BauertothePeople (B2P)

Wilhelm Geiger

B2P028 Familie Berger | Bergerschinken - Fleischverarbeitung vom Schwein bis zum Schinken

über Familie, Fleisch und die Form des Schinkens

18.04.2021 125 min Wilhelm Geiger

Zusammenfassung & Show Notes

Wo soll man anfangen? Im Universum der Familie Berger kommt unheimlich viel zusammen. Nach der Führung bin ich von so vielen Eindrücken erschlagen und habe so viele Fragen im Kopf, dass ich anfangs gar nicht weiß, wie ich dieses Gespräch jetzt führen soll. Zum Glück bin ich ja nicht alleine, die Melange holt mich da raus.

Ernsthaft: Bei der Firma Berger Schinken wird noch selbst geschlachtet. Nicht das ganze Fleisch kommt aus der eigenen Schlachtung, man kauft auch zu. Gut 30 % des Schweinefleisches bezieht man aber aus einem Umkreis von gut 50 km oder maximal 2 Autostunden, erklärt Rudolf Berger oder wie ich ihn mal bezeichnet habe, der alte Berger. Er hat es sich gemerkt. Ich nicht. Er hat mich erinnert. Ich mich dann auch.

Dieses Fleisch wird auch unter dem hauseigenen Programm "Regional Optimal" vermarktet. Würde man nur auf Regionalität und Tierwohl setzen, würde es die Firma allerdings nicht mehr geben. Neben dem Schinken für den Einzelhandel, wie der Firmenname auch ein wenig in die Irre führt, wird auch noch Großhandel und Gastronomie mit Frischfleisch beliefert. Zudem macht man Wurst und betreibt eigene Märkte und Filialen. Auf diese Weise, so die Familie stolz, könne man das ganze Tier verarbeiten, von der Nase bis zum Schwanz, Nose to Tail, wie es auch heißt.

Diese Vielseitigkeit des Angebotes ist es auch, warum Rudolf Berger den Betrieb nicht als "groß" sehen möchte. Natürlich ist man ein großer Betrieb mit vielen Mitarbeitern. Er denkt bei groß aber eher an Spezialisierung auf ganz wenige Produkte und hoch-optimierte Prozesse. Eine Entwicklung, welche er für Berger Schinken nicht sieht. Auch der Umstand, dass man Tiere direkt von den Landwirten und nicht über Handelsplätze wie z.B. die Schweinebörse einkauft, ist eher die Ausnahme, als die Regel. Die Märkte sind hier eben stark spezialisiert, die Betriebe entsprechend auch. Eigentlich sei aber die eigene Schlachtung das wirklich Spezielle. Über diese sprechen wir im Podcast ausführlich. 

Der direkte Einkauf bei den Landwirten hat Vorteile, aber auch Nachteile. So war 2020 ein Zulieferbetrieb wegen schlechter Haltungsbedingungen in den Medien. Das hat auch das Unternehmen hart getroffen. Es war eine extrem anstrengende, schwierige, aber auch sehr lehrreiche Zeit, ist man sich einig. Man hat gemeinsam mit unterschiedlichen Stakeholdern nach Lösungen und Verbesserungen gesucht. Der betroffene Bauer kann übrigens auch weitermachen und setzt jetzt voll auf Tierwohl.  Tierwohl, Regionalität, Fleischkonsum, Schlachten, Ethik, Markt, Großhandel, Einzelhandel, Transport, Verpackung, Facharbeiter, Strukturwandel und und und ... Ich bekomme jetzt beim Schreiben schon wieder Zustände. Da kommen wirklich viele Themen zusammen, die im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs von Bedeutung sind. Bianca war da deutlich entspannter. Dieses Mal :-) 

Mit Thomas Berger, seiner Freundin Kristina und der Cousine Barbara steht schon die nächste Generation vor der fließenden Übernahme des Betriebes. Auf sie wartet eine spannende, sicher aber auch eine herausfordernde und abwechslungsreiche Entwicklung in einem Markt, der vermutlich vor großen Veränderungen steht. Aktuell bastelt man jedoch schon an Hybridwürsten, halb tierisch, halb pflanzlich, denkt über nachhaltige Verpackungen und sicher noch die eine oder andere Sache nach.


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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen 😊
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Transkript

Sprecher 5
00:00:08
Power to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen, Menschen und Landwirtschaft. Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen.</v>
Rudolf
00:00:23
Persönlich.</v>
Sprecher 7
00:00:28
Ja, wir sind auf Sendung. Fast.</v>
Rudolf
00:00:31
Habe ich so erwartet.</v>
Sprecher 7
00:00:33
Genau so erwartet. Grüß euch. Hallo. Hallo, hallo. Grüß euch. Ja, Bauer to the Bibel.</v>
Bianca
00:00:40
Heute vom Berger Schinken.</v>
Willy
00:00:42
Von Berger Schinken, ja. Bei der Familie Berger. Wir sind in Siegertskirchen. In Siegertskirchen. Vielen Dank für die Einladung. Und wir sprechen heute mit der Familie Berger. Firma Berger Schinken. Bei uns sind heute der Thomas. Hallo. Der Sohn. Genau. Rudolf. Der Vater. Und Gabi, die Tante.</v>
Gabi
00:01:06
Genau, hallo.</v>
Willy
00:01:07
Oder Schwester vom Rudolf.</v>
Gabi
00:01:09
Beides bitte ich.</v>
Willy
00:01:12
Wir sind wieder da in der altbekannten Zusammensetzung mit der charmanten und Das ist vor allem nichts mehr an. Schamant reicht. Bianca Blasl aka.</v>
Bianca
00:01:24
Melange in Gummistiefeln.</v>
Willy
00:01:26
Und Willi. Servus. Grüß euch. Danke für die Einladung. Wir kommen jetzt von einer Betriebsführung. Wir haben wirklich vom Schlachthof bis zum fertigen Produkt jetzt alles gesehen. Es ist ein sehr, sehr, wie soll ich sagen, sehr, sehr komplexes Thema, sehr, sehr vielfältig. Danke, dass ihr uns einlassen habt. Danke, dass ihr uns erst einmal gezwackt habt. Und wir werden jetzt versuchen, ein bisschen... Das viele, was wir gesehen haben, aus eurer Sicht einzufangen und darüber zu reden. Wir machen es immer so, es geht bei Bauer zu den People für um die Menschen. hinter den Produkten, viel um die Geschichte, wie es überhaupt zu den Betrieben, zu den Landwirtschaften, zu den Ansichten, Sichtweisen und so weiter gekommen ist. Deswegen würde ich gerne jetzt einfach mal ganz vorn oder ganz hinten anfangen. Wie ist denn quasi die Firma Berger entstanden? Was war da damals der Grund? Wie alt, wie lange gibt es die Firma schon? Einfach so ein bisschen erzählen, wie es zu dem gekommen ist. Eure Geschichte.</v>
Rudolf
00:02:43
Gerne, machen wir. Also die Firma gibt es seit 1890. Da hat der Urgroßvater Michael Berger die Firma gegründet. Der ist aus der Nachbarortschaft Rappoltenkirchen gekommen. war eines von zehn Kindern und hat geheiratet und eben im Rahmen der Eheschließung dann einen bereits bestehenden Betrieb in Siegertzkirchen Die Fleischerei Senkstbratl, finde ich für einen guten Namen. Senkstbratl. Senkstbratl, ja. Die Fleischerei gekauft. Und das war eben das Gründungsjahr 1890 unseres Unternehmens. Und der Uropa war, so ist es uns überliefert worden, schon sehr modern denkend, auch sehr europäisch denkend. Er hat dann schon... Begonnen mit der Produktion, damals war es noch getrennt, also der Fleischer war ein eigener Beruf und der Fleischselcher ein anderer Beruf. Fleischselcher? Fleischselcher, ja genau. Er hat nach Wien geliefert, er hat dann schon auch mit Ungarn Kälber gehandelt. Also er hat den Betrieb ziemlich, glaube ich, fortgebracht und entwickelt. und hat dann an den Opa, den Karl Berger, übergeben. Das war, glaube ich, 1920, wenn es richtig ist. Und der Opa war dem Vernehmen nach eher ein ruhiger, aber auch sehr weitdenkender Mann. Politisch interessiert. Der Opa war auch Bürgermeister von Sigertzkirchen. Aha, schön. Und hat den Betrieb wirklich weiter ausgebaut. Die klassische Geschichte ist die, dass wir zum Bau der Aachensee-Bundesstraße nach Tirol geliefert haben. Das war, glaube ich, unter dem Opa, ja. In der Pflegung? Ja, so. Zum Bau, also für die Baumitarbeiter nehme ich an, wurde dann da hinausgeliefert. Da gibt es dann Fotos schon, wo er quasi schon so 30, 35 Mitarbeiter hat. Ist also ein gewachsener Betrieb und dann ist halt der Opa bei einem Verkehrsunfall in der Nähe gestorben, vor dem Zweiten Weltkrieg unmittelbar. Und das war also bei uns immer so eindrucksvoll geschildert worden von unserem Vater, dieses einschneidende Ereignis in der Familienchronik, dass eben der Unternehmer da stirbt und Er damals sechs Jahre alt war und die Oma dann den Betrieb durch diese Kriegs- und Nachkriegsjahre geführt hat. Das war für ihn immer sicher ein persönlich einschneidendes Erlebnis, um es wir auch eigentlich vermittelt bekommen, diese Leistung, den Betrieb durch den Krieg zu führen. Und unser Vater hat dann 1958 den Betrieb übernommen. Der war im Gymnasium, musste nach der sechsten Gymnasium dann aufhören, nach Hause kommen. Und den Betrieb übernehmen, war damals jüngster Fleischermeister Österreichs und hat dann 1962 geheiratet. Und die Eltern, die Mutter und der Vater haben den Betrieb dann wirklich aufgebaut.</v>
Willy
00:05:48
Was war denn das damals für ein Betrieb? Oder wie kann man sich denn den Betrieb damals vorstellen? Das ist eine wirklich gute Frage, ja.</v>
Rudolf
00:05:54
Danke. Nein, weil es auf der Hand liegt. Weil es natürlich nach den Kriegsjahren einfachst, schwierigst, nicht investiert, alt war. Ein ganz wahrscheinlich mühseliges Anfangen. Ich kann mich an die Bilder erinnern, die man uns damals gezeigt hat. Es war nicht schwierig für die Eltern, diesen Aufbruch, der nach dem Krieg sicher war, mitzunutzen und mitzutun. Aber der Vater war, was man heutzutage als ein perfekter Networker bezeichnen würde. Also in meiner Empfindung den Menschen, mit dem der Vater nicht reden konnte, jetzt nicht gegeben. Und selbst wenn das ein Konkurrent oder ein gegenteiliger politischer oder weltanschaulicher... Irgendein Thema haben die beiden gefunden und das war glaube ich das Erfolgsrezept, dass dann wirklich das Unternehmen mit meiner Mutter gemeinsam weitergebracht hat. Wie groß war das Unternehmen damals?</v>
Willy
00:06:48
War das eine Fleischerei oder war das da schon ähnlich?</v>
Rudolf
00:06:52
Nein, das war ein Landfleischhauer mit zehn oder acht Mitarbeitern oder so in die Richtung. Also wirklich ganz ein kleiner Betrieb. Und die beiden haben es dann eben geschafft, diesen Betrieb zu entwickeln. Und wir Kinder haben, glaube ich, nie mitbekommen, welche Schwierigkeiten da passiert sind. Die waren also zweimal am Rande des Konkurses und so. Also das war sicher nicht einfach. Aber der Betrieb hat sich nach und nach wirklich dann entwickelt. Im Ort kennen Sie jetzt Kirchen, wo wir drinnen waren. Ist er weiter ausgebaut, umgebaut worden. Wir haben also über den Betrieb gewohnt oder neben dem Betrieb gewohnt. Das alles mitbekommen, wie das läuft. Und 1977 war dann der große Sprung. Da haben wir dann schon die ersten Handelsketten beliefert. Der große Sprung der Erweiterung hier heraus, wo wir jetzt sitzen, damals nochmals ganz neu anzufangen und den Betrieb nochmals neu zu bauen. Und dann sind immer laufend viele, viele Kunden dazubekommen. Und die Entwicklung war dann wirklich eine sehr positive. Und jetzt verkürze ich das Ganze ein bisschen. Dann sind halt nach und nach wir auch ins Geschäft eingestiegen, die Gabi und ich. Dann habe ich geheiratet, dann ist die Claudia eingestiegen ins Geschäft. Und dann seit 2003, wo der Votter sehr plötzlich verstorben ist, sind wir jetzt eben die vierte Generation, die dieses Unternehmen da leiten und führen darf. Und jetzt sind wir eben dann schon quasi in der Geschäftsleitung zu sechst. Also der Thomas, ich und vier Damen, wenn wir die Mutter noch dazuzählen. Und so war also im Zeitraffer ein bisschen die Geschichte.</v>
Willy
00:08:36
Wir wollten damals das Geschäft dann übernehmen vom Vater. Wie war denn das damals? Der hat dieses geprägte Unternehmen. Absolut, keine Frage. Und wie war das dann, als Nachfolger in das Unternehmen zu kommen und da dieses RWA anzutreten?</v>
Rudolf
00:08:54
Naja, es war so, wie wir jetzt da sitzen. Es ist immer Familie gewesen und ist immer Familie noch nach wie vor. Also es ist nicht das Einzelunternehmen oder der Einzelunternehmer, der dem voransteht. Das ist die Familie, die es vorher gewesen ist. Es war also viele Jahre lang auch mein Onkel, also der Bruder meines Vaters im Geschäft. Also das waren immer schon Familienmitglieder. Der Bruder meiner Mutter war der Wurstmeister, ein Cousin war im Einkauf. Also es waren immer schon wirklich Familienmitglieder im Betrieb. Und so ist es jetzt nicht gewesen, dass dann einer das Unternehmen übernimmt, sondern die Familie hat weitergemacht. Halt ohne einen, so kann man sagen. Es war einer wenig, aber die Familie hat dann weitergemacht. Und es ist wirklich... So ein fließender Übergang eigentlich. Fließend ist falsch, aber es war schon natürlich ein Einschnitt. Aber es ist ja weitergegangen und recht gut weitergegangen.</v>
Bianca
00:09:40
Was mich noch interessieren würde, warum denn damals 1977 die Entscheidung hier rauszukommen, das Ganze größer zu machen und das in der Form auf die Beine zu stellen?</v>
Rudolf
00:09:53
Ja, 1977 war schon eine große Wachstumsphase. Es waren die ersten Handelsketten da, Konsum, den es jetzt zum Beispiel nicht mehr gibt. Und der Votter wollte den Betrieb vergrößern, durch Zubauten vergrößern. Da gab es aber schon Siedler, die sich hinter dem Betrieb angesiedelt hatten mit Wohnhäusern und dagegen aufgetreten sind. Und das war dann der Grund für den Votter eben zu sagen, das bringt nichts, da gibt es nur Streit und das ist absolut nicht zielführend. Wir riskieren es oder er riskiert es und baut hier komplett nochmal den Betrieb neu auf am Ortsrand.</v>
Bianca
00:10:25
Und warum nicht die Entscheidung quasi der Fleischer im Ort zu bleiben, sondern tatsächlich größer zu werden und das auszubauen?</v>
Rudolf
00:10:33
Die Wachstumsfrage. Jetzt schon, gell? Vielleicht muss es noch einmal.</v>
Gabi
00:10:40
Ich glaube, es war generell, es war die Situation so, ich sage jetzt wirklich Kriegsende, schon danach natürlich, aber da war alles im Wachstum. Ich meine, wenn ich jetzt denke, die Eltern sind groß geworden in einer Zeit, wo man gar nicht so viel falsch machen konnte, weil es ist alles gewachsen. Da hat man es, glaube ich, gar nicht so hinterfragt, sondern es ging immer nur nach vorne, weiter, weiter. So wie wir jetzt sind in der Zeit, nicht immer weiter und nicht immer größer, sondern wir sind jetzt schon wieder bewusst eher ein paar Schritte zurück. Und damals war das aber so. Also ich erinnere mich als Kind auch, es hat immer nur irgendwie mehr gegeben. Und das war aber generell so, nicht nur bei uns, sondern es war auch bei den Freunden so. Es war so.</v>
Willy
00:11:18
Es war so das Gredel der Zeit.</v>
Gabi
00:11:19
Ja, das war glaube ich wirklich die Zeit so. Jetzt ist Aufbruchstimmung, oder? Der Aufbruch, ja, ja.</v>
Willy
00:11:23
Und da ist das Wachsen auch nicht aus der Brille von heute quasi betroffen worden, so immer kritischer auch ein bisschen, sondern das war positiv besetzt.</v>
Gabi
00:11:32
Total positiv, ja.</v>
Willy
00:11:33
Und wie ist es dann weitergegangen? Jetzt sind wir da.</v>
Bianca
00:11:38
Jetzt sind wir da und jetzt sitzt ja quasi wieder die nächste Generation auch heute mit uns am Tisch. War das von Anfang an klar, dass das so sein wird?</v>
Rudolf
00:11:48
Nein, das war Eigensicht. Nein, also wir haben natürlich immer schon gesagt, dass es schön ist, wenn es eine fünfte Generation geben wird oder geben könnte. Und wir haben jetzt versucht, denke ich, das nicht zu verunmöglichen. Aber klar war das sicher nicht so. Das sagt die Elterngeneration immer, das haben auch andere Unternehmer, die Interviews gesagt, man lässt die Kinder frei und möchte sie dann freistellen und freut sich dann natürlich. Inwieweit man es jetzt dann wirklich durch Worte oder Handlungen unbewusst steuert und vorgibt und doch die Schienen legt, das... Aber ich kann mich schwer beurteilen.</v>
Thomas
00:12:30
Er hockt eh da. Ich kann das auch aus Sicht der Jugend bestätigen. Es war jetzt nie so, dass wir irgendeinen Druck gehabt hätten, dass der Papa oder die Mama oder die Tante sagt, wir müssen jetzt unbedingt anfangen in der Firma. Aber ich glaube, es ist schon... Ganz entscheidend, dass du halt einfach daheim viel mitkriegst davon, weil ich meine, man hört dann trotzdem nicht zum Punkt 16 Uhr auf, über die Firma zu reden, sondern es geht halt daheim dann auch wieder ein bisschen weiter und man redet dann vielleicht auch mal beim Abendessen was oder so. Einfach so Kleinigkeiten wie Kindererinnerungen von mir sind zum Beispiel, dass wir einfach dann am Wochenende heraußen waren und mit dem Papa am Schoß halt LKW gefahren sind und da hast du halt LKW lenken dürfen. Oder irgendwie, ich habe Stapler fahren dürfen und dann ist mir mal eine Palette mit Kisten umgefallen, das weiß ich nicht. Es ist eh schon verjährt wahrscheinlich. Ja, also strafrechtlichen Verhältnissen. Dann habe ich großen Respekt gehabt, was der Papa jetzt sagt. Er hat es Gott sei Dank auch entspannt gesehen, dass die Kiste jetzt kaputt war. Aber es war eben nie so, dass du sagst, ja gut, ihr müsst jetzt unbedingt Fleischhacker werden. Und ich glaube, das sieht man ja auch, weil ich habe ja auch noch Geschwister und zum Beispiel meine Schwester macht ja ganz was anderes. Die geht in eine handwerkliche Richtung. Also es war da echt kein Druck da, Gott sei Dank.</v>
