BauertothePeople (B2P)

Wilhelm Geiger

Einspruch Bachler | Dürre · Anpassung · Molkereifusion

Ein Bergbauer und ein Podcaster streiten über die heißen Kartoffeln der Agrarpolitik.

27.09.2026 90 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In eigener Sache: Menschen.at
Ich halte Lebensgeschichten fest, als Audiografie oder Videografie. Für deine Mama, deinen Opa, deinen besten Freund. 
→ menschen.at


Dürre, leere Futterlager und ein Markt, der kippt: Christian und ich reden über ein Jahr, das viele Betriebe an ihre Grenze gebracht hat.

Wir haben im Juli schon einmal über Trockenheit gesprochen, damals mitten in der Entwicklung. Jetzt ist die Saison vorbei und das Bild klarer. Am Bergerhof in der Krakauebene ist es mit ein paar Gewittern noch einigermaßen gut ausgegangen, östlich vom Semmering war das Jahr für viele existenzbedrohend. Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte die Dürreschäden in der Landwirtschaft Anfang August mit rund einer Milliarde Euro.

Was mir Christian erklärt hat und was ich vorher so nicht am Schirm hatte: Wie fein verzahnt das alles ist. Wenn Almen nicht grün werden, kommen die Tiere im August statt im Oktober heim, dorthin, wo auch kein Futter liegt. Gleichzeitig steigen Mäster aus, weil ihnen die Preise davongelaufen sind, und verkaufen lieber ihr Futter. Und der Futterhändler hebt irgendwann nicht mehr ab, weil es schlicht nichts mehr zu kaufen gibt, auch nicht in Ungarn, Tschechien oder Norditalien.

Nachdenklich gemacht hat mich ein anderer Punkt: Christian beschreibt, dass in so einem Jahr ausgerechnet jene Betriebe besser dastehen können, die stark mit Handelsdünger arbeiten. Wer mit Mist und Kompost düngt, braucht Bodenfeuchte, damit das Bodenleben überhaupt arbeitet. Er nennt das einen Wettkampf, bei dem der eine gedopt ist und der andere nicht. Wir streiten darüber, was daraus zu lernen ist, und landen bei Hecken, Windbremsen, Tau, standortangepassten Sorten und der Frage, warum Anpassung fast immer einzelbetrieblich beginnt.

Im zweiten Teil geht es um die Fusion der Obersteirischen Molkerei mit der Berglandmilch, die die OM-Mitglieder mit 92 Prozent beschlossen haben. Christian hat sich der Stimme enthalten und erklärt, warum ihm die Sache gleichzeitig egal und wichtig ist: Weil hinter dem Kostenargument die Frage steht, ob man sich noch als Eigentümer einer Genossenschaft versteht oder nur mehr als Milchlieferant.

Viel Freude beim Reinhören!

00:00:00 Los gehts
Begrüßung, Themen des Tages: Dürre, Anpassung und Molkerei-Fusion
00:02:02 Eine Kappe aus Pakistan
Besuch eines Yak-Fachmanns und was Christian daraus mitgenommen hat
00:06:14 Wirtschaften auf 4.000 Metern
Subsistenz, harte Selektion und ganzjährige Weide unter Extrembedingungen
00:11:17 Trockenheit: Osten und Westen
Wie unterschiedlich das Dürrejahr die Regionen getroffen hat
00:12:25 Warum Tiere früher heimkommen
Almen ohne Grün, leere Winterfuttervorräte und frühes Abtreiben
00:16:48 Wenn der Rindermarkt kippt
Mäster steigen aus, Einsteller finden keine Abnehmer, Preise verwerfen
00:19:11 Kein Futter am Markt
Ausverkaufte Händler, steigende Ballenpreise und fehlende Liquidität
00:26:15 Versicherung und Hilfspakete
240 Millionen, Dürreindex und die Kritik an der Gießkanne
00:32:18 Das Doping-Paradox
Warum intensive Betriebe im Dürrejahr teils besser durchkommen
00:40:19 Anpassung am eigenen Betrieb
Hecken, Wind, Tau und viele kleine Schritte statt großer Programme
00:53:03 Sorten und Tiere für den Standort
Kleinräumige Genetik statt Maximalertrag aus dem Katalog
01:03:03 Fusion OM und Berglandmilch
Konzentration im Molkereiwesen und die Rolle der Genossenschaft

Kurz-Bio Gast:
Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.

INFOS ZUR FOLGE
Bergerhof Krakauebene (Website)
www.bergerhof-krakauebene.at
Bergerhof Krakauebene auf Instagram
www.instagram.com/bergerhof_krakauebene
Bergerhof Krakauebene auf Facebook
www.facebook.com/BergerhofKrakauebene
Alternative University of Bergerhof (Website)
www.alternativeuniversity.at
Berglandmilch eGen
www.berglandmilch.at
Obersteirische Molkerei eGen
www.oml.at


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Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen 😊
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Transkript

