BauertothePeople (B2P)

Wilhelm Geiger

B2P-Live "Ackerdemics Edition" - Marktgärtnerei: Zukunft auf 8000 m² – Alfred Grand

Warum kleine Flächen, Handarbeit und Direktvermarktung die Lebensmittelproduktion verändern könnten.

26.04.2026 125 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Marktgärtnerei: 70 Gemüsekulturen auf weniger als einem Hektar, in Handarbeit, ohne Traktor, ohne Pestizide und direkt an die Kundschaft in der Region. Alfred Grand erklärt, warum das funktioniert.

Alfred Grand bewirtschaftet die Grand Farm in Absdorf, Österreichs ersten Forschungs- und Demonstrationsbauernhof. Auf rund 90 Hektar betreibt er bio-regenerativen Ackerbau, auf einem kleinen Teil davon den Grand Garten, eine Marktgärtnerei, die zeigt, was auf kleinen Flächen möglich ist. Ich habe ihn vor Studierenden an der WU Wien getroffen, im Rahmen der Lehrveranstaltung "Zukunftsfähiges Wirtschaften". Passender hätte das Thema nicht sein können.

Was mich an diesem Gespräch beeindruckt hat: Alfred denkt Landwirtschaft konsequent vom Boden her. Wer versteht, warum ein gesunder Boden Wasser hält, warum Regenwürmer dafür sorgen, dass im Schwarzen Meer weniger Fische sterben und warum ein System, das bei Blackout weiter produzieren kann, mehr ist als eine nette Idee, der versteht auch, warum Marktgärtnerei gerade so an Dynamik gewinnt. In Österreich gibt es inzwischen rund 200 solcher Betriebe, Tendenz steigend, viele davon gegründet von Quereinsteigern mit akademischem Hintergrund.

Wir sprechen über den Unterschied zwischen bio, konventionell und regenerativ und warum es dafür keine einheitliche Definition gibt. Über die Geschichte der Marktgärtnerei, die von den Pariser Pferdemist-Gärtnereien über Eliot Coleman und Jean-Martin Fortier bis nach Absdorf führt. Über Vermarktung, Kistl-Abos und die Frage, ob man davon leben kann. Über die Taskforce Marktgärtnerei, die Rahmenbedingungen schaffen will, wo es bisher keine gibt. Und über die ROC-Zertifizierung, den weltweit höchsten Bio-Standard.

Viel Freude beim Reinhören!

00:00:00 Los gehts
Live an der WU Wien: Willy stellt Alfred Grand und das Format vor
00:03:17 Der Weg zur Landwirtschaft
Alfreds Familie, der Weinbau und die Entscheidung für die Regenwürmer
00:09:19 Warum Regenwürmer unterschätzt werden
Vom Kindergartenwissen zur Grünen Revolution und ihren Folgen
00:13:51 Bio, konventionell, regenerativ
Was die Begriffe bedeuten und warum es keine einheitliche Definition gibt
00:22:21 Sustainable reicht nicht mehr
Warum Gleichbleiben zu wenig ist und Regenerieren nötig wird
00:27:09 Was Marktgärtnerei ausmacht
Biointensiver Gemüseanbau, SDGs und ein blackout-sicheres System
00:39:36 Wer macht das und lohnt es sich?
Betriebswirtschaft, Startkapital und das Profil der Marktgärtner
00:50:04 Fehler, Lernkurve, Bodenaufbau
Kaltstart ins kalte Wasser und warum gesunder Boden alles entscheidet
00:56:21 Beete statt Traktorspuren
Warum sich bei der Marktgärtnerei die Natur nicht der Maschine anpasst
01:07:00 Marktgärtnerei vs. Gärtnerei
Die Begriffsdebatte und der Unterschied zum Market Gardening
01:14:01 Vermarktung: Kistl, Gastro, Markt
Drei Vertriebswege, Wintergemüse und ganzjährige Produktion
01:45:00 Taskforce und Rahmenbedingungen
Warum Marktgärtnereien Förderstrukturen und Ausbildung brauchen
01:53:18 ROC-Zertifizierung und Ausblick
Regenerative Organic Certified, Resilienz und die letzte Frage

Kurz-Bio Gast:
Alfred Grand ist Bio-Landwirt, Regenwurmexperte und Gründer der Grand Farm in Absdorf, Niederösterreich, Österreichs erstem Forschungs- und Demonstrationsbauernhof. Er betreibt auf rund 90 Hektar bio-regenerativen Ackerbau und mit dem Grand Garten eine der ersten Marktgärtnereien Europas mit ROC-Zertifizierung. 2025 wurde er als einer von Europas Top 50 Farmers ausgezeichnet.

INFOS ZUR FOLGE
Grand Garten Website
www.grandgarten.at
Grand Garten auf Instagram
www.instagram.com/grandgarten
Grand Garten auf Facebook
www.facebook.com/grandgarten
Alfred Grand auf YouTube
www.youtube.com/@AlfredGrandFarm
Alfred Grand auf Linkedin
www.linkedin.com/in/alfred-grand-vermigrand
B2P055 Alfred Grand (Grand Farm) – Visionär mit Bodenhaftung
www.bauertothepeople.at/podcast/67
Verein Marktgärtnerei Österreich
www.marktgaertnerei.at


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Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen 😊
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!