Willy
00:13:37
Also du bist quasi, hast dich dann noch und noch freiwillig entschieden, den Weg einzuschlagen. Genau. Was mich jetzt interessieren würde, weil wir jetzt ja die Generationen auch da ein bisschen sitzen haben, was bedeutet oder wie würdet ihr euch jetzt als, wie würdet ihr euch bezeichnen für Berufsbezeichnung? Seid ihr Fleischhauer oder? Wie würdet ihr euch selber nennen?</v>
Thomas
00:14:08
In Ausbildung, würde ich sagen. Was bei mir wirklich nur so ist, ich bin jetzt nicht Vollzeit in der Firma, sondern ich studiere halt nebenbei noch. Also ich bin noch im Masterstudium und habe während dem Studium dann noch die Lehre gemacht und warte jetzt quasi auf einen Termin für die Abschlussprüfung. Also ich bin halt wirklich erst sehr am Anfang. Du hast die Lehre gemacht? Genau, ja. Und warte jetzt auf einen Termin für die Lehrabschlussprüfung eben. Und deswegen habe ich jetzt noch keinen Bereich vom Unternehmen übernommen, sondern ich darf jetzt mal überall reinschnuppern und schauen, wie alles läuft.</v>
Rudolf
00:14:35
Und ich weiß nicht, wie du dich bezeichnen würdest. Ja, ich überlege gerade. Natürlich von meiner Definition, ich bin Fleischermeister, ist das schon irgendwas, was mitschwingt. Ich habe das Handwerk gelernt, aber in der Außenwahrnehmung sieht man sich jetzt als Lebensmittelproduzent, würde ich sagen. ein Lebensmittelprozent, der fleischliche, tierische Produkte herstellt. Aber natürlich in meiner praktischen Tätigkeit bin ich Unternehmer, kaufmännischer Leiter in diese Richtung, Personalverantwortlicher mit dem Background des Fachwissens.</v>
Gabi
00:15:15
Wie ich mich sehe? Ganz einfach, ich bin leidenschaftliche Schinkenverkäuferin. Da ist die Marketingabteilung zu Hause. Ich esse gerne und Lebensmittel hat mich schon immer interessiert. Ich habe auch Ernährungswissenschaft studiert, also das war schon irgendwo sehr naheliegend dann. Genau. Und ich habe auch Psychologie einen Teil studiert und wollte immer mit Menschen zu tun haben. Und dadurch war das dann perfekt, eigentlich Lebensmittel und Menschenverkauf.</v>
Willy
00:15:47
Das heißt, Rulf, du bist Fleischermeister. Thomas, du hast die Lehre gemacht.</v>
Thomas
00:15:57
Genau, also ich mache sie momentan noch.</v>
Willy
00:15:59
Wie alt bist du jetzt?</v>
ohne Sprecher
00:16:02
25.</v>
Willy
00:16:02
Du hast nebenbei studiert? Genau. Studierst was? Wirtschaftsrecht. Wirtschaftsrecht, okay, da kommt quasi die wirtschaftliche Komponente noch dazu. Also ein bisschen so das Management auch. Ja. Seht ihr euch jetzt eigentlich, weil wir das Thema jetzt gerade gehabt haben, es hat ja im Prinzip eine große Fleischerei. Ihr habt ja die Fleischerei, die klassische. Wenn man sich die Zahlen anschaut in Österreich von den Fleischereien, da sind ja die absoluten Zahlen in den letzten 10, 20, 30 Jahren extrem zurückgekommen. Es gibt immer weniger lokale Fleischereien, den Fleischer ums Eck etc., Die Strukturen sind immer größer geworden. Ihr habt aber noch Shops, also ihr habt selber noch eigene Geschäfte, wo ihr eure Produkte auch verkauft. Wie ist da euer Selbstbild jetzt? Auf der einen Seite, du hast ja schon gesagt, Lebensmittelproduzent. Auf der anderen Seite Fleisch und sehr in eurer Region eingebunden. Wie seht ihr da diese Entwicklung der Fleischereien und wo geht da die Reise hin oder wie ist da eure Meinung ein bisschen dazu?</v>
Rudolf
00:17:07
Naja, jetzt ist es so, dass wir halt von Anfang bis zum Schluss das Ganze abdecken. Das ist historisch so gewachsen. Wir schlachten und wir verkaufen in Feingostfilialen eben auch an die Konsumenten die Produkte. Also wir decken es komplett ab und das ist einmal etwas, was ich irrsinnig gut finde, weil wir überall drin sind, die Erfahrungen überall machen, überall mitreden können. Natürlich mit dem Schwerpunkt der Produktion. Wo wir jetzt hingehen, ist eine schwierige Frage, auch im Hinblick auf den Absatz. Aber wir glauben schon, dass das einen Sinn macht, auf diesen vielen Kanälen zu spielen. Wir sehen es jetzt aktuell gerade mit der Entwicklung. Wir haben also Einzelhandel, wir haben Großhandel, wir haben direkten Absatz, wir haben Gastronomie. Und jetzt bricht da der Standbein massiv weg. Und wenn es also nur das einzige Standbein wäre, das wir hätten, dann schaut es jetzt schwierig aus. Und da, dass wir halt viele Standbeine oder mehrere haben, ist es zum Aushalten. Und so sehe ich das auch, dass wir eben noch selber Schlachten, noch selber Filialen, Verkaufsgeschäfte haben. So ein bisschen als Diversifizierung, die halt dem Ganzen und auch den Produkten der Produktion, glaube ich, in Summe gut tut.</v>
Bianca
00:18:27
Jetzt ist es ja so, ihr seid ja quasi auch entstanden aus einem Fleischereibetrieb und quasi zum Lebensmittelproduzenten herangewachsen. Aber ihr seid ja letztendlich, wir haben es gesehen, von der Schlachtung bis über die Verarbeitung, teilweise in euren Filialen zum direkten Kontakt zu den Kunden, deckt sich die ganze Wertschöpfungskette zum Teil ab. Wie seht ihr da die Entwicklung? Weil es gibt ja nur mehr ganz wenige Fleischer oder Metzger, geschweige denn Schlachthöfe. Wo geht denn da die Reise hin?</v>
Rudolf
00:19:01
Hm. Ja, wie gesagt, ich glaube eben doch, wir haben es ja schon kurz angesprochen, vorhin beim Rundgehen auch, dass es eine Größenfrage ist. Wir werden nicht mit den Großen mitspielen können und mitspielen wollen. Da müssten wir wenige Produkte machen, die in ganz Europa verkaufen. Das kann, glaube ich, nicht unser Ziel sein, sondern wir haben sicher den Schwerpunkt in der Produktion, in der Schinkenproduktion, keine Frage. Und glauben halt, dass wir mit dem, dass wir noch dazu tun, das Ganze absichern und abrunden. Es wird sicher schwieriger werden, die Konsumenten direkt zu erreichen oder vielleicht andererseits noch einfacher werden, jetzt mit dem Online-Handel, da ist die Jugend auch dran. da was zu tun. Ich kann die Reise jetzt schwer von heute definieren. Ich wünsche mir halt, dass es einfach darum geht, dass das regionale Produkte sind, die gut schmecken und die sicher sind und das können wir liefern.</v>
Willy
00:20:03
Du hast gerade gesagt, ihr möchtet nicht bei den Großen dabei sein. Was bedeutet denn für euch Groß und Klein? Weil aus der Sicht, sage ich mal, aus meiner Perspektive, ist das, was ihr da habt, die Produktion, das ist ja Groß. Aber was ist da aus eurer Sicht wirklich Groß oder was definiert für euch eigentlich Groß? Und warum seht ihr euch selber nicht als Groß?</v>
Rudolf
00:20:30
Weil wir sehr viele verschiedene Produkte machen. Ein paar hundert verschiedene Artikel in Summe, mit doch kleinen Chargen, individuell dann auch angepasst an Kundenwünsche. Und groß ist für mich wirklich dann durchdesignt eine Produktion von Anfang bis Ende mit wenigen Produkten, immer das Gleiche mit wenig Absatzspitzen. auch durchgedaktet in der Qualitätssicherung, in den Mitarbeitern, vielleicht nicht mehr so der Fachkräftebedarf. Im europäischen Verhältnis, glaube ich, fängt es an, dass es Betriebe sind, die sind fünfmal, zehnmal so groß wie wir. Das würde ich europäisch als groß sehen. Sicher Österreich. In Österreich sind wir unter den großen fünf, sechs irgendwo dabei, aber im europäischen internationalen Vergleich und auch im Selbstverständnis haben wir gerade vorhin angesprochen, wir sind ein groß gewordener Handwerksbetrieb im Gefühl und auch in der Organisationsstruktur.</v>
Willy
00:21:32
Also die Groß ist dann eine Funktion von hoher Spezialisierung auf ein Ding, wo die Prozesse dann einfach noch viel stärker automatisiert sind und die Vielfalt des Unternehmens oder die verschiedenen Standbeine einfach immer weniger werden, oder?</v>
Thomas
00:21:47
Das ist für mich auch ein ganz wesentlicher Punkt im Endeffekt, weil Groß, wie der Papa schon gesagt hat, würde ich definieren als wirklich sehr viel automatisiert und sehr wenig Mitarbeiter wirklich am Produkt dran. Und das, wie wir beim Rundgehen gesehen haben, ist ja bei uns eigentlich noch nicht so der Fall, weil wir wirklich noch sehr viele Mitarbeiter haben, die Gott sei Dank auch teilweise wirklich noch in Handarbeit die Produkte herstellen. Und natürlich habe ich auch eine ganz andere Qualität hinter den Produkten, wenn ich wirklich dann auch einen Menschen habe, der sich jeden Tag damit beschäftigt. Und das ist für mich halt das Entscheidende da. Wie seht ihr Qualität? Qualität muss vorrangig schmecken. Ich muss einfach wissen, was drin ist. Das ist meine Definition.</v>
Gabi
00:22:30
Ich würde nur sagen, dass es gleichbleibend ist. Das ist auch ganz wichtig, dass wir einfach nicht diese Schwankungen haben, sondern dass es eine gleichbleibende Qualität ist, würde ich noch meinen. Dass sich das der Kunde oder Konsument auch erwartet.</v>
Willy
00:22:43
Dann schau, du, Bianca.</v>
Bianca
00:22:45
Ich würde gerne einfach von euch einmal wissen, wie wird denn jetzt das Schwein zum Schinken? Okay.</v>
ohne Sprecher
00:22:50
Wer mag.</v>
Sprecher 9
00:22:50
Ja gut, ihr habt es letztens ja...</v>
Rudolf
00:23:00
glaube ich, schon die landwirtschaftliche Seite beleuchtet. Und da war so der Endpunkt, das Tier wird verladen und vom Bauernhof abgeholt.</v>
Willy
00:23:08
Genau, da haben wir aufgehört bei der Viktoria.</v>
Rudolf
00:23:13
Ja, wir haben den eigenen Schlachthof, wir schlachten die Tiere, unsere regional optimal Schweine, unsere Tierholschweine eben am eigenen Schlachthof selbst. holen das mit eigenen LKWs, eigenen Fahrern von den Landwirten ab. Da ist es wichtig, dass das ruhig passiert. Das ist eine regionale Sache. Wir haben einen Umkreis von 50 Kilometern, maximal zwei Stunden Transportdauer. dass die Tiere ruhig auf und ruhig abgeladen werden. Dann werden sie zwei bis drei Stunden aufgestallt, sagt man. Das heißt, sie warten im Schlachthof in einem Stall, sollten wieder ein bisschen zur Ruhe kommen und dann werden sie eben geschlachtet. Das heißt, die Tiere werden betäubt. Das macht man bei uns eben mit einer elektrischen Betäubung. Das tut man, damit die Wahrnehmung und das Bewusstsein vom Schwein ausgeschalten wird, dass das Tier also nichts mehr fühlt, keinen Schmerz mehr fühlt. Das passiert durch die Elektrobetäubung. Und dann wird die Betäubequalität noch kontrolliert, ob das wirklich alles funktioniert hat. Und dann wird die Hauptschlagader des Schweines geöffnet, also gestochen, sagt man in der Fachsprache dazu. Und durch den Blutverlust tritt dann der Tod ein. Ah, durch den Blutverlust kommt der Tod. Und da ist wirklich ganz wichtig, dass das mit einem ordentlichen Zugang, auch einem ordentlichen mentalen Zugang passiert. Dass das Leute sind, ruhige Leute sind, Leute, die wissen, was sie tun. Und hier ist eben das Tierwohl der primäre Ansatzpunkt und steht im Vordergrund. Dann, wenn das Tier tot ist, dann kommt Mulgo Industrie, dann geht es um Hygiene, dann geht es um Abläufe. um Prozesse, um Geschwindigkeiten. Aber dieser Punkt des Betäubens und Stechens ist wirklich ganz zentral in einem Schlachthof.</v>
Willy
00:25:19
Da muss ich jetzt noch einmal nachfragen. Du hast gesagt, es ist wichtig, dass das Menschen sind, die die Voraussetzungen mitbringen, dass sie das ruhig machen. Warum ist das wichtig und wie geht es auch den Menschen dann? Wollen die das jeden Tag machen? Wie arbeiten diese Menschen es auf? Beschreibst du das ein bisschen, weil das klingt jetzt spannend.</v>
Rudolf
00:25:47
Spannend. Ich habe es ja selbst gemacht, ich habe es ja selbst gelernt. Und ich glaube, als junger Mensch, du reflektierst nicht permanent die ethische Grundkomponente des Tötens. Du machst das. Das ist eine Arbeit, die man natürlich ordentlich machen will. wo ich ja das Glück hatte, damals eben Ausbilder, Lehrherren zu haben, die mich schon darauf hingewiesen haben, das ist was, das macht man ordentlich, das ist nicht zum Spülen, sondern da hat man ordentlich sich damit zu beschäftigen. Ein Tier wird nicht gequält, das spürt den Schmerz. Und ich glaube, das ist dieser Zugang, der unverändert geblieben ist. Und heute sagt man eben, okay, ich schaue mir Leute an, im Idealfall, Nicht bei den Jüngsten, die ein bisschen schon gesettelt sind, die vielleicht ein gutes familiäres Umfeld haben, die von ihrer Persönlichkeitsstruktur her ruhiger angelegt sind. Und funktioniert bei uns eben wirklich sehr gut mit den Mitarbeitern, die wir dort haben. Finanzieller Aspekt ist auch, dass man sagt, es sind dort keine Hilfskräfte, es sind dort Facharbeiter, also ausgelernte Fleischer, die auch zum Facharbeiterlohn bezahlt werden. Das heißt, er kann von seiner Tätigkeit anständig leben. Das ist auch eine Komponente, die man nicht nachlächtigen sollte. Aber ich glaube, wie geht der Mitarbeiter damit um? Ich denke doch, wenn man sagt, es ist eine Arbeit, die ich ordentlich mache, wo ich das ordentlich machen auch persönlich dann gleich kontrollieren kann, sagen, das hat funktioniert, die Tiere sind ordentlich betäubt worden. Das läuft dahin. Also ich habe auch das Feedback meiner Arbeitsqualität gleich an der Hand. Ich denke mir dazu, dass die Mitarbeiter sich so die Arbeit dann eben einrichten und damit umgehen.</v>
Willy
00:27:26
Wird über das Thema Schlachten, wird da viel drüber geredet eigentlich noch oder ist das halt einfach Teil der Realität oder wird das immer wieder auch thematisiert intern? Wie wird im Unternehmen über das Thema geredet?</v>
Rudolf
00:27:43
Also ich muss ehrlich sagen, wir haben noch nie so viel darüber gesprochen wie jetzt, in den letzten Wochen, Monaten, seit wir dieses Schlachthof-Thema eben haben, eben am Tapet haben. Wie gesagt, ich als junger Mensch habe das halt gelernt. Ich habe mich halt bemüht. Es soll nicht sein, dass der Sohn vom Chef vom Vater runterkommt und das falsch macht. Das war ein Bemühen, das ordentlich zu tun. Diese ethischen Reflexionen waren nicht primär dabei. Wir haben uns in den letzten Monaten ganz massiv beschäftigt mit der Landwirtschaft, mit unserer Vorstufe, mit den Tieren, mit der Tierschlachtung, dem Betäuben und wirklich wahnsinnig viel gelernt. Es ist massiv ein Thema zurzeit, mit dem wir uns ganz intensiv auseinandersetzen. Warum kommt es eurer Meinung nach jetzt gerade so stark? Ja, weil wir in diesem, jetzt sind wir doch in der Ethik, in der Moral, in diesem Grundthema drinnen sind, wir nehmen Leben, wir töten Tiere, um daraus Produkte herzustellen. Und das ist gesellschaftlich sicher ein Thema, das verstärkt behandelt wird. Mit dem müssen wir uns und wollen wir uns auch auseinandersetzen. Und dann muss man sich, glaube ich, auch ganz zentral eben mit diesem Thema des Schlachtens und mit dem zentralen Aspekt des Schlachtens, nämlich der Betäubung und dem Stechen auseinandersetzen.</v>
Bianca
00:29:05
Es gäbe gerade so viele Dinge, die man da einhaken könnte, aber ich würde doch sagen, vielleicht gehen wir die Reise des Schweins weiter zum Finken.</v>
Rudolf
00:29:16
Wir schlachten dann, also wir haben jetzt dann das Tier betäubt, Dann wird es gebrüht, abgeflammt, gereinigt. Dann wird es die Innereien, die roten und weißen Organe entnommen. Es wird gespalten. Ich mache es ein bisschen schneller im Durchgang. Es wird durch wichtig klassifiziert. Das heißt, die Fleischklasse für die Bezahlung festgestellt. Es wird gewogen, es wird gekühlt. Dann habe ich nicht mehr das Tier, sondern den Schlachtkörper im Kühlaum hängen. Dann wird grob zerlegt und dann sind wir beim Rohstoff für den Schinken, nämlich beim Schlögel. Das ist das wesentliche Teil für den Schinken. Genau, das ist ein guter Punkt. Erwähnen wir das gleich jetzt. Also wenn in Österreich ein Produkt Schinken heißt im Verkauf, dann hat es gesetzlich aus dem Schlögel zu kommen.</v>
Bianca
00:30:10
Vielleicht für jene, die es nicht wissen, das ist quasi das Hinterteil des Schweins.</v>
Rudolf
00:30:14
Genau, die Ahrbacke, wenn man es so nennen will, vom Schwein. Das ist nicht in allen deutschsprachigen Ländern so. In Österreich ist es eben fixiert und geregelt, wenn ich einen Schinken verkaufe, dann kommt er aus dem Schlögl. Also ist der Rohstoff für den Schinken zwingenderweise das Hinterteil.</v>
Willy
00:30:27
Also überall, wo Schinken draufsteht, ist Schlögl.</v>
Rudolf
00:30:29
