebe ich dir ein.
Ein Punkt, das ich in dem Bereich noch aufgeschrieben habe, ist der Einkauf generell.
Wenn ihr Produkte einkauft, ihr habt ja 30% in der Selbstproduktion, woher kommt der Rest?
Wie kauft man da ein? Nach welchen Gesichtspunkten wird da eingekauft?
Also im Wesentlichen stammt das restliche Fleisch dann von österreichischen Schlachthöfen.
Also wir haben da quasi Schlachthöfen, mit denen wir zusammenarbeiten,
wo wir dann meistens nicht mehr ganze Schweine kaufen, sondern wieder nur noch Teilstücke.
Und für uns, für die Schinkenproduktion, also man kann dir das so vorstellen,
das Schwein unterteilt man ganz grob in vier große Teile.
Das ist einmal quasi die Schulter, das ist dann das Karree, also der Rücken,
der Bauch und der Schlögel, also das hintere Bein.
Und in Österreich ist es so geregelt, dass Schinken nur aus dem Schlögel,
aus dem hinteren Bein gemacht werden darf.
Und deswegen kaufen wir halt, weil wir sehr schinkenlastig sind,
auch dann vermehrt Schinken oder Schlögel halt von Schlachthof in Österreich zu.
Es ist so, dass wir als Verarbeiter beim Schweinefleisch gesehen haben wir über
das ganze Jahr einen Österreich-Anteil von 97 bis 98 Prozent,
was sehr hoch ist, was man uns auch wieder ein bisschen herausstellt.
Und beim Rindfleisch sind wir sowieso bei 100 Prozent, weil man da einfach genug in Österreich hat.
Aber eben, das sind halt wirklich, also in Österreich gibt es nicht mehr viele
Schlachthöfe, das sind halt sehr gut etablierte Zusammenarbeiten,
die man hat, langfristige Verträge und ja, auf die setzt man dann auch.
Wie schaut es aus mit dem Thema Mercosur, haben wir zwar später aufgeschrieben,
aber grundsätzlich, wie schaut es aus mit Fleisch aus anderen EU-Staaten,
EU-Ausland, sage ich jetzt mal Richtung Ukraine oder so, oder internationaler Markt.
Kann man das einkaufen? Grundsätzlich, wenn man so viel Verständnis,
wenn man oft so unklar ist, kann man das überhaupt einkaufen und verarbeiten?
Unter welchen Dingen? Und macht ihr das?
Ja, also man kann natürlich. Also du kriegst regelmäßig Angebote von anderen
EU-Ländern auch, wo man halt sagt, okay, wir hätten jetzt Fleisch zu einem viel
günstigeren Preis, als ich in Österreich bekomme. Das muss man auch so sagen.
Wir machen es nicht. Wir machen es genau in einem Fall, wo ich deutsches Fleisch
einkaufen muss, weil so ein deutscher Kunde, den wir haben, fordert,
dass das quasi der Rohstoff deutsches Fleisch ist.
Also es ist ein bisschen absurd, weil wir holen das Fleisch aus Deutschland,
verarbeiten es in Sigurds Kirche und bringen es zurück nach Deutschland und verkaufen es dort.
Ist es dann regional?
Schwierig.
Quasi regional mit Österreich. Aber muss man auch an der
Stelle sagen dürfen, es ist eine Haltungsform, die es in Österreich nicht gibt.
Deswegen kaufen wir es in Deutschland ein.
Genau, richtig. Aber das ist quasi so ein bisschen der Hintergrund,
warum man dann quasi auch auf deutsches Fleisch, also diese 2% von den 98%,
die noch abgehen, das ist halt dann quasi der deutsche Rohstoff.
Spanien ist ein Extrembeispiel, in Europa zumindest. Also die haben wirklich
ganz, ganz günstige Produktionskosten, wie auch immer das gehen kann, fragt es mich nicht.
Und das drängt halt sehr auf den Markt. Also spanisches Fleisch, das ist ein Thema.
Hat man jetzt auch wieder im Großhandel gemerkt, wo man halt wirklich absurde
Preise teilweise für Fleisch angeboten hat, was meiner Meinung nach nicht sinnvoll ist.
Es passt aber nicht in unser Konzept, dass wir sagen, okay, jetzt nur um unseren
Gewinn zu maximieren, kaufen wir jetzt überall auf der Welt das Fleisch ein,
sondern wie gesagt, wir verfolgen halt einfach den Österreich-Ansatz und das
wird sich jetzt in naher Zukunft auch nicht groß ändern.
Ich wollte nochmal fragen, und zwar, warum spezialisiert ihr euch nicht einfach
auf das hochpreisige Segment?
Weil es wurde ja gerade auch schon angesprochen.
Fleischkonsum in der Form, in der wir sie gerade praktizieren,
ist unnachhaltig und warum macht ihr dieses Ganze mit,
Billig oder sozusagen jetzt keine Billigprodukte, aber Produkte für den generellen
Markt, wo die Margen gering sind, wahrscheinlich auch riesige Kopfschmerzen, wie das alles klappt.
Warum konzentriert ihr euch nicht einfach auf hochpreisige Segmente,
sagt, wir reduzieren die Menge, heben unsere Marge, haben weniger Arbeit und
gleichzeitig wird auch noch weniger Fleisch gegessen. Also woher kommt dieser Anspruch?
Wir wollen auch den Arbeitern, würde ich jetzt mal sagen plakativ,
auch noch die Möglichkeit und den Zugang geben, faire Produkte zu bieten, sozusagen.
Ich glaube, du hast gerade die Frage mit deiner letzten Aussage ein bisschen beantwortet.
Nein, das ist auch wieder eine Philosophiefrage. Ich glaube einfach,
wir sind jetzt nicht unbedingt die, die halt sagen, okay, wir setzen jetzt nur
noch auf hochpreisig und bio, sondern wir wollen wirklich auch schauen,
dass wir jetzt am konventionellen Markt einfach gute Produkte in Österreich
liefern können, die sich auch jeder Haushalt leisten können soll.
Und wir sind eigentlich, wenn man sich jetzt auch den Markt ein bisschen anschaut,
wir sind schon relativ hochpreisig.
Also unsere Produkte sind sicher auch nicht die günstigsten im Markt,
sollten aber dafür auf der anderen Seite auch hoffentlich Argumente liefern,
warum man auch zu unseren Produkten greifen kann.
Weil du hochpreisig angesprochen hast, wir sind sicher auch einer der größten
Bioproduzenten im Land, wobei man da sehr viel, ich habe ein Produkt mitgenommen,
dass wir unter unserer eigenen Marke vermarkten.
Wir arbeiten da aber auch sehr stark für Handelsketten, also für die Eigenmarken der Handelsketten.
Und da hat man schon gesehen, also Bio hat sich zum Beispiel zu Corona extrem gut getan.
Da hätten wir wirklich, glaube ich, die zwei- oder dreifache Biomenge verkaufen
können, weil wirklich viele Leute zu Hause waren, nicht mehr essen gehen haben
können und wirklich gesagt haben, okay, wenn ich schon zu Hause bin,
dann koche ich mal was und koche was Hochwertiges, was Gutes.
Also da hat man wirklich verstärkt nach Bio nachgefragt.
Dann war Corona aus.
Dann war Corona aus, dann ist die Ukraine-Krise gekommen, die Preissteigerung,
die damit einhergegangen ist.
Und ja, seitdem, sagen wir mal, schwächelt es ein bisschen.
Also das hat man schon gesehen, dass die hochpreisigen Segmente sich da einfach
schwer tun, weil verständlicherweise doch jeder beim Einkauf irgendwann aufs
Geld schauen muss und gerade halt Familien, die mit keinem hohen Einkommen über
den Monat kommen müssen,
einfach auch dann Preiseinstieg wieder gekauft haben, was ja auch total nachvollziehbar ist.
Und jetzt zu sagen, okay, wir setzen jetzt nur noch auf das Segment,
das halt schwächelt, ist halt unternehmerisch auch schwierig.
Mein Gott, du hast einfach deinen Betrieb, der steht jetzt so da, wie er ist.
Und das ist, ich gebe dir recht, es wäre also ökologisch gesehen das Vernünftigste,
zu sagen, ich mache jetzt nur noch die Hälfte und schicke die halben Leute nach
Hause und verbrauche nur noch die halben Energie oder haben nur noch die halben Energiekosten.
Aber ist halt dann auch unternehmerisch schwierig, das zu sagen,
muss ich auch ganz ehrlich sagen. Und vor allem,
Man sagt natürlich immer, ja, machen wir weniger Menge, aber wer fang jetzt damit an?
Dann bin ich lieber, der andere fangt damit an, also ich fange selber damit
an, da gebe ich dir recht, dann müssen wir uns auch bei der Nase nehmen.
Aber in Summe muss man, glaube ich, diese Schnittfläche finden zwischen,
das macht jetzt ökonomisch noch Sinn und da, auf der anderen Seite,
da kann ich wirklich noch die eigenen Ideen und Projekte umsetzen,
ohne jetzt wirklich das Unternehmen auch zu gefährden.
Also ich hoffe, das war irgendwie eine Antwort auf deine Frage. Aber ja.
Ich habe das Gefühl, dass es einfach schwierig ist,
es ist ja auch wie, wenn du sagst, du bist Bürger und Konsument,
du bist halt auch Unternehmer und Konsument und Unternehmer und Bürger und der Markt gibt einfach,
ich stelle immer diese Frage, wie für Idealismus und was du so sagst,
mit dem Tierwohlprodukt, man leistet sehr viel Idealismus, aber irgendwo ist
dann halt auch der Markt da, wie geht es dir mit diesem, und ich hoffe,
dass ich da nicht die Frage aber wie geht es dir dann da mit diesem Ding,
wo du halt nicht wohnen kannst, wo du Unternehmer sein musst.
Und wo du sagst, okay, eigentlich würde ich es gerne anders machen,
aber das geht jetzt nicht.
Ja, wie gesagt, also der Ansatz kann dann nur sein, okay, ich muss schauen,
dass ich halt das Unternehmen irgendwie weiterentwickele und auch,
dass ich Projekte mache, die halt dann irgendwie dem entsprechen,
wo wir als Unternehmen in Zukunft hinwollen.
Und da sehe ich halt genau zum Beispiel das Tierwohlprojekt eigentlich in der
Verantwortung wirklich zu sagen, okay, das ist eine Entwicklung,
die finde ich cool, die hätte ich gerne als Unternehmer und dann muss ich halt
schauen, dass ich sie irgendwie unterbringen.
Also so geht es halt irgendwie. Aber natürlich reden wir halt auch davon,
wenn wir jetzt 650 Leute, ich mache die Hälfte, dann hast du halt auch viele
Leute, die nachher keinen Job mehr haben.
Und natürlich schwingt das dann auch mit, weil man fühlt sich irgendwie,
gerade in einem Familienunternehmen, auch für die Leute verantwortlich.
Weil, wie gesagt, da arbeiten Leute, die kennen mich seit meiner Geburt.
Und da tut man sich natürlich auch schwerer zu sagen, okay, ich setze jetzt
die Hälfte der Leute auf die Straße, als vielleicht in einem Konzern.
Ich kann es mir nicht denken, ich kenne das Familienunternehmen,
aber das ist irgendwie auch ein Ansatz, wo ich mir schwer tun würde.
Ja, sorry.
Wie verteilt sich der Anteil von Eigenmarke und Handelsmarke bei dem,
was Sie an die Handelsunternehmen beliefern?
Gute Frage. Also wir haben aktuell
ungefähr einen 18-prozentigen Handelsmarkenanteil und der Rest ist Marke.
Also man sieht, das ist eigentlich nicht so hoch, ist aber auch eine bewusste
Entscheidung, weil wir einfach gesagt haben, wir wollen aktiv die Marke stärken.
Und das Thema bei der Handelsmarke ist halt immer, das ist halt cool,
solange du es machst, aber du bist halt relativ schnell austauschbar.
Und das ist halt für das Unternehmen extrem gefährlich, wenn du groß auf Handelsmarken
setzt und deine Auslastung quasi nur mit Handelsmarken generierst und die dann
irgendwann weg ist, dann stehst du halt auch ohne Geschäft da.
Und von dem her war es dann einfach der Ansatz zu sagen, okay,
wir setzen jetzt auf die Marke, gehen da ins Marketing rein und wollen halt
wirklich, dass die Konsumenten auch im Regal nach unserem Produkt suchen.
Aber so eben einfach, um ein bisschen ein Geschäft dazuzuhaben und das Unternehmen
rauszulasten, ist eine Handelsmarke dann einfach auch in einem gewissen Anteil sinnvoll für uns.
Wie stark ist eure Marke? Also seid ihr zufrieden mit eurem Marketing?
Natürlich.
Ihr habt die Statistik auch da. Viele Statistiken. Zumindest habe ich eine davon da.
Aus 2023 immer 6.000, ich bin ein Scharsager, das ist der Lisa nicht ganz,
6.000, 8.000 Befragte, du kannst das machen. Ab 14 Jahren.