Transkript

Essen, Menschen, Landwirtschaft. Heute machen wir einen Live-Podcast im Live-Podcast. Von für Miet und Tour.
Alfred
00:00:06
Bauer to the People.
Willy
00:00:07
Was, wer? Und? Und alle und alles dazwischen und rundherum. Los geht's.
Alfred
00:00:13
Bauer to the People.
Willy
00:00:15
Grüß euch und willkommen bei einer neuen Ausgabe des Bauer to the People Podcast hier an der WU Wien im Ackerdemics Live Spezialformat. Neben mir, da sitzt der Alfred Grant, der ist, du musst das aushalten, Regenwurmflüsterer, hast du natürlich noch nie gehört, gell? A.k.a. Regenwurmexperte. Du bist Landwirt, das ist ein bisschen eine Aufzählung jetzt. Du bist Market Gardening Spezialist, deswegen bist du...
Alfred
00:00:41
Marktgärtnerei.
Willy
00:00:42
Oder Marktgärtnerei, den Unterschied erklären wir dann noch. Du bist aber auch EU-Projektspezialist, landwirtschaftlicher Forschungskoordinator, wenn man so will, mit der Grant Farm, mit dem Forschungs- und Demonstrationsbauernhof. Und du bist letztes Jahr zu einem von Europas 50 Top Farmers gewählt worden und noch vieles mehr. Ich würde sagen, erst einmal danke, dass du gekommen bist und schön, dass du da bist.
Alfred
00:01:07
Danke.
Willy
00:01:10
So, jetzt hat man auch gehört, wenn man nicht auf YouTube zuschaut, dass da auch wirklich Leute im Raum sitzen. Und zwar sitzen für uns die guten Gründe, warum wir heute überhaupt da sind. 30 Studentinnen und Studenten ganz am Anfang von ihrem Wirtschaftsstudium im Rahmen der Lehrveranstaltung Zukunftsfähiges Wirtschaften. Da passt vielleicht das Thema heute auch ganz gut dazu, würde ich meinen. Die Idee dahinter, hinter diesem Format Einblicke geben in die unterschiedlichsten Bereiche von Wirtschaft, Landwirtschaft und Gesellschaft und vor allem Lust machen aufs Nachdenken zum einen und heute überhaupt aufs Fragen stellen. Und der Alfred, der war vor Ewigkeiten, inzwischen sind es schon Ewigkeiten, schon einmal zu Gast bei uns im Bauer to the People Podcast. Den Link dazu findet man dann auch in den Show Notes. Ja, wir diskutieren heute nicht alles, was dich betrifft, Alfred, was du so machst. Dann sitzen wir im Wintersemester wahrscheinlich dann auch noch da, Sondern wir geben jetzt ein bisschen Kontext zu dem, was du machst, wer du bist. Und dann steigen wir in das Thema Marktgärtnerei ein. Klären dann auch, was der Unterschied zum Market Gardening ist. Habe ich gleich richtig gemacht. Und eure Fragen und Perspektiven, die sind dann nicht nur erlaubt hier, sondern mit Hilfe unseres wunderschönen Mikrofonwürfels auch sehr, sehr erwünscht. So, jetzt habe ich noch geredet, glaube ich. Jetzt ist es gescheiter, jetzt stehe ich mal Fragen. Alfred, grüß dich. Danke, dass du Zeit genommen hast. Danke für die Einladung. Erklär uns einmal ein bisschen, wie du überhaupt, wer du bist und wie du zur Landwirtschaft gekommen bist. Und du hast es gerne ein bisschen ausholen. Und ich erinnere mich an eine Erzählung von einem Herrn Paradeiser, der da sehr, sehr wichtig war.
Alfred
00:02:44
Okay, ja stimmt. Wir schauen auf die Uhr. Nein, der ist nicht schuld, dass ich zur Landwirtschaft gekommen bin. Landwirtschaft ist, ich bin hineingeboren in eine Landwirtschaft. Das ist auch einer der wenigen Wege, wie man Bauer werden kann. Also es gibt entweder, man kommt aus einer Landwirtschaft, man heiratet eine, das ist eine Möglichkeit, oder man macht einen Lotto-Sexer und kauft sich eine Landwirtschaft. Ihr als WU-Studenten werdet es da wahrscheinlich sagen, wenn ein Lotto-Sexer macht, investiert es sicher nicht in eine Landwirtschaft. Das ist kommerziell betrachtet auch sehr vernünftig, Weil dann viel Geld ausgeben. Und ja, dieses Return of Investment wird es wahrscheinlich nicht sehr profitabel sein.
Willy
00:03:26
Was war das für eine Landwirtschaft, wie bist du zu deiner Landwirtschaft gekommen?
Alfred
00:03:30
Meine Eltern und meine Vorfahren quasi bewirtschaften in Absdorf einen Bauernhof, oder die Generationen davor haben schon einen Bauernhof bewirtschaftet. Das erste Mal erwähnt wurde der Name Grant 1600 irgendwas im Taufbuch. Mein Großvater hat da mal ein bisschen recherchiert. Und nachdem damals quasi alle Bauern waren, nehmen wir an, dass wir diese Tradition aufrechterhalten haben. Wir bewirtschaften ca. 90 Hektar, teils Eigenflächen, teils Pachtflächen, d.h. Flächen, die jemandem anderen gehören, die wir quasi anmieten. Und wir hatten einen Fokus auf Weinbau, meine Mutter wollte immer Wirtin werden und wir haben dann ein heurigen Restaurant betrieben, zwölf Jahre lang, auch sehr erfolgreich eigentlich, war sehr cool. Nur, wie meine Mutter dann in Pension gegangen ist, hat sie geglaubt, entweder ich oder meine Schwestern übernehmen diesen Betrieb, wollte aber niemand, weil Wochenende und Abend ist nicht so attraktiv. Und wir haben damals wirklich zwischen 80 und 100 Stunden in der Woche gearbeitet, Weil wir eben die Landwirtschaft von Montag bis Samstag betrieben haben und von Donnerstag bis Sonntag haben wir den heurigen und das Restaurant gemacht. Das ist zehn Jahre im August. Als Junge geht das irgendwie, aber irgendwann mag man nicht mehr. Und ich habe dann beschlossen, wie ich den Betrieb übernommen habe, den Weinbau stillzulegen. Das waren eh nur 3,5 Hektar. Ich hätte dann investieren müssen. Einerseits hätte ich die Flächen ausweiten müssen, ich hätte in Kellereitechnik investieren müssen. Und nachdem das Restaurant quasi weg war, hätte ich natürlich in die Vermarktung investieren müssen. Und damals war die Frage, entweder Wurmkompostierung oder Weinbau. Und ich war einer von 20.000 Weinbauern in Österreich.
Willy
00:05:21
Red Ocean quasi, also in der viel Mitbewerb ist.
Alfred
00:05:25
Und der einzige Regenwurmkompostierer von ganz Europa, glaube ich, In dem Zeitpunkt habe ich gesagt, okay, wo ist das Potenzial größer und habe mich dann für die Regenwürmer entschieden. Das hat auch mehr Spaß gemacht.
Willy
00:05:37
Das ist im Prinzip das Stichwort schon aufgelegt, oder? Die Regenwürmer. Das ist ja etwas, für das du auch außerhalb der Marktgärtnerei grundsätzlich als erstes bekannt worden bist und wo du dich spezialisiert hast. Wie kommt man auf Regenwürmer?
Alfred
00:05:52
Genau, also das war, ich habe ja dann natürlich mit der Idee, den Weinbauer weiterzuentwickeln, bin ich in Retz in die Weinbauschule gegangen, als eine Fachschule. Also ich habe es zuerst probiert in Klosterneiburg, das war nicht so erfolgreich, bin dann im zweiten Jahrgang, Klosterneiburg ist ja mit Maturaabschluss, bin dort im zweiten Jahrgang mit sechs Fleck hängen geblieben und meine Eltern haben gesagt, naja, muss ich das halt nochmal probieren. Ich habe dann im zweiten Anlauf… Du hast halt Punkte maximiert quasi. Ja, genau, das ist total super. Ich habe das dann nochmal gemacht, aber wie, dass ich das Pflege habe. Und dann bin ich natürlich quasi ausgeschlossen worden aus diesem Schulzyklussystem. Und meine Eltern haben mich dann nach Retz in die Wernbachschule geschickt. Das ist eben Fachschulniveau, also ein bisschen niedrigeres Niveau. Und ich war damals Motorradfreak. Und das Einzige, was mich interessiert hat, war Motorrad. Und um mich zu motivieren, haben sie gesagt, wenn du lauter anser kriegst in dieser Schule, im nächsten Jahr, dann kriegst du Motorrad. Ich bin natürlich dann Motorrad gefahren im Sommer, das war wirklich cool, ich bin von Sexpflege auf lauter Ansage geswitcht. Aber die Schule war natürlich viel einfacher, viel praxisbezogener. Und dort haben wir dann Kompostierung gelernt in der Schule, im Landtechnik-Praxis-Unterricht, weil damals die Niederösterreich Landesregierung neben Papier, Glas und Metall auch die organischen Reste quasi von der Bevölkerung sammeln wollte. Und die Idee war, dass das die Bauern dezentral kompostieren sollen. Also deswegen der Auftrag, lernst du den an Burm und Maron kompostieren. Und es muss etwas schneller werden, weil sonst dauert es wirklich vier Stunden. So viel Zeit haben wir gar nicht. Das war dann... Die Zeit, wo das Internet begonnen hat, also es war wirklich noch die echten Anfänge. Und ich war damals schon sehr computeraffin und habe mir gesagt, es hat fasziniert, irgendwie so weltweit irgendwo Daten abzuholen. Und ich habe dann reingeklopft, also Kompost, Komposting, und wenn mich das interessiert hat, wenn mir das gehaugt hat, die Kompostierung, und bin immer wieder auf das Thema Wärme-Kompost gestoßen. Wärme ist Lateinisch für Wurm und Kompost ist Regenwurm-Kompostierung. Kompostierung mit Hilfe von Regenwürmern und habe mich dann dafür begeistert, war dann zehn Tage in Kalifornien, habe mir dort Regenwurmfarmen angeschaut und unter anderem auch auf der Universität Berkeley in Kalifornien gab es schon die ersten Forschungsprojekte zum Thema Wurmkompostierung und das hat mich dann eigentlich so fasziniert, mich dem Thema Forschung zu widmen. Die Erkenntnis, dass ich da jetzt mit jemandem reden kann in Berkeley, der der absolute Spezialist und quasi der weltweit führende Regenwurmkompostierungsexperte ist, was natürlich auch Nische, Nische, Nische ist, aber trotzdem war er der Leading Guy quasi in dem Bereich und das hat mir total taugt. Ich bin zurückgekommen nach Österreich, bin zur BOKU gelaufen und habe dort die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bussariert mit Fragen, Institut für Zoologie über Regenwürmer, Institut für Bodenforschung über Boden und die ganzen Erkenntnisse und habe dann dort offene Ohren aufgefunden quasi und wir haben relativ schnell dann Forschung gemacht, weil die auch interessiert waren an unseren Erfahrungen. Also wir waren interessiert an deren Basic Know-how und sie waren interessiert an den Erfahrungen, die wir machen. Und so bin ich eigentlich in die Wissenschaft oder in die Forschungsgeschichte hineingestimmt.
Willy
00:09:19
Immer wenn man so eine Handvoll Erden sieht, in so Demonstrationsfotos, wo man es herzeugen will, sind ganz oft Regenwärme drin. Vor allem einem gesunden Boden sagt man oft, da sind dann im Foto auch noch Regenwärme zu sehen. Warum hat das so lange gedauert? Warum warst du der Erste und doch schon in einer fortgeschrittenen Zeit, in der Landwirtschaft machen wir schon eine Zeit in Österreich, warum hat das so lange gedauert, bis man draufkommt, dass das irgendwie zusammenpasst und dass man damit auch Geld verdienen kann, dass das einen Sinn macht.
Alfred
00:09:46
Naja, das ist ein Foto, jedes Kindergartenkind weiß, dass der Regenwurm gut ist. Also das lernst du schon im Kindergarten und da wird schon herumgebastelt und nur, da ist halt das niedlich und lieb und ja, nett, aber wenn du dann quasi in die professionelle Landwirtschaft gehst, dann ist es ja, Regenwurm ist lächerlich, aber pst, gehen wir, wir müssen Vollgas geben. Das heißt, die Entwicklung in der Landwirtschaft speziell dann ab den 50er Jahren mit der grünen, sogenannten grünen Revolution, wo man dann begonnen hat, wirklich massiv in Mineraldünger zu investieren, in Technik, größere Maschinen, effizientere Produktion und so weiter. Also alles das, was ihr lernen werdet in Richtung Effizienz und Steigerung der Produktivität, um eben dann auch günstig anbieten zu können oder um große Mengen anbieten zu können. Das hat dazu geführt, dass man auch die Bevölkerung, die wir heute haben am Planeten, auch ernähren können. Also erst durch diese anbieten großer Nahrungsmengen war es auch möglich, viele Menschen zu ernähren. Und nur hat man wirklich nur fokussiert eben auf diese Menge, quasi Kalorien gezählt und gesagt, je mehr Kalorien, was man produzieren kann, umso mehr Menschen kann man ernähren. Je billiger, was man das machen kann, umso mehr können sich Menschen auch andere Sachen leisten. Eine Urlaubsreise, einen Fernseher oder Konsumgüter. Und deswegen hat man immer geschaut, dass Nahrungsmittel auch sehr billig nur hat man dabei die Nebeneffekte komplett übersehen oder man wollte sie auch nicht sehen.
Willy
00:11:15
Der Boden war sozusagen gegeben, oder?
Alfred
00:11:17
Genau, der Boden war da und man hat den halt fast, kann man sagen, ausgebeutet. Und das Problem ist, dass der Boden In dem Fall ist es fast ein Problem, dass der Boden sehr resilient ist, das heißt der Boden kann sich wieder da fangen und den Boden zu zerstören dauert schon ein Randl, also wenn du es nicht mit Gewalt machst, und dadurch hat man das dann gar nicht so gemerkt, dass die Bodenqualität eigentlich immer schlechter wird, da muss man wirklich als Generationen zurückgehen, wenn man sagt, man redet mit dem Großvater, der sagt, naja, Wundert mich schon, Weil wir haben damals, ist das alles viel einfacher gegangen und viel leichter gegangen, wie heute den Aufwand, den man heute betreiben muss, um hohe Erträge zu haben. Und man hat dabei natürlich auch komplett übersehen, dass man damit das Wasser verschmutzt, dass man damit die Luft verschmutzt, dass man damit Kohlenstoff abbaut, den Klimawandel antreibt, dass man die Artenvielfalt komplett zerstört durch die industrialisierte Landwirtschaft. Und jetzt langsam, langsam, langsam. Kommt man wieder ein bisschen mehr zurück. Im Augenblick sind es halt eher so Pionierbetriebe, so Spinner halt, die halt irgendwie auf dem Bereich draufsetzen. Und die Wissenschaft natürlich auch, aber halt quasi in der breiten Bevölkerung oder in der breiten Community der Landwirtschaft ist das noch nicht so stark angekommen, die sogenannte Nature-Based Solutions. Das heißt, naturbasierte Lösungen, die man jetzt draufkommt und sagt, naja, das hat sich eigentlich über 100 Millionen Jahr bewährt, warum greift man nicht wieder zu dem zurück und versucht sich dessen diese Systeme anzuwenden.
Willy
00:12:54
Da haben wir jetzt dann eh zwei Begriffe, die ich mal aufgeschrieben habe, der Josef Holzer hat in einem Podcast einmal gesagt, das ist das, was du jetzt auch beschrieben hast, du kannst viele Jahre zu deinem Boden richtig bessern und du wirst es nicht merken. Also das ist diese schleichende Veränderung, die wir nicht mitkriegen, weil im Prinzip der Boden bis er dann weg ist oder bis er wirklich nicht mehr ertragsfähig ist, im Prinzip immer seinen Ertrag liefert. Geil, was du machst damit. Begriffe, die in dem Kontext, die müssen wir vielleicht klären. Also ich führe hin zum Thema Marktgärtenrei für alle, die was fragen, wie wir da jetzt zu dem Thema kommen, über den Boden, weil ich glaube, ohne Boden einfach generell nicht viel Lebensmittel in der Welt. Es gibt die Begriffe konventionelle Landwirtschaft, der ist ein breiter, diffuser Begriff, dann gibt es die biologische Landwirtschaft, dann gibt es die regenerative Landwirtschaft. Wo bist du mit dem, was du tust daheim und kannst du diese Begriffe so einfach mal einfach auch beschreiben, für was oder auch die Unterschiede ist zwischen speziell zwischen Bier und Regenerativ?
Alfred
00:13:51
Naja, Das ist durchaus nicht so einfach, weil es gibt keine Definition für regenerative Landwirtschaft. Also sagen wir so, es gibt x Definitionen. Jeder Grammer lobt sein Wort. Also jeder Krämer, jeder Händler lobt seine Produkte. Und genauso ist es auch beim Thema regenerative. Also die Biolandwirte sagen, es darf auf keinen Fall Pestizide drinnen sein und Mineraltünger. Die konventionellen sagen, es darf auf jeden Fall der Boden nicht umgedraht werden. Ja, weil das ist wieder ein Thema in der Biolandwirtschaft, wo ich sage, also Pflügenackern. Dadurch, dass man eben keine zum Beispiel Unkrautvernichtungsmittel verwenden darf in der Biolandwirtschaft, muss ich das mechanisch machen. Killen. Das Umgraut schneit es einfach ab. Das heißt, je nachdem, wen man frägt, ist die Definition für regenerative Landwirtschaft eine andere. Das ist ganz anders als in der Biolandwirtschaft, weil in der Biolandwirtschaft gibt es nicht nur Definition, sondern es gibt ein Gesetz. Es gibt eine EU-Bio-Verordnung, die ganz, ganz, ganz genau, aber sehr, sehr, sehr genau, vorschreibt, das ist erlaubt, das ist nicht erlaubt, das ist erlaubt, das ist nicht erlaubt. Das heißt, du brauchst in Wahrheit gar keine Definition, weil dieses Gesetz eh so überragend ist. Und das ist schon mal ein Riesenunterschied. Rede von einem System, das gesetzlich definiert ist, wo es dann noch Top-Upgrades gibt, wo man dann sagt, ich arbeite nicht nur nach der EU-Bio-Verordnung, sondern so wie wir, wir arbeiten auch nach der Bio-Austria-Verordnung. Das ist noch einmal ein österreichischer Verein, der sagt, wir sind noch besser.
Willy
00:15:27
Also wir bauen auf auf Bio, aber es gehen darüber hinaus.
Alfred
00:15:30
Aber wir gehen darüber hinaus, noch strengere Regeln, noch tierfreundlicher, noch sozialverträglicher, noch weniger Einsatz von irgendwelchen Mittelchen, Betriebsmitteln. Und wenn man jetzt sagt, okay, regenerativ, da gibt es diese große Diskussion zwischen regenerativ und bio. Wir sagen, wir sind bio und regenerativ, weil wir halt glauben, dass regenerativ als bio schon mal alles Bedingung hat. Und konventionelle Betriebe, also Betriebe, die quasi nur nach den gesetzlichen Vorgaben für Landbewirtschaftung vorgehen. Da kann ich auch nicht tun, was ich will, sondern da muss ich auch sagen, okay, es gibt in Österreich Umweltgesetze, da kann ich nicht sagen, soll jetzt der Strahle 300 Kilo Stickstoff tun hin, damit meine Pflanzen gut wachsen, sondern da gibt es Regeln, die sagen, nein, aufgrund der Wasserwahrung, Schutzverordnung oder aufgrund des Grundwassers, das da beeinträchtigt werden könnte, gibt es einfach andere Regeln an, an die sich quasi jeder Bauer halten muss, aber an die Bioregeln muss sich natürlich nur der Biobauer halten. Und diese konventionelle Landwirtschaft, die nicht nach den Bioregeln arbeitet, die kann aber jetzt zum Beispiel sagen, okay, wir sind trotzdem regenerativ, wir haben unsere eigene Definition von regenerativ und wir machen dann zum Beispiel keine Bodenbearbeitung. Und wir machen dann alles in Direktsaat, das heißt der Boden wird nicht gepflügt, sondern es wird der Saatgut direkt hineingeschlitzt in den Boden. Da wird wirklich nur so eine Saatrille aufgemacht, das ist ein paar Zentimeter, da wird das Saat gut drin versteckt und dann wird die wieder verschlossen. Das Unkraut, das dann aufwächst, wird mit Herbiziden, also mit Pflanzenschutzmitteln, die das Unkraut bekämpfen, gespritzt und nur meine Kulturpflanzen quasi wachsen dann auf. Also da gibt es für jede Kulturpflanze eigene Mittelchen. Und da steckt natürlich eine riesen Industrie dahinter und riesige Produktionsanlagen und Milliarden umsetzen.
