Bauernbund-Präsident Georg Strasser über Freiheit und Maß
Warum er Anreize lieber mag als Verbote – und was das im Dürrejahr für die Eigenverantwortung bedeutet.
20.09.2026 91 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
In eigener Sache: Menschen.at
Ich halte Lebensgeschichten fest, als Audiografie oder Videografie. Für deine Mama, deinen Opa, deinen besten Freund.
→ menschen.at
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Bauernbund-Präsident Georg Strasser über Agrarpolitik in Österreich: Dürrejahr, Herkunftskennzeichnung, Mercosur, Tierhaltung und die Frage, wie viel Freiheit zumutbar ist.
Georg Strasser sitzt mit mehreren Hüten am Tisch: Nationalratsabgeordneter, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, stellvertretender Klubchef der ÖVP – und Bauer. Ich wollte zuerst wissen, ob er selbst immer weiß, welcher Hut gerade gilt. Seine Antwort war, er komme mit allen drei ins Gespräch, und genau so hat es sich dann auch angefühlt. Weil Georg danach noch einen wichtigen Termin hatte, musste ich bei den Fragen improvisieren und einiges streichen. Wir haben ausgemacht, dass wir einen zweiten Teil aufnehmen. Wenn dir dabei etwas unter den Nägeln brennt, schick mir deine Frage.
Was mich überrascht hat: wie offen er über einen Hänger vor drei Jahren spricht, über 60 bis 80 Stunden Arbeit pro Woche und darüber, dass Politik kein familienfreundlicher Job ist. Genauso deutlich wird er, wenn es um Zuschreibungen geht – oberster Bauer sei er ausdrücklich nicht, der Bauernbund ist eine Teilorganisation der ÖVP und etwas anderes als die Landwirtschaftskammer.
Inhaltlich reden wir über die Struktur des Bauernbundes von der Ortsgruppe bis ins Wiener Büro, über die Mitgliedschaft in den Bundesländern und das Zusammenspiel der Bünde in der Volkspartei. Danach wird es strittig: Ich halte ihm den Citizen-Consumer-Gap entgegen, er verteidigt Transparenz statt Vorschrift und eine gemeinsame ÖVP-Linie für ein einheitliches Herkunftssystem nach einer freiwilligen Phase. Beim Dürrejahr mit rund einer Milliarde Euro Schaden laut Hagelversicherung erklärt er, warum er eine Pflichtversicherung ablehnt, und ich frage nach, ob Freiheit nicht auch den Extremfall einschließt. Dazu kommen Klimaschutzgesetz und Renaturierung mit offenen Finanzierungsfragen, die Debatte um Tierhaltung und EU-Förderungen, Kontrollen an den Außengrenzen, seine klare Absage an eine schnelle agrarische Marktfusion mit der Ukraine und das Jahr der Bäuerin mit der Frage, wer am Hof was am Laufen hält.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Georg Strasser und die Themen des Gesprächs vor.
00:02:15 Drei Hüte: Bauer, Politiker, Familie
Welche Rolle wann gilt und was ihm zwei Frauen für den Weg mitgegeben haben.
00:08:13 Dicke Haut und ein Hänger
60 bis 80 Stunden Arbeit, Überarbeitung und der Weg zurück in die Balance.
00:13:07 Nöchling, Soßhof und Fußball
Kindheit am Hof, Hausnamen, Studium und wie ihn die Politik erwischt hat.
00:30:04 Bauernbund: Rolle und Struktur
Teilorganisation der ÖVP, Abgrenzung zur Kammer, Ortsgruppen und Bundesländer.
00:42:27 Die Mitte und das verlorene Gespür
Warum Strasser Links-Rechts-Kategorien für unbrauchbar hält.
00:46:13 Freiheit und Herkunftskennzeichnung
Citizen-Consumer-Gap, Gastronomie und die Grenzen von Transparenz.
00:53:05 Dürre und Pflichtversicherung
Milliardenschaden, Prämienzuschuss und die Frage nach Eigenverantwortung.
01:03:38 Klimaschutz und Renaturierung
Offene Finanzierungsfragen, Anreize statt Verbote, Investitionen in dürren Jahren.
01:12:06 Tierhaltung, Standards, Ukraine
EU-Förderungen, Haltungsnormen, Kontrollen und der Blick auf den Weltmarkt.
01:21:03 Jahr der Bäuerin und Rollenbilder
Betriebsleiterinnen, Kinderbetreuung und gemeinsame Betriebsführung.
Kurz-Bio Gast:
Georg Strasser ist seit 2013 Abgeordneter im Nationalrat, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und stellvertretender Klubchef der ÖVP. Aufgewachsen ist er auf einem Milchviehbetrieb in Nöchling im südwestlichen Waldviertel, er studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur und war Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb in einem Drei-Generationen-Haushalt.
INFOS ZUR FOLGE
Österreichischer Bauernbund - Website
www.bauernbund.at
Georg Strasser – Profil im Parlament
www.parlament.gv.at/person/83153
Georg Strasser – ÖVP-Parlamentsklub
www.oevpklub.at/georg-strasser
Georg Strasser auf Instagram
www.instagram.com/georg_strasser
Georg Strasser auf Facebook
www.facebook.com/strassergeorg
Lebensqualität Bauernhof – Beratung und Bäuerliches Sorgentelefon
www.lebensqualitaet-bauernhof.at
Georg Strasser sitzt mit mehreren Hüten am Tisch: Nationalratsabgeordneter, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, stellvertretender Klubchef der ÖVP – und Bauer. Ich wollte zuerst wissen, ob er selbst immer weiß, welcher Hut gerade gilt. Seine Antwort war, er komme mit allen drei ins Gespräch, und genau so hat es sich dann auch angefühlt. Weil Georg danach noch einen wichtigen Termin hatte, musste ich bei den Fragen improvisieren und einiges streichen. Wir haben ausgemacht, dass wir einen zweiten Teil aufnehmen. Wenn dir dabei etwas unter den Nägeln brennt, schick mir deine Frage.
Was mich überrascht hat: wie offen er über einen Hänger vor drei Jahren spricht, über 60 bis 80 Stunden Arbeit pro Woche und darüber, dass Politik kein familienfreundlicher Job ist. Genauso deutlich wird er, wenn es um Zuschreibungen geht – oberster Bauer sei er ausdrücklich nicht, der Bauernbund ist eine Teilorganisation der ÖVP und etwas anderes als die Landwirtschaftskammer.
Inhaltlich reden wir über die Struktur des Bauernbundes von der Ortsgruppe bis ins Wiener Büro, über die Mitgliedschaft in den Bundesländern und das Zusammenspiel der Bünde in der Volkspartei. Danach wird es strittig: Ich halte ihm den Citizen-Consumer-Gap entgegen, er verteidigt Transparenz statt Vorschrift und eine gemeinsame ÖVP-Linie für ein einheitliches Herkunftssystem nach einer freiwilligen Phase. Beim Dürrejahr mit rund einer Milliarde Euro Schaden laut Hagelversicherung erklärt er, warum er eine Pflichtversicherung ablehnt, und ich frage nach, ob Freiheit nicht auch den Extremfall einschließt. Dazu kommen Klimaschutzgesetz und Renaturierung mit offenen Finanzierungsfragen, die Debatte um Tierhaltung und EU-Förderungen, Kontrollen an den Außengrenzen, seine klare Absage an eine schnelle agrarische Marktfusion mit der Ukraine und das Jahr der Bäuerin mit der Frage, wer am Hof was am Laufen hält.
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00:00:00 Los gehts
Willy stellt Georg Strasser und die Themen des Gesprächs vor.
00:02:15 Drei Hüte: Bauer, Politiker, Familie
Welche Rolle wann gilt und was ihm zwei Frauen für den Weg mitgegeben haben.
00:08:13 Dicke Haut und ein Hänger
60 bis 80 Stunden Arbeit, Überarbeitung und der Weg zurück in die Balance.
00:13:07 Nöchling, Soßhof und Fußball
Kindheit am Hof, Hausnamen, Studium und wie ihn die Politik erwischt hat.
00:30:04 Bauernbund: Rolle und Struktur
Teilorganisation der ÖVP, Abgrenzung zur Kammer, Ortsgruppen und Bundesländer.
00:42:27 Die Mitte und das verlorene Gespür
Warum Strasser Links-Rechts-Kategorien für unbrauchbar hält.
00:46:13 Freiheit und Herkunftskennzeichnung
Citizen-Consumer-Gap, Gastronomie und die Grenzen von Transparenz.
00:53:05 Dürre und Pflichtversicherung
Milliardenschaden, Prämienzuschuss und die Frage nach Eigenverantwortung.
01:03:38 Klimaschutz und Renaturierung
Offene Finanzierungsfragen, Anreize statt Verbote, Investitionen in dürren Jahren.
01:12:06 Tierhaltung, Standards, Ukraine
EU-Förderungen, Haltungsnormen, Kontrollen und der Blick auf den Weltmarkt.
01:21:03 Jahr der Bäuerin und Rollenbilder
Betriebsleiterinnen, Kinderbetreuung und gemeinsame Betriebsführung.
Kurz-Bio Gast:
Georg Strasser ist seit 2013 Abgeordneter im Nationalrat, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und stellvertretender Klubchef der ÖVP. Aufgewachsen ist er auf einem Milchviehbetrieb in Nöchling im südwestlichen Waldviertel, er studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur und war Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb in einem Drei-Generationen-Haushalt.
INFOS ZUR FOLGE
Österreichischer Bauernbund - Website
www.bauernbund.at
Georg Strasser – Profil im Parlament
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Georg Strasser – ÖVP-Parlamentsklub
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Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen 😊
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Transkript
Was hakelt so ein Abgeordneter? Ich zähle die Stunden nicht,
weil das tut nämlich ein Bauer auch nicht.
Du hast einen All-In-Vertrag.
Ich habe eigentlich einen All-In-Vertrag mit der Republik Österreich.
Oberster Bauer bin ich nicht, weil der Bauernbund ist eine Teilorganisation
der ÖVP und ich bin der erste ÖVP-Bauernsprecher.
Das schon, aber ich maße mich nicht an, für andere Gruppen sprechen zu dürfen. Das wird oft vermischt.
Ich glaube, dass die Landwirtschaft in Österreich auch in 20 Jahren unverzichtbar sein wird.
Dass man uns braucht im Zusammenspiel der Bevölkerungsgruppen,
im Zusammenspiel Lebensmittel, Rohstoffe, Energie.
Grüß euch. In dieser Ausgabe des Bauer to the People-Podcast,
da war der Präsident des österreichischen Bauernbundes, der Georg Strasser,
zu Gast bei mir im Wiener Podcaststudio.
Ja, und weil der Georg leider noch einen sehr wichtigen Termin hatte,
musste ich bei den Fragen ein bisschen improvisieren, damit wir rechtzeitig
fertig werden. Aber improvisieren ist eh quasi mein zweiter Vorname.
Wir haben aber gesagt, dass wir in der Zukunft nochmal einen zweiten Termin
machen, um ein paar weitere Punkte zu besprechen oder auch andere Punkte zu
vertiefen. Und ihr könnt mir gerne auch Fragen schicken, wenn euch dazu noch
etwas unter den Nägeln brennt.
In dieser Folge lernt ihr den Georg Strasser auch persönlich kennen,
seinen Weg ins Parlament an die Spitze des ÖVP-Bauernbundes.
Wir sprechen über den Bauernbund, das politische Geschäft und natürlich auch
über ein paar Positionen rund um die heimische Landwirtschaft.
Stichwort Dürre, Mercosur, Herkunftskennzeichnung
und auch die Geschlechterrollen in der Landwirtschaft.
Ich denke, am Ende bekommt man ein sehr gutes Gefühl für den Menschen Georg
Straß, aber auch für die Positionen, die er für den Bauernbund im Hinblick auf
die Gestaltung der heimischen Landwirtschaft vertritt.
Und jetzt bleibt mir nur noch viel Freude beim Reinhören zu wünschen und drüben
bei YouTube auch beim Reinschauen.
Georg, bist du bereit?
Ich bin bereit.
Dann starte ich mit der Einstiegsfrage. Du hast, deswegen habe ich den Hut nämlich
auch da, in deiner Arbeit sehr, sehr viele Hüte auf.
Du bist Nationalratsabgeordnet, du bist Bauernbundpräsident,
stellvertretender Klubchef der ÖVP. Und ganz vergessen sollte man es nicht, du bist auch Bauer.
Ist es da nicht schwierig immer zu wissen, wer man gerade ist und welchen Hut man aufhört
Wirklich coole Frage schau her,
Sein tue ich in Wahrheit Bauer und Politiker, weil die Hütte,
die du definiert hast, exklusiv Bauer,
diese beruflichen Hütte, die anderen, das sind alles Hütte, die ich aufhabe als Politiker.
Und da habe ich halt den Auftrag, die Sachen, die ich im Wahlkreis oder generell
mitkriege von Bürgerinnen und Bürgern, im speziellen Bäuerinnen und Bauern,
weiterzutragen und im umgekehrten Weg das, was ich politisch erlebe oder was
oft die Zwänge auch sind, dass ich das meinen Bürgerinnen und Bürgern,
die ich vertritt, verkickere.
Das ist das eine. Und das andere ist, ich bin Bauer mit Leidenschaft,
speziell wieder seit drei Jahren, weil ich habe eine Zeit lang relativ wenig daheim gehackelt.
Das tue ich jetzt wieder. Ich bin wieder motorsägenfit, also ein Tag, zwei, drei.
Motorsägenfit?