8.385 Befragte.
Danke, immer gut, wenn es junge Leute da ist, die wollen noch was sehen.
Ihr seid an 6. Stelle. Also wenn man bei Marken, Ranking der beliebtesten Fleisch-
und Wurstmarken in Österreich nach Kauf in letzter Zeit im Jahr 2023,
vor den Statisten, ist das ein Platz, wo du sagst, da füllen wir uns wohl oder
da kehrt es noch weiter rauf oder ist das Werte sie da vor 10 Jahren davor noch weiter weg gewesen?
Ich kenne die Statistiken von vor 10 Jahren nicht. Natürlich ist das immer ein
Thema, wo man sagt, man möchte gern, dass die eigene Marke bekannt ist und man
möchte natürlich auch mehr versuchen, dass man da noch weiter raufkommt.
Marketing ist natürlich immer ein bisschen ein schwieriges Thema,
das ist auch vielleicht so ein Generationenthema, wo wir dann darüber reden
können, weil halt doch die vierte Generation Marketing sich ja anders gemacht
hat, als wir es jetzt machen würden und wir da gerade auch ein bisschen diskutieren,
oder nicht diskutieren, aber darüber reden,
eben was macht man mit Social Media, auf welche Trends will man da aufspringen,
ist vielleicht gut, diesen einen Trend auch aufzusitzen, aber das glaube ich
jetzt bei Social Media eher nicht.
Und da halt irgendwie das Unternehmen auch zu repräsentieren,
ohne jetzt irgendwie in Gefahr zu laufen, dass man halt wieder irgendeinen Skandal dabei produziert.
Ist halt auch ein Marketing-Thema. Wir werden aber sicher in Zukunft noch verstärkt
darauf schauen, dass man eben zum Beispiel die ganzen günstigen Kanäle,
die man halt hat, Social Media und so weiter, ihr wisst das eh, wie es ist,
verstärkt nutzt und ein bisschen von dem weggeht, was vielleicht eben Printmedien
und so weiter ist, dass man da einfach ein bisschen die Kunden anders erreicht.
Wir haben Reißen noch ein bisschen her. Bitte.
Bitte. Sehr gut. Sehr gut. Sehr gut. Sehr gut. Sehr gut. Sehr gut.
Sehr gut. Nur eine Frage, weil das jetzt vorher schon manchmal gesagt wurde,
ich bin bezüglich Mitarbeiter und sowas und viele kennen dich schon seit du
ein kleines Zwutschgang warst.
Wie viele Leute sozusagen, die in Siegertskirchen arbeiten, sind sozusagen auch
regional, also wie viele von dem Ort arbeiten auch bei euch im Betrieb?
Sind das recht viele? Vom Ort? Puh.
Recht viele. Sigurdskirchen hat glaube ich an die 3000 Einwohner.
Also es sind viele, sagen wir mal so, die unter der Woche da wohnen.
Weil natürlich ist der Hintergrund, und das ist glaube ich auch noch ein Thema,
das du aufgeschrieben hast, du bist in der Fleischbranche, das ist nicht nur
bei uns so, das ist generell so, du bist sehr von Facharbeitern aus den umgehenden
Ländern abhängig, sage ich mal.
Bei uns ist natürlich durch die Ungarnähe, vor allem ungarische Kollegen halt
sehr, sehr wichtig, die unter der Woche natürlich in Sigurdskirchen sind,
die aber dann am Wochenende nach Hause fahren.
Also am Wochenende ist Siegertskirchen immer ein bisschen ruhiger als unter
der Woche ist, muss man schon sagen.
Von wirklich den einheimischen Siegertskirchen an, wenn es 50,
60 sind, sind es viele wahrscheinlich.
Also das ist eine grobe Schätzung. Ihr müsst wirklich nachzählen.
Also Arbeitsmarktkummer habe ich mir extra aufgeschrieben, ist ein wichtiges
Thema. Aber wir haben darüber eine Frage.
Wie ist es bei euch bei der Produktentwicklung, also jetzt, weil ich gerade
die veganen Rostbratenwürstel in der Hand gehabt hat, wie läuft der Prozess
ab von der Idee, bis dann das richtige Produkt darliegt beziehungsweise wie lange dauert das Ganze?
Bei dem Produkt, das wir jetzt dann vielleicht auf den Markt bringen werden,
wo ich nicht viel darüber reden kann, hat das schon sehr lange gedauert, muss ich sagen.
Es ist ganz abhängig davon, wo die Idee herkommt, weil wir haben wirklich sehr,
also wir arbeiten mit unseren Kunden sehr eng zusammen und da kommen immer wieder
irgendwie dann so Ideen oder Anregungen.
Ja, auf jeden Fall. Man muss sagen, okay, warum probiert es nicht das und das
einmal, dann schaut man halt, dass man es umsetzt.
Wir haben jetzt auch kein eigenes Produktentwicklungsteam, das nur das macht,
sagen wir es so, sondern das sind immer Leute aus der Produktion oder auch wir,
die dann irgendwie was anregen und dann der Versuch umgesetzt wird.
Also das ist ganz davon abhängig, wie hoch der Neuheitsgrad vom Produkt ist.
Wenn man jetzt sagt, wir machen jetzt einen Schinken, machen eine Auflage drauf.
Ich sage jetzt ein Beispiel, das es auch in der Vergangenheit gegeben hat,
wir geben jetzt Rosenblüten auf den Schinken zum Beispiel, dann ist das innerhalb
von drei Tagen erledigt und dann kann man halt sagen, ob es eine gute Idee war oder nicht.
Oder ein Schokolade-Schinken, das war auch keine gute Idee. Aber im Endeffekt,
wenn es um so nur Variationen geht, relativ schnell, wenn es wirklich um Neuartigkeit
geht, dann hat das natürlich einen gewissen Prozess.
Und gerade bei den pflanzlichen Produkten ist es halt so, es ist relativ ähnlich.
Also du kannst sagen, du tauscht quasi die Proteinquelle aus und verarbeitest
das in den ähnlichen Maschinen, aber die Anforderungen sind dann auch nochmal anders.
Und da hat es ein bisschen gedauert, einfach bis man dieses,
sage ich mal, Fleischer-Mindset rausbekommen hat und da einfach ein bisschen
umgedacht hat und auch andere Ansätze gewählt hat. Also da sind wir ein bisschen
langsamer, als wir vielleicht beim Schinken sind, aber wir wären auch besser.
Darf ich da ganz kurz noch einhaken mit einer Frage, aber wie macht es denn methodisch?
Huckst du dann im Familienrat beieinander die Generationen und inklusive der
Oma noch und treffst dann eine Bauchentscheidung?
Oder ist das ein Satz? Du warst ja an der WU und so, machst du dann eine Customer
Journey oder machst du irgendwelche Milieustudien?
Oder wie nähert sich die methodisch so einem neuen Produkt?
Das war es nicht, wie du gesagt hast, beim Schinken so inkrementelle Erweiterung,
damit ein Rosenblätter drauf oder so was, sondern ein neues Produkt wirsteln. Wie macht es das?
Also nicht so sehr wissenschaftlich Fakten basiert, wie du es vielleicht vermuten würdest.
Nein, es gibt jeden Tag um 10 Uhr gibt es quasi Produktionsbesprechungen,
wo eben die Abteilungsleiter zusammenkommen, wo wir zusammenkommen,
das Qualitätsmanagement zusammenkommt.
Und das ist so der Rahmen, wo man eigentlich dann solche Innovationen bespricht,
auch wie man quasi die Umsetzung davon machen will.
Und da wird es dann wirklich verkostet und gesagt, okay, passt das jetzt oder passt das nicht.
Und wenn diese Gruppe sagt, es passt, dann wird es an den Kunden geschickt und
natürlich entscheidet im Endeffekt immer der Kunde. Und wenn der Kunde dann
glücklich ist, dann sehen wir es natürlich auch.
Aber so wirklich Befragungen, dass man irgendwie Konsumenten auf der Straße
anspricht, ich glaube, das haben wir zweimal gemacht. Aber das ist halt...
Und LDH ist in dem Fall, also Lebensmittel-Einsland ist in dem Fall auch ein
Kunde. Die würden dann sagen, geht das bei uns? Können wir uns das vorstellen?
Nehmen wir das in Sortiment mit?
Also entweder sie haben quasi die Anfrage sowieso selber gestellt,
dann wird da quasi eine Bestätigung von der Rezeptur noch kommen.
Oder wenn es eine wirkliche Innovation von uns ist, dann geht man natürlich
einmal zu den Kunden hin und sagt, hey, das ist das Produkt,
so wie wir uns das vorstellen, taugt euch das, macht das einen Sinn und ja,
meistens bekommt man dann die Rückmeldung.
Ihr seid ja Familienbetrieb, euch gibt es schon sehr lange und immer Fleisch
eigentlich gewesen, großes Thema, wahrscheinlich auch immer in der Familie deshalb.
Wie ist das dann, du hast es eben erwähnt, sozusagen dieses Fleisch-Mindset,
wie ist das, wenn man dann auf einmal vegane Alternativen am Markt bringt,
ist das nicht voll schräg und,
Also ich persönlich weiß nicht, ich finde, wenn ich Fleisch esse,
dann will ich echtes Fleisch essen und dann nicht so, ich kann mit so veganen
Würstchen nichts anfangen, wenn echtes Fleisch oder eben einfach ein normales
Gemüse, sage ich mal. Ja, alles nachvollziehbar.
Ja, gerade in der Produktion natürlich hat es sich schwer getan,
weil die Produkte halt oft belächelt worden sind und das ist eh kein richtiges
Fleisch und was ist das überhaupt für Würstchen und bla bla bla,
haben wir ja alles gehört.
Der Vergleich ist glaube ich immer schwierig, weil eben das Produkt heißt jetzt
Rossbratwürstel, im Endeffekt könnte es aber auch genauso anders heißen,
weil es geht darum, dass man halt einfach ein Produkt auf dem Markt bringt,
das gut schmeckt und das für sich alleine halt irgendwie dasteht.
Es wird jetzt nie schmecken wie richtiges Rossbratwürstel oder der pflanzliche
Leberkäs wird auch nicht schmecken wie ein richtiger Fleischleberkäs,
aber ich glaube, es geht wirklich darum, dass da einfach das Produkt für sich
allein stehen kann und halt gut ist.
Und ich bin bei dir, also Würstel ja entweder aus Fleisch oder nicht.
Es wird auch diese Diskussion jetzt geben, vor kurzem erst auf Unionsebene,
eben wegen diesen Begriffen, also darf ich dazu Schinken sagen, darf ich Würstel sagen.
Haut sicher verfolgt.
Hammer verfolgt, ja. Aber wir haben uns auch offen gesprochen,
auch ein bisschen schwer getan damit.
Weil im Endeffekt, um was geht es denn? Du willst den Konsumenten einfach vermitteln,
dass er ein Produkt hat und er hat eine Vorstellung, was er damit macht.
Weil wenn er jetzt sagt, okay, das ist ein Würstel, wenn du so einen Griller
legst, wird das halt halbwegs werden und du kannst wahrscheinlich das nachher
essen und ich glaube, das war die Grundidee, ob das jetzt wirklich zu so vielen
Verwechslungen geführt hat, wie man dann vielleicht kolportiert bekommt.
Habt ihr das mitkriegt, so ein bisschen in die Runde, diese Diskussion?
Genau, die Diskussion war eben, also ob man quasi diesen Begriffe,
die eigentlich dem Fleisch zugehörnet sind, wie Schinkengürstel und so weiter,
für pflanzliche Produkte verbieten will.
Und, also, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ist schon mal bei den Supermarkt
gegangen, hat sich versehentlich ein pflanzliches Schnitzel gekauft.
Also, ich glaube, die wenigsten haben da wirklich Probleme gehabt und deswegen
war es für uns auch nicht ganz nachvollziehbar, warum man das macht.
Mein Gefühl ist, das war ein extremes Lobbying-Thema, weil die Milchbranche
hat das schon Jahre davor halt hinbekommen, dass man gesagt hat,
okay, Milch, da wird es wirklich nur, weil man es kennt vom Sojadrink und so
weiter. Also Milch ist quasi nur die vom Tier.
Wenn man die das darf, dann dürfen wir das auch.
Richtig. Und ich glaube, das war das Mindset dahinter. Aber da haben wir uns
wirklich rausgehalten, weil für uns das einfach nicht nachvollziehbar war.
Und von dem her darf man halt auch noch Würstel sagen, auch wenn es quasi ein
pflanzliches Produkt ist, aber wie gesagt, ich habe es ja schon zwei Mal gesagt,
jetzt das Produkt für sich soll einfach für sich sprechen und halt nicht unbedingt
der Vergleich angestellt werden, weil da werden wir immer Zweiter sein mit den
pflanzlichen Produkten.