Willy
00:17:31
Das ist, glaube ich, fürs Verständnis, weil wir müssen schauen, dass wir auf einem Level sind, wo man dann quasi die Grunddinge mal erklärt, auch, jetzt haben wir wieder einander, fürs Grundverständnis. Entweder man kann dieses Unkraut mit Herbiziden, Chemie, mit Chemie kaputt machen, also dass es nicht aufkommt, dass es einfach, warum will man vermeiden, dass Unkraut aufkommt, weil es einfach den Nährstoff für den Platz, für die Kultur, die eigentlich wachsen sollte, wegnimmt.
Alfred
00:17:56
Genau, also Konkurrenz für Wasser, Weil natürlich das Unkraut oder das Beikraut, da gibt es auch wieder verschiedene, ob man es als Unkrautsicht sieht oder ob man es als Begleitpflanze sieht. Und im Konventionellen wird das eben über Herbizide gemacht, das heißt über Chemie. Und das hat halt auch einen Vorteil, dass es schneller geht, einfacher geht, pülliger ist. Hat aber den Nachteil, dass diese Pestizidrückstände zum Beispiel dann im Grundwasser zu finden sind, teilweise. Da kommt es natürlich auch darauf an, neue Mittel sind besser getestet als Mittel, die es vor 50 Jahren gegeben hat.
Willy
00:18:31
Also gibt es auch Fortschritte im positiven Sinne?
Alfred
00:18:33
Gibt es auch Fortschritte im positiven, aber zum Beispiel haben wir bei uns im Dünnerfeld immer noch Rückstände von Atrazin. Das ist ein Pflanzenschutzmittel, das im Maisanbau, also im Körner Maisanbau verwendet wurde, in den 80er Jahren verboten wurde. Sagen wir mal 1985 und das heißt, wie lang sind diese Wirkstoffe immer noch im Wasser nachweisbar. Da sieht man, wie lange die Wirkstoffe teilweise haltbar sind. Da hat man dann gemerkt, okay, das ist gar nicht so ohne das Mittel, das baut sich nicht ab im Boden, das findet man im Grundwasser wieder, dann verbieten wir es halt 1985 und jetzt, 40, 50 Jahre später, finden wir es immer noch. Und das ist natürlich etwas, wo ich sage, das ist nicht clever. Vor allem, wenn ich auf die nächsten Generationen denke. Das heißt, die Biobauern sagen, nein, das wollen wir nicht verwenden. Dafür machen wir das halt mechanisch.
Willy
00:19:30
Ich habe jetzt deswegen gefragt, das eine sind eben die Herbizide, wo man es machen kann mit den anderen Konsequenzen. Das andere, ich war in Brasilien bei einem Bauern, beim Karl Miller, die Folge kann man auch nachhören. Der hat 40.000 Hektar. Das ist ein Verhältnis, das ist glaube ich, 2-3% der gesamten österreichischen landwirtschaftlichen Fläche, der hat ja nur auf einem Betrieb und der hat auch regenerativ gearbeitet, also der hat wir die vor 50 Jahren angefangen haben, das waren Donausschwaben oder vor 70 Jahren, die haben seither den Boden aufgebaut. Der macht auch Direktsaat, also der pflügt nicht, weil die zweite Variante nur zum Kontext, damit man es versteht ist, wenn ich das Unkraut nicht so kaputt machen kann, dann grabe ich es in die Erden ein, mehr oder weniger durch Pflügen, macht damit aber glaube ich das Bodenleben wieder kaputt, oder?
Alfred
00:20:15
Ja klar, durch die mechanische Bearbeitung des Bodens, da kommt es jetzt natürlich darauf an, Pflügen ist 3 cm tief und komplett Umdraht. Das was wir machen, ist halt 3 bis 4 cm tief im Normalfall.
Willy
00:20:26
Ein wichtiger Unterschied, dass man es nicht verwechselt.
Alfred
00:20:28
Sehr seicht und sehr schonend versuchen, das zu machen, aber trotzdem, wir müssen in den Boden eingreifen, weil wir natürlich das Umdraht unterschneiden müssen, damit es angeschnitten wird. Das heißt, es wird mechanisch beseitigt, was natürlich ein Mehraufwand ist. Und jetzt kann man natürlich sagen, je nach Philosophie, will ich eher das eine haben oder will ich eher das andere haben? Was ist mir lieber? Ich bin halt ein Bio-Fan.
Willy
00:20:52
Ich habe nämlich gegoogelt, deswegen frage ich auch. Ich war ja, wie gesagt, in Brasilien um 40.000 Hektar. Regenerativ ist doch das Nachhaltige. Das steht doch irgendwie so stellvertretend für Nachhaltig. Jetzt war ich aber in Brasilien, wo alle sagen, ui, böse, der hat 40.000 Hektar und hat auch regenerativ gearbeitet, hat auf den Pflug verzichtet und hat dann gesagt, der kann Promis, den er machen muss. Entweder dreht er das auf, also mit Ackern, oder er fährt mit Herbizide drauf, also auch Glyphosat in dem Fall, und hat sich halt für das Glyphosal entschieden, hat aber geschafft, dass er über die Jahrzehnte den Boden aufbaut. Ich würde sagen, er würde auch gerne verzichten und er wartet ein bisschen auf dieses Precision Farming, wo man dann halt wirklich nur noch ganz gezielt das aufbringt. Da habe ich mir gedacht, eigentlich ist dann Bio und Regenerativ irgendwo so ein bisschen ein Widerspruch, weil er arbeitet dann erst wieder mit den Herbiziden. Was du dann machst, ist ja Bioregenerativ. Auf das will ich ja hin. Da habe ich erst gedacht, ist das nicht eigentlich ein Widerspruch, weil entweder Bio oder...
Alfred
00:21:49
Naja, der Begriff regenerativ kommt ja witzigerweise aus der Bio-Szene. Also es gibt das Rodel-Institut in Pennsylvania, in den USA, mit dem wir teilweise auch zusammenarbeiten oder schon zusammengearbeitet haben. Und der G.I. Rodel, der das gegründet hat, der hat gesagt, es gibt im Englischen den Begriff sustainable, das heißt, das kommt eigentlich nur aus dem Forstbereich, wo man sagt, wir wollen quasi die Qualität erhalten. Jetzt zum Beispiel im Forst. Wir wollen die Qualität des Waldes erhalten. Wenn ich jetzt Da mehr Holz rausnehme als Zucker wächst, dann wird natürlich... Der Forst, der Wald, in einen immer schlechteren Zustand kommen. Sustainable heißt, ich will diese Qualität erhalten. Das heißt, ich will nicht mehr entnehmen, als nachwachsend, um jetzt beim Forst zu bleiben. Und wir sind aber heute in einer Situation, wo, wenn man sich den Boden anschaut, wenn man sich das Wasser anschaut und so weiter, da genügt es nicht mehr, gleich zu bleiben. Sondern wir müssen wieder das aufbauen. Das heißt, wir müssen die Böden wieder aufbauen, um die Ernährung zu gewährleisten, um den Erhalt der Artenvielfalt zu gewährleisten, um den Beitrag zum Klimaschutz zu machen. Also all diese Herausforderungen, vor denen wir stehen, genügt es nicht, gleich zu bleiben.
Willy
00:23:06
Warum?
Alfred
00:23:07
Gleichscheiße ist schlecht. Das heißt, wir müssen wieder beginnen zu regenerieren. Und das ist eben der Begriff Regenerating. Regenerieren wieder aufbauen, während Sustain to Sustain heißt gleichbleiben. Also jeder hat über Sustainable Agriculture und Sustainable Society und was immer alles geredet. Aber dafür ist es zu spät. Das hätte man vor 70 Jahren machen müssen. Dann hätte man es vielleicht noch da blasen. Jetzt müssen wir wieder regenerieren. Und das eine ist natürlich jetzt der Boden. Aber wenn wir jetzt zum Beispiel über das Grundwasser reden oder über die Wasserqualität reden oder über die Wassersicherstellung und so weiter reden, dann bin ich halt mit dem Glyphosat, das ich dann das so intensiv angewendet wird mittlerweile weltweit, dass du es im Regenwasser finden kannst. Das heißt, selbst in Regenwasser, wenn du da rausgehst, kannst du Glyphosat spuren. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass heute die Analytikmethoden bis auf ein Molekül quasi runtergehen, weil die halt super beteiligt sind. Aber dieses Glyphosat wird so intensiv angewendet weltweit und da ist Brasilien natürlich, Argentinien, USA noch viel mehr dass du das in einem jeden Berg sehe, wo du sagst, du bist ja gar nicht gespritzt worden, aber trotzdem finde es, im Gletscher finde es, am Nordpol finde es. Und das ist halt dann mein Ding, wo ich sage, das ist vielleicht auch nicht so gut. Und dann musst du natürlich dadurch, dass der mechanisch nichts macht im Boden, In einem feuchten Gebiet, Wenn ich das mache, kriege ich ein Schneckenproblem, dann muss ich was gegen die Schnecken machen, halt auch wieder mit einem Pestizid, Das heißt, ich muss halt irgendwelche Tötungsgifte für die Schnecken ausbringen. In einem Trockengebiet kriege ich ein Mäuseproblem, wenn ich keine Bodenbearbeitung mache. Dann muss ich was gegen die Mäuse tun. Also das ist immer so...
Willy
00:24:56
Ist ein komplexes System, was du da machen kannst.
Alfred
00:24:58
Genau, ist ein komplexes System. Also es gibt da jetzt auch nicht schwarz und weiß. Und ich will auch nicht sagen, dass der jetzt nicht eine super Arbeit macht, weil er seinen Boden aufbaut. Aber man muss natürlich dann das größer denken als System. Und welche negativen Effekte habe ich dann?
Willy
00:25:12
Also in seinem Fall ist es ja, das haben wir auch wieder, das Thema haben wir gar nicht aufgeschrieben, aber er glaubt ein bisschen an die Technologie, also dass die Technologie das Problem lösen wird, weil es den Input-Faktor minimiert. Ich glaube, Market Gardening grundsätzlich oder deine Ansätze, glauben jetzt nicht, sind jetzt nicht technologiefeindlich, aber ihr versucht, wie macht es ihr?
Alfred
00:25:35
Ja, nein, ich bin überhaupt nicht technologiefeindlich, weil ich bin ja so ein bisschen Apple-Fanboy, wie ihr gesehen habt, mit der iPhone, iPad-Dinge, schnickeschnackt, ja.
Willy
00:25:41
Ich muss die Geräte ausschalten.
Alfred
00:25:44
Und mit AI-Nutzung und alles, was in die aufpoppt, bin ich nicht von dabei, aber das taugt mir halt auch. Also ich bin schon technikaffiner.
Willy
00:25:54
Aber wenn er sagt,
Alfred
00:25:55
Er glaubt an den Fortschritt, an den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, ich glaube an die Natur. Und ich glaube an das, was sich seit 100 Millionen Jahren bewährt hat. Und können wir diese Prozesse, diese Methoden, die sich in der Natur entwickelt haben, können wir die nicht irgendwie kopieren und für unsere Zwecke nutzen? Ohne negative Side-Effekte. Und das ist das Spannende, wo ich sage, kann man die Landwirtschaft wieder so, Ich will nicht sagen zurückentwickeln, Aber so weiterentwickeln, dass wir diese Prozesse nutzen. Und da haben wir ganz coole Beispiele, die wir gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern uns gerade arbeiten. Und wo ich einfach mit einem minimalen Input auf einmal eine super coole Methode habe, um ein hochwertiges Produkt zu erzeugen, ein hochwertiges Nahrungsmittel zu erzeugen, ohne diese Seiteffekte zu haben, also ohne diese negativen Effekte.
Willy
00:26:58
Jetzt passt ein Begriff herein, der bei dir auf der Seite auch steht, ihr arbeitet ja biointensiv, wenn sie sehr intensiv quasi vom Wort her intensiv, das muss man eigentlich vermeiden.
Alfred
00:27:09
Das will man in der Biolandwirtschaft gar nicht. Das will man in der Biolandwirtschaft eigentlich gar nicht.
Willy
00:27:14
Und dann gibt es gleichzeitig den Begriff, das wir einmal gehört haben, das Extensive. Und oft wird so extensiv mit gut gleichgesetzt und intensiv mit böse. Wie kannst du jetzt biointensiv arbeiten und das macht trotzdem einen Sinn und nachhaltig und resilient und überhaupt.
Alfred
00:27:32
Ja, das ist das Spannende. Also wir haben ja Die Marktgärtnerei, diesen Gemüseanbau, machen wir erst seit sechs Jahren. Also 2019 haben wir das gestartet. Mit der Intention, wir sind Forschungsbauernhof. Die Grand Farm ist ja ein, wir produzieren Lebensmittel, aber gleichzeitig sind wir auch Forschungs- und Demonstrationsbauernhof.
Willy
00:27:53
Das kann man kombinieren, nicht?
Alfred
00:27:54
Das kann man kombinieren. Und das ist auch ganz wichtig, dass wir das kombinieren. Feldforschung. Genau, damit wir halt Forschung machen, die für die Praxis relevant ist. Weil oft wird in den Universitäten Forschung gemacht, die nicht immer relevant ist. Und wir haben gesagt, wir wollen, wir setzen es uns als Ziel, als Forschungsbauernhof, wir wollen zukunftsfähige Lebensmittelproduktionssysteme. Was ist zukunftsfähig? Eben das, was nicht die Ressourcen abbaut mit der Arbeit, sondern das, was die Ressourcen wieder aufbaut, regeneriert quasi. Das ist zukunftsfähig. Wenn ich denke an die, nicht nur eurer Generation, sondern wenn Sie dann Großeltern seid, die Generation. Und zukunftsfähig haben wir gesagt, das müssen wir nicht erfinden. Wir suchen uns irgendwo auf der Welt, suchen wir uns Systeme, wo wir sagen, das ist super cool. Und Marktgärtnerei ist super cool. Das kann...
Willy
00:28:45
Also, Grant, Marktgärtnerei ist super cool.
Alfred
00:28:47
Das ist wirklich sehr, sehr geil. Und Und diese Systeme, die holen wir uns auf unseren Betrieb, implementieren die, bauen die bei uns im Betrieb ein und dann holen wir uns die Forschung, laden die Wissenschaft ein, die Beratung, die NGOs, Konsumenten, Politik, Verwaltung, also möglichst viele verschiedene Akteure, diese Systeme gemeinsam mit uns zu erforschen und weiterzuentwickeln. Weil die müssen dann vielleicht angepasst werden an unsere Region, an unsere Märkte, an unser Klima, an unsere Böden und so weiter. Und Markgärtnerei ist so ein System. Und wir haben nicht lang genug Zeit, über viele andere Systeme zu reden, aber Markgärtnerei, und das ist quasi unser Lieblingssystem, weil wir, während wir Gemüse produzieren, einen Einfluss haben auf 12 von 17 nachhaltige Entwicklungsziele der UNO. Das heißt, wenn ich sage, Normalerweise habe ich einen Kompromiss, wenn ich sage, okay, wenn ich Zuckerrüben mache, dann kann ich 200 Tonnen Zuckerrüben machen mit 20 Tonnen Zuckeroutput und kann einen hohen Ertrag haben, aber naja, so richtig gut für den Boden ist es nicht und für das Grundwasser ist es auch nicht und die Bauern verdienen eigentlich nichts dabei. Also die Ziele beeinflussen sich gegenseitig quasi. Eigentlich ist der Zucker ja gar nicht so gesund. Das belastet ja eigentlich das Gesundheitssystem auch wieder indirekt, weil ja die Leute dann alle, die was, dann alle Diabetes und übergewichtig sind und so. Also ist zwar schön, ich kann da jetzt auch Lebensmittel produzieren, aber es hat ziemlich viele Side-Effekte, die gar nicht so gut sind. Und bei uns ist es so, bei der Markkirchenreise ist es so, das sagt, während wir Gemüse produzieren, Haben wir einen Positiven Effekt auf 12 von 17 SDGs. Haben wir einen positiven Effekt auf 5 von 9 Planetary Boundaries. Planetare Grenzen. Und das heißt, während bei uns Gemüse produziert wird, Schützen wir gleichzeitig das Klima. Während wir Gemüse produzieren, Adaptieren wir uns gleichzeitig an die Klimawandlung. Während wir Gemüse produzieren, Erhalten wir die Artenvielfalt. Während wir Gemüse produzieren, Regenerieren wir den Boden. Während wir Gemüse produzieren, sorgen wir für gesundes oder für sauberes Grundwasser. Während wir Gemüse produzieren, sorgen wir für saubere Luft. Während wir Gemüse produzieren, schaffen wir ein resilientes Lebensmittelproduktionssystem. Erhöhen die Wertschöpfung in der Region, machen Partnerschaften, produzieren hochwertiges Produkt und Jetzt habe ich nur gesagt, Was wir alles machen. Ich habe nicht gesagt, warum. Ich könnte jetzt zu jedem von diesen Beispielen, ich nehme jetzt eins raus, sorgen wir für ein resilientes Lebensmittelproduktionssystem. Das heißt, durch unsere Produktionsmethoden sind wir Blackout-fähig. Das heißt, wenn bei uns ein Blackout passiert, ist das wurscht. Wenn in einem Schweinestall ein Blackout passiert, habe ich ein Riesenproblem, weil dann die Belüftung wegfällt, die Klimatisierung vom Stall wegfällt. Das heißt, ich brauche irgendein Notsystem, das ich hochfahren muss, weil, wenn ich sage, ich mache eine Milchkuh, da fällt mein Merksystem zusammen, die Kühlung von der Milch fällt zusammen. Wenn wir einen Blackout haben, haben wir kein Problem. Nicht einmal unsere Kunden haben ein Problem, weil wir das so regional vermarkten, das Gemüse, dass wir unseren Kunden sagen können, weißt du was, sitzt du aufs Rau und du bist in zwei Stunden oder in einer Stunde eh da. Wenn drei Wochen ein Blackout ist, hast du eh keine Haken mehr. Du weißt ja nicht, was du denn sonst hast. haben. Also selbst das ist möglich. Und dadurch, dass wir halt sehr viel Handarbeit haben und kaum fossile Energie einsetzen, Brauchen wir auch keinen Diesel. Wir kommen quasi ohne Diesel aus im Notfall und wir haben nur so kleine Fräsen, wo wir uns halt hinten nach erinnern, wenn es wirklich eine Katastrophe ist, dann muss man halt mit der Hand umgraben, aber dann sind eh so viele Leute da, die uns helfen wollen, dann ist das eh kein Problem. Also jedes dieser Aussagen, weil jetzt keine Leute sagen, ja wir schützen das Klima, Wird jeder sagen. Als Landwirtschaftskammer fragst du, wird er immer sagen, die Bauern schützen das Klima. sind Klimaschützer, die Bauern sind Bienenschützer, die Bauern sind alles. In unserem Fall können wir es beweisen durch die Methoden, aber das würde jetzt zu lange dauern. Aber das ist der Grund, Warum es so cool ist Und warum es Zukunftsfähig ist. Und das ist, warum wir es machen.
Willy
00:33:08
Das Spannende bei der Marktgärtnerei, wir könnten ja wirklich über den Boden noch reden, über Agroforce ist ja auch ein Riesenthema bei dir, aber das Spannende, das ist ja nichts, was ihr erfunden habt, oder was jetzt in die 2000er auf einmal aus Trend dahergekommen ist, sondern das ist ja im Prinzip ein uraltes Prinzip, das man im Prinzip wiederentdeckt hat, also ein bisschen so Erinnerungen an die Zukunft. Warum, wo kommt das her? Also wie wurde das und was war der Auslöser auch, dass das jetzt wieder, ich sage jetzt einmal Trend, was das vielleicht auch gar nicht so gerne hört, dass das jetzt wieder im Trend ist und dass das jetzt wieder in diese Zeit passt?
Alfred
00:33:43
Naja, was ist es überhaupt? Markgärtnerei ist eine wiederentdeckte Form der Landnutzung. Es ist Gemüseanbau in großer Vielfalt. Wir haben 70 verschiedene Kulturen, über 150 Sorten. Auf kleinen Flächen. Wir bewirtschaften in der Garten ist kleiner als ein Hektar, also circa 8000 Quadratmeter.
Willy
00:34:05