Ja, da muss man trainieren. Für einen Bürohengst ist es echt gefährlich,
mit der Motorsäge zwei Stunden arbeiten, weil dann steigt die Unfallgefahr exorbitant.
Und ich bin wieder, es ist noch alles dran und ich bin wieder fit und den dritten
Hut, den ich auch noch ganz gerne aufhabe, das ist,
ich bin verheiratet, wir haben zwei Kinder, zwei Töchter, die jetzt schon erwachsen
sind, die gerade Ausbildungen abgeschlossen haben und das ist in Wahrheit der dritte Hut.
Politiker, Bauer, Politiker,
Ehemann, Familienvater. Das ist mein Leben.
Und in so einem Gespräch wie dem heute, wie viel vom, das ist jetzt,
du hast mich vorher gefragt beim Hotel Matze, was mich da interessiert,
wann du jetzt in deiner Rolle da sitzt und heute, mit welcher Rolle sitzt du vornehmlich heute da?
Ich habe die kennen gelernt auf einer sehr persönlichen Ebene,
dann war die Geschichte mit dem Christian Bachler, das ist alles ein paar Leute
mitgekommen. Die haben auch ein paar Leute mitgekommen.
Und in das Gespräch gehe eine mit allen drei Hüten, weil du hast immer die Persönlichkeit
im Blick, das taugt mir, und die zwei beruflichen Ausrichtungen,
dass wir darüber reden können, wird gut.
Die Frage, was ich mir aufgeschrieben habe, ist, wie viel vom Menschen Georg
Strasser kann denn, wenn man so viele Themen repräsentiert und repräsentieren
muss auch und darf, ja, darf würdest du wahrscheinlich eher sagen,
wie viel von dem Menschen kann man dann eigentlich noch mittransportieren oder
wie viel muss man da was für wahr Druck stecken dann?
Ich habe zwei Frauen sozusagen auf meinem Weg gehabt, die mir etwas mitgegeben
haben. Die erste war meine Amtsleiterin, wie ich Bürgermeister geworden bin.
Also das ist die erste, die mir jetzt einfällt. Die hat gesagt,
schau da auf daheim, weil du wirst irgendwann wieder einmal heimgehen.
Das ist eine ganz wesentliche Geschichte, dass man das Persönliche nie vergessen soll.
Und das Zweite, das kommt von meiner Frau, von der Margit, die mir gesagt hat,
aber das war, bevor ich Bürgermeister geworden bin, naja, jetzt wird es durchaus
turbulenter in unserem Leben und das Motto sollte sein, sich selbst treu bleiben.
Dass man als Persönlichkeit nie stehen bleibt, das ist auch fix,
egal welchen Beruf du ausübst oder egal welche Lebenssituationen du durchmachst,
aber dieses Motto sich selbst treu bleiben,
das versuche ich zum Leben, auch die selbstkritische Note, du musst wieder aufpassen,
dass du selber nicht vor den Hund gehst, wenn du dich selber dauernd hinterfragst.
Aber dieses sich selbst treubleiben, das sollte in Wahrheit das Private und
auch das Berufliche dominieren, weil man dann,
Sachen macht, die erstens berechenbar sind für dein Umfeld und zweitens dir
selber auch in der Bauchgegend einfach gut tun.
Es wirkt sehr, sehr kontrolliert.
Also mir wird unterstellt, dass ich ein sehr ausgleichender Mensch bin und ich
ringe um den Ausgleich und um die Gelassenheit.
Ich filme jetzt schon wohl.
Gelingt mir nicht immer. Das gelingt mir echt nicht immer. Ich kann auch auszucken,
aber das sollte eher die Ausnahme sein.
Okay, wir haben noch eineinhalb Stunden. Schauen wir mal.
Du wirst mich nur zum Auszucken bringen.
Nein, fix nicht. Aber was mich immer wundert, ich arbeite selber gefühlt viel
und das ganze Aufbauen von dem Podcast, das war auch viel Arbeit,
aber wenn jemand so viel Sachen zum tun hat, ein Hof ist auch schon viel Arbeit, ein
Nationalratsmandat ist auch ein bisschen was zum tun, hört man zumindest,
dann Bauernbundpräsident ist jetzt vielleicht auch nicht gerade ein Nebenjob.
Wie viele Stunden hat der Tag?
Die Frage wird mir relativ oft gestellt, vor allem auch bei Parlamentsführungen.
Was hakelt so ein Abgeordneter? Ich zähle die Stunden nicht,
weil das tut nämlich ein Bauer auch nicht.
Du hast einen All-In-Vertrag.
Ich habe eigentlich einen All-In-Vertrag mit der Republik Österreich.
Und ich würde aber meinen Workload schon auf 60 bis 80 Stunden auf jeden Fall
schätzen. Aber ich habe noch nie ein Buch geführt, weil ich das nicht so bin.
Ich lebe gern intuitiv, gut organisiert, aber intuitiv. Aber so geschieht jetzt,
60 bis 80 Stunden sind ein Normalbetrieb.
Jetzt mache ich noch so ein Matze. Wie schaffst du es denn, dass du resilient
bleibst als Person? Bei so viel Arbeit, bei politischer Öffentlichkeit ist es
ja nicht immer die Kuschelöffentlichkeit, sondern meistens du teppst,
der teppst, dem teppst und dann geht es mit harten Bandagen.
Du wirkst relativ, nein, du wirkst nicht relativ rück, du wirkst tiefenentspannt,
schaust gesund aus. Man bemüht sich.
Ich bemühe mich.
Wie kriegst du es hin? Oder gibst du Tricks?
Also, so wie du das beschrieben hast, diese Workload oder die Reizüberflutung,
die wir als Menschen in der Jetzt,
zu managen haben, die ist hoch, voll. Was lernt man über die Jahre?
Politisch erstens, man kriegt eine dickere Haut. Ich habe mich vor...
Kriegt man die?
Ja, die kriegt man. Ich habe mich vor zehn Jahren,
Echt, nur vor dem Standardforum irgendwie ein wenig gefircht.
Ich habe mir das durchgelesen und mir gedacht, großer Gott.
Und jetzt lese ich mir das Standardforum manchmal durch, um mich zu amüsieren,
weil im Spiegel, was man in Facebook oder auf TikTok teilweise mitkriegt,
ist das Standardforum noch ziemlich moderat.
Das heißt, man kriegt eine dicke Haut. Und das Zweite ist, das ist ein bisschen
die Kunst, wegzulassen. Man wird zum Beispiel,
in der politischen Welt zum Schlagzeilenleser. Also ich habe gelernt in den
letzten drei, vier Jahren sozusagen aus Schlagzeilen die wesentlichen Dinge
herauszufiltern und wenn ich mehr brauche, dann lese ich mir den Artikel durch.
Also man fängt an zu selektieren. Aber und dritter Punkt, das ist einfach auch
der Ausgleich. Ich tue gerne rein.
Das ist auch dann noch zu sein.
Ich arbeite gerne daheim und das sind die Dinge, ich koche gerne,
oft auch gemeinsam mit meinen Kindern und mit meiner Frau und diese Balance,
Arbeit und in Wahrheit daheim,
als Bauer und als Teil der Familie, das ist das, was bei mir ausmacht,
dass ich nach einem kleinen Hänger vor drei Jahren sozusagen wieder in die Balance gekommen bin.
Hast du einen Hänger gehabt?
Ja, ich habe einen Hänger gehabt und habe das rechtzeitig erkannt,
dass da was schiefläuft und einfach überarbeitet, ganz grob formuliert.
Kein Burnout, das nicht, aber überarbeitet und ich habe dann die Handbremsen
reingehaut und habe mir gedacht, da muss ich jetzt einige Dinge anders machen,
und das ist mir zum Glück gelungen.
Und was ich da beschrieben habe, eben das Berufliche und die Balance auch mit den,
mit den Aktivitäten daheim, kochen, reiner arbeiten, Familie genießen.
Das macht so aus, dass ich jetzt quasi wieder gut, beziehungsweise sehr gut,
persönlich geht es mir echt gut, in der Balance bin.
Das heißt, du hast vorher gesagt, Politiker, Bauer, Familienmensch,
das war eigentlich in der verkehrten Reihenfolge, eigentlich ist es Familie
und dann halt das andere, so wie du es jetzt beschreibst ein bisschen.
Ja, da hast du recht. Ich bin 1999 mit meiner Frau heimgegangen aus Wien und,
also wir waren immer daheim am Wochenende.
Chor, Fußball, Landjugend, volles Programm und halt auf beiden Betrieben.
Ich komme aus einer Landwirtschaft, meine Frau hat eine Landwirtschaft,
da habe ich hingeheiratet.
Mitarbeiten, also kassisches Wochenende, zu Hause da sein unter der Woche in
Wien, und ich war bis 2005 in Wahrheit daheim bei den Kindern.
Und das war echt eine gute Zeit. Ich habe da viel gelernt, ich will das überhaupt
nicht missen, einzigartige Zeit.
Und das hat es mir auch spurleichter gemacht, jetzt viel auf Tour zu sein,
aber familienfreundlich ist das nicht. Also der Politikerjob ist nicht familienfreundlich.
Das ist das komplette Gegenteil.
Und man muss eher raffen um die Zeiten, die man dann privat quasi haben kann,
darf, die man sich gönnt oder wie auch immer.
Habt ihr die Entscheidung gemeinsam getroffen, für deine politische Karriere in dem
Fall?
Die Entscheidung zum Bürgermeister, die war überlegt und ausgesprochen.
Die Entscheidung Politiker, also jetzt dann 2013 zu kandidieren für Nationalrat,
das war ein bisschen, wie sagt man, reintümpfelt.
Schnellschuss oder was? Das war eher ein Überraschungsakt, aber ja,
es muss alles ja nicht weggehen.
Schauen wir mal ein bisschen, wo du herkommst, damit wir verstehen,
was du auch tust und dann schauen wir ein bisschen, was du tust.
Du hast ja schon gesagt, am Land aufgewachsen, auf einem Hof.
Wo aufgewachsen? Wann war das?
Nöcking im südlichen Waldviertel, das ist im südwestlichsten Eck vom Waldviertel,
das ist in der Nähe von Ips und Adona, also zwischen Ips, Persenberg und Grein.
Beim Kreisverkehr links um.
Beim Kreisverkehr links um mich und vor der Landesgrenze auf einen Berg.
Also ein schönes Bergdorf, tausend Einwohner, gepflegte Landschaft,
funktionierende Vereinstrukturen.
Wir haben Leitentheater gespielt, wir haben Fußball gespielt,
wir haben gesungen, meine Frau und ich.
Das Kabarett hast du nicht gemacht?
Nein, das nicht. Großes Vorbild.
Aus Nöcheln kommt der Josef Hader. Er ist mit meinem Bruder in die Schule gegangen.
Und Josef Harder kann ich als Nachbarn und Gemeindebürger nur empfehlen,
eine richtig klasse Haxen.
Was war das für ein Hof?
Oder ist das für ein Hof?
Das ist ein Hof. Sein Bruder, der Paul Hader, hat den Hof sehr früh übernehmen
müssen, weil sein Vater von Glück ist.
Das ist auch ein Hof.
Der Hader kommt von der Landwirtschaft. Und unser Hof, der ist sozusagen Luftlinie,
500, 600 Meter. Es ist ein Graben dazwischen.
Ein Graben, der euch trennt, oder was?
Ja.
Das Fürchtinger Bachel rentet, das Fürchtinger Bachel.
Und mein Bruder ist ein 62er, ich glaube der Josef Haader ist auch ein 62er, gefühlsmäßig.
Jedenfalls sind die miteinander in die Furcht gingen und diese Freundschaft hat angehalten.
Und du bist von welchem Hof, was ist eigentlich ein Hof?
Ich habe dann von meinem Elternhaus Richtung St. Oswald geheiratet.
Nein, nicht der damalige, der Kindheitshof, also wo du aufgewachsen bist.
Ja, Hausen am Soßhof.
Der Vulgo?
Vulgo Soßhof. Warum Soß? Bei uns hat, das weiß ich nicht.
Bei uns sind die Hausnamen noch sehr präsent.
Und das war dann mein Spitzname als Fußballer. Da war ich dann,
da war ich auch der Schuhrl, ja. Aber in erster Linie war ich der Soßer.
Der Soßer?
Das ist der Pfarr.
Das klingt Brasilian, oder?
Ja, da hat es einen Fußballer gegeben, der Rubens Soßer. Oder war das?
Ja, genau, den Rubens Soßer hat es gegeben.
Und jetzt war ich beim Fußball der Sosser, also der Buhr vom Sosshof.
Warst du ein guter Fußballer?
Naja, zweite Klasse, ewig, einmal Meister, einmal auf, einmal oben.
Zu der Zeit war ich Kapitän und habe ganz kurz die ewigen Torl-Schützenliste
im TSV Nöchling angeführt.
Ich habe die hunderten nicht erreicht und ein paar Kollegen haben mich dann deutlich überholt.
Oh, oh, oh, oh. Also klar, du hast eine erste Karriere vorbeigeschrammt damals noch, oder?
Ja, das war immer ein bisschen speziell. Also Fußball war jetzt bei meinen Eltern nicht so anerkannt.
Da war klassisch, was die arbeiten daheim, wichtig etc.
Und es war immer ein sehr umstrittenes Hobby. Und ich habe erst dann spät mit
18 ganz ernsthaft zum Trainieren angefangen. Aber es war eine sehr prägende Zeit.
Was war es für ein Betrieb? Viecher?
Wir daheim tun wir melchen.
Welchen?
Bei mir jetzt tun wir keinem messen.
