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Wilhelm Geiger

Eier aus Österreich: Was steckt hinter dem Stempel? - Michael Wurzer

Michael Wurzer von der Geflügelwirtschaft Österreich über Käfigverbot, Importdruck und fehlende Kennzeichnung

14.06.2026 108 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Österreich ist beim Thema Eier ein Sonderfall: komplett käfigfrei seit 2020, gentechnikfreies Futter aus der Donauregion, eine eigene Eierdatenbank für die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Frischeis. Klingt nach Vorzeigeland. Ist es auch, zumindest beim Frischei.

Aber dann habe ich mit Michael Wurzer geredet, dem Geschäftsführer der Geflügelwirtschaft Österreich, und mir ist ein paar Mal der Mund offen stehen geblieben. Denn sobald ein Ei aufgeschlagen und verarbeitet wird, in Kuchen, Nudeln, Mayonnaise, endet die Transparenz. Keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, keine Haltungsformangabe. Was da drin ist, weiß im Grunde niemand. Und gleichzeitig kommt ein hoher Anteil an Eiern und Eiprodukten aus der Ukraine in die EU, zum überwiegenden Teil aus Käfighaltung.

Michael erklärt, warum das österreichische System so gut funktioniert hat, warum es auf einem Handschlag mit dem Lebensmitteleinzelhandel beruht und was passiert, wenn dieser Handschlag bröckelt. Wir reden über den Selbstversorgungsgrad, über die Preisfrage, über bayerische Eier im Regal und darüber, ob die Konsumentinnen und Konsumenten wirklich bereit sind, für höhere Standards auch mehr zu zahlen.

Außerdem erfahre ich, warum Hühner 330 Grad sehen können und dass sie tatsächlich entfernte Verwandte des Tyrannosaurus Rex sind.

Viel Freude beim Reinhören!

00:00:00 Los gehts
Einstieg: Warum Österreich bei Eiern ein Sonderfall ist
00:02:25 Wer ist Michael Wurzer?
Vom Waldviertel über die BOKU zur Geflügelwirtschaft
00:08:02 Was tut die Geflügelwirtschaft?
Interessensvertretung, Struktur und Netzwerk der GWÖ
00:16:24 Vom Käfig zur Freilandhaltung
EU-Standards, das österreichische Tierschutzgesetz und der Umstieg
00:27:01 Bodenhaltung, Freiland, Bio
Die Haltungsformen in Österreich und was sie unterscheidet
00:29:05 Donau-Soja und gentechnikfreies Futter
Regionales Soja als Wettbewerbsvorteil und CO2-Reduktion
00:37:18 Eierkennzeichnung und Eierdatenbank
Was der Code auf dem Ei verrät und wo die Transparenz aufhört
00:45:02 Selbstversorgung und Importdruck
87 bis 90 Prozent Eigenbedarf, ukrainische Eier und der Spotmarkt
00:52:02 Ukrainische Eier am Großgrünmarkt
Was hinter dem Fund steckt und warum Kennzeichnung fehlt
00:59:33 Bayerische Eier im Supermarkt
Ist das Schutzschild des Handels am Bröckeln?
01:15:18 Herkunftskennzeichnung in Gastronomie
Was freiwillig geht, was gesetzlich fehlt
01:37:24 Mythen rund ums Huhn
Eiergrößen, Dotterfarbe und der T-Rex im Huhn

Kurz-Bio Gast:
Michael Wurzer ist Geschäftsführer der Geflügelwirtschaft Österreich (GWÖ) und vertritt seit rund 20 Jahren die Interessen der heimischen Geflügelhalterinnen und -halter. Er hat am Francisco Josephinum in Wieselburg maturiert und anschließend Agrarökonomik an der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien studiert.

INFOS ZUR FOLGE
Geflügelwirtschaft Österreich
www.gefluegelwirtschaft.at
Geflügelwirtschaft Österreich auf Facebook
www.facebook.com/profile.php?id=61557530799983
Geflügelwirtschaft Österreich auf LinkedIn
www.linkedin.com/company/gefluegelwirtschaft-oesterreich
Michael Wurzer auf LinkedIn
www.linkedin.com/in/michael-wurzer-70a3b615
Österreichische Eierdatenbank
www.eierdatenbank.at
Donau Soja
www.donausoja.org
QGV – Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung
www.qgv.at
AMA-Gütesiegel
www.ama.at
Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ)
www.nutztier.at


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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen 😊
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!

Transkript

Das war 1996 oder 1994, hat Billa gesagt, wir verkaufen keine Käfig-Eier mehr. Und dann natürlich entsteht dann da auch ein Druck in der Gesellschaft. Es kamen dann Tierschutzorganisationen, die dann die Haltungsform kritisiert haben. Es war der Druck, einfach der gesellschaftliche Druck da und es war die Notwendigkeit, dafür die Geflügelwirtschaft zu handeln und die Politik hat darauf reagiert. Die Grundvoraussetzung, dass dieses Geld dann auch fließt, ist natürlich die, dass die Konsumentin oder Konsument eine bewusste Kaufentscheidung treffen. Und diese bewusste Kaufentscheidung kann sie eher treffen, wenn er weiß, wo das herkommt und wie die Tiere gehalten werden. Und das ist natürlich bei Frisch-Eiren perfekt, weil da haben wir die Eierkennzeichnung seit 2004. 125.000 Tonnen Eier kommen aus der Ukraine und in der Ukraine gibt es ja noch über 95 Prozent der Hähnen sind in der Käfig-Haltung und die großen Mengen kommen in die EU rein und werden da verarbeitet zu den Ei-Produkten und da fehlt einfach die klare Kennzeichnung.
Willy
00:01:15
Grüß euch. Ja, Österreich ist europaweit und vermutlich auch weltweit vielfach ein Vorreiter, wenn es ums Thema Tierwohl geht. Die Käfighaltung, die ist spätestens seit dem Jahr 2020 hierzulande Geschichte und unsere Legehennen, ja, die bekommen gentechnikfreies Futter aus der Donauregion. Doch während wir beim Frischei, also quasi dem original verpackten Ei in der Schale, dank Stempel- und Eierdatenbank ganz genau wissen, wo es herkommt, sind die Eier in verarbeiteten Produkten bis heute weitgehend nicht kennzeichnungspflichtig. Freiwillig? Ja, da ist alles möglich, doch die gesetzliche Pflicht, die gibt es nicht. Sei es jetzt im Supermarkt, im Großhandel oder auch in der Gastronomie. Ausnahme gibt es auch, seit 2023 gibt es definierte Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung. Wie die heimische Geflügelbranche mit diesem Umstand umgeht und welche politischen Rahmenbedingungen es für die Zukunft auch noch braucht. Und natürlich noch ein paar Punkte mehr. Das bespreche ich heute mit dem Branchenvertreter der Geflügelwirtschaft Österreich, dem Michael Wurzer. Und euch jetzt viel Spaß beim Reinhören und wenn ihr das auf YouTube seht, dann auch viel Spaß beim Reinschauen. Michi, bist du bereit?
Michael
00:02:27
Ich bin bereit, ja. Ist das heiß? Nein, ist nicht heiß.
Willy
00:02:30
Alles gut. Draußen gefühlte 32 Grad.
Michael
00:02:32
Und bei dir schon gekühlt alles.
Willy
00:02:34
Wir haben extra einen Minilater her. Wenn der Kopf dann heiß wird, wir wollen ja, dass du einen kühlen Kopf bewahrst.
Michael
00:02:41
Das werde ich bemühen.
Willy
00:02:44
Was bedeutet für dich Landwirtschaft?
Michael
00:02:47
Willi, vielen Dank einmal für die Einladung. Ich komme sehr, sehr gern zu dir. Landwirtschaft ist ein ganz breiter Begriff. Ich habe mich dazu entschlossen, Landwirtschaft zu studieren und war immer begeistert in dem Bereich, weil die Landwirtschaft zu vielfältig ist und Landwirtschaft hat mit Natur zu tun und Natur, da geht es um Pflanzen, um Tiere, das hat mich immer fasziniert. Komplexe Systeme, die zusammenhängen und ich bin immer der Meinung, Landwirte müssen eigentlich mehr wissen als jeder Manager, wenn sie diese komplexen Systeme verstehen wollen.
Willy
00:03:22
Und du bist auch komplexe Systeme, bist du deswegen Branchenmanager geworden?
Michael
00:03:26
Das war gar nicht so geplant, das war nicht so geplant, aber ich versuche immer, schon die Komplexität zu verstehen und zu schauen, wie man die Dinge verbessern kann. Okay.
Willy
00:03:39
Wie tut es dann? Wir reden heute auch ein bisschen über dieses Thema mit den 75.000 Eiern, die aus der Ukraine da scheinbar am Großgrünmarkt gelandet sind. Kurz vorweg, was war der erste Gedanke, wie du das damals gehört hast als Branchenvertreter?
Michael
00:03:52
Also als Branchen Madrid, grundsätzlich wissen wir natürlich, dass diese Standards komplett unterschiedlich sind und ich bin grundsätzlich der Meinung, Eier dürfen nicht ungekennzeichnet zu uns kommen und die Menschen müssen einfach wissen, wo die Eier herkommen und wie die Hühner gehalten werden.
Willy
00:04:08
Was war der erste Gedanke? Unscheiße oder Arbeit?
Michael
00:04:13
Arbeit. Nein, ich habe mir gedacht, ja, es ist eigentlich gut, dass solche Dinge aufs Tableau kommen, dass sie medial diskutiert werden, weil wir können dazu Stellung nehmen und wir haben das auch gemacht.
Willy
00:04:24
Schauen wir vielleicht einmal ein bisschen, wer du eigentlich so bist, wo du herkommst, Biografie und Kontext, der erste Blog bei mir am Zettel. Du kommst aus der Landwirtschaft?
Michael
00:04:32
Ich komme nicht direkt aus der Landwirtschaft, also meine Großeltern haben Landwirtschaft gehabt, der Onkel, da habe ich Kindheit verbracht, ich komme ursprünglich aus dem Waldviertel, aus Geföll.
Willy
00:04:40
Der nächste Waldviertel. Ich habe ganz viel Waldviertel da irgendwie.
Michael
00:04:44
Bezirk Krems. Wir haben selber keine Flügelhaltung. Mir hat vorher schon gesagt, die Natur interessiert, Landwirtschaft immer interessiert. War dann in Franziska Josefin um, war dann auf der BOKU-Landwirtschaft studiert und war dann beim Schweizer Kontrollunternehmen und habe dort ein paar Jahre gearbeitet und dann ist der Geschäftsführer der Geflügelwirtschaft Österreich ausgeschrieben worden, hat mich beworben, hat es ein paar Runden gegeben und dann habe ich den Job bekommen. Genau, habe mich gefreut.
Willy
00:05:11
Straightforward.
Michael
00:05:14
Straightforward, obwohl ich jetzt nicht wirklich Know-how im Geflügelbereich gehabt habe.
Willy
00:05:20
Wie kommt man auf die Idee, dass man Landwirtschaft, du hast ja wirklich, du hast ja die klassische, das ist ja eine komplette landwirtschaftliche, also Franziskus Josefinum, vielleicht erklärst du kurz, was das ist.
Michael
00:05:28
Franziskus Josefinum ist eine höhere landwirtschaftliche Bundeslernstalt, da kann man die Matura machen, landwirtschaftlich.
Willy
00:05:34
Wie kommt man darauf, dass man das macht, ohne Betrieb daheim, ohne Warteitiel Landwirt zu werden, oder?
Michael
00:05:39
Nein, mir hat die Natur fasziniert, die Landwirtschaft, die Tiere, die Pflanzen, wie das alles zusammenhängt und auch die Wirtschaftlichkeit. Wie bringt man das Alters unter dem Dach?
Willy
00:05:52
Was hat daran fasziniert? Das darf mich jetzt schon interessieren.
Michael
00:05:54
Was mich so fasziniert hat. Wie gesagt, die Komplexität in der Natur habe ich spannend gefunden, wie diese Dinge alle zusammenhängen. Der Boden ist ja unglaublich vielfältig und der Darm ist auch vielfältig. Und wir haben da ja, das zu verstehen, wie das alles funktioniert, das wollte ich lernen.
Willy
00:06:16
Da haben wir beide das Gleiche zu. Ich verstehe es zwar bis heute noch nicht, aber ich mache Folge 300 im Podcast und ich verstehe immer noch nicht, wie es funktioniert.
Michael
00:06:22
Ich verstehe auch nicht alles, aber man versteht dann immer wieder.
Willy
00:06:26
Das Leben ist ja eine Annäherung. Meistens ist es viel zu kurz, dass man dann irgendwann einmal bei der Wahrheit landet. Aber sagen wir mal, wir nähern uns dem Ganzen an. Das heißt, du warst ein rechter Exot, oder?
Michael
00:06:36
Ja, ich war eigentlich ein Exot, richtig.
Willy
00:06:38
Wie viele Leute hat es gegeben auf der Uni?
Michael
00:06:40
Also im Josefinum hat es tatsächlich sehr wenige gegeben. Da waren glaube ich nur zwei, drei in meiner Klasse, die jetzt keine Anwirtschaft gehabt haben.
Willy
00:06:48
Hat es einen Namen für euch gegeben?
Michael
00:06:51
Nein, eigentlich wisst ihr die jetzt nicht.
Willy
00:06:54
Genau, alle haben gewusst, nur ihr drei nicht.
Michael
00:06:56
Ja, wahrscheinlich, das kann sein.
Willy
00:07:00
Studiert hast du dann auf der BOKU?
Michael
00:07:01
Auf der BOKU habe ich dann Agrarökonomik studiert, genau. Und ja, war jetzt nochmal ein guter Aufbau auf das vom Josef Inhoff. Das wissen wir natürlich schon viel gewusst von der Schule, aber da ist man dann ein bisschen spezifischer und breiter. Also beides eigentlich, ja.
Willy
00:07:16
Und die Geflügelwirtschaft, die Bewerbung dort, war was anderes aufgeschrieben gewesen? Hättest du was anderes auch gemacht?
Michael
00:07:25
Interessensvertretung hat mich interessiert. Mich interessiert grundsätzlich interessenspolitische Arbeit, mich interessiert Medienarbeit. Und ich bin ein bisschen ein Idealist auch, weil ich denke, ich würde gerne Dinge zum Besseren verändern. Und ich habe mir gedacht, okay, das ist so ein Job, da kann man wirklich Dinge verändern. Und natürlich kannst du als Geschäftsführer nicht die ganze Branche umdrehen und man ist abhängig von Entscheidungen, die kommen natürlich vom Vorstand, aber Viele Dinge haben wir in den letzten 15 Jahren tatsächlich verbessert. Für die Bauern, für die Bauern, für die Tiere. So lange bist du dabei? Ja, genau. Ich bin schon 20 Jahre dabei.
Willy
00:08:02
20 Jahre schon?
Michael
00:08:02
Ja, ich bin schon 20 Jahre dabei. So alt wirst du schon? Ja, danke Willi. Danke.
Willy
00:08:08
Erklär uns einmal bitte, du hast es gerade gesagt, Interessensvertretung. Was ist Interessensvertretung? Für was ist die GÜW? Also die GWÖ. Das sage ich schon wieder verkehrt. Alles klar. Geflügelwirtschaft Österreich.
Michael
00:08:21
Früher Zack, glaube ich.
Willy
00:08:25
Bist du Interessensvertreter oder Lobbyist oder ist das eh das Gleiche?
Michael
00:08:28
Also das Lobbyist hat jetzt nicht so einen guten Ruf. Das hat ein bisschen einen Beigeschmack, genau. Ich würde einmal sagen, Interessensvertreter und was tut man da eigentlich? Wir sind ja das Pendant zur Landwirtschaftskammer, wo die Landwirte, Landwirtinnen und Pflichtmitglieder sind. Bei uns sind sie freiwillig Mitglieder. Und wir sind, ich würde jetzt mal sagen, wir sind sehr stark im Marktgeschehen drinnen und wir schauen, dass diese Wertschöpfungskette funktioniert. Das finde ich hochspannend, weil diese Wertschöpfungskette funktioniert. Nur dann, wenn diese Teile dazwischen auch alle funktionieren. Also gerade die Geflügelwirtschaft ist ja auch sehr...
Willy
00:09:06
Schwächste Glitterkette, oder?
Michael
00:09:07
Die schwächste Glitterkette kann bremsen. Wenn wir jetzt zu wenig Elterntiere haben oder zu wenig Bruteier, dann können wir hinten noch auch keine ausreichend Masthühner halten. Und gerade im Amagütesiegel ist es ja so, dass man quasi vom Beginn der Produktion vom Bruteier, das in Österreich erbrütet sein muss, bis zum Ei, das in Österreich dann, oder bis zu einer Masthinne oder Hund, das geschlachtet wird, der Kette ist in Österreich.
Willy
00:09:33
Du hast jetzt von dieser Wertschöpfungskette gesprochen, aber gar nicht aufgeschrieben, aber gehst doch mit mir mal von hinten bis hinten oder von hinten bis vorne, es sind viele Glieder inzwischen, es ist ein sehr ausdifferenziertes System, auch nicht ganz unkomplex wahrscheinlich. Wo fängt das an, bis wohin geht das?