Jawohl, genau so ist es. Ja, und dann geht es in der Produktion los, dann wird der Schinken entknocht, also zerlegt, wir schneiden die Knochen heraus, kommen auf die vier großen Teile, Schale, Frikando, Schluss und Nuss des Schinkens, entfernen das Fett, entfernen die Sehnen, machen die schön schier oder blau, wie es in der Fachsprache heißt, und haben dann den Rohstoff für die Schinkenproduktion.</v>
Thomas
00:30:53
Willst du weitermachen? Genau, also da haben wir quasi die großen Fleischstücke aus dem Schlögel, die wir für die Schinkenproduktion verwenden. Das nächste Schritt kommt dann die Pökelei. Das heißt im Prinzip, wir spritzen eine Lake in das Fleisch. Eine Lake ist also eine Zusammensetzung aus Wasser, Gewürzen, Salz und anderen Inhaltsstoffen, die dem Schinkengeschmack geben sollen. Es wird reingespritzt. Genau, das kann man sich eben, beim Rundgang haben wir es gesehen, man kann sich es im Prinzip vorstellen wie eine Impfung. Also das ist quasi eine Nadel, die fährt in das Fleisch rein und beim Rausziehen der Nadel wird dann diese Flüssigkeit eben reingespritzt. Und dann habe ich eben eine gewisse Flüssigkeit im Schinken, die ist vorgegeben, weil wir haben nämlich Verhältnisse von Wasser zu Eiweiß, die wir einhalten müssen nach dem Lebensmittelkodex, die dürfen wir nicht überschreiten. Und dann kommt das Fleisch, das Injizierte, kommt dann in Massagefässer. Das sind große Fässer, die schauen im Prinzip aus, wenn man einen Weinkeller kennt, wie große Weintanks, kann man sagen. Ja. Die werden vakuumiert, das heißt, da wird die ganze Luft abgesaugt und die drehen sich dann. Und da sind Schikanen eingebaut, die halt das Fleisch dann quasi bei der Drehung mitnehmen und die das Fleisch konstant bewegen. Und über einen Zeitraum von circa acht bis zehn Stunden Und die sollen halt bewirken, dass das Fleisch aufgeschlossen wird und dass eben das Wasser, also die Lake mit den ganzen Gewürzen, in das Fleisch einzieht. Damit dann wirklich der Geschmack auch im Fleisch ist. Dann haben wir halt dieses Fleisch, das massiert worden ist. Und dann ist der nächste Schritt bei uns, dass dieses Fleisch dann in Formen eingesetzt wird, damit der Schinken dann auch seine tatsächliche Form bekommt. Also die Form vom Schinken und von den Formen. Richtig, die Form macht die Form. Ja. Und je nachdem, welcher Schinken das dann im Endeffekt sein soll, wird er mit diversen Gewürzen noch versehen. Wir haben auch im Programm zum Beispiel einen Cranberry-Schinken oder sonst irgendwas. Also da gibt es noch diverse Variationen. Und dieser Schinken wird dann eben eingeformt. Dann bekommt er noch so einen Deckel. Das sind Pressformen, nennt man das. Damit er wirklich dann einfach eine schöne Form bekommt in die Fleischstelle. Und dann sind wir eh schon in der Erhitzung, also im Kochen eigentlich drin. Wir machen ausschließlich Kochschinken. Das heißt, ein Schinken wird dann gekocht. Da müssen wir also gemäß HACCP-Konzept, also das ist ein Konzept, das quasi Lebensmittelsicherheit garantieren soll, müssen wir da mindestens 68 Grad Kerntemperatur über eine gewisse Zeit halten.</v>
Willy
00:33:16
Kerntemperatur?</v>
Thomas
00:33:17
Genau, also der Mittelpunkt, also an der tiefsten Stelle des Schinkens muss dann 68 Grad über eine gewisse Zeit gehalten werden, damit man sicherstellt, dass das Produkt gut durcherhitzt worden ist. Und je nachdem, welcher Schinken das dann sein soll, wird entweder nur einmal erhitzt oder man setzt dann noch einen Bratvorgang oder einen Räuchervorgang danach. Es kommt noch ein Kochen dann. Genau, richtig. Genau, und dann haben wir mehr oder weniger schon den fertigen Schinken, der dann je nachdem für was er gedacht ist, entweder halt als halber Schinken in den Lebensmitteleinzelhandel kommt zum Beispiel, oder dann eben einen Schinken, der zum Schneiden bestimmt ist, das heißt für unsere Slicerei, der dann auch verpackt wird und für den Endkonsumenten bestimmt ist. Slicerei ist das, wo in Scheiben geschnitten wird, oder?</v>
Willy
00:34:03
Und die halben Schinken für ein Lebensmittel einzeln, das sind dann die, die hinter der Bude liegen?</v>
Thomas
00:34:08
Genau, die du in der Vitrine bestellen kannst und die dort frisch aufgeschnitten werden. Ah, die kommen auch von euch? Genau, richtig.</v>
Bianca
00:34:15
Jetzt heißt es hier Berger Schinken, das steht sogar im Logo, aber ihr macht auch andere Sachen. Wie läuft denn das und was ist es?</v>
Gabi
00:34:26
Es ist noch Produktion, dürft ihr jetzt sagen.</v>
Willy
00:34:30
Ah, ihr habt euch jetzt schon aufgedacht. Nein, nein, aber es ist nicht die Produktion.</v>
Rudolf
00:34:33
Streng, streng. Nichts zum Zufall überlassen. Nein, nein. Macht insofern ganz massiv Sinn, weil der jetzt vom Schwein klarerweise nicht nur der Schlögel da hängt, sondern eben auch andere Fleischstelle. Das heißt, es macht einen Sinn, dass wir drei Standbeine haben, das Frischfleischgeschäft. Das Wurstgeschäft und das größte, wichtigste, prominenteste, eben das Schinkengeschäft. Wir haben jetzt gesehen, dass die großen Teile des Schlögels kommen in den Schinken und die kleinen Fleischteile genauso frisch, genauso gut vom Schlögel oder vom Bauchfleisch oder von der Schulter oder vom Karree kommen in die Wurst. Also es ist für mich auch betriebswirtschaftlich ganz, ganz wichtig, dass ich sage, ich bin nicht so dann Monoproduzent, sondern ich kann das ganze Tier, Schlagwort Nostotel, doch besser verwerten, als jetzt, wenn ich ein reiner Schinkproduzent wäre. Ich brauche also nicht Wurstfleisch zukaufen, sondern ich habe das Wurstfleisch aus der eigenen Zerlegung. Ich habe Frischfleisch für die Gastronomie. Das ist für mich eine ganz ideale Situation, die wir haben mit diesen drei Standbeinen. Aber natürlich der Schinken, das prominenteste ist und am meisten beworbene Segment in unserem Haus und für uns auch wirklich sehr wichtig ist, gibt es eben noch die Wurst und noch das Frischfleisch.</v>
Willy
00:35:45
Okay, vielleicht reden wir kurz auch über die Wurst, weil da gibt es ja zum Thema Wurst immer wieder viele Vorurteile oder viele Theorien, was alles in die Wurst und speziell in den Leberkäse reinkommt. Wir haben das eh schon einmal gehabt mit den Neuburgers, die haben uns das dann eh schon ein bisschen erklärt. Vielleicht einfach nur mal ganz kurz, wie wird eine Wurst zumindest bei euch hergestellt?</v>
Rudolf
00:36:10
Aus der Zerlegung kommen die kleinen Fleischteile in den Lagerraum vor die Kutterei, also Kutterei von Cut, von Schneiden. Und dort wird nach Wurstrezeptur jetzt chargiert, also zusammengewogen. Das heißt, die Wurst besteht aus so viel Kilo Schweinefleisch, so viel Kilo fetterem Schweinefleisch, so viel Kilo Speck, so viel Kilo Rindfleisch. Das wird zusammengewogen, in der Regel dann gewolft und verschiert. Und dann eben über die beiden Kutter, die Wurstmaschinen, mit Salz, Gewürzen, Eis zu einem Brät vermengt, zum Wurstbrät vermengt. Also gekuttert, das ist die teigähnliche Masse, die rohe Masse der Wurst. Und dann wird diese Wurstmasse, das Wurstbrät in der Füllerei, in die verschiedensten Wursthüllen gefüllt.</v>
Willy
00:37:01
Das ist das, was man dann kennt, die langen Wurststangen.</v>
Rudolf
00:37:04
Die langen Wurststangen zum Beispiel oder eben als Frankfurter in Naturtherme, als Knacker, als Käsekräne, Klobasse, was auch immer.</v>
Willy
00:37:12
Ah, da fallen Frankfurter natürlich auch dazu.</v>
Rudolf
00:37:15
Genau, das ist ein sehr starker Artikel, gibt sehr gute und verkauft man sehr viel von Frankfurtern.</v>
Bianca
00:37:23
Jetzt hast du erzählt, dass ein Teil der Schweine, auch mit einer Bäuerin, bei der wir schon waren, bei der Viktoria Eichinger, aus der Region kommen und quasi eine Linie, eine Vermarktungslinie abbildet bei euch. Woher kommen denn die anderen Tiere und welche verarbeitet ihr da noch?</v>
Rudolf
00:37:43
Also das Schweinefleisch kommt zu uns momentan zu 100 Prozent aus Österreich. Im Jahresschnitt sind wir bei 97 Prozent des Schweinefleisches aus Österreich. Die restlichen drei Prozent kommen dann von zwei deutschen Betrieben, hauptsächlich zu Aktionszeiträumen und für die Exportware wieder nach Deutschland. Das heißt, so gesehen ist es regional, weil das Schweinefest schon eben aus Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark kommt. Das sind noch acht bis zehn andere Betriebe, die uns hier zuliefern. Und das andere Thema ist eben, was mir sehr am Herzen liegt, dieses Thema regional optimal. Das sind die Tiere, die wir am eigenen Schlachthof schlachten, wo die Tiere eben in der Region aufwachsen, wo die Tiere in Österreich geboren sind und wo sie wirklich ein heimisches, regionales und gentechnikfreies Futter bekommen. Und das ist ja beim Schwein die wesentliche Komponente. Wenn das Schwein in Österreich gelebt hat, das ist ja immer schon sehr wichtig und gut, aber der wesentliche wertbestimmende Bestandteil ist das Futter, das das Tier frisst. Und das kommt dann bei uns aus der Region, sprich aus dem Donauraum, also aus Österreich, Ungarn, Ein bisschen bulgarische Sonnenblume, glaube ich, aus der guten alten Donaumonarchie kommt das Futter her, ist gentechnikfrei und das ist für mich der ganz wesentliche Ansatz in dieser Wertstromthematik, dass ich das Futter nicht aus Übersee herüberhole, dort die Bauern von ihrem Land vertrieben werden, Urwälder abgeholzt werden, weil wir hier Schweinefleisch essen wollen. Und das war ja mein Thema, das wir vor vielen Jahren, mittlerweile vor 13 Jahren schon begonnen haben. Und wo wir eben jetzt mittlerweile alle Landwirte, die uns beliefern, umgestellt haben und auf unserem Schlachthof eben nur mehr solche Tiere schlachten.</v>
Willy
00:39:22
Warum vor 13 Jahren mit dem begonnen? Das ist ja das, was die Wiki bezeichnet als Programm, glaube ich. Das sind ja diese Programme. Wie kommst du so etwas?</v>
Rudolf
00:39:31
Naja, indem man sich sagt, man war immer jung und hatte Ideale und man wird älter und sagt, was ist davon übergeblieben und was haben wir wirklich realisiert? Und da waren ja die Kinder doch auch schon da und die Thematik, was werden die mal zu mir sagen? Dann waren natürlich auch die Themen, die immer virulenter geworden sind. Was machen wir mit unserem Fleischkonsum? Was machen wir mit unserer Fleischproduktion? Und wir sind ja dann, also vorher haben wir gesagt, klein, aber wir sind dann doch kein so kleines Rädchen in dem ganzen Thema. Und wir haben die Kinder immer mal gefragt, ob ich permanent eingeraucht oder angesoffen war oder ob ich irgendwas doch getan habe, was einen Sinn hatte. Und dann hatte ich einen Schulkollegen, der mit mir in der Schule auch war und der dann sich im Thema CSR beruflich beschäftigt hat.</v>
Willy
00:40:14
Also unternehmerische Verantwortung.</v>
Rudolf
00:40:16
Genau. Und mit dem gemeinsam haben wir halt immer gesagt, naja, was könnte man machen? Und so sind wir halt dann peu à peu in dieses Thema reingekommen, haben Berater gefunden, alte Futtermittelvertreter, die gesagt haben, das geht sicher, das haben wir früher auch so gemacht. dass wir heimisches Futter gefüttert haben. Haben dann Global 2000 und Südwind dazu geholt, die uns da mal das ganze Studium abgesichert haben. Machen wir dann Blödsinn oder kann das was Sinnvolles sein? Und dann ist er mit einem Bauer losgegangen und wäre fast gescheitert. Weil der hat dann angerufen und gesagt, war nicht wieder so eine gute Idee, bitte irgendjemand anderen anrufen, aber nicht mehr ihn. Die Tiere, die nehmen nichts zu und die haben nur Durchfall und so weiter und so fort. Und dann hat aber der Futtermittelfahrer gesagt, nein, nein, das können wir schon hin, das geht schon, das machen wir schon. Und wie so oft in der Geschichte, an einem konzentrierten Punkt hat es dann halt da Gott sei Dank funktioniert. Und dann waren es dann vier und dann acht Bauern und irgendwann waren es alle 40.</v>
Willy
00:41:11
Sind sie jetzt aktuell?</v>
Rudolf
00:41:14
Ja.</v>
Bianca
00:41:15
In Österreich?</v>
Rudolf
00:41:17
In einem Umkreis von... Ja, einer. Sonst wären es 30 im Größe von 50 Kilometern.</v>
Willy
00:41:24
Das sind ja diese zwei Autostunden, wo die Tiere transportiert werden. Genau. Das sind ja die Tiere, die ihr selber schlachtet, das sind ja die Tiere für das regional optimale Programm. Wo ihr dann quasi die gesamten Wertschöpfung in der Hand habt und den ganzen Prozess im Prinzip kontrollieren und steuern könnt. Genau.</v>
Rudolf
00:41:45
In der Hand steuern, indem wir mit unseren Partnern, unseren Mästern zusammenarbeiten. Oder mit der Bodenkultur, mit Kontrollinstitutionen. Wir nehmen Einfluss schon auf den ganzen Prozess in Teilen.</v>
Willy
00:42:00
Es ist spannend, weil du gesagt hast, Ideale. Am Anfang hat man noch Ideale und mit der Zeit schaut man halt dann, was lässt sich davon realisieren. Wie ist es einem am Anfang mit dem Programm gegangen, mit der ökonomischen Umsetzung? Weil das war ja eigentlich ein Ideal, das man aus der Verantwortung dem Thomas jetzt gegenüber ein bisschen und den drei Töchtern dachte, okay, die möchte ja was hinterlassen. Und Ideale und Ökonomie, das sind die Spitze hin und wieder.</v>
Rudolf
00:42:32
Ja, natürlich tut sich nach wie vor, weil wir eben die Tiere einkaufen und versuchen das dann entsprechend auch zu vermarkten. Spießt sich, kann man sich aber jetzt auch so argumentieren. Dass man sagt, es ist ja etwas, was den ganzen Betrieb unterstützt in der Wahrnehmung nach außen. Also wenn wir sowas tun, dann wird es ja hoffentlich Leute geben, die sagen, ja, der macht da was Gescheites, dem kann man vertrauen, der bemüht sich hier etwas zu ändern im Rahmen seiner Möglichkeiten. Aha, dann kaufe ich doch auch vielleicht eher dort einen als woanders. Also es ist ja nicht nur Altruismus, das man macht, wenn man halt dann irgendwann gut darstellen will, sondern es soll auch schon wirtschaftlich irgendwann verwertbar sein.</v>
Bianca
00:43:14
Das heißt, der Tierwohlfaktor, wo ja dann das Fleisch auch teurer wird und die entsprechenden Preise, die dann eure Bäuerinnen und Bauern von euch bekommen, steht das dann im Widerspruch mit einem No-Nah-Gewinn-orientierten Unternehmen oder geht sich das aus? Sinnvoll.</v>
Rudolf
00:43:33
Also in Summe geht es sich so aus. Sehr gut. Über die Produkte gerechnet ist es natürlich nach wie vor eine Investition. Also wenn ich jetzt nur die regional optimale Schweine hätte und den Schlachthof hätte, nur von diesen Produkten leben müsste, gäbe es mich nicht mehr. Das muss man ganz klar sagen.</v>
Willy
00:43:52
Das ist eine Aussage.</v>
Bianca
00:43:58
Das heißt, jetzt sind ja die regionalen Schweine eben eine Schiene und ist denn jetzt Tierwohl, Umweltschutz, was auch immer, letztendlich tatsächlich auch nur ein Markt, den man bedient oder eine Nische, die man damit bedient und halt, wie du gesagt hast, ein Absatzfaktor oder in der Kommunikation einfach auch positiv oder</v>
Rudolf
00:44:24
Ja, das ist ein sehr weites Thema. Das eine ist einmal regional optimal. Das ist ein bisschen das, wo uns keiner verstanden hat und versteht. Das war eben wirklich diese Wertstoffgeschichte. Also was bewirke ich durch Schweinefleischkonsum? Und das war eben diese Thematik Futter und Dritte Welt und Amazonas und so weiter. Das war natürlich nicht wirklich wahnsinnig gut transportierbar. Und mit dem Thema dann der genetischen Freiheit ist es besser geworden. Das ist die eine Seite und das Tierwohl ist ein anderes Thema, das jetzt in letzter Zeit eben dazugekommen ist, das wir jetzt auch schon machen. Ovemester schon umgestellt haben, die eben wirklich dann ihre Ställe umgebaut, neu gebaut haben, wo jetzt die Tiere mehr Platz haben, Stroheinstreu haben, Ringelschwänze haben, Auslauf, richtig, ganz richtig, Auslaufen haben, Kastration unter Betäubung. Also das ist das, was eigentlich jetzt in Österreich unter dem Thema Tierwohl läuft. Das machen wir, macht der Kollege auch. Und das sind die zwei sehr wichtigen Unterscheidungen. Auf der Homepage haben wir uns hier auch schön unterschieden. Das eine ist regional optimal und auf dem Aufbauend gibt es dann darüber hinaus Tierwohl. Und darüber eigentlich gibt es nur mehr Bio. Das wäre so für mich der gedankliche, die Einteilung konventionell, dass wir auch versuchen zu heben, dann im Tierwohl und dann im Bio. Und Die wirtschaftliche Frage jetzt, oder warum machen wir das, ist eben schon eine Diskussion der Gesellschaft, die mit dem ganzen Fleischverzehr zusammenhängt, dass wir versuchen müssen, meiner Meinung nach, einfach das ganze Vehikel jetzt irgendwie in Bewegung zu kriegen. Also es reicht nicht mehr, wenn wir ein Markenprogramm machen, sondern es muss sich, glaube ich, jetzt der ganze Bereich verschieben. Und der wird sich aber nicht verschieben, wenn nicht irgendeiner anfängt. Also wir sind nicht die Einzigen, wir sind nicht in manchen Bereichen. Waren wir der Erste? Manchmal nicht der Erste. Aber es muss Leute geben, die mal losmarschieren, damit sich die ganze Basis ändert. Und so sehe ich das.</v>