Und wie geht es eigentlich da sozusagen, so im Mindset oder auch die älteren
Generationen, eben ihr kommt, Metzger, Fleisch, wie man halt betrieb und auf
einmal jetzt sowas, wie ist das so, sage ich mal?
Also es ist natürlich eine gewisse Hürde da, Also ich kann sagen,
meine Großmutter kommt immer noch zu diesen Produktionsbesprechungen und verkostet manche Sachen auch.
Da ist es schwierig. Also wenn ich jetzt sage, okay, wir haben jetzt ein pflanzliches
Würstchen auf den Markt gebracht.
Die glücklichste war es jetzt nicht damit, glaube ich. Das ist wirklich so.
Dass ich auch den Podcast nehme, oder?
Ausnahmsweise nicht. Aber da hat es sich, und auch bei den Eltern Fleischern,
hast du schon gemerkt, das ist jetzt halt irgendwie ein Umdenken, das notwendig ist.
Ich habe aber dann immer auch immer versucht zu argumentieren,
okay, das soll jetzt nicht irgendwie das normale Rostbaudwürstler setzen,
sondern das soll einfach halt irgendwie für Leute, die halt einfach andere Ernährungsgewohnheiten
haben, finden und wieder auf Fleisch verzichten wollen, auch eine Alternative bieten.
Und wir haben halt auch das Argument gehört von Vegetariern,
von Veganern, wenn sie halt zum Beispiel bei einer Grillverein geladen sind,
du willst halt dann nicht nur den Gemüse grillen können, du willst halt auch
irgendwie ein Produkt haben, das halt dann so ins Thema passt.
Und ich glaube, wenn man es ihnen versucht hat, so zu erklären,
dann haben sie zumindest so getan, als würden sie es verstehen.
Ob es wirklich so ist, weiß ich nicht, aber hat sicher eine Zeit lang gebraucht,
bis man da dann auch auf Verständnis gestoßen ist.
Darf ich da noch eine Frage anschließen? und zwar, man merkt ja oft gerade dieser
Fleisch und vegan, vegetarisch, aber wahrscheinlich in Richtung vegan noch stärker,
natürlich ist es ein hoch
emotional aufgeladene Diskussion, da ist viel Ideologie dahinter,
weil es immer schon so war.
Aber wenn du jetzt, ich kenne genug Geschichten inzwischen von Metzgermeistern
oder Fleischern, Begräufer können wir dann auch noch machen,
ob es einen Unterschied überhaupt gibt,
die sich am Anfang gewehrt haben, aber dann gesagt haben, eigentlich interessant
oder so und dann irgendwie sich geöffnet haben und irgendwann war es überhaupt kein Problem mehr.
Was sind denn aus deiner Erfahrung heraus die Argumente und die Punkte,
wo du die leider am besten abholen kannst, damit man es aus dieser da ist viel
Angst wahrscheinlich auch dabei, ich gebe mein Handwerk vor die Hunde oder so,
damit man die Leute da überzeugen kann oder rausholt aus der Haltung.
Mit die Leute meinst du jetzt andere Branchen?
Ich würde jetzt mal sagen, andere Branchen oder ein Fleischer,
der das immer schon so gemacht hat, der sich wehrt und sagt, ich will das nicht.
Hast du da sicher ein paar Mal schon diskutiert, das Thema kann ich mir vorstellen.
Welche Argumente funktionieren am besten? Sind am Konstruktisten?
Das ist ein bisschen so ein Thema auch vom Berufsbild, wie sich das entwickelt hat.
Wenn man es irgendwie abstrahieren möchte, ist ja der Fleisch ja nichts anderes
als ein Spezialist in der Proteinverarbeitung.
Und ich habe jetzt mal gesagt, okay, wir haben immer schon quasi Proteine verarbeitet,
haben geschaut, dass die gut schmecken, haben die haltbar gemacht, haben es verkauft.
Jetzt ist quasi das pflanzliche Produkt ja eigentlich auch nichts anderes,
außer dass ich halt Proteine habe, die in dem Fall immer eine pflanzliche Quelle
haben und nicht vom Tier kommen, aber die ich halt genauso verarbeiten muss.
Und der große Vorteil auch bei diesen pflanzlichen Produkten ist,
du brauchst jetzt als Unternehmen kein großes Investment machen,
weil die Maschinen, die Technologien, die sind sehr ähnlich.
Und du kannst mit einem relativ geringen Risiko eigentlich einfach schauen,
okay, passt das für mich? Funktioniert das am Markt, was wir da produzieren?
Von dem her ist diese Scheu, zumindest, also ich glaube, ein großer Aspekt ist
sicher der Betriebswirtschaftliche, dass man sagt, okay, braucht jetzt mal nichts
Großes investieren, sondern probiert es jetzt einfach mal mit dem,
was ihr habt. Und dann halt wirklich zu sagen, okay,
Es ist eine alternative Proteinquelle, ich glaube, der Markt entwickelt sich
einfach dahin und es bringt nichts, wenn man immer stur auf dem beharrt,
was man halt irgendwie die letzten fünf Jahrzehnte so gemacht hat,
sondern man muss einfach schauen, was fragen die Konsumentinnen nach und gibt
es da irgendwie andere Entwicklungen, auf die ich reagieren muss.
Und ich glaube, das ist halt irgendwie auch Teil vom Unternehmersein,
dass du halt einfach schaust, okay, was tut sie am Markt und vielleicht bin
ich da irgendwo noch nicht ganz dabei und möchte ich da irgendwo noch ergänzen.
Und von dem her, ich glaube, ich kann mir wirklich auch nur anderen Kollegen
sagen, die halt da was machen wollen, die es einfach mal probieren.
Und ja, das Schlimmere ist, dass das halt nicht funktioniert,
kann da nicht passieren.
Das heißt, so ein Fleischhocker zum Proteindesign,
Also Reframing ist das eigentlich, oder? Auf Englisch, dann klingt es auch cool
und dann finden vielleicht wieder Leute, die das machen wollen. Ah, Designer!
Apropos Trends, Proteine und Ernährungsphilosophie ist sozusagen High-Protein-Schinken.
Jetzt ist gerade schon geredet worden, das ist einfach Fleisch aus eines Proteinverarbeiters
und was ist jetzt ein High-Protein-Schinken beim Schinken?
Wie ihr vielleicht wisst, gibt es einen ziemlichen Trend gerade,
der halt mit Protein in der Ernährung und halt in Kombination mit dem Sport sich beschäftigt.
Natürlich hat man geschaut, okay, was macht man jetzt, dass man diesem Trend irgendwie nachkommt.
Der High-Protein-Schinken ist ein Schinken, der im Wesentlichen noch mit einem
Molke-Protein-Isolat angereichert wird.
Molke-Protein-Isolat.
Genau. Und dadurch einfach einen noch höheren Eiweißgehalt aufweist.
Ob das jetzt für den durchschnittlichen Sportler sinnvoll ist,
möchte ich jetzt einmal nicht irgendwie kommentieren, weil ich glaube,
dass wir in Mitteleuropa generell keine Proteinunterversorgung haben.
Also ich glaube, bei den wenigsten wird es dann scheitern, dass die Proteinzufuhr nicht passt.
Aber eben für die, die halt da besonders Wert drauf legen, da besonders sensibilisiert
worden sind, haben wir jetzt eben auch ein Produkt.
Und ja, hoffen, dass am Markt auch funktioniert. Vielen Dank.
Mich würde mal interessieren, weil ihr seid ja jetzt ein Familienunternehmen,
das schon so lange existiert und in dieser Zeit entstehen ja alle paar Jahre
regelmäßig immer wieder neue Trends und neue Ideen und neue Produkte.
Wie schwierig ist es da in so einem Unternehmen, wo eigentlich alle verwandt
sind und wo auch noch drei Generationen vorhanden sind, auf einen gemeinsamen
Nenner zu kommen regelmäßig, ohne dass man sich da jetzt zankt irgendwie?
Zanken ist ja gut so.
Das Unternehmen, wo alle verwandt sind, finde ich gut.
Wie sagt man das? Nein, also das muss man schon, darf ich auch sagen,
das Glück ist, dass wir halt die Ansichten, gerade mit der vierten Generation, auch aufteilen.
Unsere Eltern verwehren sich jetzt nicht, wenn man da sagt, okay,
es gibt irgendeine Bewegung, das schaut so aus, als würde da irgendwas Spannendes
entstehen, warum machen wir nicht mit?
Da ist, so kann ich es jetzt sagen, noch nie gesagt worden, nein,
das machen wir nicht. Weil eben, ich glaube, sie sind da so weit offen,
dass sie halt wirklich sagen, ja, wenn es dann was Spannendes gibt,
probieren wir das einfach aus, weil es eben Teil vom Unternehmertum ist.
Und von dem her hat es da eigentlich noch nie Spannungen gegeben.
Eben auch zum Beispiel bei diesem Produkt, das ich jetzt hoffentlich bald auf
den Markt bringen werde, wo ich nicht drüber reden darf. Aha, das Produkt, ja, klar.
Da hat es auch natürlich bei der älteren Generation ein bisschen gedauert,
weil sie gesagt haben, ja, das schmeckt aber nicht. und das irgendwie passt
einfach noch nicht so ganz, wie es ist.
Da haben wir dann ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten müssen,
das Produkt auch anpassen müssen, aber wir haben eigentlich immer,
also wir haben da nie einen Gegenwind gehabt, wenn wir irgendwas probieren wollten.
Das war einfach wichtig, vor allem, weil eben auch unsere Eltern und Generationen halt sieht,
dass wir uns aktiv ins Unternehmen einbringen und auch wirklich da nicht irgendwas
machen möchten, dass wir halt dann das Gefühl haben, okay, wir werden nicht
ernst genommen und von dem her war es für uns auch immer ganz wichtig und cool,
dass wir einfach halt freie Hand bekommen haben.
Und ja, wenn es schief gegangen ist, ist es schief gegangen.
Dann muss man halt schauen, wie man es halt anpasst und beim nächsten Mal besser macht.
Aber das Scheitern gehört halt irgendwie auch zum Unternehmersein dazu.
Was kann man noch fragen?
Worüber wird am meisten diskutiert? Du hast gesagt, bei den meisten Sachen harmonisch,
aber was sind eigentlich die größten Dinge, wo sich die Generationen speziell nicht einig sind?
Es gibt, wie gesagt, nicht so viel zum Glück. Also harmonische Familie. Ja, wirklich.
Marketing zum Beispiel ist ein Thema.
Also da gibt es schon verschiedene Ansichten. Gern mal zum Marketing.
Du hast es vorher schon gesagt. Was sind so diese, du hast es vorher aufgeworfen,
mir hat das auch schon ein bisschen getriggert.
Was sind so diese unterschiedlichen Zugänge zum Marketing, wo man sich nicht
einig ist und beschreibt das noch ein bisschen.
Ich glaube, die vierte oder unsere Eltern-Generation kommt aus einer Zeit,
wo einfach dieses Print-Medium noch extrem relevant war.
Also Anzeigenschalten. Genau, richtig. Und diese klassischen Zeitungsinserate,
das ist halt einfach noch relativ hoch im Kurs und wir würden da halt oder wir
wollen halt gerne ein bisschen mehr in Richtung Social Media machen.
Also das ist einfach so ein Abstimmungsthema, wo man sagen muss,
ja, da müssen wir noch ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten.
Aber es wird schon, es wird langsam.
Und ja, im Endeffekt sonst, ich glaube, es geht um die Ausrichtung der Marke
und da sind wir uns, glaube ich, mit der Philosophie recht einig,
vor allem, weil eben diese Projekte, die in dem Fall mein Vater damals schon
begonnen hat, auch schon,
initiiert worden sind und wir halt da das große Glück haben, dass da schon was da ist.
Also wenn man jetzt sagen würde, wir hätten bisher nie was gemacht und jetzt
würde man dann anfangen wollen mit Tierwohl, mit Regionalität und so weiter,
wäre sicher ein steinigerer Weg, aber dadurch, dass da eben schon in der Vorgängergeneration
sehr viel passiert ist, haben wir da eigentlich relativ leichtes Spiel.
Und so gesehen ist dann die Printwerbung das Einzige, wo man sich irgendwie
reibt und das ist eh super, wenn es dabei bleibt.
Das ist jetzt so laut. Das hast du mir quasi ins Ohr gewusst.
Das geht schon.
Jetzt ist eh schon Marketing erwähnt worden, dass das in erster Linie dein Bruder
macht. Wie schaut eure Managementstruktur eigentlich aus in den Unternehmen?
Also es ist relativ einfach. über allem ist mein Papa.
Der quasi Eigentümer und Geschäftsführer ist und dann gibt es quasi Untergliederungen,
also dann ist die Familie und wir haben dann das ganze Unternehmen auch in verschiedenen
Bereichen strukturiert, wo man sagen kann,
ein Bereich ist Produktion, der andere ist Technik, der andere ist dann Verpackung
und Expedit und Versand, also dieses ganze Thema mit den Logistiken, genau,
und die Produktion ist natürlich der größte Bereich, also so ist das Unternehmen
grob strukturiert und eben wir sind jetzt gerade im Übergabeprozess so,
dass man eben jetzt alles quasi vom Papa ein bisschen auf die Nachfolgegeneration aufteilt.