Bei dir jetzt am jetzigen Hof?
Genau, also ich habe vom Soßhof auf den Hansl-Pritz-Hof geheiratet.
Hansl-Pritz-Hof?
Also jetzt bin ich der Hansl-Pritz.
Und Fußballspiel nicht?
Nein, das ist nur, das tue ich nicht mehr.
Du hast nicht mehr, okay, gut, dann hast du das.
Fußball ist auch geheilt und beim Renner braucht man keine Spitznamen, das passt schon.
Und ebenfalls tut da mein Kolmermesten, ein Drei-Generationen-Haushalt,
unsere Töchter, meine Frau und ich und Schwiegervater und Schwiegermutter sind noch live dabei.
War es bei dir eigentlich einmal ein Thema, dass du selber Bauer werden willst, Hofübernehmer?
Ja, das war ein ganz früh Thema.
Das war ursprünglich so. Irgendwie habe ich das Gefühl gehabt,
meine Eltern haben mich dann aus strategischen Gründen ins Josefinum geschickt.
Weil ich hätte mir auch ein paar andere Sachen vorstellen können.
Aber es ist dann ins Josefinum geworden und das war eine richtig gute Zeit.
Und es war dann so nach Matura eine kurze Phase, wo ich daheim als Hoferbe angedacht war.
Hat sich aber dann anders getraut. Mein Bruder, der Josef, hat dann den Soßhof übernommen.
Und wie gesagt, Gegen Ende Studium hat sie abgezeichnet, dass die Margit und
ich am Britzhof heimgekommen und wir haben dann dort 2010 übernommen.
Also ihr habt euch schon früh kennengelernt? Naja, man kennt sich,
1000-Seelen-Gemeinde, Volksschule, Kindergarten, Hauptschule in Waldhausen,
Oberösterreich, gemeinsame Jugend, wir kennen uns ewig.
Aber es war sozusagen, ihr habt euch früher gekannt, dass du jetzt nicht den
Hof übernehmen hast können oder müssen, weiß ich jetzt nicht,
ich habe jetzt noch nichts rausgekehrt, war nicht so schlimm,
weil im Prinzip eine zweite Perspektive in der Landwirtschaft war ja auch schon
gegeben, oder? So habe ich es jetzt ein bisschen verstanden.
Es war kurz quasi mein Elternhaus-Thema, dann bin ich aber studieren gegangen,
weil das Elternhaus nicht mehr Thema war und gegen Ende von meinem Studium Lebensmittel-
und Biotrotechnologie hat sich abgezeichnet,
dass die Margit und ich heimgehen und dort bei den Bauer werden.
So, so, so, so, so, what's it is, okay. Genau.
Um...
Du hast ja, ich habe es gelesen, du hast Zivildienst gemacht und du warst zwar
auf der BOKU, hast aber Lebensmittel und Biotechnologie studiert.
Mein Klischee wäre jetzt gewesen, du warst beim Bundesheer und hast Landwirtschaft studiert.
Wo ist mein Hut? Ich setze jetzt meinen Hut auf.
Zivildienst beim Roten Kreuz in Ips. Echt eine lehrreiche Zeit.
Wir haben dort nur ein Jahr gemacht.
Ein ganzes Jahr.
Und mein Credo ist immer, du ziehst Sachen, die du nachher in deinem Leben nicht
mehr siehst, außer du bleibst im Gesundheitsbereich zum Beispiel tätig.
Und das war eine extrem lehrreiche Zeit. Ich war dann kurz drauf,
auch noch einige Jahre Lehrbeauftragter für Erste Hilfe. So ein bisschen,
Nebeneinkommen und ich habe das gern gemacht, Vortragen und einfach die Erste Hilfe verklickert. und,
Zivildienst, was ist das zweite Klischee?
Das zweite Klischee ist, dass du eigentlich Landwirtschaft studierst.
Achso, Landwirtschaft, ja. Lebensmittel- und Biotechnologie.
Ja, genau. Herr Bauernbund-Präsident. Naja, das ist dorthin gekommen.
Ich habe, wie soll ich sagen, zur Biologie,
Und zur Chemie. Immer im Josef Venom eine gute Beziehung gehabt.
Physik und Mathematik war ich schwach, aber Biologie und Chemie,
das habe ich irgendwie gecheckt.
Und das war die Basis, dass ich mir gedacht habe, in der Landwirtschaft studieren ich alle.
Ich möchte etwas machen, was mich richtig fordert. Und das war einfach die Laborarbeit,
das war eben Mikrobiologie, Biochemie.
Und Boku war echt eine gute Zeit. Aber wie gesagt, asymmetrisch,
das ist öfter in meiner Familie,
da ein Bauer werden, war eine gute Entscheidung, also mir dachte ich, das nach wie vor.
Ja, aber ihr seid damals nach Wien, du schon mit der Margit,
oder? Ja. Zum Studieren, mit dem Ziel, wieder zurückzukommen,
oder wart ihr das erste Mal weg?
Naja, unter der Wochen waren wir das erste Mal weg, klar.
Meine Frau hat dann WU-Ersten Abschnitt gemacht und ist dann aber jobben heimgegangen,
weil das dann doch nicht so ihr Weg war.
Ich habe mich durchgekämpft. Ich war in der Mutgasse, habe beim Christian Obinger
eine Diplomarbeit gemacht.
Wir haben Cyanobakterien aufgeschlossen und haben eine Katalase P-Oxidase extrahiert.
Und kein Schmäh. Immer wenn Plagiate quasi aufgelegt werden,
dann schlafe ich schlecht, weil ich mir denke, hoffentlich kommt keiner drauf,
dass ich vielleicht irgendwas verhunzt hätte.
Und dann hat der Norbert Totschnik einmal mein Abstract gelesen und hat gesagt,
mach dir keine Sorgen, was du da geschrieben hast, da kennst du ja keiner aus.
Sehr gut. Ich habe mir jetzt auch gerade ein bisschen so Fragezeichen in die
Augen gehabt, klingt aber recht gescheit und technisch.
Ja, ja, das ist auf Deutsch und denke ich.
Aber du hast das jetzt studiert, aber so ein bisschen war die Vision jetzt eher,
mit dem kann ich im Prinzip woanders auch hingehen oder war schon die Vision
eigentlich, weil dann kommt irgendwann die Politik, Die hat dich dann auch irgendwann einmal gestraft.
Wo unter der Woche in Wien beim Studieren und im Labor mit den Handschuhen und
sonst irgendwas, wo warst du da im Kopf?
Ich war in Wien, das war immer interessant, Lieblingsstrecke,
Öffi, der D-Wagen, also in Lernpausen mit dem D-Wagen durch Wien gandeln.
Das war ein Teil meiner Freizeit.
Aber ich war immer Gast in Wien.
Ich bin nie zum Wiener Studenten geworden.
Ich bin da jetzt nie richtig angekommen. Ich war immer Gast,
weil mein Kopf und ich glaube auch fix der Kopf meiner Frau immer quasi daheim in der Gemeinde war.
Und dieses Wiener Feeling, das ist bei mir erst gekommen, wie ich Nationalrat
geworden bin. Wo ich mir gedacht habe, ja, das Urbane, echt spannend.
Ich bin aber froh, wenn ich trotzdem jeden Tag heimkomme.
Wann hat dich denn die Politik gestreift? Gibt es den einen Tag,
wo du sagst, jetzt hat es mich, oder war es eigentlich so ein Prozess,
der eh dann nachträglich klar war?
Von der Grundhaltung hat mich die Politik gestraft, wie meine Töchter,
unsere Töchter, so erste Gehversuche, Kindergarten und Richtung Volksschule gegangen sind.
Also es war der Kindergarten in Wahrheit. Wo ich mir gedacht habe,
es ist gut, wenn es Menschen gibt, vor Ort, in der Gemeinde,
die sich um Entscheidungen, um Projekte kümmern.
Dass es einen Fußballplatz gibt, dass es ein Güterweg gibt, dass es einen Kindergarten
gibt und dass es eine Kläranlage gibt.
Und dann bin ich an einem Sonntagvormittag nach der Kirche von der Margret Fichtinger
gefragt worden, ob ich für den Gemeinderat kandidieren möchte.
Und ich habe spontan gesagt, ja das interessiert mich, das mache ich sehr gern.
Warum hat sie dich gefragt?
Ich weiß es nicht. Gegenfrage, ich stelle mir die Frage, warum hat mich mein
Schwiegervater nicht gefragt? Weil der war Vizeburgermeister.
Und mein Schwiegervater, der zu der Zeit Vizeburgermeister war,
war selber überrascht, dass ich Ja gesagt habe. Also der hat schon gespürt.
Dass er das eigentlich nicht wüsste?
Nein, wir haben einfach nicht geredet darüber. Und das ist voll in Ordnung.
Also da hat keiner irgendeinen Schmerz. Jedenfalls die Margret Fichting hat
gefragt, die hat Ja gesagt. der Schwiegervater war ein bisschen verwundert und
vielleicht war ich ein verstecktes Talent, ich weiß es nicht.
Ich habe mich gefreut und ich habe gesagt.
Und wie ist es dann weitergegangen? Also du bist da zur Wahl gestanden.
Ich habe den ersten Wahlgang geschafft mit Fahrzeugstimmen, bin ich da relativ
gut gefahren, habe ein bisschen Werbung gemacht, zwei sieben Vizebürgermeister,
zwei neun Bürgermeister.
Das ist dann relativ schnell gegangen. Und habe zwei zehn dann das beste Gemeinderatsergebnis
Wollergebnis zusammengebracht in Nöchling ever, also so quasi Etappensieg.
Da bist du noch aufgefallen schon?
Ja, das weiß ich nicht. Jede Menge, es sind auch immer Zufälle.
Passiert wieder was. Ja genau, ist da wieder was passiert.
Und 13 bin ich gefragt worden, ob ich für den Nationalrat kandidieren möchte.
Karl Donabauer, eine Legende in der Sozialversicherung, Urgestein in der ÖVP,
war dort unser Regionalmandat da und dem durfte ich nachfolgen.
Aber ganz ehrlich, warum geben meine Politik, ich habe es mir da wieder aufgeschrieben,
ich werde jedem Politiker, der jemals bei mir ist, die gleiche Frage stellen,
warum tut man sich das an?
Das ist eine ganz berechtigte Frage.
Man muss schon, also uns wird ja oft unterstellt, sozusagen dieser Machtanspruch.
Also wenn du das machst, Abgeordneter oder vielleicht auch eine Ebene Heger,
da musst du schon ziemlich masochistisch unterwegs sein.
Das Wort steht hier.
Nein, dass man sozusagen den Machtanspruch für sich definiert,
um das zu machen. Also du musst echt ein Masochist sein.
Ich sehe das anders, ich habe mich immer gerne, vor allem in Vereinen im Ehrenamt
einfach für Gemeinschaft eingesetzt und ich kann sagen, also mittlerweile kann
ich ganz solid reden ich habe aber immer viel lieber,
schon in meiner Jugend moderiert, Sachen zusammengeführt.
Und das ist das, was mich eigentlich antreibt, sozusagen versuchen,
Bevölkerungsgruppen zusammenzuführen oder versuchen, Bevölkerungsgruppen beieinander zu halten.
Weil jetzt politisch die einfache Übung ist, die Bauern sozusagen in alle Winde zu zerstreuen.
Zack, hauen keine, das Dorf fliegt um die Ohren.
Und die hohe Schule oder das Ziel ist und das ist das, was mich anspornet,
ist, wie halten wir Bevölkerungsgruppen oder die Bevölkerungsgruppen zusammen und das treibt mich an.
Und wirklich von meinen Skills her, ich habe schon reden gelernt,
natürlich, aber eigentlich ist mir die Moderation und das Gespräch viel,
viel, viel lieber als die frontale Rede.
Okay, das heißt eigentlich, war der mein Platz darüber, wenn es fast lieber war.
Ich habe wirklich Formate gehabt,
in die Nullerjahre, eins hat geheißen Plaudern und Speisen, wo ich mit einer
Gruppe Köche auftreten bin, ich war der Moderator und dann haben wir mit Leuten,
und nebenbei ist einfach Köstliches gekocht und genossen worden.
Also moderieren und auch Leute fragen, das ist das, was mich total interessiert und antreibt.
Wie geht es dir dann damit so in der heutigen Zeit, wenn man so ein bisschen
schaut, momentan, wenn man so als unbedarfter Bürger, der ich ja auch bin,
auch in meiner Hütte, so in die Politik schaut, dann hat man eher das Gefühl, die Moderation,
es fällt dann teilweise ein bisschen an Moderation, es wirkt teilweise sehr konfliktrechtig,
die Fetzen fliegen recht oft.
Wie geht es dir da als Moderator und als jemand, der die Leute eigentlich zusammenbringen will?
Also das Geschäft hat sehr brutale Facetten, machen wir es so, brutale Facetten.
Natürlich, ich kann aber eins sagen, weil es glauben ja viele in der Bevölkerung
irgendwie, da ist ein Politiker und der kommt, weiß ich nicht,
vor einen anderen Stern. Oder es gibt Menschen.
Die… Nöchling.
Ja genau, wir sind ein Planet. Nein, wir sind eine schöne Olm.
Es gibt Leute, die kriegen echt, das
ist mein Gefühl, Sägen-Politiker und Adrenalinausstoß. Also das gibt es.
Die können dann mit mir zum Beispiel einfach nicht mehr normal reden,
weil sie einfach so verkrampft sind, dass sie denken, da ist der Politiker und der ist furchtbar.