Willy
00:46:34
Was sollte sich an der Basis, würde das heißen, die Basis ändert sich? Dass sich der ganze Markt verändert? Was ist damit gemeint?</v>
Rudolf
00:46:46
Da nehme ich schon den Schluss vorweg gefragt. Ich fragte auf den Schluss, was sollte sich ändern an der Wertschöpfungskette? Vorbereitet. Ein bisschen. Das ist ja die Wertigkeit des tierischen Lebensmittels. Die Wertigkeit vom Fleisch sollte sich ändern. Und das kannst du natürlich nicht nur, indem man sagt, das ist halt irgendwie Marketing schmäh und teurer und wir kleben ein schönes Etikett drauf, sondern das muss Inhalt sein. Und beim tierischen Lebensmittel oder beim Fleisch ist natürlich maximal wichtiger Inhalt das Tier selbst, wie es dem Tier gegangen ist. Und wenn ich sage, ich möchte, dass sich die Basis ändert, dann sind wir halt in der Tierproduktion, also in der Ferkelproduktion, in der Schweinemast, jetzt bei unserem Hauptrohstoff Schweinefleisch. Und da würde ich mir wünschen, dass dieser ganze Bereich sich bewegt, was er jetzt eh auch schon tut. Wie ihr gesagt habt, also mit dem Thema, man kann nicht jetzt von heute auf morgen den Vollspaltenboden ändern. Aber man kann sagen, wenn jetzt jemand neu baut, wenn jemand umbaut, und das sehen die jungen Landwirte wirklich ganz überwiegend auch so, dann kann man nicht sagen, der Neubaut, du baust das Gleiche wie vor 30 Jahren. Sondern gibt es ihm okay, wenn er das macht, dann gibt es ihm neue Methoden, neue Stallbautechnik und die wendet er an. Aber das meine ich mit dem ganzen Bewegen, dass man nicht sagt, okay, das war immer so und wird auch immer so bleiben.</v>
Willy
00:48:09
Und glaubt ihr, jetzt haben wir natürlich mit der Wiki geredet, das ist natürlich ein Beispiel dafür, aber seht ihr generell in der Branche jetzt die Tendenz, dass das umgedacht wird, dass die Jungen, die nachkommen, eher dann sagen, okay, ich möchte bei so einem Programm mitmachen und wäre bereit, die nächste Investition, die getätigt wird, in die Richtung zu machen? Und glaubt ihr, dass ihr mit solchen Programmen wirklich ein Auslöser sein könnt, dass diese Entwicklung auch stattfindet?</v>
Rudolf
00:48:37
Ja, ja. Zweimal ja. Also Auslöser waren wir sicher. Ohne jetzt überheblich zu sein, das schreibe ich mir schon auf die Fahnen. Weil neid kann man sich nicht kaufen, das ist die ehrlichste Form der Anerkennung. Und die haben wir gehabt. Also Auslöser, und vielleicht im kleinen Bereich sind wir schon, Und ja, also ganz massiv, die Jungen, auch vielleicht viele nicht mehr so junge, so wie ich in meinem Alter, wollen was ändern. Aber das ist ja das Thema, das ist, ich habe es ja vorhin gesagt, das ist gesamtübergreifend. Da hilft es nichts, wenn der Bauer sich etwas wünscht oder wenn der Berger sich etwas wünscht, sondern da müssen alle, alle ins Boot. Und das ist die große Frage, wie man das bestmöglich organisiert. Eben vielleicht, indem man halt, so wie wir jetzt, darüber redet und wieder redet und wieder redet.</v>
Willy
00:49:21
Ja, das Reden ist grundsätzlich... Aber jetzt schafft ihr quasi durch das Programm, das ihr auflegt, quasi eine Nachfrage für die Bauern. Aber ihr seid ja nicht nur Abnehmer, sondern ihr seid ja wiederum Lieferant in die nächste Phase der Wertschöpfungskette. Wie stellt ihr dann sicher, dass dort auch dieses Angebot, das ihr schafft, auch wieder abgenommen wird?</v>
Gabi
00:49:48
Auch durchs Reden, wie die Bianca jetzt gerade gesagt hat. Ich meine, es ist auch Sie warten nicht auf uns und reißen uns die Artikeln aus den Händen, so ist es absolut nicht. Aber wie der Rudi gesagt hat, wir machen das ja schon, die Bemühungen haben wir schon lange, das ist jetzt schon im 13. Jahr oder was. Und wir haben schon gesehen, am Anfang war es verdammt schwierig. Also da haben sie das überhaupt nicht verstanden. Oder wir haben es wahrscheinlich nicht drüber gebracht.</v>
Willy
00:50:12
Das ist immer beidseitig wahrscheinlich.</v>
Gabi
00:50:15
Ja, aber wir nehmen es auf uns. Sehr schön, sehr schön. Und man merkt wirklich, es kommt natürlich auch vom Konsumenten. Die Konsumenten wollen mehr Transparenz, die fragen mehr nach, wer hat es gemacht, wie ist es gemacht worden. Eben, das erlebe ich jetzt auch schon so als ältere Verkäuferin, dass früher gar nicht so nachgefragt worden ist und jetzt ist es schon ein Thema und es wird immer größer. Und sicher sind wir in dem Kontext noch immer drinnen, dass viele fragen oder wenn sie interviewt werden, Lippenbekenntnis, wollen Sie Bio kaufen? Nein, natürlich, ich kaufe nur Bio. Tierwohl? Nein, ich kaufe nur Tierwohl. Und dann schaust du die Leute an, wie sie in den Markt reingehen. und was sie kaufen und das ist halt dann sehr konträr. Das ist was anderes, ja. Soziale Erwünschtheit in der Antwort. Okay, das ist so, aber ich sage deshalb, dürfen wir nicht aufhören, besser werden zu wollen und auch jetzt wirklich das echt zu leben und wir sind alle überzeugt davon und also es tut sich was. Es ist jetzt noch einmal, aber es wird immer mehr, es wird immer besser. Wir haben eben jetzt, wie der Rudi gesagt hat, die ersten Tierwohlprodukte und haben da jetzt auch gerade wirklich vor ein paar Wochen eigentlich erst jetzt damit gestartet haben oder Mit einem Kunden, der hat uns da, muss ich auch sagen, war uns Partner in der ersten Minute und andere sind jetzt aufgesprungen. Das ist im Kleinen, aber es kommt. Und es ist auch schön, wenn das auch so in der Region, ich will nicht unbedingt Namen nennen, aber auch, es müssen nicht immer die großen Handelsketten sein. Es gibt halt auch jetzt, klar ist das immer schön, wenn ich einen großen mit im Boot habe, weil dann habe ich gleich, setze ich da schon einmal mehr um. Ja. Aber es sind auch in Niederösterreich gibt es auch halt, sage ich einmal, so Handelspartner, Regionale und die auch jetzt draufsetzen. Und ja, also wir haben jetzt schon querbeet einige im Boot, sage ich einmal. Und wir sind zuversichtlich, sage ich einmal, dass das schön langsam Fahrt aufnehmen wird. Aber wenn es einfach wäre, dann wäre aber der Erfolg dann vielleicht nicht so toll, weil man sich sehr kämpfen muss und dann freut man sich umso mehr.</v>
Willy
00:52:12
Das ist ein steiniger Weg. Ich kann mir vorstellen, dass einfach eine visionäre Idee und der Massenmarkt, wo das dann letztendlich hingehen soll, weil dort ist ja auch dann die Menge da, um das auch umzusetzen. Also Vision und Massenmarkt sollten quasi zeitgleich bereit sind. Man hat eine Idee und die muss halt dann wirklich umgesetzt werden. Habt ihr da am Anfang wirklich so langsam versucht, so mit dem ersten Produkt zu versuchen und da mal ein bisschen vorzustellen oder seid ihr da gleich all in gegangen? Habt ihr da gleich investieren müssen oder habt ihr euch da eh so ein bisschen vorgetastet?</v>
Gabi
00:52:44
Das Regional Optimal, was jetzt unser Klimaschutzprogramm ist, wir halten das jetzt auseinander. Wir haben es dann so gemacht, dass wir eigentlich, weil wir ja die Ware hatten, dass wir dann bestehende Artikel einfach damit, sage ich jetzt einmal, aufgeladen haben. Also ich nehme jetzt einmal unsere Wachauer Frankfurt, der Wachauer Deprezin oder so, die wirklich schön durchgelistet sind. Und dann haben wir einfach den Rohstoff von diesen Regional Optimal Schweinen für diese Würstel herangezogen. Das heißt, die sind jetzt gentechnikfrei eben. Und 100 Prozent des Österreichs sind halt von unserer Region. Und das Neue jetzt, wo wir eben jetzt sehr kurz dabei sind, so dieses Tierwohlprogramm, da haben wir schon von Haus aus gleich ein paar Artikel gemacht, weil wir auch nochmal das ganze Tier, wir müssen es auch weiterbringen. Und das kostet jetzt doch noch ein Eck mehr als wie das Regional-Optimal-Schwein. Und das läuft jetzt auch noch nicht ganz rund, aber wir haben gleich einmal ein paar Artikel gemacht. Neuartikel, also nicht irgendwie Aufklärung, sondern Neuartikel. Und das ist jetzt wirklich so, dass ich es noch gar nicht sagen kann. Also wenn es mich in drei Monaten fragt oder so, dann kann ich schon ein bisschen mehr berichten.</v>
Bianca
00:53:46
Werden wir tun.</v>
Gabi
00:53:49
Und dann kommt ja noch dazu, was man vielleicht auch sagen darf schon, dass wir auch sehr viel Bio machen und schon wirklich lange, lange machen. Auch dank unserer Kunden, muss ich jetzt ehrlich sagen. Machen heißt verarbeiten und verkaufen. Wir produzieren, wir haben Frischfleisch, wir haben Schwein und Rind und dürfen da auch Frischfleisch liefern in Bioqualität und auch Produkte. Und das ist auch so eine nette Geschichte, das kann man auch so erzählen, weil das waren wirklich unsere Kunden, das Kuratorium der Wiener Pensionistenwohnhäuser, die vor über 20 Jahren zu uns damals gesagt haben, ob wir nicht für sie Bio liefern wollen. Und wir haben dann gesagt, ja. Also es war sowas ganz Neues und gesagt, ja warum nicht. Und dann sind wir eben gemeinsam ins Waldviertel gefahren, haben dort die Bio-Rinder angeschaut mit ihnen. Und haben die dann quasi, also die haben wir geschlachtet bekommen und haben das dann zerlegt. Und dann, das war der erste Biokunde für uns, waren die Wiener Pensionistenwohnhäuser. Und sind es heute noch, kriegen heute noch Bio. Aber das war so der Wegbereiter. Und wie dann die Handelsketten gekommen sind und gefragt haben, ob wir für sie Bioprodukte produzieren können, waren wir schon so dabei. Quasi schon mittendrin. Ja, wir machen da auch recht viel.</v>
Bianca
00:55:00
Was euch ja auch besonders macht, haben wir gelernt, ist, dass ihr direkt mit den Bauern, also quasi mit den Erzeugern der Schweine kooperiert, zusammenarbeitet und quasi einen Zwischenhändler ausschaltet. Warum das?</v>
Rudolf
00:55:19
Weil es immer schon so war. Wie gesagt, den Schlachthof hat es gegeben, seit es das Unternehmen gibt, seit 1890 schlachten wir. Und da gibt es sicher noch wahrscheinlich Höfe, die, ich würde nicht hinterfragen, aber sie hat damals schon liefern. oder wirklich schon seit Generationen liefern. Also wir kaufen direkt bei den Bauern. Ich war selber mal, glaube ich, sechs, sieben, sechs Jahre lang Vieheinkäufer bei den Bauern draußen. Also diese Anbindung an die Landwirtschaft ist eben das, wo ich sage, das kann man schwer, glaube ich, leben, wenn man eben dieses Thema hat, wir haben tierische Lebensmittel und ich blende das komplett aus und beschäftige mich nicht damit. Und das war ja auch das Thema, das wir jetzt hatten eben im vorigen Jahr mit diesem medialen Thema durch einen unserer Mäster, der da einen ziemlich großen Fehler gemacht hat und wo wir uns natürlich dann schon irgendwo gefragt haben, jetzt sind wir die einzigen, die das wirklich tun oder einzig nicht, aber unter den Kollegen ganz wenige, die das tun, die eben direkt mit dem Bauernnetz in Geschäftsbeziehung treten und das auch sagen und auch wie wir auf der Homepage Und jetzt haben wir halt das eher negativ momentan gesehen. Sondern wir, die für einen Fehler, den ein Mäster gemacht hat, an medialem Pranger gestanden sind. Und den Kollegen, den Produzenten, die irgendwo ihr Fleisch kaufen und nicht selber schlachten, natürlich kann das nicht passieren. Aber jetzt im zeitlichen Abstand sehe ich das wiederum sehr positiv und sage, das ist einmal wirklich, was uns auszeichnet, eben, ich sage es, was uns halt hervorhebt, dass wir auch wirklich mit den Bauern direkt die Geschäftsbeziehungen haben und eben Themen wie zum Beispiel eben dieses Regionaloptimal, die wir wohl direkt besprechen können.</v>
Willy
00:57:09
Warum ist das so etwas Besonderes eigentlich? Also ich dachte, dass das eher so der Standard wäre, so ich wieder als Konsument. Ich denke mir, naja, sie haben einen Schlachthof, sie haben Bauern in der Umgebung, das Normalste ist, ich hole mir die einfach, die Schweinchen, ich gehe zum Bauern und hole mir die. Warum ist das jetzt etwas Besonderes?</v>
Rudolf
00:57:28
Nein, also das ist nicht die große Besonderheit. Die Besonderheit ist das Schlachten für den Produzenten. In unserer Größe ist das Schlachten die Besonderheit. Also ob ich jetzt die Schweine, die Tiere jetzt beim Bau an Tiere kaufe oder es über den Zwischenhändler spricht, die Schweineböse kaufe, das ist jetzt... Nicht, glaube ich, das Erhebliche, dass das funktioniert dort wie da gut. Aber das Herausragende ist eben als Produktionsbetrieb, doch einen ansehlichen Anteil des eigenen Umsatzes direkt in der Hand zu haben und zu wissen, wo es herkommt.</v>
Willy
00:57:58
Also die eigene Schlachtung in dem Fall. Genau.</v>
Rudolf
00:58:04
Warum gibt es das nicht einfach öfter? Da sind wir eben bei dem schon erwähnten Thema der Spezialisierung. Man hat uns zum Beispiel auch beim EU-Beitritt gesagt, jetzt werdet ihr wahrscheinlich doch nichts mehr selbst zerlegen, weil jetzt könnt ihr alles genauso, wie ihr es braucht, in der großen EU einkaufen, damals 1994. Und war eben nicht so. Und wir zerlegen heute selbst, weil wir eben die Zuschnitte wirklich selbst so machen wollen, genauso machen wollen, wie wir sie brauchen, im Detail. Und das ist eben auch ein Aspekt der Qualität des Berger Schinkens, dass wir das wirklich selber machen. Also die Spezialisierung war natürlich ein Thema, dass viele Kollegen gesagt haben, wir hören mit dem auf, wir konzentrieren uns auf irgendeinen Punkt. Und natürlich, du kannst damit richtig groß werden, du kannst damit sicher auch wahrscheinlich viel Geld verdienen. Aber ich glaube aber, in unserem Umfeld, in Österreich, mit unserer Essenskultur, ist das, wie wir es machen, denke ich, besser, dass man also alles ein bisschen macht. Warum ist das besser?</v>
Gabi
00:59:00
Aber darf ich noch mal kurz, weil die Tiere selber schlachten, dadurch sind wir auch angehalten, wir könnten es leichter haben, sagen wir mal so, wir könnten es echt leichter haben, als nur rein kaufmännisch, wenn wir jetzt sagen, wir brauchen jetzt mehr Schlögel, wir brauchen jetzt da den Schopf, wir kaufen die Teile zu, wie es andere machen, was wir brauchen. Und unser Ansatz war aber dann zu sagen, nein. Wir bleiben dabei, dass wir ein ganzes Schwein quasi schauen, dass wir das ganze Schwein verarbeiten. Ich glaube, das ist jetzt so der Punkt, warum wir sagen, wir haben das noch als doch größerer und andere haben das nicht und sind da preislich sicher uns voran. Warum tun wir es dann? Ich sage jetzt wirklich, weil wir daran glauben und sagen... Eben, wir wollen das ganze Tier verarbeiten. Wir bemühen uns, dass wir eben, wie der Rudi gesagt hat, dass wir Gastronomie haben, dass wir die Wiener Pensionistenwohnhäuser, Spitäler haben, wo wir Ware hinliefern, wo wir auch Frischfleisch liefern, wo wir eben Würstel machen, wo wir eben Schinken machen, dass wir eben das ganze Schwein verarbeiten. Das ist unser Thema, weil wir daran glauben und nicht nur kochmännisch denken.</v>
Willy
01:00:10
Könntet ihr diese ganzen Betriebe und diese Vielseitigkeit der Betriebe von Pensionisten bis zur Fleischerei, bis zum Großhandel und so weiter, könntet ihr die auch beliefern, wenn ihr keine Schlachterei hättet? Das ginge dann auch? Also ihr könntet auch das einfach selektiv zukaufen?</v>
Gabi
01:00:24
Ich kann alles zukaufen halt. Eigentlich, oder? Sage ich jetzt was Falsches? Aber ich kann alles zukaufen. Nur ich sage, ich kann es sogar teilweise günstiger kaufen. Weil jetzt habe ich es gerade so, dass ich, ich sage jetzt irgendwas, die Schulter nicht brauche, aus irgendeinem Grund, die brauche ich nicht so. Aber jetzt habe ich es von unseren Schweinchen, jetzt muss ich schauen, dass ich die trotzdem irgendwo, wenn ich es verwurschte oder so. Und jetzt kostet mir aber die Wurst mehr, weil ich das reingebe, als wenn ich mir nur das zukaufen würde, was ich sonst brauche dafür.</v>
Bianca
01:00:50
Jetzt, ihr kauft es ja auch so, also ihr tut es ja beides. Wie viel macht das ungefähr anteilsmäßig aus, die Schweine, die ihr quasi selber schlachtet?</v>
Rudolf
01:01:00
Ja, 30 Prozent sind die eingeschlachtet. Und der Rest sind, die wir oben gesehen haben, überwiegend die Schlögel zum Beispiel, die wir gesehen haben, die wir zukaufen von den acht, neun, zehn anderen Schlachthöfen und Schlägen in Österreich.</v>
Willy
01:01:13
Aber die Kernprodukte, das sind eben eure, die Regional-Optimalschiene, das ist einfach das, was ihr selber schlaucht und selber verarbeitet.</v>