Das ist eine Arbeits- und freundschaftliche Beziehung, die wesentlich auf Vertrauen aufgebaut ist. Warum sage ich das? Weil ich beim ersten Take, der ist schon zwei Minuten, kran, vergessen habe, die Kamera einschalten. Aber volle Transparenz über die Kreativität und Kompetenz.
Christian
00:00:25
Das ist halt live, oder?
Willy
00:00:26
Das ist halt quasi live. Live on tape, glaube ich. Das haben wir im Gespräch über gelernt. Das ist live on tape, was wir dann machen.
Christian
00:00:31
Genau. So gesehen.
Willy
00:00:33
Für Leute, die jetzt, jetzt sage ich es noch einmal, es ist immer schlimmer, was Sachen zweimal sagen muss. Für die Leute, die jetzt auf YouTube dabei sind, die jetzt wahrscheinlich wundern, warum du eine durchaus kreative, doch auffällige Kopfbedeckung hast, werden wir gleich die Auflösung liefern. Für die Leute, die nur, quasi nur unter Anführungszeichen mit den Ohren dabei sind, wir werden gleich erklären, worum es da geht. Vorher die Anmoderation, ein verhaltenskreativ illuminierter Bergbauer aus der Steiermark. Und ein konstruktiv ahnungsloser Podcaster aus Wien diskutieren über die heißen Kartoffeln und um Lebensmittel, Landwirtschaft und Gesellschaft. Der Bergbauer, das ist der Christian Bachler, wohlguter Bachler Christian. Und ich bin der Willi Geiger, wohlguter Geiger Willi. Und heute geht es um das Thema Dürre, das hast du auch gewünscht, Christian, vor allem nämlich um die Anpassungsstrategien, damit wir nämlich bei dem ganzen Thema, was jetzt so tragisch war dieses Jahr, auch etwas Konstruktives dabei haben, wo man ein bisschen schauen kann, was kann man eigentlich gegen das ganze Thema tun. Und dann haben wir noch ein Thema, das hast du auch gewünscht, also das ist heute quasi ein Bachler-Christian-Wunschprogramm, nämlich wir sprechen dann über die aktuelle Fusion der obersteuerischen Molkerei, kurz OM, mit der deutlich größeren Berglandmilch. Hallo Bachler. Hallo Geiger. Und damit jetzt einfach die Menschen, die dich jetzt schon sehen können, dürfen oder müssen, je nachdem, wie man es sieht, wissen, was du da im Kopf hast. Und bitte erklär es auch so, dass es die Leute, die das jetzt nicht sehen dürfen können oder müssen, auch mitkriegen. Was hast du da am Schädel?
Christian
00:02:02
Ich habe mich so nackt gefühlt, weil du immer deine Kappen aufhast.
Willy
00:02:05
Das ist mein neues Ding. Das haben mich jetzt drei so Kappel gekauft. Ich komme jetzt nur ums Oder her. Wiederkennen.
Christian
00:02:10
Außerdem möchte ich bitte wegen meiner Kopfbedeckung nur meiner dritten Person, also so mindestens ihre Durchlauchtigkeit oder so angesprochen werden. Na, irgendein Geschenk kriegt, das ist ja so ein Präsidentenkoppen quasi aus Pakistan. Die traditionelle Kopfbedeckung und anscheinend die Feder hat, das Ding sieht aus, hat nur der Chef im Ort sozusagen. Und ich bin da der Chef quasi. Achso, da bist du schon. Man merkt es oft nicht so. Genau, Machtübernahme. Wir haben Besuch gehabt von einem Jagd-Experten, also früher Nutztierwissenschaftler, der in Pakistan Uniprofessor ist.
Willy
00:02:47
Wie warst du?
Christian
00:02:51
Hallo Sir, haben wir gesagt. Hallo Sir. Und der war auf Einladung einer Tiroler Kollegin, der Gabi Brunner in Österreich. Die Art Jagswirt in Tirol. Und die war vorher drüben und hat sich das in Pakistan angeschaut und in andere asiatische Länder, wie das da läuft. Und hat sich da halt den Kollegen aufgabelt und der war ganz Feuer und Flamme, einmal zu sehen, wie läuft das so in Europa. Aber zum Thema Dürer vielleicht ganz passend, darum haben wir jetzt da eben geblättelt mit der Kopfbedeckung, weil es mein Bild im Kopf über Standortbedingungen und so wirklich zurecht gekuckt hat. Also wir sind mit dem Mau durchgegenzogen, wir haben unsere Probleme erörtert, wo wir halt gerade ausstehen durch Trockenheit und so weiter. Und man hat halt irgendwie das Gefühl gehabt, der weiß irgendwie, der denkt, ich bin eine Wartwille. Bis das bei mir dann mal eingesickert ist, die Flächen, über die wir da heuer reden, als komplett verbrennt und scheiße. Sowas hat der ja sein ganzes Bundesland daheim nicht. Weil da, wo die die Tiere holten in der Subsistenzwirtschaft, das würde man bei uns als Schotterparkplatz beschreiben, wo ganz spärlich irgendwo Grün durchkommt, unter solchen Bedingungen Leben und Wirtschaften die dort. Und das relativiert dann schon einiges. Natürlich, das Ganze drumherum darf man nicht vergessen, das ist halt reine Subsistenzwirtschaft, da ist keine Finanzamt, Sozialversicherung, irgendwer anderer hinten drauf und probiert die da, wenn sie sich gehen oder hat allerlei lustige Ideen. Das gibt es dort alles nicht, aber generell quasi, wo ist die Grenze des Machbaren, des Möglichen in der Anpassung, sowohl genetisch bei den Tieren als auch natürlich bei den Menschen im Umgang mit solchen rauen Bedingungen. Und das war schon beeindruckend. Und ja, beitelt dann halt wieder irgendwie ein bisschen in die Spur, wo du denkst, auf was für einem Niveau regen wir uns eigentlich auf, jammern wir. Natürlich, dann auch wieder nüchtern irgendwo, dass überall auf der Welt die gleichen Probleme sind. Also wir haben da spanische Kollegen und so weiter da gehabt, die sich auch universitär da mit Rinderhaltung beschäftigen, die überall dieselben Probleme haben.
Willy
00:04:57
Inzwischen die ganze Welt zu Hause bei dir am Bergerhof oder wie?
Christian
00:05:01
Obwohl, dass sie wirklich sämtliche Kosten und Müden geschalt haben, aber das passiert mir, Gott sei Dank. Nein, es ist wirklich hochspannend und überall letztlich das Problem, Abwanderung, die jungen Leute ziehen weg, es gibt keine Wertschöpfung dort und so weiter. Und jedenfalls, der Kollege war zum Beispiel ganz erstaunt, da gibt es so Sachen, dass ein Jagd oder ein Rind aus mehreren Fleischkategorien besteht, das können die dort nicht. Sondern das wird einfach...
Willy
00:05:22
Wie meinst du das?
Christian
00:05:22
Das wird geschlachtet und dann wird der einfach freien zusammengewürfelt und dann wird der scharf anbraten und so wird der verschnabelt. Fertig. Das jetzt Fleischreifung oder irgend sowas, das können die alles nicht.
Willy
00:05:33
Kann man damit auch was anfangen dann? Wann hat da irgendwie so Anhaltspunkte gegeben, so ein Interessant, mit dem kann ich was tun?
Christian
00:05:39
Ja, ich glaube, das ist schon ein bisschen, es geht vor allem rund um das Thema konservieren und damit auch die Wertschöpfung steigern. Dass man halt sagt, wie kann man, das ist ja ein muslimisches Land, wie kann man ohne Schweinefleisch irgendwie vielleicht Wurst machen oder das Trocknen oder Räuchern oder irgend sowas. Das ist ganz spannend, weil das kann ich uns ja anscheinend nicht wirklich. Und halt einfach, dass man Wertschöpfung in die Regionen bringt, weil das Spannende ist, dort ist Jagdfleisch, Kostet in Euro umgerechnet das gleiche wie bei uns. Die Leute dort drüben verdienen aber, weißt du, ein Mickey Mouse Prozent soll es von uns an Einkommen vom Durchschnittlichen. Das heißt, ein sehr, sehr teures Produkt von dir her.
Willy
00:06:14
Was hast du gelernt von ihm? Er ist ja noch scarcer, wie heißt das, mageren Land, kommen wir jetzt eigentlich in den Überfluss, obwohl das gerade jetzt in dem Jahr war. Hast du von ihm auch was lernen können? Hast du da was mitgenommen können?
Christian
00:06:30
Natürlich, dass du einfach einmal siehst, grundsätzlich zum, ja, es beitelt dir wieder ein bisschen in die Spur, weißt du, dass man wieder ein bisschen eingenordert wird, auf was für ein Niveau, dass wir uns eigentlich aufregen, nicht? Weil wir haben dann oft so geredet, auf die Art zu, wir glauben, der ist heimgefahren und hat sich gedacht, in aller gibt es echt, oder halt, es gibt das Paradies, weil es ist alles grün, und so weiter. Das war beeindruckend, wenn der dort sagt, wie sie das machen, unter was für Bedingungen das dort gelebt und gewirtschaftet wird, nicht nur der tierische Bereich, sondern auch, du hast da weit über 4000 Meter auf, er hat immer so gesagt, so wie bei uns, oder die Wälder sind, sind eher Fuchtwälder. Sie haben 40 verschiedene Sorten von Aprikosen, Ja, und dass sie sich halt relativ pflanzlich ernähren, also Früchte, getrocknet und so weiter, das ist quasi so das Fastfood, das hat jeder als Jausen, wie bei uns halt an Speckrecken früher oder irgendwas zum Jausen. Transportabel. Genau, ist getrocknet, hat er eingeschoben, nimmt er mit, kurz ein bisschen, was eingeschmissen, solche Sachen, und das funktioniert in Höhen bis über 4000 Meter, unter Bedingungen, die für uns völlig unvorstellbar sind, aber natürlich halt Selektion, Anpassung an diesen Standort, unterdappen die Tiere, die männlichen Jagsbolgen im Sommer sind in Höhen in Richtung 7000 Meter unterwegs. Das ist denen einfach wurscht. Die lassen die einfach dort.
Willy
00:07:47
Also sind es auch komplett andere, habt ihr darüber geredet, sind die Tiere vergleichbar?
Christian
00:07:52
Ich glaube, sie sind schon vergleichbar, aber der Umgang, die Bewirtschaftung ist einfach völlig anders. Die weiblichen Tiere und die Nachzucht, die halt irgendwie gebraucht wird und vielleicht sogar Milch gibt, die wird zum Beispiel im Herbst, das ist ganzjährige Weidehaltung, die nehmen sich im Herbst mit ins Tal zum Überwintern und die Männlichen die lassen sich einfach, so wie bei uns am Breber um, die lassen sich einfach um. Und die haben zum Beispiel zur Selektion oder zur Anpassung einen spannenden Zugang. Weil wenn der Stier über den Winter da oben hinwerfen wird, verhungert, dann war er schwach. Wenn die Population 30% verliert durch mal und klein, sag, dann haben die anderen sind halt stärker.
Willy
00:08:33
War das bei uns denkbar?
Christian
00:08:34
Nein, aber das sind aber Leute.
Willy
00:08:35
Nein, ich frage nur. Du sagst, du schaust ja so drei aus, denkst du, ganz unvernünftig klingt es jetzt nicht. War es denkbar, dass man die Viecher drin lässt am Bruder?
Christian
00:08:44
Den Viechern war es wurscht, vermutlich. Das würde schön wie gehen. Das darf man nicht vergleichen. Das sind trockene Hohlwüsten, 400 Millimeter Niederschlag.
Willy
00:08:50
Das ist so konstruktiv Warnungslos.
Christian
00:08:53
Maximal ein Drittel von dem Niederschlag, den wir da haben, in die Hochlagen. Lawinenfahr gibt es dort nicht, auf die Talweiden im Sommer. Also er sagt, sie haben für jede Jahreszeit die Weiden, das ganze Jahr draußen, weil es gibt kein Material zum Stallbauen, warum auch, minus 50 Grad, mein Gott, das halten die Viecher schon aus. Das ist eben spannend, aber eben wirklich dieses Anpassen, dieses Gnadenlose, dass man sagt, wenn der halt nicht funktioniert, dann geht der weg. Ist bei ihnen hart. Also ist ja zum Beispiel, die Mütterbiologen und Ökologen sagen ja, alle 10 Jahre brauchen wir einen wirklich gescheiten, strengen Winter, damit sind wir ein Drittel der Gamspopulation geputzt, weil die anderen sind dann stärker.
Willy
00:09:29
Also beinharte Selektion eigentlich.
Christian
00:09:31
So ist Natur. Wir sind halt so ein bisschen wie, wie, wie, wie, wie, was der und ich war und Vorteil halten und alles. Das beinharte will ich auch nicht eigentlich. Aber mir fasziniert dieser Zugang. Ich bin auf Gedeih und Verderb ausgeliefert auf die paar Viecher, die ich habe. Nimm aber trotzdem in Kauf, damit das langfristig funktioniert, dass halt hin und wieder einer drauf geht. Und eben so wie bei Maul und Klauen sagt, das ist ein Riesenthema. Man hat angedacht, vielleicht Zuchtvieh oder Sperma-Austausch oder irgend sowas. Das funktioniert einfach nicht, weil die Krankheiten haben, die sind bei uns nicht einmal bekannt oder schon ewig vergangen. Und vor allem Maul und Klaunzeiche ist ein Riesenthema.
Willy
00:10:05
Und schon ein bisschen angepasst an das Ganze.
Christian
00:10:09
Aber eben, wie gesagt, wir können da aus veterinärrechtlichen Gründen keinen Austausch machen, jetzt über die Kontinente hinweg sozusagen. Aber eben das Ding, sie haben vor zwei Jahren, glaube ich, oder voriges Jahr Maul und Klaunzeiche gehabt, wirklich massiv. Hat ein Drittel der Population geputzt. Aber sie sagen, die einen sind viel stärker, die halten es aus und die anderen, die haben eine Braucht.
Willy
00:10:28
Habt ihr euch über Klimawandel oder Klimaveränderung auch unterhalten,
Christian
00:10:32
Was das hier betrifft? Natürlich, das merken sie auch. Das merken sie auch, dass es wärmer wird, ganz klar. Dass sie zum Teil Anpassungen vornehmen müssen, was die Wasserversorgung angeht, weil halt irgendwelche Gletscher schon verschwunden sind oder halt durch geologische Prozesse dort halt das anders wird. Ist eigentlich wie überall auf der Welt. Das ist halt alles in Bewegung.
Willy
00:10:50
Ja, wir haben das letzte Mal, gehen wir gleich zu unserem ersten Thema für heute, wir haben das letzte Mal am 10. Juli, ich habe vorher nachgeschaut, über das Thema Türe auch schon gesprochen, das war mittendrin, aber da ist dann noch ein paar Mal richtig heiß geworden, richtig warm geworden, wenig Niederschlag, seither ist wirklich viel passiert, beschreiben wir mal, wie sich die Türe und der fehlende Niederschlag auch bei dir am Betrieb oder bei euch da am Betrieb jetzt ausgewirkt hat.
Christian
00:11:17
Muss man ganz klar sagen, wir sind im Verhörtenis mit einem blauen Aug bisher davor gekommen. Wir haben durch ein paar Gewitter und durch ein paar Schauer den Bergen sei Dank ein paar Mal Regen gekriegt in einer Dimension, die zumindest die Vegetation am Laufen gehalten hat. Das ist ganz was anderes, was da im Osten jetzt passiert ist und in anderen Ländern auch. Da sind wir mit einem blauen Aug davor gekommen.
Willy
00:11:39
Also muss man generell einfach Ost-West ein bisschen differenzierter betrachten?
Christian
00:11:43
Ja, also ich glaube alles östlich, spätestens vom Semmering östlich, da ist es richtig erlaubt. Und auch nordöstlich, da bei Tofen und so weiter, diese Gebiete, die hat es halt wirklich massiv getroffen, wo halt einfach gar nichts mehr gekommen ist. Und dann dazu diese hohen Temperaturen, die haben halt wirklich den negativen, Check-Protein im Bullshit-Bingo erzogen. Bei uns ist eher, wir haben auch deutlich weniger Futter, ist gar keine Frage, aber jetzt nicht in so einer Dimension wie bei anderen Betrieben, die von Ausfällen von 90, 95 Prozent reden, dass man ein Spiel kriegt, da können wir jetzt Betriebe oder haben schon abtreiben müssen für die Olmen oder haben jetzt schon die Winterfuttervorräte aufgebraucht, der Winter hat auch nicht mehr angefangen.
Willy
00:12:25
Mir geht es nämlich, aus meiner Sicht, mir geht es nämlich genau um das halt auch ein bisschen besser zum Verstehen, man hört jetzt immer frühere Abtreiben, das Futter reicht nicht, die Bauern haben ihre Keimen zum Schlachten gegeben, haben Notschlachten müssen, hört man oft. Was heißt das? Warum tut man das? Kannst du das irgendwie ein bisschen erklären? Wie kommt es dazu überhaupt? Und was bedeutet das dann auch für den Landwirten?