Michael
00:09:49
Also wenn wir beim Ei bleiben, ist es natürlich so, da gibt es jetzt Elterntiere, die legen Eier und aus diesen Eiern schlüpfen Küken und diese Küken werden dann als Junghennen aufgezogen bis zur 18. Woche und dann kommen diese Junghennen in einen Legerhennenstall und dann dort nochmal vielleicht 70 Wochen und werden dann geschlachtet. Und diese Eier kommen natürlich dann, die gelegt werden von den Legerhennen, die kommen dann in eine Großbackstelle, Eierbackstelle und diese Eierbackstelle liefert die Eier verpackt, Sie kontrolliert sie, verpackt sie und dann kommen sie zum Lebensmitteleinzelhandel oder sie werden in einer anderen Absatzschiene in der Direktvermarktung vermarktet oder in Gastronomie oder Lebensmittelindustrie. Also das ist jetzt für das Beispiel EISO eine Kette.
Willy
00:10:36
Genau, wir legen halt eher ein bisschen, nachher schauen wir vielleicht noch ein bisschen zum Fleisch rüber, wir legen halt ein bisschen den Fokus auf das EISO. Aber wir bleiben noch kurz bei der GWÖ und bei der Tätigkeit. Also ihr seid für das gesamte Geflügel plus Eier in Österreich zuständig. Wie schaut so ein Arbeitstag bei dir aus?
Michael
00:10:55
Also gut, wir sind für die Mastgeflügelhaltung, für die Legehennenhaltung, aber eigentlich auch für Enten-, Gänse- und Straßenhaltung indirekt auch zuständig. Also alles, was fliegt. Aber vorrangig sind die großen Bereiche, die Masthühnerhaltung und die Legehennenhaltung. Es gibt so einen typischen Tag jetzt nicht, wenn du mich fragst, wie sieht so ein typischer Tag aus? Also es kommen Themen aufs TAPE und die müssen dann bearbeitet werden. Kürzlich, du hast es angesprochen, die ukrainischen Eier beispielsweise, wo man dann dazu recherchiert, wie sind die Hintergründe, wo kam die Ware her, war die Lieferung angemeldet, waren die tatsächlich gekennzeichnet, dann spricht man mit dem Marktamt, dann spricht man mit dem Landwirtschaftsministerium, mit den Medien und möglicherweise macht man dann eine Presseaussehung, und wie wir es dann auch gemacht haben, um unsere Position einfach klar zu machen. Und in dem Fall ging es halt dann auch darum, dass einfach diese großen Mengen der Eier aus der Ukraine dann in die EU kommen. Die werden hier aufgeschlagen, verarbeitet und diese Eierprodukte kommen dann wieder bei uns auf den Tellern in Form von den Backwaren. Und da gibt es eine zu schlechte Kennzeichnung. Also im Regelfall kann man es nicht mehr nachvollziehen, wo die Eier herkommen und wie die Hühner gehalten worden sind.
Willy
00:12:16
Ja gut, Herkunftsgrenze, ich habe eben auch noch aufgeschrieben, extra Punkt noch. Jetzt bist du Vertreter deiner Branche, was ich mir im Vorfeld beim Nachdenken ein bisschen überlegt habe ist, Kannst du auch deiner Branche gegenüber einmal kritisch auftreten und einmal sagen, hey Leute, das ist jetzt einmal nicht gut oder da müsste man drüber nachdenken oder so oder bist du im Prinzip nur unter Anführungszeichen Sprachrohr?
Michael
00:12:42
Das ist eine gute Frage. Also ich glaube, grundsätzlich ist es so, dass natürlich wir haben einen Vorstand und ich orientiere mich an dem, was der Vorstand vorgibt. Also da gibt es klare Arbeitsaufträge, aber natürlich kann ich schon auf Dinge hinweisen.
Willy
00:12:56
Ihr seid ein Verein, oder?
Michael
00:12:57
Wir sind ein Verein, genau.
Willy
00:12:59
Hauptsache ein Obmann etc.
Michael
00:13:00
Genau, Obmann und ein Vorstand. Und natürlich weise ich auf Dinge hin. Wir haben auch sehr kompetente Geflüge-Referenten in den Bundesländern. Da gibt es eigene Sitzungen, da nimmt man die Themen mit von den Kollegen, bringt es auch in den Vorstand rein. Und natürlich dieses Netzwerk, das man sich dann aufgebaut hat, oder dieses Netzwerk, das ist ja als Interessenvertretung grundsätzlich wichtig, auch zu allen möglichen Gruppierungen, Vertretungen, NGOs. Da muss man laufend in Kontakt sein und schauen, wo sind da die Positionen, wo können wir unsere Positionen einbringen. Eine Grundaussage ist immer, ehrlich bleiben, viel argumentieren. Und einfach schauen, dass man eine ehrliche Zusammenarbeit hat und das ist dann auch die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit später.
Willy
00:13:48
Das heißt, ihr seid ja in die Bundesländer organisiert, also Bundesländerorganisationen, oder?
Michael
00:13:52
Ja, genau. Es gibt in jedem Bundesland eine Geflügelwirtschaft mit dem Namen des Bundeslandes, also Geflügelwirtschaft Burgenland, Geflügelwirtschaft Steierberg und so weiter. Und da sind vorrangig die Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter organisiert. Da gibt es einen Obmann und dieser Obmann ist dann wieder bei uns im Vorstand.
Willy
00:14:09
Okay, und der hat dann noch einmal den Obmann und das ist dann die Bundesebene. Also in Österreich sind immer 9 plus 1 quasi, war eigentlich auch nicht anders.
Michael
00:14:15
Genau, und dann gibt es noch zwei Erzeugergemeinschaften. Die Erzeugergemeinschaft EZG Frischheit, die für den Eierbereich zuständig ist, die auch eine Preisnotierung hat und die Geflügel-Mastgenossenschaft, die für die Mäster zuständig ist, die dann den Mastbereich organisiert. Und zuletzt eben noch, auch ganz wichtig, die QGV, das ist der Geflügel-Gesundheitsdienst, österreichweit, bundesweit organisiert mit einer sehr guten Datenbank.
Willy
00:14:40
Gesundheitsdienst, ein eigener Gesundheitsdienst, zusätzlicher Ansatz. Und du hast jetzt gesagt, ihr arbeitest dann mit vielen Stellen zusammen. Wer sind die hauptsächlichen Ansprechpartner, wo ihr eure Arbeit dann macht?
Michael
00:14:55
Auch das ist wirklich sehr unterschiedlich je nach Thema. Medien. Genau, mit Medien, sehr gerne. Unterschiedlich, also in der Arbeit, täglichen Arbeit mit der Landwirtschaftskammer, mit der Agrarmarkt-Austria natürlich auch, wo es um diese Programme geht, aber auch allen möglichen politischen Fraktionen, wenn es um Fragestellungen geht, mit den Ministerien, wenn es um Tierhaltungsstandards geht oder neue Verordnungen, die kommen, die begutachtet werden sollen, Gesundheitsministerium, Landwirtschaftsministerium. Zwischendurch einmal AGES, die Wissenschaft und die Forschung auch, da gibt es dann die Uni, die VetMed, die da auch kompetente Leute hat zum Thema Tierschutz und zum Thema Tierwohlkriterien.
Willy
00:15:40
Das sind alle Stakeholder sozusagen.
Michael
00:15:43
Kannst du es so nennen, ja.
Willy
00:15:46
Schauen wir uns jetzt einmal ein bisschen an, wie gesagt, den Fokus ein bisschen auf die Eier legen, die europäischen Rahmenbedingungen, also diese Mindeststandards. Wir haben es jetzt gehört, es waren diese Eier aus der Ukraine da, sie waren nicht gestempelt etc. Dann geht es dann in große Diskussionen, was sind das überhaupt für Eier, weil irgendwo in einem Artikel habe ich mal gelesen, so könnten Käfigeier sein, weiß man aber nicht, war kein Stempel drauf. Nächster Gang ist, ja, was sind jetzt eigentlich die Standards hier bei uns in Europa? Und das ist so ein bisschen die Mindeststandards und dann reden wir ein bisschen über Österreich, weil wir sind ein bisschen speziell, glaube ich. Genau.
Michael
00:16:24
Ja, also danke für die Frage. Wir sind definitiv speziell und da gibt es ein Erfolgsmodell, entspricht der Interessensvertreter aus mir, aber es ist tatsächlich so. Wie sind die Standards in Europa? Also wir haben in der Europäischen Union nach wie vor auch die Käfighaltung, aber das ist dann die ausgestaltete Käfighaltung und das sind 40% der Legehennen noch in ausgestalteten Käfig. In gesamte Europa? In gesamte Europa, ja.
Willy
00:16:52
4 von 10.
Michael
00:16:53
Vier von zehn, genau.
Willy
00:16:55
Ausgestaltet heißt aber?
Michael
00:16:56
Das ausgestaltete Käfig ist nicht der konventionelle Käfig, der alte Käfig. Der alte Käfig, da hat ein Huhn quasi ein bisschen weniger als ein A4-Platz-Platz gehabt, 500 Quadratzentimeter und diese alte Käfighaltung ist in der Europäischen Union 2012 verboten worden und in Österreich schon 2009. Wir waren da das erste Land, das die alte Käfighaltung verboten hat Und dann hat es quasi so eine Art Übergangslösung gegeben. Oder eine Ersatzlösung von der Europäischen Union, wo man gesagt hat, okay, man will diese Käfige nicht komplett verbieten und hat die Möglichkeit geschaffen, ausgestaltete Käfige zuzulassen. Da hat das Tier ein bisschen mehr Platz und 750 Quadratzentimeter und die haben gewisse Funktionsbereiche dort.
Willy
00:17:42
Das heißt dann ausgestaltet? Das heißt, es ist nicht nur uniform ein Mono-Käfig, sondern ein ausgestalteter Käfig mit Funktionsbereichen drinnen.
Michael
00:17:51
Es ist und bleibt ein Käfig, das ist so. Und man muss dazu sagen, das war jetzt noch ein bisschen vor meiner Zeit, aber da muss man auch unserer Politik tatsächlich gratulieren. Das war damals eine kluge Entscheidung, das Bundestierschutzgesetz 2005, da hat man wirklich in Österreich beschlossen, okay, aus für die konventionelle Käfighaltung, aber auch gleich mitgedacht, wie jetzt mit dem ausgestalteten Käfig weiter. Und man wollte den Betrieben eigentlich für diese ausgestalteten Käfige auch keine Perspektive bieten und hat gesagt, okay, für diese ausgestalteten Käfige kriegt sie eine Übergangszeit von 15 Jahren, sprich mit Ende 2019 ist auch das vorbei in Österreich. Und das war aus heutiger Sicht eine kluge Entscheidung. Es hat ganz wenig Betriebe gegeben, die diesen ausgestalteten Käfig gebaut haben und diese wenigen hauenvoll Betriebe hat dann Ende 2019 diesen ausgestalteten Käfig auch beendet. Somit sind wir komplett käfigfrei.
Willy
00:18:45
Das war ein eigenes System. Also du hast nicht einfach deinen normalen Käfig umstellen können auf einen ausgestalteten, indem du ihn ein bisschen größer machst, sondern du hast ein eigenes System einbauen müssen.
Michael
00:18:54
Ja genau, das ist eine sehr kostenintensive Sache.
Willy
00:18:56
Wie hoch war denn damals der Anteil der Käfig heute in Österreich?
Michael
00:19:02
Vor 2012, oder? Also vor 2009, wir haben ja in den 90er Jahren auch sicher 90% der Hennen im Käfig gehabt Und dann kam eine EU-Legendenrichtlinie 1999, da hat man schon gewusst, okay, es wird mit der konventionellen Käfighaltung zu Ende gehen. Und die Betriebe haben sich schon darauf eingestellt. Ja, und dann muss man sagen, eine ganz spannende Entwicklung, und das ist mir wichtig darauf hinzuweisen, wir haben dann quasi mit dem Ausstieg aus der Käfighaltung sukzessive auf die tierfreundlichen Haltungssysteme umgestiegen und der Lebensmittel-Einzelhandel hat dann gesagt, okay, dieses System wollen wir unterstützen. Wir wollen diesem österreichischen System eine Chance geben, diese tierfreundliche Haltung wollen wir unterstützen, indem wir nur Eierlisten, die nach diesen hohen Standards, die in Österreich gelten, dann auch produziert werden. Und das hat jetzt sehr lange funktioniert.
Willy
00:20:04
Okay, das heißt, man kann ja eigentlich davon ausgehen, Österreich ist da Pionier gewesen, hat die höchsten Standards, war als erstes Land, glaube ich, komplett käfigfrei.
Michael
00:20:13
Oder? Ja, genau.
Willy
00:20:14
Deutschland gibt es immer noch, glaube ich, drei, vier Prozent, glaube ich, ausgestaltete Käfige. Andere EU-Länder haben noch deutlich mehr. Wie gesagt, im Schnitt sind es 40, immer noch 40 Prozent. Wer hat denn diese Kosten dann vertragen? Weil das heißt ja auch, höhere Kosten, weil mehr Raum für die Tiere, also was übrig bleibt, sind dann Bodenhaltung, Freilandhaltung und Bio-Freilandhaltung, glaube ich, wenn ich es richtig im Kopf habe. Das heißt ja dann auch insgesamt für die Produktion, dass die Preise steigen, oder?
Michael
00:20:44
Ja, genau. Das heißt es.
Willy
00:20:46
Im Vergleich mit dem Wettbewerb, wenn man wieder über die Grenze schaut, inneuropäisch, aber auch außereuropäisch, ein Wettbewerbsnachteil, wenn man nur auf den Preis schaut.
Michael
00:20:54
Ganz genau.
Willy
00:20:55
Wie haben wir den abgefedert?
Michael
00:20:58
Wirklich abgefedert ist der jetzt auch nicht wirklich geworden. Es hat natürlich eine Umstiegsförderung gegeben damals, also Ausstieg aus der Käfighaltung zu den tierfreundlichen Haltungsformen. Aber in Summe hat ja die Branche damals, also bis heute haben wir das einmal ausgerechnet 400 Millionen Euro in tierfreundliche Haltungssysteme investiert. Also das ist richtig viel Geld.
Willy
00:21:19
Ja, ich tue mal, sobald es 2 Millionen sind, ich habe noch nie mehr als 10.000 Euro live gesehen. Also von dem her tue ich mir wirklich schon mit 400 Millionen. Aber ja, klingt viel, ist wahrscheinlich auch viel.
Michael
00:21:28
Ist auch viel, ja.
Willy
00:21:29
Aber wie... Wenn ich dann in Österreich ein Ei produziere, im Schnitt muss das Ei dann ja teurer sein, wie wenn ich zum Beispiel jetzt in Deutschland ein produziere oder irgendwo anders in der Europäischen Union. Da war ja der Einzelhandel so, dass Sie gesagt haben, wir machen nur noch österreichische Frischei, oder?
Michael
00:21:49
Das war so ein Schutzschild,
Willy
00:21:51
Oder so.
Michael
00:21:51
Woher ist das mitbekommen? Das war so ein Handschlag. Ich glaube, man wollte einfach dieser Entwicklung eine Chance geben. Und das ist ja ganz wichtig. Wir haben ja andere Strukturen als in anderen Ländern. Und keiner wollte, dass diese Branche jetzt unter die Räder kommt. Und in dem Maß, wie der Handel dann die ausländischen Käfigähe ausgelistet hat, hat er dann die Eier aus diesen tierfreundlichen Haltungssystemen eingelistet. Und das war der Beginn dieser Erfolgsgeschichte. Behaupte ich jetzt einmal und wir haben ja einen Selbstversorgungsgrad gehabt von 70% in etwa beim Ausstieg aus der Käfighaltung und jetzt haben wir über 90%. Das ist wirklich eine tolle Entwicklung und das ist möglich gewesen, weil es diesen Wettbewerb auf Augenhöhe gibt.
Willy
00:22:39
Was war eigentlich damals der Auslöser, dass gerade in Österreich die Entwicklung so schnell gegangen ist?
Michael
00:22:46
Es war ein politischer Wille, es war der politische Wille und es war natürlich auch schon der gesellschaftliche Druck da. Ich möchte auch behaupten, da war sicher Billa ein Vorreiter, der schon in den 90er Jahren hat gesagt, wir wollen aussteigen aus der Käfighaltung. Und ich glaube, das war 1996 oder 1994 hat Billa gesagt, wir verkaufen keine Käfige mehr. Und dann natürlich entsteht dann da auch ein Druck in der Gesellschaft. Es kamen dann Tierschutzorganisationen, die dann die Haltungsform kritisiert haben. Es war der Druck, einfach der gesellschaftliche Druck da und es war die Notwendigkeit, dafür die Geflügelwirtschaft zu handeln und die Politik hat darauf reagiert.
Willy
00:23:27
Haben es die Konsumentinnen für gefordert oder war es eher der Druck von der Zivilgesellschaft, von Tierschutzorganisationen etc.?