Ich kann berichten im Parlament, also ich habe noch, ich habe lauter Menschen,
Leute, wie man daheim sagt, getroffen. Keine Zombies. Und,
die Mechanismen, die sozusagen zwischen die Politiker oder zwischen die Gruppen
da sind, das ist nichts anderes als in einer Familie, in einem Dorf, in einer Gemeinde,
in einem Grässern oder in einem Unternehmen, klar, groß, komplett,
wurscht, überall menschelt es. Und es menschelt auch in der Politik.
Mit dem großen Unterschied, zweimal,
unsere Verantwortung ist heute in Österreich für 9 Millionen Leute.
Und wir haben permanent unsere Emotionen mit der Operation auf offenem Herzen.
Du bist quasi immer Person des öffentlichen Interesses, im Klaren und im Großen,
und das macht halt diese Brutalität dann aus.
Aber es menschelt und das ist ganz normal.
Das heißt, als Politiker bist du ganz normal auch noch ein Mensch.
Ich habe bisher noch keine Zombies getroffen, bisher sind mir auf meinem Weg,
Menschen begegnet, die einen, die triffst du ein bisschen lieber,
bei den anderen magst du einen Bogen um mich, die einen sind ein bisschen schlauer, die anderen hm.
Das hast du jetzt schon gesagt. Ich möchte nicht wissen, was du von mir hörst,
aber es ist jetzt ganz egal, ich bin ja auch kein Politiker.
Zum Thema Bauernbund. Erzählen wir mal ein bisschen deiner Reise,
weil das ist ja heute auch ein bisschen das Thema. Du bist ja Bauernbundpräsident,
in dieser Rolle habe ich dich hauptsächlich eingeladen, zumindest in einer fachlichen
Rolle, ansonsten freue ich mich, wenn ein Mensch auch mir gegenüber sitzt, der mit mir redet.
Wie bist du über die diversen Stationen dann zum Bauernbundpräsident?
Bist du jetzt so, ich sage jetzt einmal der oberste Bauer im Land,
wenn man so will, da kannst du mir gerne widersprechen mit dieser Zuschreibung, wie kommt man dorthin?
Also der oberste Bauer,
da gibt es diese Zuschreibung, zum Beispiel die Agrarspitzen und die sind vom
Hans Gmeiner mal quasi auch irgendwie, diese Zuschreibung ist verrissen worden und das teile ich.
Also wir sind Teil des Ganzen und uns hat es halt sozusagen in die Führungsebene,
da gibt es einen schönen Ausdruck, geschwappt.
Also das ist ja oft mit viel Zufall auch verbaut.
Du bist immer gefragt worden für alles, oder? Da bin ich gefragt worden,
da bin ich gefragt worden, noch einmal war ich da, oder?
Ich bin immer gefragt worden, im Übrigen. Ich habe mich nirgends aufgedrängt,
ich bin immer gefragt worden. Aber es gehört einfach viel Glück dazu.
Aber auch natürlich, dann stehst du oben viel eher und also viel Sonnen und viel Winter, also fix.
Wie ist das gegangen? Ich bin ins Parlament gekommen.
13, und in Wahrheit keine Ahnung von der Politik.
Also als Bürgermeister habe ich mein Handwerk gelernt, aber dass du jetzt sagst,
bist du deppert, du kennst da die Spielregeln, einfach einmal nur des Parlaments.
Also weit weg davon, das kannst du auch nicht studieren, das kannst du nur erleben.
Und dann habe ich mir gedacht, Und das, was der Jakob Auer da macht, ist ja unmöglich.
Also was der für einen Druck hat und was da für Emotionen zusammenkommen und
was der den ganzen Tag sozusagen überlegen und abwägen muss,
nicht packbar, unstemmbar.
Und dann wird man gefragt, man wächst eine und auch die erste Phase,
17, 18, 19, teilweise völliges Neuland für mich.
Und ich bin mittlerweile in der Lage, seit ein paar Jahren, habe ich so das
Gefühl, dass ich schon drüber stehe,
Dass dort ein Orkan nach dem anderen daherkommt, aber dass ich die Themen in
meinem Hirn so einordnen kann, dass ich sage, ich mache einen sauberen Job.
Du lernst bei jedem Projekt immer wieder was dazu, aber ich habe mittlerweile
ausreichende Erfahrungswerte, dass ich nicht untergehe, sondern dass ich sozusagen
ein bisschen über die Projekte drüber komme.
Und ich mache nach wie vor meine Arbeit als Politiker und auch als Bauernbundpräsidenten sehr gern.
Oberster Bauer bin ich nicht, weil der Bauernbund ist eine Teilorganisation
der ÖVP und ich bin der erste ÖVP-Bauernsprecher.
Das schon habe ich massiv nicht an, sozusagen für andere Gruppen sprechen zu
dürfen. Das wird oft vermischt.
Ich bin Teilorganisation der ÖVP und wer ÖVP wählt, der darf über mein Schicksal.
Bestimmen, alle anderen nicht.
Das ist, glaube ich, das, was sehr oft vermischt wird, nämlich der Bauernbund
und Landwirtschaftskammer, weil sehr viele Personen
in ähnlichen Funktionen sind, dort wie da, nur der Bauernbund ist,
wie du gesagt hast, ein Bund der ÖVP und die Landwirtschaftskammer ist einfach
die Interessensvertretung der Öffentlichen der Bäuerinnen und Bauern in Österreich.
Völlig richtig. Nur es ist halt eine gewisse Deckung.
Ich bin auch froh, dass das in meinem Umfeld mit dem Josef Moosbrugger und mir, dass das getrennt ist.
Ich halte das für ganz, ganz wichtig, wo man in der Landwirtschaftskammer die
klassische Interessensvertretung, die total brat aufgestellt ist.
Josef Moosbrugger, Landwirtschaftskammerpräsident.
Genau, der Josef Moosbrugger, der Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammer
und der Bauernbund, der zusätzlich zu den bäuerlichen Interessen die Interessen
der Regionen und in Wahrheit die Interessen der Landwirtschaft,
Als Politiker hast du immer die ganze Bevölkerung im Auge zu haben.
Und nicht, auch wenn es Fokus ist bei mir, die bäuerliche Welt,
aber nicht nur die bäuerliche Welt, sondern das Zusammenspiel.
Das macht es dann aus, wenn ein Politiker Verantwortung übernimmt.
Aber wie geht man denn damit um? Es gibt ja schon die Schnittmenge zwischen Bauernbund.
Ihr vertretet einen sehr großen Teil der österreichischen Landwirtschaft über den Bauernbund.
Und ein großer Schnittmengen ist auch die Landwirtschaftskammer.
Ist es schwer, diese, weil das eine ist eine öffentliche Interessensvertretung
für alle Bäuerinnen und Bauern, da gibt es ja dann noch den UBV und die Grünen
Bauern, die SPÖ-Bäuerinnen und Bauern etc.
Wie schwer ist es denn da, die Rollen dann auch richtig wahrzunehmen,
wenn man zwischen diesen beiden Welten wandert oder wie kriegt man das gut auseinander?
Es sind zwei verschiedene Aufgaben, die die Institutionen haben.
Das eine ist, die Kammer hat genug zu tun, allein die bäuerliche Welt zusammenzuhalten.
Ich komme aus dem Waldkreis Mostviertel.
Und da hast du in der Mitte, wo die Autobahn und die Vespa durchgeht,
intensives Ackerbau, Grünlandgebiet, Veredelung, alles, alles, ganz intensiv.
Dann wird es nördlich und südlich ein bisschen hügeliger. Du gehst zu mir ins
Waldviertel ein, schon sehr Grönland, aber auch belastig, aber auch noch mit
der Nocker, Rinderwirtschaft und dann geht es rein ins Alpenvorland und dann wird es alpin.
Also allein bei mir im Mostviertel, wenn ich jetzt die Kammerarbeit oder nur
die bäuerliche Arbeit überlege, haben wir das gesamte österreichische Portfolio,
was die Landwirtschaftskammer Österreich überlegen muss.
Bei mir kommen zusammen, und das mache ich exemplarisch an einer Zahl zum Beispiel
auch Gemeinde- und Bürgermeisterinteressen. Warum?
In Österreich gibt es 2100 Gemeinden, da gibt es 1500 schwarze Bürgermeister
und Bürgermeisterinnen und 733 sind aktuell Mitglied im Bauernbund.
In einem Bundesländer Bauernbund, so nennt er das bei uns. Man ist ja nicht im,
österreichischen Bauernbund Mitglied, sondern im Bundesland.
Das heißt, ein Drittel der österreichischen,
Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben einen engen Kontakt zum Bauernbund
und das ist schon spannend.
Es gibt 3.257 Bauernbund-Ortsgruppen und 134 Bauernbund-Bezirksgruppen,
von unten nach oben organisiert.
Wie geht sich denn das aus? Erstens, wie finanziert das sowas?
Das sind ja sehr, sehr viele Gruppen.
Zweitens, erklären wir mal die Struktur vom Bauernbund, damit ich das einfach
verstehe, damit Menschen, die das jetzt das erste Mal hören,
die hören immer Bauernbund, nicht Bauernbund, Bauernbund da.
Der Unterschied zwischen Kammer und Bund ist vielen Menschen,
die sich nicht mit der Landwirtschaft beschäftigen, gar nicht so klar.
Erklären wir mal den Bund, wie er sich organisiert und wie er sich vielleicht
auch zu den anderen Bünden in der ÖVP verhält.
Wie sind wir aufgestellt? Also
Mitglied bist du in einem Bundesland Bauernbund. Bundesland, ja. Genau.
Du bist also Mitglied vom Niederösterreichischen Bauernbund oder vom Kärntner Bauernbund.
Und warum kommt es zu diesen vielen Ortsgruppen? Da gibt es große Gemeinden,
wie bei uns Ipsitz, und da gibt es drei, vier, fünf Ortsgruppen, historisch gewachsen.
Und darum gibt es weit mehr Ortsgruppen, als es Gemeinden in Österreich gibt.
Wie soll ich sagen, die Emotion und sozusagen,
die Mitgliedschaft spielt sich ganz stark auf Bundesländerebene ab. und dort wird,
Politisch kommuniziert in
beide Richtungen, hin zum Bauern und retour noch in die Landeshauptstadt.
Und dort spielt auch die Landwirtschaftskammer im Bundesland und der Landesrat,
der oft auch vom Bauernbund ist, der für Agrarwesen zuständig ist,
eine große Rolle. Das ist sozusagen das Bundesländerspielfeld.
Vor gut 100 Jahren haben sich diese Bundesländer-Bauernbünde überlegt, war nicht dumm,
ein gemeinsames Büro in Wien einzurichten und damit war der Grundstein für den
österreichischen Bauernbund gelegt und der Präsident ist in der Tradition immer
ein Parlamentarier, der im,
Parlament auch den Agrarausschuss leitet oder heute den Agrarsprecher.
Ach so, das ist eine Voraussetzung für den Präsidenten.
War in den letzten...
Gelebte Tradition.
Sagen wir gelebte Tradition.
Genau.
Und ist auch praktisch, weil der Job vom österreichischen Bauernbund ist die
Geschicke der Bauernbundinteressen in der Regierung,
Mit den Stakeholdern auf Bundesebene quasi abzustimmen. Das Parlament,
die Ministerien, die Regierung. Das sind die großen Spieler.
Und ja, das ist, so sind wir konstituiert.
Und der österreichische Bauernbund macht den Job auf Bundesebene und serviciert
in der Kommunikation die Bundesländer. So rennt das circa.
Was ich nämlich in der Vorbereitung, und ich bin jetzt 46 Jahre alt und weiß
das noch immer nicht, haben wir echt fast ein bisschen geschammt,
aber vielleicht ist es auch okay.
Die Mitgliedschaft in der ÖVP ist ja quasi, es ist eine mittelbare Partei, habe ich gelesen.
Also du wirst eigentlich Mitglied in einem Bund und über die Mitgliedschaft
in einem Bund, also im Bauernbund, Wirtschaftsbund und so weiter,
wirst du dann auch Mitglied bei der ÖVP. Es gibt zwar direkte Mitglieder,
aber das ist eher die Ausnahme.
Korrekt beschrieben, du kannst zu jedem Bund direkt dazugehen und du kannst
direkt Mitglied einer Landespartei oder auch der Bundespartei werden. Das ist alles möglich.
Du kannst aber auch eine bündische Mitgliedschaft ohne Parteimitgliedschaft buchen.
Das ist sozusagen, du gibst bekannt, so wie beim Bauernbund sein,
aber in der ÖVP nicht Mitglied sein, das gibt es auch.
Das geht auch. Aber nur so vom Verständnis her, im Prinzip haben sich die Bäuerinnen
und Bauern im Bauernbund organisiert,
vertreten dann mit zusammen und im Austausch oder vielleicht auch im Streit
oder in der Diskussion mit den anderen Bünden, im Prinzip aus diesen Interessen
ergibt sich dann im Endeffekt auch die
Meinung der ÖVP oder die Struktur der ÖVP als ganze Partei, oder?
Kann man das so... Absolut.
Also ich möchte zuerst... Da gibt es der Bauernpunkt, weil man halt...
Sehr geeint auftreten. Möchte ich mit einem Vorteil quasi aufräumen,
dass es im Bauernbund keine Vielfalt gäbe.
Also das ist einfach eine Geschichte, weil was wir an Interessen abzudecken
haben und was wir intern diskutieren, zwischen die Branchen,
zwischen den Bundesländern, zwischen die Regionen, also da legst du die Ohren an.
Nur haben wir heute den Zugang, wir schauen, dass wir unsere Meinung konsolidieren,
und dann halbwegs gemeinsam vertreten.