Christian
00:12:52
Grundsätzlich ist es halt eben so, dass ein Weidetier Weide braucht. Beziehungsweise ein Grasfresser, wie es bei den Wiederkäuern ist. In der Schule lernt man Stroh und Heu beziehungsweise Konserven davon, oder Stroh und Gras und Konserven davon, sprich Silage oder irgendwas. Ich brauche grüne Masse, damit ich die Kuh füttern kann. Wenn ich heuer Ausfälle habe, bei manchen Schnitten in Richtung 100%, dass einfach nichts gewachsen ist, dann ist irgendwie nachvollziehbar, dass da das Tier nichts zum Fräsen kriegt. Das ist ein Riesenproblem, weil eben Hunger, haha, und heuer nicht nur in einer Dimension, dass du sagst, okay, sie haben halt weniger Leistung, bei uns haben halt heuer deutlich schlechtere Zuwächse, ist halt einfach so, was sollen wir machen, aber wir sind von dem Szenario, dass sie verhungern, noch weit weg, Gott sei Dank. In anderen Regionen ist es heuer halt in diese Richtung gegangen, in einer Dimension, die man bisher nur aus Übersehe kennt. Wenn du da mit amerikanischen Rancher unterhaltest, die sagen, die Arme in der Generation, ist halt die halbe Härte tot. Das ist ja so, da kommt ein Blizzard oder im Sommer eine Dürre oder irgendwas und wir müssen dann die Viecher halt einfach dazuschießen, dass sie nicht verhungern. Das ist bei ihnen hart. Aber jetzt sind wir wieder bei der Härte. Das ist halt in unserem weichgespülten Ding, wo wir das nicht wahrhaben, auch wie in der Branche nicht, aber heuer hat es sich für manche Betriebe in diese Richtung bewegt und bewegt es sich noch immer. Bedeutet, du versuchst im Sommer, so wie es bei uns bei den Weidebetrieben ist, die Tiere auf die Olben zu bringen, auf die Weiden, damit sie auf den Flächen, die gut bewirtschaftbar sind, die Futterreserven, die Konserven für den Winter anlegen kann. Sprich, ich mache Heu und Silage und so weiter. Heuer ist einfach das Problem, dass unten nichts gewachsen ist und oben auch nichts. Das heißt, ich habe oben auf manchen Flächen Betriebe die Tiere nichts mehr zum Fräsen gehabt. Es gibt Almen, die sind heuer nicht grün geworden. Auch in Niederösterreichischen zum Beispiel. Es war kein Schneewasser, es war dann sofort heiß, das ist einfach braun geblieben. Dann hast du auch vielleicht noch kein Wasser. Das heißt, die haben die Tiere statt von mir aus Anfang Oktober oder Ende September schon Anfang August abtreiben müsst. Auf einen Heimbetrieb, wo kein Futter ist. Beziehungsweise wo das Futter gutes Wert ist, weil der Winter eben lang ist. Auch im Winter im Stohl brauchen die Tiere Nahrung, wie wir Menschen. Das ist halt eine Dimension, die man in der Vergangenheit lokal öfter schon gehabt hat. Ist gar kein Thema. Bei uns 2003, 2013 ganz extrem.
Willy
00:15:14
Ja, das hat man immer. Es gibt die Mühe wieder mal so ein Jahr.
Christian
00:15:17
Das Problem ist jetzt halt einfach das flächendeckende Ausmaß. Bisher war es eben so, dass du dann gesagt hast, okay, ich kriege vielleicht eine Entschädigung von der Versicherung oder ich habe finanziert ein bisschen Reserven, und kann dann halt bei uns ganz klassisch, sage ich jetzt einmal, aus Ungarn, aus Tschechien, aus der Slowakei, im Müllbereich sehr, sehr viel, aus der Bohebene, Italien, Luzerne, Heu in guter Qualität. Her transportieren ist nicht so weit weg eigentlich, aber die haben heute auch nichts gehabt. Die haben in Frankreich nichts gehabt und so weiter.
Willy
00:15:41
Das heißt, wir haben ein europäisches Problem.
Christian
00:15:44
Genau, zumindest Mitteleuropa. Norddeutschland und so, das ist ganz okay. Bei denen war das normal, aber alles da in unserer Region ein großes Problem. Und daneben sind noch viele Betriebe, vor allem in den ganz intensiven Diehaltungsgängenden, oben und Niederösterreich, für die ist ja mittlerweile fast die Hauptfuttergrundlage, für die Wiederkäuern immer groß. Oder zumindest kein Dauergrünland, sondern Fürthfutter, Klegros und so weiter, wo es angesät wird. Nicht so wie bei uns, wo das halt ewig quasi gleich bleibt. Die Flächen dort sind vieler Trockstärker, darum eben mehr Tiere dort und sehr, sehr stark der Maisbau. Ich kann halt auf einer Fläche mit Mais mehrfaches an Tieren ernähren, als wie mit einer Wiesn. Das sieht man einfach bei der Biomasse. Dementsprechend intensiv sind die Tiere, sind die Betriebe dort mit Tieren ausgestottert, weil es normalerweise geht. Wenn du dort jetzt richtig auf die Fressen kriegst, dass das Grundland kaputt ist, das Fertfutter kaputt ist und der Mais nur so hoch wird und keine Energie hat, man hat Geschichten gesehen, der Mais ist dann noch zilliert worden, obwohl er nur, keine Ahnung, Brusthoch war überhaupt.
Willy
00:16:48
Statt 2,5, 3 Meter.
Christian
00:16:50
Genau, keine Kolben, weil er zu wenig Wasserkopper zum Blühen für den Kolbenansatz, dass der so trocken war, dass man den nicht zillieren hat, Kind. Das heißt, die Feuchtigkeit, die die Myxolatobakterien brauchen, war in diesen Pflanzen gar nicht drin. Und das ist dann halt wirklich verheerend, weil dann hast du echt einen Poolbrot schaufteuerisch. Was tust du dann? Und auch die Alternativen nicht wirklich greifbar. Das Thema bei Mais geht dann noch zum Beispiel weiter, dass jetzt natürlich die Betriebe müssen Viecher loswerden. Weil ich kann es nicht einfach da schießen oder irgendwas tun. Ich kann es auch nicht direkt vermarkten, jetzt auf die Schnalle oder so. Das sind die Dimensionen. Das heißt, ich muss dich über den Handel loswerden. Und ganz klassisch gehen jetzt die Tiere, die vor die Almen früher gekommen sind, so Mutterkuhkaibel Einsteller. Die gehen jetzt dann in die Most, in die günstigeren Lagen, wo eben der Mais daheim ist und werden dort groß gemacht. Jetzt ist aber das Thema, dass durch extreme Marktverwerfungen viele der Mäste sagen, ich stelle gar keine Tiere ein. Weil der Lebendrinderpreis war im letzten zwei Jahr historisch hoch. Die haben am Höhepunkt doppelt so teure Einsteller, Rohware quasi, gekauft. Danach ist der Markt gekippt. Und die haben zuerst ein Tausender mehr pro Tier ausgegeben im Einkauf. Und dann ein Tausender weniger, als wie geplant sozusagen, eingenommen. Die sagen jetzt, es ist besser für mich, ich häcksel den Meierspreis Polen und verkaufe den in Regionen, die kein Futter haben. Weil die Milchviehbetriebe zum Beispiel brauchen das, die nehmen das dankbar ab. Das Problem ist aber jetzt das, das drückt auch wieder auf der anderen Seite, weil jetzt die Viehhändler nicht wissen, wohin mit den Einstellern, die von Geiger von der Alben kommen. Weil die Mäster sagen, interessiert mich gar nicht. Ich habe das Futter schon alles verkauft, ich mache mir heuer einen eleganten Summe und nächstes Jahr steigen wir wieder ein. Das heißt, es ist sehr, sehr fein verzahnt. Nicht so extrem wie bei den Schweinen, aber trotzdem, es hängt alles mit allem zusammen, das Ganze. Und diese Systeme sind heuer halt schon in einer Dimension gefordert waren oder waren halt Kräfte oder sind Kräfte am Werken, die man bisher nicht kennt haben.
Willy
00:18:51
Das heißt aber, wenn ich dir so zuhöre, ich mache zwar seit sechs Jahren Bauer zu den Pübel, verstehe aber immer nur das meiste nicht, die meisten Betriebe versorgen sie aus der Region. Das heißt, ob ich jetzt auf die Warte ausgetreibe, ob ich jetzt ein Haar einlogge, ob ich jetzt ein Silage habe oder Mais oder so, das kommt eigentlich vom eigenen Betrieb,
Christian
00:19:11
Großteils, oder halt aus der Region. Genau.
Willy
00:19:13
Und wenn es da die kommende Region plus die Nachbarländer die Verfügbarkeit runter hat, dann ist es einfach nichts mehr da, oder wie?
Christian
00:19:21
Es ist nichts da. Ich habe letztens mit einem Futterhändler Kontakt gehabt, der sagt, er braucht rund Kleegrosbohlen, große Laschbohlen. Er hat Vorbestellungen für über 10.000 Stück. Hoben tut er kann er 10.000. Weil es nichts gibt. Es ist nichts am Markt. Und jetzt kannst du dann ausrechnen, wenn du dann weißt, jetzt kommen die ganzen Tiere heim in den Stall und die brauchen dann ab November, keine Ahnung, drei Bäume am Tag, so als Micky-Mass-Betrieb wie bei uns. Und dann kannst du ausrechnen, dass vielleicht im Februar das Futter aus ist, und dann werden die Viecher entweder sehr lange Intervalle beim Intervallfasten machen bis Mai oder was tust du dann? Bei uns im Mutterkuh-Bereich geht es im Verhältnis noch leichter, aber bei den Milchküern ist das ja mit dem Stoffwechsel...
Willy
00:20:04
Die muss die Leistung halten.
Christian
00:20:05
Ja, weil der Körper kennt halt nur Gas. Also das ist wirklich sehr, sehr schwierig im Moment. Und natürlich von dem Angebot und Nachfrage wieder einmal, das Lebenvieh, was ich jetzt loswerden muss, kostet nichts und das Futter kostet, ist das puren Gut. Wir reden von Heibohlen, rund um die Pferdebetriebe, es frisst heuer alle. Rund um Wien gibt es gefühlt eine ganze Armada von Pferdebetriebe, die schmeißen alle Einsteller aus. Weil sie sagen, sie haben kein Futter.
Willy
00:20:34
Woher?
Christian
00:20:35
Ja, woher warst du das? Das ist doch, als wenn ich mich dann heute hier. So wie mir. Dann ist auf einmal ein Problem, was sonst immer sehr diffus ist, weil das kann ich mich gut aus regeln, sehr real. Und wenn man sich dann sagt, keine Ahnung, Heirundbollen hört man zum Teil von 200 Euro im Angeklinken.
Willy
00:20:49
Was kostet es normal?
Christian
00:20:50
Ja, keine Ahnung, was ist denn normal? Ein 50er.
Willy
00:20:52
Nur, dass man eine gewisse genauen Preise oder so.
Christian
00:20:55
So in der Größenordnung. Oder wenn es ganz schön ist, ein Mischwürheuer ist vielleicht 80 Euro. In der Größenordnung.
Willy
00:20:59
Also doppelt und verdreifachend von der Futterpreise.
Christian
00:21:03
Große Lachbohlen haben wir eingekauft im letzten Jahr, wenn sich die Gelegenheit bietet, 40 Euro das Stück und jetzt ist man bei 135 bis 145 Euro. Und die Liquidität muss ja da irgendwo her.
Willy
00:21:18
Ich versuche das heute ein bisschen zu übersetzen, nämlich auch für die Leute, die das nicht aus der Landwirtschaft sind, für die ist eigentlich eh ganz klar. Nur, wenn es jetzt so durchs Land vor ist, aber du siehst, es gibt ja noch Viecher. Es ist ja nicht so, dass jetzt auf einmal das Futter weg waren, alle Viecher jetzt zum Schlachter gegangen sind. Von welchem Ausmaß reden wir denn da, was da gerade passiert, was du so mitkriegst. Das ist... Es sind ja noch Viecher rum, es ist ja nicht alles weg oder sonst irgendwas.
Christian
00:21:45
Gar keine Frage. Ich glaube, das ist sehr, sehr schwer, das irgendwie objektiv, zu beurteilen, weil es gibt Betriebe, die de facto reden, sie verkaufen 80% der Herde. In anderen Regionen ist das Ganze vielleicht bei 5% oder bei Einzeltieren. Wie schwachen die dann schlechter?
Willy
00:22:03
Haben die schlechtere Flächen? Haben die Sparer gesagt, okay, ich muss ein Futter zukaufen, die Preise sind nicht mehr hegelbar, was sind denn da so, was du so in die Branche reinhachst und du redest ja mit vielen Leuten, was sind denn da so die Gründe, was du so mitkriegst?
Christian
00:22:16
Äh, Ganz plakativ. Wir haben die letzten Jahre immer jetzt das Problem gehabt, dass der Mai verregend und scheißkalt war. Auch wenn der Winter vorher Niederschlagsabend war, dann hat es der Mai immer hergezogen. Mit dieser Hoffnung sind wir auch wie heuer in die Saison gestartet. Dann war Ende Mai alles braun. Es ist nichts gewachsen, gar nichts. Dann haben wir gesagt, okay gut, planen wir bis Mitte Juni, dass es zart wird. Dann bis Ende Juni. Und so weiter. Und es ist immer geschissener geworden. Wir haben vielleicht heuer den Ding gehabt, ich habe im Frühling schon ein bisschen ein Zusatzfutter vorreservieren gehabt, weil die letzten Jahre wirklich gut waren. Natürlich haben auch wir dementsprechend Tiere aufgestockt, weil wir sie auch brauchen für den Umsatz und so weiter. Ich habe vielleicht heuer den Riecher gehabt, dass wir gleich im Juni dann gesagt haben, wir gehen jetzt einfach einmal davon aus, dass es einen Monat für ihn nicht renkt. Und das haben wir jetzt weitergespielt und jetzt haben wir gesagt, wir gehen davon aus, dass es bis aller Heiligen nicht mehr renkt. Das heißt, einfach vom Worst Case, Wir haben bei ein paar Sachen halt schon vorher als Management angepasst, dass wir sagen, wie können wir uns helfen. Das töme ich uns vielleicht ein bisschen leichter, weil wir mit extremen Ereignissen schon ein bisschen mehr Erfahrung haben und in der Materie ein bisschen tiefer reinstecken. Die anderen, die das jetzt einfach sagen, mit einem Telefonanwurf beim Futterhändler lösen wir das Problem. Die können wir natürlich heuer an die Grenzen, wenn der Futterhändler nicht mehr abhebt. Der hat nichts mehr. Das ist eben das Problem. Das ist ein wirklich eine Ausnahmejahr und da ist halt einfach für manche Betriebe die Trockenheit und die Hitze zusammengekommen, jetzt kommt auch noch dieses Chamondovirus und so weiter noch oben drauf, ist halt wirklich ein Schaß. Was für mich einfach eine Lehre aus der heurigen Dinge ist und das ist mir wichtig, dass wir da als Branche auch weiterdenken, wir müssen halt schauen, das so ein Extremjahr wie heuer, das werden wir hoffentlich in unserer Karriere näher mehr nicht leben oder vielleicht erst würden, wir wissen über die Gewitter, die 100-jährigen Ereignisse.
Willy
00:24:14
Ja, es sind dann 200, und dann 300-Jährige.
Christian
00:24:16
Ich habe nicht die ersten 10 Jahre meiner Karriere 300-Jährige Ereignisse beim Gewitter gehabt. Jetzt ist Gott sei Dank keine Ruhe. Es gibt 1000-Jähriges auch. Es ist halt der Freiluftsport. Aber dass man sich insofern anpasst, dass man sagt, wie können wir, wenn wir jetzt sagen, durch die Raum- und Bedingungen schlagen die Extreme auf meinen Standort um 10 oder 12 Prozent nach oben oder unten aus, je nachdem wie man es anschaut, dass ich mich auf das anpasst. So wie heuer, was sollst du denn da haben? gar nicht mehr Regen und 40 Grad hat, da braucht man nicht mehr auf eine Anpassung reden. Das ist halt einfach biblisch, da hast du Pech gehabt. Das ist tragisch, das ist ein Wahnsinn. Diesen Betrieben gehört auch geholfen. Das ist wie wenn das Hochwasser, die überholt als Häuslbauer, dann gehört da auch geholfen. Aber den Grundding, dass man wie in der Wirtschaft heute, wie überall und natürlich auch in der Landwirtschaft immer vom Optimalen ausgeht und in jeder Kalkulation bis hin zu jedem Pipifax-Förderantrag immer vom Optimum ausgeht, auch aus der eigenen Lebenserfahrung, das fliegt ja um die Ohren.
Willy
00:25:14
Das geht nur, wenn das System stabil ist.
Christian
00:25:16
Genau, das ist es halt auf alle Ebenen im Moment nicht.
Willy
00:25:21