Und das ist aber noch im Werden. Also da gibt es noch keine endgültige Struktur,
sondern da schaut man eben gerade, wie man es dann umsetzt, sodass halt wirklich
da alle quasi irgendwie auch berücksichtigt werden.
Und das halt für alle im Endeffekt passt und auch für das Unternehmen funktioniert,
weil das Ganze muss auch praktikabel sein.
Das bringt nichts, wenn man da eine Struktur wählt, die dann halt super am Papier
ausschaut. Aber im Endeffekt sind das dann nur Hürden im Alltag.
Da hat auch keiner was davon.
Und das heißt, dass das Top-Management dann sozusagen nur aus den Familienmitgliedern
besteht oder ob es dann externe auch in Positionen, die managmentechnisch gleichgestellt wären?
Also das Top-Management, sage ich mal, sind Familienpositionen und dann beginnt
es eben in der Bereichsleiterebene, wo dann keine Familienmitglieder mehr sind,
die aber einen sehr hohen Stellenwert haben.
Also wenn der Bereichsleiter was sagt, dann hat das wirklich auch im Haus was
zu bedeuten und dann wird im Wesentlichen auch Folge geleistet,
weil es halt wirklich die Leute sind,
die halt jeden Tag unten sind, die ganz anderen Leuten dran sind,
die wissen, was in einer Abteilung auch passiert und da wären wir halt irgendwie
blöd, wenn man dann nicht auf die Leute, die sich halt jeden Tag damit beschäftigen, hören würde.
Also das ist dann quasi die erste Stufe, wo kein Familienmitglied mehr drin ist.
Gibt es eigentlich auch Beteiligungen an anderen Unternehmen von euch?
Es hat eine Beteiligung gegeben, die ist leider nicht so gut gegangen.
Es war auch ein eigenes Projekt, das im Bereich der Landwirtschaft wirklich
auch Vorreiter war, das sich dann aber relativ schwer getan hat am Markt.
Das war aber die einzige. Ansonsten gibt es keine Beteiligung.
Ansonsten ist quasi nur unser Unternehmenskonstrukt und dabei wird es jetzt auch mal bleiben.
Aber ist das denkbar? Also dieses quasi explodieren über Beteiligungen,
über Anteil an Mannenunternehmen,
Über Technologien? Ja, ausschließen will man es nie, vor allem eben,
wie du sagst, wenn es um Technologien geht,
die eben vielleicht noch ein bisschen experimentell sind, die sich noch nicht
am Markt gefestigt haben, dann ist das sicher ein gangbarer Weg,
dass man sagt, ja, man schaut einmal über Beteiligung an einem anderen Unternehmen,
bevor man jetzt wirklich das eigene Unternehmen irgendwie aufs Spiel setzt.
Aber aktuell sehe ich da jetzt in naher Zukunft noch nicht irgendwie was heranziehen.
Wenn wir vorher über Marketing gehen, Kommunikation, ein Thema,
was ihr hier schwerst, ein Thema über Krisen.
Spannend jetzt für die junge Generation, die hinten, die jetzt nachruckt,
eine Krise habt ihr damals 2021 oder 2020, ich hoffe, wir haben es richtig aufgeschrieben,
das war mit VGD bei einem Zulieferbetrieb, das war ich glaube,
da ist es eh ums Tierwohl gegangen,
VGD bei einem Zulieferbetrieb aufgedeckt, dass im Prinzip das,
was kommuniziert worden ist quasi bei euch auf der Website, war der Betrieb, es war schön etc.
Und der VGD hat aufgedeckt, dass der Betrieb halt auf Falsch walten ist,
dass die Haltungsbedingungen nicht optimal sind etc.
Wie seid ihr damals, beschreiben wir, was damals war mit deinen eigenen Worten
und brauchst sie nicht wiedergeben und wie reagiert man dann auch aus Familie?
Wir haben es eben damals im Podcast eher besprochen, aber jetzt vielleicht aus
deiner Sicht, wie reagiert man da auf solche Krisen und macht einem das Bauch
wenn man weiß, okay, boah, das das ist das Unternehmen, das muss ich dann einmal überleben.
Da kann einiges auch in die Hosen gehen. Wie geht man damit um?
Also es war ein bisschen anders, was du beschrieben hast. Das war nämlich ein
Zulieferbetrieb, der sowohl einen konventionellen Stall als auch einen Tierwohlstall,
also quasi mit diesem 100 Prozent, mit Auslauf und so weiter gehabt hat.
Und in dem konventionellen Stall hat es damals Verfehlungen gegeben,
die man nicht wegreden kann. Also das war das Hintergrund, den wissen wir mittlerweile heute.
Einfach das Thema, dass der Betriebsführer einfach komplett überfordert war.
Der hat einen Arbeiter verloren, hat dann alles selber machen müssen.
Ist dann einfach vom Management her nicht mehr zu Recht geworden und hat dann
einfach sie nicht um die Tiere kümmern können, so wie es eigentlich gehört hätte.
Und du hast schon recht, in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit war es dann so,
okay, wir haben jetzt gesagt, das ist Tierwohl, in Wirklichkeit war es aber
kein Tierwohl, in Wirklichkeit waren es aber zwei getrennte Betriebe.
Also es war natürlich in dem Moment zart, muss man so sagen,
weil wir halt geglaubt haben, okay, wir machen jetzt was Gutes mit diesem Regionalitätsprojekt.
Das ist irgendwas, wo die Marke vielleicht auch einmal, wo die Marke davon profitieren
kann und im Endeffekt ist uns das genau im Kopf gefallen.
Und war natürlich im ersten Moment schlecht, weil man sich halt irgendwie auch
dann auf die Kontrollstellen, die es ja auch seitens der Öffentlichkeit gibt,
irgendwie verlassen hat, dass das passt, haben wir aber damals gemerkt,
dass das einfach nicht ausreichend ist.
Also ich habe es selber nicht kontrolliert damals?
Genau, richtig. Damals hat es noch kein Kontrollsystem von uns gegeben,
sondern man hat quasi darauf vertraut, dass eben das Kontrollsystem aus Tierärzten
und so weiter und öffentlichen Kontrollstellen halt irgendwie da eng,
maschig genug ist, um sowas zu verhindern.
Haben aber dann damals einfach dazugelernt und gesagt, okay,
es war dann auch irgendwie die Grundsatzentscheidung, weil in dem Moment war
es halt richtig zack, weil natürlich hat halt keiner gesagt,
okay, der Bauer ist böse, sondern es hat geheißen, wir sind böse,
weil es wurde dann so getan, als wäre das unser Bauer, in Wirklichkeit ist der
selbstständige Unternehmer, der uns zuliefert.
War dann auch ein bisschen schwierig in der Wahrnehmung. Aber wir sind halt
dann wirklich an dieser Entscheidung stand und haben gesagt,
okay, wir haben jetzt diesen Fall, der gefährdet im Prinzip das ganze Unternehmen,
machen wir jetzt noch weiter mit diesem Anbindungen der Landwirtschaft oder lassen wir es sein.
Weil im Endeffekt ist es halt in der Situation mehr Risiko, als es Vorteile bringt.
Und haben halt dann wirklich viel in der Familie diskutiert und haben halt auch
gesagt, aber es passt irgendwie nicht, oder das ist vom Bauchgefühl nicht das
Richtige, wenn wir sagen, wir lassen die Landwirtschaft jetzt komplett sein
und wollen diese Anbindung nicht mehr.
Und deswegen haben wir dann wirklich gesagt, okay, wir ziehen jetzt unser eigenes
Kontrollsystem auf, weil diesen Fall wollen wir nicht mehr haben.
Wir wollen uns jetzt wirklich darum kümmern, dass wir wirklich zumindest vierteljährlich
in jedem Stall drin sind, einen eigenen Kontrolleur haben, der wirklich nur
sich um die Tiergesundheit und ums Tierbuch hat.
Genau, das ist ein Mitarbeiter von uns, der hat, lustigerweise,
25 Jahre davor auf der Schlachtung gearbeitet.
Das heißt, der weiß wirklich, wie ein gesundes Schwein ausschaut,
wie ein krankes Schwein ausschaut und der ist jetzt nur noch dafür da,
wirklich diese Betriebe abzufahren, zu kontrollieren und mit den Landwirten
zu sprechen, ob das passt oder ob es irgendwelche Missstände gibt.
Also das war quasi die Reaktion damals darauf.
Was war mit den Bauern dann? Ist der dann aus dem Programm raus?
Genau, er wurde einmal zunächst gesperrt, dann hat man sich wirklich diese ganzen
Verfehlungen angeschaut, hat geschaut, was er wirklich begründet war.
Der hat nicht mehr liefern dürfen?
Genau, der war für uns einmal als Lieferant gesperrt. Und was irgendwie das
Schöne an der ganzen Geschichte ist, im Endeffekt, ist das jetzt unser größter Tierwohllieferant.
Also der hat dann sein komplettes Stahlsystem umgebaut und hat mittlerweile
keine konventionellen Schweine mehr, hat wirklich nur noch Tierwohlschweine
mit Auslauf und hat das Ganze wirklich so in den Griff bekommen,
dass man wirklich sagt, das ist einer der Vorzeigebetriebe geworden.
Aber eben damals in der Situation halt wirklich zart für das Unternehmen.
Wie hat der das gemacht oder wie habt ihr das oder habt ihr das gemeinsam gemacht?
Weil hier ist der Vorzeige vom Skandalbetrieb, wenn man jetzt so will, zum Vorzeigebetrieb.
Ich glaube wirklich, dass das halt einfach bei ihm auch einen Denkprozess ausgelöst
hat und das ist halt irgendwie auch der Nachteil im Land.
Man kennt sich halt und hat halt genau gewusst, das ist dann der Bauer,
der hat dann quasi diese Mischsteine gehabt.
Und ich glaube, es wird gret, richtig. Und wenn du dann auch hörst vom Bauern,
okay, die Kinder sind jetzt in der Volksschule quasi angerät worden,
was der Vater nicht für ein orger Mensch ist, dann tut das halt auch weh.
Weil du bist im Endeffekt Landwirt, du lebst eigentlich dafür, was du tust.
Und ich glaube, dass das bei ihm wirklich dann auch irgendwie ein Umdenken hervorgerufen
hat und er sich dachte, okay, will ich es jetzt dann auch so an die Kinder übergeben
oder will ich da irgendwas umgestalten?
Und eben, hat dazu geführt, dass er halt das komplette System umgestellt hat
und jetzt wirklich ein super Betrieb ist, den man gerne herzeigen kann.
Wie lange her? Jetzt schau ich auf die Uhr. 2020.
2020, okay, das heißt 5, 5, 6 Jahre hat das schon gedauert, aber...
Er war früher schon fertig, er war in der Umstellung glaube ich 22 oder 23 fertig.
Das heißt, solche Transformationen, habt ihr dem Betrieb geholfen,
also auch finanziell oder ist das auch über den Markt darstellbar?
Oder was war das für ein Steuerumbau und dann kam letztendlich,
ist er Sauteier im wahrsten Sinne des Wortes?
Das hört man immer, das kannst du einfach nicht so einfach stemmen in einer
Generation. Wie hat der das geschafft?
Es hat da keine finanzielle Unterstützung uns gegeben, sondern es hat er wirklich
aus eigenem Unternehmen selbstständig irgendwie gestemmt.
Was natürlich dann seitens des Unternehmens gibt, sind einfach langfristige Abnahmeverträge.
Das heißt, wenn wir jetzt sagen, okay, der Bauer hat jetzt den Willen geäußert,
auf eine Tierwohlhaltung umzustellen, dann ist es schon so, das ist nicht nur
für uns so, das ist generell branchenüblich, dass man sagt, okay,
das Mindeste sind dann Abnahmeverträge über fünf Jahre,
wo der Bauer eben sicher sein kann, dass er seine Schweine fix dann zu einem
gewissen Preis auch abgeben kann.
Und das ist natürlich auch gerade als Landwirt, wenn du halt nicht weißt,
wie wird jetzt in Zukunft das Gesetz oder die Regeln ausschauen,
wie ich halt noch Tiere erhalten darf, ist es natürlich ganz notwendig,
dass du sagst, du hast eine gewisse Sicherheit.
Weil eben dann diese großen Investitionen zu treffen und dann zu sagen,
okay, aber vielleicht kaufen wir jetzt morgen gar nicht mehr bei dem und der
muss schauen, dass er seine Tiere sonst irgendwie verkauft.
Das ist halt einfach ein Risiko, das kannst du in der Situation nicht stemmen.
Haben Sie Abnormen Mengen garantiert oder Abreise?
Ja, es gibt, also grundsätzlich ist einmal die Menge garantiert und also im
Bereich vom Tierwohl ist es so, dass du auch einen Mindestpreis hast,
der nicht unterschritten werden kann.