Das ist die reine Lehre, gelingt nicht immer, aber da sind wir relativ stark.
Mit den anderen Bünden in der ÖVP machen wir in Wahrheit den Charakter der Volkspartei aus.
Eine Partei, die sich dem Dialog widmet, zwischen den Bevölkerungsgruppen.
Und das ist ein total schönes Bild.
Volksparteien wurden schwächeln aber, das ist fix.
Aber ich glaube, dass diese Dialogfähigkeit, die in der ÖVP.
Auch immer neu belebt werden muss. Das ist auch nie reine Lehre,
oder dass das alles super funktioniert.
Aber wenn eine Volkspartei den Dialog zwischen den Bevölkerungsgruppen schafft,
dann glaube ich, gerade in der jetzigen Zeit, dass diese Position und diese
entschlossene Position der Mitte richtig gut auch wieder vertretbar sein wird.
Da haben wir ein Profil verloren, keine Frage.
Aber wenn wir jetzt links und rechts sozusagen die Ränder.
Als Thema oder als Problem sieht, dann muss man um die Position der Mitte kämpfen
und man muss sie sozusagen mit Haut und Haaren vertreten.
Und auf dem Weg sind wir, weil es ist momentan am politischen Spielfeld nicht lustig.
Wo würdest du die Mitte jetzt sehen, weil du hast jetzt die Mitte so sehr betont.
Und manchmal kriegt man eher das Gefühl, in der Mitte tut sich gar nichts mehr.
Man trifft entweder die einen eher links der Mitte und die anderen eher rechts
oder weit rechts der Mitte, haben wir nicht die politische Mitte irgendwo ein
bisschen verloren, wo sich der Dialog dann auch quasi entlädt in einem freundlichen Regen oder so?
Wenn man, das ist ein schönes Bild. Du hast auch kein Bild.
Das fange ich auch schon an.
Das ist ein schönes Bild. Du inspirierst mich. Das ist ein schönes Bild.
Ich habe Phasen, wo ich mir denke, aber das ist jetzt nicht wissenschaftlich abgesichert,
dass die Menschen des Links, Mitte und Rechts einfach Nüsse interessiert,
sondern was die Leute angeht, ist, dass die etablierten Parteien,
sozusagen an den Interessen vorbei kommunizieren oder auch regieren.
Nimm es eigene und nicht aus.
Wir reden ja allgemein. Natürlich.
Wir müssen wieder lernen, das Gespür für die Leute zu kriegen.
Und wenn das gegeben ist, ist ziemlich wurscht, ob du ein politisches Projekt
hast, was jetzt in der Theorie,
Mitte links oder rechts ist, sondern wir müssen ehrlich über Probleme und Bedürfnisse,
der Menschen reden und daraus wieder neue Ziele und Projekte formulieren.
Und weniger in diesen Kategorien.
Das ist eigentlich ein Blödsinn, das ist komplett Plastik.
Wir brauchen Politik für die Menschen und nicht für irgendein politisches Spektrum.
Und wo hast du das Gespür verloren? Oder an welchen Stuhl haben wir das Gespür
verloren? Weil ich habe jetzt schon ein paar Mal gehört, das Gespür verloren, etc. Solche Aussagen.
Wo haben wir das verloren? Wie kann man das einfach so verlieren?
Also es haben sie, es ist möglicherweise die westliche Demokratie.
In einer entscheidenden Phase. Und zwar ist die Geschichte die,
und das sieht man oft in der europäischen Politik, aber auch bei jungen Leuten,
die irgendwie etwas verändern wollen in der Welt,
dass wir unsere Gesetze und Normen so aufladen, weil wir das private Leben,
das wirtschaftliche Leben, das öffentliche Leben in jeder Facette steuern wollen.
Und da gibt es dieses spezielle Wort Bürokratie, aber das kannst du genauso
fürs private Leben definieren, wie fürs öffentliche Leben. Genauso wie, wo kommt es her, ist ein.
Wirtschaftliches Vokabel aus meiner Sicht. Dass wir schauen sollten,
dass wir uns weniger einmischen, dass wir die Eigenverantwortung mehr stärken und,
dass wir uns in der Gesetzgebung ein bisschen weniger vornehmen,
im Vertrauen, dass die Menschen dann das Richtige machen.
Und dort haben wir das Vertrauen verloren, weil wir sie einfach viel zu viel einmischen.
Und das ist sozusagen vielleicht eine Phase der westlichen Demokratien.
Und ich weiß ja, wie Bürokratie entsteht. Das entsteht ja meistens im Kopf von
Bürgerinnen und Bürgern.
Es wird immer ausgelagert an die Beamten und an die Politiker.
Wir müssten einfach öfters sagen, ja, ruhig Blut, mehr Gelassenheit und zu dem
Fall mache ich jetzt einmal keinen Paragrafen.
Und dann würde man wieder mehr Vertrauen gewinnen.
Also du sagst, die Freiheit ist den Menschen dann durchaus zumutbar,
Oder? Das ist schön. Auch die Freiheit sollte den Menschen zumutbar sein.
Und da mischen wir es in der westlichen Leseart der Demokratie.
Glaube ich, eine Spur zu viel ein,
Da wäre man so,
lehrmeisterhaft mit dem Zeigefinger und da sollte man die Finger davon lassen.
Ich bin mir halt nicht sicher, grundsätzlich bin ich ja bei dir,
ich bin mir halt nicht sicher, ob die Gesellschaft für diese Freiheit auch wirklich dann bereit ist.
Nehmen wir ein paar so Themen, was mir spontan einfallen, ich springe jetzt
zwischen den Fragen, aber wir haben ja nicht so viel Zeit, wie ich geplant habe.
Nehmen wir zum Beispiel das Thema Herkunftskennzeichen. Ja, das ist mal,
er grinst, das gefällt einem das Thema.
Das Herkunftszentrenzeichen ist ja so ein bisschen so ein Schutzschild für die
heimische Wirtschaft im Kontext von Mercosur auch, von Importwaren,
von Waren aus dem Ausland etc.
Da sagt man ja, wir müssen doch eigentlich mit der Herkunftszentrenzeichen draufschreiben
aufs Produkt, sei es jetzt im Lebensmitteleinzelhandel, in der Gastronomie und
sonst wo, dass es aus Österreich kommt. Und dann sehen die Leute das und dann kaufen sie das.
Jetzt würde ich, mit der Freiheit ist der Menschen zumutbar,
dagegen argumentieren, wir kennen alle diesen Cities & Consumer Gap.
Wo du dann die Produkte nebeneinander legst, wir haben einen,
sage ich mal, einen gewissen Spardruck in der Gesellschaft, auch auf Seiten
der Konsumentinnen und Konsumenten.
Wenn da jetzt diese Produkte nebeneinander liegen, zeigen uns sehr viele Untersuchungen
und Erfahrungen, dass wenn Tierwohl zum Beispiel draufsteht oder Österreich
und daneben liegt das andere Produkt.
Wenn du die Menschen fragst, den Bürger, die Bürgerin, was würdest du dann sagen,
ja heimisch, ja Tierwohl.
Wenn du dann aber auf den Kassenzettel schaust, dann ist genau das Gegenteil
davor. dann sinken diese Quoten dann oft auf 10, 15 Prozent oder sowas.
Ist für mich eigentlich ein Beweis dafür, wenn man den Menschen die Freiheit
gibt und mit Nudges arbeitet, mit Herkunftskennzeichen und so,
dass wir mit dieser Freiheit zum Teil dann auch nicht wirklich umgehen können.
Das wäre zu meiner Analysefrage.
Nein, nein, nein.
Co-Referat, sorry.
Nein, nein, das ist ja voll in Ordnung, die Herleitung.
Schau, reine Lehre. Das eine ist, ich möchte nicht, dass wir den Menschen vorschreiben,
wie sie sie zum Beispiel ernähren.
Das mag ich nicht. Ich lehne eine Zuckersteuer ab.
Auch wenn es Theorien gibt, dass es etwas bringt.
Ich will mich da nicht einmischen. Ich sage, genießt es und bewegt es euch bitte.
Wenn es Zucker genießt, dann schaut, dass es euch bewegt. Aber das ist jetzt ein Exkurs. Und.
Ich will nicht, dass man den Menschen vorschreibt, wie man sie ernährt. Das ist das eine.
Ich will aber, dass man sie zu einer bewussten Entscheidung hinleitet.
Und da ist halt Transparenz eine wesentliche Frage.
Und diese Transparenz, mit der sind wir in Österreich sehr, sehr weit,
freiwillig über Sammergüttesiegel und andere Labels und auch in der Gemeinschaftsverpflegung
und auch beim Frischfleisch.
Offene Flanke, die Gastronomie. Da haben wir wieder zwei Herzen in einer Brust.
Wir wollen den Gastronomen mit Sicherheit nicht eine überbordende Bürokratie überstulpen.
Aber wir wollen schon haben, dass der Konsument sein Recht zu wissen,
wo das Essen herkommt, ausüben kann. Dass er das leben kann.
Und darum waren wir noch nie so weit. In der ÖVP gibt es eine Annäherung der Positionen.
Inhalte zwischen den Bünden.
Jetzt zwischen den Bünden. Im Hinblick auf die Positionen.
Auf eine gemeinsame Position, dass es nach einer freiwilligen Phase ein einheitliches
und flächendeckendes System geben soll. Und das werden wir sich erarbeiten,
nach bestem Wissen und Gewissen.
Also das horchst jetzt so ein bisschen an, so wie Freiheit oder Information
ist ein Teil dieser ganzen Politik?
Aber ich habe ja da in Josef Riegler schon mal da nicht sitzen gehabt,
ich war bei Jammel in Graz, deswegen habe ich ja dort die ökosoziale
Agrarpolitik, das Manifest, genau, das ist das Wort, das ist das Auszubringen.
Das Manifest, Zukunft für die Bauern.
Genau, und ich habe in der Amar gesprochen, bei euch steht es ja auch drinnen,
die ökosoziale Marktwirtschaft, ihr baut sich auf dem Gedanken quasi auf.
Er sagt ja selber, dass wirtschaftliche Anreize oder dass die Anreize so gestaltet
werden sollen, dass sich der Markt dann entsprechend auch anpasst.
Aber er hat auch im Podcast gesagt, wenn irgendwas wirklich gegen den Strich
geht, dann braucht es auch Verbote.
Also er hat sich da nicht gesagt, es braucht nur diese Freiheit und nur diesen,
sondern er hat gesagt, zum Beispiel Stichwort FCKW, wenn wir das nicht verboten
hätten, hätten wir heute einen Schirm auf zum Beispiel oder so.
Es gibt schon irgendwo auch Punkte, wie stehst du dazu?
Bist du so generell gegen Verbote? Und wenn nein, wo würdest du,
sagen wir jetzt im Bereich vielleicht Herkunftskennzeichnung oder in anderen
politischen Bereichen, die sich betreffen, auch die Möglichkeit für Verbote sehen?
Verbote kehren genauso dazu. Die Umwelt- und Klimapolitik in Österreich,
in Europa, möglicherweise sogar weltweit, wäre ohne Verbote nicht so weit.
Aber mit Maß und Ziel und in der Abwägung, was heißt es wissenschaftlich und
ist das Verbot auch wirklich zielführend.
Jetzt überzeichnen. Man könnte österreichische Milch,
irgendwie verbieten. Also das ist jetzt sozusagen Planspiel.
Ich bin aber überzeugt davon, dass in Österreich weiterhin Milch konsumiert wird.
Und würden wir österreichische Milch, die ein Kilogramm CO2 pro Liter quasi
erzeugt, durch internationale Milch ersetzen, dann würde die Milch, die konsumiert wird,
auf einer Basis von 2,4 Kilogramm CO2 pro Liter produziert werden.
Und das macht dann keinen Sinn. Dann hast du quasi plakativ gesehen.
Eine Verbotspolitik in Österreich umgesetzt.
Mit dem Blick aufs Ganze hast du aber die Klimabilanz unter Umständen verschlechtert.
Das heißt, wissenschaftliche Basis, ehrliche Diskussion und dann die Entscheidung,
geht man in Richtung Anreizsysteme,
siehe ÖPUL, landwirtschaftliche Praxis, wir sind Bio-Europameister und die Teilnahme
am ÖPUL selber ist sehr, sehr hoch.
Oder muss man gesetzliche Normen machen, um das System in eine richtige oder
in eine Richtung zu bewegen.
In der Tendenz bin ich einfach bei den Anreizsystemen und nicht bei den Verboten.
Aber, keine Frage, es braucht auch Verbote.
Wir haben jetzt, jeder hat es mitbekommen, das dürre Jahr, das war ein sehr
heftiges, ein Katastrophenjahr, sagen viele Menschen auch.
Da war die Diskussion über die Pflichtversicherung, weil wir immer noch ein
bisschen bei der Freiheit ist, den Menschen zumutbar sind.
Du bist gegen die Pflichtversicherung eingetreten.
In der Tendenz bin ich, schau, Denkverboten.
Ich bin kein Freund von Denkverboten zum Beispiel und sich eine Zeit nehmen
zur Diskussion, sollte im Privaten, im Beruflichen und gerade in der Politik,
nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein.
Und darum, ich bin kein Freund von einer Pflichtversicherung,
weil ich das Gefühl habe, dass dann eine gewisse Eigenverantwortung unter Umständen,
verloren geht. Das weiß man aus dem Hochwasserschutz.
Das weiß man aus der Diskussion Pflichtversicherung bei Hochwasser.