Michael
00:23:36
Ich glaube schon, dass es ein gesamtgesellschaftlicher Wille letztlich war. Ich glaube einfach, es war dann die Zeit da, wo man gesagt hat, okay, die Tiere haben tatsächlich eigene Bedürfnisse, wollen ihren eigenen Bedürfnissen nachkommen. Das ist in einem Käfig mit Sicherheit nicht möglich. Und dann waren natürlich auch diese unschönen Bilder in den Medien von den Tierschutzorganisationen und die Leute haben gesagt, na sowas will ich nicht. Und ich muss sagen, Also ich bin eigentlich überrascht oder nicht überrascht. Ich freue mich einfach, wie das dann mitgetragen worden ist von den Betrieben. Und heute ist es eigentlich unvorstellbar, dass irgendjemand sagt, ich würde mir jetzt einen Käfigstall bauen in Österreich. Es würde keiner mehr vertreten können. Und da spreche ich sicher, darf auch nicht mehr, sowieso nicht, aber es würde auch keiner wollen. Also es ist wirklich auch ideologisch oder vom Kopf her da komplettes Umdenken passiert.
Willy
00:24:29
Wie haben die Landwirte damals reagiert und die Landwirte dienen?
Michael
00:24:32
Die Landwirte, ja, also gut, ich glaube, es war ja ein kontinuierlicher Prozess. Es war, obwohl ich lange dabei bin, aber das war doch, ich bin schon lange dabei, aber das war ja dann doch auch noch ein bisschen vor meiner Zeit. Und man hat sich dann schon darauf einstellen können und mit einer Umstiegsförderung.
Willy
00:24:51
Was man unter Perspektive gehabt hat?
Michael
00:24:52
Unter Perspektive gehabt, genau, der Handel hat signalisiert, Planungssicherheit, ihr könnt investieren, wir werden euch unterstützen. Und das war einfach, glaube ich, eine ganz wichtige Grundvoraussetzung, dass sich die Leute dann drüber getraut haben, weil das ja doch sehr viel Geld kostet. Und das möchte ich auch sagen, ich freue mich sehr darüber, wie die Betriebe flexibel sind, wenn es um Änderungen geht. Es gibt ja in der Geflügelwirtschaft dauernd irgendwelche Änderungen und Anpassungen.
Willy
00:25:22
Ja, nicht nur in der Geflügelwirtschaft.
Michael
00:25:24
Nee, nicht nur, da hast du schon recht.
Willy
00:25:25
Aber jetzt bist du ja nicht einmal über die Geflügelwirtschaft. Weiches Bundesfühl. Jetzt sind Sie aber sicher im Austausch mit den europäischen Organisationen in den anderen Ländern. Jetzt in Österreich sind wir quasi eine Insel der Seligen aus Sicht des Huhnes, wenn man so will. Du stellst das als so eine logische Entwicklung dar. Wenn es so logisch ist, warum haben wir dann immer noch vier von zehn Händeln, die in ausgestalteten Käfigen sitzen? Ist da das Spiel in den anderen europäischen Ländern noch nicht so da? Oder was ist da anders? Was sagt da der Austausch?
Michael
00:26:00
Ich bin schon der Meinung, dass die Erwartungen der Gesellschaft in den unterschiedlichen Ländern unterschiedlich sind und die Da wir in Österreich einfach wahrscheinlich Vorreiter sind und die regionale Produktion in Österreich wichtig ist, die Leute wollen wissen, wo kommt das her, die wollen die Landwirte kennen, die wissen, wir haben kleinere Strukturen, die wissen, wir haben höhere Standards. Das hat uns natürlich schon bestärkt in der Umstellung. Aber es ist tatsächlich, und die Märkte sind auch anders. Ich möchte jetzt sagen, in anderen Ländern sind die Eiermärkte, ganz, ganz schwierig. Also wenn ich mit Import-Eiren aus der Ukraine kämpfen muss, dann im Lebensmittel-Einzelhandel, dann da hat man jetzt mit Qualitätsproduktion kaum eine Chance.
Willy
00:26:50
Jetzt haben wir die ganze Zeit nur über Käfig geredet, das war natürlich das, was verschwunden ist und das natürlich, was immer noch so in den Gedanken da ist. In Österreich ist jetzt aktuell kein Thema mehr und auch in der Zukunft gehen wir davon aus. Was bleibt über Bodenhaltung? Kannst du kurz diese restlichen Systeme noch erklären, dass wir mal die wichtigsten Fakten einfach mal beieinander haben.
Michael
00:27:09
Genau, es ist Bodenhaltung, Freilandhaltung und Biohaltung bleibt übrig, die werden forciert, wobei eben in den Systemen es auch wieder laufend Weiterentwicklungen gibt. Also in der Bodenhaltung ist es so, das ist Indoor, das ist Stahlhaltung, das ist Volärenhaltung, auf mehreren Ebenen werden die Tiere gehalten, sieben bis neun Tiere pro Quadratmeter, nutzbare Fläche, Und das ist einmal die Bodenhaltung in etwa. In der Freilandhaltung ist es so, da unterscheidet sich die Haltung eben, dass die Tiere ins Freiland kommen und das Tier hat acht Quadratmeter Platz im Freiland. Beziehungsweise gibt es jetzt eine neue Gesetzesnovelle, also wenn man besonders biodiverse Hecken pflanzt, dann kann man den Auslauf auf etwas reduzieren, auf vier Quadratmeter, weil die Tiere einfach den Auslauf besser nutzen können. Also das ist der Auslauf dabei. Und in der Bio-Haltung hat man dann kleinere Einheiten, biologisches Futter.
Willy
00:28:15
Was in Österreich aus Kostensicht erschwerend, aus ökologischer Sicht erleichternd dazukommt, ist ja, dass wir auch beim Futter auch Vorreiter, glaube ich, sind. In allen Haltungsformen, glaube ich, gentechnikfrei und Donutschweiler, so weit das irgendwie, was richtig recherchiert hat.
Michael
00:28:33
Also wie gesagt, im Bio-Bereich gibt es jetzt eigentlich keine Donasol, aber da wird auch regionales Futter biologisch verwendet. Aber wir haben durchgängig, also alle Eier, die im Lebensmittel-Einzelhandel verkauft werden und die Hühner, die das hergelegt haben, die kriegen alle das Donau-Säure.
Willy
00:28:49
Das heißt, wir haben im Prinzip, erklär kurz Donau-Säure, woher kommt das?
Michael
00:28:53
Nur von der Donau?
Willy
00:28:54
Der Donau wächst der Soja.
Michael
00:28:56
Das ist richtig. Darum wird das jetzt auch dieses Einzugsgebiet, das war eine österreichische Idee, das ist eine schöne Idee.
Willy
00:29:05
Den Herrn Krön möchte ich eh noch einmal einladen. Liebe Grüße, da irgendwann schaffen wir es. Ja, genau.
Michael
00:29:12
Ja, ganz kurz erklärt, es geht darum, nachhaltig produziertes regionales Soja lokal zu verwerten und die lokalen Produzenten, Verarbeiter und Legehennenhalter zu stärken und bewusst auf Regenwaldsoja zu verzichten.
Willy
00:29:30
Also kein Import im Sinne von über den Atlantik drüber oder so.
Michael
00:29:36
Genau, und es gibt da diese Berechnungen dazu, das ist ja wirklich eine tolle Leistung. Durch diese Fütterung von dem regionalen Donau-Soja ist es so, dass der CO2-Fußabdruck der Eier um 40% niedriger ist. Das ist nicht wieder der Branchenversorgung.
Willy
00:29:51
Ja, muss ich ja.
Michael
00:29:52
Aber es ist ja wirklich eine tolle Leistung, die da erbracht wird. Und da unterscheidet man es ja von ausländischen, nicht österreichischen Produktionen.
Willy
00:30:00
Ja, aber wenn man von Donau-Soja, das heißt jetzt nicht, das ist in Österreich, sondern im Donauraum, wobei der natürlich.
Michael
00:30:07
Ohne Betonau ist. Ja, das muss ich es präzisieren. Europa zumindest. Da hast du absolut recht. Inzwischen sind es 60 Prozent des Sojas, wir verfüttern etwa 50.000 Tonnen an österreichische Lägerhennen und 60 Prozent kommen wirklich rein aus Österreich, die werden hier produziert, hier verarbeitet und der Rest kommt aus. Donauregion, das geht aber, das ist Norditalien, Serbien bis Ukraine und das wird jetzt auch der Raum erweitert durch die Klimaveränderung, wird man dann zukünftig auch mehr von Europa so ersprechen.
Willy
00:30:40
Hast du in deinem Sakko drinnen einen Stift?
Michael
00:30:42
Einen Stift haben wir jetzt nicht veranfangen.
Willy
00:30:43
Das ist super, weil meiner geht überhaupt nicht. Ich tue immer die ganze Zeit so etwas, würde ich mitschreiben. Nein, einigen wir uns drauf, ich merke eigentlich das, was ich sagen wollte. Das habe ich leider jetzt gerade nicht. Wir haben ja vorher geredet über die europäischen Mindeststandards. Gentechnik, freies Futter, Donau-Soja, Kaffee, Ist das ein Mindeststandard europäischer oder wer hat das wie, wo festgelegt?
Michael
00:31:11
Nein, das sind privatrechtliche Standards. Also das kann ein Land festlegen, das kann auch ein bestimmter Standard festlegen. Und in Österreich ist das schon seit 15 Jahren so, also Donaussäure ist 2014 eingesetzt worden und Gentechnikfreiheit noch ein bisschen früher.
Willy
00:31:30
Das heißt, wenn ich das nachlesen, wie nur das man greifen kann. Also auf der EU-Ebene ist es nicht geregelt, da gibt es ein Mindestfahren. Was ist da von futtertechnisch? Ist das futtertechnisch irgendwie reguliert?
Michael
00:31:40
Es gibt Fütterung, also es gibt auch Richtlinien dazu, aber unsere österreichischen Standards, die darauf setzen, darauf auf, die Gentechnikfreiheit und Donaussäure.
Willy
00:31:53
Und Donaussäure, okay. Das heißt aber, wenn wir vorher geredet haben, das ist natürlich auch wieder ein bisschen mit höheren Kosten verbunden, weil natürlich das habe ich dann wieder on top am Produkt drauf, oder?
Michael
00:32:05
Das habe ich auch on top am Produkt drauf. Und trotzdem, wenn du das Thema Kostüm wieder ansprichst.
Willy
00:32:10
Ja, es ist gerade so ein heißes Thema.
Michael
00:32:12
Es ist ein heißes Thema, aber jetzt muss ich dich mal fragen, sind österreichische Eier wirklich teuer?
Willy
00:32:18
Jetzt dreht er den Spieß noch.
Michael
00:32:19
Jetzt drehe ich den nämlich um, weil ich bin nämlich der Meinung, wenn ein Zehnerbakerl Eier heute zwischen drei und vier Euro kostet und ich kann mit zehn Eiern eigentlich eine vierköpfige Familie für die haben, Am Mittagessen kochen, da bin ich der Meinung, es ist nicht teuer. Und wenn man es umrechnet am Kilopreis, also 16 Eier sind ein Kilo, dann ist es günstiger als jedes Fleisch im Regelfall. Das Hühnerfleisch ist auch noch sehr günstig, aber das ist ja nach wie vor ein sehr günstiges Produkt und trotzdem haben wir die hohen Standards.
Willy
00:32:52
Ja, redest du von absoluten Preisen oder von relativen Preisen? Es gibt nämlich die Geschichte von einem Unternehmen, wo dann ein Mitarbeiter hört, er kriegt jetzt 1.000 Euro mehr im Monat. Dann freut er sich einen Haxen aus, absolut mehr 1.000 Euro. Im nächsten Gespräch hört er dann, alle anderen haben 2.000 Euro mehr gekriegt wie er. Scheiße. Auf einmal war er nicht mehr zufrieden, sondern sehr unzufrieden. Also was ich damit sagen will, ist im Endeffekt, Ja, wenn die Preise relativ gesehen zum Ausland oder zum europäischen Ausland günstiger sind, ist halt immer die Frage, wo greife ich hin dann? Und was ist dann wirklich absolut billig oder was ist relativ billig?
Michael
00:33:31
Also wir sind jetzt nicht billiger im Vergleich zum Ausland, das würde ich nicht sagen. Weil das hat eine gewisse Logik, dass wenn ich kleinere Betriebe habe und höhere Standards, dass ich dann höhere Stückkosten habe, das ist einmal so. Also wir produzieren eben nicht billiger als im Ausland. Aber ich glaube, für österreichische Verhältnisse, wenn ich mir im österreichischen Vergleich Lebensmittel anschaue, dann sind eher nach wie vor sehr günstig.
Willy
00:33:59
Warum sind die österreichischen Betriebe im Schnitt kleiner als zum Beispiel die deutschen Betriebe?
Michael
00:34:07
Und es hat, glaube ich, ganz unterschiedliche Hintergründe. Also es gibt natürlich in Deutschland grundsätzlich größere Betriebe mit mehr Fläche und es ist einfach da diese, ja, es ist das Größenwachstum und der Wettbewerb nochmal stärker gewesen und da sind die Betriebe, meines Wissens sind, also Deutschland durchschnittlich erlegte Betriebe um die 21.000 Tiere und bei uns ein durchschnittlicher österreichischer Betrieb ein bisschen lieber 6.000 Tiere. Und jetzt gibt es aber ganz viele Betriebe, die deutlich weniger haben. Die haben 2.000, 3.000 Legehennen und wollen auch da Leben davon. Und das sind halt die Strukturen. Und ich glaube auch, dass es agrarpolitisch klug ist, dass man sagt, wir wollen diese Familienbetriebe in Österreich erhalten. Und es gibt ein Rahmenprogramm, es gibt ein Öpolprogramm, es gibt Schutzmaßnahmen für diese landwirtschaftlichen Betriebe. Und die sind ja, nicht nur weil da jetzt Menschen dahinter stehen, das ist ganz wichtig, aber auch für unsere Identität als Österreicher und für diese Gesellschaft, Tourismus und wofür wir stehen, sind diese Betriebe wichtig.
Willy
00:35:14
Deswegen reiht ja teilweise ein bisschen auf die Kosten herum, weil die eine Frage ist die Kostenfrage natürlich und dann ist immer die Frage, wer tragt denn die, was steckt denn sonst noch alles drin in der Landwirtschaft? Klar, strukturierte Betriebe ist was anderes wie Riesenbetriebe wahrscheinlich, da stecken dann insgesamt mehr Menschen dahinter und so weiter. Die Frage ist dann, wer zahlt es dann? Geht es dann über die landwirtschaftliche Förderung, wo ich letztens ein Gespräch gehabt habe, wo ja über die Jahre und Jahrzehnte jetzt inflationsmäßig auch nicht viel angepasst worden ist, das heißt, da kommt auch immer weniger Geld wieder retour. Aktuell haben wir einfach die Diskussion, dass einfach über die Preise extrem viel diskutiert und gestritten wird. Inflation ist hoch, die Gehälter oder so die Kaufkraft schwindet ein bisschen, wobei da kann man lang diskutieren, ob es gescheiter ist, wenn man sich, ob man für Lebensmittel ein bisschen mehr ausgibt und ein bisschen weniger für, Macbooks und Podcaststudios und solche Sachen. Die Frage ist halt dann, was hat die Landwirtschaft für einen Wert und wollen wir uns das leisten? Ich greife jetzt im Endeffekt meiner letzten Frage schon ein bisschen vor. Wer soll denn die Kosten tragen im Endeffekt für die Landwirtschaft? Müssen wir uns das dann über die öffentliche Hand mehr leisten? Müssen die Betriebe dann effizienter werden? Weil du hast bei so Betrieben mit 22.000 Tiere andere Kostenstrukturen natürlich auf das will eigentlich hinaus wie bei kleineren Betrieben. Wo sollte man sich das dann holen?
Michael
00:36:43
Also ich glaube, dass der Staat eine gewisse Mitverantwortung trägt, wenn es darum geht, bestimmte Strukturen zu erhalten, die für Österreich wichtig sind als das Land, das wir sind, mit Tourismus und mit Wertschätzung für die kleineren Betriebe. Und darüber hinaus ist es gut, wenn sie der Preis am Markt erzielen lässt. Also ich glaube, dass es die Leute wertschätzen sollten, dass diese Produkte bei uns nach hohen Standards produziert werden. Und die Grundvoraussetzung, dass dieses Geld dann auch fließt, ist natürlich die, dass die Konsumentin der Konsument auch eine bewusste Kaufentscheidung treffen kann. Und diese bewusste Kaufentscheidung kann sie eher treffen, wenn er weiß, wo das herkommt und wie die Tiere gehalten worden sind. Und das ist natürlich bei Free-Share ein Perfekt, weil da haben wir die EU-Eierkennzeichnung seit 2004 und in Österreich werden die Eier zum Beispiel im Vorraum des Stalls gekennzeichnet, das ist eine perfekte Rückverfolgbarkeit. Und dann sind wir aber natürlich bei einem anderen Thema. Diese ganze Vermarktung in der Industrie und in der Gastronomie gibt es eben keine Kennzeichnung. Das ist jetzt keine neue Forderung von uns, aber für mich sehr legitim, weil... Die Leute müssen einfach wissen, was sie essen und das muss irgendwo bekannt sein.