Rudolf
01:01:24
Das ist das, was wir wirklich herausheben und wenn wir sagen, das ist so kürz gemacht, ohne jetzt die Abstufungen zu machen. Das ist halt, der Schlachthof hat nicht nur jetzt diese, wie soll man sagen, atmosphärische Thematik, sondern sicher ist es auch so, es ist die Frische wesentlich besser. Wir haben die Kürze, die Anbindung, das Fleisch ist frischer, wenn es zu uns kommt, als wenn wir es zukaufen würden. Wir haben den Zustand der Kontrolle. Also es gibt auch schon sehr wohl fachliche Themen, die immer noch für den Schlachthof sprechen. Aber rein kaufmännisch, wie die Gabel sagt, wäre es besser, ich würde europaweit irgendwie am Spotmarkt das jeweils günstigste Fleisch, das ich gerade die Woche kriege, zukaufen.</v>
Bianca
01:02:04
Das heißt, das ist tatsächlich ein Wert, ein Idealismus, den ihr verfolgt und deshalb macht sie das.</v>
Willy
01:02:10
Wie seht ihr da die Entwicklung? Glaubt ihr, dass das wieder ein bisschen so eine Rückwärtsbewegung ist, dass wir uns in Österreich oder regional auch die Schlachthöfe wieder zurückholen werden? Oder seht ihr tendenziell eher so für die nächsten zehn Jahre eine stärkere Spezialisierung? Es ist ja gerade alles irgendwie ein bisschen in Bewegung.</v>
Rudolf
01:02:28
Es ist massiv in Bewegung, ja. Wenn man dem Glauben schenken darf, was also gesprochen geschrieben wird, dann sollte es eigentlich auch in der Schlachthofstutte konkret wieder zu einer Regionalisierung kommen. Dem natürlich widerspricht die ökonomische Betrachtung, dass ich halt große Einheiten brauche. um hier günstig produzieren zu können, das wird sicher ein spannendes Thema werden. Hängt mit den Konsumentenerwartungen, mit dem Konsumentenverhalten zusammen. Aber ich sehe es für mich einfach so, dass das mein Weg hoffentlich oder unser Weg hoffentlich sein wird, dass wir eben diese Regionalität in der ganzen Wirtschaftskette abbilden.</v>
Willy
01:03:10
Jetzt habe ich in der Vorbereitung auch ein bisschen geschaut, jetzt sind wir wieder kurz beim Thema Tierwohl ein bisschen. Ein anderer Kollege von euch, der Leberkäse macht, hat jetzt zum Beispiel das Tierschutzvolksbegehren ganz stark unterstützt. Ich habe es angekündigt nach der Sache, da wo es mit einem Zulieferer war, habt ihr mehr oder weniger, zumindest ist es in einem Kurierartikel so gestanden, mit dem VGT auch kooperiert und zusammengearbeitet. Ich finde das extrem spannend, weil das ja Unternehmen sind, die quasi gegenüberstehen am Markt. VGT oder vier Pfoten sind ja für Tierwohl oder generell für Tierschutz. Und wie auf der anderen Seite verarbeitet es die Tiere? Wie ist da die Zusammenarbeit? Wie begegnet man sich da? Und wie kommt man denn da in solchen Kooperationen auf einen grünen Zweig? Und wie setzt man das dann auch um?</v>
Rudolf
01:04:06
Ja, natürlich war das vom aktuellen Anlass her schon nicht lustig.</v>
Bianca
01:04:12
Könntest du vielleicht kurz beschreiben, nur für den Kontext, was genau da war?</v>
Rudolf
01:04:17
Ja, dass eben voriges Jahr im Juni bei einem unserer, eben nicht unserer, sondern bei einem Betrieb, der uns Schweine liefert, hier Missstände festgestellt worden sind, eindeutige Verletzung des T-Schutzgesetzes. Und das dann so kommuniziert, weil es ihm gesagt hat, also Skandal bei Bergerschinken, Bergerskandal im Bergerschweinestall und so weiter und so fort. Also wir hier ganz massiv in den Medien genannt worden sind, dass wir hier eben das Tierschutzgesetz verletzen, wo es de facto eben ein Partner, ein Betrieb war, ein Bauarbeiter, der uns die Schweine zuliefert. Aber medial waren wir vorne drinnen und wurde jetzt gesagt, was macht ihr da, bist zu Freunden angerufen, wann hast du denn Schweinestall, was machst du denn dort für Sachen. Das bin nicht ich, das ist ein selbstständiger Unternehmer, der hier ganz kleinen Fehler gemacht hat. Aber medial ist das halt voll auf uns rübergekommen. Und das war halt in der ersten Minute wirklich alles anders lustig. Und das hat mich, also persönlich im vorigen Jahr, sicher mehr betroffen als das ganze Corona-Thema. So, das war jetzt die Situation. Und heute eigentlich kann man sagen, ja, in Summe ist es sehr positiv. Dass das passiert ist, also nicht, das war ein Fehler, aber dass das passiert ist, war sicher furchtbar und schrecklich. Aber wir haben viel gelernt. Wir haben uns eben in diesem Jahr auch so intensiv wie noch nie mit der Landwirtschaft beschäftigt. Eben mit verschiedensten Stakeholdern, auch dem VGT und mit den Vierpfoten schon länger vorher und mit der Universität für Bodenkultur und vielen Leuten gesprochen. Und da wirklich ganz, ganz massiv gelernt, worauf es ankommt. Und denke ich auch wirklich viel gemacht im Monitoring der ganzen Kette. Wir haben jetzt jemanden, den habt ihr im Schlachthof gesehen, den Mitarbeiter, der zu den Bauern rausfährt, periodisch. Die Stelle sich anschaut, die Bauern besucht, mit den Bauern spricht, was gibt es für Themen, aber auch natürlich Kontrolle macht und sagt vor Ort, ist das so, wie es sein soll, ist das so, wie wir uns das vorstellen. Das werden wir jetzt auch sehr zeitgemäß über iPads, über IT dokumentieren. Dass es also wirklich eine sehr runde Sache ist, dass wir also wirklich gemeinsam mit den Mästern hier wissen, wo ist der Stand, wie ist wirklich immer die Tiergesundheit, das Tierwohl auf allen Höfen. Wir haben dann jetzt ganz konkret, war das auch eine Anregung des VGT, dass wir gesagt haben, wir müssen beim Beschäftigungsmaterial was tun. Und haben unsere Mester jetzt gebeten, dass sie auf jeden Fall mindestens zwei verschiedene organische Beschäftigungsmaterialien in den Boxen haben. Das ist eindeutig über den gesetzlichen Forderungen. Also es sind da wirklich positive Sachen passiert. Und irgendwie die schönste Geschichte für mich ist, dass eigentlich der Betrieb, dem das passiert ist, zweifelsohne, der hat das zweifelsohne Fehler gemacht, nachdem der junge Landwirt dort übernommen hat, er jetzt sagt, er wird seinen ganzen Stall auf Tirol umbauen. Also das ist eigentlich irgendwo für mich das schöne Ende der Geschichte, dass das jetzt so ausgeht und wir hier wirklich ganz massiv weitergekommen sind in unserem Wissen und in unserem Befassen. Und auch, wo wir es vorher gesprochen haben, wie befasst man sich mit dem Schlachthof, auch das hat dazu geführt, dass wir wirklich sagen, wir haben uns da sehr viel beschäftigt, wie hat das zu funktionieren im Schlachthof und was können wir da noch besser machen.</v>
Willy
01:07:41
Vielleicht in ein paar Worten, wie geht es einem da, wenn sowas passiert? So ein bisschen hinter den Kulissen, keine zu tiefen Sachen, aber wie geht es einem da, wenn man dann auf einmal so in der Öffentlichkeit steht, so untereinander, wie geht es euch da, wie geht man damit um im ersten Moment?</v>
Gabi
01:08:05
Aber das hört man nämlich auch nie, was dann dahinter… Ja, ich sage auf jeden Fall, als Familie stehst du sowieso zusammen, also ich meine, das ist kein Thema, aber man überlegt dann halt schon einmal, okay, trennt man sich so wie andere Kollegen, hören wir auch auf, trennen, machen wir es, sagen wir aus. Machen wir es uns auch einfacher, weil wir haben jetzt eine Flanke aufgemacht, wo man natürlich schnell einmal auch angreifbarer ist. Und haben das dann noch mit der Jugend ausdiskutiert und auch der Thomas, der jetzt da, der hat gesagt, na, warum, wir haben alle anderen, machen alles richtig. Wieso sollen wir jetzt die anderen 39 Bauern fallen lassen, weil ein Bauer halt... etwas nicht richtig gemacht hat und haben dann schon gemeint, lustig ist das nicht, weil das ist keine Frage. Aber ich sage, das gehört zum Leben dazu, man macht auch mal solche Erfahrungen.</v>
Willy
01:08:56
Das ist eine kleine Krise.</v>
Gabi
01:08:58
Ist nicht eine kleine Krise, aber ich meine, das Leben ist auch defizitär und das Leben... Ja, hat auch mal unschöne Dinge, die man sich nicht ausgesucht hat. Aber ich sage, das ist dann ganz klar gewesen, dass wir weitermachen und dass wir das jetzt richtig, was können wir verbessern? Und der Thomas, du kannst da gerne erzählen, weil du hast dann wirklich viel gemacht, eigentlich die Männer.</v>
Thomas
01:09:21
Ja, also ich glaube wirklich, dass in der Situation auch gerade für uns, also als Junge, die da wirklich jetzt neu dazukommen sind, stehst du schon mal da und sagst dir, puh, also dem hätte ich jetzt auch nicht so gerechnet, weil es gerade dieses Programm, wo wir da auch immer vermittelt bekommen haben oder wo ich auch selber glaubte, na gut, dadurch, dass wir da eben mehr machen, das ist was Gutes, das ist was Cooles und das wird in der Öffentlichkeit auch so wahrgenommen, dass da gerade das dann am Schädel fliegt quasi, das war halt im ersten Moment schon einmal so ein Aha-Effekt, muss ich sagen, aber wie der Papa schon gesagt hat, ich finde einfach, dass extrem interessant und gut, was jetzt eigentlich wirklich dieser Fehler ausgelöst hat alles. Einfach weil wir intern extrem, also gerade unser Qualitätsmanagement-Team war da extrem dahinter und hat jetzt so viel aufgebaut, eigentlich in dem Jahr, dass man wirklich eigentlich sagen muss, es war damals sicher extrem dramatisch und ich muss auch sagen, dass ich meine Familie, meine Eltern und auch meine Tanten wahrscheinlich noch nie so gesehen habe, wie es ihnen da gegangen ist. Also das war wirklich nicht schön. Aber dass dieser Moment wirklich extrem viel ausgelöst hat, was wir wahrscheinlich, wenn alles so weitergelaufen wäre, wie es davor gelaufen ist, in fünf oder zehn Jahren nicht erreicht hätten. Also heute schauen wir eigentlich doch sehr positiv auf diesen Moment zurück.</v>
Willy
01:10:34
Also wenn man es übersteht und nicht das Handtuch wirft, wie es auch kurz im Raum gestanden ist, sagen wir, lassen wir das wieder, das bringt eh nichts. dann kann was Positives auch entstehen. Das heißt, der Betrieb ist jetzt auch nicht zerstört, der da quasi aufgedeckt worden ist, sondern der hat sich Ader fangen. Also es war nicht das existenzielle Ende des Betriebs. Es ist wahrscheinlich auch nicht gut gegangen in der Zeit. Aber die haben es ja derappelt und sind jetzt auch wieder auf einem Weg in eine andere Zukunft.</v>
Bianca
01:11:03
Es war quasi auch für den Schweinemäster dann in der jungen Generation die Flucht nach vorne.</v>
Sprecher 8
01:11:09
Natürlich.</v>
Bianca
01:11:11
Gab es da irgendwelche anderen Konsequenzen für ihn von eurer Seite oder generell? Das ist ja auch eine Familie, die da dahinter steht.</v>
Rudolf
01:11:18
Ja, freilich. Und zwar schon irgendwie in den ganzen Thematiken, wo dann Anrufe, Pressekonferenzen und so weiter waren, da hat mich irgendwann auf einmal Herr Schäfer, eine Tierschützerin aus der Steiermark, wir sprechen, also gib her. Und die Dame hat einfach nur gefragt, sagen Sie, wie geht es eigentlich dem Mester? Kümmert sich jemand um den Mester? Das hat mich dann schon sehr berührt, ja.</v>
Willy
01:11:38
Die Frage kam von einer Tierschützerin.</v>
Rudolf
01:11:40
Ja, sie ist aus Steiermark, sie ist Tierschützerin und sie hat da mit der steirischen, glaube ich, gibt es ja Organisationen da zu tun, aber sie wollte eigentlich nur fragen, sie hat das jetzt medial verfolgt und kümmert sich jemand auch um den Bauern.</v>
Willy
01:11:53
Hat wahrscheinlich auch ein bisschen ein Gespür dafür gekriegt, was dann teilweise auch privat in den Familien passiert, was dann oft ein bisschen auch unter den Tisch fällt bei diesen Diskussionen. Die Frage ursprünglich war ja, das hat dann im Prinzip zu einem Dialog geführt mit den unterschiedlichen Stakeholdern und Organisationen. Und aus dem heraus sind dann auch die Tierwohlkriterien noch weiter entstanden? Haben sich die erweitert?</v>
Rudolf
01:12:18
Das haben wir schon vorher gehabt. Wir haben schon zwei, drei Jahre vorher das Tierwohl besprochen und auch umgesetzt. Daraus ist dann wirklich die Festigung entstanden. Wir machen jetzt was. Wir vertiefen die gemeinsame Arbeit mit den Mästern. Natürlich waren da primär mal Kontrollen da. wir intensivieren den Informationsfluss, wir reden eben mit den Mästern, mit der AMA, mit der Agro-Welt, die das kontrolliert, also rein technische Dinge, also wir kriegen den AMA-Befund, die Agro-Welt kriegt den, wir vernetzen das über IT und so weiter und so fort, dass man wirklich die Kontrolle, die es eh schon gibt, zusammenführt, dass ein gesamtes Bild entsteht und man rasch erkennt, wenn da was schieflaufen könnte. Also viele Sachen, wie der Thomas sagt, im Bereich Qualitätsmanagement, wo die sich wirklich reingekniet haben und die wirklich tolle Sachen gemacht haben, wo man sagt, wir haben heute wirklich den Überblick und können da auf ganz anderer Informationsbasis miteinander reden.</v>
Willy
01:13:14
Könnt ihr für mich, also für mich hoffentlich auch für ein paar Zuhörerinnen noch einmal jetzt klar definieren, wie seid ihr auf eure Definition von Tierwohl gekommen und was heißt jetzt eigentlich aus eurer Sicht Tierwohl und wie seht ihr das und wie kommen Sie sich dem Thema auch näher?</v>
Rudolf
01:13:34
Das ist ganz einfach, das ist der Standard der vier Pfoten. Also eher orientiert sich auf einem... Ja, das ist der Tierwohlstandard der vier Pfoten, die wir entwickelt haben, die uns auch damals in dieser Phase beraten haben. Und das hat sich jetzt eigentlich momentan als, würde ich sagen, Branchen, Firmenlösung in Österreich ein bisschen etabliert, dass zwei, drei Kollegen, die das auch tun, sich eigentlich an dem orientieren. Gesetzlich geregelt ist es noch nicht.</v>
Bianca
01:14:02
Ihr habt ja dann damals auch in dem Kontext dieses Vorfalls quasi das Verbot von Vollspaltenböden gefordert. Jetzt ist das tatsächlich in Österreich immer noch die häufigste Haltungsform bei Schweinen, aber damals auch die Politik in die Verantwortung genommen. Wie kann denn jetzt in deinen Augen oder in euren Augen Schweinehaltung in der Zukunft aussehen oder wie sollte sie aussehen und wie kann da dieser Wandel auch stattfinden?</v>
Rudolf
01:14:35
Naja, der Vollspaltenbund ist natürlich das Thema, das polarisiert, das das Zentrale ist. Also ich habe gesagt, ich würde mir halt wünschen, dass wir in 30 Jahren nicht sagen, ja, es gibt nur das oder wie auch Meinungen waren, das wird sich nie ändern. Vieles ändert sich, alles ändert sich und wie ich eben heute schon gesagt habe, man muss auch verstehen und da war auch sehr interessant, das zu hören, wie sind wir zum Vollspaltenboden gekommen. Das war ja auch nicht Jux und Tollerei, das waren ja wirklich sehr sinnvolle ökonomische Gründe der Arbeitsleichterung und so weiter. Und jetzt sind wir halt dort und jetzt kannst du nicht sagen, unter dem Mögen ist alles anders. Und so war das von mir auch gemeint, dass ich sage, wenn jetzt jemand neu baut, dann kann ich mir vorstellen, dass man in Zukunft sagt, neu baut nicht mit dem Vollspaltenboden, aber Betriebsgarantie für die bestehenden Ställe auf eine Zeit, dass das auch für den Unternehmer, für den Ja. Und dann brauchen wir den Zusammenschluss von allen und oder halt wirklich auch gesetzliche Regelungen, die hier was vorgeben.</v>
Willy
01:15:52
Spannend. Gemüse verarbeitet ihr ja noch nicht, sozusagen. Ihr seid ja ein reiner Fleischbetrieb, jetzt kann man so sagen. Nein, ich muss bremsen.</v>
Gabi
01:16:03
Okay, wir verarbeiten seit Neuestem auch Kartoffeln. Kartoffeln? Erdäpfeln. Das ist ganz neu, weil wir uns auch die ganzen, es gibt ja so viele Wellen, vegetarische, vegane und so weiter.</v>
Rudolf
01:16:20
Überleitung geglückt. Überleitung, genau.</v>
Gabi
01:16:22
Und jetzt haben wir uns auch gedacht, gut, wir machen jetzt keine Ersatzprodukte oder wir stehen halt... Wir schauen uns viel an, aber bei vielen, nicht bei allen, bei vielen Produkten, die jetzt halt so vegetarisch sind, vegan sind. und dann in Würstelform sind oder wie auch immer, ja, sind halt in sehr vielen sind Verdickungsmittel drin und Farbzusatz und Geschmacksversteiger und Bibabo, ja. Und jetzt haben wir gesagt, okay, vielleicht ist es, könnte mal ein Ansatz sein, so eine Art Hybridwürstel zu machen, wo ich sage, wir nennen es einfach so wie die Autos, Hybrid, wie die Autos, ja, ein Autowürstel. Und wir haben jetzt ganz, ganz neu, das kommt in zwei, nein, es ist jetzt diese Woche bei einer Handelskette und in zwei Wochen bei der anderen großen.</v>
Willy
01:17:09
Da steht aber nicht vor und drauf Hybridwurst. Nein, Kartoffelgrillwürste.</v>
Gabi
01:17:15
Und es ist 40% Kartoffel. Also man versucht jetzt da ein bisschen den Fleischanteil zu reduzieren. Und mit heimischen Kartoffeln.</v>