Also selbst wenn jetzt der Marktpreis unter diesem Preis fallen würde,
hätte er einen gewissen Mindestpreis, den er immer bekommen wird fürs Tier.
Okay, was ich mir in dem Punkt jetzt wieder komme, weil du vorher gesagt hast
Marketing, jetzt war das natürlich ein Ausnahmefall, ein Extremfall, wie es da war.
Die psychischen Themen auf landwirtschaftlichen Betrieben habe ich auch schon
in ein, zwei Podcasten auch beschrieben, also ich kann es auch ganz gut nachvollziehen,
dass es zu sowas kommt unter diesen Bedingungen, aber die Realität,
also wie ein Schweinestell ausschaut, wie ein Kuhestell ausschaut,
wie eine landwirtschaftliche Realität ausschaut und das, was man im Marketing halt dann präsentiert,
selbst wenn du es gut meinst und nicht jetzt, sage ich mal, ein Schwein nicht
zuvor mal reden könnte oder sonst irgendwas in der Richtung, aber
Aber die Realität, selbst in einem gut geführten Betrieb, schaut nie so aus
wie die Realität, die du quasi im Marketing immer transportierst.
Warum ist es nicht möglich, die Realität im Marketing unterzubringen,
aus deiner Sicht jetzt? Und wie geht man denn mit diesem Widerspruch grundsätzlich um?
Warum ist es nicht möglich? Es ist ja möglich. Ich kann ja herzeigen, wie es ausschaut.
Mittlerweile muss man auch, Respekt
an die Armer, die machen jetzt in der Hinsicht auch schon sehr viel.
Man kennt das Sprechen der Schwein aus der Werbung, das ist einfach ein falsches
Bild, das jahrzehntelang vermittelt worden ist.
Wir müssen einfach wirklich transparent über die Landwirtschaft sprechen und
da muss ich auch herzeigen können, wie ein Stall ausschaut.
Da gibt es eben verschiedenste Kampagnen, wo man wirklich sagt,
okay, 90% oder 95% der Schweine in Österreich leben oder werden in konventionellen
Stellen gehalten und so schauen die halt aus.
Und eben, als Konsument will ich das, also wenn es für mich okay ist,
dann kaufe ich einfach weiter konventionelle Produkte und wenn ich das nicht
will, dann gibt es halt auch höherwertige Haltungsformen, wo ich dann eben Produkte bekomme.
Also ich glaube, wichtig ist einfach, dass man einfach als Konsument diese Entscheidung
bewusst halt treffen kann und da ist für mich ganz wichtig, dass man wirklich
auch offen diese Themen herzeigt und darüber sprechen kann.
Also keine Frage, Hat man sich ja in der Vergangenheit falsch gemacht und gehört
wahrscheinlich noch viel mehr.
Vor allem auch, weil wir das Thema haben, der durchschnittliche Konsument,
die durchschnittliche Konsumentin, ist ja jetzt nicht unbedingt eine,
die neben einem Bauernhof wohnt.
Also viele haben ja einfach diesen Bezug zur Landwirtschaft,
wie er vielleicht früher war, nicht mehr so in dem Ausmaß.
Und da ist es ja noch umso wichtiger, dass ich dann herzeige,
wie funktioniert Landwirtschaft eigentlich.
Und wenn du jetzt ein Produkt kaufst, was steckt eigentlich dahinter?
Und von dem her finde ich es wirklich cool, diese ganzen Kampagnen,
die es gibt, auch von der AMA, dieses Haltung zeigen heißt, wo wirklich sehr
viel Gutes passiert und wo man halt eben genau auf diese vielleicht Fehlentwicklungen,
die es in den letzten Jahrzehnten gegeben hat, auch reagiert.
Ist man vielleicht dann auch als Unternehmer im Nachhinein wahrscheinlich in
der Situation, wo der Skandal aufgekommen ist, war man wahrscheinlich nicht
sehr froh darüber, aber ist man dann auch ein Stück weit froh über diesen,
zivilgesellschaftlichen Druck auch vom VGT, weil es ja nachweislich dann zu
Verbesserungen geführt hat, also Also den Tieren ist es ja besser gegangen und ich meine,
aus unternehmerischer Sicht, am Anfang war es wahrscheinlich ein Stress, aber dann,
Also bin ich ganz bei dir in der Situation selber, wenn du halt wirklich dann
massenhaft E-Mails bekommst, wo drinsteht, wie schlecht wir nicht sind und wirklich
halt Morddrohungen dabei waren, wo man halt sagt, ja, eigentlich echt nicht cool in der Situation.
Vor allem gerade für mich war er noch relativ frisch im Unternehmen und habe
mir gedacht, okay, wir machen eigentlich was Cooles und dann kriegst du dann
quasi, in Anführungszeichen, auf Niederösterreichisch die Waschen.
War schwierig, aber eben wie ich es versucht habe zu beschreiben,
es ist wirklich halt sehr viel Positives daraus entstanden.
Dieses ganze System, wie wir es jetzt haben und auch eben die Weiterentwicklung
von der Landwirtschaft, hätte
es in dem Fall nicht gegeben, wenn man nicht diesen Anstoß bekommen hätte.
Also im Nachhinein sehen wir es auf jeden Fall so, dass das halt eigentlich
gut war, was passiert ist und dass man halt draufgekommen ist,
aber natürlich, in der Situation hätten wir gerne mit dem anderen getauscht.
Wärst du gerne in dem Moment auch weglaufen oder hast du gedacht,
ui, das gebe ich mir nicht, ich lerne was anderes.
Ich werde doch noch da oder irgend sowas.
Ja, oder immer. Oder hat dich das dann letztendlich auch wieder bestärkt,
es erst recht anzugehen, oder? Was war denn deine Reaktionen, also innerlicher?
Also, wenn man es schön sagen will, ich glaube, was hat irgendwie die Resilienz
gefordert, dass man halt irgendwie lernt, damit umzugehen.
Nein, natürlich ist in der Situation blöd. Also, du sagst halt, ja,
jetzt stehen wir halt da, wie tun wir jetzt weiter, irgendwie ist es halt für
die Eltern, das ist eine Belastung für die Eltern, vor allem für meinen Vater,
weil der halt immer doch sehr ambitioniert war in den Bereichen der Landwirtschaft
und der Zusammenarbeit.
Ja, richtig.
Und da halt einfach zu merken, okay, das, was irgendwie so ein Lebenswerk ist,
das fällt ihm jetzt gerade irgendwie auf den Kopf. Das war einfach nicht schön.
Das hat er erlebt. Und jetzt deins dann, oder? Ja. Du trägst ja wirklich eine große Generation an.
Ja, absolut. Nein, aber das war einfach der Situation einfach das Schwierige.
Und war aber trotzdem auf der einen Seite auch wieder schön,
dass man halt in dem familiären Zusammenhalt irgendwie sagen kann,
okay, das war jetzt einfach ein Scheiß und wie machen wir jetzt weiter und wie
verbessern wir es in Zukunft.
Und heute stehen wir halt da und sagen, das war gut so, dass es so war und jetzt
haben wir das Beste rausgemacht.
Wenn es eigentlich ist, war es gut so, dass...
Dann noch mal eine Frage zu euren Tierwohlprüfungen. Sind die angekündigt oder
taucht da dann einfach jemand spontan am Hof auf und sagt, so bitte öffnet mal
den Stall? Wie geht es den Tieren? Es ist ein Mittelding.
Also sie werden zwei Tage vorher angekündigt, weil es einfach darum geht,
dass der Bauer, die Bäuerin wirklich halt ein Betrieb sein muss.
Weil die sind oft, sind die Betriebe halt so, dass die Leute nicht direkt daneben wohnen.
Und wenn ich jetzt dann einfach hinfahre, kann es halt gut sein,
dass der gerade nicht da ist. Also deswegen, wenn die zwei Tage vorangekündigt,
aber absichtlich zwei Tage, sollten jetzt irgendwelche Missstände sein,
dann kann er das in zwei Tagen nicht verstecken.
Und darum geht es eigentlich bei dieser Vorankündigung.
Also man sagt wirklich, okay, wir kommen halt da und wenn ich dann irgendwie
bei den Tieren was sehen würde, was halt irgendwie jetzt dem Tierschutz nicht
widersprechen würde, dem Tierwohl widersprechen würde, dann würde ich es in
zwei Tagen auch noch merken.
Weil eben, solange ich die Tiere nicht abhole und abholen tun es in dem Fall
nur wir, das heißt, wir wissen ja, wann wir die Tiere dann auch zur Schlachtung
holen, merke ich, falls es da irgendwelche Probleme gibt. Und wie gesagt,
der Mitarbeiter ist so erfahren, dass sie geht in den Stall rein und der weiß
halt sofort, ob es passt oder nicht.
Also von dem her halb angekündigt. Gab es Fälle, wo Bauern oder Bäuerinnen dann
versucht haben, das zu verschleiern, irgendwie kranke Tiere weggesperrt haben?
Und dann weiter dich Unterschleif betrieben haben? Würde mir jetzt keiner einfallen.
Es hat einen Fall gegeben, wo man dann einfach mit dem Landwirt nicht mehr zusammenarbeiten
konnte, weil er eben gesagt hat, diese Kontrolle... Also er musste schon ausschließen?
Ja.
Okay. Aber jetzt nicht wegen irgendwelchen Missständen, sondern einfach,
weil er mit diesem Kontrollsystem nicht zurechtgekommen ist.
Und eben, wir haben gesagt, wir kommen eh, also wie gesagt, wir kündigen uns
eh immer vorher an und fahren dann erst hin.
Aber trotzdem war er dann halt nie erreichbar und konnte dann irgendwie auch
nicht sich überreden lassen dazu, dass wir halt regelmäßig Kontrollen machen.
Und wir haben aber gesagt, okay, es gibt jetzt quasi Zusammenarbeit nur,
wenn er dieses Kontrollsystem akzeptiert und da haben wir sich dann einfach getrennt.
Aber ansonsten läuft es eigentlich sehr gut und wird auch positiv angenommen, muss man sagen.
Weil es ja auch, unter Anführungszeichen, Unterstützung für die Bäuerinnen und Bauern sein kann.
Weil eben der Kollege, der hat sehr viel Erfahrung, der weiß halt viel,
wie man Schwein umgeht, der sieht viel Betriebe, sieht vielleicht auch,
wie das andere machen kann und auch wieder Tipps geben.
Und vor allem auch, was immer ein bisschen ein unangenehmes Thema ist,
worüber man nicht sprechen möchte, aber es kommt einem landwirtschaftlichen
Betrieb genauso vor, dass Tiere eben erlöst werden müssen.
Also weil Tiere halt irgendwie verletzt sind, krank sind, jetzt keine Besserung
mehr absehbar ist und der Tier jetzt auch sagt, okay, da können wir jetzt nicht
wirklich mehr was machen.
Und es ist ja unter Anführungszeichen in der Verantwortung des Bauern,
dass er danach dementsprechend reagiert und das Tier eben nottötet.
Und wir halt aber doch die Situation haben, dass das viele Landwirte einfach
nicht gern machen, was auch verständlich ist.
Und er aber gleichzeitig da Unterstützung anbieten kann, weil er wirklich halt
sehr lange auf der Schlachtung gearbeitet hat, kann auch wirklich sagen,
er kommt auf den Betrieb hin und tötet das Tier dann quasi für den Landwirt,
wenn er es nicht selbst kann.
Krise 1.
Krise 1.
Krise 1, Krise 2. Das Hochwasser ist an euch vorbeigetrieben.
Im Unternehmen ja, privat nicht.
Privat hat es privat erwischt, aber das Unternehmen ist quasi,
Es wurde bei dem großen Hochwasser.
Das war 2024, oder?
2024, ja, ja.
Aber im April hat es dann Brennberg. Und da ist die neue Produktionshalle,
oder die Produktionshalle ist in Flammen gestanden.
Genau, ja. 19 Feuerwehren, 253 Einsatzkräfte, also halb so viele Mitarbeiter,
oder so ungefähr damals.
Die Schinkenproduktion ist stillstanden. Wie geht man, und ihr habt es ja,
wie geht man mit sowas um? Ihr müsst es ja liefern, oder?
Was tut man, wenn auf einmal das Unternehmen brennt?
Also das ist so eine Krise, wo ich jetzt im Nachhinein nicht sage,
gut, dass es passiert ist, weil das hätte auch ruhig nicht passieren können.
War natürlich in der Situation auch nicht lustig, weil man halt einfach da steht,
du siehst halt nur, wie es überall rausraucht und du weißt jetzt eigentlich
nicht, wie mache ich morgen weiter.
Vor allem, weil das halt eben doch einen sehr sensiblen Bereich unserer Produktion
getroffen, nämlich die Schinkenproduktion, die ja für uns doch ein wesentlicher Standbein ist.