Willy
00:38:07
Ja, definitiv. Du hast vorher von Identität gesprochen, wo es herkommt, Herkunftskennzeichnung. Du hast jetzt immer eine Frage im Endeffekt schon in einem Nebensatz, in einem Nebenwort beantwortet. Kontrolle und Standards ist ja zu dieser Punkt, wer druckt eigentlich diesen Code? Da gibt es diesen Code auf die Eier. Vielleicht kannst du mal kurz erklären, wie der zusammengesetzt ist, dieser Code. Und wer druckt denn eigentlich drauf? Woher kommt der?
Michael
00:38:35
Ja, spannende Fragen.
Willy
00:38:36
Ist das eine Staatsdruckerei oder wer macht das?
Michael
00:38:39
Es wäre zu viel wahrscheinlich für die Staatsdruckerei. Also es ist diese Einzeleierkennungsumstellung der EU, die gibt es seit 2004 und in allen Ländern der EU ist es so, da ist diese Nummer überall gleich aufgebaut und zwar beginnt mit dem Kurzzeichen der Haltungsform. Null für Bio, eins für Freiland, zwei für Bodenhaltung, drei für Käfig. Wobei es eben drei bei uns nicht mehr geben darf. Und dann kommt das Kurzzeichen für das Land, AT für Österreich. Und dann kommt die landwirtschaftliche Betriebsnummer. Mehrstelle, okay. Und das ist eigentlich überall so.
Willy
00:39:14
Also kann ich Bio an dieser Zahl ablesen? Ja, Null.
Michael
00:39:16
Also wenn Null ist Bio.
Willy
00:39:18
Und Bio ist sowieso immer Freilandhalter.
Michael
00:39:20
Bio ist immer Freilandhalter, genau.
Willy
00:39:22
Okay, kann man quasi implizieren das eine und das andere.
Michael
00:39:24
Ja, genau.
Willy
00:39:25
Okay, und wer drückt das drauf?
Michael
00:39:26
Das druckt der Bauer selber drauf, die Bäuerin, im Vorraum des Stalles. Da gibt es so eigene Einzel-Einkennzeichnungsgeräte, je nach Größe, der Betriebe, sind die unterschiedlich hochtechnisiert, das wird automatisiert gemacht.
Willy
00:39:38
Also das macht die Bäuerin und der Bauer selber.
Michael
00:39:40
Ja, aber muss im Vorraum des Stahles passieren, dass nichts getrickst werden kann.
Willy
00:39:44
Okay, das wäre dann natürlich die nächste Frage gewesen, wie wird das dann kontrolliert, weil ich unterstelle, es kam natürlich was oder sowas, aber der Druck gehört einmal etwas anderes drauf. Wie werden die Druckmaschinen dann kontrolliert? Wird die geeicht?
Michael
00:39:58
Ja, da gibt es ja so Kontrollstellen, die das kontrollieren, Aber was ich besonders interessant oder wichtig finde, wir haben ja auch eine österreichische Eierdatenbank.
Willy
00:40:07
Eine Eierdatenbank.
Michael
00:40:08
Eine österreichische Eierdatenbank haben wir, genau. Und die ist auch gegründet worden, um da nochmal wirklich umfassende Transparenz zu schaffen.
Willy
00:40:17
Was tut die?
Michael
00:40:19
Also wenn du jetzt ein Ei kaufst im Lebensmittel-Einzelhandel, dann kannst du nachschauen, gibst du diesen Code ein auf www.eyerdatenbank.at und dann spuckt das System den Betrieb aus, der diese LegerInnen hält, die dir ergelegt haben. Also du hast Rückverfolgbarkeit, du weißt, wer das ist, wo die ergelegt worden sind und welche Haltungsformen. Und das ist eine tolle Leistung. Also ich glaube einmal, nicht alle Lebensmittel, nicht viele sind so rückverfolgbar wie das in dem Fall.
Willy
00:40:49
Okay, okay. Und die Datenbank, die Bäuerinnen und Bauern, weil das haben wir auch noch aufgeschrieben, wer kontrolliert jetzt wo? Wer ist denn eigentlich für die Kontrollen zuständig und wie oft wird das eine Kontrolle?
Michael
00:41:05
Es gibt unterschiedliche Kontrollen. Landwirte werden sehr oft kontrolliert. Ich glaube, wie oft die kontrolliert werden. Und zwar können sie kontrolliert werden aus privatrechtlichen Systemen heraus. Das ist aber ein Gütesiegel. Ein Gütesiegel ist zwar ein staatlich anerkanntes Gütezeichen, aber es ist nicht verpflichtend.
Willy
00:41:23
Und dann wird es privat. Jetzt bin ich schon wieder verwirrt.
Michael
00:41:25
Nein. Es gibt staatliche Kontrollen. Das ist ein Amtstierarzt beispielsweise, der dann einmal im Jahr beim Legehennenbetrieb vorbeikommt oder Kontrolle macht. Und dann gibt es aber Kontrollen von Labelprogrammen wie dem Arma-Güttesiegel, Gentechnikfreiheit, Donorsoja. Aber das wird in der Praxis in Form von Kombikontrollen durchgeführt, also dass da nicht dreivallig eine Kontrolle hinkommen. Eine akkreditierte Kontrollstelle kann mehrere Standards kontrollieren. Die schickt ein Kontrolleur zum Betrieb hin und der macht dann die Kontrolle für die mehreren Standards.
Willy
00:42:03
Okay, aber das heißt, weil du jetzt gesagt hast, nur für mich zur Erklärung, privatrechtlich. AMA ist jetzt, ist AMA jetzt ein öffentlicher Gütesiegel oder ist es ein privatrechtlich oder ist es deswegen, weil die AMA Marketinger...
Michael
00:42:19
Also man kann das AMA Gütesiegel dem beitreten, man muss das nicht, wir haben einen sehr hohen Deck.
Willy
00:42:24
Ah, nicht verpflichtend.
Michael
00:42:25
Nein, es ist nicht verpflichtend.
Willy
00:42:28
Nur weil, wenn ich das jetzt gehört hätte und gar nicht drinnen wäre, hätte man jetzt gedacht, das AMA ist doch staatlich.
Michael
00:42:32
Es ist ein staatlich anerkanntes Gütesiegel.
Willy
00:42:36
Und das Wichtigste Das ist freiwillig, ich muss nicht zu AMA.
Michael
00:42:39
Ganz genau. Und was ich so wichtig finde am AMA-Gültesiegel ist einfach, dass jedenfalls diese strengen nationalen Bestimmungen, gesetzlichen Bestimmungen immer abgesichert sind. Das ist ja ganz, ganz, ganz wichtig, weil eine Behörde könnte diese umfänglichen Kontrollen gar nie sicherstellen. Also das ist ja etwas, was mit dem AMA-Gültesiegel bei den Kontrollen immer mitkontrolliert wird. und darüber hinaus gibt es aber im Amagüter-Siegel-Standard noch zusätzliche Auflagen.
Willy
00:43:08
Das ist so ein bisschen so EU-Mindeststandard und das Amagüter-Siegel ist dann so der österreichische Mindeststandard, wenn man so würde.
Michael
00:43:14
Nein, ich würde sagen, es ist mehr, weil wir tatsächlich, ich bringe es an einen Punkt, ich lege einen in den Maßgefühlbereich, jetzt da, beispielsweise 15 Jahre schon dieses Amagütesiegel immer weiterentwickeln. Und da gibt es Fachgremien und da sitzen Vertreter des Handels und da sitzen Vertreter der Produktion der Eierpackstellen, da sitzen wir aber ich bin jetzt nur als Berater da drinnen. Und es ist eigentlich so, dass man bei jeder Sitzung wird irgendein Punkt weiterentwickelt. Und das ist schade, aber wahrscheinlich auch nicht machbar, dass man das gar nicht vermitteln kann, was da in Wirklichkeit alles immer laufend verbessert wird.
Willy
00:43:53
Ja, ich habe ein bisschen, also das ist ein eigener Podcast, ich glaube, du kannst deinen eigenen überhaupt einen Podcast drüber machen, wie so ein neues Gesetz entsteht, wer da mit wem wie oft redet und so weiter und so fort. Also okay, gut, dass die Leute miteinander reden. Du hast gesagt, Armer Gütesiegel ist wichtig. Wer kontrolliert noch?
Michael
00:44:18
Also, es sind die Kontrollorgane. Die Kontrollorgane, die akkreditierten Kontrollstellen für die Labelprogramme. Dann gibt es den Amtstierarzt, das ist eine behördliche Kontrolle. Und dann gibt es natürlich auch noch den Betreuungstierarzt, der zum Beispiel im Auftrag des Geflügelgesundheitsdienstes eine jährliche Betriebserhebung macht. Und das ist ja ganz wichtig, der Betreuungstierarzt, ich würde das jetzt nicht als Kontrolle bezeichnen, sondern das ist ja eine Berater, Hilfestellung für die Landwirte. Das ist auch bei uns gesetzlich so vorgesehen, die Betriebe müssen einen Betragungstierarzt haben, ist auch ganz wichtig für die gesunde Haltung der Tiere, kümmert sich der Landwirt aber auch mit zusammen mit dem Betragungstierarzt.
Willy
00:45:02
Okay, okay. Ein Begriff, den ich jetzt noch klären möchte, bevor wir dann vielleicht auch ein bisschen auf das Thema mit den ukrainischen Eiern schauen. Du hast vorher gesagt, Selbstversorgungsgrad hat sich gesteigert von 70% auf fast 90%. Was heißt jetzt eigentlich genau Selbstversorgungsgrad und warum machen wir nicht einfach alle Eier selber?
Michael
00:45:23
Ja, auch eine sehr spannende Frage. Selbstversorgungsgrad ist, kann man sich die Frage stellen, wir sind in der EU, aber wir rechnen uns trotzdem aus, wie viel Eier wir von den insgesamt in Österreich gebrauchten Eier in Österreich herstellen können. Und dann ist es so, dass man natürlich preislich nicht überall mitkommt, weil es gibt Absatzkanäle, wo wir preislich die Chance nicht haben, wo im Regelfall sehr oft günstige Spotmarkt Eierpreise aus der... Was für Dinge? Spotmarkt? Spotmarkt, das sind die frei verfügbaren Eier am europäischen Markt, um bei dem Thema zu bleiben, die sind im Regelfall günstig.
Willy
00:46:03
Das ist eine Börse oder was?
Michael
00:46:05
Nein, das sind frei verfügbar, also das sind nicht vertraglich gebundene Ware und da wird halt sehr viel eingekauft und das ist normalerweise günstig und ich würde mal sagen Großgastronomie oder Lebensmittelindustrie kauft dort ein. Wenn jetzt aber so, wie es im letzten Winter war, da 12 Millionen Legehennen der Vogelgrippe zum Opfer fallen, dann gibt es diese günstigen Eier am Spotmarkt nicht so und dann kaufen auch diese Käufergruppen, die sonst auf günstigere Ware aus dem Ausland zugreifen in Österreich zu und dann kann es bei uns auch knapper werden.
Willy
00:46:41
Okay. Wie wird diese Selbstversorgung gerade berechnet? Also wenn ich jetzt, wenn ich jetzt auf der Straße frage, Willi, wir rechnen zuerst, ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher. Nein, wir produzieren selber, eins kaufen wir, eins kaufen wir zu. Aber es ist ja nicht ganz so einfach. Ein bisschen ein Tip-Dive, machen wir ein Tip-Dive.
Michael
00:47:01
Ein paar Eckdaten. Also wir haben jetzt Eckdaten, das klingt jetzt sehr technisch, das tut mir leid, aber nur ein bisschen, dass man sich ein bisschen was vorstellen kann. 7,5 Millionen Legehennen registriert und wir produzieren 2,3 Milliarden Eier in Summe. Und dann gibt es einen Konsum von 250 Eiern ungefähr pro Österreicher und pro Österreicher. Und dann rechnet man sich aus, wie viel Prozent wir von den insgesamt gebrauchten, also wie viel wir insgesamt brauchen. Und wir kommen da... Laut Statistik Austria auf 87 Prozent im Jahr 2024. Wir sind der Meinung, dass das nur ein bisschen höher liegt. Wir sind der Meinung, dass wir über 90 Prozent liegen, weil ja viele...
Willy
00:47:46
Gibt es da Meinungen, die arbeiten sollen, oder wie?
Michael
00:47:47
Ja, wir wollen Statistik Austria nicht in Frage stellen grundsätzlich. Die machen sehr, sehr gute Arbeit. Aber wir wissen natürlich auch, da gibt es ganz, ganz viele kleine Betriebe unter 350 Legehennen, die jetzt nicht registriert sind. Und das ist ja, wir schätzen, dass wir in Österreich 1,5 Millionen Legehennen in Klein- und Kleinsthaltungen haben.
Willy
00:48:11
Ah, was ist das genau? Diese Grenze von 350?
Michael
00:48:15
350 ist die Grenze, wo die gesetzlichen Bestimmungen die meisten losgehen, also die Geflügelhygieneverordnung, die ein Betreuungstierarzt haben muss und vieles weiter. Und auch der Legehennenregister, wo die Registrierungen vorgesehen sind, das ist die Basis dafür.
Willy
00:48:31
Okay, das heißt, es gibt so kleinbäuerliche Betriebe, die haben quasi 200 Händeln, können das direkt vermarkten.
Michael
00:48:36
Ganz viele, enorm viele. Also es gibt ganz, ganz viele ganz kleine Betriebe und es ist eine schöne Sache. Viele Menschen haben, mit Kindern beispielsweise, sagen ich hätte jetzt gerne ein paar Hühner im Hinterhof, müssen natürlich genauso die Bestimmungen im Tierschutzgesetz einhalten. Also das ist jetzt nicht ohne Hühner zu halten, wenn man es ernst nimmt.
Willy
00:48:57
Es gibt ganz viele Leute in Österreich, die im Hinterhof so drei, vier, fünf, sechs Hähner haben und ihre eigenen Eier. Sind die alle registriert bei euch?
Michael
00:49:06
Eben nicht. Also das sind nicht bei uns, nicht im Legerinnen registriert, also in einer Viestatenbank sollten sie registriert sein, aber das sind glaube ich auch nicht alle registriert.
Willy
00:49:19
Okay, also gibt es auch eine dunkle Ziele? Gibt es eine dunkle Ziele, ja genau. Okay, wo war ich jetzt bei den, genau, wichtig bei den Eiern, beim Selbstversorgungsgrad, ich glaube das ist ein Begriff, den müssen wir auseinander dröseln, damit man nachher auf diese anderen Themen gut verstehen kann. Es gibt ja das eine, das sind die Frischeier, das heißt die Eier, die gelegt werden. Und dann irgendwann einmal gibt es die verarbeiteten Eier oder die Eierzeugnisse. Kannst du uns diese zwei Begriffe einmal ein bisschen erklären? Ab wann ist etwas ein Eierzeugnis? Was gilt als Frischeier? Wie muss ich diese Begriffe verstehen am besten?
Michael
00:49:55
Genau, also Frischeier sind die Eier, die eigentlich in Schale als Ganzes für Konsumentinnen und Konsumenten verkauft werden. Das sind Frischeier, das ist klasse Eier.
Willy
00:50:05
In Schale. Ich glaube, das ist wichtig. Nicht in Packung, sondern in Schale.
Michael
00:50:09
In Schale.
Willy
00:50:09
In Naturverpackung, in Originalverpackung quasi.
Michael
00:50:12
Genau, ja. Ja und sonst da gibt es, und wir produzieren in Österreich im Regelfall nicht für die Eierindustrie Eier. Das ist Überschussware im Sommer, wird dann üblicherweise auch für die Industrie verkauft. Und je nachdem wie die Preise sind, gibt es natürlich Lieferungen an die Eierindustrie. Und die schlagen die Eier auf und verarbeiten die zwei Produkten.
Willy
00:50:38
Das heißt, österreichischer Markt ist hauptsächlich ein Frischei-Markt.
Michael
00:50:40
Oder nicht? Genau, österreichischer Markt ist hauptsächlich ein frischer Markt, genau.
Willy
00:50:45
Okay, was sich vielleicht aus dieser Kostenstruktur, die wir vorher so angeguckt haben, auch ergibt, oder weil es einfach unter diesen Kosten keinen Sinn machen würde, das in die, wie du sagst, Industrie. Wann spricht man von Industrie oder wie kann man diesen Industriebegriff in dem Kontext anschauen?
Michael
00:51:00
Industrie ist, also wie gesagt, wir produzieren im Regelfall nicht so viel Industrie, weil da eben im Regelfall nicht so hohe Standards gefordert sind. Und da sind wir natürlich wieder bei der Kennzeichnung. Warum sind die Standards nicht gefordert? Weil sie natürlich beim Endprodukt, beim Kuchen auch nicht unbedingt gefordert sind, weil da im Regelfall keine Kennzeichnung drauf ist. Das trifft sich dann auch. Und das ist auch, natürlich muss man, es werden auch Schmutzbruch-Eier, also Überschuss-Eier.