Willy
01:17:22
Also nicht Kartoffelgrillwürste, sondern da ist ja eine Wurst, also ein Fleisch auch drinnen.</v>
Gabi
01:17:26
Ja, ja, ja. Es ist 40% Kartoffel und da ist es 60%.</v>
ohne Sprecher
01:17:29
60% Fleisch.</v>
Willy
01:17:30
Okay. Ja, weil es ist ja interessant, weil man sieht ja, dass das, was man lange nicht geglaubt hat, dass man gesagt hat, was tun wir, wenn die Welt jetzt auf einmal 10 Milliarden, letztens sogar schon wieder was von 11 Milliarden Menschen, also die Grenze ist ja nach oben hin offen scheinbar. Wenn wir jetzt alle Fleisch essen, wie kommen wir denn da durch? Und jetzt hört man aber immer mehr, dass gerade bei jungen Generationen der Status, also das Fleisch als Statussymbol ja gar nicht mehr so stark ausgeprägt ist, dass Fleisch essen einen gewissen... Bereichen, gerade bei den Jüngeren, zum Teil schon uncool ist.</v>
Bianca
01:18:09
In Westeuropa muss man dazu sagen.</v>
Willy
01:18:11
In Westeuropa, ja, aber irgendwann muss eine Veränderung, wenn es eine ist, beginnen. Wo glaubt ihr, ein Kollege von euch, der Neuburger, hat ja auch schon angefangen, dass er mit Hermann Fleischlos was macht, haben wir auch einen Podcast gehabt mit Ihnen.</v>
Gabi
01:18:25
Nein, der macht es auch toll, den würde ich ausnehmen, der macht das super, ja.</v>
Willy
01:18:29
Ja, was mir bei ihm gefallen hat, er hat zum Beispiel gesagt, er passt die Masse, das Produkt nicht an die Maschine an, sondern die Maschine an das Produkt so ein bisschen, wo er dann selber ja Kritik geübt hat an den zu hoch verarbeiteten Produkten in der Fleischersatzbranche.</v>
Gabi
01:18:46
Genau das meine ich.</v>
Willy
01:18:49
Und das finde ich spannend, weil sie jetzt sagt, Hybridprodukte, wo glaubt ihr generell, wir geben als Fleischbetrieb jetzt so stark mit diesem Trend um, weil das ist ja so gesehen ja wieder existenzielle Bedrohung. Jetzt stell dir vor, die Leute essen kein Fleisch mehr und wir verarbeiten aber Fleisch. Wie gehen wir mit dem Thema um? Wie reagiert man da so auf Trends, gleich panisch, ui, vegan? Noch mehr Veganer, 10% auf einmal statt 5%, das müssen wir dann tun. Wie geht man denn mit dem um? Wie ernähren wir sich dem Thema? Würde mich sehr interessieren.</v>
Thomas
01:19:20
Also ich glaube schon, wie du sagst, der rückläufige Fleischkonsum, zumindest jetzt in unserem Breiten, ist sicher ein Thema. das uns betrifft. Und ich glaube, für uns jetzt mal sicher mittelfristig ist jetzt die Lösung, die wir jetzt eingeschlagen haben mit dem Hybrid-Produkt unter Anführungszeichen, sage ich jetzt einmal, sicher das, was wir am schnellsten machen können. Und wo wir jetzt halt auch mal ein bisschen schauen wollen, wie es funktioniert am Markt und wir nehmen das den Kunden auf. Aber langfristig gesehen ist das Thema, einfach auf wirklich rein pflanzliche Produkte auch was zu machen, sicher eines, dem wir uns nicht verwehren dürfen, glaube ich.</v>
Willy
01:19:52
Entschuldigung, ihr habt einen Schlachthof. Ihr arbeitet eure gesamte Geschichte mit Fleisch. Ist es für euch denkmöglich, dass ihr irgendwann rein pflanzliche Produkte verarbeitet zu Leberkäs? Also... Oder so etwas. Schinken. Im Lebercase ist keine Leber, wenn man das mal klärt. Und KKs. Ja, und KKs. Aber das geht sich aus, bei euch zumindest, es darf laut gedacht werden.</v>
Thomas
01:20:25
Es darf auf jeden Fall laut gedacht werden. Ich mag jetzt nicht Herrn Neuburger widersprechen, aber im Prinzip ist halt doch unser Glück, unter Anführungszeichen, dass es von der technologischen Seite her sehr viele Überschneidungen auch gibt und dass man bestehende, unsere bestehenden Anlagen auch sehr vielseitig verwenden könnte, um jetzt doch wieder auch in eine andere Richtung was zu machen. Also von dem her</v>
Bianca
01:20:45
Wo denkst du denn, Thomas, jetzt quasi als die Nachfolgergeneration, wo die Reise hingeht, wenn wir an Schinken, Fleisch und alle Alternativen denken?</v>
Thomas
01:20:57
Also ein Zukunftsszenario, das ich jetzt einmal für mich irgendwie spinnen möchte, ist halt doch, dass der Fleischkonsum sicher nach wie vor bestehen wird, auch in der Zukunft. Aber dass man halt wirklich vielleicht dann drauf schaut, dass ich halt wirklich ein gutes Fleisch habe, Fleisch von einem Tier, wo ich weiß, wo es herkommt und auch Fleisch von einem Tier, wo ich weiß, wie es gehalten wird. Und das ist auch ein wesentlicher Punkt für mich, der jetzt halt für den Konsument noch nicht klar ist, weil ich jetzt halt wirklich auch als Konsument, glaube ich, wenig Einblick habe in die Haltungsformen, wie halt jetzt wirklich die Landwirtschaft funktioniert. Und ob man da jetzt irgendwie irgendwelche Standards einführt, womit wir jetzt halt zu tun haben, weil im Prinzip der Tierwohlstandard kann halt von jedem noch ausgelegt werden, wie er will. Und wenn man da halt irgendwie eine eindeutige Kennzeichnung hat, was jetzt wirklich der Haltungsstandard ist, ist das sicher auch hilfreich für den Konsumenten. Aber trotzdem, wenn wir halt von pflanzlichen Produkten gesprochen haben, eben Fleisch, das ist hochwertiger, aber halt dafür, also kann ich auch dann ruhig nur dreimal in der Woche Fleisch essen und nicht halt jeden Tag. Das ist irgendwie so die Zukunft.</v>
Willy
01:22:03
Oder sieht man Hybrid-Hirschl? Das ist eine Rechnung.</v>
Bianca
01:22:09
Du hast jetzt das Thema Wahrnehmung angesprochen beim Konsumenten. Seht ihr euch da in einer Art Verantwortung, wie der Konsument wahrnimmt, wo das Schwein herkommt, das dann euer Schinken wird?</v>
Thomas
01:22:27
Ich glaube, dass da alle Beteiligten der Wertschöpfungskette irgendwie eine gewisse Verpflichtung trifft. Weil ich glaube, das reicht jetzt nicht, wenn wir sagen, okay, so und so soll das sein. Sondern für mich wäre es halt doch entscheidend, dass man wirklich sagt, man hat einen Standard, der eben nicht nur jetzt bei uns in der Firma so ist, sondern der halt wirklich alle betrifft. Und dass der Konsument halt wirklich eine eindeutige Linie hat, an der er sich auch orientieren kann. Ich glaube, das ist ganz entscheidend einfach.</v>
Rudolf
01:22:52
Das heißt technisch eben dann wirklich politisch Herkunftskennzeichnung und Haltungskennzeichnung. Aber das läuft hinaus. Gestern kam eine Mail von der Wirtschaftskammer, dass es ja ein EU-Thema wird, dass die EU im März noch hier ermittelt, Datenlage festlegt und wir auch jetzt sagen sollen, wie schaut es aus bei uns, was kostet es? konkret die Herkunftskennzeichnung auf tierische Lebensmitteln. Und das ist eine ganz klare Forderung, das muss so rasch wie es geht kommen.</v>
Bianca
01:23:24
Aber das heißt, es wird dann tatsächlich seitens der Politik mit euch als Verarbeiter, Produzenten gesprochen in dem Kontext?</v>
Rudolf
01:23:32
Wir sollen jetzt einmal die Datenlage abgeben, welche Aufwendungen bei uns entstehen. Und ich wäre auch wirklich ganz frech dazu, wenn ich sage, wir wollen das. Das muss kommen, auch wenn es etwas kostet. Das kann nicht sein, dass Kollegen wirklich irgendwelche Aussagen treffen, wo der Konsument glaubt, das ist aus Österreich, aber es ist nicht aus Österreich. Da muss man ganz klar gesetzlich regeln, wie ist Herkunft zu deklarieren und dann natürlich noch viel schwieriger, wie ist Haltung zu deklarieren. Aber auch da gibt es Beispiele und wenn man der guten Willens ist, geht alles. Aber Herkunftskennzeichnung muss gemacht werden, sie muss so gemacht werden, dass die Kasse noch mit damit leben kann, weil die haben eh schon genug jetzt gelitten, natürlich geht es ihr schwierig genug, also da darf man niemanden am Weg liegen lassen. Aber Herkunft ist jetzt ganz klar, möglichst rasch zu kennzeichnen.</v>
Willy
01:24:18
Ist beim Thema Herkunft der Konsument noch unwissend oder ist er schlichtweg einfach verunsichert, ob der interessanten, abweichenden Herkunftskennzeichnungen, die es gibt, Möglichkeiten, wie man das definiert?</v>
Rudolf
01:24:35
Der Konsument hat relativ wenig Chancen, zu erkennen, wo jetzt bei einem fleischlichen Produkt wirklich der Rohstoff, also das Fleisch, hergekommen ist. Das gibt viele freiwillige Programme, gibt im Biobereich, gibt uns, gibt Kollegen, die das ausloben, aber es gibt auch viele Kollegen, die eben keine oder zweifelhafte Aussagen dazu treffen. Und da ist es, glaube ich, eine gesetzliche Regelung, wenn es alle trifft, ist es geklärt und dann gibt es keinen Aufregung mehr und dann liegt das da und dann können die Konsumenten wirklich auf die Packung schauen und sagen, aha, da ist es ja.</v>
Willy
01:25:10
Ja, aber wen nimmt sie da primär in die Pflicht? Weil die Forderung ist da, es gibt immer wieder so Forderungen, das ganze Thema Klimawandel ist auch so eine Geschichte. Wir wissen es alle, wir wissen eigentlich auch, was gescheit war, nur wer macht? Wo setzt ihr den größten Hebel und die größte Wahrscheinlichkeit, dass es an dieser Front, sei es Zivilgesellschaft, Politik, wo auch immer, Wo setzt ihr den wichtigsten Hebel? Wo solltet ihr angesetzt werden?</v>
Rudolf
01:25:36
Also Klimawandel ist ein unheimlich komplexes Thema. Aber nochmal zurück, also Herkunftskennzeichnung ist ganz klar politische Vorgabe. Dann sind wir fertig. Also Politik. Ja, dann ist das sozusagen zu deklarieren. Alle halten sich dran und dann wird es gemacht. dann können es die bestehenden Kontrollorgane kontrollieren. Also der Aufwand ist meiner Meinung nach relativ überschaubar für das Ganze. Und dann kann man entscheiden, lege ich Wert drauf, ist es eine nette Information, handele ich danach oder mache ich nichts.</v>
Willy
01:26:02
Und wie müsste man es machen, damit eben die Betriebe bei Tierwohl Es heißt ja investieren in die Stelle, es heißt ja aufbauen. Es gibt ja, das wissen wir aus unseren Gesprächen, viele Landwirte, die einfach keine arrotierten Flächen haben, glaube ich, so heißt das, wo sie dann die Stelle auch erweitern können. Für viele würde das ja auch tatsächlich das Ende bedeuten. Wie geht man denn mit diesen Themen um? Weil die, die Flächen haben, da kann ich fast keinen, der es nicht so gut hat, bin ich dabei, wenn es so ausgeht. Aber die anderen, was ist mit denen?</v>
Rudolf
01:26:35
Habe ich jetzt auch, ehrlich gesagt, nicht die Patentantwort.</v>
Gabi
01:26:38
Aber ich glaube, jetzt haben wir zwei Themen für dich gestellt. Das eine war jetzt die Herkunftskennzeichnung, wo wir gesagt haben, das ist einmal das absolute Must-Do. Das ist wirklich ein Gebot der Stunde. Ich sehe viele Kollegen nicht so wie wir, aber wir plädieren dafür, wir machen es auch freiwillig schon, nicht bei allen, sage ich jetzt aber, bei den meisten unserer Produkte, gerade im SP-Bereich, wo der Konsument wirklich das Packerl in die Hand nehmen kann und umdrehen kann und sagt, woher kommt es. Und das machen wir für uns, aber wir würden uns halt wirklich wünschen, das noch einmal zu unterstreichen, dass das irgendwie ein Politikum wird, damit halt auch andere, wirklich auch wertgeschätzte Kollegen, aber... sage ich halt nicht mit irgendeinem Marschall, einem Schlauferl, irgendwas. Suggeriert. Ja, suggeriert dem Kunden dann. Das ist mal das eine. Und das andere jetzt mit Tierwohl, mit der Stelle ist jetzt wieder was anderes. Und ich sage jetzt, wir werden die Welt nicht jetzt sofort und zugleich verändern. Aber es gibt schon viele, also die, sagt der Rudi einmal und der Thomas, es gibt viele, die schon, oder einige, um nicht zu betreiben, die auch umstellen wollen jetzt von unseren Bauern auf Tierwohl. die umstellen wollen quasi, aber es werden nicht alle umstellen und es ist auch immer dann die Frage, es kostet uns mehr, es kostet dem Konsumenten mehr und der Konsument muss quasi auch dafür zahlen. Also zuerst müssen wir es, der Bauer muss zuerst umstellen, wir müssen ein Produkt draus machen, dann brauchen wir den Kunden, den Kunden sagen wir es jetzt der Handel zum Beispiel, der das listet und dann muss der Konsument es kaufen, wenn es der Konsument dann wieder, wenn wir fertig sind, der Konsument kauft es nicht, Liest jetzt der Handel aus, wir hören auf zu produzieren und der Bau steht mit seinen Schwännern da.</v>
Bianca
01:28:17
Genau. Und hat investiert. Ja, das ist eine schwierige Frage. Also tatsächlich, wie so oft, wie du auch vorgesagt hast, das braucht uns alle dazu.</v>
Gabi
01:28:27
Es braucht uns wirklich. Und das Bewusstmachen ist das eine. Und ich sage immer, es braucht auch wirklich das Tun. Weil es ist halt sehr, sehr, sehr oft der Wunschgedanke, auch von den Konsumenten, Und Handeln tut man dann oft anders.</v>
Willy
01:28:46
Wir haben uns das Thema Kommunikation auch ein bisschen aufgeschrieben. Wie kommuniziert man denn, ich habe jetzt schon einiges an Erfahrung durch die Ereignisse natürlich auch viel darüber nachgedacht, was ist eurer Ansicht nach und vielleicht auch für andere kleinere Betriebe oder so, wie kommuniziert man denn eurer Meinung nach das Thema zum Beispiel die Vollspaltenböden, alles das, was jetzt so ausgeklammert ist, so über Jahrzehnte so ein bisschen weggedrängt von der Öffentlichkeit, weswegen es ja oft so arg ist, wenn man dann einfach sieht, wie ein normaler Stall aussieht. Das glaubt man ja nicht, weil viele Leute haben gar nichts gesehen. Oder nie gesehen, sondern nur über die Werbebilder. Jetzt sieht man auf einmal eine normale Stelle wieder, weil nach und nach viele Landwirte und Landwirtinnen auch die Stelle wieder öffnen, wieder Bilder zeigen über Social Media, Instagram. Na ja gut, das sehen wir am Anfang. Aber jetzt kommen diese Bilder zurück ein bisschen. Wie kommuniziert man denn dieses Thema so, dass es... dass es kein Bumerang wird auf der einen Seite, aber dass man auch nicht suggeriert, man möchte etwas verheimlichen. Wie geht man denn aktuell so um? Ihr müsst euch ja mit dem Thema Notgedrungen auseinandersetzen. Sehr gute Frage.</v>
Gabi
01:29:56
Danke. Bitte.</v>
Rudolf
01:30:08
Man hört das auch. Nachdenken drüber. Nein, gibt es eh nicht für Alternativen. Nicht drüber reden, überlässt man die Deutung so weit anderen, die dann mit irgendwelchen Intentionen, Absichten drüber reden. Wir können nur versuchen, behutsam beginnen zu kommunizieren, darüber zu reden. Uns natürlich im Gleichklang damit zu beschäftigen, also Weil manchmal wissen wir es ja selber nicht, dann haben wir selber nicht gewusst, was wirklich dahintersteckt, dann haben wir so viel gelernt. Und jetzt auf der Konsumenten-Ebene hat der Konsument, die Konsumentin, halt Bilder im Kopf, die halt werbegeprägt sind. Wissen wir beide, was sich jetzt auftut bei uns im Kopf, welche Bilder? Und die hat nicht Stimmen. Und jetzt zu meinem Sagen, eigentlich hast du jetzt jahrelang irgendwas Falsches im Kopf gehabt. Und vor dem fürchten wir uns. Aber wir haben halt keine Alternative. Also nichts zu reden oder nochmal was lustig gefaktes zu kommunizieren. Also ja, es rät sich leicht. Die Wahrheit ist dem Menschen oder die Wahrheit muss dem Menschen zumutbar sein. Aber es gibt nicht viele Alternativen für mich.</v>
Bianca
01:31:30
Siehst du es tatsächlich als deine Verantwortung oder seht ihr es als eure Verantwortung, auch dieses Bewusstsein zu schaffen?</v>
Rudolf
01:31:43
Bedingt, also wirklich bedingt. Also nicht unbedingt. Ich glaube nicht, dass wir die jetzt sind, die massiv jetzt vorneweg gehen und sagen, liebe Bauern, ihr müsst alle die eure Stelle aufmachen. Und das muss man auf jeder Stufe selber machen. Also ich sage eben für mich, für meinen Betrieb, wir sagen also wirklich eh immer schon und wenn wir es nicht ganz gescheit gemacht haben, haben wir es jetzt gescheit gemacht. Wir sagen immer schon, wo der Rohstoff her ist, was drin ist. Und das muss man auf allen Ebenen, denke ich, mehr durchziehen. Aber wir können jetzt nicht die sein, die jetzt für andere kommunizieren. Also wir werden jetzt nicht sagen, wie Landwirtschaft zu funktionieren hat. Aber wenn man uns fragt, was uns betrifft, werden wir halt sagen, ja, das ist drin im Produkt und da haben wir es her und so machen wir es. Warum nicht? Wir haben vor dem C-Thema auch immer wieder versucht, Schulklassen herzukriegen, Besucher herzukriegen, Kochkurse zu machen, also eh dieses Thema zu beackern. Leute, sollen Sie sich das anschauen, wie es bei uns ausschaut.</v>
Willy
01:32:48
Also ihr lautet so Schulklassen, Schulen ein, die können sich euren Betrieb dann auch anschauen? Ja, damals in den alten Zeiten. In den alten Zeiten, ja.</v>
Bianca
01:32:56
Dass wir noch ohne Masken vor den Mikrofonen gesetzt werden.</v>
Willy
01:32:58