Also kleine landwirtschaftliche Flächen, also im Verhältnis zum...
Alfred
00:34:07
Genau, im Verhältnis zum... Also wir bewirtschaften insgesamt 90 Hektar, aber die Markiärtnerei machen wir nur auf 0,8. Große Vielfalt, kleine Flächen, Handarbeit, sehr viel Handarbeit und Direktvermarktung. Durch die Handarbeit ist natürlich impliziert, dass ich hohe Personalkosten habe. Das kann ich nur... Durch eine Direktvermarktung abpuffern. Das heißt, die ganze Marsch muss im Betrieb bleiben. Ich kann nicht sagen, der liefert einen Großhändler, der liefert einen Zentralhändler, der liefert einen Einzelhändler und der verkauft das dann an einen Konsumenten. Jeder braucht seinen Profit aus dem heraus. Das geht nicht mehr. Das heißt, kleine Betriebe, die in der Region quasi vermarkten, also sehr regional vermarkten und damit natürlich quasi so ein Hub sein für Gemüseversorgung. Und wir reden ja nur über Gemüse. In der Marktgärtnerei kann man kein Getreide produzieren, das macht keinen Sinn. Das wäre sinnlos. Aber im Gemüsesektor passt es perfekt.
Willy
00:35:15
Wo liegt die Wurzel? Ich habe irgendwann einen Namen gelesen. Elliot Coleman hat das einmal...
Alfred
00:35:22
Genau, also ursprünglich ist es so wie die entdeckte Form der Landnutzung. Das heißt, das gab es vor der grünen Revolution, gab es das alles. Da denkt man jetzt 1900 zurück an Pferdefuhrwerke, Paris, also rund um große Städte, hat es Gemüsegärtnereien gegeben.
Willy
00:35:39
Ich glaube nämlich, dass es wichtig ist, dass man Innovationen, Entschuldigung, dass ich da jetzt noch unterbricht, dass man Innovationen nicht immer nur in der Zukunft suchen muss, sondern wenn man zurückschaut, dass man da ganz viel finden kann und halt moderner wieder anwenden kann. Deswegen, glaube ich, ist auch der Kontext wichtig.
Alfred
00:35:54
Ja, das ist ein guter Ansatz. Ich habe das auch immer gemacht, dass ich gesagt habe, okay, wenn ich ein Problem habe, wie haben die dieses Problem vor 300 Jahren gelöst, als es die Technik noch nicht gab. Hat es da auch eine Möglichkeit gegeben, dass man das Problem gelöst hat? Wie sind die das da angegangen? Mittlerweile sage ich sogar nicht, wie haben die das vor 300 Jahren, sondern wie löst das Problem die Natur? Wie geht die Natur mit dem Problem um? Kann ich mir da was abschauen, das ich dann vielleicht bei uns im Betrieb wieder einsetzen kann oder überhaupt das Forschungsthema dann aufgreifen kann und dann skalieren kann? Die Maaggärtnerei war eben ursprünglich von der Entwicklung her, hat sich das sehr stark in Frankreich abgespielt. Rund um die Städte, rund um die großen Städte gab es viele Gärtnereien. Die haben mit dem Mist von den Pferdefuhrwerken quasi ihre Böden aufgebaut, also haben die das als Dünger verwendet. Und die Krux war, je früher die im Frühling Gemüse anbieten haben können und je länger die im Herbst noch Gemüse anbieten konnten, umso länger die Saison war, umso mehr Umsatz haben die natürlich gemacht, umso erfolgreicher waren die. Das ist so weit gegangen, dass die zu Weihnachten Gemüse nach London exportiert haben, in die Spitzen Gastronomie. Und die haben zum Beispiel gehabt, Also mit einem sehr hohen technischen Aufwand damals, es gab ja keine Folientunnel und kein Plastik, dann hat man so Glasstürze gehabt, so wie 5 Liter Glasl, und Die hat man über Jede einzelne Pflanze auf die Nacht drüber gestülpt, damit, wenn sie gefriert, die quasi geschützt sind. Nur in der Früh hast du jeden einzelnen Glassturz wieder aufmachen müssen, weil sonst waren die quasi darunter der Stick, die Pflanzen. Also kann man sehen, mit welchem Aufwand, aber mit welcher Innovationskraft quasi da Gemüse produziert worden ist.
Willy
00:37:34
Der Foliendunnel ist jetzt das Glas, nicht?
Alfred
00:37:36
Genau, der Foliendunnel ist jetzt quasi das Glas. Das hat sich natürlich auch weiterentwickelt und durch die grüne Revolution, wie man dann gekommen ist und gesagt hat, tut er nicht um mit den tausend verschiedenen Kulturen, konzentriert er auf zwei, drei Sachen und macht das gescheit. Das war dann immer, die macht das wie ein Profi. Das ist immer noch heute, Wenn man sagt, wenn man landwirtschaftliche Zeitungen liest, wie macht das der Profi? Jeder Bauer will Profi sein, Also macht man es dann so, wie der Profi das macht. Das ist halt dann meistens inspiriert durch Technikindustrie, Pflanzenschutzmittelindustrie oder neu ist das Pflanzenschutzmittelindustrie.
Willy
00:38:11
Durch Lobbying oder was.
Alfred
00:38:12
Genau, das ist halt dann so. Wie bringe ich das an Mann und Frau? Ja, da gibt es eine Frage. Tatsächlich.
Studi
00:38:19
Ist das gut?
Alfred
00:38:20
Super.
Studi
00:38:22
Wie viele Market Gardening-Betriebe gibt es allgemein in Österreich? Also im Vergleich zu den anderen landwirtschaftlichen Betrieben, wie viele gibt es da?
Alfred
00:38:30
Ja, also wir gehen davon aus, dass wir circa 200 haben im Augenblick. Tendenz sehr steigend eigentlich. Also sehr viele junge Leute interessieren sich für das Thema. Witzigerweise sehr viel mit einer sehr hochwertigen Ausbildung. Also wir haben zum Beispiel bei uns am Betrieb nur Akademiker, seit Jahren. Jeder, der sich mit bei uns ist, hat irgendwie Poco gemacht oder hat irgendwas anderes studiert, Sozialpädagogik, Betriebswirtschaft, was auch immer. Und Leute, die sagen eigentlich, ich will nicht mehr im Büro sitzen. Oder die von Anfang an sagen, ich bin mit dem Studium fertig und ich möchte eigentlich in die Praxis gehen. Und da gibt es eigentlich einen großen Trend, das wird immer mehr eigentlich. Die Vision ist für Österreich so ein paar tausend Betriebe zu haben. Die Vision ist, in jeder größeren Gemeinde eine Marktgärtnerei zu haben, die quasi die Gemeinde mit den umliegenden Gemeinden versorgen kann.
Studi
00:39:36
Ist das auch leistbar? Weil ich denke mir, sind nicht die Ausgaben und Investitionen vielleicht höher als die Einnahmen, die ihr habt? Also wie könnt ihr das sozusagen fortführen?
Alfred
00:39:45
Genau, gute Frage, sehr gute Frage. Die Investitionen sind sehr gering. Also man braucht ja jetzt immer gleich zu einer Landwirtschaft, keinen Traktor um 150.000 Euro und keinen Mähdrescher um 300.000 Euro natürlich oder 500.000 Euro. Und das heißt, man kann das starten mit einem Startkapital, würde ich sagen, von 50.000 Euro. und man braucht sehr geringe Flächen. Halber Hektar Hektar. Das heißt, auch das ist machbar, entweder in einer langfristigen Pacht oder sogar ein finanzierbares Kauf. Und das Problem, was du hast, ist, du hast hohe Lohnkosten, Lohnpersonalkosten, entweder indem du selber dort arbeitest oder du hast dort Angestellte, das ist klar. Deswegen eben die Direktvermarktung. Und was du können, Du musst zwei Sachen können. Das ist sehr naiv, aber ist so. Du musst produzieren können und du musst vermarkten können. Und das ist halt quasi als EPU, also als Kleinstunternehmen bist du, also als Ein-Personen-Unternehmen oder als KMU, als Kleinstunternehmen, bist du halt eine One-Man- oder One-Woman-Show oder halt zwei, drei Personen, die das alles machen müssen.
Studi
00:40:57
Also im Betrieb selber kann man das nicht so ausskalieren, also in einem einzelnen Betrieb?
Alfred
00:41:01
Genau, also man kann jetzt nicht sagen, wir sind total happy mit unseren 8000 Quadratmetern, deswegen machen wir es auf die ganzen 90 Hektar. Das funktioniert nicht, weil wenn ich sage, ich müsste jetzt Karotten vermarkten, direkt vermarkten von 5 Hektar Karotten mal 100 Tonnen, da muss ich 500 Tonnen, da muss ich auf jeden Kreisverkehr mit einem Stand hinstellen und Karotten anbieten. Das ist auch das Spannende, das funktioniert nur im Kleinen, bis zu einer gewissen Größe. Die Kanadier haben das dann einmal so bis zweieinhalb Hektar aufskaliert und haben gesagt, Gräser macht keinen Sinn mehr. Also wirklich regional, sehr kleine Einheiten, aber durchaus profitabel, reich werden Tutokaner.
Studi
00:41:48
Können Sie davon leben, also von diesem Ganzen?
Alfred
00:41:51
Ja, das schon. Wir haben ja auch eine operationelle Gruppe gemacht. Das ist ein Forschungsprojekt, ein EU-Forschungsprojekt. Da haben fünf oder sechs Betriebe teilgenommen und da wurde auch die Betriebswirtschaft quasi dahinter ausgewertet. Und die waren alle positiv, nämlich auch witzigerweise ohne Förderungen. Die Landwirtschaft wird ja sehr stark auch durch EU-Gelder unterstützt. Das war diese gemeinsame Agrarpolitik, der größte Budgetposten der EU. Und diese Marke hat man in seiner Rolle viel zu klein, dass sie in dieses Förderregime reinpassen. Das heißt, du musst ohne Förderungen überleben können. Und das dann die meisten auch. Aber natürlich, ich muss vermarkten können. Also es nutzt mir nichts, wenn ich sage, ich bin ein gärtnerischer Freak und ich mache die schönsten Karotten. Wenn ich dann das nicht schaffe, die so zu vermarkten, dass ich profitabel bin.
Studi
00:42:47
Deswegen machen das wahrscheinlich auch nicht so viele, also es machen schon viele, aber das können nicht alle wahrscheinlich das machen.
Alfred
00:42:53
Genau, das können natürlich nicht alle machen, weil du bestimmte Skills brauchst und das ist auch das, wo wir jetzt auch daran arbeiten, dadurch, dass es ja jetzt eine wiederentdeckte Form der Landwirtschaft ist oder Landnutzung ist, arbeiten wir daran, die Rahmenbedingungen herzustellen, wiederherzustellen, weil die es ja nicht gibt, weil das hat es ja 70 Jahre nicht gegeben. Warum soll ich Rahmenbedingungen schaffen für was, was es nicht gibt? Es gibt zum Beispiel keine Startup-Förderung. Weil landwirtschaftliche Betriebe ja immer übergeben werden. Von einer Generation, da gibt es keine Start-ups. Es gibt keine Neugründungen in der Landwirtschaft. Deswegen brauche ich auch keine Neugründungsförderung. Jetzt gibt es das. Jetzt kämpfen wir dafür. Und wir sagen, naja, das sollte man selber mal anschauen. Es gibt keine Bildung. Also es gibt keine Schule, die Marktgärtnerei lehrt. Und aufgrund des großen Interesses jetzt, gibt es mehrere Schulen, die sagen, wir wollen einen Schwerpunkt Marktgärtnerei machen.
Willy
00:43:44
Welche Schulen sind das?
Alfred
00:43:45
Das ist zum Beispiel Gartenboschul Langenlois, eine landwirtschaftliche Fachschule, die Wilfersdorfer in der Steiermark, die Hbla Sitzenberg-Reitling, das ist so ein mit Matura-Abschluss, die jetzt dann Schwerpunktmarktkern reinmachen wollen.
Willy
00:44:02
Natura.
Alfred
00:44:04
Ja, Natura. Und auch akademisch, also auch die BOKU ist interessiert, da schon akademische Kurse anzubieten oder die Hochschule für Randomepädagogik. Also da gibt es eine sehr dynamische Entwicklung im Augenblick und wir sehen unsere Aufgabe als Forschungsbauernhof ja nicht nur eine Marktgärtnerei zu haben, die erfolgreich am Markt bestehen kann, sondern eben auch diese Rahmenbedingungen zu schaffen für andere Betriebe, damit eben die nicht enthusiastisch anfangen und nach drei Jahren dann ins Burnout gehen und sagen, pff. Haben, fertig.
Willy
00:44:38
Siehst du die Ausbildung an der WU eigentlich auch? Weil jetzt sieht man da gerade an der WU und wir haben ja diese schöne Kombination von landwirtschaftlicher Skills und gleichzeitig auch wieder Vermarktung, Marketing, im Prinzip alles, was man da jetzt wieder lernt. Absolut.
Alfred
00:44:54
Also auch sich neue Modelle zu überlegen. Das wäre eure Aufgabe danach zum Beispiel, wie könnte man Vermarktungsmodelle generieren, die mehrere Markettnereien quasi dann, die Produkte von mehreren Marktgärtnereien dann wieder vermarkten können. Oder wie man die Logistik lösen kann. Wenn ich sage, ich bin da oben irgendwo im Waldviertel, wo rund um ein Turm nur lauter Bauernhöfe sind, die sagen, ich mache mich selber. Aber in Wien der große Bedarf wäre. Also da gibt es ganz viele, oder da braucht man auch ganz viele Sachen. Was mich interessieren würde, wäre quasi das Preisniveau der Produkte dort, also im Vergleich zum Beispiel zu großen Supermärkten und ob es quasi für die breite Bevölkerung quasi zu ähnlich ist, aber ob es eher schon sehr teuer ist und für die Wohlhaben darin quasi ist. Auch eine sehr gute Frage. Im Augenblick ist es auch durchaus auch eine Nische, also das Preisniveau bewegt sie meistens so, ist es meistens Bio, also die meisten Betriebe sind Bio, ich würde sagen, die Hälfte ist Bio-zertifiziert, sehr viele arbeiten aber als Bio-Songerba, weil ich so klein bin und meine Kunden eh alle kennen, brauche ich das nicht, da tue ich mir diesen bürokratischen Aufwand nicht an. Das Preisniveau ist meistens so im gehobenen Bio-Bereich, also wir sind zum Beispiel so auf Jahrnatürlich-Niveau teilweise sogar ein bisschen drüber, weil wir sagen, die Qualität ist auch besser, noch einmal, es ist frischer, es wird am Mittwoch geerntet und am Donnerstag wird es ausgeliefert, das schaffe ich halt mit einem Salat aus Spanien nicht oder mit einem Produkt aus, ich laufe schon von den Transportzeiten her. Das heißt, es hat durchaus einen Wert. Das Problem ist eher ein anderes, also man muss das von zwei Seiten sehen. Einerseits natürlich sage ich, okay, das Produkt muss einen gewissen Wert haben, weil dann auch ein Aufwand dahinter steckt und eine Qualität natürlich auch, die quasi ungekannt ist bisher. Das muss ich schon sagen. Auf der anderen Seite habe ich den Konsumenten, da habe ich diese Consumer Citizen Gap, was du schon einmal gehört hast, dass der Konsument, also der Bürger sagt, ich unterstütze Biolandwirtschaft, ich unterstütze Tierwohl, ich unterstütze regionale Landwirtschaft, regionale Produkte, regionale Wertschöpfung und an der Supermarktkasse ist es aber dann doch das Aktionspaket, was einen anlächelt und sagt, ja, okay, das ist ganz schön teuer, das Biozeug, da kaufe ich doch lieber das Wirst du außen, Ja, wo ich nicht einmal weiß, Wo das Fleisch herkommt. Das heißt, das nennt man eben Consumer Citizen Gap und da muss man auch natürlich arbeiten. Das heißt, wir arbeiten in unserer Taskforce, da kommen wir vielleicht noch einen dazu, dazu, dass wir auch ein Bewusstsein schaffen, in der Bevölkerung zu sagen, Okay, was ist mein Lebensmittel wert? Was will ich meinen Kindern als Nahrungsmittel anbieten? Und vor allem auch, kaufe ich mir die Fertigpizza oder kaufe ich mir beim Heimfahren schnell irgendwo irgendeinen Null oder irgendwas, irgendwas was fertig ist oder setze ich mir daheim hin und schneide mein teures Krauthapel auf und mache daraus ein Produkt, das mir die Hälfte kostet. Das heißt, wenn ich selber koche, Ist es dann gar nicht mehr teuer. Bei vielen Sachen. Also das muss man auch berücksichtigen. Das ist nämlich auch sehr cool, weil man sagt, ich mache jetzt eine roten Ruhm Suppen. Die ist hundertmal gesinter wie die Fertigpizza und ist bülliger. So teuer kann die gar nicht sein. Das ist ein bisschen ähnlich wie beim Kaffee, wenn ich sage, ich kaufe mir einen Espresso-Kaffee in diesen Tabs, die sehr gut sind. Oder ich kaufe mir den besten Bio-Kaffee und reibe mir die Bohnen selber. So teuer kann der beste Bio-Kaffee gar nicht sein. Die Nespresso Taps sind immer die teuersten. Und da ist es auch so, wenn ich sage, ich kaufe mir die Rohstoffe und mache daraus selbst ein Produkt, jetzt kannst du sagen, ich habe keine Zeit zum Kochen, okay, aber daran müssen wir auch arbeiten. Und wir geben nur mehr 11% unseres Gesamtkonsums für Nahrungsmittel aus. Und das ist auch nicht in Stein gemeißelt. Warum soll ich nicht für was, was mich ernährt und da gibt es den Trend Food as Medicine mittlerweile, Das heißt wirklich, dass man sagt, Nahrung ist wie Medizin. Wenn ich die richtigen Nahrungsmittel zu mir nehme, dann kann ich natürlich Krankheiten vorbeugen, einerseits. Oder kann sogar Krankheiten wieder zurückdrängen. Und das sind auch Aspekte, die man in die Preisdiskussion mit reinnehmen muss.
Studi
00:50:04
Als Sie damit angefangen haben, gab es da irgendwelche speziellen Probleme, mit denen Sie davon nicht gerechnet haben?
Alfred
00:50:14
Super Frage. Da fragst du den Fäuschen. Ich bin leider der Typ, der sehr gerne ins kalte Wasser springt und ich sehe von irgendwas, ich merke sehr, ich bin ein bisschen motiviert, sich von irgendwas motivieren lässt und dann sagt, das machen wir voll geil, ja, hurra, ohne eine Ahnung zu haben von irgendwas. Jetzt ist es vielleicht ein bisschen übertrieben, wir haben uns natürlich erkundigt, wir haben uns mit dem jahrelang beschäftigt, bevor wir eingestiegen sind und trotzdem feststellen müssen, dass wir nichts gewusst haben. Also ich bin Bauer, ich kenne meine 7, 8 verschiedene Kulturen und auf einmal habe ich mit 70 Kulturen zu tun. Und ich habe natürlich ein tolles Team, junge Leute, die das machen und die das umsetzen, das fachliche Know-how haben von Gemüse, aber auch die kommen, wenn die zu uns am Betrieb kommen, wissen sie meistens sehr wenig bis gar nichts und lernen dann innerhalb von zwei, drei Jahren sehr viel dazu, weil einfach das Team da ist und gehen da meistens aber noch drei Jahre wieder und gründen eine eigene Markkärtnerei und so zu kommen, wenn wir einen permanenten Brain-Brain im Betrieb. Aber ja, wir haben sehr viel nicht gewusst. Das ist mittlerweile auch besser, weil es sehr viel Forschung gibt, weil es mittlerweile sehr viele Broschüren, Unterlagen, YouTube-Videos gibt. Das Thema boomt sehr stark, es gibt da sehr starke Entwicklung, es gibt neue Forschungsprojekte und so weiter. Also da wird viel dazu. Es gibt jetzt mittlerweile auch Schulen, die sagen, okay, wir springen auf den Zug auf, wir machen Schulungsunterlagen, wir bereiten das Thema auf. Wie wir angefangen haben, war das in der Form, da hat es auch ein Bücher geben aus den USA. Das war's. Das haben alle gelesen. Das haben alle gelesen, ja.
Studi
00:52:02
Also würdest du auch sagen, dass es einfach nicht so viele Betriebe gibt, die Marktgärtnereien betreiben, weil es auch einfach viele nicht wissen, was es im Prinzip ist, was man da macht? Oder hat das auch sonst andere Gründe, jetzt mal abgesehen von höheren Personalkosten?
Alfred
00:52:21