Willy
00:51:26
Schmutzbruch-Eier?
Michael
00:51:27
Nein, es gibt Eier, die sozusagen nicht aus frischen Eier...
Willy
00:51:30
Du sollst es dann eben bei dir...
Michael
00:51:31
Nein, das ist nichts Schlimmes. Die Vermarktungsnormen sagen, die Eier dürfen nicht schmutzig sein, sie dürfen nicht gebrochen sein. Und in diesen Eierparkstellen haben wir ja sehr genaue Detektoren, die sich hier das Ei durchleuchten und schauen, ist wo ein kleiner Knick drauf, Haar ist, irgendwas als Schmutz. Und im Regelfall wird das wirklich sauber raussortiert. Und diese Überschussmengen gehen dann in die Industrie. Und nachdem das dort aufgeschlagen wird und Hitze behandelt, ist ja da keine Kleinbelastung mehr und das wird dann verarbeitet.
Willy
00:52:02
Ah, okay. Und in diesen Selbstversorgungsgraden sind eben nicht nur Frischeier, sondern das sind auch verarbeitete Eier in, Also aus der Industrie, wie du jetzt sagen würdest, und in verarbeiteten Produkten auch, oder? Okay. Schauen wir jetzt vielleicht, vielleicht haben wir jetzt den Begriff schon mal ein bisschen vorgekleidet, schauen wir mal auf dieses Thema mit den ukrainischen Eiern. Woher weiß man überhaupt, dass die aus der Ukraine kommen? Und wer hat die gefunden?
Michael
00:52:28
Also wir haben es jetzt gefunden, das Wiener Marktamt.
Willy
00:52:33
Auch eine Kontrollstelle sozusagen.
Michael
00:52:34
Oder? Genau, wir sind in Wien zuständig für die Kontrollen. Und das ist am Großgrünmarkt gefunden worden. Der Großgrünmarkt ist ein großer Umschlagplatz für Obst, Gemüse, Eier in Wien und das war Routinekontrolle von einem LKW. Also die Details dort weiß ich nicht, wir wissen nur, dass die Kennzeichnung nicht diesen EU-Vermarktungsnamen entsprochen hat.
Willy
00:53:03
Was ist das Ziel von ungekennzeichneten Eiern? Deswegen haben wir vorher diesen Begriff erklärt. Du kaufst ja, wenn du jetzt ein Großproduzent bist, sei es jetzt von Keksen, von Kuchen oder sonst irgendwas, wo Ei drinnen ist. Im Normalfall kaufst du nicht zwei Millionen Eier, schlägst dich alle mit der Hand auf, sondern du kaufst diese Eier ja quasi als Eiprodukt, als Eierzeugnis in Kanistern. Vollei, Dotter, Eikler, was auch immer, oder? Oder was ist das Ziel, wenn man Frischeier quasi reinbringt und die umgestempelt sind? Also was ist da für ein Hintergedanke dahinter?
Michael
00:53:46
Wie konkret diese Eier aus der Ukraine weiterverwendet werden sollten, wissen wir ja nicht. Aber im Regelfall ist es so, wenn das da schon mal der Großgrünmarkt ist, dann geht man schon davon aus, dass die auch verteilt worden werden. Und die wären jetzt sicher nicht im Lebensmittel-Inzelhandel verkauft worden, sondern möglicherweise in der Gastronomie, wo keiner hinschaut, oder vielleicht eben, wenn es größere Mengen sind, gehen die auch in Eiaufschlagwerke.
Willy
00:54:15
Also doch auch?
Michael
00:54:17
Also um das ganz konkret zu machen, die Ukraine ist inzwischen der wichtigste Exporteur für die EU. Also ich glaube, 120.000 Tonnen Eier kommen aus der Ukraine und in der Ukraine gibt es ja noch über 95 Prozent der Hähnen sind in der Käfighaltung und die großen Mengen kommen in die EU rein und werden da verarbeitet zu den Eiprodukten und da fehlt einfach die klare Kennzeichnung.
Willy
00:54:50
Ja, das ist... Ein großes Thema ist die Haltungsform. Du hast es selber gesagt, in der Ukraine sind es 90-95% noch Käfighaltung. Da ist aber die Ukraine jetzt kein Ausnahmefall, sondern global gesehen ist es eher der Standardfall. Deswegen habe ich ja vorher ein bisschen von der Insel der Seligen gesprochen. Bei uns komplett verboten, 0%. Weltstandard irgendwo so um die 9% würde ich jetzt einmal behaupten, ohne dass ich es jetzt selber gerechnet habe oder sowas. Wie wollen wir uns denn da dauerhaft behaupten, weil es ist ja nicht so, dass diese Eier illegal wären, sondern wir dürfen ja weiterhin, sobald ich das richtig verstanden habe, Käfig-Eier, wir dürfen sie nun selber nicht produzieren, wir dürfen sie aber importieren, oder?
Michael
00:55:41
Genau.
Willy
00:55:41
Also jeder kann von unten, ich kann...
Michael
00:55:43
Du kannst, also wenn man muss, also wenn man sie von außerhalb der Union einkaufen muss, gibt es eigene Registrierungen, die muss man anmelden, aber natürlich kann man sie importieren und Das sind dann Eier aus der in der EU nicht mehr zugelassenen Käfighaltung, muss man ganz ehrlich sagen, sind mit drei gekennzeichnet als Käfigei. Und aus meiner Sicht ist, wenn man sowas schon erlaubt, dann ist das Mindeste, dass man den Konsumenten zumindest informiert, wo sind die drinnen und aus welcher Haltungsform sind die? Und wir sagen ja auch bewusst, wir wollen da Lebensmittel auszeichnen mit einem wertbestimmenden Eieranteil. Also ich glaube nicht, dass man verlangen kann, dass bei jedem Schnitzerl die Erbanier genau definiert ist, wo das alles herkommt. Also es muss, dort wo die Leute annehmen, dass er eindrinnen ist, sollte es draufstehen.
Willy
00:56:33
Ja, aber das ist für mich irgendwo so, wenn man darüber nachdenkt. Also meistens denkt man ja nicht so wirklich bewusst darüber nach, sondern in Österreich gibt es keine Käfigehaltung mehr. Weißt du, ich gehe davon aus, wenn ich jetzt nicht wirklich darüber recherchiere und nachdenke, ja, dann gibt es halt keine Käfigeier da. Ist aber ein Blödsinn, sondern wir dürfen keine produzieren. Wir haben das bei uns verboten. Zusätzlich haben wir auch noch beim Futtermittel relativ hohe Standards. Gleichzeitig produziert aber 4 von 10 ausgestalteten Käfig in Europa. 90 bis 95 Prozent außerhalb von Europa produzieren überhaupt noch auf der klassischen Käfighaltung oder ganz ohne Standard. Wir dürfen das aber importieren, da verkaufen und diese Eier dürfen dann quasi bei uns im Wettbewerb treten, sage ich einmal, zu den hier heimisch produzierten, Eiern. Frische Eiern sind ja keine Eiprodukte, oder?
Michael
00:57:24
Du bringst das sehr gut an den Punkt, Willi, danke. Also du, was meine? Das hätte ich sagen sollen, aber du hast das schon an den Punkt gebracht.
Willy
00:57:31
Ja, aber ich frage mich, wie geht man mit der Situation um? Weil das ist jetzt ja kein Voodoo, was ich da sage, sondern das ist ja Fakt.
Michael
00:57:39
Ja, das ist absolut ein Faktor und darum müssen wir, und wenn wir jetzt eine gute Interessensvertretung sind für die Bäuerinnen und Bauern, dann müssen wir unbedingt auf diese Dinge immer wieder hinweisen. Diese fehlende Transparenz und wir fordern diese Fairness ein. Ja, aber woher sagt das? Der Gesetzgeber muss die Rahmenbedingungen schaffen, der Lebensmittelhandel muss zu dem stehen, was er sagt, der muss zumindest die österreichischen Mindeststandards verkaufen Und das betrifft aber nicht nur der Eier, das betrifft genauso das Händler. Wenn ich sage, wir haben eine Besatzdichte von 30 Kilogramm maximal und in der EU gelten 42 Kilogramm maximale Besatzdichte, dann muss ich als Händler sagen, wenn der gesellschaftliche Konsens in Österreich der ist, dass das so festgelegt worden ist im Bundestierschutzgesetz, dann muss ich mich als Händler dazu verpflichten. Das sehe ich nicht nur als Interessensvertreter, würde ich auch als normaler Konsument so sehen.
Willy
00:58:36
Ja, aber auf der anderen Seite denke ich mir dann jetzt mal wieder, 95 Prozent Weltstandard. Wir haben es damals im Buch ja auch gehabt, aber die zwei ändern sich ja nicht so schnell. Sind wir ein bisschen angereint eigentlich, dass wir das so durchziehen, weil, das Zeug wird gehandelt. Wir dürfen es reinbringen. Aber wir machen freiwillig ein Ultrahoch. Also wenn ich ein Händel bin, gerne in Österreich. Aber warum tun wir das? Wir tun uns ja selber keinen Fall. Und da kommen wir dann vielleicht eh bei diesem nächsten Punkt, bei den bayerischen Eier im Supermarkt. Das, was ich, wenn ich es richtig gelesen habe, die meiste Zeit davor beschützt hat, dass unsere in Österreich produzierten Frische Eier, und da reden wir nicht an nicht die verarbeiteten, sondern Frische Eier, quasi völlig, unters Radl gekommen ist, weil der Handel gesagt hat, wir verkaufen nur österreichische Ware. Das war so ein Schutzzoll. Wir verkaufen österreichische Ware.
Michael
00:59:33
Die nach den hohen österreichischen Tierschutzstandards produziert waren. Das ist auch ein Qualitätsversprechen, das dahinter steht.
Willy
00:59:41
Ist eh schön, aber wenn 95% was komplett anders machen, das Preisniveau, nicht aus Sicht des Tierwolls, Das ist ja das andere, aber die meisten anderen, das kann begann, warum dann wir das und bringen uns in so einen, Wettbewerb, also das argumentiert wieder ökonomisch, in so eine schwierige Ausgangslage.
Michael
00:59:59
Das ist eine ganz spannende Frage. Also wir haben in Österreich... Gute Frage, ja, Willi. Die österreichische Diskussion zu Tier- und Umweltschutzstandards hat auch sehr früh begonnen. Also ich würde jetzt mal sagen, die Schweizer sind sehr, sehr weit in manchen Bereichen vor uns. Ich würde sagen, in der Geflügelhaltung sind wir das ja ähnlich hoch. Und wenn ich, ich habe es schon vorher erwähnt, Billa hat in den 90er Jahren begonnen, Käfige herauszulisten. Der Tierschutz war bei uns immer schon stark, die gesellschaftliche Meinung war geprägt von NGOs, von öffentlichen Darstellungen zur Käfighaltung und Meine Einsicht zu den Marktmechanismen ist einfach die, es ist auch ein kontinuierliches Upcycling. Also es wird so sein, dass wir, wir werden nie die Standards zurückdrehen im Regelfall, sondern wir werden entsprechend der gesellschaftlichen Forderungen, solange wir es uns leisten können, werden wir die Standards verbessern. Das ist grundsätzlich gut so. Und ich sage, wir haben ein Wachstum bei den Eiern, wir haben ein Wachstum beim Geflügelfleisch, es entwickelt sich gut und wir werden marktangepasst weiter wachsen und wir werden die Standards weiter ausbauen, sofern das auch bezahlt wird. Aber die Voraussetzung dafür, dass das Ganze funktioniert, ist, dass bestimmte Regeln eingehalten werden. Dass bestimmte Mindeststandards, die gesetzlich festgelegt worden sind, eingehalten werden. Und wir haben, wie vorher angesprochen, es gibt Märkte, wo das nicht geschätzt wird, wo es eine Intransparenz ist. Ist die Gastronomie, Großgastronomie nicht überall, wo jetzt nicht alle in den Topf werfen. Aber da werden wir nie eine Chance haben und wir werden nie gegen ukrainische Betriebe gewinnen können. Aber das wird nicht gehen.
Willy
01:01:45
Ja, aber die sind da, die sind größer, die sind billiger und sie liefern am gleichen Markt wie mir das Einzige. Soweit ich das verstanden habe, wenn der Handel, du hast gesagt, da haben wir das Bild angefangen, dann im Prinzip jetzt eh die großen vier, eigentlich alle, dieses Versprechen nicht aufrechthalten würden. Wir verkaufen nur diese Ware. Wie wird dann, stell dir mal vor, morgen wäre das Versprechen weg. Alle würden das Listen, was es gibt. Wie lange wird es, was wird das heißen für unsere Geflügelwirtschaft?
Michael
01:02:23
Kann man sich durchdenken, wie funktioniert der Markt? Also wenn jetzt mehrere Handelsketten sagen, ich liste ausländische Eier, was passiert dann? Im Regelfall, und ich sage jetzt im Regelfall, kommen die Eier aus dem Ausland, aus deutlich größeren Betrieben, wir haben es vorher schon kurz angesprochen, sie kommen dann auch aus Betrieben mit niedrigeren Standards. Wenn ich größere Betriebe habe, geringere Stückkosten, wenn ich niedrigere Standards habe, kann ich günstiger produzieren. Das heißt, diese Eier kommen dann günstiger auf unseren Markt und es wird so sein, das ist dann für Konsumentinnen und Konsumenten schwer unterscheidbar, was ist da unterschiedliche Qualitätslevel, was die Folge ist. Es wird dann dieses Preisniveau, aber auch das Qualitätsniveau in Österreich sinken und es sinkt auch die Spannen für die Bauern und Bauern und wir werden dann auch gezwungen werden auf mehr Leistungen. Und wir haben schon davon gesprochen, ob es Donau so ist, Gentechnikfreiheit, möglicherweise zu verzichten. Und das ist eben was, was wir nicht wollen, weil dann sind wir austauschbar.
Willy
01:03:26
Wer schützt uns dann? Also manchmal ist es wirklich der Handel bei der Frische.
Michael
01:03:31
Oder? Der wichtigste Partner ist der Lebensmittel-Einzelhandel, darum sind wir da so sensibel. Und ich möchte bewusst keine einzelne Handelskette nennen, das ist mir ganz wichtig. Es geht darum, dass wir grundsätzlich diesen Rückhalt haben. Wenn wir den nicht haben, ist es eine Spirale nach unten. Und dann werden tatsächlich viele Betriebe die Produktion einstellen müssen.
Willy
01:03:51
Aber das ist auch so etwas, das ist mir lange nicht bewusst gewesen. Das heißt, es gibt kein österreichisches... Erstens mal, im Binnenmarkt können wir nicht sagen, wir dürfen gewisse Sachen nicht importieren aus der EU. So gibt es Warenverkehrsfreiheit etc. Ich kann keinen Zoll machen innerhalb der EU. Das heißt, wenn wir günstiger produzieren, das heißt, die, Das ist eine rein, jetzt sind wir wieder bei dem Wort privatrechtliche eigentlich oder private Initiative, dass auf der quasi unser hoher Produktionsstandard im Bereich Schalenei, also Frischei, und wir haben gelernt, wir sind hauptsächlich Frischei-Produzenten, das heißt, wir sind sehr, sehr abhängig umgekehrt wieder von einem Commitment, das nirgendwo kodifiziert ist eigentlich.
Michael
01:04:34
Du bringst es an den Punkt, das ist genau so. Also es ist wirklich so.
Willy
01:04:37
Das ist ein Eier-Tanz. Aber schon, das ist eine brutale Situation.
Michael
01:04:42
Es ist ganz okay
Willy
01:04:48
Muss ich jetzt sickern lassen ein bisschen, weil ich durchs Reden noch mehr darüber nachgedacht habe. Jetzt ist es so, ich habe das bei den ukrainischen Eiern noch aufgeschrieben, die Ukraine ist einfach ein Riesenthema. Die Situation brauche ich jetzt nicht benennen, zwischen Russland und der Ukraine. Die EU hat Solidarität gesagt, die Handelsbarrieren, die aufgebaut waren, auch im Geflügelbereich, bauen wir wieder ab. Du hast das vorher schon gesagt, ich habe jetzt andere Zeugen gefunden, aber es ist auf jeden Fall deutlich gestiegen, der Ei-Import oder generell Geflügelprodukte aus der Ukraine nach Europa. Wie geht es Ihnen mit der Situation um? Jetzt haben wir auf der einen Seite Solidarität wegen dem Krieg, den die Russen angefangen haben und auf der anderen Seite haut es uns in Europa, auch in Österreich, die Preise ein bisschen zusammen. Wie reagiert die Branche darauf? Was ist eure Antwort?
Michael
01:05:43
Also ganz grundsätzlich, es will sicher keiner Ukrainer Bashing machen. Das liegt uns sicher fern und das ist ein Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und es ist Solidarität wichtig. Nur wir sind halt auch der Meinung, das wissen wir halt auch, dass die Betriebe, um bei der Eierproduktion zu bleiben, das sind ja keine kleineren landwirtschaftlichen Betriebe, das sind Großkonzerne. Die haben halt ein Konzern zum Teil mehr leergehend als wir ganz in Österreich.