Manche von uns können sich noch daran erinnern. Eine zentrale Frage, und jetzt kommt die Frage vom Anfang wieder, die am Anfang schon ein bisschen aufgetaucht ist. Es hat einen Familienbetrieb. Es ist irgendwie spannend, wenn man sieht, dass man einfach die Familie auf einer Bank sitzen hat und das ganze Unternehmen quasi repräsentieren kann. Wo seht ihr für die Firma die Grenzen des Wachstums, also wie weit könntet ihr euch als Unternehmen vorstellen zu wachsen, ums Doppelte, ums Dreifache, vorher schon gehört, die wirklich Großen sind fünf bis zehnmal so groß wie ihr. Ist das für euch eine Dimension? Könnt ihr euch vorstellen, wirklich noch viel größer zu werden? Oder wie, speziell jetzt vielleicht an die junge Generation gerichtet, wo siehst du die Zukunft?</v>
Thomas
01:33:56
Ich glaube, dadurch, dass wir einfach jetzt so als Familienbetrieb auch schon als Kinder aufgewachsen sind und halt wirklich reingewachsen sind in den Betrieb, ist das für uns irgendwie sehr schwer vorzustellen, wirklich jetzt noch um vieles größer zu werden. Weil wir haben immer den Bezug zu den Mitarbeitern gehabt, weil viele Mitarbeiter da kennen mich, glaube ich, seit ich so klein bin. Also wirklich als kleines Kind auch noch. Seid ihr froh, dass ihr euch schlägt? Nein, und da passt das irgendwie in mein Verständnis nicht rein, dass ich dann sage, okay, wir müssen jetzt noch einmal fünfmal so groß werden. Also ich glaube, die Größe, ich denke, da wird sich nicht viel ändern. Ich glaube, dass es auch nicht Sinn macht, dass du wirklich so weit hinaus wächst, dass du groß über das eigene Verkaufsgebiet jetzt rauswächst. Also das heißt wirklich Österreich und vielleicht Nachbarländer. Aber darüber hinaus, glaube ich, wollen und sollten wir auch gar nicht wachsen. Das ist mein Zugang jetzt.</v>
Willy
01:34:51
Weil sich dann was ändern wird?</v>
Thomas
01:34:54
Weil für mich dann zumindest im Unternehmen das Persönliche wegfallen wird, glaube ich, einfach weil es dann Maßstäbe annimmt, wo du dann deine Mitarbeiter nicht mehr kennst, wo du nicht mehr so viele Einblicke hast vielleicht auch. Und das ist zumindest für mein oder ich glaube auch für unser Verständnis als junge Generation ist das dann nicht mehr so ein Unternehmen, das wir halt auch führen möchten. Ja.</v>
Willy
01:35:22
Also im Prinzip ganz froh, so wie es jetzt ist. Was sind dann für dich die Ziele? Wenn du dann du oder im Endeffekt eher nicht du, sondern ihr wieder, wahrscheinlich du wieder mit deiner Schwester oder mit einer Schwester oder mit allen drei.</v>
Thomas
01:35:35
Genau, jetzt ist die Cousine dabei. Meine Freundin ist jetzt auch schon dabei.</v>
Willy
01:35:40
Wenn es ihr dann quasi als Team Next Generation wieder ans Ruder geht, wo glaubt ihr, dass dann die Reise ein bisschen hingeht?</v>
Thomas
01:35:50
Also das Gute ist ja quasi, wir verstehen uns ja in unseren Zielen, also über die Generationen übergreifend. Wir haben ja quasi in dieselbe Richtung, das macht es ganz angenehm. Nein, also wirklich, wesentliche Punkte sind einfach, glaube ich, dass wir halt zumindest für unseren Markt in Österreich schaffen, dass die Konsumenten einfach wissen, unter welchen Bedingungen das Fleisch jetzt erzeugt worden ist, unter welchen Bedingungen das Tier halt leben kann. Und was für mich jetzt halt auch ein wesentlicher Punkt ist, ist einfach jetzt quasi auf der anderen Seite die Ausbildung von den Mitarbeitern auch. Also wir haben jetzt sehr, sehr viele gute Mitarbeiter, die aus Nachbarländern kommen, ohne die es jetzt auch nicht gehen wird, über die wir sehr froh sind. Aber was ich einfach sehe und was mir halt in der Zukunft ein bisschen Kopf weh macht, ist einfach, dass wir sehr schwer Österreicher finden, die sich halt wirklich dann für die Ausbildung als Fleischer interessieren. Woran liegt das? Schwer zu sagen. Also vielleicht doch, es ist halt, ich weiß nicht, früher, zumindest in Zeiten von meinen Ur-Ur-Opas oder sowas, war es halt doch irgendwie ein Ur-Ur. Ja, es ist wirklich ein Ur-Ur-Opa. Papa schluckt gerade. Nein, war es halt auch noch ein sehr angesehener Beruf, Fleisch.</v>
Willy
01:36:57
Du hast gesagt, Fleischselcher sogar noch.</v>
Thomas
01:37:00
Ja, damals hat es den Fleischselcher gegeben. Aber ich weiß nicht, wo wir dieses Ansehen verloren haben. Es ist natürlich eine Tätigkeit, in der man halt körperlich arbeiten muss. Vielleicht macht das das für manche irgendwie unattraktiv. Aber es ist auf der anderen Seite eine total spannende Tätigkeit, weil du halt wirklich siehst, also du siehst halt den Output, du siehst, was du den ganzen Tag lang machst eigentlich. Und wenn du dann halt wirklich das kosten kannst und das essen kannst, was du am Tag gearbeitet hast, das ist schon ganz cool, finde ich.</v>
Willy
01:37:25
Wie kennt man denn den Beruf? Ihr habt ja auch ein Lehrvideo, das haben wir ja im Vorfeld sogar angeschaut, wo ein Lehrling, der man zufällig eigentlich, der ist wirklich, also der hat tatsächlich in der Produktion getroffen. Und ihr habt ein bisschen gelächelt bei der Arbeit, also es dürfte tatsächlich Spaß machen. Wie kann man denn diesen Job wieder attraktiver machen?</v>
Thomas
01:37:50
Ich glaube, dass unsere Aufgabe wirklich jetzt sein wird, dass wir halt bei den Schulen schon ansetzen und da nicht nur erst jetzt quasi in der Hauptschule, wenn die quasi in die Berufswahl schon getroffen worden ist, sondern wirklich vielleicht früher schon.</v>
Willy
01:38:01
Wie kann man in den Schulen ansetzen?</v>
Thomas
01:38:02
Einfach wirklich mit Besuchen oder Infomaterial oder sonst irgendwas. Dass man wirklich auch mit den Lehrern oder gerade mit den Eltern redet, ist glaube ich ein wesentlicher Punkt. Dass halt wirklich die Perspektive halt einfach, dass man nicht nur Mechaniker oder sonst irgendwas werden kann, sondern dass es halt Fleischfahrarbeit als Lehrberuf auch noch gibt. Das ist unsere Aufgabe sein wird. Und dass wir halt wirklich auch intern eine Ausbildung gestalten, die halt dann auch irgendwie attraktiv ist wieder. Weil ich halt wirklich, wie ich ja schon gesagt habe, einen extrem vielseitigen Beruf habe, weil ich kann dann in der Zerlegung sein, ich kann genauso gut arbeiten. in der Kochabteilung arbeiten. Ich kann ein Produkt halt wirklich quasi von Anfang bis zum Schluss halt begleiten. Und das ist, glaube ich, schon das, wenn man das wirklich schafft, das wieder besser oder vermehrt zu kommunizieren, auch irgendwie wieder Potenzial hat dann.</v>
Willy
01:38:46
Also wenn jetzt die Hypothese in den Raum wird, vielleicht ist ja die Hypothese eh schon falsch, dass es einfach die Arbeit mit Fleisch, dass das jetzt einfach der Fleischherr, der Fleischherr einfach uncool worden ist ein bisschen. Siehst du dann, wenn jetzt diese Hypothese mal stimmt oder die Prämisse oder zumindest Teil ist, dass dieser Wechsel hin vielleicht zu Hybridwürsteln, zu veganen Angeboten, zu diesen... Also dass das eher dann ein Lebensmitteltechniker wird. Manchmal hat man den Beruf einfach umbenannt und auf einmal war er wieder cool, weil dann haben wir schon so ein paar Trainer gehabt. Glaubst du, dass dieser Wechsel dorthin den Job dann vielleicht auch wieder interessanter macht?</v>
Thomas
01:39:24
Das ist sicher eine Möglichkeit. Ich meine, das ist wahrscheinlich jetzt noch zu früh, um das zu sagen, wenn man wirklich mit dem Produkt noch am Anfang steht. Aber ich glaube auch der Job als Fleischverarbeiter an sich, im Prinzip, ich meine, solange wir Fleisch konsumieren, wird es einen geben müssen, der das macht. Und wenn ich halt wirklich dann das Verständnis habe für mich, dass ich halt sage, okay, ich weiß, unter welchen Bedingungen das Ganze jetzt passiert ist und ich mache das selber und habe das selber in der Hand und kann da einen Einfluss drauf nehmen und muss halt da nicht von irgendeinem anderen kaufen, wo ich halt überhaupt nicht weiß, was damit passiert ist und dass das vielleicht auch irgendwie die Motivation sein kann, dann würde ich das schon ganz gut finden.</v>
Willy
01:40:00
Wo siehst du denn den Imageverlust des Berufes? Wo siehst du denn den Hund begraben?</v>
Rudolf
01:40:07
Ja, den Hund begraben. Thomas hat es sehr richtig angeführt. Möglichkeit. Kurze Replik darauf. Also den Lebensmitteltechniker gibt es. Wir haben auch schon Lebensmitteltechniker im Haus. Das Berufsbild ist ja schon da. Ich glaube einfach, dass man zurück zu meinem Steckenpferd uns halt um die Themen kümmern müssen, die Kritikpunkte an unserem Produkt und unserem Beruf sind. dass wir uns eben um das Tierwohl vermehrt kümmern müssen, dass wir uns um Transparenz der Produkte kümmern müssen. Also all diese Themen, glaube ich, erhöhen dann auch wieder den Beruf. Wenn man sagt, das ist akzeptiert und ist wirklich gut, was wir hier tun. Wir haben uns hier verbessert in vielen Dingen. dann kommen auch wieder junge Menschen und werden den Beruf lernen.</v>
Willy
01:40:56
Ja, also optimistisch. Schon. So, mir tun du gerade einen Zettel. Das ist total romantisch. Ja, das kommt irgendwie blöd. Ich habe jetzt aufgeschrieben das Wort Direktvermarktung. Es gibt momentan so einen ganz starken Trend wieder hin zur Direktvermarktung. Es gibt ja dort und da Automaten, es gibt Selbstbedienungshofläden, viel mehr Hofläden etc., Inwiefern hat dieser Trend oder diese Entwicklung euch jetzt auch gestreift? Gar nicht Streifschuss oder schon irgendwo ein bisschen drauf warst?</v>
Gabi
01:41:31
Ich würde es total positiv sehen, dass ich sage, die Leute, die jetzt... Nein, weil das zeigt uns ja dann, dass sich der Konsument mit dem Lebensmittel irgendwie doch beschäftigt und halt vielleicht oft meint, wenn es jetzt Tiere beim Bauern kauft, dann ist es eben... vielleicht, ich sage jetzt keine Ahnung, besser oder authentischer oder näher. Also ich würde das absolut als positiv empfinden. Ganz ehrlich, weil wir wünschen uns ja, dass die Konsumenten das mehr hinterfragen. Das ist ja unser großer Wunsch, dass sie uns zuhören. Wenn wir jetzt mit euch da sitzen und da, keine Ahnung, drei Stunden reden.</v>
Sprecher 7
01:42:16
Nein, so lange. Gefühlt, gefühlt. Bitte, bitte, gerne. Danke.</v>
Gabi
01:42:25
Aber das machen wir ja auch, weil wir eben was mitteilen wollen, weil wir eben die Gedanken den anderen, die sich das dann vielleicht anderen auch geben wollen und sagen, bitte denkt eben auch drüber nach und die Aspekte eben, die da dabei sind. Setzt euch mit dem Lebensmittel auseinander und ich sage immer, ihr esst es ja und das, was du isst. Das ist ja wichtig für deine Gesundheit. Natürlich komme ich jetzt wieder und sage, ich finde, dass Fleisch ein ganz wichtiger Teil einer omnivoren gesunden Ernährung ist. Das ist mein persönlicher Ansatz.</v>
Willy
01:42:56
Omnivoren sind vielfältig.</v>
Gabi
01:42:57
Alles, was er tut, ist vielfältig. Omnivoren sind alles. Nur wir sagen auch bewusst, du musst nicht jeden Tag Fleisch essen. Iss es weniger, aber dann schau, woher es kommt, wie es gehalten wurde, wie es gemacht wurde. geh halt, ist egal, geh zu deinem Bauern des Vertrauens, zu deinem Fleischer des Vertrauens, ist egal, geh zu dem, dem du vertraust. Und wir hoffen halt, dass uns viele Konsumenten das Vertrauen schenken und halt an unseren Schinken kaufen.</v>
Willy
01:43:22
Wie macht man das? Wie stellt man als Firma Berger, die jetzt bekannt ist, eher aus dem Lebensmittel-Einzelhandel, kennt man euch ja, wie schafft ihr dann, wir haben das ja gesehen bei euch in der Produktion, ihr schlachtet das Fleisch, ihr habt es da, es wird wirklich der Schinken, eigentlich ist Handarbeit nur in großer Menge, Wir haben es gesehen. Wie schafft sie das dann so zu kommunizieren, dass es beim Konsumenten ähnlich wie authentisch ankommt? Oder wie begegnet sie dem Misstrauen, dass es eben nicht so ist?</v>
Gabi
01:43:53
Ja, das ist sicher multifaktoriell, sage ich mal. Aber ein Part ist jetzt auch, wir haben halt gesehen, wir haben halt immer wieder gesagt, wir haben 60 verschiedene Schinken, weil halt Schinken das unser Hauptthema ist. Wir haben wirklich 60 verschiedene Schinken. 60? Und gesagt, okay, aber das ist ja eigentlich, was ist das jetzt für eine Aussage? Ob ich jetzt 40 habe oder 30 oder 60, eigentlich ist es egal. Sondern es ist viel wichtiger, unseren Kunden zu sagen, eben den Inhalt mitzugeben. Und jetzt haben wir halt auch, natürlich ist es jetzt, ich würde sagen, na klar, jetzt macht es eine Werbekampagne. Aber ich meine, es ist halt unsere Möglichkeit, jetzt auch einmal zu sagen, schau, wir haben eine Photovoltaikanlage, wir haben eine Solarthermie, mit der kochen wir wirklich mehrere Schinken und haben das jetzt auf einem Schinken draufgegeben. Wir machen, ich weiß nicht, welche Schienen ihr jetzt unten gesehen habt, aber wir machen den Traditionsbeinschienen, das ist Handwerk, der wird per Hand eingelegt, der muss genau wissen, wie er das macht, der nimmt das in die Hand und da geben wir das Handwerk weiter, dass wir es einfach hinterfragen, dann kann er sagen, Herr Stabberger schreibt einen traditionsbeinschickenden Handwerk drauf. Ist das jetzt ein Schmäh oder stimmt das? Dann kann er das mal irgendwie nachfragen. Wenn Corona vorbei ist, dann können wir wieder irgendwie Führungen machen und, und, und. Das C-Wort. Das C-Wort. Das hat man nicht gesagt. Okay, da war ich nicht dabei. Aber wir versuchen halt ein bisschen auch ins Marketing reinzugehen, aber halt schon ins Transparente und Ehrliches. Und ja, welche Möglichkeiten haben wir, um wirklich an jeden Rand zu kommen? Es ist nicht so einfach.</v>
Willy
01:45:30
Spannend in deinem Zusammenhang, ich habe es ja auf dem Zettel erstellt, das passt ja wieder gut dazu, das Wort Industrie, industrielle Erzeugung. Wie steht es hier dazu? Und wenn ich jetzt sage, ihr seid ein Industriebetrieb, was sagt ihr dann drauf?</v>
Rudolf
01:45:48
Der Wortstamm von Industrie ist... Industria, Fleiß. Also Industrie sind die Fleißigen. Das ist der Wortstamm vom Wort Industrie. Da haben wir von Semantiker geredet. Also fangen Sie mal an. Industria, der Fleiß. Wir sind ein Gewerbebetrieb, ein großgewordener Handwerksbetrieb. Und die Industrie als solches ist nicht schlecht. Die Industrie hat es geschafft, dass Hungersnitte zum Beispiel reduziert worden sind. Also industrielle Produktion per se ist nicht schwarz-weiß schlecht. Wie gesagt, bis zum Betäuben, bis zum Entbluten hat es keine Industrie zu geben. Da ist Tierwohl notwendig. Und das passt mit Industrie nicht zusammen. Und nachher muss ich mich um den Menschen kümmern, um den Mitarbeiter. Da kann ich sagen, da hat die Industrie auch ihre Grenzen von Taktleistungen und so weiter. Aber jetzt sich eine Produktion zu organisieren, die industriell, die rationell, die überlegt, die gesteuert runterläuft, ist ja nicht schlecht, das ist ja notwendig. Also jetzt irgendwie dem Traum nachzuhängen, alles wird irgendwo von Hand kleinteilig angerührt und erzeugt, das wird nicht funktionieren. Also ich weiß schon, industrielle Lebensmittelproduktion ist so ein No-Go im Wording. Aber man muss jetzt ein bisschen bunt sehen, wie es ist und nicht so schwarz-weiß.</v>
Willy
01:47:19
Also ein bisschen wieder, wie soll ich sagen...</v>
Bianca
01:47:23
Ich darf ja nicht sagen, es ist schön, aber das war jetzt wirklich schön erklärt. Das trifft auf den Punkt.</v>
Willy
01:47:28
Ja, also die Dinge ein bisschen eintromantisieren von ihren Dingen und den Begriffen. Das sehen, was es ist. Finde ich schön erklärt. Verpackung haben wir noch stehen. Sehr gut. Ein Riesenthema der Zukunft und irgendwas, wo wir dann quasi auch nicht rumkommen, aber vielleicht kurz drüber streifen sollten. Irgendwer verpackt ja viel in kleinen Einheiten. Das wären 100 Gramm, 150 Gramm Schinken in einer Plastikverpackung, die wird einmal verwendet, wird weggeschmissen. Wie seht ihr dieses Thema? Wie... Wie sehr müsst ihr euch mit dem auseinandersetzen und auch hier die Frage, wo setzen die Entwicklungen in der Zukunft mehr wieder in der Bedienung, dass das wieder vielleicht ein Trend zurückgeht, das Verschwinden der Verpackung oder eher nachhaltige Verpackung oder ganz was anderes? Eine Reihe noch. Sie wurden getrennt voneinander befragt.</v>
Gabi
01:48:38
Thomas, du bist der Jüngste, du darfst anfangen.</v>
Thomas
01:48:40