Ich weiß nicht, ob du das weißt, aber jetzt ist es in Europa, geht uns das Futter ein bisschen aus, zumindest im Moment, also temporär, es ist ja nicht so, dass es dauerhaft ausgeht. Warum kaufen wir es dann jetzt von NoWater weg? Also ich habe mir dann irgendwas importieren oder so, so aus Notenmaßnahmen, was weiß ich, aus Kanada, mit dem ich jetzt eh mit der eigenen Zusammenwachsen bin. Geht das nicht? Gibt es da irgendwie einen Grund, dass das nicht geht oder ist das einfach logistisch? Hast du da schon mal Gedanken gemacht?
Christian
00:25:46
Ja, was das für eine Mengen sind.
Willy
00:25:47
Vielleicht ist das das, weil ich denke, dann importieren wir es halt oder so.
Christian
00:25:51
Also ich glaube, das kann irgendein Königshaus in Saudi-Arabien, in den die Wüsten an 5000 Kier Milchkuhbetrieb herstellen und sich extra die Luzerne in Manitoba präsent lassen, wo es wurscht ist, das lasse ich mir auch einreden. Aber 5000 Kier klingt jetzt viel, ist es aber auch wieder nicht, wenn du mal rechnst, wie viele Tiere, dass da allein in Österreich um ein Tum stehen, wo es da für Mengen im Spiel sind. Also ich glaube, dass das einfach logistisch nicht...
Willy
00:26:15
Logistikkosten, Mengen, einfach nicht realistisch.
Christian
00:26:17
Nein, ich glaube, das ist nicht realistisch.
Willy
00:26:19
Das ist schnell gesagt, aber schwer gesagt. Einen anderen Punkt, den du vorher schon eher angedeutet hast, ich habe mit ein paar Leute schon geredet, weil das war zur Ausnahme, Katastrophen, ja, momentan über eine Milliarde Schäden, aber nur zum Stich, da glaube ich, 12. August war es, das war, ganz viele Leute reden, dass die Schäden dann weit über 2 Milliarden noch gehen, wenn du dann noch ein bisschen weiterdenkst, was dann noch alles passiert, passieren kann. Wie stehst du zum Thema Versicherung, weil die große Diskussion über Türehilfen, war auch eine Diskussion, die Bauern, die versichert sind, sollen Hilfe bekommen, die Bauern, die nicht versichert sind, sollen keine Hilfe bekommen. Ich habe letztens auch mit dem Georg Strasser schon diskutiert, also ein Bauernbundpräsident, Wie stehst du zu dem Thema? Ist das, wenn man versichert ist, wenn man was kriegen soll, dann sollen auch die Nicht-Versicherten was kriegen? Was waren denn da so die Diskussionen?
Christian
00:27:06
Das ist eine sehr spannende Frage.
Willy
00:27:11
Bin mir sicher, dass der Meinung ist.
Christian
00:27:13
Ja, ich tue mich mit diesen ganzen Hüften wirklich massiv schwer oder maximal schwer. Wir sind Unternehmer. Dort muss das Brot abkönnen.
Willy
00:27:26
Das heißt, du bist als Unternehmer keine mehr für, bist du für Pflichtversicherung, oder bist du eher für eine große Diskussion?
Christian
00:27:35
Ich bin bei der Versicherung, ich bin zum Beispiel auch nicht versichert.
Willy
00:27:38
Ah, du bist nicht? Okay, hätte man aufgeschrieben.
Christian
00:27:40
Ich bin gegen Hagel versichert, und ich habe meine Rinderherde versichert. Bei uns ist der Hagel das deutlich höhere Risiko, als wie die Trockenheit. Ich war gegen Trockenheit versichert, habe aber dort die Erfahrung gemacht, in einem trockenen Jahr, dass durch das Berechnungsschema, was da ist, nichts außer Kimp und das für mich eine Kraftzahler ist. Also das ist gescheit, du hast Geld auf die Seiten und schaust, dass ich eben ein Futtervorrat anlege. Aber das ist natürlich arbeitsbetrieblich, das ist ein Unternehmertum, was auch ich. Ich finde es auch total kindisch und ich weiß, das soll jetzt nicht irgendwie überheblich klingen, aber ich finde es so lächerlich, dass wir nach wirklich geilen Jahren und wenn da jetzt jemand um ein Dumm jammer, dass die letzten Jahre vor allem im Veredelungsbereich nicht cool waren, dann liegt er. Dann liegt er. Und wir können ja wohl einmal sagen, Alter, das war jetzt cool. Das kommt natürlich heuer auch noch dazu. Wir haben 24 vor allem und auch 25 absolute Rekorderträge gefüllt bei allen gehabt. Und heuer ist halt scheiße. Ja. In einer Welt, wie es früher war, in einer normalen Welt, hätte man noch ausreichend Reserven gehabt. Aber in einem Jahr wie voriges Jahr, wenn überall die Preise explodieren und die haben nur geführt, dann produziere ich natürlich viele Möhre, damit ich den maximalen Effekt aus dem rauskriege. Weil wir halt auch in der Branche nicht mehr langfristig denken. Die wenigsten, sage ich einmal, haben jetzt zumindest in der Grünlandregion so viel Futter auf der Seite, dass du sagst, mir ist die Trockenheit heuer wurscht. Aber das ist immer wieder leider beim Unternehmertum. Es gehört halt bei einem gewissen Ding dazu. Und ich finde es ehrlich gesagt fast ein bisschen zum Schämen, dass man dann sofort immer noch in den Staat schreit. Abgesehen davon, dass die Dimension mit 240 Millionen da, ich finde generell, es ist schlecht, ein Hilfspaket auf die Beine zu stehen, wo dann gefühlt die ganze Agrarpolitik mit ihrer Social-Media-Betreuer ausstreiten muss und den Leuten, den Betroffenen erklären, wie das funktioniert, weil ich checke es bis heute nicht. Für mich ist das Raketenwissenschaft, was die da um und umrechnen, ist ich nur die Endzahl, wo es kommt für einen einzelnen Betrieb aus und das ist lächerlich. Lächerlich ist halt auch, wenn man über die Versicherungspflicht und so weiter nachdenkt, eine Versicherung zahlt jetzt schon der Staat glaube ich 50 oder 55 Prozent dazu, weil die Branche so kaputt ist, dass du dir sonst die Versicherung nicht leisten kannst. Das heißt, wir haben da bis wieder einmal so sehr, sehr viele Probleme, die man halt jetzt, Katastrophe, Katastrophe. Und natürlich ist es geil, wenn du dann als Politiker hinstellen kannst und sagen, jawohl, jetzt denkt man um so und so viel Prozent die Steuer auf Lebensmittel und tut dem auch das eine und so. Es ist Placebo-Ding. Verarschung ist es eigentlich. Und ich finde auch, dass man hin und wieder sagen muss, Leute... Das ist eine Chance, wenn es die komplett abreißt, dass du heuer gar kein Futter hast, weil du dort null Niederschlag hast. Um Gottes Willen, dann müssen wir dir helfen. Wir sind eine Solidargemeinschaft.
Willy
00:30:23
Über welchen Mechanismus?
Christian
00:30:25
Da wird es ja wohl irgendwas geben. Keine Ahnung. Die wissen von mir, die wissen auf guter Deutsch von jedem Ficht von mir, was einen Chance lässt oder wo die hinludeln. Und da werden sie selber nicht zusammenbringen, dass wir die Regionen herausfinden, die echt massive Probleme haben.
Willy
00:30:36
Objektiv, aber nicht wahr, sondern nicht nur unternehmerisch. Genau.
Christian
00:30:40
Bei mir haben sie Betriebe gemeldet, die sagen, du heuer so geiles Jahr, jetzt kriege ich zwei Monate Sozialversicherung noch zahlt. Mein Betrieb liegt günstig, ich habe gleich viel Futter wie normal, habe ich noch über den Dürreindex.
Willy
00:30:50
Das ist schon wieder so quasi Gießkanne gewesen.
Christian
00:30:53
Das ist die Mutterallergie, Gießkanne. Mir steht heuer da keine Hilfe zu. Von uns westlich, 95% der Betriebe, zero. Will man nicht wahrhaben, ist aber so. Bitte stellen wir das Geld zusammen und helfen wir denen, die es wirklich brauchen. Wie gesagt, ich verstehe dieses Ding da nicht. Ich weiß nicht, was da... Ja, wo wir irgendwie, keine Ahnung, linkshändig mit Geheimdiener irgendwo was ausfüllen, ich weiß es nicht, wie das ausschauen soll. Ich müsste es zu deppern.
Willy
00:31:16
Ja, einen Punkt möchte ich in dem Fall noch ansprechen, das hat jetzt weniger damit, sondern eine Kritik draußen, was man wirklich mitkriegt, wenn man mit den Leuten redet, über dieses Thema, die sagen, sie verstehen, also wirklich Leute, also weit weg sind von Landwirtschaft, jetzt jammern die Bauern schon wieder, jetzt kriegst du schon wieder 240 Millionen überwiesen, immer wenn es was ist, jammern die Bauern, dann wollen sie sofort ein Geld, und irgendwas im Hinterkopf haben sie, das gibt doch auch, du hast das selber gesagt, das hat ein gutes Jahr gegeben, was ist denn mit dem Geld, dass du die guten, wenn du Übergewinne machst, es kann ja nicht sein, dass ein gutes Jahr nur ein Jahr ist, wo du kein Minus machst, sondern du wirst aber hoffentlich auch mal, was ist mit dem Geld, kannst du das nicht, das wird dann wieder reinvestieren, weil da hat keiner gejammelt. Das habe ich oft nur gekriegt, die Kritik. Geht es der Landwirtschaft wirklich so schlecht, dass die guten ja auch schon eigentlich schlechte Jahre sind, aber keine ganz so schlechten und die wirklich schlechten sind dann ganz, ganz schlechte? Oder ist da der Vorteil, dass die Landwirtschaft da wirklich gut im Jammern ist, ist da an dem auch was dran? Ich muss jetzt die Frage weitergeben.
Christian
00:32:20
Ich glaube, es ist eine Kombination, aus mehreren Dingen. Wir haben natürlich diese Skalierungseffekte, sprich, dass die großen Betriebe, die sehr, sehr effizient sind, die auch eigentlich Raubbau machen, das muss man auch sagen, weil das ist nämlich das Oberbewerse, dass heuer die regenerativ angehauchten Betriebe. Größere Probleme haben mit der Trockenheit.
Willy
00:32:41
Ach so.
Christian
00:32:41
Ja, weil die Vegetation, die wir da stehen haben, das ist halt sozusagen das maximal unter diesen Verhältnissen Machbare für die Natur. Wenn ich jetzt aber dann noch mit allerlei chemischen Helferleinsbräume mit Handelsdünger dazufahren kann, dann bin ich bei der Tour de France, der eine ist dopt und du nicht. Das heißt, wir haben zum Beispiel heuer die paradoxe Situation, sagen Bodenkundler, dass die Flächen, die intensiv mit Handelsdünger gedüngt werden, weniger Wasser gebraucht haben, um den Stickstoff pflanzenverfügbar zu machen, als wenn ich jetzt Mist oder Gülle ausgehaue. Das heißt, das, was normal wäre, kommt heuer ans Limit und der große Betrieb, der sowieso schon höchst intensiv fährt, durch diese ganzen Helferleins, kommt heuer sogar aus dem Ding auch noch besser drüber. Und die wirklich Vollgas-Echten lachen über uns Kaspel. Wie wir eigentlich das machen, was die Gesellschaft haben will, und man sagen will, wie geht es dir ohne das Doping? Das ist ja eine total schizophräne Welt.
Willy
00:33:40
Aber was lerne ich dann drauf?
Christian
00:33:43
Dass es einfach komplett krank wird, das.
Willy
00:33:46
Aber dass das krank wird,
Christian
00:33:48
Dass das Abnormale, Ausbeuterische besser honoriert wird und sich besser rächen, als wie das normale Vernünftige. Und das musst du dir irgendwann sagen, falls es da oben irgendwas gibt, das ist mir halt mal gar nichts umdrehen. Weil schon langsam wird es langweilig.
Willy
00:34:02
Ja, aber du hast ja gerade, Entschuldigung, aber wenn ich es vielleicht nicht verstanden habe, du hast ja gerade beschrieben, dass es gerade eigentlich funktioniert hätte.
Christian
00:34:08
Ja, aber wir stehen mit der, wir stehen mit der, das was die Natur sozusagen, mit aller Ausschöpfung der Anpassung hergibt. Gibt es nicht ein Limit. An dem Limit sind wir ja jeder Betrieb für sich selber. Und dann suchst du neben die hochintensive Landwirtschaft, die durch noch mehr Nährstoffinput veraußen. Du meinst gedauert? Genau. Wenn ich jetzt sage, ich düng so wie bei uns mit Kompost und Mist und ich brauche eine gewisse Mindestfeuchtigkeit im Boden, dass das Bodenleben das abbauen kann, ansonsten bleibt das einfach liegen und der Kollege, der keinen Mist macht oder als Ergänzung mit Kandelsdünger reingefahrt, die Düngerkügelchen weniger Wasser brauchen und das bisschen Wasser im Boden nach Pflanzen verfügbar werden kann und das groß dementsprechend besser.
Willy
00:34:49
Wenn das hört, dann denke ich mir, ja, dann mache ich dann auch das. Ja, dann bin ich dann steht...
Christian
00:34:53
Ja, aber sind wir deppert.
Willy
00:34:54
Wieso bin ich deppert? Das funktioniert ja. Wo ist das Problem? Erklärt kannst du das Problem. Jetzt nicht, glaube ich, in einem halben Stuhl, aber so in ein paar Worte. Was ist dann das Problem, wenn es funktioniert? Das höre ich doch dann.
Christian
00:35:05
Ja, aber da sind wir halt wieder bei dem, dass das andere ist wirklich sozusagen, wieder die Natur, weil das ist eine Zwangsernährung, was wir da tun. Ja, aber wenn es funktioniert.
Willy
00:35:14
Dann mach ich es da.
Christian
00:35:15
Ja, aber ich weiß nicht, ob das für uns als Organismus, als Mensch, als Entverbraucher, abgesehen von die Viecher, irgendwann dann gut ist.
Willy
00:35:21
Also du meinst, dass man langfristig den Organismus so hinmacht?
Christian
00:35:23
Nein, natürlich. Ich mache ja auch ein gutes System hin. Die sind ja natürlich hoch auffällig. Im Verhältnis, wenn jetzt der Dünger sind oben verdoppelt, wenn wir wieder irgendeine Fantasiesteuer einführen oder irgendwas, dann haben die natürlich irgendwann einen Batsch. Und dann kommt der Fall aber richtig tief. weil die haben außer noch mehr irgendwelche Helferleins einsetzen, keine Anpassungsstrategie, wo unsere Kinder dann hoffentlich irgendwann sagen, Tideli! Weißt du nicht mehr? Also diese Ausschläge, das ist eine komplett paradoxe Situation. Ich hoffe, ich kann das jetzt irgendwie so formulieren, dass man es halbwegs versteht, aber es ist im Moment so...
Willy
00:35:54
Segen wir dann in die Kommentare. Ja.
Christian
00:35:56
Dass wirklich der... Man oft das Echo hört, das ist keine Ahnung, mit dem eigentlich das, was funktioniert, und das funktioniert auch, die Bestände sind gut, das wächst und Ding, und dann schaue ich um, die Vollgaser, unter Anführungszeichen, die werden jetzt quasi für das Ausbeuterische noch einmal obendrauf belohnt.
Willy
00:36:14
Ja. Aber sie sind natürlich abhängig von Warnströmen, die was sie nicht selber produzieren können etc.
Christian
00:36:20
Es ist halt wieder so ein Scheinüberfluss.
Willy
00:36:23
Funktioniert, solange alles funktioniert, aber wenn es zusammenbricht, ist das System für sich nicht mehr resilient, sondern abhängig von allen möglichen Abhängigkeiten.
Christian
00:36:28
Und dann sind wir quasi in der Theorie die Schäfs, aber wenn uns bis dorthin schon der Staat Ochs ausgezogen hat, wenn wir es finanziell nicht daran rühren, das ist das Problem. Das ist echt eine Paradoxesituation.
Willy
00:36:38
Eine andere Geschichte, was ich irgendwo gelesen habe, ich glaube in irgendeiner Gruppe sogar, da haben sie ein paar Mutts drüber aufgegriffen, dass ich glaube, irgendein Wifelökonom, ich weiß jetzt nicht mehr, wie er geheißen hat, ich habe eine Vermutung, aber ich muss nicht sagen, wenn man es damit so falsch ist, gesagt hat, es wäre ja theoretisch möglich für Landwirte, dass es ja, wenn es einmal gute Jahre gibt mit einem Überschuss oder sowas, dass es zum Beispiel Heu oder sowas bis zu fünf Jahre oder sowas auf Lagerlenke. Ich habe letztens mit einem geredet, die haben einen Betrieb, da geht es jetzt nicht um die Dürre, da geht es um die Preise, die du jetzt kriegst, wenn du es ablieferst, quasi im Lagerhaus, die bauen Silos, damit sie sagen, okay, wenn der Preis am Boden ist, dann verkaufe ich nicht, deswegen habe ich jetzt einen Buffer, ein Silo und verkaufe dann, wenn der Preis wieder aufgeht. Also es spekuliert halt mit mit dem Spiel. Da habe ich mir halt gedacht, klingt eigentlich nicht ganz unlogisch, bei beide Fälle. Ist das, muss man da als Bauer auch wieder ein bisschen mehr Unternehmer werden und sagen, okay, ich muss mir halt den Buffer, ich kann nicht drauf verlassen, dass wenn es halt nicht geht, dann hilft mir schon wer, sondern ich baue mir so einen Zwischenpuffer ein und spare halt in den fetten Jahren, damit ich nicht mag, was habe.