Willy
01:06:09
Der MHP, glaube ich.
Michael
01:06:10
Heißt der Konzern riesiges Unternehmen. Das ist aber da gibt es noch andere und die haben einfach das sind konzerne und da profitiert also keine bauernicht davon also nicht überhaupt nichts also das ist nichts gegen die ukraine aber das sind strukturen mit denen brauchen wir uns überhaupt nicht vergleichen und können wir mit sicherheit nicht etwas mit können wir sie haben die treten ja ja
Willy
01:06:43
Ja, das ist, was ich genau auch nicht will, ist ein Bashing, sondern was man da auch sieht, ist im Prinzip, wir haben komplett unterschiedliche Produktionsstrukturen, komplett unterschiedliche Standards, ohne das jetzt werten zu wollen, die aber, wenn sie auf dem gleichen Markt liefern, bei wem bleibt dann die Entscheidung wieder? Also entweder der Handel tut sich zusammen und sagt, wir verkaufen das, nur das hat halt damals einen Sinn gehabt, weil die Leute es auch gekauft haben, weil es offensichtlich auch einen Vorteil gab. Aber, Wann die Konsumentinnen und Konsumenten jetzt ein Ei haben und die Zehnerpackung Eier kostet einmal österreichische Freilandhaltung, nur nicht mehr Bio, von mir aus 5 Euro die Packung. Nebenbei steht dann die gleiche Menge Eier, auch in L oder in M oder sonst irgendwas, um 2,50 Euro wahrscheinlich oder noch weniger. Glaubst du, und wir sind mal wieder bei meinem Lieblings-Hass-Lieblings-Hass-Hass-Begriff oder sowas, beim Citizen-Consumer-Gap, natürlich würde der Bürger und die Bürgerin dir wohl und alles Mögliche, nur glaubst du wirklich, dass die Konsumentin dann, gleiche Person natürlich, dauerhaft unter der Prämisse von Inflation und so weiter, Kostendruck, dauerhaft die Eier um 5 Euro kaufen wird, wenn nebenbei um 2,50 Euro die Eier. Das ist vermeintlich gleiche Eis, nur hat dieser Dreier drauf und hat kein Freiland.
Michael
01:08:11
Ich glaube, das ist wichtig. Die Frage ist immer, wie wird es gekennzeichnet? Und natürlich spielt der Bremse ganz… Da hat er schon auch die Uhr gescheitert. Überhaupt nicht, Willi, überhaupt nicht. Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Überall scherz. Überall scherz. Und wie geht es, wie transparent ist das gemacht? Und der Preis spielt natürlich schon eine sehr, sehr wesentliche Rolle. Es gibt ja diese Umfragen, ganz tolle Umfragen, die verschiedene Lebensmittel vergleichen. Und da sieht man, das Ei ist im Vergleich zu anderen Lebensmitteln das Produkt, das man am allerliebsten regional auch einkauft. Also das ist mir ganz wichtig und ich glaube auch, dass das Bekenntnis zu österreichischen Eiern ja wirklich sehr groß ist, aber natürlich gibt es auch Leute, die sagen, wenn ich mir jetzt ein, zwei Euro sparen kann, dann kaufe ich vielleicht auch einen Käfig.
Willy
01:09:01
Sagen die Studien, geben die Studien das her.
Michael
01:09:02
Nein, diese Studie kenne ich jetzt nicht, aber so genau wissen wir es jetzt nicht. Und ich glaube auch vorrangig, also ich glaube jetzt nicht, dass ukrainische Käfig jetzt in einem großen Lebensmittel-Inzelhändler bei einem Sparbiller-Lidl irgendwo verkauft. Das glaube ich nicht, dass das gemacht wird.
Willy
01:09:22
Zumindest nicht von heute auf morgen. Die Frage ist, ob es, da kommt dann vielleicht, gehen wir auf den nächsten Punkt, Fokus Nummer 7, die bayerischen Eier im Supermarkt. Das ist ja dieser schleichende Prozess. Oder ich sage immer, die Tragik der Salami. Du schneidest immer eine Scheibe runter und denkst, das ist eh nicht viel und dann irgendwann ist das Salami doch weg, obwohl du hast gar nicht gemerkt, dass es kleiner wird. Oder bei Kindern, die wachsen irgendwann einmal, die Eltern merken nicht einmal, vor allem sind sie größer. Wann ist das Kind jetzt gewachsen eigentlich? Also so schleichende Prozesse. Und da war ja die Befürchtung, wir haben jetzt von diesem Schutzschild des LEH, also Lebensmittel-Inzelhandels-Credit bei den Frischeiern, da war es jetzt so, dass Spar nach Ostern, kurz bayerische Eier, im Regal gehabt hat, was ja an sich ein Unding war. Also es hat sich lange nicht gegeben, dass man Frischeier aus dem Ausland, aber man ist da jetzt im Regal hat. Und da war es so ein bisschen dann auf einmal, ist das jetzt möglicherweise so ein erster Crack an Haris in diesem Schutzschild wieder gehabt haben? Oder wie war das damals?
Michael
01:10:33
Also ich werde jetzt bewusst ungern über eine Hadelskette sprechen.
Willy
01:10:38
Das war in den Medien. Es ist ja dringestanden, dass es schwer war. Die Frau Bergmann hat eine Stellung dazu genommen. Das kann man es ja auch nennen.
Michael
01:10:44
Nein, das ist schon richtig. Ich habe es gesagt. Es geht eigentlich um ein... Ich habe es vorher schon beschrieben, um dieses Erfolgsmodell, das jetzt uns... Gut funktionierende, qualitativ hochwertige Legehennenhaltung mit hohen Standards gesichert hat. Wir haben die Selbstversorgung gesteigert, wir haben die kleine Betriebehaltung, wir haben trotzdem ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, Wettbewerb auf Augenhöhe. Und diese vorher beschriebene Marktmechanismen, das hat für mich einfach eine große Logik, dass wenn eine Handelskette damit beginnt, ausländische R zu listen, dann ist es diese Spirale nach unten, die größeren Betriebe mit geringeren Stückkosten, mit niedrigeren Standards, senken die Preise. Die Konsumenten tun sich schwer mit ausländischen, nicht österreichischen Qualitäsauszeichnungen, muss man auch dazu sagen. Bei uns ist es gelernt, was ist Amagerkültesiegel, was ist Donaussäuer, was ist Gentechnik, Freizeittage. Das sind gelernte Zeichen. Und das führt einfach zu einer Verunsicherung, die wir nicht wollen. Die ausländischen Eier, die nicht grundsätzlich schlecht sind, das darf man nicht sagen. Aber wenn wir diese Struktur in Österreich erhalten wollen, dann brauchen wir zumindest im Lebensmittel-Einzelhandel und bei den Konsumentinnen, die es direkt auswählen können, brauchen wir dieses Commitment zu österreichischen Eiern.
Willy
01:12:12
Habt ihr noch einmal darüber diskutiert? Ich habe das ein bisschen nachgelesen. Ich habe den Betrieb mir dann angeschaut, Obermeier in Bayern, Produzieren ja 75 Prozent Freilandeier, 25 Prozent Bodeneier. Ein zweiter Punkt war ja, dass die Darstellung war, es waren Bodenhaltungseier und die händeln, was drauf war, waren irgendwie in der Wiesn, also in der Freiland-Ding und das haben sie inzwischen auch schon geändert und so. Also es war so eine Kennzeichnungsthematik auch so ein bisschen. Aber du hast einmal, glaube ich, sogar von einem Tabubuch gesprochen, diese Angst, dass das jetzt, dieser günstigere Preis auf einmal da ist von anderen Produktionsstandards und dass sich der Konsument und die Konsumentin dann daran gewöhnen könnte. Oder ist das die Angst, was man im Endeffekt hat?
Michael
01:12:59
Es ist letztlich so und wobei ich nichts unterstellen will, dass dieser bayerische Betrieb da ist wahrscheinlich in der Qualität gar nicht so weit weg von uns. Aber das ist einfach der Beginn dieser Spirale, die ich vorher beschrieben habe. Weil das ist das nächste Mal dann ein norddeutscher Betrieb, dann ist es vielleicht ein polnischer nichts gegen die Kollegen,
Willy
01:13:18
Aber irgendwie muss man drüber reden, man kann nicht drüber reden, das sind halt unterschiedliche Produktionsstandards.
Michael
01:13:24
Das ist so, ja, ganz genau.
Willy
01:13:26
Und das Thema mit der gentechnikfreien Fütterung, beziehungsweise mit Donaussoja, das weiß ich jetzt beim Betrieb in Bayern überhaupt nicht, aber das ist ja auch eher so ein österreichisches Spezifikum, wo wir dann wieder quasi im Vergleich, sag ich mal, zu einem deutschen Betrieb oder zu einem ungarischen Betrieb, wieder an, Qualitätsplus, muss, wenn man Qualität nennen will, haben, aber natürlich auf der Kostenseite, und das muss man halt so sagen, einen Kostennachteil wieder haben. Das ist so, ja. Wenn das Zeug dann nebeneinander liegt und dann sagt, okay, lieber Konsument, liebe Konsumentin, entscheide du dich bitte jetzt für das österreichische Produkt, weil Österreich ist da wichtig, Qualität ist da wichtig, Diabolik ist da wichtig, der Preis ist da nicht so wichtig. Und das ist so meine große Frage, die ich immer wieder auch im Podcast stelle, wie, Glaubt ihr, in dem Fall du, dass die Konsumentinnen und Konsumenten so einkaufen, also nach Qualitätsstandards und eher nicht preissensibel? Und da bin ich mir nicht sicher.
Michael
01:14:32
Meine Wahrnehmung ist schon, dass Eier sehr alleinstehende, sehr sensible Lebensmittel sind, aus Sicht der österreichischen und österreichischen.
Willy
01:14:40
Bananen ein bisschen auch, das ist auch so, bei Bananen, da gibt es ja Fairtrade, und konventionell, das ist ja auch so positioniert, gibt es ja ganz Überzeugungskäufer, die kaufen nur die.
Michael
01:14:51
Aber da geht es jetzt nur einmal um Lebewesen, da geht es jetzt, wie werden die gehalten, da gibt es noch im Hinterkopf die Käfighaltungen, da gibt es noch sensible Themen wie Salmonellen, es gibt das Thema Cholesterin, also ich glaube, dass die Leute da Lebensmittelsicherheit, Tierwohl, da sind Eier ganz sensibel und ich glaube schon, dass da grundsätzlich die Leute der österreichischen Eier tatsächlich wirklich kaufen.
Willy
01:15:18
Du hast noch Vertrauen, in die moralische Komponente des Einkaufsverhaltens und du siehst diese deutlich stärker ausgeprägt, als ich sie jetzt vielleicht in meiner Frage angedeutet habe.
Michael
01:15:30
Das glaube ich ja,
Willy
01:15:32
Genau. Ja, können wir vielleicht zur Herkunftskennzeichnung, weil das ist ja so ein bisschen, ich habe letztens mit dem Ernst Schieder geredet, Organisator von den Bauernproteste vom 1. April und er hat auch gemeint, er hat auch, Wir haben auch darüber diskutiert, über die Herkunftskennzeichnung und ich natürlich wieder so Advocatus Diaboli gemeint, das wird nichts bringen, weil die Konsumentinnen und Konsumenten werden wahrscheinlich über den Preis kaufen. Das ist so ein bisschen das, was ich da immer ins Ding her. Er hat gemeint, wenn er sich richtig erinnert, ja, es werden schon genug über den Preis kaufen, aber es reicht ja, wenn das Verkaufverhalten ein bisschen, ändert, also ein paar Prozent, vielleicht zehn Prozent ändert, wenn die Leute einfach die Informationen, und da kommen wir jetzt auf die Herkunftskennzeichnung, das ist der nächste Punkt, den ich mir aufgeschrieben habe, schauen könnten. Wie würde eine richtige Herkunftskennzeichnung oder eine ideale Herkunftskennzeichnung, ausschauen, weil wir haben auf der einen Seite ein Frisch-Ei, das sind einfach die zwei Kategorien, das glaube ich muss man auseinanderhalten, Frisch-Ei, da gibt es einen Stempel, wenn er richtig gestempelt ist und das ist er bei den meisten, also außer es ist umgestempelt und kommt von irgendwo, dann weiß ich, wo es herkommt und kann über die Eidatenbank, die werden wir Ihnen verlinken in den Show Notes, auch nachschauen, wo der Betrieb genau daheim ist.
Michael
01:16:53
Oder? Kann ich, ja.
Willy
01:16:55
Und dann gibt es ja auch eine Frage, wie schaut eine ideale Herkunftskennzeichnung aus Sicht der Geflügelwirtschaft und du als Ihrem Vertreter aus?
Michael
01:17:04
Also ich würde es gerne ein bisschen breiter beantworten, weil ich es spannend finde. Weil ja heute Herkunft und Haltungsformen oft einmal gemeinsam gefragt ist. Und wir haben bei den Ären, bei den Frischäern, perfekt Herkunft und Haltungsformen gekennzeichnet. Und wir sehen, dass dann zukünftiger die tierfreundlicheren Haltungsformen zunehmen, wenn die Leute wissen, wo kommt es her und wie werden sie gehalten. Und jetzt da der kleine Schwenk zum Frischfleisch. Es gibt ja beim Frischfleisch diese Haltungsformkennzeichnung in dem Fall noch nicht. Es gibt ja auch viele, das wäre wahrscheinlich ein eigenes Interview jetzt zum Thema Haltungsform und Kennzeichnung, wo es auch Entwicklungen gibt, Sowas gesetzlich zu machen oder über das Amagüter-Siegel die Stufen abzubilden und da glaube ich einfach, dass zukünftig eben Haltungsform und Herkunft für die Leute wichtig sind. Und das ist nur eine Frage der Zeit für mich, aus meiner Sicht, bis das durchdringt. Und die Frage ist eben, wie weit der Gesetzgeber das nur beim Frischfleisch, bei Frischeiern umsetzt oder wie weit man da in den Bereich der Verarbeitung geht. Und Verarbeitung, um beim Ei zu bleiben. Also da wäre natürlich, es gibt ja eine gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung in öffentlichen Einrichtungen hinsichtlich der Herkunft, sowas gibt es ja schon, wo man dann angeben kann, die Eier sind aus der EU, nicht EU oder aus Österreich. Das ist jetzt einmal der erste Schritt, das ist auch politisch gelungen. Und die Frage ist, ob man das eben ausweiten kann. Und da geht es uns um wertbestimmende Bestandteile. Wie das ist ein Fachbegriff. Aber Eiernockerl oder Mayonnaise oder Pischotten, wo ich weiß, da sind Eier drinnen, dann muss ich sagen, okay, da muss unbedingt eine Haltungsform und Herkunft angegeben werden, weil die Erwartung der Leute ist, dass man weiß, wo das herkommt.
Willy
01:19:06
Ist aber nicht. Wie schaut jetzt aktuell die Herkunftskennzeichnung? Beim Frischar-Ewas ist das Stempel drauf. Bei allen anderen nicht verpflichtet.
Michael
01:19:19
Oder? Nein, es ist nicht verpflichtend, genau. Also es gibt in der Gastronomie schöne Modelle, wo das immer wieder vorgezeigt wird. Manche sagen, ich weise das bewusst in der Speisekarte aus. Und es gibt auch in der Lebensmittelverarbeitung. Bei manchen Lebensmitteln gibt es einige Vorzeigebeispiele, die schreiben drauf mit Pischgott aus der Freilandhaltung, das ist ja schön, oder mit Herkunft so und so, aber das ist eigentlich freiwillig, und das ist einfach zu viel zu wenig, also müsste man da mal einen Check machen, aber die große Mehrheit der Lebensmittel, bei denen ist es nicht angegeben.
Willy
01:19:53
Jetzt kaufe ich mir, was nennen wir denn für ein Beispiel, nennen wir Kuchen. Ein Kuchen ist ja auch hin und wieder mal ein Ei drinnen, und da kaufe ich mir einen Kuchen und schaue hinten, und das ist natürlich anbackter Kuchen mit einem Strichkuchen oder sonst irgendwas und dann habe ich hinten so eine Zutatenliste. Und da steht dann irgendwie, was steht denn da drauf? Da steht dann sicher nicht Frisch-Ei, also es hält wahrscheinlich Frisch-Ei drauf, sondern da steht dann drei Eierzeugnis oder Trockenei oder sonst irgendwas.
Michael
01:20:20
Prozentanteil.
Willy
01:20:22
Die Regeln gehören schon noch, dass quasi die Reihenfolge der Zutaten, dem Anteil der Zutaten absteigend entsprechen muss. Was steht da bei dem Ich sage jetzt einfach mal brutal Eipulver, da steht Trockeneipulver oder sowas.
Michael
01:20:37
Vollei, 2% Vollei oder wie immer. Genau.
Willy
01:20:40
Und wo steht da richtig dabei?