Und das muss man sich anschauen und Systeme kehren doch jeder Naturkatastrophe
und heuer hatten wir eine Naturkatastrophe in Österreich, was die Türe betrifft,
muss man Systeme neu justieren, aber man soll nicht das Kind mit dem Bad ausschütten,
sondern man soll sich Zeit für die Diskussion nehmen.
Und das wird auch heuerst mit Sicherheit wieder sein, spätestens dann über den
Winter, wenn man die Hagel-Versicherung das Budget neu macht.
Und wie man die Prämien entsprechend anpassen muss.
Und wie man dann sozusagen die nächsten Jahre ausgestaltet, einfach von der
Versicherbarkeit und von der Finanzierbarkeit.
Und das ist mir der Grund, dass ich froh bin über die Entscheidung,
nächstes Jahr 65% der Prämien für die Bayern und Bauern zu übernehmen.
Ich frage deswegen, ich würde da jetzt nicht einmal Position rauslocken oder irgendwas, gar nicht.
Ich habe mich, wie ich das gelesen habe, mit der Pflichtversicherung erinnert, ich habe
Meine Wohnung, die Wohnung da, ich habe einen Kredit für die Wohnung,
habe die gekauft, gekauft habe ich, mir gehört der Bank.
Es wird schon. Danke, hoffen wir es nochmal. Dann brauchen wir noch ein bisschen
mehr Geld für Medien, aber ja.
Und habe die halt fix verzinst, damals für einen hoffentlich guten Zinssatz,
weiß was ich, ich muss das eh zahlen.
Aber dann sind die Zinsen enthegengegangen. Dann waren auf einmal die Leute,
die was flexibel verzinst haben, die was natürlich lange von einem sehr,
sehr, sehr niedrigen Zinssatz profitiert haben, auf einmal waren die bei 6-7%
oder sowas und haben teilweise die Kredite nicht mehr zahlen können.
Und da habe ich jetzt wieder daran denken müssen, mit dem Freie,
das die Menschen zungut war, ja, solange die Kredite schon billig waren, habe ich nichts gehört.
Hat sich keiner beschwert, dass der Kredit so billig war. Dann hat sich auf
einmal die Raumbedingungen gegeben, dann waren die viel steuer.
Die Leute haben auf was halt ganz gegangen ist, finanziert und dann haben sie gejammert.
Dann war auf einmal das große Jammer da, die Zinsen sind zu teuer,
wir können das nicht mehr zahlen, wir sind schlecht beraten worden etc.
Und ähnlich habe ich es da jetzt auch so ein bisschen gesehen.
Entweder macht man Pflichtversicherung für alle, aber ich kann jetzt sagen,
ich zahle nicht in die Versicherung ein, dann passiert was und dann brauche
ich aber schon eine Hilfe, weil dann ist es relevant.
Das ist ja auch nicht wirklich mit Freiheit umgehen zu können,
weil ich dann quasi, weil der Sonne scheint, lege ich mich hin und schaue,
dass ich schön braun werde und wenn es dann regnet, beschwere ich mich,
dass der Sonne nicht mehr da ist.
Das ist das, was mir so durch den Kopf gegangen ist. Das ist ja auch nicht wirklich
Freiheit. Das ist nur Freiheit, wenn es gerade schön wehder ist.
Das ist ein Wörterfreiheit.
Das ist ein völlig berechtigter Aspekt, ein völlig berechtigter Kritikpunkt.
Warum haben wir uns trotz dieser Einwände, die wir auch diskutiert haben,
durchgerungen in dieser Regierung ein Maßnahmenpaket zu schnüren?
Weil die letzte Katastrophe, 18, da war ich schon dabei, da haben wir auch politisch
einige Spezialitäten geliefert, und zwar ein paar Maßnahmen,
die dann echt Schiedsturm waren.
230 Millionen Euro Schaden, Hagelversicherung, Schätzung. Haja, eine Milliarde.
Bis jetzt?
Nein, bis 18. August.
Ja, genau, bis zum Stichstag.
Bis zum Stichstag, 18. August. Und da sind in der Milliarde die Herbstschäden noch gar nicht drinnen.
Dass die Zuckerwurm verschrampeln, dass die Erdäpfel-Ernte um ein Drittel weniger ist und,
ein Drittel von dem ist 30 Tonnen auf 10 Tonnen und dass von den 10 Tonnen im
Schnitt wieder 3 Tonnen der Drottwurm gefressen hat.
Also,
ein Schadensausmaß, das nicht nur die Bayerinnen und Bauern an die Grenzen gebracht
hat, sondern alle unsere Systeme, Schäden und Dürreschäden in allen Bundesländern
quer durch alle Branchen.
Und das hat uns bewogen, dass wir heuer wieder angetreten sind mit der Bitte
um ein Türenpaket aufgrund der extrem hohen Schäden und dass dann auch die Vernunft
gewaltet hat und dass die Regierung,
ein gutes Konzept zur Liquiditätsstützung, zur Unterstützung der Türenversicherung und,
sozusagen Basis Unterstützung über die Sozialversicherung, dass man sie in der
Richtung entschlossen hat.
Ja, nein, ich verstehe es ja eh, dass es eine Extremsituation es ist ausnahmlich,
aber du hast das selber mal beim Interview, glaube ich, es war jetzt bei dem
Profilinterview, es war ja vor kurzem, glaube ich, im August oder sowas gesagt, dass die Bauern,
Bäuerinnen und Bauern halt sehr autonome Menschen sind und sehr freiheitsliebende
Menschen sind, die sich dann, die sich halt gerne selber ihr Ding machen,
deswegen keine Regeln oder so.
Jetzt gehört halt, sage ich mal, zur Freiheit, der Extremfall halt auch dazu.
Das ist genau diese Vollkaufs-Kommentalität, die du vielleicht auch ein bisschen kritisiert hast, oder?
Und sag, okay, aber wenn der Extremfall eintritt, dann muss ich ja theoretisch
der Stolz und auch da sein und sagen, mit dem wäre ich jetzt selber fertig.
Das ist das, was mir so, also Gedanke da im Kommen ist, dass man,
wenn man die Freiheit will, muss man es dann voll nehmen oder hat man dann nur
so viel Freiheit, solange es sich halt unter dem Freiheitsbegriff ausgeht oder
muss ich dann quasi die Krot erfressen, die was drüber geben. Das ist so ein bisschen.
Das Thema wird auch, schau, wir hoffen,
Oder wir beten darum, dass in den nächsten Jahren dieses Schadensausmaß,
das Herdauer, nicht mehr gekommen wird. Glaubst du daran?
Da geht es nicht nur um die Landwirtschaft, da geht es zum Beispiel ums Trinkwasser.
Also in Jahren mit normalem Niederschlag, wir leben im Paradies und das schätzt keiner mehr.
Und heuer haben wir zum ersten Mal gesehen, wenn es wirklich eng wird mit dem
Regen, dass vom Trinkwasser bis zu den Kulturen wir ein Problem haben.
Das ist ein Wissen,
der Bauer schau, meine Mama und das ist das beste Beispiel für den Mindshift,
der auch generell in der Bevölkerung und auch bei den Bäuerinnen und Bauern.
Sie entwickelt hat meine Mutter hat immer gesagt, als Bauer bist der eigene
Herr, da könntest du jetzt mit Bauern nächtelang diskutieren, ob das noch so ist.
Es gibt aber Bauern, die das für sich so sehen.
Die sagen halt, ja, Zielwirtschaft gehört für Leistung, ich bin aber trotzdem mein eigener Herr.
Aber dieses Gefühl, das wankt. Aber es ist ein bisschen ein Lebenselixier.
Und meine Mama, die hat irgendwie gesagt, schau, dass du den Staat nicht brauchst.
Die ist ein 33er-Jahrgang. Schau, dass du den Staat nicht brauchst.
Und Studenten, die ein Stipendium gekriegt haben, waren ihr Suspekt.
Das hat sich geändert. Nicht nur in der bäuerlichen Welt, sondern wir sind durch
den Wohlstand, durch die Errungenschaften der Zivilisation und keiner will zurück
in die Urzeit. Kein Mensch.
Aber wir müssen jetzt damit leben, dass wir in einer Zeit leben,
wo vieles als selbstverständlich erachtet wird.
Und ein bisschen diese Full-Cask-Mentalität. Und das macht uns in den westlichen Welten zu schaffen.
Neben diesen demokratischen Themen, Aber das ist so dieses Mindset.
Das eigentlich alle Bevölkerungsgruppen erfüllt.
Der Staat soll es richten. Und das ist schwierig.
Ich sage das jetzt auch selbstkritisch, weil wir da oft Vorkämpfer sind. Wir müssen was richten.
Die Politik muss was richten. Aber es ist ein bisschen so dieses Gefühl für
die Eigenverantwortung und auch für das, als Bauer bist du eigener Herr.
Das ist ein wenig verloren gegangen.
Glaubst du daran, dass diese Krise jetzt wieder so was war denn jetzt,
ein Jahrtausendereignis
früher hat es immer Jahrhunderthochwasser gegeben, dann sind wir mit denen immer
ausgekommen und dann hat es Jahrtausend Hochwasser gegeben oder sonst 200-jährige
Ereignisse Glaubst du, dass es jetzt diese Türe wieder der Ausnahmefall war
und wir dann wieder zurück zum Normal gehen können oder müssen wir uns eigentlich
jetzt genau auf diesen Zustand, der jetzt das Jahr die Ausnahme war?
Also ich zitiere ich zitiere Meteorologen und die Wissenschaft so gut ich das
kann also seit 150 Jahren, seit Aufzeichnungen gibt sozusagen heißeste oder
trockenste Phase, also schon extremes Jahr.
Das ist das eine. Das zweite ist, der Niederschlag, der Jahresniederschlag an
und für sich, der wird hübsch gleich bleiben. Der wird leicht sinken, aber nicht dramatisch.
Aber die Niederschlagsverteilung, also.
Haben wir schon wieder ein Verteilungsprofil.
Haben wir schon wieder ein Verteilungsprofil. Das Wasser, das kommt schneller
runter vom Hüme und rinnt schneller weg. Gibt es auch Themen.
Und die Verdunstung wird mehr. Und die Verdunstung wird mehr.
Das heißt, so meine These, auf zehn Joachsägen,
Zwei, drei Dürrejahre waren in den 90ern, in den Nullern, in den 10ern und in den 20ern Jahren da.
Es hat immer schon Jahre gegeben, wo einfach der Guggerutz eingegangen ist.
Im Übrigen, die Maispflanzen halten bei Weitem mehr Hitze aus als nur vor 30 Jahren.
Auch die Züchtung. Also was der Mais heuer ausgehalten hat bei uns in der Region, war sagenhaft.
Das hätte es vor 30 Jahren so noch nicht gegeben.
Und aus dem Grund, es wird pro zehn Jahre diese Dürrejahre geben,
sie werden möglicherweise extremer und wir werden lernen müssen, damit umzugehen.
Genau, bringt mich zu dem Punkt, ich meander da jetzt ein bisschen durch meine
Fragen durch und versuche den Überblick zu behalten,
was mich zu dem Punkt bringt, es war so ein bisschen der Ablasshandel zu den
Dürrehilfen, dass man auch dem Klimaschutzgesetz zustimmt und dass man sich
da oder zumindest dass man es eigentlich immer fertig schreibt. Warum
Es ist die Landwirtschaft vom Klimawandel oder von der Klimaveränderung maximal betroffen,
eben durch Türe hauptsächlich, aber jetzt dann vielleicht auch durch Starkwerte-Eignisse
und so weiter und so fort. Also es wird immer intensiver.
Warum legt man sich dann,
legt man sich quer, stellt man sich eher gegen ein Klimaschutzgesetz,
das was ja im Endeffekt langfristig ja gerade der Landwirtschaft nutzt,
wenn zum Beispiel wieder Agroforstelemente in die Landschaft reingeplant werden müssen.
Stichwort Renaturierung, genau das gleiche.
Warum ist man da so dagegen, dass man genau diese Elemente wieder in die Landschaft
bringt, die die Landschaft ja vorm Austrocknen ja auch ein bisschen
beschützen, also wo der Wind nicht so durchfahren kann, wo die Böden da nicht
so erotieren, wo die Böden da nicht so austrocknen etc.
Warum kriegt man das nicht unter einen Hut und warum kann man sich da nicht
einigermaßen langfristig hätte die Landwirtschaft ja wirklich was davon.
Zumindest sagt mir das mal beschränkt das kleines Hirn.
Nein, nein, der Hirn ist nicht beschränkt, du siehst nur auf einem Vorurteil
auf, weil die öffentliche Meinung...
Zum Teil genau das ausmacht, was du gerade beschrieben hast.
Dieses Vorurteil, die Bauern hätten ein Problem mit Klimaschutz und oder auch
Klimawandelanpassung.
Und das ist einfach ein Blödsinn.
Ich habe jetzt nicht gesagt, die Bauern legen sich quer. Ich habe gesagt,
die Partei legt sich eher quer.
Das war ja in der Verhandlung eher so ein SPÖ-Neos gegen ÖVP-Thema.
Nein, das passt auch. Und das war jetzt nicht nur das Gegenfrage oder Angriff.
Nein, nein, überhaupt nicht.
Sondern, dann machen wir einen, gehen wir auf der Kassen.
Nein, es ist trotzdem auch manchmal,
das Urteil über die bäuerliche Vertretung, wir hätten da ein Thema.
Wir lehnen das ab. Warum haben Norbert Totschig und ich uns mit der Gewässler
angelegt und warum war ich persönlich
echt enttäuscht, dass sie nicht nur gegen die Usancen, sondern auch gegen die
Rechtslage in Brüssel für die Renaturierung gestimmt hat. Keiner hat gewusst, wer es zahlt.