Christian
00:37:42
Ja, in der Theorie ist alles gut.
Willy
00:37:46
Ja, theoretisch bin ich gut.
Christian
00:37:47
Nein, also ich finde auch den Ökoognom, hätte ich fast gesagt, sehr lieb. Er ist ja nach eigener Ding ein Bauernbuch. Ich habe mir mit vier Jahren und mit 14 jeweils beim Skifahren in den Oberschenkel gebrochen und bin damals im Spital gewesen. Bin ich jetzt Chirurg? Das ist 35 Jahre her. Und der Hansi, wenn der vor 50 Jahren irgendwo im Mittel-Ober-Unter-Viertel, da hat es einen eisernen Vorhang noch gegeben, dann schaust du einmal die Langkarten an, was sich da auf der Welt dann hat in der Zeit. Abgesehen davon mit den 5 Jahren, das ist wirklich falsch, aber die Welt hat sich halt verändert. Und die muss heute halt, in der Theorie ist das alte Dings, eine Ernte am Feld, eine am Sparbuch, eine im Stadl. Ja, das probierst du heute. Das geht nicht, weil du die Kohle brauchst. Jeder fährt komplett am Limit, Jeder muss eben schauen, wie bei uns. Du musst eben schauen, genau den Spagot, wie viele Viecher bringe ich über den Winter, damit dass ich heuer genug Umsatz habe, dass ich das Futter da kaufe, dass ich zumindest mit einer schwarzen Null durchkomme. Nächstes Jahr brauche ich die Viecher aber wieder, weil wenn ich nächstes Jahr viel Futter habe, aber zwei nicht Viecher dazu, was tue ich mit der Weide und so weiter, das ist halt leider alles ein bisschen schwierig. Und eben durch die ökonomischen Zwänge ist jeder da angehalten und bestrebt, natürlich diese Balance zu finden. Ein bisschen Reserve hat jeder, ist gar keine Frage. Aber fünf Jahre, man träumt ja von Wormeis.
Willy
00:39:07
Das war halt bis zu das Vermögel.
Christian
00:39:09
Ja, aber es ist ja ein Blödsinn.
Willy
00:39:10
Aber geht es nicht einmal für zwei, es ist im System nicht drin.
Christian
00:39:13
Das ist aber, das ist abgesehen davon, dass ich keine Ahnung, beim Haar würde es vielleicht, oder Stroh, ist sowieso wurscht, wenn ich es nur zum Einstrahlen nehme. Beim Haar, es ist halt dann nichts mehr drin. Die Nährstoffe oxidieren, es werden abbaut und so weiter. Bei der Silage ist es genau dasselbe. Ist ein Unterschied zum Getreide. Darum heißt es ja Marktbruchbetrieb.
Willy
00:39:31
Das heißt, ich kann gar nicht Auflager produzieren. So lange, wenn es...
Christian
00:39:35
Seien wir wieder bei den Kapazitäten. Das geht nicht. Das ist halt immer ein Kreis. Das ist ein Unterschied zu den Marktfruchtbetrieben. Das ist natürlich logisch, dass der halt, wenn er die Kohle hat, Silos baut und dann das Zeug verkauft, wenn mangel ist. Weil es lagerfähig ist. Weil es lagerfähig ist, ja.
Willy
00:39:50
Das heißt, man muss da unterscheiden zwischen Marktfruchtbetrieben,
Christian
00:39:54
Ackerbau und der hat auch lustigerweise eben keine Tiere. Das ist das Nächste, nicht? Das heißt, der kann jetzt auch mal sagen, du, ich lege das sechs Monate, wenn ich es finanziell irgendwie bloß, einen Großteil der Ernte auf Lager und verkaufe es dann in einem möglichen Preis hoch. Natürlich ist das für den schlau, dass er nicht wie der Gemeindebauer nach der Ernte direkt zum Lagerhaus fährt und dort das Getreide in die Gassen kippt, wo wir wissen, dass ein Übangebot da ist und das nicht gekostet, diese Schwankung. Das macht absolut Sinn. Aber bei den Tieren wird das halt sehr, sehr schwierig. Ja.
Willy
00:40:23
Jetzt schauen wir mal Richtung Anpassungsstrategien. Meine Vermutung ist ganz ehrlich, jetzt haben wir dieses Katastrophenjahr gehabt. Ich habe eher das Gefühl, dass das Katastrophenjahr jetzt nicht das letzte Wesen sein wird in naher Zukunft. Das ist schon was passiert. Wir kennen wir uns als österreichische, bleiben wir mal in Österreich, in heimischen Landwirtschaft. Was gibt es für Möglichkeiten, wie haben wir sie als Landwirtschaft auf diese offensichtliche, ich hoffe, wir diskutieren nicht mehr darüber, ob sich irgendetwas verändert, weil das sieht man. Jeder kann streiten, wo es herkommt oder sonst was, aber es verändert sich etwas. Wie muss ich mich als Landwirtschaft darauf anpassen, dass es uns in 10, 15, 20 Jahren noch gibt? Oder dass ich dann noch etwas wirtschaften kann?
Christian
00:41:07
Uns und euch ist da ganz, ganz wichtig. Wir debattieren immer so vor oben, ob ich sage, das ist nur ein Bauernproblem. Wir haben vergessen, das haben wir auch schon mal gehört, unser tägliches Brot gibt uns heute. Das war vor nicht allzu langer Zeit noch überall das dominierende Tagesthema. Das heißt, wenn keine Produktion mehr stattfindet wir haben ja diese Öko-Dieseland-Bewegung die sagt, brauchen wir ja alles nicht mit dem wir alles renaturieren und so weiter, können wir ja alles kaufen was glaubst du, wenn das dann in einem anderen Land ist was werden mit den Preisen passieren, Also wir sind einfach angreifbar. Du brauchst bei gewissen Sachen eine Selbstversorgung. Fertig.
Willy
00:41:39
Eine langsouveränität.
Christian
00:41:42
Schlüssel zur Freiheit, letztlich als Volk. Oder halt als Bevölkerung. Aber noch jetzt zurück zur Türe. Das muss ich noch wegen der Versicherung. Türeversicherung macht aus meiner Sicht einsterbetrieblich, das kann sich ja jeder leisten. Das ist ja gar kein Thema. Es macht absolut Sinn, wenn ich eben so ein reiner Marktpunktbetrieb bin. Wo ich jetzt sage, ich lebe vor dem Getreideverkauf. Und wenn heuer durch diese Hitze halt ich nur, man redet ja zum Teil von Mais, statt 15 Tonnen jetzt beim Körnermais verniett einmal 1000 Kilo am Hektar. Aber was soll denn der leben? Dass man das versichert, macht absolut Sinn. Gleiches wie ein Hagel. Aber das ist halt auch der Unterschied, das ist sein einziges Einkommen. Das denke ich mir ist ein bisschen anders, eben im tierischen Bereich. Muss man das ein bisschen, wie es im Gründland ist, kann man nicht eins zu eins eben vergleichen. Versicherung gegen Türe, damit man das in Göt abgürten könnte, würde aus meiner Sicht absolut notwendig sein, dass man die Flächenurzeln anschaut. Dass man eben sagt, wie beim Hagel, da sind 30% Ausfahre und so weiter und nicht das Gebietsweiß drüber. Da haben wir ein Problem in der, Berechnungsmethode, was das angeht. Was da steht da dazuzahlt. Ist eben interessant, wie gesagt, wenn die Branche so kaputt ist, dass du eigentlich die notwendigen Versicherungen nicht mehr leisten könntest, ist auch spannend. Vielleicht könnte man da ein bisschen mehr Mitbewerber einbringen, dass das nicht nur eine Systemversicherung macht, wäre auch ein spannender Ansatz einmal. Aber den Ortsbetrieben, die es wirklich feigelt und die da heuer eine biblische Katastrophe haben, auf gut Deutsch, denen ist zum Hilfen. Genauso als wie bei den Hochwasser oder bei der Lw.
Willy
00:43:16
Also wir reden, wenn man es auf einen Punkt bringt, das war eine Katastrophe. Und das ist eigentlich Katastrophenschutz, was wir da machen. Das ist Katastrophenhilfe. Wie man es dann kommuniziert, wie man es macht, ist was anderes. Und was du vorher gesagt hast, mit der Gierskan bringt es halt nichts, weil dann genau jeder die Sozialversicherungsreduktion, der was eigentlich gar nicht braucht.
Christian
00:43:33
Genau. Und das hat uns im Image...
Willy
00:43:34
Es muss ja jeder leise sein und nicht sagen, ich gebe es bitte nicht, aber eigentlich kommt man es aber
Christian
00:43:39
Wie du sagst, in der öffentlichen Diskussion im Image hat uns das mehrfaches gekostet von dem, was wir...
Willy
00:43:44
Ja, das... Gehen wir wieder zur Anpassung. Ja. Das ist im Prinzip wieder die gleiche Logik, weil da gibt es, wenn man über Reden über Renaturierungsverordnung und Klimagesetz, was es halt alles gibt, wo es darum geht, wie man Österreich in Richtung Klimawandelanpassung bringen könnte. Ist so ein bisschen der Eindruck, ja, wir machen schon mit, wie wir es wahrnehmen, aber es muss die Finanzierung sichergestellt werden. Das ist ja, glaube ich, das, was Deutschland und Co. auch sagen, zeigt uns erst einmal, wo die Kohle herkommt und wie das finanziert ist, dann machen wir auch diese Klimawandelanpassungen mit. Meine Frage, und dann gehen wir vielleicht auch in die konkreten Maßnahmen, was du siehst, ist es nicht auch im ureigensten Interesse von Landwirten und Landwirtinnen, sehenden Auges, es kommt da was, die Investitionsentscheidungen, die sie eh schon treffen, also über Ölpol und was man vielleicht privat finanziert, in die Richtung zu steuern, dass sie genau so Anpassungsmaßnahmen auch wirklich tätigen, weil es hilft einem ja auch, weil es bringt ja nichts, wenn man offenen Auges in der Klimaerwärmung reinrennt und sagt, ja, ich hätte schon was tun können, aber es hat keiner gezahlt. So jetzt. Ich habe mir das Stiftung und kriege ich den Backl überlegt.
Christian
00:45:02
Was habe ich da jetzt gesagt? Hörst du gerade die ganze Zeit irgendwas klingeln? Hörst du gerade die ganze Zeit irgendwas klingeln? Spielen die mit dem Hund, oder?
Willy
00:45:10
Es kann sein, dass du vielleicht mit dem Hund spielst. Aber es stört nicht.
Christian
00:45:12
Okay, nur das ist nicht bei mir im Kopf. Ist es nicht bei dir? Okay.
Willy
00:45:15
Hast du glaubt, dass wenn der Frage jetzt bei dir ein bisschen...
Christian
00:45:17
Ja, also ich bin so ein bisschen Banane. Nicht, dass du da schön begeistert. Okay, dann passt. Wenn du die Sache hast, bin ich glücklich. Deine Frage war echt. Okay. Das was ich dir da überlegen ist mir komplett scheißegal, das geht an mir so vorbei das kannst du dir gar nicht vorstellen, also das ist ignorifizieren, label expert superior plus das sind wir beim Unternehmertum das musst du ein Einzelbetrieb machen und wenn ich halt so, ich weiß ja nicht von was in was für einer wird das manche leben dass sich was verändert, Alter das wissen wir seit 25 Jahren, in diesen Prozessen steckt mir, wie viele andere Betriebe seit 25 Jahren rein, Und das fangen halt viele kleine Schritte, ganz klar, aber das muss ich für mich doch bitte, dass so unternehmertum mäßig, also schlau muss ich doch wohl sein, dass ich schaue, was funktioniert bei mir und was funktioniert nicht. Ich bin absolut, mir stürzt die ganze Haut auf, wenn jetzt da wieder irgendwer kommt und dir doch jetzt die Wörter klärt, anscheinend ist das aber notwendig für uns, weil wir so ein bisschen falsch abhoben sind in manchen Regionen, weißt du das, oder in manchen Bereichen. Das muss doch bitte, wie du sagst, der ureigenste Ding sein, diese Anpassungsprozesse. Das ist eine grundbäuerliche Tugend eigentlich. Und das sind halt oft wirklich nur Kleinigkeiten, die schon genau die paar Prozent vielleicht rüberbringen, denen wir helfen, diese Ausschläge zumindest so zu begrenzen, dass sie irgendwie, leichter durchkommen. Also keine Ahnung, dass sie jetzt böse Zunge behaupten. Dass manche Regionen Österreichs und Europa deswegen austrocknen, weil man die ganzen Höcken weggeschnitten habe. Also ich bin auch so eine böse Zunge. Ja, genau. Ist logisch, ne?
Willy
00:46:57
Thema Machfeld.
Christian
00:46:58
Genau. Es ist aber auch logisch, wieso das passiert ist.
Willy
00:47:01
Ja, okay. Oder braucht man halt, ne?
Christian
00:47:04
Wenn du halt mit der Technik unterwegs bist, und so weiter, schauen wir uns die alten Luftbilder an, wie das früher ausgeschaut hat.
Willy
00:47:12
Ja, da kommst du mit denen nicht mehr durch, ne?
Christian
00:47:13
Genau. Dann müssen wir halt sagen, okay, gut, dann ist halt der Strafnehmer 20 Meter breit, wo ich halt mit den Uxen fünf Längen gemacht habe, sondern schauen wir, dass wir zumindest alle 100 Meter wieder was da tun. Was haben wir früher dann? die sind ja früher genau vor die gleichen Probleme gestanden. Bei uns genauso. Wir müssen schauen, dass wir die Ränder, die durch diverse Gründe aufgerissen worden sind, rund um die Flächen, schauen, dass wir dort den Wind wieder bremsen. Und wenn wir nur den Wind so viel bremsen, dass auch der Tau nach die Holmen runterrinden kann am Boden, dass wir die Feuchtigkeit, die Pflanzen aus der Luft holen können, dass die dort bleibt. Und dass die nicht der erste Wind in der Frühe schon wegblast. Ist eigentlich nichts dahinter. Aber natürlich, wenn der Fanspiegel und ich mit meinem geilen Fans irgendwas oder John Deere oder keine Ahnung, was der Teufel vorbeifahre und dann kriege ich außen da die Edelstahlbeschichtung in Kreuzer und dann schneiden wir sofort die Bam weg, dann haben wir halt ein Problem.
Willy
00:48:03
Ja, aber ganz ehrlich, das, was du jetzt gerade gesagt hast, das ist in anderen Worten das, was vieles von dem steht in der Retourierungsordnung.
Christian
00:48:11
Ja, mag sein.
Willy
00:48:12
Steht im Klimagesetz. Ich habe den letzten Podcast gehabt, über den Machfeldkanal. Wir haben den damals gebaut, so wie man es vorstellen würde, quasi unter unter naturnahe Bauweise. Habe nur ich den Eindruck jetzt momentan, dass es nicht in der Geschwindigkeit und von selbst passiert in der Landwirtschaft? Ist da die Landwirtschaft zu träge in ihren Strukturen? Oder sind es die Landwirte, die sagen, solange da jetzt nichts kommt, tue ich auch nichts? Oder ist das nur eine Fehlwahrnehmung? Es passiert eh schon viel. Und nur wir Stadlinger, sage ich jetzt einmal pauschal, kriegen das nicht mit, dass im Prinzip eh schon 90 Prozent von allen Landwirten auf Hochtouren an eigenen Projekten arbeiten, die in die Richtung wirken.
Christian
00:48:55
Ich glaube, dass da die Innovation wieder einmal in die Randbereiche ist, also sprich in die Arschgängenden, wie bei uns, wo die Bedingungen bei Hausaus schlägt sind.
Willy
00:49:02
Wo der Druck am höchsten ist.
Christian
00:49:04
Genau. Weil wenn ich jetzt sage, mit 20 Bodenpunkten bin ich weit schneller tot, als wir jetzt unten in einer guten Lage mit 80 Neuzbodenpunkten, wo die Böden halt einfach viel mehr rufen können.
Willy
00:49:17
Also je mehr Böden, desto besser, besser werden.
Christian
00:49:20
Das ist natürlich ein Thema. Das ist sicherlich ein Thema, dadurch, dass diese Systeme so träge sind und du halt sagst, okay, mein Boden, ich habe nicht heute nur 5% weniger Ertrag, für mich ist es besser, ich nehme die weniger die paar Prozent in Kauf, als wie, dass ich jetzt da irgendwas großartig starte. Ist wirtschaftlich. Ist schwierig. Das nächste, was ich glaube ich auch vielfach dann in den größeren Strukturen ist, wenn die Flächen alle mir gehört, dann tue ich mich auch leichter. Wenn ich jetzt aber Flächen habe, keine Ahnung, 50 Quadratmeter und ich muss da mit jedem Dubi Thermerherz, können wir da irgendwas machen, dass wir da eine Baumreihe setzen, können wir da jetzt irgendwie ein Zweil machen oder irgendwas, das wird halt mega mühsam.