Michael
01:20:41
Nein, es steht eben nicht dabei Herkunft, es könnte dabei stehen AT2, Herkunft, sprich Österreich, Zweibodenhaltung könnte dabei stehen. Und dann könnte man das einordnen.
Willy
01:20:53
In der Klammer dahinter?
Michael
01:20:54
Zum Beispiel. Aber das steht nicht.
Willy
01:20:57
Warum nicht? Weil die Daten haben sie ja. Es ist ja nicht so, dass ich was ohne Rechnung kaufe. Wenn ich jetzt von mir aus, ich sage jetzt das Thema Kuchen, also bitte mögen alle Kuchenhersteller mir verzeihen, dass jetzt Kuchen, gerade das Beispiel. Ich könnte theoretisch einen Container chinesische Käfigeier kaufen und dann bei mir mit dem Kuchen packen und schreibe, und ich habe ja eine Rechnung. Also die paar, die am Sportbark irgendwelche Umständen mit Neuern kaufen wollen. Aber normalerweise habe ich eine Rechnung, auf der Rechnung steht drauf, wo es herkommt. Ich weiß ja, wo es herkommt, oder?
Michael
01:21:30
Normalerweise schon, ja.
Willy
01:21:32
Warum schreibe ich es da nicht drauf? Es ist ja nicht so, dass da wer mit der Hand steht und deswegen jetzt mehr schreiben muss. Das sind alles Computersysteme. Das habe ich alles schon im System drinnen, oder nicht?
Michael
01:21:41
Das müsste man im System drinnen haben. Es ist natürlich ein Faktum, die günstigeren Haltungssysteme produzieren, sind in der Käfighaltung und sowas lobt man nicht aus. Ich will aber niemanden, ich will jetzt nicht den Kuchen herstellen, unterstellen. Nein, das habe ich gemacht.
Willy
01:21:59
Kuchen habe ich aus dem abbraten.
Michael
01:22:02
Es gibt auch wirklich viele anerkannte Firmen, die haben ihre Firmenphilosophie so, dass sie sagen, wir haben jedenfalls keine Käfig-Eier drinnen. Und ich möchte auch die Eigenmarken des Handels, die sagen, wir wollen keine Käfig-Eier drinnen haben. Und es wird wahrscheinlich auch nicht so sein, aber dann könnte ich es ja trotzdem draufschreiben. Und manche Hersteller sagen halt, wir schreiben es nicht drauf, weil wir nicht sicher wissen, ob man dann nicht mehr ausreichend Freilanderei aus Österreich haben. Also die schreiben dann vielleicht das Freiland-Haltung drauf und dann wird es einmal von dem Land einmal von dem Land.
Willy
01:22:33
Und dann kannst du die ganzen Verpackungen, die zu Millionen produziert worden sind, dann nicht verwenden.
Michael
01:22:37
Das ist eben so ein Argument. Genau.
Willy
01:22:39
Gut, ist wahrscheinlich, wenn das so fragile Lieferketten sind, wie sie teilweise ja sind, wiederum nachvollziehbar, wenn ein Produkt hochstandardisiert ist, dass du dann mit zuverlässigen Quellen auch arbeiten möchtest oder sowas.
Michael
01:22:52
Objektiv, es muss zuverlässig sein, ja.
Willy
01:22:54
Wie steht es jetzt zur Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie? Vielen Dank.
Michael
01:22:57
Ja, also ich glaube einfach, meine persönliche Meinung oder unsere ist auch, also die allermeisten Gastwirte würden ja sicherlich profitieren von so einer Kennzeichnung, weil Transparenz immer vertrauensbildend ist. Und wenn ich als Kunde zu einem Gastwirt gehe und ich lese das dort, das sind die Eier vom Herrn Huber aus Stinaz oder ich weiß nicht wo, dann ist das vertrauensbildend. Und ich glaube auch, oder ich bin überzeugt davon, dass diese Mehrkosten sehr gering sind. Also es ist ja nicht, wenn ihr das runterrechnet auf ein Menü, dann sind ja das minimale Mehrkosten. Also ich glaube, dass das keine bürokratische Hürde ist. Und ganz wichtig, das Argument bürokratische Hürde kann man so auch nicht stehen lassen. Wenn ich als Gastwirt heute bei einem Gastro-Großlieferanten-Firma einkaufe und sage, ich will dieses Ei aus Österreich oder ich will das Händel aus Österreich, dann kriege ich das auch. Und dann kann ich es auf meine Korten draufschreiben. Also das ist meiner Meinung nach nicht wirklich das Argument. Das ist bürokratisch wäre. Es gibt gewisse Mehrkosten, die sind begründet durch die Standards, aber erhältlich ist es im Regelfall schon.
Willy
01:24:13
Also grundsätzlich, ich habe es gesagt, Nichts, was quasi Herkunftskennzeichen grundsätzlich unmöglich machen würde, oder?
Michael
01:24:24
Also ich auch nicht. Ich glaube auch, man muss dazu sagen, wir haben ja Geflügelfleisch, haben wir vielleicht 80% Selbstversorgung und da kennt man noch weiter aus, bei den Eiern haben wir um die 90%. Also wir könnten auch noch mehr Betriebe finden, die in österreichischen Standards arbeiten, wenn es mehr Transparenz gäbe, wenn es mehr Vertrauen in diese österreichische Produktion gäbe, wenn sie die Politik noch ein bisschen mehr entscheiden wird, dafür mehr Transparenz zu sorgen oder auch freiwillig sehr gerne. Also das ist auch diese offene, ausgestreckte Hand in Richtung Wirtschaftskammer oder Gastrovertretungen. Da gibt es ja Gesprächsbereitschaftswirklichkeit und niemand will da jemanden schädigen, im ganzen Fall. Im Idealfall ergänzt sie das und im Idealfall gibt es ja wie eine Wien-Situation. Und das muss man sich eben genau anschauen.
Willy
01:25:17
Ja, es gibt natürlich auch kritische Stimmen aus der Gastronomie, die da einfach mit dem Gastro, ich komme ja selber ein bisschen aus der Gastro und hin und wieder rede ich ja mit Gastronomen und so. Das sind teilweise schon, wie man so schön sagt, in der Gastro, in der Rue de la Gac. Also das sind halt keine... Sage ich mal, Industrieunternehmen, wo du quasi einen Standard mit implementierst in deinem CRM oder sonst wie elektronischen System, sondern das sind halt Handwerksbetriebe, wo du dann halt wieder, teils die Karte noch mit der Hand schreibst oder mit Word und Dingen. Und es ist halt, ich verstehe schon, dass man sich da fürcht, oder?
Michael
01:25:56
Manchmal ist es dann überfordert vielleicht von der Fülle an Informationen. Es ist ja überhaupt nicht so einfach, wenn man so eine Fülle in der Gastronomie so viele verschiedene Produkte einkauft, die überall so mal Spezialist sind. Oder auch runtergebrochen auf den Lebensmittel-Einzelhandel. Jetzt sind wir Spezialisten und ich für Ei und Geflügel und dann gibt es aber in dem kleinen Supermarkt 12.000 verschiedene Produkte und ich kenne mich aber bei Waschmitteln zum Beispiel gar nicht aus. Also es ist nicht einfach, da gute Informationen zu bekommen. Darum ganz einfache Informationen, die Leute dort abholen, mit einer sauberen Kennzeichnung Ich glaube, das ist einfach die richtige Antwort.
Willy
01:26:35
Okay. Und glaubst du dann, jetzt bin ich wieder bei meiner Kernfrage, jetzt ist das alles ausgezeichnet. Jetzt gehe ich, keine Ahnung, ich gehe jetzt Schnitzel essen, eine Banade steht dann drauf, ja, halt irgendein anderes Land mit ausgestalterter Käfighaltung.
Michael
01:26:55
Ich glaube, bei der Panade würden wir da, also ich glaube, dass das persönlich übertrieben ist. Ich glaube nicht, dass man das für eine Panade ausweisen sollte. Muss, weil das ist vielleicht wirklich übertrieben.
Willy
01:27:05
Kein wertbestimmender Bestandteil.
Michael
01:27:08
Also ich glaube schon, dass man da irgendwo seriös eine Grenze setzen muss. Will das ja niemand übertreiben.
Willy
01:27:14
Aber Kirche im Dorf würde das ein Hennelassen.
Michael
01:27:17
Genau, also dort, wo man den Eindruck hat, da sollte ein Ei drinnen sein, da sollte es unbedingt drauf sein, weil die Konsumentenerwartung entsprechen.
Willy
01:27:25
Das wäre so zumindest einmal eine Kompromissidee, also nicht den letzten, weil ich glaube, das ist ja auch in der Vorstellung, dass man im letzten Detail auch noch hinschreiben muss, wo das war, sondern wertbestimmende Zutat.
Michael
01:27:39
Oder?
Willy
01:27:43
Wertbestimmende Anteile. Anteil, dass man es für das zumindest sichtbar macht. Weil es da auch um die Mengen wahrscheinlich geht. Ich habe mir jetzt wieder das aus Fokus 9 mehr oder weniger noch Fleisch aufgeschrieben. Da war ja 2019, da warst du eh schon, du bist ja schon lange in den Amt und Würden, weil da habe ich auch deinen Namen gelesen in den Stellungnahmen und sowas. Beim Fleisch ist ja die Situation im Prinzip, ohne das jetzt komplett das Fassel aufzumachen, aber die Struktur ist ja ähnlich. Also Fleisch, es gibt ganz andere Haltungsstandards im Ausland. Wir haben es letztens beim Gespräch mit Ernst Schieder angesprochen mit der Pute. Also in Österreich Standards sind Herz in Quadratmeter umgerechnet. Nicht ein Kilo pro Fläche, aber du hast ungefähr zwei Puten in Österreich, Standard auf dem Quadratmeter, eine in der Bio-Haltung und du brauchst nicht einmal aus Europa rausgehen oder aus der EU und bist bei vier Tiere auf dem Quadratmeter. Und wir haben einen Selbstversorgungsgrad von 50% und wieder österreichisch. Und das ist dann mein nächster Punkt, wieder österreichischer Sonderweg. Was haben wir zu abschließend, um das Ganze dann zuzumachen? Was haben wir eigentlich genau vor mit der Landwirtschaft, wo wollen wir hin? Auf einem europäischen, auf einem internationalen Markt, also entweder machen wir bei uns quasi die Lücken dicht und sagen, wir essen unser eigenes Zeug, ein bisschen Schweizer Modell oder sowas, oder wir passen uns an unser Umfeld an, aber wir können nicht bei offenen, quasi offenen Grenzen ein eigenes Modell fahren und dann hoffen, dass alles gut geht, oder? Also das ist das, was wir jetzt so, es geht seit Jahren gut, in Jahrzehnten, Es gibt ja nicht keine Landwirtschaft bei uns, aber ... Und darüber nachdenkend, und bei uns werden Standards immer höchst, du hast das halber gesagt, Standards werden niedriger, die entwickeln sich weiter und dann meistens werden sie besser. Was haben wir vor?
Michael
01:29:43
Da könnte man jetzt ganz viel drauf sagen, aber ich glaube, man muss es auch wieder differenziert sein. Ich glaube, dass wir in Österreich mit den höheren Standards in der Legehennenhaltung und auch mit den Masthüner-Standards grundsätzlich gut fahren, weil wir sehen, dass in anderen Ländern man sich unseren Standards annähert. Und wenn wir vorne sein wollen, dann müssen wir immer eine Spur besser sein. Also ich glaube, es waren damals diese strengen Bestimmungen, die waren damals aus der Sicht gut. Bei der Pute ist es nochmal ein bisschen differenzierter zu sehen, weil wir da extreme Unterschiede haben in den Haltungsstandards, weil es keine EU-Mindestbestimmungen für die Pute gibt. Es gibt keine Regelung für die Pute. Und das macht es natürlich, wenn die nationalen Bestimmungen die EU-weit strengsten sind, wie du schon gesagt hast, die halben Tiere, da kannst du preislich schwer mit. Und bei der Pute kommt dazu, die Leute essen am liebsten gern Puttenbrust. Also das heißt, eine liebe Kollegin von mir, die leider nicht mehr lebt, die eine Bauer hat immer gesagt, die Puttenbrust muss das ganze Tier zahlen. Das heißt, wir... Die Puttenbrust wird frisch vermarktet und der ganze andere Teil der Butter ist hochwertig, geht aber in irgendeiner anderen Form, in Verarbeitung oder Wurst oder Rollbraten oder so. Und das ist halt schade und das belastet die Puttenbrust preislich und dann steht die Puttenbrust aus diesen hohen Standards im Wettbewerb mit diesen Puttenbrüsten aus Ländern mit deutlich niedrigeren Standards, die dann einmal günstiger angeboten werden. Jetzt ist zum Glück das eingetreten, dass der Preisunterschied nie mehr so groß ist zwischen der österreichischen und einer nicht-österreichischen Buttenbrust. Jetzt hat sich das auch ein bisschen verbessert. Aber grundsätzlich, und dann steht natürlich die Butte auch nochmal im Wettbewerb zum Händel, das ein bisschen günstiger zu produzieren ist. Also da gibt es auch diesen Wettbewerb und das macht es für die Butte ein bisschen schwierig. Aber es ist ein ganz hochwertiges Produkt. und die Putenhaltung, wie es jetzt in Österreich ist, mit den Wintergärten, mit diesen Spielmaterialien, das ist eine absolut herzeigbare Putenhaltung. Ich wünsche mir, dass sie die gut entwickelte Putenhaltung in Österreich.
Willy
01:32:05
Was braucht es dafür?
Michael
01:32:08
Das wäre zum Beispiel nochmal, ich habe es vorher angesprochen, wenn der Lebensmittel-Einzelhandel sagt, die Kennzeichnung auch, aber auch das Bekenntnis zu den österreichischen Mindestbestimmungen im Bundestierschutzgesetz. Ich könnte ja als Handel sagen, das ist der gesellschaftliche Grundkonsens in Österreich, wir wollen das so haben. Und dann kann ich auch nur, da muss ich nicht nur österreichische Brute vermarkten, aber ich kann mir vom Ausland die Brute einkaufen.
Willy
01:32:34
Aber auf einen Standard einigen.
Michael
01:32:36
Genau. Das wäre eine Möglichkeit zum Beispiel.
Willy
01:32:39
Weil dann die Kosten im Endeffekt, am Ende geht es wieder um die Kosten, Ich kann größere Betriebe machen. Gut, ich kann ein bisschen scale. Das ist dann eher eine philosophische Frage oder eine kulturelle Frage, ob ich jetzt kleinstrukturierte Familienunternehmen haben will oder... Industrieähnliche Produktionsstrukturen. Das ist, glaube ich, das ist eine ideologische Frage wahrscheinlich, oder je nachdem, wo man steht. Aber das andere ist, wenn ich dann einen Standard habe mit dem und dem Futter, muss ich das einkaufen und so und so viel Tiere auf Fläche. Das gilt dann auch für alle wieder gleich. Im Endeffekt nicht.
Michael
01:33:18
Diese Botschaft, die sich wirklich in Lebensmittel-Einzelhandel vor allem an den gerichtet hat, weil da die Leute noch am ehesten Entscheidung treffen können. Und die anderen Märkte, da brauchen wir eben die Transparenz. Darum ist eigentlich für die gesamte landwirtschaftliche Nutztierhaltung diese Transparenz auch in diesen Bereichen Gastronomie und Lebensmittelindustrie extrem wichtig.
Willy
01:33:41
Jetzt muss ich wieder nachdenken, muss ich mal eine Podcast-Folge dazu machen, dass man quasi weggeht von diesem, ja gut, wir haben jetzt natürlich der Feinkastladen Österreich und AT und das ganze Ammerkütersiegel ist im Prinzip bis auf die Ausnahme mit dem Schwart, mit dem ein bisschen erweiterten, ja auf österreich auf, nation quasi ausgerichtet nicht aber wenn man das ganze mal bricht und sagt okay es geht jetzt eigentlich nicht unbedingt um die, Den Ort der Landwirtschaft, sondern die Art der Landwirtschaft. Ui, jetzt haben wir was. Und die fördern wir. Das wäre dann einmal ein interessanter Zugang, wie man sich dem Ganzen auch nähern könnte. Wir haben ja quasi bei den Tieren, das hast du vorher angesprochen, in Deutschland gibt es ja diese Tierwohlstandards bei der Haltung.
Michael
01:34:29
Die Haltungskennzeichnung.
Willy
01:34:30
Die Haltungskennzeichnung, die wird bei uns diskutiert, aber explizit am Label haben wir es ja noch nicht mehr. Es gibt dieses TW60, TW100 und Tierwohl 60, Prozent mehr Platz und so weiter. Aber wir sind noch nicht so konsequent in der Kennzeichnung, dass wir das quasi so… Wobei ich auch gehört habe, dass das viel liegen bleibt für die hohen Standards oder dass da die Ware auch wieder schwer zu verkaufen ist im hochpreisigen Bereich.