Naja, es ist ja auch nicht so, dass wir jetzt alle Bauern überreden wollen, in Marktgärtnereien zu betreiben. Das ist ja nicht die Grundintention. Also wir haben in Österreich eine Gemüse-Eigenversorgung von ca. 55%. Also 55% von dem Gemüse, was wir konsumieren, können wir in Österreich produzieren. Jetzt wissen ja alle die geopolitischen Lagen, es ist ja alles sehr dynamisch in der Entwicklung.
Willy
00:52:47
Selbstversorgungsgrad.
Alfred
00:52:48
Selbstversorgungsgrad, ja genau, für Österreich. Wenn man sich jetzt aber die neuen Ernährungsempfehlungen anschaut, von der WHO, von der österreichischen Regierung, dann sind wir schon immer bei 30% Eigenversorgung. Das heißt, wenn wir das Gemüse konsumieren würden, was empfohlen wird, dann haben wir nur mal ein Drittel, was wir selber produzieren können. Das heißt, es gibt da einen großen Bedarf. Einerseits, was natürlich gut ist, das heißt, wir nehmen keinen Gemüsebauern in Österreich irgendwas weg, wenn sich da eine neue Markkärtnerei gründet irgendwo. Aber wir wollen auch nicht, das Ziel ist ja nicht, dass wir sagen, wir wollen die komplette Landwirtschaft Österreichs umstehen auf Markkärtnerei. Jede Kuh wird rausgeschmissen und es wird nur mit Markgärtnerei komplett sinnlos. Wir brauchen insgesamt, wünsche ich mir vielleicht ein paar Tausend Markgärtnerei, ein paar Hundert haben wir schon. Jetzt sagen wir mal 10% von dem haben wir schon, was wir irgendwann in 10 Jahren vielleicht sich gut einfügen würde, um den Bedarf abzudecken.
Willy
00:53:51
Hast du vorher gesagt, es fangen viele Akademiker an. Zum einen finde ich ja dieses Konzept von der Marktgärtnerei ist in dem Fall ja eine totale Liberalisierung des Zugangs bis zur Lebensmittelproduktion, weil vorher ist es ja durch Erbe quasi weitergegeben worden, weil wer kann es in ein Hektar Land bochten oder kaufen oder sonstigen. Das heißt, die Landwirtschaft war den Landwirtinnen und Landwirten vorbehalten im Endeffekt. Oder großen Investoren, aber da weniger in Österreich, sondern eher Afrika, Ukraine etc. Und gleichzeitig steigen da viele Akademiker ein. Ich kann mir vorstellen, da ist ein ganz romantischer Traum nach Landwirtschaft. Das sind ja die Bilder, die was über Landwirtschaft und Gärtnereien und man arbeitet wieder mit der Natur. Wie viele Leute gehen rein mit einer totalen Motivation und fallen dann im Laufe des Weges wieder raus, weil sie es überschätzt haben, weil die Romantik-Komponente viel höher war und dann die Realität quasi zugeschlagen hat.
Alfred
00:54:47
Ja, das wird sicher der Fall sein. Das glaube ich auf jeden Fall, dass da Leute nach einem Jahr oder nach einem halben Jahr wieder aussteigen. Überhaupt keine Frage. Zurzeit ist es aber eh so, dass du im Endeffekt, du musst ja irgendwo hingehen, musst du es einmal lernen irgendwo. Das heißt, die schulische Ausbildung gibt es kaum. Es gibt in den USA, du kannst das mittlerweile studieren auf den Unis. In Frankreich gibt es das auch bis zu einem gewissen Grad, wir sind dann schon die Nächsten also von der Entwicklung. Aber ansonsten ist es jetzt so, dass die klassische BOKO-Student irgendwo auf ein Praktikum geht, tut ihm das einmal sieht und sagt, wow, das ist geil und dann halt zwei, drei Jahre Zeit nimmt und dann halt in die USA und nach Frankreich und tut ihm halt überall eine Saison mitarbeit bei zwei, drei Betrieben und dann sagt, hey, und jetzt mache ich mich selbstständig. Und in der Zeit natürlich Zeit genug hat, jederzeit zu sagen, Nein, ist man zu steil oder ist man zu aufwendig oder ist man zu mühsam.
Willy
00:55:45
Ich wollte ein bisschen darauf hin, dass es sehr, sehr arbeitsintensiv ist. Es sind nicht nur die Kosten für die Arbeit, die Kostenfaktor, sondern du musst selber viel selbst arbeiten. Was ist jetzt der Vorteil eigentlich? Weil ich habe auf deiner Seite, glaube ich, gelesen, die aktuellen Felder, also wenn du jetzt in der Landwirtschaft, in der Landwirtschaft, du nicht in der Gärtnerei bist, sind ja eben sehr darauf ausgelegt, dass man mit dem Traktor reinfahren kann, dass man es industriell bearbeiten kann und da quasi da folgt so ein bisschen die Natur der Logik der Maschinen, das heißt, bei der Marktgärtnerei da draht sich das ja quasi ein bisschen um, oder?
Alfred
00:56:21
Genau, also bei der Marktgärtnerei ist es eben so, dass du dass die ganzen Beete, die angelegt werden, also ein Beete ist halt dort, wo halt das wächst und zwischen den Beeten, also kann man sagen ein Beete ist circa so breit wie der Tisch 75 cm und zwischen den Beeten sind dann wieder 40 cm Platz, wo ich mich bewegen kann. Und das Beet ist bewusst so gewählt, dass du drüber steigen kannst und dass du das von links und rechts bearbeiten kannst, ohne dass du erreichen kannst, ohne dass du draufsteigen musst. Also deswegen ist das ganz bewusst so auch von den Dimensionen gehalten. In der Landwirtschaft ist es so, es ist am Acker, dass alle Strukturen passen sich den Landmaschinen an. Der Traktor, der hat entweder eine Spurweite von 1,25 Meter, 1,50 Meter, 1,80 Meter. Das sind so die drei Spurweiten, das heißt, wo das große, hintere und das vordere Radl sind in Flucht natürlich und die sind 1,50 Meter auseinander. Damit natürlich müssen sich alle Reihen, alle Kulturen an diesen Zwischenraum da anpassen, weil sonst vorher ja permanent drüber über meine Rüben, über meinen Mais, über meine Soja, über meinen Weizen.
Willy
00:57:35
Spannend, wie sich dann Landschaft auch gestaltet, so wie wir es wahrnehmen.
Alfred
00:57:39
Genau, also man sieht dann diese Reihen und dann sieht man diese Traktorspuren dazwischen und so. Und Und das heißt, Die Landwirtschaft hat Sich angepasst an die Technik. Und die Pflanzen müssen sie auch im Abstand, den die Pflanzen zueinander haben, müssen sie sich an diese Technik anpassen. Und in der Markgärtnerei brauche ich das nicht. Das heißt, ich kann ein Freund von mir, der macht Karotten auf Dämmen. Der hat halt dieses 75 cm System, weil der macht auch Ärapfe, die geht auch auf 75 cm. Und die Karotten sind, Der hat auch zwei, Drei, ein Karotten auf 75 cm. Das heißt, auf dieser Tischbreite wachsen zwei Reihen Karotten. Bei uns wachsen auf dieser Tischweite fünf Reihen Karotten. Das heißt, ich bin viel intensiver, deswegen auch der Begriff biointensiv.
Willy
00:58:26
Arbeitsintensiv.
Alfred
00:58:27
Arbeitsintensiv auch, ja. Aber wir produzieren auf diesem Beet drei bis vier verschiedene Kulturen pro Jahr. Der baut die Karotten im Frühjahr an, erntet sie irgendwann und dann baut er vielleicht noch eine Begrünung an oder baut vielleicht dann hinten noch einen Weizen an, der was dann erst im nächsten Jahr geerntet wird. So klassischerweise hast du in der Landwirtschaft pro Jahr eine Kultur. Und wir machen aber drei bis vier Kulturen, weil wir teilweise schnellere Kulturen haben und dadurch ist es auch viel intensiver und dadurch können wir viel produktiver auf der gleichen Fläche sein. Und das ist eigentlich das, was dieses System ausmacht, dass es extrem produktiv ist. Und wir versuchen natürlich, mit möglichst wenig Handarbeit auszukommen, Auch wenn es viel ist. Aber versuchen das auch möglichst effizient und immer besser auch weiterzuentwickeln, damit es mit möglichst wenig Arbeit ist und möglichst hoher Ertrag.
Willy
00:59:23
Zwei Punkte, du warst mir jetzt bei der Beetbreite, weil du gesagt hast, nicht einsteigen. Das überhärt man so leicht. Warum nicht einsteigen, ist glaube ich grundsätzlich wichtig, weil es geht ja auch darum, um die Bodenverdichtung, was man vermeiden möchte. Warum ist Bodenverdichtung so ein Thema und wie geht es dir damit?
Alfred
00:59:43
Also, Bodenverdichtung kann man sich vorstellen, mit großen Traktoren, schweren Maschinen mache ich natürlich, drücke den Boden zusammen, was in der Landwirtschaft dann wieder damit ausgeglichen wird, dass er dann wieder tief gelockert wird. Der sagt, okay, jetzt habe ich den Boden zwar zusammengedruckt, aber jetzt kann ich ihn aufmachen und flüge ihn oder mache Untergrundlockern, damit er wieder locker wird. Je lockerer der wird, umso schneller setzt er sich wieder zusammen. Das heißt, wenn es dann draufregnet, fällt der Boden zusammen, dann ist noch weniger Luft drin wie vorher und dann muss ich wieder lockern. Und das ist wie bei einem Drogensüchtigen das ist wie bei einem Alkoholiker, wo ich sage jetzt zieht er dir ein wenig in der Früh dann haut er sich ein Ochtel rein oder ein Stammel und dann geht es wieder aber natürlich braucht er am nächsten Tag noch mehr damit er wieder ruhig wird und beim Boden ist es auch so der Boden wird quasi süchtig auf Bodenbearbeitung weil er eine immer schlechter Struktur hat die Krümelstruktur und so, das würde jetzt zu weit führen. Das heißt, der Boden fällt immer mehr zusammen. Und es ist sogar so, dass man, um harte Straßen zu bauen, bevor man quasi das betoniert und asphaltiert hat, oder in Afrika immer noch, wo man ja nur so Pisten hat, so ein unasphaltierter Ding, Da fährt man mit Untergrundlockern durch, Und mit viel Wasser. Und dann setzt sie das immer stärker zusammen und dann wird der Boden fest. Und in der Landwirtschaft mache ich das Gleiche, um den Boden zu lockern. Aber in Wahrheit wird er immer fester. Was wurscht, das wäre dann eh wieder locker. Und das wollen wir natürlich vermeiden in der Marktgärtnerei, weil wir gar nicht die Möglichkeit haben, da tief reinzufahren. Und deswegen steigen wir auf die Beta idealerweise gar nicht drauf. Und bieten der Pflanze damit optimale Bedingungen, damit sie im Boden gut arbeiten kann mit den Mikroorganismen und damit gesund wachsen kann. Was wiederum den Vorteil hat, eine gesunde Pflanze, die wird viel weniger schnell angefallen von Krankheiten und Schädlingen. Damit brauche ich keine Pflanzenschutzmittel.
Willy
01:01:56
Und du hast eine permanente Bodendeckung, also im Prinzip.
Alfred
01:01:59
Genau.
Willy
01:02:00
Die Erosion, was du hast, durch Sonnenlichteinstrahlung, was ja auch offener Acker ist, im Prinzip ist das nicht sonderlich.
Alfred
01:02:06
Genau, das ist auch nicht gut, weil natürlich, wenn der quasi der nackte Boden ist und da das Licht drauf scheint, einerseits ist es schlechter, von der UV-Bestrahlung her, aber es ist natürlich auch die Wassererosion, das heißt, wir rechnen Wir wissen ja, dass wir viel stärkere Niederschlagseignisse haben werden in Zukunft, oder nicht nur in Zukunft, wir hatten das ja schon. Wir haben vor zwei Jahren 350 mm Niederschlag gehabt, das ist mehr als die Hälfte des Jahresniederschlags in fünf Tagen. Also das, was geregnet hat, In fünf Tagen war mehr, Als was normalerweise in einem halben Jahr regnet. Und kann man sich vorstellen, Wenn es da vorher raufschieht, Dann kann der Boden irgendwann das Wasser nicht mehr aufnehmen. Und das war bei uns eben nicht der Fall. Unsere Böden können das Wasser aufnehmen. Aber es war so vielregend. Und wir haben am Montag zum Regen aufgehört, Am Dienstag haben wir Karotten geerntet. Das kann ich, mein Freund, der Fettgemüse macht, der mit dem Traktor reinfahren muss in den Acker, der bleibt einmal da vier Wochen lang noch zwei Meter stecken, weil er einfach versinkt in dem Acker, weil das so viel Wasser aufnimmt. Wenn der mit dem Traktor reinfährt, bleibt er stecken vier Wochen lang. Nach vier Wochen bleibt er nicht mehr stecken, macht aber immer noch massive Bodenverdichtungen. Das ist immer noch nicht gut, aber es bleibt ihm nichts anderes über, weil er muss ja seine Karotten erinnern.
Willy
01:03:27
Wenn es nicht wieder ringt.
Alfred
01:03:28
Wenn es nicht wieder ringt. Das heißt, das ist auch das, was ich gesagt habe, mit Resilienz. Dieses System ist so immens resilient. Zum Beispiel, wir haben ein Hagelereignis gehabt, Wo du sagst, okay, gut, wenn es hagelt, Dann ist es vorbei. Ich meine, wenn es hagelt, dann hat das Eis alles zusammen. Nur, dann sind wir rausgefahren in den Garten und dann war alles Schneeweiß dort, weil es gehagelt hat. Aber 20% der Fläche ist Folientunnel. Und der Folientunnel, der wird durch Hagel, das poppt einfach ab auf die Plastikfolie. Kein Schaden. Ein gutes Drittel ist mit Insektenschutznetzen bedeckt gewesen. Kein Schaden. Ein Teil der Kulturen, Wie ein Lauch, das ist so hart, den tut der Hagel hin. Da wird der Hagel hin. Wie heißt der? Wie heißt der? Der, was jetzt gestorben ist, der wie beim Chuck Norris. Und ein Teil der Kulturen wie Salat, der so ein ganz weiches Blatt hat, der war hin, der ist aber nach drei Wochen wieder nachgewachsen, der man wieder verkaufen kann. Und ein Teil war halt hin, wie der Paprika. Der ist halt angeschlagen und wenn es den nicht gleich ist, ist der in zwei Tagen der Fault. Der ist halt. Aber wir haben gehabt, von der 100% Fläche haben wir gehabt 15% Schaden. Weil wir eben durch diese verschiedenen Kulturen und verschiedenen Methoden ein riesiges Risikosplitting haben.
Willy
01:04:56
Ich glaube, was in dem Kontext auch wichtig ist, dass du gesagt hast, ein eigener Boden hat das Wasser gehalten, ein anderer Boden hält es nicht, dann passiert ja auch was, weil das Wasser geht ja dann irgendwann einmal weg und mit dem Wasser dann auch der Boden.
Alfred
01:05:11
Genau, also speziell wenn ich eine Hanglage habe, da ringt es, und da ringt es auch, und da ringt es auch, und da ringt es auch, und da ringt es auch, Natürlich je weiter man runterkommt, Umso mehr Regen ist im Endeffekt, weil das Wasser rinnt da runter, da kommt dann der Tropfen dazu, dann rinnen die zwei Tropfen gemeinsam da war, dann kommt noch ein dritter Tropfen, ein fünfter, das heißt, je weiter ich hangabwärts gehe, umso mehr Regen habe ich natürlich und Da wird aus einem Kleinen Tröpfchen ein Rindsal und da wird ein Bach draus und da wird ein Fluss draus und das reißt dann natürlich die Erden mit, das heißt, wenn ich eine Hanglage habe, dann wird der Boden mitgerissen und damit entstehen dann so riesen Krater, wo der Boden ausgeschwemmt wird und das ist ein irrsinniger Schaden für den Landwirt, weil es ein fruchtbarer Bodenweg ist, aber auch für die Gesellschaft, weil natürlich, der Boden landet irgendwo. Der landet auf der Straße, der landet in irgendein Köller. Das muss dann auspumpt werden, das muss gereinigt werden, das sind Versicherungsschäden, das sind volkswirtschaftliche große Schäden. Und noch dazu landet dieser ganze Schlamm in der Donau. Und eigentlich dann im Schwarzen Meer bei uns, wo es dann wieder zu Algenblüten kommt und einer Phosphoranreicherung und zu massiven sogenannten Dead Soons. Die riesengroß sind, wie ganz Niederösterreich oder so, wo alles abstirbt, weil diese Algenblüte den ganzen Sauerstoff und den Wasser zieht und damit die ganzen Viehstutten hin werden. Also das hat massive Auswirkungen im Endeffekt.
Willy
01:06:39
Nur fürs Verstehen, dass wir da die Zusammenhänge einfach sind, weil der Boden soll dort bleiben, wo er ist, im Idealfall, und wenn man falsch bewirtschaftet, dann geht er entweder mit dem Wind durch die Erosion, oder Erosion ist eh alles.
Alfred
01:06:50
Genau, Erosion ist alles, was wegkommt, entweder durch Wind oder durch Wasser.
Willy
01:06:53
Das ist, glaube ich, vom Zusammenhang wichtig. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Marketgarten und einer Gärtnerei?
Alfred
01:07:00
Einen Punkt habe ich noch. Ja, bitte. Zudem, es war ganz witzig, ich war vor ein paar Wochen eingeladen in London bei einem sogenannten Future of Food Summit. Das hat der Economist, diese Wirtschaftszeitung, die haben das ausgerichtet. Und da bin ich auf einem Panel gesessen, gemeinsam mit einem Ozeanforscher. Und ich habe mir immer so gedacht, du sitzt da mit vier Leuten am Panel und denkst, okay, welchen gemeinsamen Kontext haben wir? Da habe ich darauf gekommen, Hey, eigentlich einen coolen, weil meine Regenwürmer sorgen dafür, dass seine Fische überleben. Und zwar, die Idee dahinter ist eben die, wenn ich sage, ich habe viele Regenwürmer, dann habe ich viele Löcher im Boden, dann kann das Wasser gut infiltrieren, dann habe ich keine Bodenerosion. Das heißt, im Schwarzen Meer gibt es kein Algenwachstum durch Nährstoffüberschüsse. Und die Fische sterben nicht ab. Und obwohl Österreich jetzt ein Binnenland ist, hat gesagt, okay, was kann ich jetzt zu den Ozeanen beitragen? Gar nichts. Also, oh ja, eigentlich schon. Indem ich meinen Boden gesund halte, sorge ich dafür, dass seine Fische überleben. Da sieht man eigentlich, wie weitreichend diese Systeme sind. Oder welchen Einfluss ein kleiner Regenwurm auf das Überleben.
Willy
01:08:13
Ist da nicht der Butterfly-Effekt, sondern der, was ist ein Regenwurm auf Englisch?
Alfred
01:08:16
Der Earthworm.
Willy
01:08:18
Der Earthworm-Effekt ist das dann quasi.
Alfred
01:08:20
Aber es ist schon cool, Zu sehen, wie alles vernetzt ist und wie alles zusammenhängt. Sorry.
Willy
01:08:29
Nein, nein, nicht sorry. Ich weiß meine Frau gerne. Marktgärtnerei und Gärtnerei, was ist der Unterschied?
Alfred
01:08:37
Also Marktgärtnerei und Market Gardening. Wie wir 2019 den Garten gestartet haben, waren wir einer von 10, 15 Betrieben in Österreich. Oder vielleicht 20, keine Ahnung. Es hat sehr wenig Betriebe gegeben und es ist gerade dieser Hype ein bisschen rübergeschwappt von Nordamerika, weil das wurde dann in Nordamerika wieder mit Elliot Coleman Jean-Mathai Fortier und so, das waren die großen Player, die haben das quasi von den alten Franzosen wieder ausgegraben und haben das halt irgendwie zu einem Hype gemacht.
Willy
01:09:07
Hätten die alten Franzosen wieder ausgegraben.
Alfred
01:09:09
Nein, die alten. Und von da ist das dann eigentlich von Nordamerika wieder herübergeschwappt nach Europa. Und wir waren da durchaus unter den ersten Betrieben dabei und haben gesagt, wir wollen nicht nur Produzenten sein, wir wollen nicht nur Gemüse produzieren, sondern wir wollen das ganze System weiterentwickeln. Wir wollen da beitragen dazu als Forschungsbauernhof. und damals hat das natürlich niemand gekannt, Market Gardening, aber der Begriff war aus dem englischen Market Gardening und wir haben gesagt, ist das gescheit, dass man einen Begriff promotet, der jetzt auf lauter deutschsprachige Konsumenten kommt und man muss sich wieder muss ich wieder erklären, warum verwenden wir da jetzt dann Anglizismus in dem Sinne. Oder nennen wir es Vielfaltsgärtnerei oder übersetzen wir es einfach ins Deutsche. Das war wirklich eine halbjährige Diskussion in der Szene.