Willy
00:50:00
Das hat der Kollege vom Machfeldkanal auch gesagt, in den 80er Jahren, als wir es gebaut haben, haben sie drei Jahre gebraucht für das Projekt. Ich habe ihn gefragt, ob das heute noch möglich wäre, ich habe gesagt, ja, möglich schon, aber viel, viel teurer und es wird viel, viel länger dauern, weil Umweltverträglichkeitsprüfung dieses, jenes und so weiter und so fort. Und die Landwirte haben es aber damals deswegen ins Boot gebracht, weil sie selber das Problem gehabt haben, nämlich kein Wasser mehr im Nachfeld. Eben wegen den Geschichten, die du gesagt hast. Die Antworten klingt alles so logisch. Was haben wir jetzt für ein Problem? Weil die anderen haben die Förderung noch nicht, deswegen tun wir nichts, aber wenn wir nichts tun, brauchen wir die Förderung auch nicht mehr, weil es den Betrieb dann auch nicht mehr gibt. Das ist ein bisschen ein Hene-Ei-Problem, aber ziemlich ein Fatales.
Christian
00:50:49
Aber ich glaube, dass in diesen großen Dimensionen, das ist wie bei den ganzen Flussbegräunigungen oder Trainerschierungen usw., da hat halt der Einzelne eine Perspektive gehabt, dass für ihn besser wird. Und wenn ich jetzt heute sage, ich fliege schon voll autonom, mit effizienter geht es gar nicht mehr, Ockerbaulicht durch die Gegend oder keine Ahnung was, wir sind so effizient, wie es nur irgendwie geht, es geht sich aber trotzdem wirtschaftlich nicht aus. Und dann kommt jetzt noch irgendwer und erzählt mal, dass wir jetzt da die Welt retten müssen, obwohl ich selber nicht dabei bin, da wäre ich 10 kroner nach Freien. Das ist das Problem. Wie wir das schaffen, dass du sagst, wir nehmen die Leute mit ins Boot, wie bei der Energiewende. Und sagen, du hast einen Vorteil davon, wenn du von Strom autark bist. Und so weiter.
Willy
00:51:34
Ja, aber nicht erst in 20 Jahren.
Christian
00:51:37
Ja, was weiß ich. Nimm heute 100.000 auf. Was ist das? Was tust du heute mit 100.000 Euro? Wenn du was gräberes startest. Darum glaube ich halt eben, dass das wirklich ein Thema sein muss, jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten, dass du bei kleinen Schritten einmal anfängst und dann, mir geht es halt auch so, dass du dir immer tiefer in das eingefallst, weil es für dich was bringt. Ich tue das Ganze, ich fliege auch nicht um, wenn du ihn heute einen Tag habe, das kannst du dir gar nicht vorstellen.
Willy
00:52:02
Ja, einen Teil habe ich mitgekriegt. Deswegen muss man jetzt um halb oder zehn am Abend machen,
Christian
00:52:08
Das was man machen kann. Aber unterm Strich rechnen Sie es und unterm Strich sehen wir Fortschritte und das ist für uns und das Betrieb, das Familie, ein positiver Zug nach vorne. Wenn ich aber sehe, Alter, ich laufe da immer dumm und kann mich dann noch kontrollieren und sanktionieren lassen und keine Ahnung, Schmarotzerhasen oder Steiergeldempfänger, dann gewähne ich mir das ab. Und das glaube ich eben, dass das auf sehr, sehr vielen Sachen ein großes Thema ist. Das ist zum Beispiel auch ein paar Sachen, auf die ich auch gar nicht so denke, oder denkt habe. Es geht eigentlich bis in die Forstwirtschaft. Von der namhaften Forstpflanzen am Forstgarten, Bruder, da haben wir auch wieder das gekriegt, wo stehen die Heuer, wenn es so trocken ist. Wenn man da Heuer irgendwo, auch bei uns da, Sturmflächen, da sind tausende Forstpflanzen gesetzt worden, die sind alle hin. Wenn sie sich danach nicht drehen, was soll ich denn machen? Ist natürlich Freiluftsport, gar keine Frage.
Willy
00:53:03
Gehst du?
Christian
00:53:04
Ja, in der Theorie, ja. Aber eben, der sagt dann zum Beispiel, naja, wir müssen jetzt schauen, wo die Pflanzen, die da sind, wir müssen auch im Forst eine Vegetation oder halt eine Pflanzengesellschaft etablieren, die mit dem Standort zurechtkommt. Und das ist eben der Teufel, dass wir da wieder ins Kleinräumige gehen müssen. Ein Viech, was bei uns funktioniert, eine Sorten, die bei uns funktioniert, muss nicht in Damsweggrüben funktionieren. Und das ist eben der Teufel, mit der über alles gleich machen Vereinheitlichung. Also die haben zum Beispiel DNA-Analysen gemacht für die Fichten, die Probleme haben und für die Fichten, die keine Probleme haben. Und sind dann zum Beispiel draufgekommen, dass ein großer Teil der österreichischen Wälder eigentlich fremde Genetik da hat. Weil die halt irgendwo in die Karpaten vermehrt worden ist, Karpaten, Fichte und so weiter, und so Geschichten, wo das sind halt ewig lange zugeschaut. Und das war es dann... Ja, aber wenn es halt hinwärts dabei, hilft es halt auch nicht. Also eben, dass man bei solche Sachen, oder eben auch bei der Vegetation auf die eigenen Flächen, Ich halte nichts davon, jetzt wieder in die Bauerngruppen ist jetzt natürlich, was für Saatgutmischung. Wo können wir am meisten Geld aus? Ich schieße mit einem wenigsten Effekt. So könnte man es aus meiner Sicht bewusst überspitzt zusammenfassen. Meine Erfahrung ist, du musst schauen, wir haben uns wirklich jetzt 15 Jahre mit dem gespielt und spüren uns vermutlich.
Willy
00:54:32
Die nächsten 15 Jahre.
Christian
00:54:34
Dass du eben schaust auf die Flächen, wo eine Vegetation kippt und sie etabliert, die auch mit so Jahren wie heuer umgehen kann, die muss ich fördern. Da muss ich halt einmal das Nano-Joule-Nadel weniger Energie in Kauf nehmen, dass ich das absammeln lasse. Es gibt Kollegen, die sagen bei Mais zum Beispiel, in der Kindheit, die 60er und 70er Jahre, da war das Unkraut im Mais gleich hoch wie der Mais. Und Mais war das Wurscht. Der hat den gleichen Druck gehabt wie heute. Heute sieht der Mais ein Unkraut auf 100 Meter aus der Chance. Viele andere Sachen auch. Es ist nicht resilient. Wenn wir es mit der chemischen Keule niederspritzen, das ganze Ding, dann hat der keine Konkurrenz gekauft. Wenn der sich nie durchsetzen muss, die Pflanzen wie im Wald. Der Stärkste sitzt sie durch, der kommt ans Licht. Und mit dem, was ich weiter tun. Bei uns zum Beispiel, wir haben heuer bei den Bergschirken eine Kurlinie, die hat mir eigentlich super gefallen. Und da haben wir gesagt, das wird eine wesentliche Säule unserer Zukunft. Die stechen wir alle ab. Die können mit der Trockenheit nicht umgehen. Die sind am gleichen Standort, die sind schlecht. Die sind schlecht beinahnt. Und daneben, in der gleichen Gruppe, eine andere Linie, Da ist das wurscht. Das meine ich. Das passt aber natürlich nur für unseren Standort. Aber, ich glaube, diese Themen, diese Fragen muss sich jeder stellen, weil die Industrie wartet und sagt, die grüne Gentechnik, Wir machen das für dich. Kostet ein bisschen.
Willy
00:56:01
Ja, das Thema Gentechnik ist wieder kaum eine andere Bauste.
Christian
00:56:07
Das schlägt aber da genauso rein. Das schlägt da genauso rein.
Willy
00:56:09
Wobei die Technik selber wahrscheinlich gar nicht das Problem ist, sondern eher die Eigentumsverhältnisse, die dahinterstehen. Wenn man das auf irgendwas draufhast.
Christian
00:56:17
Aber eben was man sagt, es muss die Anpassung quasi aus dem Labor kommen. Gibt eine Förderung dazu, macht der Minister wieder eine lustige Aussendung oder irgendwer. Das meine ich. Das ist ein ganz heißer Ritt.
Willy
00:56:29
Ja, mir geistert jetzt, ich habe dir das vorher schon mal gesagt, vor allem, wenn wir geredet haben, was der Josef halt gesagt hat, der Junge, wenn du in der Permakultur zwei Betriebe hast, die das gleiche machen, hat mindestens einer davon ein Problem.
Christian
00:56:41
Genau.
Willy
00:56:42
Und so, das klingt auch ein bisschen so, so Anpassung, pauschal wird es nicht funktionieren wahrscheinlich, oder? Weil man hört, und auch das wollte ich eigentlich auch über den Ding, müssen wir jetzt, damit wir in Zukunft eine Landwirtschaft machen können in Österreich, macht man doch einfach neue Kulturen, also ein bisschen mehr Wassermelonen, Erdnüsse, Reis und so und so. Das heißt, man löst eigentlich damit, dass man auch bessere Pflanzensorten nimmt, also genetisch, gentechnisch verbesserte oder überhaupt gleich Wärmeliebte. Der Winzer baut statt Weißwein und Rotwein an, dort wo es die hohe Äpfel gehabt hat, also zum Wein, und dort wo gar kein Wein gewachsen ist, kannst du jetzt auch einen Wein bauen.
Christian
00:57:17
Ist ja grundsätzlich eine Auffassungsstrategie, ist ja ganz normal. Und das Wärme wird, wenn die Bedingungen besser werden...
Willy
00:57:21
Das ist nichts auf der Hand und sie kommt auch in Diskussionen sehr, sehr oft als Beispiel vor. Mach's doch Rampf oder irgendwas Tiefurzeltes und dann passt das dann schon. Was sagst du dazu?
Christian
00:57:31
Ja, nicht nur, also jein.
Willy
00:57:35
Nicht?
Christian
00:57:35
Aber es ist ja genau das. Wenn du sagst, man hat das Problem, dass der Süßwein eine Zuckergehalte kriegt oder eine Zuckergehalte, dass das echt wild wird, liegt es natürlich auf der Hand, dass ich entweder da schaue, wo es für die Sorten funktionieren oder halt dann den Cut machen und sage, du gehst Richtung Rotwein. So wie bei uns, wenn ich halt sieg, du, keine Ahnung, Fleck für Fleisch funktioniert nicht, weil es jetzt schwarz ist, dann muss ich halt auch was anderes tun.
Willy
00:58:06
Meine Frage war, ist es eine Lösung für die Fläche? Natürlich, ich habe ja einen Podcast gehabt mit einem Erdnussbauern in der Nähe von Wien oder so. In der Nische funktioniert das super. Wir werden halt nicht flächendeckend Erdnüsse anbauen, weil es halt Klimaresilienzer sind. Was ist die Strategie für die Fläche?
Christian
00:58:22
Das ist natürlich, du sagst, die Nischen für den Ortsbetrieb und auch so ein Leuchtturm-Ding, dass man sieht, das ist schon möglich. So wie zum Beispiel unser Maistrühm. Völlig sinnlos eigentlich, völlig nutzlos. Ich hoffe, dass wir heuer ohne eigenes Popcorn zusammengekriegen. Ja, weil bisher haben wir nur letztens einmal, heuer hat noch mal nicht der Hagel erwischt. Wir haben nur letztens einen kleinen Butenschaden gehabt, wenn uns die Buten ausgekommen sind. Wir haben ein paar Pflanzen gekillt, aber der Mais ist 2,20 Meter hoch, schiebt Vollgasgrün, ist sehr, sehr spät gesetzt worden und wäre vor 15 Jahren noch völlig undenkbar gewesen, auf fast 1500 Meter, dass der Mais so wächst, beim Ding her. Aber eben, es braucht beides. Diese Nischen, die sagen, okay, die ausloten, was können wir machen, was funktioniert, was funktioniert nicht. Aber in der breiten Maße muss ich halt schauen, was für Sorte kommt mit meinem Standort zurecht. Und weil jetzt die Premium-Sorte keine Ahnung, was weiß ich, beim Kreuzl-Franz im Burgenland irgendeinen Super-Trag bringt, Auf irgendeinem Spezialboden muss das nicht bei mir funktionieren. Das meine ich eben. Diese Anpassung ist einzelbetrieblich unabdingbar. Und dass ich nicht immer nur sage, keine Ahnung, das ist die höchste Ertragserwartung, weil der hat im letzten Jahr im Anbau, kann ich mich nicht aus, aber nur was man so, die höchste Ertragserwartung, und die baue ich auch auf Birgen und Brechen, und komme dann drauf, okay, mein Boden ist deutlich schlechter, und dann habe ich einen Schuss. Mir gefällt da immer sehr Poolzeit, das sage ich uns sind Leute auch immer, früheren Zeiten hat man vom schlechtesten Standort die beste Pflanzen genommen. Und heute nimmst du vom besten die beste. Und du hast dir dann sofort Angst, wenn sie irgendwo sick. Dieser Denkansatz des Maximierens statt Optimieren, da müssen wir uns halt was überlegen.
Willy
01:00:05
Ich glaube, wir konnten da jetzt ewig noch weiterreden. Was hört jetzt beim Punkt speziell bei Anpassungsmaßnahmen? Was für einen Punkt hast du jetzt noch nicht quasi heute einfach mal auf den Tisch gelegt, über den man zumindest nachdenken sollte, der wichtig ist? Dann schauen wir noch zur Fusion.
Christian
01:00:20
Genau, es kommen dann die Oberspurbläer, die dann so vorziehen, ja, und jetzt kaufe ich mal irgendwo, aber viele haben eine Beregnungsmaschine, eine Regenbogenmaschine, und tun da Grünland beregnen.
Willy
01:00:31
Du hast da auch schon geschaut, ob es dann nicht kriegst, wahrscheinlich, wenn es dann nicht geben wird, oder?
Christian
01:00:36
Und? Nein, das sind Illusionen, vom Ding her. Ich glaube, das, was wir uns Sabory und Co. Sagen, muss man sich beherzigen, versuchen wir. Wir können nicht beeinflussen, wir für Niederschlag, das wir kriegen. Wenn wir viel kriegen, haben wir ein gutes Jahr, wenn wir weniger kriegen, haben wir ein weniger gutes Jahr. Aber wir müssen lernen, mit dieser Menge umzugehen, weil das können wir nicht beeinflussen, und wir müssen schauen, dass die möglichst lang und möglichst gut auf unserer Fläche genutzt wird. Und da sind wir in der hutzerschen Bermakultur natürlich auch ein bisschen dran, wie kann ich einen Wasserabfluss... Genau, aber eben auch so Geschichten, wie es jetzt gerade mit dem Tau, dass man sagt, wie kann ich den Wind von meinen Flächen so fernhalten, dass zumindest der Tau drauf bleibt.
Willy
01:01:18
Und da waren wir wieder bei Agroforst oder Agroforstelementen oder Landschaftelementen oder Wassersteil.
Christian
01:01:22
Unendlich, unendlich, was es alles gibt.
Willy
01:01:25
Der Wind füllt drüber und füllt quasi die Landschaft trocken. Genau. Und das Wasser ist weg, verdunstet wieder. Genau. Und das ist ein wesentlicher Faktor. Und wie man es macht, ist wahrscheinlich ein bisschen, naja, du wirst keine Betonwind hinbauen, damit der Wind da durchfällt.
Christian
01:01:40
Ja, aber das kann theoretisch jetzt auch eine senkrechte PV-Unlock sein. Sieht man, im Bezirk Mauer auch schon. Sowas macht durchaus Sinn, warum nicht?
Willy
01:01:50
Ich habe das nicht in die Landschaft gehört.
Christian
01:01:52
Schaut da kraslich aus. Schaut da kraslich aus, ist gar keine Frage. Aber wenn es dir als Betrieb dort hilft, dass du erstens resilienter... Ja, von mir auch. Mir gefällt es auch nicht. Aber es ist halt ein notwendiger Schritt letztlich. Was man sich früher in andere Regionen bis hin zu irgendwelchen geflochtenen Hecken und so weiter, wo sich die Leute angedauern haben, dass sie irgendwie den Boden in der Landschaft halten. Die Feuchtigkeit in der Landschaft halten, was für Aufwand das dort betrieben worden ist.
Willy
01:02:21
Also man wird, um den Punkt abzuschließen, man wird auf Alt hergebrachtes bauen können, aber man muss sich neuen Möglichkeiten und auch Ideen nicht ganz verschließen bei der ganzen Geschichte.
Christian
01:02:33
Aber das ist halt auch Passung, nicht?
Willy
01:02:35
Ja, das ist halt.
Christian
01:02:37
Es ist Evolution.
Willy
01:02:42
Jetzt spüren wir es einfach ein bisschen stärker, dass der Druck einfach ein bisschen stärker.
Christian
01:02:46