Michael
01:34:56
Das höre ich auch, aber ich glaube letztlich… Du hast auch gehört. Das habe ich auch gehört. Aber grundsätzlich ist es so, dass man natürlich, wenn ich Haltungen differenziere, dann werden mittel- und längerfristig die besseren Haltungen profitieren, so wie wir es bei den Eiern auch gesehen haben. Wir haben jetzt inzwischen 2-30% aller Legehennen in der Freilandhaltung und 13% in BIO. Also fast die halbe Produktion ist schon im Freiland draußen. Und das passiert aber auch dann durch die bewusste Kaufentscheidung.
Willy
01:35:28
Ja, ich bin bei diesem Punkt, ich versuche neutral bin ich eh nie, aber versuche da ein bisschen gerade bei diesem Ding, ob der Konsument und da nehme ich mich selber nicht aus, da gibt es dieses Goethe-Zitat, ist das glaube ich, oder? Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube ein bisschen, oder? Das kenne ich auch, ja. Das ist so ein bisschen der Punkt, wo ich dann unter den momentanen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wo du siehst, wie die Leute dann, heute sitzt gerade wieder demonstriert weiß die ohne budgets kürzen es wird über gekürzt gekürzt die dd, Inflation ist nach wie vor da. Wir merken gerade, es wird überall eng. Und dieser gesellschaftliche Zustand, den haben wir lange nicht so extrem gehabt. Wir haben seit 2000, je nachdem, wie man es auslegt, immer wieder mal Krisen gehabt, aber diese Krisen, du merkst so richtig, irgendwie der Druck erhöht sich und der Gürtel wird enger und so weiter. Und ich frage mich wirklich, wie wir mit diesen hohen moralischen, sage ich mal, wenn man so will, Standards, die wir uns gegeben haben, wie wir mit dem Umgehen unter veränderten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, da habe ich so ein bisschen, da, würde ich gerne noch weiter in vielen anderen Gesprächen auch noch darüber diskutieren und mal Perspektiven zu sehen. Die nerve ich jetzt damit jetzt nicht mehr. Ich habe noch ein paar allgemeine Fragen, so Mythen rund um Hühner und Eier, die würde ich jetzt gerne fragen, so zum Abschluss ein bisschen. Bevor ich das mache, was haben wir zu diesen Themen, wo wir jetzt gerade gesprochen haben? Ich wollte ein bisschen über dieses Ukraine-Thema, bayerische Thema, mit dem Iron-Supermarkt reden, ein bisschen besser die Branche verstehen mit dir. Was für einen Punkt habe ich komplett vergessen? Also, mach bitte kein neues Fassel auf, aber im Kontext des Besprochenen, was habe ich vergessen zum Fragen, was noch wichtig gewesen war für ein Verständnis?
Michael
01:37:24
Wir haben jetzt vorhin über den Iron-Bereich gesprochen, aber ich glaube, es ist besser, nicht diesen Mastgeflügelbereich. Masthühner ist ein hochspannender Bereich.
Willy
01:37:32
Es ist kein Mast-Hefe.
Michael
01:37:32
Nein, es ist extrem wichtig und es ist auch spannend, aber es ist ein bisschen eine andere Strategie. Aber grundsätzlich haben wir dort auch sehr hohe Haltungsbestimmungen und es funktioniert ähnlich.
Willy
01:37:45
Deswegen wollte ich das nur so ein bisschen anschreiben vorher.
Michael
01:37:48
Das passt auch. Allgemein interessenspolitische Arbeit haben wir kurz angesprochen.
Willy
01:37:53
Kann man die anrufen, wenn man Fragen hat? Man kann mich anrufen.
Michael
01:37:56
Ja, selbstverständlich. Wir haben hier so eine Mini-Büro-Zweige. Kommen wir hier, genau. Ein kleines Büro, aber ich glaube, dass wir effizient aufgestellt sind. Wir haben die Bildung mit dabei, wir haben verschiedene Projekte.
Willy
01:38:08
Ihr seid ja im Haus der Tierzucht.
Michael
01:38:11
Ja, genau.
Willy
01:38:12
Da seid ihr mit den Schweindeln, mit den Rinnen, mit den Schafen. Habt ihr euch da quasi auf einer Wohngemeinschaft zusammengekommen?
Michael
01:38:19
Kann man so sagen, ja. Das sind alle Interessensvertretungen der… Landwirtschaftlichen Nutzerhaltung.
Willy
01:38:25
Der Nutzerhaltung, seid ihr quasi auf einem Gemeinschaftsbüro beieinander?
Michael
01:38:27
Genau. Und es gibt dazu auch ein Dach, das heißt nachhaltige Tierhaltung Österreich. Doch, habt ihr auch. Ein kleines Dach. Ein TÖ? Nachhaltige ein TÖ, genau. Und da werden die Querschnittsmaterien behandelt. Macht auch einen Sinn.
Willy
01:38:37
Okay, das heißt, war das eine bewusste Entscheidung oder habt ihr das Unteramt doch so?
Michael
01:38:43
Ja, weil viele Themen ähnlich sind. Also wir haben ähnliche Ansprechpartner, wir haben ähnliche Themen, Wir haben schon Fixes, wir optimieren die Besprechungsräume. Also es macht schon Sinn, absolut.
Willy
01:38:57
Also kurze Wege.
Michael
01:38:58
Ja, genau. Und es gibt da auch nicht wirklich den Wettbewerb untereinander.
Willy
01:39:02
Wer sind die Kulern?
Michael
01:39:05
Was soll ich denn sagen, Willi? Schau mal mit Leverland. Da ist der Hahn drauf. Nein, aber es ist jeder. Alle cool. Viele Geschäftsführer sind inzwischen jünger als ich. Also die sind alle dynamisch, aber ich glaube, ich bin es sicher auch.
Willy
01:39:22
Naja, du bist ja einig und man ist bei dir auf Jung geblieben, oder?
Michael
01:39:25
Na danke, Willi.
Willy
01:39:26
Zum Schluss muss ich noch ein bisschen nett werden. Fokus 11 habe ich mir da aufgeschrieben. Allgemeine Fragen zu Hühnern und Eiern. Und zwar eine Frage, die mich immer gehört. Weil ein Freund von mir sagt mir jedes Mal, ich kaufe gern die Eier der Größe L. Ich bin generell so ein XL-Typ, aber das ist jetzt eher physiognomisch gesehen. Da sagt mir immer, L ist eigentlich zu viel, weil das tut die Hähnern weh. Die Hähner sind nicht darauf ausgelegt, dass sie so große Eier legen. Und ich denke mir jetzt wieder, Wie ist das? Hast du das schon mal gehört? Soll man mehr M kaufen und ist L eher so die Ausnahme?
Michael
01:40:03
Nein, also wir können, glaube ich, alle.
Willy
01:40:04
Oder sollen es dann auch L händeln?
Michael
01:40:06
Also vielleicht ganz grundsätzlich, je älter die Hühner werden, umso größer werden auch die Eier, die sie legen. Und ich glaube auch, dass sie sich daran gewöhnen. Nur sie werden dann aber auch dünnschaliger und brechen leichter. das ist auch der Grund, warum dann nach einem gewissen Alter man sagt, okay, jetzt kann man das nicht mehr im Lebensmittel Einzelhandel verkaufen.
Willy
01:40:27
Okay. Also es ist nicht so, dass das jetzt irgendwie eigene Händeln sind, die was L... Es gibt keine L-Eierhühner.
Michael
01:40:34
Nein, nein, das nicht.
Willy
01:40:36
Warum gibt es keine X-L-Eier?
Michael
01:40:39
Die gibt es auch nur wenig, aber das ist auch von... dann liegt es in der Natur der Sache.
Willy
01:40:43
Okay, in der Natur der Sache. Warum sind manche Eier braun und andere weiß, manche wieder grün und so weiter? Hat das was mit der Rasse zu tun?
Michael
01:40:50
Ja, es hat auch mit der Rasse zu tun. Also es ist halt zufällig auch so, dass bei uns die Lohmannbraun braune Eier liegen und Lohmannreiß.
Willy
01:40:57
Deswegen hast du die Lohmannbraun?
Michael
01:40:58
Ja, genau. Okay.
Willy
01:41:02
Gibt es irgendwelche Händel, die grüne Eier legen?
Michael
01:41:04
Gibt es auch die Araucana, das ist eine alte österreichische Landrasse.
Willy
01:41:09
Das ist aber nichts, was man in der Industrie findet.
Michael
01:41:10
Oder? Nein, gibt es eher nicht. Aber es gibt ja ganz viele seltene Rassen, die da gezüchtet werden. Nicht nach der Menge der Eier, sondern nach der Schönheit der Tiere.
Willy
01:41:22
Okay, das kommt es dir ein bisschen vor wie beim Test. Ist ein tieforanger Totter ein Indikator für glückliche und gesunde Hühner?
Michael
01:41:30
Nein, würde ich jetzt nicht sagen, aber Orange kommt ja von den Carotinoiden. Also wenn die Tiere grundsätzlich von Carotinoiden, also von Carotin. Also das ist schon so, dass wenn die Hühner in der Freilandhaltung draußen sind und diese Farbstoffe über Blüten etc. Zu sich nehmen, aber auch über Maisfütterung zum Beispiel, wird dann der Tod der Orange. Also das ist ein Fütterungsthema. Das ist ein Fütterungsthema.
Willy
01:41:57
Also ich kann ein glückliches und ein unglückliches sagen.
Michael
01:41:58
Ja, ich würde es so sehen.
Willy
01:42:01
Also das ist ein Klischee, dass tiefroter Totter ein glückliches Hund indiziert.
Michael
01:42:06
In Österreich hießt man gerne Eier mit einem sehr raschig. So hat es ja mal das Durchsicht ein bisschen gesagt,
Willy
01:42:10
Dass es ein Qualitätsmerkmal ist. Das ist einfach Futter. Punkt. Gut, was ist das letzte Frage? Das größte Klischee oder der größte Irrtum, den du rund um Eier, Hühner, Geflügel immer wieder aufklären musst? Oder habe ich da jetzt schon einen dabei gehabt?
Michael
01:42:28
Das ist ganz schwierig. Was? Naja, ich größte Irrtum. Kann ich nicht mehr her.
Willy
01:42:35
Wo denkst du, das meiste kann ich nicht mehr her.
Michael
01:42:38
Das kann ich nicht mehr her. Naja, dass das Huhn vom Tyrannosaurus Rex abstand.
Willy
01:42:43
Ernsthaft? Das ist so ein kleiner T-Rex.
Michael
01:42:45
Ja, also die Wissenschaftler sagen natürlich, dass die Hühner, aber auch überhaupt Vögel grundsätzlich, sehr nahe Verwandte zu den Dinosauriern sind, die auf zwei Beine gegangen sind. und das ist wissenschaftlich tatsächlich auch belegt, was die...
Willy
01:43:00
Also stimmt die?
Michael
01:43:01
Ja. Nein, ich muss es dann immer wieder mal erklären, aber da gibt es solche Fragen eben auch, ja.
Willy
01:43:08
Lass, gib mir noch eine. Das war jetzt gerade lustig mit dem Design-Ramsau-Sex.
Michael
01:43:13
Was gibt es noch für eine Frage? Was ist noch spannend, das Huhn stammt ja vom, unser Huhn stammt vom Bankiva-Huhn ab. Das ist ein südostasiatisches Huhn, das im Waldgebieten gelebt hat. Und das war ein Waldhuhn quasi und das Huhn heute hat noch immer recht viel von diesen Besonderheiten von diesem Huhn und ist vor 6.000 Jahren domestiziert worden. 6.000
Willy
01:43:44
Jahre?
Michael
01:43:44
Vor 6.000 Jahren ist das schon domestiziert worden. Und ist dann zu uns gekommen und zum Beispiel die hintere Zehe des Huhnes ist auch dazu da, damit es sich am Baum, also auf höheren Stangen ein bisschen besser aufbäumen kann und dort sich besser anhalten kann. Und das beim Kiberhuhn hat zum Beispiel die hintere Zehe noch ein bisschen länger als unser Huhn. Also das sind so wirklich die Verbindungen. Oder was noch ganz spannend ist,
Willy
01:44:10
Ist zum Beispiel Jetzt kommen wir ins Rennen.
Michael
01:44:15
Diese Augen des Huhns, die ja seitlich angeordnet sind, damit hat das Huhn eine...
Willy
01:44:20
Was ist denn sonst seitlich?
Michael
01:44:22
Naja, das Huhn ist dann eher mit einer Flucht.
Willy
01:44:26
Auf die Seiten, wo ich schläfe, eher.
Michael
01:44:27
Ja, genau. Und hat einen Seeradius von 330 Grad.
Willy
01:44:31
Wie so ein Insta-Schule-Sixsee.
Michael
01:44:32
Ja, das sieht ja ganz... Das finde ich immer so spannend.
Willy
01:44:36
330 Grad Seeradius?
Michael
01:44:37
Ja, kann man sich dann das Tier reinversetzen und zu überlegen, wo das alles sieht. Also nimmt ganz an, dass die Dinge wahr ist, wie wir es wahrnehmen. Und nimmt also Bewegungen extrem schnell wahr, reagiert extrem schnell, um besser nach vorne zu sehen. Über die Nasenspitze, da tun sie dann die Köpfe so hin und her bewegen, rechts, links, damit sie dann auch schön nach vorne sehen, weil die Augen ja immer seitlich an ist.
Willy
01:45:01
Ah, schräg? Ja. So, jetzt haben wir Fakten beieinander. Ein paar Fakten rund ums Huhn. Ja, genau. Ich komme ein bisschen durcheinander bei uns, weil ich am Anfang habe immer Interviews gemacht und dann Langformate. Inzwischen gibt es das nicht mehr. Ich habe das alles zusammengelegt. Jetzt weiß ich nicht genau, ob ich eine Abschlussfrage stellen soll oder nicht. In deinem Fall stelle ich jetzt eine Abschlussfrage und dann lassen wir es. Und ein Zitat aus Mano geben. In einer utopischen Welt, in der du dir alles wünschen könntest, was würdest du an der Geflügel, an deiner Branche ändern, wenn du könntest? Ein bisschen adoptiert, die Frage.
Michael
01:45:34
Was ich immer ändern würde in einer idealen Welt, in einer idealen Welt wünsche ich mir, Durchgängige Transparenz, aber sowohl auf jeder Seite, also auf der Produktionsseite, auf der Verarbeitungsseite und umfängliche Informationen für die Menschen, die diese Produkte kaufen. Und die sollten dann eben damit die ideale Voraussetzung haben, genau das zu kaufen, was sie kaufen wollen. Weil das gibt es in der Praxis nicht.
Willy
01:46:02
Eine ideale Welt ist eine transparente Welt.
Michael
01:46:05
Kann man so sehen, ja.
Willy
01:46:07
Und jetzt hast du noch ein Schmäh, ein Zitat oder irgendein Sprüchel, mit dem du uns jetzt heimschickst. Oder du die heimschickst.
Michael
01:46:12
Weil du bist ja bei mir im Studio. Ich mich heimschick. Ein Schmäh.
Willy
01:46:20
Oder ein Zitat.
Michael
01:46:21
Oder ein Zitat.
Willy
01:46:22
Die haben wir schon gehabt.
Michael
01:46:27
Wie war die Vitae Polte? Nein, die zitiere ich jetzt nicht. Nein, ich glaube einfach, es ist, das habe ich auch einfangs gesagt, ich glaube, es ist schön zu sehen, wenn man die Dinge verbessern kann und das treibt mich ein bisschen an als Idealist auch. Wir müssen sehen, dass wir die Dinge marktangepasst machen können und wir brauchen einfach das Commitment der Leute, die Eier und Geschlügel essen und dieses Bewusstsein, dass wir diese österreichischen Produkte, dass die einen Wert haben, das brauchen wir ganz dringend und dann können wir diesen Qualitätsweg wirklich weiter fortsetzen.
Willy
01:47:02
Das ist schön, lieber Michael, aber es war jetzt weder ein Witz, ein Spruch noch ein Titel. Ja, das stimmt. Entschuldige. Ja, das ist schön, das war der zweite Wunsch an die utopische Welt, aber so billig kommst du mir nicht davor.
Michael
01:47:13
Witze tue ich mir total schwer, Willi. Ich bin kein Witzerreißer, ich sage es ganz ehrlich.
Willy
01:47:17
Dein Lieblingsspruch?
Michael
01:47:19
Mein Lieblingsspruch?
Willy
01:47:20
Auch nicht.
Michael
01:47:23
Das haben wir jetzt schnell gefragt.
Willy
01:47:24
Input, Output, Putput.
Michael
01:47:25
Das gibt es auch,
Willy
01:47:29
Ja. Oder es will ich dir einfach in Ruhe lassen.
Michael
01:47:32
Also ich habe mich total gefreut, dass ich heute bei dir war.
Willy
01:47:34
Das ist ein schönes Schlusswort. Das finde ich gut.
Michael
01:47:38
Aber Vizereißer bin ich, weiß ich leider nicht.
Willy
01:47:40
Aber das muss man ja nicht immer sagen. Lieber Michael, lieber Michi, vielen, vielen Dank, dass du da bist heute.
Michael
01:47:46
Danke für die Einladung. Bitte gerne. Danke, Servus, bitte.

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