Das wissen wir nach wie vor nicht, wer das zahlen soll.
Und der gute Kaufmann sagt, ich unterschreibe einen Vertrag nur,
wenn ich weiß, wer die Zeich zahlt.
Und das Zweite ist, wie es funktionieren soll.
Da sind wir eine Spur weiter, weil wir wissen, dass das, was die Landwirtschaft
jetzt macht, sehr gut anrechenbar sein wird.
Das heißt, Renaturierung, fachlich eine gewisse Entspannung,
wird nur ein wilder Ritt, die fachliche Diskussion, aber eine gewisse Entspannung,
und aber auf der anderen Seite die offene Frage in der Finanzierung.
Und dann sind wir als Bäuerinnen und Bauern auch über,
die öffentlichen Programme Öpol, wo einfach Bio, Zwischenfrucht,
Humusaufbau unterstützt worden ist über die letzten, seit EU-Beitritt, seit dem 95er-Jahr,
haben wir eines der nachhaltigsten Lebensmittelsysteme weltweit.
Und da bin ich wieder bei der Milch. Wenn man halt keine Viecher mehr in Österreich haben möchte.
Tritt meine These ein, es wird aber trotzdem Milch in Österreich konsumiert
werden, die wird aber mit einer schlechten Klimabilanz geliefert werden aus
anderen Herren Ländern. Schwarz gemalt, also schwarz-weiß.
Und jetzt zur ÖVP äh.
Bauern, Wirtschaft und Industrie haben, was Klimaschutz und Klimawandelanpassung
betrifft, komplett die gleichen Zugänge.
Wir sagen, wir wollen weiter in Österreich eine Stahlproduktion haben,
wir wollen Umwelttechnologien erzeigen und wir wollen Lebensmittel erzeigen.
Und der Weg der Transformation muss Wirtschaftskraft absichern und muss wissenschaftlich begründbar sein.
Und den Weg, den werden wir gehen. Es wird jetzt ein Klimagesetz geben,
wie es jetzt dazu gekommen ist, das war ein wenig holprig, aber der Off springt
dann ins Wasser, wenn wir den Klimafahrplan machen.
Und das ist dann tabula rasa. Wir wollen eine ehrliche Diskussion und wir wollen
dort Maßnahmen sehen, die uns mittelfristig als Volkswirtschaft stärken und
die uns nicht sozusagen schwächen.
Du hast einmal in einem Interview in diesem gleichen Profil gesagt,
auf die Frage, gibt es eine Klimaschutzmaßnahme, die du unterstützen würdest
und die die Landwirtschaft Geld kosten würde, anstatt Geld zu bringen,
sagst du nein, dann würde ich diesen Job nicht ernst nehmen.
Meine Frage da drauf wäre irgendwie gewesen, jetzt haben wir so lange,
nicht nur in der Landwirtschaft, generell aus der Wirtschaft,
glaube ich, ein System gefahren, das war eher Ressourcenverbrauchs maximierend
war wie optimierend und so,
sind ein bisschen in eine Sackgasse geraten, wirtschaftlich wie ökologisch.
Damit bedeutet es wieder auf einen positiven Vorplan kommen,
müssen wir da nicht kurzfristig wirklich investieren, also Maßnahmen setzen,
die sich halt nicht quasi innerhalb einer Legislaturperiode, oder innerhalb eines
Bilanzjahres rechnen, sondern gerade, was ja eigentlich wäuerliche Betriebe
ausmacht, langfristiges, nachhaltiges Denken, die was jetzt kosten, jetzt wehtun,
die, was uns aber dann langfristig schon wieder zugute kam, wie zum Beispiel
so, sage ich jetzt einmal, Agroforstelemente, also Heckenelemente,
die was einfach an Windschutz machen, die Bäche wieder ein bisschen zu renaturieren.
Ich habe letztens den Franz Steiner da gehabt vom Machfeldkanal,
also über das ein bisschen geredet.
Es bringt ja was, es bringt ja Ökosystemdienstleistungen, nicht nur für die
Landwirtschaft selber, sondern für den Wirtschaftsstandard, für den Tourismus,
für die Resilienz der Flächen.
Müssen wir da nicht jetzt einfach mal in den Grotbeißen, kurzfristig wirklich
investieren, damit man langfristig davon und profitieren?
Wesentliche Frage. In einem dürre Jahr an Bauern, wo es finanziell eng ist oder
prekär oder wie man sagt, wo es Wasser einrindt,
zu sagen, er soll in die Zukunft investieren,
wäre grob fahrlässig.
Wir haben auch noch ein gewisses Nervenkostüm. Man weiß.
Die zahlen psychische Gesundheit. Und ein Teil von meinem Job ist auch,
sich schützend vor die Bäuerinnen und Bauern zu stellen.
Weil dann, wenn es finanziell eng ist und es für den Klimaschutz weitere Leistungen
zu erbringen gibt, für uns alle, und da ist nicht nur die bäuerliche Welt relevant,
sondern die gesamte Bevölkerung bzw.
Der gesamte Planet, auch bei der Klimawandelanpassung, dann habe ich das Prinzip,
wir erbringen gerne zusätzliche Leistungen, aber die müssen ausfinanziert sein
und diese zusätzlichen Leistungen sind im Bereich Ökologisierung,
Öpol weiter ausbauen, derzeit ein Minus,
nicht lustig die Situation, und auch im Bereich der erneuerbaren Energien,
das grüne Gas, Biogas und die Biomasse-Nutzung ist in einer Phase,
wo es immer noch Unterstützung braucht und dort den Weg wollen wir,
offensiv weitergehen,
aber trotzdem auch die betriebliche Eigenverantwortung einfordern.
Und da bin ich jetzt auch dabei.
Weil Bauern machen oft auch irrationale Sachen, weil sie einem einfach taugt
und weil sie das Gefühl haben, dass sie einem in 10, 15, 20 Jahren was bringt. Das gibt es auch.
Und die Dynamik unterstützt sie genauso. Also das ist oft, es ist nicht immer alles rational.
Als Bauer bist du der eigene Herr. Aber eigentlich ist das, ich muss das nochmal
betonen, dort müssen wir wieder hin. Das ist eine Lebenselexierung.
Du hast jetzt ein bisschen auf den Halbsatz geantwortet, den ich eigentlich
gar nicht mitgesagt habe bei der Frage, nämlich, dass die Bauern das selber finanzieren sollten.
Ich habe schon gemeint, dass das ein gesellschaftlicher, ein politischer Akt
ist, wo man dann auch den Mut haben muss, dass man einfach wirklich mal in diese
Zukunft investiert, die in der Gegenwart halt da ist. Jetzt ist natürlich das
Jahr ein Ausnahmjahr, du hast das eh gesagt, Dürre war jetzt noch quasi obendrauf
mit diesen Forderungen, wirkt fast ein bisschen provokant.
Aber wir kommen halt nicht raus. Das Thema Fleischkonsum ist ja auch so,
weil du hast ja mal gesagt, wir können eigentlich in der Landwirtschaft nichts mehr dazu beitragen.
Ja, nichts nicht.
Ja, oder wenig. Oder wir sind recht am Limit mit dem, was ihr noch machen könnt bei Emissionen.
Sigrid Starkl hat jetzt gesagt, gerade wieder in einem Interview,
ist da schon da gesessen, wo du jetzt stehst, ein Großteil der Förderungen,
der EU-Förderung, des EU-Geldes geht in Tierhaltung.
Also ich glaube, es ist um die 80 Prozent oder sowas, liefert aber nur 36 Prozent der Kalorien.
Und da ist schon noch ein großer Hebel, klinge ich.
In Österreich hat da sehr einen hohen Anteil an Tierhaltung.
Ist das einfach ein Thema, das man gar nicht angreifen kann,
dass man darüber nachdenkt, laut, ob vielleicht das Thema Tierhaltung
in die Zukunft sich verändern können, sollen, müsste oder so,
oder ist das einfach kein Thema, ist das nicht relevant?
Das ist extrem relevant und,
Wir sind jetzt wieder in einem internationalen Ranking. Es gibt den Animal Welfare Index.
Und da sind wir österreichisch ganz weit vorn.
Weil Bio-Haltungssysteme, Tierwohl-Haltungssysteme ohne Bio-Fütterung.
Keiner hat so viele freiwillige Programme, wo die auch marktseitig funktionieren zum Teil.
Und keiner hat so hohe, teilweise hohe Haltungsnormen,
in den Gesetzen festgeschrieben. Ich bin aber dort wieder, ich möchte die Leute,
nicht verpflichten, was sie essen sollen. Regionale Ernährung,
und gesunde Ernährung,
Soll ich bei gut informierten Konsumentinnen und Konsumenten abgerufen werden
und das ist in der Regel auch dann nachhaltig.
In der Tendenz.
In der Tendenz. Jetzt hast du gesagt, wir sind im LML Welfare Index weit fuhren.
Wir haben als einer der ersten überhaupt die Käfighaltung bei... Magst du noch Wasser?
Jetzt kriegst du mal Wasserreden und den gleichzeitig Multitasking und ich,
das sind zwei so Sachen. Du bist talentiert. Danke dir.
Jetzt haben wir die Käfighaltung bei der Hähne abgeschafft. Wir sind bei vielen,
vielen Dingen international gesehen in Österreich, in Europa,
aber speziell in Österreich auch, top notch.
Also wir haben extrem hohe Standards.
Gleichzeitig, wenn man schaut, man muss noch ein bisschen in die Ukraine schauen,
Käfighaltung bei 90% oder über 90%. Woanders, größte Eier in China, Käfighaltung.
Sagen wir da so eine Insel in Europa, die was irgendwie alles moralisch sehr
haben und auf höchstem Standard umsetzt, nur dann im internationalen Wettbewerb,
in dem wir uns ja auch befinden,
eigentlich chancenlos ist mit unserer kleinen strukturierten Landwirtschaft, extrem hohen Normen.
Wollen wir uns diesen Wettbewerb aussetzen und dem Konsumenten und der Konsumentin
die Freiheit geben, sich zu entscheiden? Glaubst du wirklich,
dass wir dann mit der heimischen Landwirtschaft wirklich bestehen könnten unter diesem Preis?
Zwei Aspekte. Du hast eine ganz interessante Formulierung, quasi unsere Rolle in der Welt.
Verwendet. Und das sage ich jetzt ein Zitat von …,
von einem Miterfinder, Mitinitiator der ökosozialen Machtwirtschaft,
der sagt, Europa wird aufpassen müssen im Blick auf andere Kontinente,
dass man nicht als diese Missionare wahrgenommen werden, weil,
andere Kontinente sind einfach froh, dass sie was zum Essen haben.
Und die sehen unsere Themen, zum Beispiel mit Tierwohl und Ökologisierung eher als Luxusprojekt.
Also wir wären international da schon als die Missionare, die vom hohen Ross
herunter Urteilen wahrgenommen.
Und das sagt kein Marktliberaler, sondern einer der Mieterfinder der ökosozialen
Marktwirtschaft, der Philosoph, ich glaube der Radermacher war das, selber kehrt.
Hochinteressant. Das zweite ist, wie halten wir diesen Wettbewerb aus? Und wir kämpfen.
Bei den europäischen Regeln, vor allem wenn es um Freihandelsabkommen oder Handelsabkommen
geht, um die Einhaltung gleicher Standards,
da sind wir durch unsere Sturheit bedingt bei Mercosur relativ weit gekommen,
weil das aktuell das brasilianische Rindfleisch nicht nach Europa importiert werden darf,
weil es nämlich die Dokumentation, was wachstumsfördernde Substanzen betrifft,
nicht einhalten können. Das ist ein Verhandlungserfolg.
Seit September ist das.
Seit September bedingt auch durch unsere Sturheit. Aber das ist sozusagen,
die holen derzeit Regeln nicht ein. Da geht es nicht, das Rindfleisch ist auf
einmal verseucht, sondern die halten aktuell Regeln nicht ein und wenn sie die
Regeln nicht einholen, darf das Fleisch nicht ein.
Und auf der anderen Seite, Ukraine, zum ersten Mal ist es gelungen,
der Ukraine oder einem Handelspartner abzuringen, dass,
die Wahlen, die dann kommen, die Lebensmittel, die dann kommen,
ob 2028 nach Österreich oder nach Europa, dass die unter den gleichen Produktionsbedingungen
erzeugt werden müssen, wie die in Europa gelten.
Und das ist kein Selbstläufer, sondern da müssen wir kontrollieren,
kontrollieren, kontrollieren und schauen, dass wir diese Regeln,
die vereinbart wurden, auch mit Leben erfüllen.
Schaffen wir das? Das Ding ist ja, Österreich ist innerhalb Europa noch einmal ein Ausnahmebeispiel.
Wenn wir nicht einmal innerhalb von Europa die gleichen Preisstrukturen,
Kostenstrukturen etc., schaffen wir das?
Wären wir es schaffen, dass wir diesen Standard, den wir haben,
diesen Qualitätsstandard, den Kostenstandard aber auch halten können gegen europäisches
Ausland oder auch innerhalb von Europa? Wie ist da die Einschätzung?
Was braucht es? Das sind Kontrollen auf den nationalen Märkten,
über die AGES, über die Lebensmittelkontrollorgane etc.
Kontrollen an der EU-Außengrenze und das ist halt der Hafen oder das ist halt,
die Abfertigung von einem Transport.
Und wir werden auch weiter an der Kundenbindung arbeiten. Und da sind wir wieder
beim gut informierten und uns gewogenen Kunden, der Kundin.