Willy
01:10:06
Ich kann mir das vorstellen.
Alfred
01:10:07
Und wir haben dann gesagt, okay, für Österreich, wir wollen den Begriff, oder im deutschsprachigen Raum wollen wir den Begriff Marktgärtnerei etablieren. Und das ist uns auch ganz gut gelungen.
Willy
01:10:18
Deswegen so streng beim Market Gardening. Es geht einfach nur um die Begrifflichkeit. Es ist eh das Gleiche, dasselbe vorzutragen, aber es heißt halt anders.
Alfred
01:10:28
Genau. Und in den Deutschen, der deutsche Markt hat sich eher auf Market Gardening. Und jetzt raffen wir halt quasi ein bisschen, kämpfen wir, wer setzt sich durch.
Willy
01:10:37
Die Deutschen haben sich für das Englische entschieden.
Alfred
01:10:39
Die Deutschen haben das gar nicht diskutiert. Die haben das einfach übernommen von den USA. Und wir haben halt gesagt,
Willy
01:10:45
Nein. Nein, Gott, nein.
Alfred
01:10:45
Einigt euch. Wir machen alles sehr stark international. Wir sagen halt auch Grand Farm for Research and Demonstration und alles. Aber auch Grand Farm kann ich auf Deutsch quasi, jeder in Österreich weiß, was Farm ist. Es lässt sich im Deutschen Grand Farm für Forschung und Demonstration oder eben Grand Farm for Research and Demonstration. Es lässt sich gut machen. Unser Slogan ist auch We grow food, soil and people. Das ist auch Englisch, Aber was für uns gilt, würde ich sagen, österreichweit müssen jetzt nicht alles verangliziert werden. Und deswegen...
Willy
01:11:21
Ich bin eh nicht alles, das haben wir los.
Alfred
01:11:23
Und deswegen, und jetzt bin ich schon gespannt, wie sich das entwickelt. Aber in letzter Zeit hörte ich das dauernd, Market Gardening. Gestern war eine Journalistin vom Südwind Verlag.
Willy
01:11:32
Ich habe es auch echt nicht gewusst. Deswegen habe ich auch Market Gardening gesagt und gleich einen Deckel gleich zu machen.
Alfred
01:11:37
So schauen, dass wir das... Wirklich ein Fehler.
Willy
01:11:40
Und wo ist jetzt der Unterschied zwischen einer Marktgärtnerei und einer Gärtnerei?
Alfred
01:11:45
Naja, eine Gärtnerei ist oft eine Gemüsegärtnerei.
Willy
01:11:48
Wer heißt die Gärtnerei? Marktgärtnerei.
Alfred
01:11:50
Ja, ja. Also, das, was wir machen, ist gärtnerisches Gemüse. Nicht landwirtschaftliches Feldgemüseanbau, wo ich so wie vor einem Traktor spazieren, sondern gärtnerisch produziert. Das heißt, mit gärtnerisch bedeutet viel Handarbeit. Was ist eine Gärtnerei? Eine Gärtnerei ist mittlerweile hauptsächlich Zierpflanzengärtnerei. Früher waren das eigentlich eben auch, die haben halt nicht Marktgärtnereien gekoassen, aber die waren halt auch, die haben Salottpflanzl gemacht und wir haben auch teilweise, also heute machen wir die Gärtnereien eher nur mehr Jungpflanzen und verkaufen halt dann Tomatenjungpflanzen oder Salatjungpflanzen für den Konsumenten, für den Privatgarten. Aber machen eigentlich niemand das Gemüse. Das Gemüse wird hauptsächlich über Feldgemüse. Oder wenn einer sagt, er hat 15, 5 Hektar Glashaus und macht dort 5 Hektar Tomaten, spezialisiert auf eine Kultur. Aber so die klassische Gärtnerei, Die es früher gegeben hat, Die halt wirklich die Vielfalt gehabt hat, das sind jetzt eher Zierpflanzen-Gärtnereien. Der macht halt, der verkauft da Rosen, der verkauft da irgendeinen Blumenstrauß, der verkauft da hauptsächlich Zierpflanzen eigentlich. Und vielleicht noch ein paar Radiumpflanzl oder so.
Willy
01:12:58
Und wenn jetzt in Wien zum Beispiel, in Simmering, gibt es ja noch die Glashäuser, wo war da der Unterschied, oder sind das eh Marktgärtnereien?
Alfred
01:13:07
Nein, die verkaufen ja eigentlich dann an einen LGV, als an einen Großhandel.
Willy
01:13:11
Also nicht an einen direkten Markt.
Alfred
01:13:13
Und die haben halt vielleicht auch zwei Kulturen. Im Sommer mache ich Gurken und Tomaten und im Winter mache von mir aus irgendwas anderes. Oder ich lasse sie überhaupt gleich stehen.
Willy
01:13:22
Also das heißt, um diesen Punkt noch fertig zu führen. Das heißt, Gärtnereien, wie es wir kennen, quasi Gemüsegärtnereien, also sind spezialisiert. Das heißt, A2 Kulturen.
Alfred
01:13:32
Genau. Und liefern einen
Willy
01:13:33
Großhandel oder einen Handel. Und Marktgärtnerei ist in diesem Sinne hoch intensiv, vielfältig und in der Direktvermarktung.
Alfred
01:13:42
Genau.
Willy
01:13:42
Sehr vielfältig und sehr direkt.
Alfred
01:13:45
Und regional. Okay, danke.
Studi
01:13:48
Ja gut, da war so jetzt ein bisschen schon die Beantwortung. Also vermarkten Sie dann auf dem Hof oder haben Sie so einen Wochenmarkt, wo Sie dann die Sachen anbieten, weil im Biller oder so wird es wahrscheinlich genau,
Alfred
01:14:01
Genau. Wir haben drei Zielgruppen im Endeffekt, das eine ist Kistl, wir machen Kistl-Abo, vier Monate und zwölf Monate Abos in drei verschiedenen Größen, Die liefert man im Umkreis, wir haben neun Auslieferungsstationen und die sind im Umkreis von 15 Kilometer, 15, 20 Kilometer. Das heißt, das ist in jeder Ortschaft quasi eine Auslieferstation, dort liefern wir hin und von dort holen sie es die Leute. Idealerweise halt dann.
Willy
01:14:31
Du schimmst da super dein Mikrofon.
Alfred
01:14:33
Idealerweise dann halt mit dem Fahrrad oder es bleibt denen überlassen natürlich. Und das andere ist Gastro, also wo wir quasi ein Angebot immer am Freitag online stellen und unsere Partner suchen sich halt da aus, okay, jetzt gibt es Karotten, jetzt gibt es Salat, jetzt gibt es das und melden das an und während das dann im Zuge der Auslieferungstour von den Gemüsekisteln wird das dann mit ausgeliefert. Das heißt, Auslieferung ist immer am Donnerstag, Mittwoche Gernte, Donnerstag ist Auslieferung. Und das dritte ist ein Markt, den wir jetzt seit einem Dreivierteljahr, wo wir jetzt dort sind, das ist in der Langegasse in Wien, jeweils am Samstag. Also das sind unsere drei Vermarktungsprojekte.
Studi
01:15:18
Und wie machen Sie das in der kalten Jahreszeit? Weil ich kann mir vorstellen, da ist es dann schwierig, das in der Art fortzuführen. Wie können Sie dann den Konsumenten dann möglich machen, dass sie weiter versorgt werden mit ihren Produkten und den Zweckeln?
Alfred
01:15:33
Und Geld verdienen. Und auch Geld verdienen.
Studi
01:15:35
Ja, oder auch Mitarbeiter, weil dann ist wahrscheinlich die Saison, wo weniger Arbeit anfällt auf dem Feld. Das ist ja für viele Mitarbeiter auch eher nicht gut, wenn sie ein bisschen vielleicht Sorge haben, was mit ihrem Job ist.
Alfred
01:15:48
Genau, super. Zwei Themen. Das eine ist, wir liefern, Also wir machen Sommer- und Wintergemüseanbau. Das heißt, wir fahren eigentlich komplett durch von der Produktion her. Wir liefern 50 Wochen im Jahr aus. Aber wir haben nur zu Weihnachten Und Neujahr zu, ansonsten wird durchgeliefert und produzieren ca. 95% selber. Im Winter kaufen Wir manchmal ein bisschen was zu von anderen Biobauern, das ist jetzt ein Kraut oder so irgendwas, wenn uns das quasi aus ist. Das sorgt natürlich dann auch, zweiter Punkt, dafür, also das ist einerseits Wurzelgemüse und Gemüse, das lang lagerfähig ist, das wird im Herbst vor dem Frost geerntet, wird eingelagert bei uns im Kühlager und geht dann bis Februar, März, kann man das dann halt je nachdem wie lange der Vorrat reicht. Und andererseits aber auch Kulturen, die einfach frosthart sind. Da gibt es einen Grünkohl, da gibt es einen Palmkohl, da gibt es einen Lauch, da gibt es Kohlsprossen, da gibt es sehr viele Kulturen. Wir haben heuer gehabt, minus 18 Grad im Garten, in einer Nacht. Und trotzdem hat der Großteil überlebt. Und dann ist es natürlich im Folientunnel, wo es ein bisschen geschützter ist. Und wo dann, sobald die Sonne scheint, auch natürlich auch die Temperaturen sehr stark ansteigen drinnen. Also wenn es da draußen minus 5 Grad hat und die Sonne scheint, dann hat es drin 15, 20 Grad. Also da wächst dann auch im Winter was und dort ist es dann Spinat, Mangold, Asiasalate, Schnitzsalate, bestimmte Kräuter, also da glaubt man eigentlich gar nicht, wie viel auch im Winter geht. Das ist unglaublich.
Studi
01:17:34
Okay, und generell so Personalmangel?
Alfred
01:17:37
Genau, Personal. Zweite Frage ist natürlich auch, Das heißt, wir haben keine, dadurch, dass wir durchgehend arbeiten, haben wir keine Saisonarbeitskräfte. Und wenn man jetzt sich überlegt, In der Landwirtschaft immer das Thema, man kriegt zu wenig Personal. Es gibt Feldgemüseproduzenten, die fliegen das Personal mittlerweile aus Vietnam ein, ein ganzes Flugzeug voll.
Willy
01:18:00
Das heißt...
Alfred
01:18:02
Aus Vietnam. Echt? Ja, ja. Filgen? Und die sind ja die ganze Saison da, halt ein paar Monate, und dann werden die wieder nach Hause geschickt, weil du halt in Europa kaum mehr Arbeiter, Saisonarbeiter für die Landwirtschaft kriegst. Es ist anstrengend, es ist heiß, es ist nass, es wird nicht dem Mörder bezahlt, es ist nicht sehr attraktiv. Und das ist genau der Unterschied zu dem, was wir machen, weil du stehst halt dann drei Monate lang auf einem Kartoffelroder und im Staub und laut und du hast dort drei Monate lang die gleichen Handgriffe oder zwei Monate lang auf einen Spargeljauker oder was auch immer. Oder Erdbeeren pflücken, whatever, oder Tomaten pflücken. Und bei uns ist es eben so, In der Markerternerei, dass das sehr abwechslungsreich ist. Du hast jeden Tag mit mehreren Kulturen zu tun, verschiedene Kulturen. Und du hast aber noch auch Zusatzverantwortungen. Also bei uns gibt es in den Verantwortungsbereichen, das ist Kundenbetreuung, das ist Anbauplanung, das ist Kisterlplanung und so weiter, wo du halt auch wieder vom Beet wegkommst oder von draußen wegkommst und drinnen irgendeine Computerarbeit oder was zu tun hast. Und damit ist die Jobbeschreibung eigentlich sehr attraktiv, weil es sehr abwechslungsreich ist, sehr viel Know-how erfordert. Das ist nichts, wo ich sage, Da muss ich an jeden Teppen hinstellen. Und das ist komplett was anderes wie normale landwirtschaftliche Tätigkeit.
Willy
01:19:37
Und das wird nicht spezialisiert, sondern generalisiert und du musst von allem ein bisschen Ahnung haben. Ein bisschen und ein bisschen viel.
Alfred
01:19:44
Ja, ein bisschen viel.
Willy
01:19:47
Ich habe das jetzt spannend gefunden, weil du gesagt hast, bei der Vermarktung, Gastro, Kistl und dann noch zum Marktfahren, das heißt, das sind ja drei sehr Aladis Kistl. Wir haben ja schon gehabt, Simon Vetter aus Vorarlberg, der in Vorarlberg seine Gemüsekistl macht, also Mio Kistl, den Adama, der der größte Anbieter, glaube ich, da jetzt in Österreich aktuell ist mit Kisten. Das ist ja an sich schon eine Wissenschaft. Also wenn man da ewig reden kann, bis du die Logistik einmal hast, wo, was, wann ist und mit dem Kistel rückfallen und so, besteht nicht auch die Gefahr, dass die Leute einfach komplett überfordert sind. Wir waren jetzt 70 Kulturen auf einer kleinen Fläche. Die haben ja alle Zeitpunkte. Die müssen ja zueinander passen. Ich kann ja nicht alles nebeneinander bauen, sondern es muss ja alles passen. Das heißt, ich habe da eine mega Komplexität drinnen. Dann habe ich noch die Logistik, der Markt, die Gastro. Besteht nicht die Gefahr, dass die Leute irgendwann mal schwer überfordert sind?
Alfred
01:20:45
Die Mitarbeiter oder die Kunden?
Willy
01:20:47
Für die Kunden ist es wurscht, weil wenn ich meine Kistel kriege, ist es mir wurscht, wie du das zu mir bringst. Aber ich glaube eher die Mitarbeiter. Und der Mitarbeiter ist ja ganz oft, weil kleine Betriebe. Was ist denn die maximale Mitarbeiterzahl für so einen durchschnittlichen Markt? Weil du hast ja gesagt, es geht nach oben, gibt es eine Grenze.
Alfred
01:21:02
Ja, naja, es ist auch von der... Es gibt viele oder einige wirklich One-Man-One-Woman-Shows. Die machen das alleine. Das heute für... Gefährlich, weil du natürlich, wenn du weißt, du darfst nicht krank werden, Weil die machen dann nicht Sommer-Winter-Gemüse, Die machen halt nur...
Willy
01:21:22
Also einen Gang habe ich gar nicht gedacht,
Alfred
01:21:23
Dass du ausfallst. Wenn du weißt, du darfst nicht ausfallen, dann ist die Chance, dass du ausfallst, schon mal relativ hoch. Wenn ich den permanenten Stress habe, darf ich ja nicht krank werden, darf ich ja nicht krank werden. Und selbst wenn du zu zweit bist, wenn dann einer ausfällt, dann fällt nach drei Monaten der andere aus, klarerweise. Weil der dann die doppelte Arbeit hat.
Willy
01:21:41
Eine Kaskade.
Alfred
01:21:42
Insofern finde ich es ganz gut, so wie es wir machen, dass wir doch eine gewisse Betriebsgröße haben, dass wir mehrere Leute haben, also wir haben so vier Vollzeit-Äquivalente aufgeteilt auf sechs Leute und wir können es auch machen, also bei uns können die Mitarbeiter auch immer, also nicht immer und nicht jeder, aber auch durch die Saison durch zum Beispiel in Urlaub gehen, also wir sind so aufgestellt, dass wir sagen, eine Person kann in Urlaub gehen, es können auch nicht drei gleichzeitig gehen, klarerweise, weil man muss dann immer noch wenn einer damit rechnet, dass einer krank wird vielleicht, aber das geht auch noch. Also wenn zwei Leute nicht da sind, bricht auch der Laden nicht zusammen. Und das halte ich auch für vernünftig und für gut. Deswegen glaube ich auch, dass eine gewisse Größe gar nicht schadet in dem Fall.
Willy
01:22:30
Also auch keine Monokultur bei den Arbeitskräften oder so, sondern auch hier gilt das Prinzip Diversität und Resilienz, oder? Genau.
Alfred
01:22:38
Und was ich auch noch dazu sagen wollte, also das ist durchaus sehr komplex und und da gibt es mittlerweile auch Software dafür, Wir haben da drei verschiedene schon ausprobiert, ist nicht immer das, was du dann selber brauchst. Mittlerweile sind wir so weit, dass einer unserer Mitarbeiter, der Adam, das ist ein Ungar, Der hat in Ungarn Gartenbau studiert, War dann drei Monate auf Praxis bei uns und nachdem er so cool war, haben wir gleich angeheuert und der hat jetzt über AI eine Software entwickelt, die genau auf unseren Betrieb zugeschnitten ist, wo du über das Handy die komplette Arbeitsaufzeichnungen machen kannst, also wenn die jetzt anfangen zum Ernten, druckt dann am Knopf, sagt, das sind drei Leute und wenn sie fertig sind, drücken sie wieder am Knopf, das wird alles eingerechnet, jedes Beet ist angelegt, jede Sorten, du kannst genau nachschauen, was ist wo, Also er ist super cool, wirklich, und er hat aber von Programmierung keine Ahnung. Und hat sich Nur über Vibe Coding quasi das Server irgendwie erklärt und ist für uns super. Und würde es in Zukunft auch als Produkt quasi dann vermarkten für andere.
Willy
01:23:58
Also KI ist ein super Beispiel, wo KI dann auch in Landwirtschaft, ich weiß nämlich auch inzwischen nicht einmal, was ein Server ist, bzw. wie er funktioniert. Und programmieren kann ich auch nicht, aber irgendein Programm, das ich geschrieben habe, indirekt auf dem Server liegen. Funktioniert. Das ist crazy.
Alfred
01:24:17
Es ist wirklich cool eigentlich, dass dann das die menschlichsten einsetzen.
Willy
01:24:22
Das heißt, das Klischee vom Markgärten und was man vielleicht haben könnte, ich stelle es jetzt einfach mal in den Raum so, das haben wir alle an Bord, also zumindest die Männer, und es sind irgendwie Technikverweigerer und zurück zur Natur und bloß keine Technik, sondern es ist im Prinzip ein...
Alfred
01:24:38
Genau, also sicher auch so, dass das nicht unbedingt, es gibt auch solche und solche, aber die meisten sind das sehr offen.
Willy
01:24:48
Jetzt haben wir vorher gesagt, es gibt, was ich sehr charmant gefunden habe, es gibt eine Obergrenze. Man kann nicht unbegrenzt wachsen, sondern eher viele davon, aber alle in einer gewissen Größe. Es gibt eine Untergrenze, weil man soll es nicht allein machen. Also man soll es nicht allein machen. Was ist denn jetzt die ideale Größe für eine Marktgärtnerei? Wo kann ich das machen? Brauche ich da vier Stadt in der Nähe? Sehr schwierig. Kann ich das irgendwo weit in der Bumper machen? Oder wo, würdest du sagen, ist der ideale Platz? Und wer von uns könnte morgen quasi dann mit dem nötigen Kleingeld schon anfangen?
Alfred
01:25:25
Das nötige Kleingeld ist weniger das Problem. Das lässt sich schon aufstehen. Das Problem ist eher das Know-how. Das ist definitiv das, was man braucht, um das umsetzen zu können. Es gibt sehr viele verschiedene Modelle in der Marktgärtnerei. Wenn ich zum Beispiel sage, ich gehe nur auf Gastro und der sagt, Ich habe eine Schnitzel, Das ist mein Hauptprodukt und dazu gibt es einen gemischten Salat und für den brauche ich drei verschiedene Salate und mehr brauche ich nicht das ganze Jahr. Dann brauche ich als Marktgärtner nur drei verschiedene Salate produzieren. Und wenn ich drei oder vier Sowjeten habe und die kaufen jede dementsprechend in die Menge, Dann bin ich eigentlich mit meinem Produkt... Angebot sehr limitiert, so laut geht es schnell, dann kann ich dort wirklich sehr viel Geld verdienen. Wenn ich aber sage, Jetzt mache ich Kistl und ich habe Kunden, die wollen fünf, sechs, sieben, acht verschiedene Produkte in ihren Kistl drin haben jede Woche und das soll natürlich eine gewisse Abwechslung bieten, dann brauche ich natürlich eine Vielfalt, wo ich sagen muss, dann muss ich auch Produkte oder Kulturen dazunehmen, die eventuell nicht der Burner sind jetzt vom Deckungsbeitrag, aber dafür halt bunte Vielfalt reinbringen in meine Kiste. Also da gibt es so unterschiedliche Sachen, dass du jetzt sagen kannst, naja, die perfekte Marktgärtnerei ist X, Gibt es nicht. Es gibt hauptprofessionelle, also im Haupterwerb wirtschaftende Betriebe mit 1000 Quadratmeter und es gibt welche, die haben 3 Hektar und sind 15 Leute. Also es ist ganz unterschiedlich.
Willy
01:27:13
Der Standard bestimmt so ein bisschen auch das, was du an diesem Standard umgesetzt hast von der Kundenstruktur her.
Alfred
01:27:19
Es gibt welche, die machen Blumen dazu, es gibt viele, die machen Jungpflanzen und verkaufen Jungpflanzen dann im Frühjahr. Es gibt welche, die machen Kurse und Seminare oder Farm to Fork.
Willy
01:27:31