Vielleicht zum Hintergrund, Auslöser waren Arbeiten, also Schweiß-Schleifarbeiten
im Bereich von so einem Kistenförderschacht, also der vom Erdgeschoss,
die schmutzigen Kisten, über ein Zwischengeschoss zur Wäscherei bringt.
Da ist eben gearbeitet worden, da hat sich das Ganze entzündet und weil da so
ein Unterdruck geherrscht hat, ist diesen ganzen Schacht dann quasi wie in so
einem Kamin, quasi das Feuer durchgezogen und hat halt vor allem im Bereich
vom Technikgeschoss, also das halt über dem Erdgeschoss ist, sehr viel zerstört.
Und die Problematik ist da, dass da oben einfach alle Schaltkästen sind,
die ganzen Leitungen von der Lüftung, von der Kühlung laufen,
alle Stromleitungen durchgehen.
Und wenn halt da mal viel abbrennt, dann steht halt da mal alles.
Und das war halt die Situation, die wir dann im April auch gehabt haben.
Und natürlich war es halt dann im ersten Moment, haben wir nicht gewusst,
wie machen wir jetzt weiter und was ist jetzt wirklich kaputt,
was kann man morgen noch verwenden.
Ein Riesenthema waren die Reinigungsarbeiten, weil man glaubt gar nicht,
wo dieser Ruß überall reingeht. Also das in jedem Schaltkasten hast du dann reinigen können.
Und was da in der Situation auch wieder unter Anführungszeichen das Schöne war,
war halt wieder einfach der Zusammenhalt innerhalb von Unternehmen.
Also du hast halt gesehen, diese ganzen unnötigen Streitereien,
die es vielleicht im Alltag gibt, wegen irgendwelchen Kleinigkeiten, die sind einfach weg.
Also jeder hat irgendwie mitgeholfen, jeder hat mit jedem zusammenarbeiten können,
da waren wirklich dann auch Samstag, Sonntag, also die Leute da,
die Elektrik aus dem eigenen Elektriker haben wirklich dann Tag und Nacht Kabel
gezogen, dass man irgendwie sagt, man kann die Maschinen wieder in Betrieb nehmen.
Auch wieder der Vorteil am Land, wir haben dann wirklich auch einen ansässigen
Elektriker da gehabt, der uns am Wochenende 30 Leute geschickt hat,
der einfach gesagt hat, okay, ja, bitte helft uns irgendwie und legt einfach
Kabeln, das hat wirklich super funktioniert.
Also das war echt irgendwie so das Positive an der ganzen Geschichte, wenn man möchte.
Die Gemeinde hat zusammengehalten.
Das war wirklich der Fall. Und das Negative, was sich am meisten weh dann hat,
war einfach die Menge an Fleisch, die gerade in der Produktion war,
die man halt entsorgen musste.
Also wir haben durch den Brand, ich glaube 55 Tonnen Fleischwands,
die wir halt wegwerfen mussten.
Und wenn man sich halt vorstellt, was da für Weitschöpfung hintersteht und wie
viele Tiere das eigentlich waren, dann tut das natürlich weh.
Wir haben aber dann eben dadurch, dass alle wirklich toll zusammengearbeitet
haben, im Endeffekt nur sechs Tage Produktionsstillstand gehabt.
Und dann haben wir wieder mit Provisorien irgendwie arbeiten können.
Das ist sich für die Kunden eigentlich ausgegangen, dadurch,
dass wir immer eine gewisse Menge auf Lager liegen haben und auch weiter verpacken konnten.
Wir konnten eben nicht produzieren, dass man eigentlich im Markt möglichst nichts
davon merken hätte sollen.
Also das war in Anführungszeichen wieder das Gute.
Das heißt, ihr habt eigentlich keine Lieferausfälle in dem Sinne gekauft?
Ganz gering im Ausmaß, also wir haben Lieferquoten von 85 bis 90 Prozent gehabt
und die 10 Prozent waren halt quasi dem geschuldet, dass man einfach dann wieder
produzieren hat müssen, bis man einfach diesen Lagerstand wieder erreicht hat.
Was lernt man daraus, wenn sowas passiert?
Das ist eine gute Frage. Was lernt man daraus?
Was nimmt man mit?
Man weiß auf jeden Fall schon irgendwie diese Vorgehensweise,
also wie quasi Krisenbewältigung funktioniert, sagen wir mal,
war das halt doch ein ganz gutes Beispiel.
Ich hoffe, es wird in den nächsten 150 Jahren nicht mehr passieren,
aber wenn es passiert, dann weiß man einfach schon, wen spricht man an,
an welchen Stellen wendet man sich, wie kommuniziert man gegenüber den Kunden,
weil das war auch immer das große Fragezeichen.
Wir von der Produktion haben einfach gesagt, wir wissen jetzt nicht,
wann wir wieder produzieren können.
Der Verkauf redet halt mit dem Kunden und die haben auch noch sagen können,
wir können es nicht sagen, aber wir hoffen dann in drei, vier Tagen wieder und
im Endeffekt haben wir einfach sehr viel gelernt, was Kommunikation anbelangt und eben,
dass halt auch wirklich dann in der Krise Zusammenarbeit funktioniert,
war einfach dann das positive Learning, wenn man so will.
Aber ich versuche mich so ein bisschen rein zu versetzen, weil es ist wieder
zweite Reihe Fußfreude, du schaust dazu und sagst, ma scheiße und so,
weil ich damals auch geschrieben tut mir leid und hoffe ich, geht euch gut.
Ja, freut man sich ja, ist mir auch ziemlich wurscht, glaube ich,
in dem Moment. Aber wenn du dir jetzt am Kopf bist und das Ding brennt,
Wie reagierst du immer? Da gibt es ja hundert Sachen, das man löschen,
de-verständigen, da-verständigen, mit Demonstrieren.
Das löst so eine Kette von Habt ihr das System schon gehabt oder ist man da
erst mal ein bisschen kopflos und so?
Oder verfolgt man da mal so einen Moment in Panik?
Ja, natürlich nicht.
Oder wie trifft man dann, wie kommt man dann wieder in eine Entscheidungsfähigkeit zurück?
Ja.
Oder weiß, was wann zum Tun ist oder passiert das dann quasi ein bisschen von selber?
Also wenn ich sagen würde, wir hätten jetzt ein System gehabt,
wo wir das alles irgendwie abgehandelt hätten, dann würde ich lügen.
Also natürlich stehst du im ersten Moment da und denkst dir,
puh, wie tun wir jetzt weiter.
Das Wichtigste war halt einmal, dass keinem was passiert ist,
also von den Leuten auch und auch von den Einsatzkräften, die da waren.
Das war einmal so der erste Moment, wo man ein bisschen durchatmen hat können
und dann ist es natürlich darum gegangen, okay, wie koordiniert man jetzt dann die ganzen Arbeiten?
Also haben dann quasi auch eine Struktur eingeführt, wo man wirklich sagt,
man trifft sich alle zwei Stunden mit den Entscheidern jetzt quasi in diesem
Raum und dann berichtet, wenn man was Neues gibt.
Also das hat dann relativ rasch funktioniert, dass man da eine gewisse Struktur
eingeführt hat. Aber ja, im ersten Moment stehst du einfach da und denkst dir, ja, pff.
Was machen wir jetzt? Und vor allem auch, was sagst du den Leuten?
Weil natürlich dann die ganze Zeit irgendwelche Anrufe kommen,
sagen wir morgen Arbeiten kommen oder nicht.
In dem Moment muss man halt sagen, ich kann es dir nicht sagen,
bitte wartet es noch. Aber das war halt einfach dann auch schwierig.
Und im Endeffekt war es eh gut, dass alle Leute da geblieben sind,
weil dann haben wir am nächsten Tag halt wirklich gemeinsam zusammenräumen können
und halt die Entsorgung machen können, die notwendig waren. Aber ja,
in der Situation natürlich gleich der Überforderung, die halt dann nachher auch
irgendwann weggegangen ist, wieder zum Glück.
Habt ihr daraus jetzt irgendwie so, habt ihr jetzt so ein Krisensystem aufgestellt
oder habt ihr gesagt, es funktioniert ganz gut so, wenn es passiert und wir
reagieren ab dem nächsten Mal?
Ja, im Endeffekt gibt es ja nur die Struktur, die es gibt und die ist dann sowieso
zusammengekommen. Also es hat dann nicht unbedingt jetzt eine eigene neue Struktur gebraucht.
Ich meine, es gibt es unter Anführungszeichen schon,
weil im Lebensmittelsystem ist ja eh gefordert, dass du so eine Struktur aufstellst,
die auch bei Krisen dann quasi entscheidet und im Wesentlichen hat man sich
dann auch an deorientiert und das hat ganz gut gepasst in die Bereiche. Okay, gut.
Jetzt haben wir die Krisen, nein, eine Krise, aber das ist ein eigener Block.
Finde ich spannend.
Krise Nummer drei, aber das ist im Prinzip nicht eine Krise,
die was euch betroffen hat, sondern eigentlich eine Krise, die die ganze Branche betrifft.
Ich weiß nicht, ob man überhaupt von Krise reden soll, aber es ist halt eine
Veränderung des gesamten Marktes, eine Veränderung des Handwerks.
Ich kann mich erinnern, 2021, habt ihr schon das Thema gehabt mit Fachkräften,
mit dem Metzgerhandwerk oder Metzgerfleischhauer.
Damals habt ihr, glaube ich, einen Lehrling gehabt, wenn ihr mich richtig erinnert.
Hat der auch schon, hoffentlich schon ausgelärt.
Damals habt ihr schon gesagt, es ist schwierig, Fachkräfte zu finden,
Fachkräfte auszubilden.
Wie schaust du heute drauf? Fünf Jahre später hat sich was verbessert.
Ist die Situation schlimmer geworden oder wie beschreibe ich es einmal ein bisschen?
Es hat sich verbessert, also wir stehen heute bei neun Lehrlingern.
Vielleicht noch Metzger und Fleischer, weil du es immer ansprichst,
es gibt keine Unterscheidung.
Metzger ist im Westen von Österreich und im Osten ist der Fleischer.
Außerdem, der Fachterminus wäre der Fleischverarbeiter, weil es gibt auch keinen
Fleischer mehr eigentlich. Das heißt, wenn jetzt junge Leute...
Wo den Designer gibt es aber auch keinen.
Nein, aber da arbeiten wir noch dran. Wenn junge Leute zu uns kommen,
dann lernen die Fleischverarbeiter und natürlich, wenn man jetzt sagt...
Man denkt jetzt dran, wie schaut der Fleisch aus? Das hat wahrscheinlich jeder
von uns ein Bild im Kopf, wo er irgendwie mit blutiger Schürze dasteht und gerade
irgendwas mit einem Messer tut.
Ist Teil vom Beruf, kann man nicht leugnen. Es ist aber halt viel mehr.
Und ich glaube, dieses viel mehr, das muss man einfach kommunizieren.
Da sind wir jetzt gefragt, dass wir das auch bei jungen Leuten irgendwie halt anbringen.
Vor allem, wenn man sich halt das Berufsbild anschaut, es hat sich schon sehr gewandelt.
Also du arbeitest halt extrem viel mit Maschinen, du bist schon mehr Technologe,
als du wirklich halt quasi klassischer Fleischer bist. und da sind wir halt
sicher gefragt, dass wir da einfach noch mehr Aufklärungsarbeit betreiben.
Was ganz wichtig war und was ich auch gemerkt habe, was am Beginn von meinem
Berufsleben vielleicht ein Thema war oder die Lehrlingsausbildung,
da haben wir massiv investiert. Du hast das selber gemacht.
Oder?
Ja, richtig. Da haben wir eine eigene Lehrwerkstatt jetzt gebaut.
Also es ist so eine 100 Quadratmeter Versuchswerkstatt, kann man sagen,
wo es eben alle Maschinen, die irgendwie für den Herstellungsprozess relevant
sind, einfach in kleiner Dimension gibt und man wirklich bewusst sagt,
okay, man nimmt die Lehrlinge jetzt aus der Produktion raus,
schaut, dass das Ganze ein bisschen ruhiger abläuft, dass sie nicht gestresst
sind und dass sie sich wirklich mit den Themen beschäftigen können.
Und ich glaube, das hat uns sehr geholfen, dass man da wirklich eine ordentliche
Ausbildung auf die Füße gestellt hat, wo die Leute wirklich einfach selber tun können.
Hängt natürlich ganz massiv vom Ausbildungsteam ab und da sind wir sehr froh,
dass wir da wirklich ein sehr gutes haben, weil also der Leiter vom Ausbildungsteam,
der war mal selbstständig, hat auch selber Fleischerei gehabt,
also der weiß quasi wirklich, wie die Prozesse laufen und kann das jetzt auch sehr gut vermitteln.
Und natürlich, es wird jetzt nie ausschlaggebend für die Berufswahl sein.
Also darf nicht nur ausschlaggebend sein, wie die monetären Anreize sind.