Und da habe ich mir ein Beispiel in letzter Zeit. Da springe ich zu den Weinkennern
und das Beispiel hat mir gebracht, der Deutsche Bauernverbandspräsident Ruckwit.
Wenn du einen deutschen Weinkenner fragst, was er für einen Wein möchte,
dann sagt er zu 20-30% er will einen deutschen Wein.
Der österreichische Weinkenner sagt zu 70-80% und ich genieße österreichischen Wein.
Eine ähnliche Dynamik ist uns beim Amagütesiegel und auch bei den Bioprodukten gelungen.
Das heißt Kontrollen dahinter sein, aber schauen, dass die Menschen in Österreich,
die Konsumentinnen und Konsumenten unserer Arbeit, der Bayerien Bauern und unserer
Lebensmittelqualität gewogen bleiben.
Okay. Zwei Fragen. Ich sage es jetzt nur für den Kollegen, der drüben hört.
Du musst ja dann zum nächsten Termin.
Jetzt redest du vom europäischen Ausland. Jetzt wird diskutiert,
ob die Ukraine vielleicht, wenn der Krieg dann endlich, hoffentlich zu Ende
geht, Teil der Europäischen Union wird.
Jetzt ist die Ukraine ein unglaublich großes Agrarland, kann es unglaublich günstig produzieren.
Wie stehst du dem gegenüber, wenn auf einmal innerhalb von Europa wirklich hochwertige
Lebensmittel eigentlich, weil sie haben ja sehr, sehr gute Böden,
zu sehr, sehr günstigen Preisen auf einmal im Markt sind, in denen freier Warenverkehr dann herrscht?
Also ganz knapp formuliert, einen EU-Beitritt in absehbarer Zeit schließe ich aus,
erste Festlegung, zweite Festlegung, eine Fusion der Märkte eins zu eins,
agrarisch schließe ich aus,
und es gibt immer wieder das Szenario quasi gemeinsame Agrarpolitik in einer Übergangsphase,
walten zu lassen, Das schließe ich auch aus.
Aber was ich nicht ausschließe, ist, dass es vernünftige wirtschaftliche Kooperationen
gibt, die in überschaubaren, berechenbaren Projekten ein Miteinander gewährleisten.
Vom Wiederaufbau.
Bis hin zum Austausch von Waren aller Art.
Mit Blick auf die Zeit, ich sage es noch einmal. Ich habe ein paar Themen,
ansonsten aber, eins möchte ich jetzt herausgreifen, was ich mir aufgeschrieben
habe. Wir haben dieses Jahr 2026 das internationale Jahr der Bäuerin,
beziehungsweise die UN hat das zu diesem Jahr erklärt.
Wir haben in Österreich aktuell 36 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe sind
von Frauen geführt, also ist die Betriebsleiterin.
Bei der LK Vollversammlung ist ein Frauenanteil von ungefähr 25 Prozent.
Wie würdest du das bewerten?
Ist das schon ein guter Wert oder müssen wir da noch ein bisschen was machen,
dass da ein bisschen mehr Frauen auch als Betriebsleiterinnen auftreten?
Also wir müssen schauen in der agrarischen Welt weiter die Bäuerinnen,
die Frauen an die Front zu bringen.
Im österreichischen Bauernbund bemühe ich mich da sehr.
Wir haben zum ersten Mal eine Direktorin, die Corinna Weisel,
die einen tollen Job macht und meine Störvertreter sind der Norbert Totschnigg,
der Josef Mosbrucker, die Irene Neumann-Hartberger und die Michi Langer-Weninger.
Und warum ist mir das in der politischen Arbeit des Bauernbundes so wichtig?
Offene Runden, wo bei den Bauern Männer und Frauen gemeinsam diskutieren und gestalten,
bringen in der Regel mehr und bessere Ergebnisse und sind in der Regel so gestrickt,
dass man nachher eine gute Perspektive zusammenbringt.
Aber nicht in einem Wohlfühlprogramm, sondern einfach durch die Vielfalt der
Eindrücke werden die Entscheidungen besser.
Darum kämpfe ich um jeden Platz mit dem Ziel sozusagen Ausgewogenheit in den
Gremien, aber da gibt es noch viel zu tun.
Ja, du hast es ja selber gerade erwähnt, die Irene Neumann-Hartberg.
Sie ist Nationalratsabgeordnete, Vorsitzende von der Arbeitsgemeinschaft Österreichische
Bäuerinnen, die haben auch 130.000 Mitglieder.
Sie sagt, dass Bäuerinnen immer noch strukturell benachteiligt werden und unterrepräsentiert
sind, das ist kein Frauen, sondern ein Gesellschaftsproblem.
Was müssen wir da, dass sich das ändert? Was tut man im Bauernbund dagegen oder
dafür, dass dieser Anteil der weiblichen Betriebsführerinnen auch wieder steigt?
Ja.
Betriebsführerinnen, das ist eine spezielle Frage.
Das ist ein bisschen speziell, weil eine Antwort, wir investieren sehr viel,
in Bildungsprogramme für beide Geschlechter.
Und ich glaube, dass eine gute Bildung dann die Bayern und den Bauern befähigt,
quasi vernünftig einen Betrieb zu führen, das ist das eine.
Aber es ist auch ganz oft ein Neben- oder Zuerwerbthema und ich glaube,
ich spreche da der Irina Neumann-Hartberger aus der Seele,
das Kinderbetreuungsangebot in die ländlichen Gemeinden, Da sind wir schon sehr
weit, aber da gibt es sicher noch einiges zu tun, weil die Nachfrage nach Kinderbetreuung
wird auch aus den bäuerlichen Familien mehr.
Ohne die Menschen zu bevormunden, ohne die Familien zu bevormunden,
sozusagen es soll Wahlfreiheit gelten, weil wir wollen kein Bevormunden,
wann sehr früh oder eher spät ein Kind in der öffentlichen Betreuungseinrichtung gegeben wird.
Aber es ist schon noch eher, sage ich mal, vom Gefühl her eher ein traditionelleres
Rollenbild. Es steht nämlich im gleichen Text, deswegen habe ich es ganz interessant gefunden.
Sie, die Frauen sind vielseitig, packen dort mit an, wo Hilfe notwendig ist
und halten mit ihrer Flexibilität und ihrem Arbeitsansatz Familie und Hof am Laufen.
Das steht jetzt ohne Zitat im selben Text. Da ist eigentlich genau dieses gesellschaftliche
Problem eigentlich wieder adressiert worden.
Gibt es nicht Bestrebungen, dass man sagt, vielleicht sollten man mehr Frauen,
die den Hof am Laufen halten haben und braucht man auch wieder Bauern,
die die Familie am Laufen halten.
Also dass man quasi dieses Rollenbild, ist das zu traditionell oder muss man
das ein bisschen aufbrechen? weil du hast dir selber gesagt,
du warst bis 2005, glaube ich, hast du am Anfang von Gespräch gesagt.
Genau, ich bin ziemlich viel mit dem Kinderwagen unterwegs gewesen.
Ist das, was du da rauskommst? Wirklich aus Überzeugung.
Glaubst du, dass es von selber kommt, mit Freiheit?
Da gibt es, es ist ja das Jahr der Fußball-WM.
Das auch noch.
Und der Erling Haaland sagt,
wir müssen weg, also sinngemäß, Wir müssen weg von der Formulierung,
ich helfe meiner Frau im Haushalt, sondern hin zur Formulierung,
und wir machen das Ding gemeinsam.
Und vielleicht ist auch, es wird immer verschiedene,
Aufgaben geben, die man sich dann als Familie ausmacht, Und vielleicht ist auch
diese gemeinsame partnerschaftliche Betriebsführung nicht, ich helfe meinem
Mann und ich helfe meiner Frau, sondern wir machen das Ding gemeinsam.
Vielleicht ist das auch der operativ und emotionale Ansatz, so wie der Haaland
das einfordert. Wir haben einen Haushalt, wir haben einen Betrieb und nicht
wir helfen uns aus, sondern wir machen das Ding gemeinsam.
Und bist du zuversichtlich, dass sich da was ändern wird in der Zukunft?
Oder gibt es auch Programme? Machst du aktiv was dafür in die Richtung?
Also es gibt zum einen, weil das ist natürlich eine Konfliktzone,
also Partnerschaft und Generationen sind die großen Konfliktzonen in der bäuerlichen Welt.
Da gibt es Beratungsprogramme, großes Überprojekt heißt Lebensqualität Bauernhof,
da kann man Bildung abholen, da kann man Beratung abholen.
Da gibt es sehr unterhaltsame Formate und,
hinleiten die Bäuerinnen und die Bauern zu einer guten Entscheidung,
wie sie ihre Rolle in der Familie und am Betrieb ausgestalten mögen. Da gibt es kein Rezept.
In der Partnerschaft gibt es auch kein Rezept, sondern es geht um eine Konvention.
Wie mache ich mir das aus?
Und gleiches gilt auch für die Rollenaufteilung am Betrieb.
Sozusagen seinen individuellen, ihren individuellen Weg gemeinsam am Hof und in der Familie finden.
Das ist das Ziel. Und nicht die Bevormundung, wie es das machen soll. ist.
Da sind wir wieder bei der Demokratie, sie überall einmischen wollen,
sozusagen überall den Missionar spielen.
Nein, gut informiert der Mann, gut informiert die Frau, Beinenbauer und dann
sozusagen ein Paket sich vereinbaren, das funktioniert. Und da gibt es kein Rezept.
Über die Gabremerheit nicht mehr, aber da wird sich einiges ändern.
Du bist in zwei Minuten draußen. Letzte Frage, wenn du dir jetzt anschaust,
in 20 Jahren die Landwirtschaft Wie wird die ausschauen?
Ich glaube, dass die Landwirtschaft in Österreich auch in 20 Jahren unverzichtbar sein wird.
Dass man uns braucht im Zusammenspiel der Bevölkerungsgruppen,
im Zusammenspiel Lebensmittel, Rohstoffe, Energie.
Wir sind unverzichtbar, wie viele andere Gruppen auch, aber wir haben eine ganz zentrale Rolle.
In gewissen Regionen wird der Strukturwandel weitergehen.
Weitergehen. Interessant eher dort, wo die Bewirtschaftung einfacher ist.
Weil interessant Punkt zwei, in Salzburg seit drei, vier, fünf Jahren die gleichen Mehrfachanträge.
In Salzburg, obwohl auch sehr anspruchsvolle Bewirtschaftung, kaum Strukturwandel.
Und ich glaube, dass wir dort hinschauen müssen, wo es funktioniert.
Das sind funktionierende Familien. Das sind gut orientierte,
möglicherweise gut ausgebildete Bayern und Bayern, aber das hat oft mit Bildung,
hat es auch etwas zu tun, aber nicht nur, sondern die Orientierung macht es aus,
wo die Familie ihren Weg findet und es gibt sehr viele.
Systeme, die echt erfolgreich, teilweise auch mit kleiner Flächenausstattung
funktionieren und dorthin schauen, wo es funktioniert und die Leute wieder begeistern
für die Land- und Forstwirtschaft in Österreich, weil,
es eine sinnvolle Arbeit ist und weil es auch eine Arbeit ist,
wenn man gut orientiert ist, wo man ausreichend Familieneinkommen verdienen kann.
Danke für diese Antworten. Ich glaube, es sind ein paar Fragen offen.
Wir haben ja gesagt, wir machen vielleicht noch einen Teil zwei.
Ich glaube, es gäbe noch genug zum Plaudern.
Zum Schluss ein Witz, ein Zitat oder irgendwas Weißes.
Was Weißes?
Kannst du jetzt auch Witz erzählen?
Nein, nein. Zum Schluss, man wird ja am Jahresanfang immer gefragt, hast du ein Motto?
Und ich habe dann die ersten Monate das genauso in Statements,
in Grußworten so eingeleitet. Mein Motto,
20, 26 ist nichts ist selbstverständlich als Anleitung für mehr Dankbarkeit
und Wertschätzung für die Dinge, wie sie sind.
Gut, dann sage ich jetzt mal Danke und schätze wert die eineinhalb Stunden,
dass du dir Zeit gehabt hast und freue mich schon aufs nächste Mal.
Georg Strasser, vielen Dank für das Gespräch.
Vielen Dank. Bis zum nächsten Mal.
Willy
00:00:06
Georg
00:00:07
Willy
00:00:55
Georg
00:02:15
Willy
00:02:15
Georg
00:02:40
Willy
00:03:41
Georg
00:03:42
Willy
00:04:22
Georg
00:04:34
Willy
00:05:00
Georg
00:05:20
Willy
00:06:46
Georg
00:06:49
Willy
00:06:58
Georg
00:07:00
Willy
00:07:07
Georg
00:07:10
Willy
00:07:11
Georg
00:07:34
Willy
00:07:46
Georg
00:07:47
Willy
00:08:13
Georg
00:08:35
Willy
00:08:36
Georg
00:08:39
Willy
00:09:06
Georg
00:09:07
Willy
00:10:06
Georg
00:10:08
Willy
00:10:35
Georg
00:10:36
Willy
00:11:23
Georg
00:11:32
Willy
00:12:35
Georg
00:12:43
Willy
00:13:07
Georg
00:13:17
Willy
00:13:29
Georg
00:13:31
Willy
00:13:49
Georg
00:13:50
Willy
00:14:07
Georg
00:14:11
Willy
00:14:22
Georg
00:14:25
Willy
00:14:36
Georg
00:14:38
Willy
00:14:54
Georg
00:14:58
Willy
00:15:02
Georg
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