Also man darf sich gedanklich nicht einschränken, so, das ist jetzt nur Gemüse, fertig, sondern kann ich noch... Was ist, was wird zum Beispiel in einer Marktgärtnerei nie sein? Gibt es Tiere in einer Marktgärtnerei?
Alfred
01:27:43
Es gibt Marktgärtnereien, die Tiere haben, aber das ist also ein bisschen ähnlich wie die Definition so einer regenerativen Landwirtschaft. Das gibt es, also wir sagen jetzt auch, naja, Marktgärtnerei vorher ohne Traktor. Es gibt Marktgärtnereien, die haben einen Traktor, ein kleiner. Ja. Wenn ich diese Kerngeschichten irgendwie habe, dass ich sage, kleine Flächen, viel Handarbeit, große Vielfalt an Kulturen und Direktvermarktung. Ob du dann jetzt noch Blumen dazu hast, was kein Lebensmittel ist oder ob du sagst, ja ich habe aber einen kleinen Traktor mit dem ich da in Gras fahre. Wurscht.
Willy
01:28:21
Gibt es Produkte, also verarbeitete Produkte in der Marktkärtnerei?
Alfred
01:28:25
Durchaus, ja. Wenn man jetzt ans
Willy
01:28:26
Kieseldenk oder am Winter oder so.
Alfred
01:28:27
Also wir machen auch Kimchi, Wir machen Sauerkraut, wir lassen auch Gemüse einlegen. Also da hast du dann irgendwann so Gurkenschwämme oder was auch immer, wenn einfach dann Zucchini irgendwie explodiert, Dann weißt du nicht mehr, Was du tun musst, weil die halt einfach einen gewissen Zyklus haben vom Erdrag her. Und dann bringen wir das zu einem Kollegen und der macht dann Bio-Senf-Gurken draus. Die kriegen wir dann wieder zurück und die können wir dann im Winter natürlich im Glas mit anbieten.
Willy
01:29:00
Also im Prinzip, du bist nicht limitiert, wenn du dich jetzt Markgärtnerei nennst, bist du nicht limitiert, du darfst jetzt das und das machen, das und das nicht, sondern ist ein offenes Konzept.
Alfred
01:29:08
Ja, genau. Es gibt ja keine gesetzliche Definition von einer Markgärtnerei.
Willy
01:29:12
Okay. Landwirtschaft, hast du eine Frage? Bitte werfen oder schieben?
Studi
01:29:20
Nein, nur so generell, wenn ich jetzt Landwirt bin und ich will jetzt umstellen auf das System und ich habe ja viel ein größeres Land, wie kann ich dann das restliche Land sinnvoll nutzen, dass da auch der Boden regeneriert wird?
Alfred
01:29:35
Das ist eine gute Frage in dem Zusammenhang. Was da oft passiert, ist, dass Junge, also wir haben circa, wir haben so Umfragen gemacht und da haben wir ca. 40% der Markgärtnereien sind Junglandwirte. Wir haben jetzt sehr oft davon geredet, dass eigentlich Quereinsteiger sagen, hey, das ist cool und ich bache mir jetzt irgendwo einen halben Hektar Land und starte meine Markgärtnerei. Das brauche ich als Landwirt nicht. Sondern wenn ich sage, ich bin Junglandwirt oder Junglandwirtin und oft ist da, das kommt da noch dazu, oft gibt es das Problem, dass die junge Generation Pension, dem Betrieb noch nicht einsteigen kann, weil die Alten noch nicht in Pension gehen können. Der Betrieb aber oftmals nicht zwei Familien ernähren kann und da ist zum Beispiel eben auch die Chance, dass ich sage, okay, die Jungen fangen jetzt hinten raus in den Nahen Acker, machen sie eine Marktgärtnerei und die Alten dann halt weiter bis sie in Pension gehen und wenn die in Pension gehen, dann übernehmen die Jungen das dazu und fertig. Aber so wie du jetzt gesagt hast, dass das quasi dann in Rotation gehen würde, Das geht in dem Fall nicht. Weil man natürlich dort permanente Strukturen aufbaut, die Bewässerung, ein Folientunnel und so, das macht keinen Sinn, dass man dann sagt, und vor allem, ich baue ja dort, versuche dort meinen Boden aufzubauen. Ich mache intensiv Komposteinbringung, Mulcheinbringung und so, und versuche dort meinen Boden wirklich aufzupacken, damit er voll leistungsfähig ist und das wäre schade, wenn ich sage, jetzt habe ich das doch fünf Jahre aufgebaut und jetzt fange ich daneben wieder neu an, damit ich dort auch den Boden wieder aufbauen kann. Also das geht eigentlich nicht, dass man sagt, man rotiert dann im Betrieb durch. Mit Heihitzer. Jetzt geht es aber los.
Willy
01:31:27
Hast du irgendwas gesagt, hast du irgendwas getriggert?
Studi
01:31:30
Ich habe die Frage eigentlich auch schon, das ist auch noch zum Anfang, wie misst man eigentlich, dass der Boden gesund ist? Woher weiß man, dass jetzt der Boden regeneriert, dass er gleich bleibt oder dass er schlechter wird?
Alfred
01:31:47
Ein sehr wichtiger Indikator ist der Humusgehalt. das ist die organische Substanz, das ist das, wo man den Boden anzünden würde, das was verbrennen würde. Der mineralische Anteil bleibt gleich und der organische würde verbrennen.
Willy
01:31:58
Also Boden ist nicht gleich Humus.
Alfred
01:32:00
Humus ist nicht gleich Boden. Und das ist eine Methode. Das andere ist einfach mit den Spaten reinzuschauen und sich den Boden anzuschauen. Braucht man natürlich auch, muss man wissen, auf was man schaut. Aber also dass der Boden eben feinkrümelig ist, dass er gut riecht, man kann den Boden riechen sehr gut, dass er gut durchwurzelt ist, dass man Regenwürmer findet und so weiter. Oder man schickt ihn in ein Labor, macht eben diese Humusbestimmung, die organische Substanz oder ähnliches. Also es gibt verschiedene Methoden, sich den Boden gesund anzuschauen. Warum ist das so wichtig in der Markgärtnerei? Weil wir Generell eigentlich, also wir verwenden gar keine Pestizide, auch keine, die in der Biolandwirtschaft zugelassen wären. Andere verwenden das vielleicht, weiß ich nicht, ist kaum ein Thema eigentlich, witzigerweise. In den Marktkärtnereien habe ich noch nie irgendwen diskutiert gehört, welche Spritzmittel verwende ich gegen die Plotlise. Zum Beispiel, Obwohl es auch In der Biolandwirtschaft Mittel geben würde. Und dafür brauche ich aber dann auch einen extrem fruchtbaren Boden. Das heißt, ich muss einen super gesunden Boden haben, weil der eins, eins, die Auswirkung ist dann auf meine Pflanzengesundheit und meinen Ertrag. Und ich brauche ja einen hohen Ertrag, damit das System funktioniert. Ich kann nicht sagen, ich mache da jetzt 300 Kohlpflanzen aus und 70 überleben. Da kann ich wieder aufhören, weil so teuer kann ich die 70 Pflanzen gar nicht verkaufen, dass das irgendetwas wird. Das heißt, ich muss schauen, dass ich da ca. 280 oder 290 auszeige. Und dafür brauche ich einen gesunden Boden. Und das ist für uns noch viel wichtiger, wie in der konventionellen Landwirtschaft, wo ich sagen kann, naja, jetzt wächst es nicht gescheit, dann tue ich noch ein bisschen mehr Dünger dazu und jetzt kommen die Plot-Laisen und da spritzen wir jetzt drüber. Das kann ich mir auch nicht leisten. Das heißt, ich brauche von Haus aus die besten Bedingungen, um so eine hohe Produktivität zu erzielen, die ich brauche, um erfolgreich zu sein.
Studi
01:34:01
Und kann man auch ausgelagte Böden, dann kann man die auch wieder, also wenn wirklich der Bogen zerstört ist, kann man den dann neu aufbauen wieder? Oder muss da was davor da sein? Muss da ein Substrat, eine Humus-Schicht überhaupt? Aus dem sich das Ganze dann...
Alfred
01:34:18
Das kann man schon auch, das ist auch wieder ein Vorteil, weil ich so eine kleine Fläche habe, kann ich mich viel intensiver darum kümmern. Ich kann nicht 1000 Hektar Land, kann ich tue mir extrem schwer zu sagen, so viel Kompost für 1000 Hektar oder die 40.000 Hektar, so viel Kompost gibt es in ganz Brasilien nicht, dass der die 40.000 Hektar ausbringen kann, geschweige denn eine gute Kompostqualität. Weil in Brasilien ist wahrscheinlich die Mülltrennung nicht so gut, da ist im Kompost noch mehr Plastik drin als in Österreich. Und dann einen guten Kompost, das kriegst du nicht. Das heißt, Aber für 1000 Quadratmeter kriege ich einen guten Kompost. Und da kann ich halt schon auch wieder intensiv, da wird schon ordentlich Kompost aufgebracht, damit sich die Böden möglichst schnell regenerieren und möglichst, oder Mulch zum Beispiel eingesetzt. Das heißt, es wird auf dem Boden Rasen oder Klee oder Heu drauf gestreut. Und das arbeitet sich natürlich über die Regenwürmer, arbeitet sich dann ein und da wird der Boden extrem fruchtbar in der Böse.
Willy
01:35:20
Ich glaube, die Dimensionen, was oft sind, wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe, in einem durchschnittlichen Jahr, wenn man nicht wirklich aufs Vöhrl schaut oder auf den Mocker schaut, können bis zu 10 Tonnen auf dem Hektar, was da am Boden an Hummus auch verloren gehen kann, durchwiehen und so weiter. Hektar ist groß, das sind 10.000 Quadratmeter und das sind 10 Tonnen, klingt viel, ist viel, ist aber, so wie ich das ja auch gesehen, nicht viel, aber es wird halt jedes Jahr so schleichend wenig. Wenn du das 30 Jahre magst,
Alfred
01:35:50
Dann ist es viel.
Willy
01:35:51
Und du brauchst eine Zuhause-Nummer 30, 40, 50 Jahre, bis das wieder aufbaut.
Alfred
01:35:56
In der normalen Landwirtschaft. In der Markgärtnerei kann ich mich aufgrund der Kleinheit spülen.
Willy
01:36:04
Da war noch eine Frage.
Studi
01:36:11
Wenn man da so als Quereinsteiger anfängt oder so eine Marktgärtnerei startet, in welchen Zyklen muss man da denn planen oder wie lange dauert das, bis es produktiv ist, bis man das im Griff hat und nicht nur auf irgendwelche Anpassungen reagiert?
Alfred
01:36:28
Naja, man muss sich natürlich vorab, also bevor ich jetzt meine eigene Markerknerei starte, würde ich wirklich einmal sagen, drei Jahre intensiv damit beschäftigen. Idealerweise mit verschiedenen Betrieben sich anschauen und sagen, okay, da habe ich jetzt vier Monate dort gelernt und dann bin ich dort gegangen, da habe ich viel Theorie und so. Und wenn man dann startet, ist der Vorteil ja, ich habe sehr kurze Zyklen, das heißt, ich brauche jetzt nicht wie im Weinbau, und sage, okay, jetzt pflanze ich die Weingärten aus und dann muss ich vier Jahre warten, bis ich den ersten Ertrag habe und dann muss ich nochmal ein halbes Jahr warten, bis ich den Wein gemacht habe, bis ich den dann verkaufen kann. Sondern ich habe wirklich, ich baue meinen Salat an und sechs Wochen oder acht Wochen später kann ich verkaufen. Also da, wenn ich das einmal starte, dann sage ich einmal, ich starte jetzt im Frühling quasi mit meiner Marktgärtnerei frisch durch, dann kann es durchaus sein, dass ich im ersten Jahr schon profitabel bin.
Willy
01:37:26
Also das Wissen ist eigentlich die Aneignung aller Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Alfred
01:37:31
Genau, absolut. Also Wissen ist Macht. Wissen ist Macht in dem Fall und deswegen ist es auch so wichtig, dadurch, dass es eine wiederentdeckte Form der Produktion ist, dass man auch in der Forschung viel macht. Okay, was wären coole Kulturen, was sind Methoden, Produktionsmethoden, die sie am besten rechnen, Was ist am effizientesten? Was sind die besten Vermarktungsstrategien? Also da gibt es noch so viel Forschungsbedarf. Auch von eurer Uni, zu sagen, okay, wie schaut das aus? Gesamtbetrieb wirtschaftlich und so weiter. Also WU, da gibt es viel Bedarf.
Willy
01:38:11
Da war die Frage?
Alfred
01:38:13
Wir sind jetzt dort, wo, ob das euch vielleicht noch was sagt, in der Dynamik, wie man beim iPhone 3 war, wo man sagt, jede neue Version war ein Game Changer. Und da sind wir jetzt in dieser Dynamik, was sich da gerade entwickelt. Nicht so wie der Unterschied zwischen iPhone 16 und 17, wo ich sage, okay, jetzt hat er halt wieder ein Runde Ecken und jetzt war halt, das ist noch besser, das beste Telefon, das es je gab. Da war ja durch sie nicht mehr viel. Das ist ausentwickelt, das Smartphone. Und das sind nur
Willy
01:38:48
Mehr… Ihr seid doch in der Dreiergeneration.
Alfred
01:38:50
Wir sind noch in der Dreiergeneration.
Willy
01:38:52
Also eine sehr anschlussfähige Analogie, die du gerade gegeben hast. Jetzt können Sie zwar verstanden eigentlich,
Alfred
01:38:57
Aber da kann ich mir auch was darunter vorstellen, bitte.
Studi
01:39:00
Da war ja gerade die Frage, was man als Großlandwirt macht mit der Fläche, die man halt dann nicht mehr braucht, wenn man auf die Marktgärtnerei umsteigt. Aber bei Ihnen, Sie haben ja noch 89 Hektar ansonsten. Was machen Sie damit und inwiefern hilft das der Marktgärtnerei vielleicht?
Alfred
01:39:17
Ja, eher umgekehrt. Wir machen in der Ackerbau, in der normalen Biolandwirtschaft, machen wir Kulturen, die wir nicht direkt vermarkten, weil das einfach viel zu viel ist. Wenn ich sage, ich habe 10 Hektar Weizen und ich produziere da 4.000, 5.000 Kilo pro Hektar, dann hätte ich 50.000 Kilo Weizen, das heißt, wenn ich sage, ich würde den jetzt am Markt verkaufen wollen, 50.000 Kilo Mehl, muss ich mir vorstellen, das sind zwei Lkw mit Mehlpackungen, da verkaufe ich lang. Und wie viele Leute brauchen eine Mehl? Wer tut noch selber Brot machen? Schwierig. Oder Soja. Wer macht selber Tofu? Und wenn ich sage, okay, jetzt habe ich da 30 Tonnen Soja, wie viele Verkäufe muss ich machen, damit ich ein halbes Kilo Soja-Packerl verkaufen kann? Das kannst du nicht direkt vermarkten. du nur über Partner und da bei den Partnern und das ist der Grund, warum viele Landwirte sagen, Das zieht mir an, ist, weil du erntest das vom Mähdrescher, mit dem Mähdrescher, kippst das auf einen oder transferierst das auf einen Anhänger, fährst dann irgendwo hin zu einem Landesproduktenhändler, kippst das dann ab und drei Monate später erklärt er dann jemand, warum er nicht bereit ist, so viel zu zahlen, als du dir erhofft hast. Und das ist frustrierend, weil es gibt es in sehr wenigen Branchen, dass du halt produzierst und nicht weißt, was du bekommst dafür. Und da musst du immer hoffen, Dass irgendwo eine Katastrophe passiert, dass in Australien brennt oder in Russland zu viel regnet, damit dort die Getreideerträge schlecht sein, damit du einen guten Preis hast. Das ist das, was mich heute unterscheidet, wenn ich sage, ich bin in einer Direktvermarktung und ich habe ein Produkt und ich bin stolz darauf und sage, das ist der Preis und ich kann es vermarkten. Ich habe gesagt, du musst es produzieren können und du musst es vermarkten können. Ich kann es vermarkten, dann kann ich das erzielen, was ich mir vorstelle. Dann kann ich sagen, du, das kostet aber mehr, weil...
Willy
01:41:25
Du musst halt einen finden,
Alfred
01:41:27
Der es kauft. Genau, du musst einen finden, der es vermarkten kann. Das brauche ich beim Lagerhaus nicht. Da sage ich, ich liefere das ab, kippe das ab. Nur beim Preis darf ich auch nicht mitreden. Der sagt, ja, da Marktpreis, Börse, tschüss.
Willy
01:41:43
Anschlussfähige Frage da. Wirf das gerne mal weiter.
Studi
01:41:46
Was machen Sie mit den 89 anderen Hektar?
Alfred
01:41:49
Die gehen über den Handel. Die gehen über den Handel. Also da machen wir Weizen, Hanf, Hanfkörner, dann Mais, Soja, Hafer, Roggen.
Willy
01:42:01
Also du bist in beiden Systemen unterwegs.
Alfred
01:42:03
Genau, wir sind in beiden Systemen unterwegs.
Willy
01:42:06
Doppelsystemstrategie. Das passt jetzt bei der Marktgärtnerei. Bitte darüber werfen, ich stelle eine Zwischenfrage nach. Ja. Wie schaut es mit Förderungen aus? Förderungen gehen ja hauptsächlich auf die Fläche. Du hast gesagt, die Flächen sind klar. Kriegt man Förderungen, kleine Förderungen oder fällt das eigentlich aus dem Förderrschirm ganz raus?
Alfred
01:42:26
Es fällt eigentlich komplett aus dem Öpol-System, aus dem klassischen, das ist die österreichische Variante der gemeinsamen Agrarpolitik, weil die Betriebe alle füllen es klar an. Also wir fallen nicht aus, weil es quasi der Garten ein Teil der Farm ist, der Landwirtschaft ist. Da fallen wir nicht raus, aber wir kriegen da 250 Euro oder so irgendwas. Also das ist kein Thema,
Willy
01:42:50
Wenn man dort geht, landwirtschaftliche Förderungen sind, wären für Marktgärtnereien.
Alfred
01:42:55
Nein, also wir arbeiten eben in dieser Taskforce, versuchen wir das auch anzugehen, aber dann wünschen wir uns Förderungen, die nicht auf die Fläche gingen, weil da kommt nichts raus, sondern auf die Arbeitskraft oder auf die Ökosysteme.
Willy
01:43:10
Das vertief mir jetzt nicht das Thema, weil das ist wie der Rabbit Hole. Bitte.
Alfred
01:43:13
Sie haben ja angesprochen, dass quasi eigenes Marketing sehr wichtig ist, dass man quasi die Margen beibehält. Gerade wenn man anfängt auch oder jetzt Sie auch, welche Strategien nutzen Sie da irgendwie, dass die Leute quasi aufmerksam werden? Sehr gute Frage, weil nicht einfach die klassischen Vermarktungs- oder die klassischen Marketingstrategien jetzt redet man ja nur über Social Media mehr eigentlich wir machen immer Umfragen auch unter unseren Kundinnen by the way wir haben 85% Kundinnen und die die aber zu 65% auf Social Media gar nicht vertreten sind. Also das ist durchaus auch ein mündige Bürger und Bürgerinnen, die so ein Angebot annehmen. Die sagen aber auch beim Postwurf, bitte keine Werbung an Prüfkosten. Die erreichst du nicht über den Postwurf, die erreichst du nicht über Social Media. Das ist wirklich schwierig. Da haben wir schon auch gekämpft.
Willy
01:44:18
Deswegen hast du Radl, oder? Du fährst dich alle ab.
Alfred
01:44:20
Genau, ich fähr dich alle ab. halt die alle auf der Straße auf so Stopp.
Willy
01:44:24
Da steht ja schon wieder der Karte.
Alfred
01:44:26
Nein, aber wir haben jetzt eben eine Umfrage gemacht und da haben wir die Kundenzufriedenheit auch abgefragt mit dem Kistl und ob sie unsere Kistl auch weiterempfehlen würden. Und da haben wir von 10 Punkten haben wir 9,5 oder so erreicht. Also das war wirklich ein super Ergebnis. Da haben wir gesagt, okay, aber jetzt wollen wir das auch bewiesen haben. Wir machen jetzt eben rollen gerade eine Aktion aus, wo wir sagen, Kundin wirbt Kundin. Und ihr bekommt dann beide einen Kisserl gratis. Also sowohl die angeworbene, als auch die Werbende. Und ich bin schon neugierig, Ob das funktioniert. Aber nachdem sie da sehr gesagt haben, dass sie das machen würden, dann wollen wir auch wissen, ob sie es machen. Der Gap.
Willy
01:45:18
Passt. Du wolltest vorher noch, wir haben vorher gesagt, wir reden noch über die Taskforce. Im Bezug, glaube ich, hast du es eh schon indirekt angesprochen, was ist denn diese Taskforce-Market-Gärtnerei und was bringt uns die?
Alfred
01:45:32