Aber wir haben auch dann wirklich gesagt, okay, bei unseren Lehrlingen,
Wenn die jetzt nicht in der Werkstatt stehen und halt irgendwie Versuche machen,
dann sind die ja im Unternehmen eingegliedert. Das heißt, die arbeiten genauso,
wie es ein angelernter Arbeitnehmer machen würde.
Und es ist halt irgendwie für mich nicht einleuchtend gewesen,
warum zahle ich denen nur eine Lehrlingsentschädigung, die vielleicht 580 Euro im Monat sind.
Weswegen wir dann gesagt haben, okay, wirklich jeder Lehrling am ersten Tag,
wenn er bei uns zur Tür reingeht, hat ein Bruttogehalt von 1500 Euro.
Und ich glaube, das hat dann auch nochmal zumindest in der Außenwahrnehmung
ein bisschen geholfen, dass man jetzt wirklich wieder Leute gefunden hat.
Weil im Beruf halten kann ich ihn eh nur, wenn er dann wirklich zu mir kommt
und ich ihn davon überzeugt, dass das halt irgendwie sinnvoll ist,
dass das einen Spaß machen kann und dass das halt ein Unternehmen ist,
wo er hoffentlich bis zur Pension bleibt.
Aber ich sage mal, einfach diese Überlegung, dass er mal dahin kommt,
das hat sich ja geholfen, dass man sagt, okay, du verdienst jetzt auch mal gleich
am Anfang ein bisschen Geld.
Und das hat sich ja dazu beigetragen.
Was man schon merkt und wo wir sich auch ansetzen müssen, ist das Thema,
das oft Handwerk gerade, also gar nicht so bei den Jugendlichen,
aber bei den Eltern oft negativ behaftet ist.
Wir sehen das zum Beispiel, wenn wir auf verschiedenen Bildungsmessen unterwegs
sind. Und da gibt es immer verschiedene Stände, wo die Judelichen durchgehen
und sich informieren können.
Kommen ganz oft Leute her oder Jugendliche her und sind interessiert,
wollen sich das anschauen.
Und dann kommen die Eltern von hinten quasi und sagen, na, das Handwerk,
das ist nichts für die oder irgendwie Fleischer, das kannst du sowieso vergessen.
Und ich glaube, da braucht es ein bisschen ein Umdenken, weil es sicher in der
Vergangenheit sehr viel Kommunikation dahingehend passiert ist,
dass man sagt, okay, du brauchst jetzt einen Hochschulabschluss,
damit du halt im Berufsleben später was wirst.
Und dass man wirklich halt die jungen Leute dazu hingetrieben hat,
wirklich möglichst oft studieren zu gehen, auch wenn es vielleicht das Theoretische
und das Studieren nicht so gut geeignet ist.
Und ich glaube, da muss man einfach massiv in der öffentlichen Wahrnehmung halt ansetzen.
Dass man sagt, okay, denken wir mal 15, 20 Jahre in die Zukunft,
wie viele Handwerker haben wir dann wirklich noch?
Und da zu sagen, ja, eigentlich ist das Handwerk ja voll spannend,
du kannst dich wirklich verwirklichen und von den Verdienstmöglichkeiten,
also schaut es dir ja auch schlechter aus als nach einem Hochschulabschluss,
muss man auch ehrlich sagen.
Und ich glaube, dass wir einfach da noch massiv ansetzen müssen.
Aber was hast du vor zehn Jahren wieder auf Partys gegangen?
Inzwischen bist du ja schon verheiratet, in der Unternehmensführung angekommen, Papa und so weiter.
Wenn du dich gefragt hast, auf deiner Party, was du machst, was hast du gesagt?
Vor zehn Jahren, weit, weit auch.
Da habe ich an der WU studiert.
Hast du gesagt, ich bin Fleischer oder ich bin Unternehmer?
Ich habe gesagt, ich bin Student.
Aber ich habe schon oft erklären müssen, dass ich Fleischer bin und warum ich Fleischer bin.
Mittlerweile, du immer leichter, muss ich sagen.
Du stößt jetzt einfach mal, das ist so das Klischee. Ja, voll.
Aber wenn man halt irgendwie neue Leute kennenlernt oder so und du erklärst,
du bist Fleischer, dann schauen halt einmal alle irgendwie und denken sich, ja warum?
Und man muss halt immer ein bisschen was dazu erzählen, warum das so ist.
Kollege blickt aufs Foto, blickt auf dich, nimmt den Würfel.
Genau, und zwar nochmal zum Familienunternehmen. Es ist ja schon sehr beeindruckend,
dass ein Familienunternehmen für so viele Generationen überlebt hat.
Und da wollte ich mal fragen, wie ist deine Ansicht dazu?
Wenn deine Kinder zum Beispiel sagen, sie wollen was ganz anderes machen,
also ist das bei euch so eine Kultur, ihr Kinder, ihr werdet diesen Betrieb
weiterführen oder wie wurde dafür gesorgt, dass so viele Generationen hintereinander
in diesem Betrieb bleiben wollten?
Ich glaube, sicher ein ganz wesentlicher Punkt ist, dass du eben genau das nicht
machst oder nicht sagst, okay, wenn du jetzt was anderes machen willst,
der übernimmt dann ein Unternehmen.
Ich glaube, wenn du mit diesem Druck aufwachst, dann wird das nichts.
Also dann wirst du einen Zwang verspüren und was du mit Zwang machst,
machst du wahrscheinlich nicht gerne.
Also ich glaube, ich kann da nur so weitergeben, wie es wir halt vorgelebt bekommen
haben von unseren Eltern, dass man wirklich die Möglichkeiten hat und einfach
alles machen kann, was man will.
Und eben, ich glaube, es wäre das Schlimmste, wenn man halt irgendwie sagt,
okay, du musst jetzt ins Familienunternehmen kommen, weil es ein Familienunternehmen
ist und weil es sonst nicht weitergeht.
Weil ich glaube nicht oder ich glaube, es sehr schwer ist, dass du wirklich
halt dann die Freude daran findest, wenn du halt mit Zwang einmal einsteigst.
Ich glaube, wenn, dann muss das wirklich aus freien Stücken passieren.
Und ich habe auch schon oft überlegt, meine Tochter ist jetzt ein Jahr alt,
aber die hat noch ein bisschen Zeit, bis es soweit ist.
Na ja, Zeit vergeht schon.
Aber eben auch jetzt wieder diese Diskussion, Handwerk, Ja, Nein,
oder was willst du jetzt für deine Tochter zum Beispiel, was die halt später lernen soll?
Was studieren, oder?
Ich finde, spannendes Konzept, ich würde sagen, Lehrer mit Matura,
weil du halt wirklich irgendwie beide Welten verbinden kannst und der einfach
nachher alles offen steht. Also das
ist wirklich was, was wir halt uns im Unternehmen aktiv fördern wollen.
Wirklich zu sagen, einmal eine Lehre zu beginnen und dann hast du halt eine
verlängerte Lehrzeit, kannst aber auch deine Matura dann nachher anhängen.
Und dann hast du genauso die Möglichkeit, dass du studieren gehst.
Oder du siehst einfach, okay, das Handwerk passt jetzt für mich.
Ich möchte einfach praktisch arbeiten. Und ja, das passt genauso.
Aber eben, um möglichst viele Möglichkeiten zu haben, ist das sicher ein vernünftiger Zugang.
Karriere mit Lehre, ich hatte es früher mal geheißen. Da habe ich schon gesagt,
du kannst sogar Karriere mit Lehre machen. Was dann von der Botschaft her muss,
muss man sich überlegen, ob es wirklich gescheit war.
Reicht der Matur heute? Oder musst du eher sagen, Karriere mit Studium dann
schon fast? Mit so einer Studienperspektive.
Es kommt darauf an, was du machen willst. Ich glaube, die Anforderung ist immer die Frage.
Ich denke jetzt bei euch zum Beispiel Lebensmitteltechnologie oder sowas.
So Metzger oder Metzgerin oder Fleischer, wir verstehen mal, wo man ist.
Und dann quasi gleich so die Perspektive. Am Bachelor kannst du da auch noch dranhängen.
Ist sicher für die einzelnen Personen interessant, weil du dann auch noch siehst,
dass du halt andere Möglichkeiten hast, wenn du siehst, dass es einfach nicht
das Richtige für dich ist.
Jetzt für einen Lebensmitteltechnologen notwendig ist das Studium nicht unbedingt.
Aber eben, ich glaube, es ist halt ganz schwer zu sagen, irgendwie,
du hast ein Studium gemacht und deswegen kannst du jetzt irgendwas besonders
gut oder ist irgendwas besonders geeignet. Wir können es ja sagen.
Weil ihr wisst das auch, Studium ist halt viel auswendig lernen und theoretische
Inhalte verstehen, hat mit der Praxis aber oft nicht wirklich was zu tun.
Also man bringt es zusammen.
Das ist natürlich dann überhaupt das Beste, so wie es in dieser Lehrveranstaltung
so oft passiert. Schön, ja.
Ich habe noch eine Frage, und zwar Metzger oder Fleischtechnik ist ja oft sehr
männlicher Beruf. Habt ihr eigentlich auch viele Frauen in der Produktion?
Wir haben zwei Abteilungsleiterinnen, also zwei Führungspositionen,
die wirklich von Frauen besetzt sind und aktuell auch zwei Damen,
die Fleischverarbeiter lernen.
Der Großteil in der Produktion ist natürlich männlich besetzt,
aber es ist für uns ganz cool, dass es da wirklich auch Frauen gibt,
die halt sich dafür interessieren und nachkommen.
Und ja, ich würde sagen, im Schnitt über das Unternehmen gesehen,
weil es ist jetzt nicht nur Produktion, es ist ja auch Verpackung,
es sind ja auch die nachgelagerten Prozesse, sind wir bei einer Frauenquote
von 40 Prozent, also 60 zu 40 kann man sagen, genau.
Und man sieht es im Management, wir sind ja quasi in der Unterzahl,
also das ist uns ganz wichtig.
4 zu 3. Ja, richtig.
Jetzt sind ja in letzter Zeit ziemlich viele Krisen, die wieder immer aufpoppen
und unter anderem jetzt auch die Iran-Krise.
Und mich würde interessieren, wie stark wirken sich jetzt steigende Energiepreise
quasi auf eure Unternehmen aus?
Ja, also das war im Wesentlichen schon 2022 das Thema.
Wir sind wieder bei den Krisen.
Ja, ja, ja gut. Es gibt genug zum Reden leider.
Nein, aber das haben wir 2022 schon gemerkt, wie Gas- und Strompreise so eklatant gestiegen sind.
Also wir haben da wirklich Zeiten gehabt, wenn man jetzt quasi vor dem Krieg
vergleicht mit zur Zeit 22, haben wir beim Gaspreis beim Siebenfachen,
von dem wir vorher gezahlt haben, und das Zehnfache beim Strompreis.
Und natürlich ist das als energieintensives Unternehmen, das wir halt sahen,
weil wir eben die Energie brauchen zum Erhitzen, zum Kochen, zum Kühlen.
Da merkt man das natürlich. Und das war halt auch eine zahre Zeit.
Also da hat es auch nicht wirklich rosig ausgeschaut, was die Gewinne anbelangt hat.
Jetzt ist natürlich auch wieder die Preissteigerung da, aber nicht in dem Ausmaß, wie es 2022 war.
Was wir jetzt eher merken, ist, dass Verpackungsmaterialien,
also schon angekündigt, erstens extrem teuer werden und zweitens die Lieferanten
auch sagen, okay, wir wissen auch gar nicht, wie lange wir euch noch was liefern können,
weil eben sehr viel von den Rohstoffen, von Kunststoff irgendwie eben aus der
Region kommt oder zumindest über die Region transportiert wird.
Und da wird man die richtigen Auswirkungen aber auch in den nächsten Wochen, Monaten erst merken.
Also da sind wir gerade jetzt in einer Phase, wo halt einmal jeder irgendwie
ankündigt und sicher mal schaut, ob auch preislich was geht.
Da wäre regional optimal, oder?
Da wäre es super, wenn wir Plastik aus dem Tunnelfeld hätten,
aber das spielt es halt leider nicht immer.
Aber da merkt man es jetzt am ehesten schon. Also sicher Energie in einem gewissen
Ausmaß, aber am ehesten noch beim Kunststoff.
Was aktuell sicher die Situation ist.
Und habt ihr als Unternehmen auch Pläne oder habt ihr überlegt,
dass ihr quasi vielleicht selber Solaranlagen oder so...
Genau, also wir haben, was die Energie jetzt anbelangt, wir haben eine relativ
große PV-Anlage, also Photovoltaikanlage mit 1,2 Megawatt, die unter Anführungszeichen
leider bisher nur ungefähr 10 Prozent vom Stromverbrauch abdeckt.
Und was natürlich hilft, ist, dass du als Unternehmen halt langfristig planst,
was jetzt irgendwelche Verträge angeht. Also wir haben jetzt zum Beispiel,
was das Erdgas anbelangt, wo wir eben noch wirklich viel brauchen,
um Dampf zu produzieren, weil wir damit die Produkte eben kochen.