Ich bin der Jüngste, gut. Nein, das ist auf jeden Fall ein Thema. Ich betriebe es am längsten. Das ist ein Thema, einfach durch die mediale Berichterstattung, glaube ich auch schon, was halt wirklich für Effekte hat auf die ganze Umwelt, ist das ein wesentlicher Punkt, den wir uns auch anschauen müssen. Und das war auch, glaube ich, jetzt für uns der Auslöser, dass wir wirklich gesagt haben, in dem Umkreis, wie wir das beeinflussen können, fangen wir jetzt mal an, machen wir es. Und das war auch der Grund, warum wir jetzt gesagt haben, unsere 100-Gramm-Schinkenpackung-Linie, Die stellen wir jetzt auf ein Monomaterial um. Das heißt, auf ein Monomaterial, also ein Kunststoff, der quasi nur aus einem Kunststoff besteht und keine Mischstoffe enthält. Und das macht halt, dass dieser Kunststoff auch dann rezyklierfähig ist. Das heißt, man könnte den Recycling-Geistlauf zuführen und der kann dann wiederverwendet werden. Warum machen Sie das nicht schon immer? Weil bis jetzt die Technologie, glaube ich, nicht so weit war. Also es ist ein technologischer Sprung. Genau, das ist wirklich jetzt eine neue Entwicklung. Und da haben wir vor zwei Wochen, drei Wochen erst damit gestartet.</v>
Gabi
01:49:46
Vor zwei Wochen ist nicht einmal überall die Packung draußen.</v>
Thomas
01:49:48
Genau, also das ist wirklich jetzt gerade eine aktuelle Entwicklung, wo wir gesagt haben, wir wollen das wirklich umstellen. Das ist meine Mutter halt sehr involviert gewesen als Chef vom Einkauf der Hilfsstoffe. Chefin, Entschuldige. Und das ist halt wirklich jetzt eine spannende Entwicklung, wo wir halt jetzt auch schauen müssen, ob das überhaupt von der Haltbarkeit hinkommt. Man muss auch sagen, weil das Plastik hat ja auch seine Berechtigung in gewissem Maßen, weil einfach die Produkte, die ich halt in diesem Plastik verpacke, haben halt eine gute Haltbarkeit. Und viele Produkte, wenn ich sie nicht verpacken würde, würde ich dann halt auch wegschmeißen müssen wahrscheinlich, weil ich einfach von der Haltbarkeit nicht hinkomme. Aber natürlich diese Möglichkeit, dass man jetzt sagt, man hat so rezyklierfähige Kunststoffe, die man halt schon anwenden kann, das macht es natürlich jetzt wieder voll spannend für uns auch, weil wir wirklich sehen, was da anfällt. Und auch durch diese neuen Folien, die wir jetzt haben, sparen wir uns auch, ich glaube, um die 20 Tonnen Kunststoff jedes Jahr wieder ein. Also das ist schon ordentlich. Oder neue Folien. Ja, genau, weil das wirklich leichter wird, die Packung. Und das ist auch wieder ein Riesenpotenzial, das sich da auftan hat. Und es ist halt wirklich immer, glaube ich, sehr, sehr abhängig vom Stand der Technik, weil wir sind halt keine Verpackungsspezialisten, sondern wir müssen halt mit dem arbeiten, was wir von den Herstellern bekommen. Und deswegen ist das halt die Entwicklung. Achso, die Verpackungen kommen von den Herstellern, die kommen nicht von neuem. Genau, wir können ja selber keine Kunststoffe herstellen. Ach so, von den Herstellern, ja. Genau, und deswegen sind wir da abhängig von den technischen Gegebenheiten einfach.</v>
Willy
01:51:08
Okay, und das war jetzt ein Sprung, aber das heißt, das ist jetzt dann hoffentlich, sobald es funktioniert, ein branchenweiter Standard wieder.</v>
Thomas
01:51:13
Das heißt, generell werden sich so die... Genau, ich glaube, wenn die Branche wirklich sieht, dass sich das etabliert. Ich meine, es ist halt auch ein Thema, dass das wieder von den Kosten her höher ist. Das heißt, das sind wieder Kosten, die wir dann jetzt momentan halt schlucken müssen. Aber auch wieder so ein Thema, weil wir überzeugt davon sind, machen wir das jetzt einmal. Also ihr seid da in... Probiert es wirklich auf euer Risiko. Ja, das sind wirklich 100% unsere Kosten.</v>
Gabi
01:51:32
Wir haben nichts weitergegeben noch.</v>
Thomas
01:51:35
Aber wir finden halt doch, dass es sinnvoll ist und deswegen haben wir es jetzt einmal umgesetzt.</v>
Willy
01:51:39
Aha, wer war der Treiber? Wer ist so der ökologische Verpackungstreiber?</v>
Thomas
01:51:44
Ich glaube, das war Gemeinschaftsverbund. Also wirklich gemeinsam.</v>
Willy
01:51:48
Grundstoff. Mono. Monoverbund, wunderbar. Das heißt, eigentlich Verpackungsthema liegt eher in einer immer optimierteren, besseren, dünneren, leichteren, besser rezyklierbaren Verpackung, aber nicht sozusagen so in der Verpackung, der hinterfragenden Verpackung an sich. Da wird es wahrscheinlich keinen Weg drum herum geben.</v>
Thomas
01:52:14
Das ist, glaube ich, schwer, weil wir halt Produkte machen und dadurch, dass wirklich Haushalte immer kleiner werden, ist es halt wirklich schwierig, dass du das Produkt dann unverpackt wirklich zum Konsumenten bringst, sodass es halt eine vernünftige Haltbarkeit hat, glaube ich. Und das ist das Thema, mit dem wir uns halt täglich beschäftigen.</v>
Willy
01:52:28
Ah, die Haushaltsgrößen sind da ein wesentlicher Treiber für die kleineren Verpackungsfeinheiten. Leute, wieder mehr heiraten und Aufruf, Aufruf!</v>
Bianca
01:52:39
Es ist total umweltschonend. Immer schonend.</v>
Willy
01:52:43
Super.</v>
Sprecher 3
01:52:44
Heimat sind alle, es geht alles um das Klima.</v>
Willy
01:52:51
Ja, man muss ja seine Schlüsse draus ziehen oder so. Thema Verpackung, danke. Super Antwort. Bianca. Ja, Willi. Du wolltest was fragen? Ja. Nein, stopp. Nein, nein, nein. Blödsinn. Das kriegen wir wieder auf den Deckel, weil wir die Frage nicht gestellt haben vor den Fragen. Bevor wir jetzt unsere zwei Abschlussfragen, die jetzt für euch irgendwie total fahrsam sind, ich habe es euch ja vorbereitet, ihr wisst ja, was wir fragen. Fragen wir die Frage, die heißt, was haben wir denn vergessen zu fragen? Weil wir, was jetzt reinpasst, ich meine, es gibt unendlich viele Themen bei euch, über die wir wirklich länger diskutieren könnten, aber gibt es jetzt irgendein Thema, das auch in die Inhalte des heutigen Gesprächs reinpasst, über das ihr noch gerne reden möchtet oder was ihr noch gerne sagen möchtet?</v>
Bianca
01:53:40
Was ich euch unbedingt noch sagen wollte, liebe Bauer-to-the-People-Menschen, das wäre die Kategorie.</v>
Willy
01:53:44
Oder unseren Hörerinnen. Also wir haben ungefähr 2,5 Millionen Hörerinnen österreichweit. Wieso lacht ihr jetzt? Nein, nein, okay. Hör auf zu reden, Willi.</v>
Thomas
01:53:58
Ich sage ja nichts. Sagt es Ihnen etwas? Ja, sicher. Die wesentliche Erkenntnis war, dass Frankfurter geräuchert werden. Oh, danke.</v>
Willy
01:54:11
Liebe Hörerinnen, liebe Hörer von Basel, wie habt ihr gewusst, dass Frankfurter Knacker und die Würstchen, viele andere Würstchen geräuchert sind? Bitte sagt mir, gehen wir das vielleicht kurz durch, die Phasen der Frankfurter, bis sie dann ausgeliefert werden. Geht es irgendwas mit Rot, Rötung und so weiter?</v>
Rudolf
01:54:31
Es beginnt mit der Rötung, also wenn das Frankfurter Brät im Darm ist, Und die dann am Selbstdecken hängen, werden sie zuerst gerötet. Was heißt das? Das ist eine feuchte Erhitzung. Keine Form. Keine Form, nein. Dann werden sie getrocknet. Das ist immer eine trockene Erhitzung, damit die Oberfläche schön trocken wird. Und dann werden sie geräuchert. Und dann werden sie gekocht.</v>
Willy
01:54:54
Warum räuchert man Frankfurt? Das schmeckt ja nicht gereichert.</v>
Thomas
01:54:57
Oder schmeckt es schon gereichert? Im besten Fall schon.</v>
Willy
01:55:01
Der Frankfurter Geschmack, den ich kenne, ist ein Räuchergeschmack.</v>
Rudolf
01:55:07
Schon. Wir sind am Schluss, aber im Prinzip machen ja wir nichts anderes als uralte Technologien der Haltbarmachung von Fleisch. Und Räuchern ist eine der ältesten Technologien zur Haltbarmachung von Fleisch. Und das Würstelgeräuchern nicht, weil es hübsch ist, sondern weil es haltbar wird dadurch.</v>
Willy
01:55:24
Und an den Schmuck haben wir uns gewohnt. Und was passiert nun mal bei der Rötung?</v>
Rudolf
01:55:30
Warum wird das rot? Damit das ganze Würstchen außen wie innen eine schöne gleichmäßige Farbe und auch die Umrötung bekommt. Dass das Fleisch, der Fleischfarbstoff stabilisiert wird und dann kann ich es eben trocknen und kochen.</v>
Willy
01:55:43
Fleischfarbstoff heißt. Das ist Hämoglobin. Das ist Hämoglobin vom Fleisch, kein Farbstoff. Da sind wir wieder bei der Semantik. Also die Eigenfarbe des Fleisches, dass die schön zur Geltung kommt. Und dann eben geräuchert. Das hat mich fertig gemacht. Ich habe es nicht gewusst. Schreibt es uns oder sonst was, ruft es mich an. Habt ihr das gewusst? Ich habe es nicht gewusst. Wieder einmal. Ja. Gut, danke für den Einwurf. Pianke, jetzt hätte ich noch eine Frage an dich. Du wolltest doch was fragen, oder? Haben wir noch was vergessen? Nein, ich habe jetzt nichts wahrgenommen. Pianke, hast du noch eine Frage?</v>
Bianca
01:56:31
Tatsächlich, ich würde gerne von euch wissen, wenn ihr Wenn wir in einer utopischen Welt leben würden und ihr an der Lebensmittelwertschöpfungskette oder dem Lebensmittelsystem, in dem wir leben, etwas ändern könntet, was wäre das?</v>
Rudolf
01:56:52
Ihr kennt die Frage. Schon, schon, schon. Okay, ich mache meine Standard Wunschvorstellung, mein Standard Forderungspaket an die Politik und so weiter und so fort. Nein, so lange ist es nicht. Kochunterricht für alle Kinder zwischen 10 und 14, egal welche Schule sie besuchen. Warum? Weil wir sonst nur das Preisargument haben und erst wenn... Die Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen, wenn sie sich mit dem Lebensmittel beschäftigt haben, wenn sie ein Lebensmittel begriffen haben, dann können wir mit den Leuten über Qualitäten und Eigenschaften und so weiter reden. Sonst wird das sehr, sehr schwierig und deswegen bitte alle Kinder in Kochunterricht stecken. Was denkst du, dass sie dort begreifen? Dass sie mit dem Produkt umgehen lernen, dass sie wissen, wie Fleisch ausschaut, wie es sich anfühlt, wie es sich schneidet, wie es riecht, wie man es zubereitet, wie es dann schmeckt, wie es falsch zubereitet, richtig zubereitet wird. Auch natürlich, wo es herkommt. Also alle diese Themen, die mit Lebensmitteln zusammenhängen, einfach wirklich erfahren oder sich merken, weil sie es getan haben, weil sie gekocht haben, weil sie geschnitten haben und so weiter. Das wäre meine Utopie.</v>
Willy
01:58:16
Das ist jetzt aber erst ein Punkt, der Standardforderungskatalog.</v>
Rudolf
01:58:19
Das war es schon. Das wäre das Nachhaltigste. Das wäre für uns das Nachhaltigste. Super. Hochschule, spannend, haben wir noch nie gehabt.</v>
Thomas
01:58:32
Thomas? Mein Wunsch, da haben wir schon oft gesagt, im Prinzip die Wertigkeit von dem Lebensmittel wieder erhöhen, einfach den Konsumenten begreiflich machen, was er eh versucht, was sehr löblich ist, einfach was dahinter steckt alles, weil ich habe das jetzt im Produktionsprozess gesehen und wisst, was das für eine Abfolge von Schritten ist und was da wirklich an Aufwand und Zeit und Weiß drinsteckt, dass man wirklich mal vom vom Tier dann quasi wirklich zum fertigen Produkt oder je nachdem vom Rohstoff zum fertigen Produkt, je nachdem was man halt macht, kommt und dass man das halt wirklich wieder ein bisschen zu schätzen weiß und dann halt auch im besten Fall bereit ist, einen Preis dafür zu zahlen, der auch vielleicht ein bisschen höher ist als das, was es jetzt ist. Im Endeffekt, wir müssen den Umsatz ja nicht unbedingt über die Masse machen, wir können es ja genauso gut durch einen höheren Preis machen. Also für uns macht das geldtechnisch gesehen, sage ich jetzt einmal, wenig Unterschied, aber wenn da wirklich wieder der Bauer auch mehr fürs Lebensmittel kriegt oder fürs Tier kriegt in dem Fall. Und wirklich halt, ich glaube, dass wir da alles profitieren würden, wenn wir zu diesem Zustand kommen würden. Und das wäre halt meine Wunschvorstellung.</v>
Willy
01:59:34
Also höhere Zahlungsbereitschaft auch für das Thema Lebensmittel.</v>
Thomas
01:59:37
Einfach Wertschätzung, oder?</v>
Willy
01:59:38
Ja, Wertschätzung und damit verbunden halt. Und dann ausfolge dann diese Zahlungsbereitschaft. Auf Basis von Wollen, nicht von Müssen. Genau.</v>
Gabi
01:59:48
Ich muss jetzt etwas Neues sagen.</v>
Willy
01:59:50
Ich stimme dem zu.</v>
Gabi
01:59:52
Ich stimme dem zu. Aber ich sage trotzdem, was ich mir auch ein bisschen wünschen würde, ist von der Ernährung her, ich sage oft, ist das Fleisch so stigmatisiert. Das ist schlecht und so weiter. Und das ist es absolut nicht. Und dass man sich vielleicht, dass auch die Konsumenten sich eben, das zielt jetzt eher auf das ab, was der Rudi gesagt hat, Thomas, sich einfach mehr ein bisschen mit dem Lebensmittel auseinandersetzt und auch nicht immer so mit den Fingern zeigt und sagt, das darfst du nicht oder so militantisch, ich sage es jetzt mal bewusst, wir akzeptieren jeden, der vegetarisch ist, jeden, der vegan ist. Wir haben auch, ich sage familiär im Verbund, viele Freunde, die so sind, aber es gibt halt leider immer wieder welche, die sind so militantisch, ja. Die akzeptieren nicht, dass wir Fleisch essen oder so. Und da würde ich mir halt ein bisschen mehr Offenheit wünschen und auch Respekt. Das, was wir machen, wir versuchen das wirklich sinnvoll zu machen. Ja, wir töten Tiere, sonst können wir kein Fleisch essen. Aber wir sind trotzdem stolz auf unsere Produkte, wie wir die herstellen. Und bevor jemand einfach so herzeigt und irgendwie sagt, er soll sich einmal wirklich damit auseinandersetzen, Und einfach auch uns von ihm aus gesehen anders sein, einfach respektieren, das würde ich mir nur wünschen.</v>
Willy
02:01:13
Mic Drop.</v>
Rudolf
02:01:16
Mic Drop.</v>
Bianca
02:01:19
Das wäre quasi unsere Idee vom Wieder-Miteinander-Reden statt Übereinander. Genau, da schließt sich der Kreis. Mic Drop.</v>
Willy
02:01:52
In den Kühlschrank keinen von mir.</v>
Rudolf
02:01:56
Also ein Schinken nicht, also seltenst. Tatsächlich? Naja, den essen wir jeden Tag um 10 Uhr für Kostung der Produkte, also das reicht dann. Also ein Schinken seltenst. Was haben wir drinnen? Parateiser, Mozzarella? derartige Sachen. Käse. Was haben wir noch? Im Kühlschrank. Jetzt Fastenzeit sonst einen guten Wein. Ja, einen weißen. Ja, logisch.</v>
Thomas
02:02:24
Ja, eine bunte Mischung. Wein und Azrella. Ja, ist gut. Fast vegetarisch, ne? Ja, eh. Ja, das Gleiche im Wesentlichen. Also habt ihr einen Kühlschrank oder was? Nein, das stimmt nicht. Der schlagt die Erziehung durch wahrscheinlich. Mozzarella und Wein. Mozzarella rein, ein paar Smoothies vielleicht noch, aber sonst... Smoothies? Smoothies oder Smoothies?</v>
Willy
02:03:00
Smoothies. Ich krieg das nie aus, das Wort. Okay, spannend. Wie habe ich noch immer keins gehört?</v>
Rudolf
02:03:05
Nein, eigentlich nicht, nein.</v>
Thomas
02:03:07
Ja, stimmt. Na doch, Bier. Weniger Wärme. Der eine Saft, den du vergessen hast. Weniger Wärme. Einen richtigen Kühlschrank braucht schon ein Bier. Stimmt. Okay.</v>
Gabi
02:03:17
Okay, ich schlage jetzt aus der Reihe. Weil ihr könnt jetzt jetzt wirklich zu mir nach Hause fahren und den Kühlschrank öffnen. Ja. Und es ist Schinken drin. Das ist jetzt kein Scherz, aber ich habe eigentlich immer Schinken zu Hause, weil auch, ich weiß nicht, wenn meine Kinder kommen, nicht kommen, mich besuchen oder mal übernachten und dann gibt es Hemmendecks in der Früh. Also ich sage es jetzt ganz ehrlich, ich habe Schinken drin, nicht weil es jetzt marketingmäßig ist. Ich habe momentan auch, ich liebe wirklich Gemüse, auf jeden Fall Melanzane, Zucchini, also das gibt es bei mir sehr oft auch so zum Abendessen, die habe ich eigentlich immer und ich habe seit neuestem so ein Splee von mir, ich habe Stangensellerie. weil ich sehr gerne dafür jetzt Stangen-Sellerie-Saft trinke.</v>
Willy
02:04:01
Oh, echt gern.</v>
Gabi
02:04:02
Aber nur rein Stangen-Sellerie.</v>
Willy
02:04:05
Was, nur?</v>
Gabi
02:04:06
Wirklich, nein, nur. Das muss man ganz pur trinken.</v>
Willy
02:04:10
Also, ja.</v>
Gabi
02:04:12
Das tue ich jetzt schon mal länger und das taugt mir und das schmeckt mir.</v>
Willy
02:04:15
Ja, wirklich sehr vital. Also von dem her muss ich jetzt vielleicht auch mal probieren.</v>
Gabi
02:04:19
Statt einen Kaffee.</v>
Willy
02:04:21
Und auch ein Bier.</v>
Gabi
02:04:23
Nein, ich trinke überhaupt kein Bier. Ich mag kein Bier. Hoffentlich hört jetzt niemand zu von der Bord. Nein. Aber ich bin ein weißer Trinker.</v>
ohne Sprecher
02:04:30
2,5 Milliarden.</v>
Willy
02:04:30
Nein, nein, nein.</v>
Sprecher 3
02:04:33
Bier wäre schon Bier.</v>
Sprecher 8
02:04:34
Sehr schön.</v>
Willy
02:04:38
Wunderbar. Dann sage ich herzlichen Dank. Gibt es noch irgendein wunderschönes Zitat, mit dem wir vielleicht schließen könnten, was euch jetzt so spontan einfällt? Ein Werbeslogan.</v>
Rudolf
02:04:47
Spontan bin ich nicht.</v>
Willy
02:04:52
Jetzt war die Chance für die Werbemarketing. Irgendwas... Genau.</v>
Sprecher 3
02:04:59
Das ist wirklich ganz spontan. Man nennt das hier da.</v>
Willy
02:05:03
Was hätten wir sagen sollen? Schönes Wochenende. Vom Auf? Auf sagt man schon auf. Auf. Danke.</v>

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