Genau, also bei der Taskforce geht es darum, dass wir eben sehen, dass es eine wiederentdeckte Form der Landbewirtschaftung, sprich Rahmenbedingungen, fehlen. Es gibt keine Ausbildung, es gibt kein Support für Starter, es gibt kein Support durch die gemeinsame Agrarpolitik, Kanakens und so weiter. Und durch diese Problematik haben wir gesagt, wir wollen als Grand Farm, Als Forschungsbauernhof nicht nur produzieren, Sondern wir wollen das System auch begleiten und weiterentwickeln. Und deswegen haben wir gesagt, wir gründen eine Taskforce, oder wir rufen eine Taskforce ins Leben. Da gab es von der AWS einen Call Food Systems Explorer, Hat ja geheißen. Da haben wir eingereicht und haben den Zuschlag bekommen.
Willy
01:46:19
Da waren wir beide sogar.
Alfred
01:46:21
Genau. Und durften dann ein Jahr lang diese Taskforce entwickeln mit dem Ziel, wir wollen die Vorteile, die das System Markiärtnerei bietet, für die Gesellschaft, nicht so sehr für die Markiärtner und Markiärtnerinnen, sondern für die Gesellschaft, diese Vorteile wollen wir allen Österreicherinnen zur Verfügung stellen. Das heißt, wir wollen in jeder größeren Gemeinde eine Marktgärtnerei haben, die... An die Bevölkerung gesundes, Hochwertiges Gemüse liefert, ganzjährig, egal ob ein Blackout ist oder sonst irgendwas und der noch die Zusatzmöglichkeit bietet, dass der Kindergarten auf Exkursion kommen kann und die Volksschule und die Kooperation zwischen Musikverein und Wirtshaus und ja, also all diese Vorteile quasi. Aber dafür braucht es Rahmenbedingungen und wir haben insgesamt 15 Akteuren, Stakeholdergruppen definiert, wo wir Leute eingeladen haben, dort teilzunehmen an dieser Taskforce. Und das geht von Politik, Verwaltung, Beratung, Forschung, Marktgärtnerinnen, Konsumenten, Journalisten, Saatgut-Hersteller, also wirklich alle, was irgendwo, Finanzbereich, Banken, alle, was irgendwo in dem Bereich quasi irgendwo in Kontakt haben zur Markgärtnerei, haben wir Leute eingeladen, haben insgesamt 90 Personen, die wir da jetzt teilnehmen. Und wir arbeiten in sechs Arbeitsgruppen und versuchen eben das Thema Markgärtner einerseits zu definieren und zu erkunden, aber dann auch Entscheidungsträger anzusprechen, zu sprechen, zum Beispiel zum AMS zu gehen und sagen, wisst ihr, was das ist? Nein, wir erklären euch das, Markgärtnerei ist das und das, hat den Vorteil für den Arbeitsplatz oder für den Arbeitsmarkt. Und es gibt viele Leute, die wollen quasi aus ihrem Sektor wechseln in Markgärtnereien und was wir von euch wollen, ein Sonderprogramm, damit quasi die Leute, die switchen wollen zu Markkärtnerei eine besondere Unterstützung bekommen in der Ausbildung.
Willy
01:48:35
Also im Unternehmensgründerprogramm, was es auch gibt?
Alfred
01:48:38
Zum Beispiel, so irgendwas. Das heißt, wir wollen Rahmenbedingungen haben für Markkärtner und Markkärtnerinnen, die sie jetzt nicht haben. Wir wollen, dass sie eine Startup-Förderung entwickelt. Wir wollen, dass es Schulen gibt, die diese Ausbildung anbieten und so weiter. Also das komplette Environment für eine Marktgärtnerei, das sich ändert. Warum? Weil, wenn du schaust, Jeder Sektor, egal ob das Kindergarten oder ÖBB oder der Autofahrer oder der Heiselbauer, hat halt bestimmte Rahmenbedingungen, kriegt eine Unterstützung durch den Staat oder durch Programme oder die Bauern oder was auch immer. Es ist einfach so. Es gibt Programme für alles und für jeden. Nur für Marker 3 gibt es das nicht, weil es es bis jetzt nicht gegeben hat.
Willy
01:49:28
Das gleiche Problem...
Alfred
01:49:30
Wir können auch niemanden vorwerfen. Warum soll ich ein Rahmenprogramm schaffen oder Rahmenbedingungen schaffen für etwas, was es nicht gibt? Aber jetzt gibt es das. Deswegen wollen wir es den Entscheidungsträgern erklären. Huch zu, das ist neig, das ist cool, das brauchst du. Aber die muss man auch unterstützen.
Willy
01:49:46
Das ist spannend, weil der nächste Podcast, der jetzt online geht, ist aus Südtirol über Aquaponik, also du mit Fische mit Gemüse quasi zusammenspannst, kannst du nicht Bio-Zertifizieren, weil es in der Verordnung nicht vorgeschlagen ist. Das ist das selbe Problem. Alles passiert so aus modernere Varianten der Landwirtschaft. Aber wenn teilweise das System schon 10.000 Jahre alt sind, kommt, kannst du es teilweise nicht anwenden, weil es in der verfassten Welt der Lebensmittelproduktion einfach noch keinen Abschnitt gibt, wo das berücksichtigt ist. Du kannst es eigentlich nicht machen, weil es es nicht geben darf. Und an dieser Grenze, da habt ihr genauso die Probleme offensichtlich wie viele andere, sagen wir jetzt, Future Food Konzepte. Auch, oder? Wie erfolgreich seid ihr damit, dass es was reinbringt?
Alfred
01:50:38
So reingebracht haben wir ein paar Sachen schon. Also das ist ja Teil der Idee, ist auch zum Beispiel das Thema Marketterei auch bei Konsumentinnen stärker zu also einfach das Publikum zu machen und da haben wir schon einige Sachen gemacht wir waren schon im Parlament da waren alle Agrarsprecher der österreichischen allerösterreichischen Parlamentsparteien vertreten, Haben wir eineinhalb Stunden lang erklärt, Was ist das, warum ist das haben wir sehr guten Konsens gehabt sehr gute Gespräche natürlich,
Willy
01:51:08
Jetzt gibt es keins auf deiner iPhone-Skala das sind
Alfred
01:51:11
Wir auch bei drei ich glaube
Willy
01:51:13
Ich werde jetzt überall bringen in die iPhones Karate, ist super.
Alfred
01:51:19
Es gibt schon einiges, was sich bewegt.
Willy
01:51:27
Ich habe mir jetzt da noch eine Frage aufgeschrieben. Das eine wäre, was müsste die Politik ändern, aber das haben wir jetzt im Prinzip ja eh gesagt. Die Förderpolitik passt nicht dazu und einfach die gesamte Regelungspolitik berücksichtigt das Konzept.
Alfred
01:51:41
Wobei ich immer ein bisschen die Panik habe, immer nur nach Geld zu schreien, weil dann sagt man als typischer Bauer, wir wollen immer mehr Geld haben. in Wahrheit. Aber das Wichtigste ist Ausbildung. Die wichtigste Rahmenbedingung ist eine ordentliche Ausbildung anzubieten. Das ist die halbe Mitte fast, würde ich fast sagen. Und dann kann man natürlich sagen, naja sicher gibt es andere Rahmenbedingungen, auch noch Unterstützung bei der Staat und beim Staaten. Aber Forschung, Beratung, die unabhängige Beratung und solche Sachen. Also das sind wirklich wichtige Rahmenbedingungen, die nicht unbedingt jetzt rein am Groschen hängen oder am Eurocent hängen. Aber natürlich, wenn man über Rahmenbedingungen redet und alle anderen werden auch irgendwo supported, weil die ÖBB finanziert sich auch nicht, alleine nicht und die Kindergärten finanzieren sich auch nicht durch den Elternbeitrag. Ja, dann kann man das natürlich auch ansprechen.
Willy
01:52:39
Dann, ich würde sagen, wir birgen uns schon langsam ein bisschen in die Zielgerade ein. Gibt es bei euch jetzt noch Fragen, die was bis jetzt aufgehalten habt, die jetzt noch unbedingt raus müssen? Jetzt bei der letzten Gelegenheit für Fragen. Okay, ich habe eine letzte Frage. Grundsätzlich, das ist eine sehr offene Frage, da kommt meistens was. In dem ganzen Kontext, und jetzt haben wir einen Fokus auf die Marktgärtnerei, nicht das? Market Gardening, ja, wichtig. Sehr brauche ich. Dankeschön. Gibt es irgendwas, was für dieses Verständnis, dieses Konzeptes wesentlich ist, das wir jetzt noch nicht behandelt haben, damit wir es da quasi an einen runden Abfluss machen können?
Alfred
01:53:18
Puh. Ja, ja.
Willy
01:53:21
Ich weiß etwas. Du hast vergessen, du schimpfst mich nachher wieder, dass ich das nicht gesagt habe.
Alfred
01:53:26
Gut.
Willy
01:53:27
R-O-C.
Alfred
01:53:29
Okay, ja. Oder?
Willy
01:53:31
Ist nicht so wichtig.
Alfred
01:53:33
Kann man darüber reden.
Willy
01:53:36
Nein, ich glaube, ich habe es nämlich jetzt gerade in dem Moment gesehen. Es gibt eine eigene Zertifizierung, die was dieses Thema Bio und Regenerativ zusammenbringt. Das ist relativ neuch. Ich habe es noch nie gehört, bis ihr seid einmal zertifiziert worden, glaube ich, drauf. Erklär das vielleicht und was ist das Neue daran, weil ich es jetzt gerade wieder gesehen habe und dann...
Alfred
01:53:56
Wir haben vor Jahren eigentlich schon mit einem amerikanischen Forschungsinstitut zusammengearbeitet, mit dem Rodil-Institut. Und das Rodil-Institut hat sich gemeinsam mit der Firma Patagonia, das ist die Bekleidungsfirma, und Dr. Browners, das ist ein Naturkosmetik, größter Naturkosmetik-Hersteller in den USA, zusammengetan und haben gesagt, Bio allein genügt nicht. Ja, also diese USDA, also amerikanische Bio-Verordnung oder die EU-Bio-Verordnung, Bio ist zu wenig, also dieses Sustainable versus Regenerativ, sondern Bio muss mehr sein als nur noch diesen gesetzlichen Vorgaben, so wie wir eben bei Bio-Austria auf höherem Standard arbeiten. Und sie wollten eine globale Zertifizierung und diese nennt sich Regenerative Organic Certificate, ROC oder auch ROC ausgesprochen. Und da gab es ein Board of Directors und da haben die mich gefragt, ob ich da mitarbeiten möchte und da habe ich ja zwei Jahre remote halt immer mitgearbeitet, was mir super mühsam war, das hat immer am 10.08. angefangen.
Willy
01:55:10
Das war eine Zeitumstellung,
Alfred
01:55:10
Haben sie nicht nach dir gerichtet oder was? Nein, sie haben sie nicht nach mir gerichtet. Und dann haben wir natürlich auch gesagt, okay, wir wollen dieses Zertifikat auch haben in Europa und waren dann 2024 die erste Marktgärtner Europas, die diese Rock-Zertifizierung gemacht haben und der zweite Ockerbaubetrieb insgesamt in Europa, die diese Rock-Zertifizierung gemacht haben. Haben sie aber 2025 nicht nachzertifiziert, weil sie einfach zeitmäßig und weil sie es ja auch noch nicht rechnet, also es kostet auch wieder 200.000 Euro. Ich weiß natürlich so ein bisschen ein Problem, wenn ihr es nicht kennt. Plattformproblem, ne? Genau, kauft es nicht. Ja, wenn ich dann jetzt diese Rock-Zertifizierung mache und es teure Geld und dann zwei Tage Arbeitszeit, dann ist die Frage, macht es Sinn oder nicht?
Willy
01:56:00
Es hat sich ausgerockt.
Alfred
01:56:02
Ja, wir wissen es noch nicht, ob wir es heuer machen oder nicht. Es gebe viele gute Gründe dafür und ein paar Gründe dagegen. Zeit und Geld. Aber es macht schon Sinn. Es wäre schon cool. Aber das ist quasi auch der Versuch der Bio-Szene, diesen Begriff regenerativ zurückzuholen. Also das ist ein bisschen ein Kampf zwischen Bio und konventionell. Was ist jetzt wirklich regenerativ? Und wenn man jetzt da die konventionelle Regenerativ und sagen halt quasi, sie sind halt das neue Bio, ist das Regenerativ. Aber nur wenn ich keine Wenn ich keine scharfen Regeln habe, dann kann jeder sagen, der hat intensivste Arbeit und dann sagt, ja, aber da haben wir ein paar Bäume und da haben wir einen Binnenstock und das ist immer regenerativ. Und der Rest wird quasi irgendwie behandelt. Das ist halt dann schwierig und da hat es dann das Greenwashing. Deswegen springt auch der Handel nicht drauf, Weil der Handel natürlich sagt, Wenn wir das Produkt jetzt regenerativ vermarkten und dann kommen die NGOs und hinterfragen das und dann sagen die, das ist Greenwashing, dann fällt das uns zurück als Pillar oder als Spar oder sonst irgendwas. Auf das lassen sie die nicht ein. Deswegen werden die prinzipiell sehr interessiert an solchen Zertifikaten, weil dann können die sagen, das ist aber zertifiziert und das passt.
Willy
01:57:31
Jetzt ist es eine runde Geschichte die Marktgärtnerei oder? Jetzt ist es eine runde Geschichte haben wir jetzt alles was wir dazu haben
Alfred
01:57:37
Ich glaube wir haben alles Letzte Chance Wichtigste Eigenschaft überhaupt glaube ich ist die Resilienz das heißt diese Widerstandsfähigkeit dieses kleinen Systems, dieser kleinen Einheiten viele kleine Einheiten die sehr eigenständig agieren können Und auch in der Krise, wir erinnern uns zurück, Corona, wo in Deutschland eine Fleischfabrik, Tönnies, die machen 20% vom deutschen Schweinemarkt, schlachten die. Und die waren im Corona, Waren die drei oder vier Wochen gesperrt, weil halt irgendein Corona-Fall vom Personal war. Und da siehst du, was passieren kann. Man sagt, die machen 20% vom Schweinemarkt, wenn die auf einmal stillsteht, die Fabrik. Das ist ein riesen Impact. Lieferkettenabhängigkeit. Genau. Und in der Marktkärtnerei habe ich lauter kleine Betriebe. Selbst wenn eine ausfällt, ist das wurscht. Also das spielt keine Rolle. Und die Betriebe sind unabhängig vom Strom. Die Betriebe sind dadurch, durch die viele Handarbeit, unabhängig von sehr vielen Betriebsmitteln. Wenn da jetzt im Suezkanal ein Schiff stecken bleibt, ist es wurscht. Wenn die Straße von Hormuz gesperrt ist, ist es wurscht. Die können weiter produzieren und können die Bevölkerung versorgen. Und das ist wahrscheinlich im Augenblick eine der größten Vorteile, die das System bietet.
Willy
01:59:11
Es ist ein trauriger Anlass eigentlich für das, wo das dann die größten Vorteile wieder ist. Also die Zeiten bedingen gerade wieder ein bisschen auch resilientere autarke Systeme, die einfach in diese Zeiten wieder passen. Jetzt, schau, Hirtze. Scheißloch, das ist sogar schon. Man werfe nachher, werft es nicht. Wem wirst es euch trauen? Jawohl. Sehr schön. Es gehört ein bisschen Action da rein.
Alfred
01:59:37
Okay, aber wenn jetzt die anderen Systeme so zum Beispiel stromabhängig sind oder so, sind die, also ist das zum Beispiel das Ganze nicht wetterabhängig? Weil wenn jetzt die weitere Sommer jetzt wie letzten werden, wo es mega heiß war und gar kein Regen da war, ist das dann nicht das Problem? Weil schon das Tendenz steigt schon, dass es immer heißer wird. Ja, auf jeden Fall. Und das ist ja der Kernproblem von dem Ganzen. Das ist ja doch dann Weil wenn die Sonne scheint in ganz Österreich, also wenn es zu heiß ist, dann fällt es in ganz Österreich aus. Danke für die Frage. Nicht wirklich, weil mir jetzt die Frage ist, ist es ein kurzfristiges Problem oder ein langfristiges Problem. Wenn ich sage, Kurzfristig fährt der Strom aus und ich kann nicht bewässern, dann wächst es vielleicht einmal um 7% weniger. Und wenn es länger dauert, dann wächst es um 15% weniger, aber es wächst immer noch etwas. Und ich kann dadurch, Dass wir zum Beispiel mulchen und Kompost ausbringen, die Böden haben eine sehr hohe Wasserspeicherfähigkeit, dadurch, dass ich Mulch ausbringe, also Heu zum Beispiel ausbringe, verdunstet weniger, das heißt, ich bin insofern auch resilienter, auch wenn nichts regnet und ich nicht bewässern könnte. Andererseits haben, wenn ich sage, langfristig, ja, okay, dann ist natürlich der Effekt vielleicht auch größer, wenn es jetzt vier Monate nicht regnet, ja, ist der Effekt größer. Aber wenn ich vier Monate Blackout habe und es zusätzlich nicht regnet, Dann möchte ich nicht wissen, Wie die Felder ausschauen. Dann ist auch kein Diesel mehr da für Traktoren. Dann ist der Ackerbau oder die andere Landwirtschaft, die steht auf null und wir stehen vielleicht auf 50%. Also da ist der Effekt noch viel stärker.
Willy
02:01:22
Weil die Abhängigen viel größer sind, nicht von externen Faktoren.
Alfred
02:01:25
Ja, weil ich kann, wenn ich sage, okay, jetzt hat es nicht regnet, ich möchte trotzdem meinen Salat pflanzen, Dann kann ich einer mit der Gierskalke und kann das eine Beet bespielen. Oder ich kann mit einer Schwengelpumpen das auffahren und mit der Gießkanne gieße das dann ein, weil ich so kleine Flächen habe. Du musst dir vorstellen, das ist ziemlich gut skalierbar. Wenn man sagt, ich habe ein Hochbeet, das ist so groß wie der Tisch, also wie der kleine Tisch da, das ist jetzt vielleicht ein halber, dreiviertel Quadratmeter, aber ich kann auf einem Quadratmeter ca. 20 kg Gemüse produzieren. Das ist gar keine Kunst, da muss ich jetzt nicht super grünen Daumen haben. Das wären am Hektar aber 200 Tonnen. Und die Kultur gibt es nicht im Ackerbau, die 200 Tonnen liefert. Das heißt, je Kleiner die Fläche ist, umso mehr kann ich mich darum kümmern, kann jedes einzelne Blatt anschauen, ist der Blottalas dahinter oder nicht, und kann die einen Blattlast zerquetschen und kann das gelbe Blatt wegbrocken und dann wieder hinlegen, genau so, dass das möglichst viel Verdunstungsschutz hat. Das heißt, je kleiner die Fläche ist, umso mehr kann ich mich, umso sorgsamer kann ich mich kümmern, umso höher ist mein Ertrag. Wenn ich sehr große Flächen habe, Die 40.000 Hektar, die der Kollege hat, der fängt einmal die ersten 7.000 Hektar, ist er zu früh dran mit dem Anbau, dann hat er irgendwie 15.000 Hektar, die am richtigen Zeitpunkt angebaut und die restlichen Hektar ist er später dran. Weil, natürlich kann ich alles am gleichen Tag machen. Und wenn ich aber eine kleine Fläche habe, dann kann ich mich wirklich dem Ganzen widmen. Genau, dem viel intensiver widmen. Ich kann viel mehr Hirnschmalz eigentlich in die kleine Fläche hinlegen.
Willy
02:03:02
Ich wollte gerade sagen, danke. Der Josef Holzer sagt das auch immer. Mehr Hirn pro Hektar kriegst du dann einfach auf die Fläche.
Alfred
02:03:08
Das heißt, Bruch vom Winter-Tatel, ja. Sehr schön.
Willy
02:03:11
Wir machen jetzt Schluss. Alfred, was habe ich mir denn da aufgeschrieben? Ich habe mir aufgeschrieben, dass ich Danke sage. Das ist schon mal wieder legendär, oder? Alfred, danke für deine Zeit und deine Offenheit. Das stimmt. Das habe ich vorher schon gewusst, dass es so sein wird. Und an euch da draußen. Mehr Infos zum Gast und zum Thema findet ihr wie immer in den Show Notes. Und die Folge mit dem Alfred, die ist nämlich da auch wieder verlinkt. Und ein paar andere Folgen, die dazu passen, auch. Und hier an die Runde, da im Raum, danke für eure Fragen, danke fürs Mitmachen, danke fürs Mitdiskutieren. Ich hoffe, es war das eine oder andere erleuchtende Element dabei. Ich bin mir relativ sicher, wenn du da bist. In diesem Sinne, wir sagen immer, Bauer, zu der Bibel, durchs Reden kommen die Leute zu haben. Danke und bis zum nächsten Mal. Alfred, danke dir noch einmal. Ich bin mir ein kurzer, nur für den Alfred. Ich hoffe, dass du einen tollen Vergleich hast, immer sicher in Picken bleiben. In dem Sinne, danke und vier

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