Ja, aber das Thema ist ja da, aus der eigenen Erfahrung, dann hast du wieder fünf gute Jahre, dann scheiß... Ja, scheißerei. Es ist halt auch menschlich, nicht? Aber nur grundsätzlich muss man sich, glaube ich, einfach Gedanken machen, wie überall, wie in der Vermarktung, wo geht der Markt hin, ist da genau das selbe Thema.
Willy
01:03:03
Ja, weil wir bei Evolution sind, Teile von evolutionären Prozessen sind auch Fusionsprozessen. Das ist eine schöne Überlegung.
Christian
01:03:11
Das ist ja richtig schmalzig.
Willy
01:03:15
Ich habe mich, wie ich dich gefragt habe, worüber wir reden wollen, fast ein bisschen wundert habe ich mich nicht, aber du hast gesagt, wir müssen unbedingt über die Fusion von Eira, da in der Region, obersteuerischen Molkerei mit der Berglandmilch reden. Wieso ist dir das Thema so wichtig?
Christian
01:03:35
Es ist mir wichtig und komplett wurscht, zugleich.
Willy
01:03:40
Weil du draußen bist aus dem Müllsystem.
Christian
01:03:45
Ich bin Genossenschaftsmitglied. Bist du noch? Ja, noch zugeliefert. Ich habe dann einen Großteil meiner Genossenschaftsanteile oder Geschäftsanteile, gekündigt und mich wieder auszuholen lassen. Bei so einem Müllsystem ist ja üblich, dass du je nach angelieferter Menge einen gewissen Betrag an Geschäftsanteilen zeichnen musst. Das ist dann quasi ein Unverzinst Eigenkapital, mit dem du hoffst hast und mit dem natürlich die Genossenschaft wirtschaften kann Du.
Willy
01:04:11
Bist Miteigentümer Wichtiger zu klären, Genossenschaft jeder Genosse der Genosse ist Miteigentümer und eigentlich gehört der Basis
Christian
01:04:22
Das ist ja eigentlich die, die Reifeisenidee auch die Reifeisenidee der Gräuse hilft im Kleinen und umgekehrt und gemeinsam sind wir stark Wir sagen nicht, wir erreichen die Weltherrschaft.
Willy
01:04:33
Für die Leute, die jetzt quasi nicht dabei sind, oder das ist jetzt nicht so die Erklärung, was ist eine Molkerei, was macht eine Molkerei alles? So in wenigen Worten, dass man ein Frame hat.
Christian
01:04:44
Eine Molkerei grundsätzlich ist ein Betrieb, der Rohmilch zu Produkten aus Rohmilch oder aus Milch verarbeitet.
Willy
01:04:51
Die weiße Palette quasi, wenn man es auch immer wieder verarbeitet hat.
Christian
01:04:53
Alles, nicht? Letztlich, nicht? Beides.
Willy
01:04:56
Also Milch halt, verarbeitet und dann auch die Produkte wieder verkauft.
Christian
01:05:00
Genau. Und das Molkerei-Wesen sozusagen ist in Österreich geschichtlich bedingt, Gott sei Dank, genossenschaftlich dominiert, sprich man hat richtig Großwaren, so wie da in der Region ist das in die 50er Jahre. Vorher hat es das ja durch logistische Gründe nicht gegeben.
Willy
01:05:13
Was war da eigentlich?
Christian
01:05:15
Subsistenzwirtschaft.
Willy
01:05:16
Subsistenz.
Christian
01:05:18
Und halt ein bisschen vielleicht, dass wer Butter oder Käse verkauft hat.
Willy
01:05:21
Ein bisschen gehandelt, aber dann mit zunehmendem Handeln, zunehmender Vernetzung etc. Es war auch die Bestandsgrößen,
Christian
01:05:28
Das Verhältnis zwischen dazu ernährenden Familienmitgliedern oder Hofbewohnern und der Tiere hat es nicht hergeben, dass du jetzt großartig irgendwas verkaufen lässt. Die Leute haben sich selbst versorgt. Nicht so wie der bei dem Hansee in Pakistan.
Willy
01:05:40
Ja, aber es ist schön zum Wissen, dass man es zeitlich ein bisschen ein hat, das hat es nicht immer schon gegeben, die Molkerei, sondern die Welt hat sich geändert, die Gesellschaft hat sich geändert und irgendwann hat es so eine Molkerei immer uns hingemacht.
Christian
01:05:49
Da hat es eben diese großen Meiereien, Meierbetriebe rund um die großen Städte gegeben, wo damals auch schon die Milch sozusagen für Wien und so weiter angeliefert worden ist. Und dort ist das halt verarbeitet worden, möglichst zentral oder nicht allzu weit weg von die großen Städte, weil du kannst Milch halt nur beschränkt ungekühlt transportieren und laden. Ja, das ist ein Schaß, gar keine Frage. Darum zum Beispiel ein kleiner Fun-Fact, wie die Römer seinerzeit oder die Norica niedergeboxt haben, hat sich gesagt, ist ja wirklich so, die Römer haben aus ihren klimatischen Dings keinen Kuhmilchkonsum gehabt, de facto, weil das nicht funktioniert bei 40 Grad. Wie sie dann dahergekommen sind, haben sie Rindertypen mitgebracht, die ausgelegt waren auf schware Pflüge zieren, bei Arschlochschware, also sehr schweren Böden in der Po-Ebene.
Willy
01:06:40
Po.
Christian
01:06:41
Genau. Die damals schon so wenig Milchkrab haben, aber halt riesige Zugkraft, dass sie Ammenkühe für die eigene Nachzucht gebraucht haben. Also eigentlich damals schon über züchtete Kribbel. Die haben die daher mitgebracht und haben die einheimischen Rindertypen verdrängt, vor allem die Bergschecken und die ganzen keltischen Rinder, die da immer dumm waren, für ungefähr 100, 140 Jahre, und dann sind die auf einmal wieder alle verschwunden. Und man ist zurückgegangen zum kleineren Rind, das wir jetzt wieder da haben mit den Bergschecken.
Willy
01:07:09
Warum?
Christian
01:07:10
Weil der römische Hansi draufgekommen ist, dass in Holstadt der Winter ziemlich scheiße ist, wenn du kein Milch hast. Das heißt, Milch- und Molkereiprodukte, frisch gezapft von der Kur, kriegst du gerade bei Molken warme Hände, ist in langen Wintern in den Bergen essentiell. Das heißt, diese Beziehung zwischen Milchwirtschaft und den Tieren und den Menschen ist halt aus dem Auser entstanden, dass du das im Winter de facto als sehr proteinreiche Nahrung frisch gezapft, auf kürzestem Weg eben da gehabt hast, mit dem das die Leute erst ermöglicht hat, dass sie dort die Winter überleben. Nur so als Exkurs. Nach dem ersten Wirtkrieg ist das losgestartet, auch da in der Region. Es gibt noch Fotos von den alten Transparenten. Bauern hilft, Bauern steht treu zum Volk her. Bauern steht treu zum arbeitenden Volk her. Oder so irgendwie, liefert Rahm und Fett. In Damsweg gibt es so ein Plakat. Weil die Leute natürlich gekungert haben. Und danach ist das halt, man hat zuerst angefangen, Rahm liefern. Also nur quasi fettkonzentriert, und dann ist das halt immer größer geworden, größer geworden, größer geworden, und dann haben dezentral angefangen, kleine Mulchereien zu entstehen, Neumarktone und so weiter.
Willy
01:08:27
Aber immer mit der Idee, dass die Bauern sich zusammentun hat, und dass das quasi immer Eigentum,
Christian
01:08:31
Das ist die gute Idee, oder? Genau, wir organisieren das gemeinsam, die Abholung wird organisiert, du bist dort dabei, du verpflichtest dir, dass du die Milch an die Mulcherei lieferst, und umgekehrt, nennen wir Andienungspflicht, und umgekehrt bist du sicher, dass das Zeug bei dir gekut wird. Ein Riesenvorteil.
Willy
01:08:46
Eine Abholgarantie.
Christian
01:08:48
Genau, also für beide Seiten grundsätzlich. Das Thema ist, dass der Strukturwandel, wie heute die Woche in unserem Wirtschaftssystem, das Vollgas vorantrieben hat und in die letzten, keine Ahnung, wie viele Molkereien in Österreich verschwunden sind, auch bei uns da in der Obersteiermark viele, viele Klärne zusammengelegt worden sind, bis jetzt da die obersteirische Molkerei zum Beispiel überblieben ist oder halt in anderen Bundesländern andere. Und dieser Zentralisierungsprozess geht noch immer weiter. Unterm Strich werden, meine Außenbeobachtung, zwei Muckereien überbleiben, die wesentlich sind. Das ist die Nöhm, die zum Raiffeisen-Kongrumerat gehört und die Berglandmüch, die zumindest auf den ersten Blick noch in Baurernhand ist. Die obersteirische Molkerei hat Standorte eben in Kapfenberg, in Knittelfeld und Spülberg. Da liefern da de facto alle hin, weil ansonsten keine Molkerei im Erfassungsgebiet unterwegs ist, weil die Betriebe so klein strukturiert sind und es sich für ihren Externen nicht lohnt, dass er jetzt da als Konkurrenz um und umfährt und sagt, ich zahle dir zwei Cent mehr, weil die Transportkosten und so weiter viel zu hoch sind.
Willy
01:09:51
Also eigentlich eine ziemlich hohe Kostenstruktur darin.
Christian
01:09:54
Absolut, die Molkereileute sagen auch immer, alles was du auf der Straße beim Sammeln quasi zu viel ausgibst, kannst du nie mehr wirtschaften in der Milch.
Willy
01:10:00
Der Arsch der Welt ist zwar schön, aber ist halt auch ein Arsch der Welt.
Christian
01:10:02
Genau, genau. Seien wir wieder bei Treibstoff- und Dieselkosten. Das geht alles weiter. Malkereien zum Beispiel sind auch sehr, sehr stark betroffen gewesen durch die Energiepreisanstiege in der Verarbeitung. Die stehen alle direkt auf die Gasleitungen. Wenn du jetzt so ein Käsekässlerchen hast mit 20.000 Liter Milch, das muss schnell heiß werden. Und wenn du in den Spielberg hinten schaust, siehst du genau, dass da die Gasleitung durchgeht. Und die haben natürlich geschaut, wie das erfällt.
Willy
01:10:24
Also hoch energieintensiv, das heißt zur Zeit Machen wir dann sowieso ein...
Christian
01:10:28
Ja, geht nicht anders. Das ist prozessbedingt nicht, muss man so machen. Jedenfalls, im Gegensatz zu anderen Regionen, schaue ich ins Waldviertel, ah, Waldviertel sage ich, Mühlviertel und wie die ganzen Viertel da hausen, oben im Norden, Flachgau und Co., wo ich in einem Ort fünf Molkereien aktiv bin, tue ich mich natürlich, als Bauer hätte es vielleicht ein bisschen leichter, dass ich sage, wenn es mir mit dir nicht mehr passt, kündige ich und gehe zum Anderen. So wie es am normalen Markt funktioniert. In Deutschland und so weiter ist es gang und gäbe, dass da Milchhändler und so weiter aktiv sind. Bei uns sind weit über 90% der Milch genossenschaftlich organisiert. Wie gesagt, der Vorteil, sie wird abgeholt. Der Nachteil, ich kann nicht sagen, das passt mir nicht und ich liefere bei den anderen, weil nicht eben da ist. Ein bisschen schwierig. Also Fluch und Segen. Das Ganze konzentriert sich immer mehr. Wie gesagt, Berglandmilch wird überbleiben. Und, Und da fängt es für mich halt auch ein bisschen ein bisschen Spudern im Kopf, als Beobachter, sage ich jetzt einmal, das Molkerei-Wesen, dass das, die obersteuerische Molkerei zu klangen ist, um langfristig alleine zu bestehen, ohne irgendeinen strategischen Partner und so weiter, ist eigentlich leicht, wenn du die Zahlen siehst. Man könnte natürlich sagen, wieso hat man nicht früher irgendwas anderes probiert oder so, aber es ist halt da leider einfach dieser Strukturwandel auch brutal. Also aus dieser Sicht, Kannst nicht dagegen sein bei der Zusammenlegung.
Willy
01:11:56
92% haben wir zugestehen.
Christian
01:11:58
Genau.
Willy
01:11:58
Zumindest von der OM-Zeiten her.
Christian
01:12:01
Genau. Was mir halt einfach Sorgen macht, ist das Punkt eins, wir haben diese Molkerei als Marke in der Region beerdigt, weil sie wird aus dem Regal verschwinden.
Willy
01:12:13
Bist du da sicher? Weil ich mir das auch gedacht habe, der Ding war, der Horst Jauschneck, designiert der Direktor der Steirischen Landwirtschaftskammer, man muss natürlich auch die Qualität der Produkte passen, damit man am Markt realisieren kann. Auch für Konsumentinnen und Konsumenten besteht kein Grund zur Sorge. Regionale Qualität und traditionelle Marken würden durch die Fusion nicht verschwinden.
Christian
01:12:35
Das war aber bei beiden Versammlungen, wo ich war, definitiv die andere Aussage. Also regionale Qualität ist halt dann, dass Scherlinger Kars oder irgendwas da ist. Oder ich weiß nicht, wo das hingeht. Das Problem bei der OEM ist nach, was das Problem, zurück zum Ursprung vom Hoferer Kerngebiet, das heißt, sie sind jetzt eigentlich schon full mit einem großen Teil des Umsatzes in dieser Eigenmarkenschiene drin. Das heißt, die OM hat auch die Käsesorten, wo sie wirklich gut sind, und Butter und vielleicht Frischmilch oder ein paar Joghurts, kein großes Produktportfolio rundherum, weil sie alles von Hofer gemacht haben. Und das ist natürlich ein bisschen schwierig, wenn ich halt dann über das Hoferpackel steht in ganz Österreich, aber das kennt jeder als zurück zum Ursprung und nicht als OM.
Willy
01:13:21
Und da steht nicht steirisch dann drauf?
Christian
01:13:23
Ja, das ist jetzt auch schon nicht. Das ist halt dann, keine Ahnung, zurück zum Ursprung, was weiß ich, aus der Region Murau. Okay, aber das verbindest du nicht mit der OM. Die OM-Butter und so wie es bei uns beim Ursprung noch im Einsatz ist, sozusagen, kommt halt da wirklich aus der Region und war eine regionale Marke. Und was ich Spannung gefunden habe, ist einerseits, wie gesagt, das ist jetzt alles philosophisch.
Willy
01:13:44
Ja, du sagst doch, dass es Ja,
Christian
01:13:47
Grundsätzlich die Zusammenlegung aus Molkereisicht, Finde ich das sinnvoll.
Willy
01:13:54
Aus Kostensicht.
Christian
01:13:55
Genau, Kostensicht.
Willy
01:13:56
Sie verteilen halt einfach die Scheiß-Dopografie, die es da jetzt so heißt, auf andere Regionen und in Summe können die halt die Kosten auch besser verteilen.
Christian
01:14:06
Was mich halt eben, wie gesagt, sagen, macht, dass das in die Marke verschwindet, weil man sich schon irgendwo damit identifiziert. Was ich erschreckend finde, wie viele, vor allem junge Bayerinnen und Bauern, in diesem Größer, Größer, Größer Abbau der Molkerei absolut ohne irgendeinen Widerspruch zu dulden das heil sehen. Weil wenn du das im größeren Raum anschaust, haben immer die Länder mit einer sehr hohen Anzahl an Molkereien den höchsten Milchpreis. Und nicht die, die nur mehr es war.
Willy
01:14:39
Also weil der Wettbewerber...
Christian
01:14:41
Ja, und das ist da halt auch, und ich muss jetzt genau nachdenken, wie ich das formuliere, dass das nicht klagbar ist, Ich hatte in den letzten Jahren doch sehr viel Kontakt mit von der Bergland Betroffenen, unter Anführungszeichen. Manche Geschäftspraktiken dort, finde ich, nicht genossenschaftlich.
Willy
01:15:04
Das ist immer wieder die Kritik, ohne dass ich es verstehe, dass eigentlich gehört es ja den Bauern, die Malkerei, aber es wird immer so wahrgenommen, als wäre das ein externer Dienstleister, der liefern darf und dann werden auch Preise wieder bestimmt oder sonst, das wirkt nicht so aus, würde dieser Eigentumsgedanke noch gelebt und wenn halt noch die Berglandmilch, 1,3 Milliarden vor der Fusion, also das sind glaube ich neue Molkereien, die sie zusammengeschlossen haben oder so, je größer das Ding, dass der Einzelne immer weniger ein Gefühl von das gehört mir hat, das verschwindet dann natürlich.
Christian
01:15:41
Das ist ja lustig, da hat glaube ich jeder, Alos Wolff hat damals schon bei dir im Interview das dargestellt, wir sehen uns selbst als Milchlieferanten. Ich bin Lieferant. Eigentlich bin ich aber Eigentümer.
Willy
01:15:54
Ich bin Eigentümer.
Christian
01:15:56
Und das kommt irgendwie da zu kurz. War bei mir selber so. Milchlieferant. Wie gesagt, diese großen Strukturen, aber die Genosenschaften, ich finde immer, es ist eine kritische Grenze erreicht, sobald das Geschäftsführer und Führungspersonal da eingestellt wird, quasi am freien Markt zugekauft wird, die mit der Grundding nichts mehr zu tun haben. Der vorher da im konkreten Fall bei Rewe war und jetzt halt dann auf einmal da eine Malkerei führt.