Da haben wir für 2026 das ganze Jahr zum Beispiel schon so einen Preis eingekauft, die ganze Menge.
Da ist halt immer die Frage, es gibt verschiedene Klauseln, irgendwelche Force-Major-Klauseln,
wenn man halt sagt, okay, das ist jetzt Krieg, das waren unvorhergesehene Bedingungen,
jetzt setzt man den Vertrag aus, das kann halt immer passieren.
Aber das ist am ehesten noch eine Üblichkeit, wie du dich vielleicht von diesen
Marktentwicklungen, von den Preisschwankungen ein bisschen absichern kannst.
Im Endeffekt werden wir sehen, ob es hält, aber zumindest beim Gas sind wir
da ein bisschen entspannter und Strom eben setzen wir auf Photovoltaik.
Wir haben auch eine relativ große Solarthermieanlage, die quasi Warmwasser produziert,
also damit man wirklich sagt, man braucht da nur noch die Energie,
um den Unterschied zwischen quasi dem Heißwasser und dem Dampf dann herzustellen.
Wir werden auch jetzt in diesem Jahr wieder bei der Photovoltaik vergrößern,
weil wir einen relativ großen Mitarbeiterparkplatz haben, den wir komplett überdachen
werden mit Photovoltaikpanelen. Also da gibt es sicher sehr, sehr große Hebel.
Was aber immer bleibt, ist natürlich, du hast die Photovoltaik dann,
wenn es halt heiß ist und wenn Sonne ist.
Also das ist ja einerseits gut, weil dann, wenn es draußen heiß ist,
haben wir halt auch sehr hohen Strombedarf, weil wir einmal kühlen müssen.
Natürlich aber, wer schon mal im Dullnerfeld war, erkennt es,
also von September bis in Februar meistens ist da Nebel und keine Sonne.
Das heißt, das ist dann eher ein bisschen eine zare Jahreszeit.
Was für uns voll spannend wäre, wäre zum Beispiel Windenergie.
Also wenn man wirklich sagt, man hätte ein Windrad, das man aufstellen könnte.
Weil wir haben dann schon so eine Machbarkeitsstudie machen lassen.
Vom Windertrag her würde es sich ausgehen, dass man es betreibt.
Das Problem ist ein bisschen da die Regularien.
Also man muss schon sagen, wir sind in einer Region, die aktuell vom Land nicht
als Windnutzungszone gewidmet ist. Da müsste man quasi mal ein Umwidmungsverfahren
beim Land anstreben, was extrem schwierig ist, weil du dann irgendwie alle möglichen
Nachbarrechte und so weiter einhalten musst.
Und du musst außerdem 1200 Meter zur nächsten Bebauungsgrenze einhalten.
Das wird theoretisch nur funktionieren.
Aber eben solange das Land nicht sagt, das ist okay, dann werden wir halt keine
Chance haben. Und das ist halt ein bisschen schade, weil eben wir reden immer
von Energiewende und so weiter.
Aber dann, wenn man halt irgendwo in der Nähe vom eigenen Wohnen oder der Windrad
stehen hat, dann werden wir alle nervös. Das wird halt auch langfristig nicht funktionieren.
Und da wäre sicher noch ein großer Hebel, wo man sagen könnte,
wir könnten wirklich dann Energie produzieren, könnten die speichern,
könnten die eben auch dann in den Zeiten, wo wir halt einen Überschuss haben,
vielleicht speichern und nachher verwenden.
Also da würde ich schon noch ein Potenzial sehen.
Aber aktuell eben schwierig. Weil eigentlich immer der Wind geht oder sehr oft der Wind geht,
Was man als Radfahrer.
Quasi Leitfall immer
Wieder fahren darf.
Da war ich noch eine Frage?
Ja, und zwar zu den Verpackungsmaterialien. Seht ihr da eine Chance sozusagen,
dass jetzt dieser Push kommt, dass wirklich alles aus Papier besteht oder meinst
du, dass es eher so eine kurze Disruption der Lieferkette ist und in drei,
vier Monaten spricht eigentlich niemand mehr drüber?
Das Problem, das wir ein bisschen haben, ist, wir haben ein Produkt,
das sehr nass ist, also quasi Feuchtigkeit abgibt und gleichzeitig sehr stark
auf Sauerstoff reagiert.
Das heißt, wir müssen wirklich schauen, dass wir den Sauerstoff möglichst vom
Produkt fernhalten, damit wir eben diese Haltbarkeiten erfüllen, die wir angeben.
Das wirst du beim Papier nie in dem Maß haben. Also du wirst immer einen gewissen
Kunststoffanteil haben, damit du eben diese Sauerstoffbarriere erfüllen kannst.
Also da sind wir leider gebunden. Da gibt es sicher trockene Produkte,
die eher mit Papier arbeiten können.
Das heißt, wir sind ein bisschen auf den Kunststoff angewiesen.
Es gibt dann diese Verbundfolie, wo du wirklich sagst, du hast eine Mischung
aus Papier und Kunststoff, wobei die aktuell von der Trennung und von der Wiederverwertung.
Noch relativ schwierig sind.
Also wir setzen es wirklich zum Beispiel eben bis bei der Packung,
ist auf wiederverwertbares Plastik, also das ist in dem Fall Polyethylen,
das halt wirklich dann komplett recycelt werden kann.
Wir haben da im Jahr 2021 glaube ich damit angefangen umzustellen,
waren da auch die Ersten, auch mit dem Wissen, dass man eigentlich einen Großteil
der Verwertungsanlagen das noch nicht sortieren kann.
Mittlerweile hat sich das gebessert, also da gibt es jetzt schon Anlagen,
die das automatisch auch rausfiltern können.
Und das ist aber jetzt aus unserem Standpunkt mit der Anforderung,
die unser Produkt hat, das am ehesten Sinnvolle aktuell, muss man sagen.
Also wir schauen natürlich immer, es gibt Weiterentwicklungen und arbeiten auch
mit den Verpackungsherstellern zusammen, aber aktuell setzen wir da einfach
auf recycelbares Plastik.
Ich glaube, was wir heute sehen können, also in dem Gespräch,
ich muss jetzt langsam zum Ende kommen, damit wir da noch recht dick rauskommen
und keine auf den Deckel kriegen dann.
Ich kriege einen auf den Deckel, wie erinnert.
Wie umfangreich das Thema ist oder welche Themen? Verpackung,
die Energie, Fleisch, Tierwohl, Veränderungen der Branche,
also die Themenvielfalt, was wir da jetzt am Tisch gehabt haben,
ich habe es am Anfang ein bisschen vorweggenommen, wenn man da reinschaut,
das ist wirklich faszinierend.
Überfordert die das teilweise, weil man sich einfach wirklich mit so vielen
Themen auseinandersetzen muss?
Die eine Frage, letzte Frage dann, wo glaubst du, dass du in zehn Jahren stehen
wirst mit dem Unternehmen danach?
Okay, die erste Frage, überfordert es mich? Es fordert natürlich,
aber aktuell ist es noch keine Überforderung.
Es sind natürlich extrem viele Entwicklungen, die sich da tun und ich sage einmal,
über das, was wir jetzt gesprochen haben, über Tierwohl, über Verpackung und
so weiter, das ist das Kerngeschäft. Also das macht es halt im Alltag und das
ist relativ eh das Gewohnte, sage ich mal.
Was eher herausfordernd ist, sind halt verschiedene Entwicklungen,
die halt so auf dich hereinprasseln.
Also man sieht es eben gerade auf der Unionsebene, da tut sich sehr viel,
was verschiedene Regularen anbelangt.
Wir haben jetzt zum Beispiel wieder die Emco-Richtlinie, also die Empowering-Consumers-Richtlinie,
die halt dann wieder auch ins Marketing reingeht, die halt auch wieder ansetzt
an so quasi Nachhaltigkeitsaussagen und ob die in Zukunft noch zulässig sind.
Da wird halt sehr viel passieren.
Wir dürfen zum Beispiel dann dieses Logo nicht mehr verwenden durch diese Richtlinie,
weil das ja irgendwie vermittelt, dass da irgendein Nachhaltigkeitsbezug besteht
und der darf aber nur weiter gegeben sein, wenn das von einer staatlichen Stelle
zertifiziert worden ist. Also da tut sich sehr viel.
Du hast keine eigenen Logos mehr.
Genau, wenn die Farbe grün dann enthalten ist, dann könnte man ja einen Nachhaltigkeitsbezug
herstellen und so in dem Ausmaß beschäftigen wir uns halt. Was halt auch weh tut.
Umso uns hab's die grünen auch nicht genommen, oder?
Muss man auch so sagen. Erwischt. Nein, aber auch zum Beispiel Und man sieht
jetzt diesen Button da oben.
Das ist in dem Fall ein Hinweis auf unsere Studie, die wir gemacht haben für
dieses Regional Optimal Projekt, weil wir wirklich gesagt haben,
okay, wir haben einfach das regionale Futtermittel und wollen jetzt wirklich
dann auch ausloben, was das für einen Impact hat.
Und haben wir dann das Ganze vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau auch berechnen lassen.
Da ist dann herausgekommen, dass wir eigentlich bis zu 45 Prozent weniger CO2-Footprint
haben als eben normales konventionelles Schweinefleisch, das mit über sich Soja gefüttert worden wäre.
Haben gesagt, okay, das ist cool, das ist eine griffige Marketing-Aussage,
die hauen wir jetzt aufs Backel drauf.
Haben das dann auch mit diesem Button gemacht, mit einem QR-Code,
wo die Studie auch verlinkt ist, die kann man wirklich dann nachlesen.
Das ist eben in Zukunft auch nicht mehr erlaubt, weil man sagt,
okay, das habt ihr jetzt selber designt, das muss aber von einer zertifizierten
öffentlichen Stelle sein, das Logo oder dieses Siegel, deswegen müssen wir uns
da auch wieder was einfallen lassen.
Das ist halt die eine Entwicklung, die halt irgendwie so neben dem Tagesgeschäft passieren muss.
Dann hast du andere Themen wie eine Entwaldungsverordnung, die halt sehr viel
Ressourcen wieder bindet, wobei es jetzt eh wieder verschoben worden ist.
Und es ist einfach, ich glaube, diese Anforderungen ans Unternehmen allgemein,
die werden halt immer höher und die binden halt immer mehr Ressourcen.
Und von dem her ist das Kerngeschäft so eher entspannt, sage ich mal.
Also es ist einfach so das Drumherum, was halt immer mehr und lauter wird.
Die Bürotatik wird eh immer wieder... Ja, muss man schon sagen. Keine Frage.
Also wir sind sicher sehr große EU-Verfechter auch, Aber es ist vom Ansatz her
eigentlich alles grundvernünftig, muss man sagen.
Also es hat schon Sinn, warum man sich damit beschäftigt, warum man jetzt sagt,
okay, diese PPWR zum Beispiel, die sich mit Verpackungen beschäftigt,
es geht darum, Verpackungsmüll zu reduzieren.
Und dass das alles halt eigentlich in unserer Gesellschaft notwendig ist,
wie man sieht, das steht eh nicht zur Debatte.
Nur halt eben die Umsetzung ist dann teilweise fragwürdig. Man veröffentlicht
halt irgendwelche Regulare und sagt, bis dahin sind sie umzusetzen.
Es gibt aber zum Beispiel in der Stadt noch nicht einmal irgendeine Richtlinie
oder eine Regel dazu, sondern man tappt ein bisschen im Dunkeln.
Das ist einfach ein bisschen schwierig.
Da könnte man vielleicht auch ein bisschen reffsicherer werden.
Ich glaube, das ist ein Thema, ich glaube, wir haben ein paar Themen noch offen.
Also für alle, die jetzt zuhören und sagen, mein Thema ist jetzt nicht gekommen
oder meine Frage ist nicht gestellt worden.
Ja, wissen wir, es gab einfach genug. Ich glaube, wir werden die offenen Fragen
zumindest mal noch in einer eigenen Episode vielleicht dann nochmal wieder im
Studio abhandeln, weil ich glaube, es gibt zu dem Thema sehr,
sehr viel zu sagen und zu fragen.
Ich würde jetzt gerne zum Ende kommen, indem ich mich einfach bei dir nochmal
bedanke. Lieber Thomas, danke für deine Zeit.
Für deine Zeit und deine Einblicke und die Aspekte, ich habe vorher schon gewusst,
dass du das uns alles geben wirst.
Euch da draußen, die was zuhören, mehr Infos zu dem Thema, zum Gast,
zu den früheren Folgen, die wir gemacht haben, die findet ihr wie immer in den Shownotes.
Ich würde mich gerne bei euch bedanken für die rege Diskussion heute,
für die sehr, sehr guten Fragen.
An dich nochmal vielen, vielen Dank und in diesem Sinne, du hast Redenkommende
Leute Und bis zum nächsten Möhnung, an dich noch mal Applaus.
Thomas
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