Willy
01:16:23
Es gibt ja Eigentümerversammlungen, wie das alles heißt, da kann ja theoretisch sein, oder ist da einfach das...
Christian
01:16:29
Aber da erzähle ich dir jetzt als Geschäftsführer, wir müssen damit, dass wir die Zahlen dann so und so und so zusammenbringen geht es überhaupt nicht, dass wir einen Cent mehr Milchpreis auszahlen, weil sonst stimmen die Zahlen nach oben, nach oben die kalkulieren immer nach unten der Ober-Zampano von der Bergland-Milch hat im Film Bauer uns auf einem Schabus so lieb gesagt der Bauer ganz unten muss mit dem auskommen wo es überbleibt, alle würzen die kosten ab in der Ketten nach unten und der Bauer unten kann mit der Kuh reden aber man muss mit dem zurecht kommen und auf das läuft es einfach raus. Und das finde ich eben spannend, dass manche da sich wirklich wieder nach der Kette um den Hals sehnen regelrecht, weil sie jetzt halt vielleicht kurzfristig ein, zwei Cent mehr Milchgeld haben. In diesen großen Strukturen spielst du als Einzelner natürlich keine Rolle. Und was das Oberwüder ist, und das traue ich mir bald nicht laut reden, dass das einfach weitergeht, dieser Strukturwandel. Und dass Betriebe, die da jetzt Feuer und Flamme sind, endlich da dazu, und nur das, und ich bin ja der Chef mit 40 hier, dass die eigentlich tot sind. Also wenn die glauben, dass die in die Strukturen du weiterhin viel, ich habe da Schirchprügel gekriegt voriges Jahr, aber es ist einfach so. Ist aber leider unabhängig von der Mulkerei. Ob das die OEM, die Marsmenschenmulkerei oder die Bergland ist, ist grundsätzlich wurscht. Diese Konzentration der Milchmenge wird weitergehen auf die Gunstlohn. Die jetzt schon gut sind, der halt jetzt vom zweiten auf den dritten Roboter wächst.
Willy
01:17:54
Und der mit dem Milchpreis, den er dann halt auch noch leben kann.
Christian
01:17:56
Genau. Weil er einfach dementsprechend effizient ist und natürlich auch für die Mulkerei interessant wird, weil, sag du, die Sammelkosten und so weiter. Es ist ja der Unterschied, ob wir bei uns zwei kleine LKW viel haben oder ich muss 25 anfahren, damit ich sie halb viel haben. Es ist eine total brutale Entwicklung.
Willy
01:18:11
Es ist auf der einen Seite markttechnisch verständlich, weil du die Kosten irgendwie weiterbringen musst, gleichzeitig ein Identitätsverlust für die Bauern und diese Selbstständigkeit. Aber was war jetzt zum Schluss was war dein Vorschlag? Wie sichert man diese Struktur? Was sollte Wird man da dagegen da oder ist man wachsen oder weichen?
Christian
01:18:36
Wie gesagt, ich bin da wirklich nur als interessierter Beobachter, weil mir das Thema einfach, was in den ländlichen Regionen wird, oder zumindest europaweit passiert.
Willy
01:18:43
Immer umtreibt. Wenn man sich der Kritik aussieht, können wir eh über alles reden. Das kommt eh.
Christian
01:18:48
Das Thema dieser Konzentration wird weitergehen. Ich glaube, man kann leider, so wie im Milchbereich mittlerweile auch nicht mehr argumentieren, dass wir jetzt irgendwie gefährdet sind, dass wir Resilienz verlieren, weil wir sind schon nicht mehr resilient. Weil wenn ich in der ganzen Obersteiermark oder keine Ahnung, wir haben im Bezirk keinen Milchverarbeitenden Betrieb mehr der ganze Bezirk Murau, Viertel Milch zum Teil nach Kapfenberg, zum Teil das ist einmal durch die Steiermark durch, das heißt, ob wir jetzt doch oben Milch liefern oder nicht, wo eh keine Leute mehr sind ist für den großen Markt oder für die Stadt oder für uns als Gesellschaft wurscht, Das ist das Brutale, diese Konzentration. Wo führt uns das hin? Vom Ding her. Als Einzelbetrieb wird es halt bedeuten, sagen wir mal wieder bei der Anpassung, du hast da halt irgendwann, wer ist die überlegen müssen, entweder ich nehme irgendwelche, keine Ahnung, drei, vier Tage Abholrhythmen bei der Milchabholung, hin, weil das ist dann der nächste Schritt, damit dass ich da die Intervalle quasi erhöhe, dass ich Transportkosten einsparen kann, dann holen wir die Milch, ich weiß noch selber, wie es bei uns war früher, jeden Tag, dann große Abschrei, Umstellung auf zwei Tagesabholung, hat bedeutet, jeder hat einen größeren Milchtank gehabt. Und jetzt auf drei Tage braucht es wieder eine größere Technik und so weiter. Das treibt halt einer keinen anderen. Das wird halt einfach für die kleineren Betriebe und damit meine ich, alle Betriebe, die hier jetzt glauben, dass sie mittel bis groß sind, genauso ein Problem werden mittelfristig. Ganz wertfrei. Das Thema ist natürlich, das sind alles Existenzen, das sind alles Menschen. Das ist eben die, darum traue ich mich, dass ich bald nicht sagen, Weil es sind ja überall Schicksale und Leute dahinter. Aber aus der großen Metaperspektive konzentriert sich einfach in die Gunstlangen fertig, da fährt die Eisenbahn drüber. Und wir müssen halt schauen, was wir anders machen. Aber das andere ist halt eben schwierig, weil natürlich die Milchwirtschaft Liquidität auf die Betriebe bringt. Liquidität, weil die Rentabilität ist oft ein anderes Thema, aber die Liquidität bringt es. Und das war natürlich auch nach dem Krieg und so weiter ein großes Thema, dass gesagt hat, am Montag, keine Ahnung, am 15. kommt das Milchgeld. Dann natürlich, so wie bei uns, das kommt ja bei der OEM noch dazu, ist quasi ein Fugender. Die Regelmäßigkeit, wie Gehaltschauer. Genau, dann natürlich so Geschichten, dass man zum Beispiel Milchprodukte im Ursprung und jetzt auch bis hin zu Futtermitteln und so weiter quasi gegenrechnen und hat Kind, also Bargeld nur als Reinkauf, weil die Molkerei, die OEM ja auch Lagerhausketten betreibt.
Willy
01:21:15
Also du hast quasi einen Aseraltausch gemacht.
Christian
01:21:17
Genau, jetzt hat du abbuchen oder halt abrechnen und dann habe ich halt Milchgeld minus, keine Ahnung, 500 Liter Diesel oder was ich halt braucht habe, keine Ahnung, das halt dann auszuhalten. Hat ja Vorteile gehabt.
Willy
01:21:27
Und die Struktur geht natürlich jetzt auch alle.
Christian
01:21:29
Geht natürlich jetzt auch über den Ding, aber ich sage nur, das ist eine sehr vielfältige Struktur. Und die Diskussionen, die da jetzt auftauchen, sind eben genau deswegen, dass die OM sehr breit aufgestellt ist. Sie hat Lagerhausketten, sie hat Landtechnik-Ding und so weiter. Was passiert jetzt mit der weiterhin? Was habe ich als Eigentümer für eine Molkerei?
Willy
01:21:52
Das bleibt weiter bei der OM, das wird weiter betrieben.
Christian
01:21:55
Genau, aber bisher sind andere Molkereien, die nach wie vor selbstständig sind, haben sowas auch, Ernst der Milch zum Beispiel. Aber der OM hat mir immer gesagt, der Milchauszahlungspreis wird um circa 2 Cent im Schnitt hochgekommen durch die Gewinne aus den anderen Sparten. Wenn ich jetzt aber keine Molkerei mehr haben, dass ich die Gewinne auf die Höfe auszahlen kann, was habe ich noch für einen Benefit, wenn ich als Eigentümer ... Das sind Diskussionen, die erst, glaube ich, jetzt noch in dem Prozess aufgelobt sind, aber rein aus der Molkereisicht.
Willy
01:22:28
Das heißt jetzt aber abschließend, dass vor allem wahrscheinlich wieder die Klärnerbetriebe da in der Region, die schweihreichbaren Betriebe existenziell bedroht werden beziehungsweise aufhören müssen.
Christian
01:22:41
Mittelfristig haben sie also für fünf Jahre ist quasi eine Garantie, dass de facto das so bleibt, bis es ist. Aufholgarantie. Genau. Die Aufholgarantie wird auch weiterhin sein.
Willy
01:22:51
Und der Preis, ob es den Preis...
Christian
01:22:53
Naja, und es ist dann die Frage, dann fährst du halt noch Ranten mit der Milch, weil wir fahren seit ihr nicht mehr rein. Das heißt, man könnte durch Rahmenbedingungen das ja unattraktiv für die machen. Das ist dann eben das Problem. Aber grundsätzlich, wie gesagt, bleibt auch jetzt bei dem Einzelbetrieb auch diese ganzen Marken und diese ganzen unterschiedlichen Milchsorten und so weiter, bleibt de facto alles unverändert. Einmal ja fünf Jahre Führer. Und in einer verrückten... Ja, aber seien wir uns ehrlich, in einer verrückten Welt wie heute, in fünf Jahren, da ist die Welt schon wieder drei im Kopf gestanden, wo sich das hin entwickelt. Aber ich glaube, der generelle Trend, außer wir haben echt einen schwarzen Schwan irgendwo, dass sich das in die Gunstlagen konzentriert und dass das heraus eher wieder in einen anderen Bereich, Mutterkuh, ich weiß es nicht, wo es geht, aber.
Willy
01:23:37
Die Fusion ist eigentlich durch. Letzten Dienstag, glaube ich, hat die OM zugestimmt, am Freitag die Berglandmilch. Jetzt muss die Bundeswettbewerbsbehörde noch okay geben und dann steht diesem Fusion eigentlich nichts. Wir werden dann in fünf Jahren schauen, dann treffen wir uns dann wieder. Genau. Und schauen, was sich dann verändert hat, wenn die Welt noch steht. Ich weiß nicht, ich noch Podcast, ich bin Tuno Bauer.
Christian
01:23:59
Ich war übrigens eine der vier Stimmenthaltungen. Ich habe nicht der vier dagegen gestimmt. Also Tup, Tup, Tup, Tup, Tup. Nein, war nämlich spannend. Man hat sich dort angestuhlen damit, dass man halt jeder seinen Stimmzettel kriegt und so. Und dann ist gleich von hinten einer zu war und hat mir so ins Ohr geflüstert. Und jetzt bestimmen da die Nicht-Mülllieferanten über die Mülllieferanten, oder wie? Ja. Schaut aus, vom Ding her. Bei der Weim ist nämlich das Spannende, das sind 2700 Mitglieder in der Genosenschaft. Und davon sind nur mehr, glaube ich, 1.200.
Willy
01:24:37
Oder 1.200
Christian
01:24:37
Milchbauern sind. Das heißt, wie der Strukturwandel da schon vorangegangen ist. Und wenn wir das jetzt weiterdenken, das meine ich eben nicht, dass sich das zunehmend zentralisieren wird.
Willy
01:24:46
Ja, wie es das im Detail auswirkt.
Christian
01:24:49
Und ich war eben nur dort, weil es mich interessiert hat, was da wirklich gesprochen wird, und kann natürlich nicht, wie nicht über irgendeine Zukunft über die wirtschaftliche, aber einen anderen, der direkt betroffen ist, bestimmen, tun wir eben Stimmenthaltung.
Willy
01:25:01
Wir werden sehen, wie sich das dann alles nachhaltig finanziert. Zum Abschluss, liegt da noch irgendwas am Herzen, Christian?
Christian
01:25:10
Warte mal, warte mal, irgendwas wurde noch... Genau, das habe ich auch nicht gewusst, dass die Bergland jetzt 10 Mülker rein sind.
Willy
01:25:18
9 plus 1 sind 10.
Christian
01:25:21
Und dass du nicht direkt an die Bergland Milch liefern kannst. Sondern die Bergland ist eine Genossenschaft, die aus Genossenschaften besteht.
Willy
01:25:28
Genossenschaftsgenossenschaft. Die Berger gibt es auch gar nicht.
Christian
01:25:32
Das ist nur quasi die Oberartigsehe. Die Konzernmutter quasi. Und du musst einen Liefervertrag mit einer Molkerei haben, also du musst Mitglied einer Genossenschaft sein, die Mitglied bei der Bergland ist und kriegst dann über diese einen Liefervertrag mit der Bergland. Aber du kannst jetzt nicht sagen, ich wechsle direkt dorthin, sondern ich muss zuerst bei einer Mitgliedseienden Molkerei Mitglied werden.
Willy
01:25:58
Fun Fact ist das wieder.
Christian
01:25:59
Ja, aber es ist nur, dass man...
Willy
01:26:02
Hintergrund noch, Bergland, mich, wenn Sie irgendwer wissen, wie 1994 gegründet, dann erst einmal sechs Möcke rein, zugeschlossen, dann sind die Folgejahre 2011 die letzte, dann sind es meine gewesen und jetzt, was haben wir, 26, ich komme schon durcheinander so viel Jahre, die zehnte dann. Genau.
Christian
01:26:20
Und eben wie gesagt, sie duldet keinen Wettbewerb oder Widerspruch oder wie man das nennt, also wenn du in die Quere kommst, da werden vermutlich viele, die halt sehr getrommelt haben, dass das alles super cute ist. Noch einmal schauen. Aber das ist nicht mein Problem.
Willy
01:26:35
Das ist sehr schön. Christian, zum Abschluss habe ich jetzt noch eine Frage, die mich sehr ringt, weil du heute so eh schon im Fort bist. Hast du eine Idee, wie man neben anderen, Landwirtschaft etc., wie man Bauer zu der Bibel eigentlich endlich auch nachhaltig finanzieren könnte? Das wollte ich dir heute zum Abschluss fragen.
Christian
01:26:53
Weiter, was stimmt mit?
Willy
01:26:55
Schauen wir ihn jetzt so an.
Christian
01:26:58
Eine Genossenschaft?
Willy
01:27:01
Bauer zu der Bibel eh gern.
Christian
01:27:03
Eh gone ok, dann bin ich vermutlich schon gecancelt weil du musst beim Reibweißenverband, Mitglied sein. Dann darf ich nicht mehr auftreten. Nein. Abos abschließen. Videos liken. Teilen. Markieren. Freunde und Angehörige markieren.
Willy
01:27:26
Ja, genau.
Christian
01:27:31
Irgendwo steht da hinten auf den Zettel noch um, aber ich lese es nicht.
Willy
01:27:38
Das ist jetzt sehr schön. Christian, ich glaube, das reicht, wenn das jeder macht, dann ist Weltherrschaft nur das geringste Thema, was wir haben. Was tun wir jetzt? Gehen wir schlafen?
Christian
01:27:49
Jetzt müssen wir in der Nacht eingehen. Haben wir über alles gekriegt? Tür immer gekriegt. Dass es denen nicht zum Hilfen ist, dass es geholfen werden muss. Was ist eigentlich, weil jetzt haben wir zwei Jahre Jubiläum von dem extremen Hochwasser.
Willy
01:28:03
Das war einmal ein Hochwasser.
Christian
01:28:06
Ja, aus der Wien und so. Bei uns war Schnee, bei euch war ein Wasser. Zwei Jahre.
Willy
01:28:09
Ich glaube, dass die Türe schon aus den Köpfen von vielen vielleicht wieder draußen ist, weil inzwischen so viel passiert ist, dass du das schon wieder vergessen hast.
Christian
01:28:15
Aber genau, weil wir gegen das Vergessen arbeiten. Was ist mit den 500 Millionen eigentlich passiert, die unser damaliger Kanzler in Brüssel aufgerissen hat? Sind die einmal ausgeholt worden an Hilfe? Das war nämlich ein interessantes Thema, ob die Leute, die da betroffen waren, weil wir jetzt oft, ich oft das Türe mit Hochwasser verglichen haben, was da mit den Entschädigungen aus den Katastrophenfohren so passiert ist. Ob da einmal Leute signifikant Geld gesehen haben, oder, keine Ahnung, ja, dein Bude stinkt nach Heizöl und ist komplett full und du kannst dir die ersten zwei Geschoss Pellets ausgestemmen und eine tote Kuh und der Siloball von Nachbar steckt in der Kuche, aber du kriegst aus dem Hübspaket auch 500 Euro.
Willy
01:28:48
Ist das schon ein Wunsch für dich, für das nächste Mal darüber zu reden, oder war das jetzt ein Aufruf an die, ich weiß nicht, 100 bis 2 Millionen Hörerinnen und Hörer, uns ihre Erfahrungen dazu zu machen?
Christian
01:29:00
Genau, aber bitte nicht alle Erfahrungen, damit wir das lösen können. Nein, aber es wäre ein interessantes Thema.
Willy
01:29:05
Vielleicht für das nächste Mal.
Christian
01:29:06
Bis keiner.
Willy
01:29:07
Ja, danke, genau.

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