BauertothePeople (B2P)

Wilhelm Geiger

Einspruch Bachler | Dürre · Milchkrise · Dieselpreise

Ein Bergbauer und ein Podcaster streiten über die heißen Kartoffeln der Agrarpolitik.

11.10.2026 59 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes




Mehr Milch in einem Dürrejahr: Dieses Paradoxon hat mich beschäftigt, und Christian erklärt mir, warum die Antwort in der Fütterung und im Zukauf liegt.

Angefangen haben wir aber woanders. Christian hatte noch Redebedarf zum Thema Dürre und Anpassung, und wir sind schnell bei etwas gelandet, das ich bis dahin unterschätzt habe: Wer eine Fläche nur von Jahr zu Jahr gepachtet hat, hat wenig Grund, in Humus, Hecken oder Windschutz zu investieren. Der Boden wird dann zur Ertragsquelle für eine Saison statt zum Kapital für Generationen. Christian beschreibt, wie in Regionen mit vielen Verpächtern die Interessen auseinanderlaufen, und wie sich das in Ostdeutschland nach der Umwandlung der LPGs noch einmal anders zugespitzt hat, wenn außerlandwirtschaftliches Kapital einsteigt.

Dazwischen erzählt er die Geschichte von einem Krug Wasser in einem Gastbetrieb, die sich zu einer Grundsatzdebatte ausgewachsen hat. Ich finde sie deshalb stark, weil sie zeigt, wie weit Lebensrealitäten auseinanderliegen können, ohne dass jemand böse Absichten hat. Und sie führt uns zur Frage, die mich an dem ganzen Podcast am meisten umtreibt: Wer vermittelt das eigentlich noch, wenn es kaum mehr persönliche Berührungspunkte gibt.

Beim Milchmarkt wird es dann sehr konkret. Christian erklärt, warum der begrenzende Faktor die aufnehmbare Trockenmasse ist, warum in einem schlechten Futterjahr hochkalorisch ergänzt und schärfer selektiert wird, und wieso am Ende trotzdem Milch da ist. Danach landen wir bei der eigentlichen Zwickmühle: Der einzelne Betrieb mit Stall, Krediten und Maschinen hat kaum einen Anreiz, weniger zu melken, auch wenn genau das dem Markt insgesamt helfen würde. Zum Schluss reden wir über Treibstoffkosten, über Transportpreise, die durchschlagen bis ins Regal, und über die Agrardieselrückvergütung, die pauschal nach Fläche berechnet wird und am Einzelbetrieb oft erstaunlich wenig ausmacht.

Eine Sache noch: Das Thema Hass im Netz haben wir diesmal verschoben, dem widmen wir uns beim nächsten Mal ausführlich.

Viel Freude beim Reinhören!

00:00:00 Los gehts
Willy und Christian stecken die Themen der Ausgabe ab.
00:01:06 Nachtrag zur Dürre
Warum Anpassung in der Theorie einfach und in der Praxis zäh ist.
00:05:05 Pacht von Jahr zu Jahr
Kurze Verträge und das fehlende Interesse an langfristigem Bodenaufbau.
00:11:15 Eigentum, LPGs und Großkapital
Vom Strukturbruch im Osten zu Investoren ohne Bezug zur Fläche.
00:16:10 Der Krug Wasser
Eine Gastro-Anekdote über Kosten, die niemand sieht.
00:19:01 Wer vermittelt zwischen den Welten
Schule, Medien, Podcasts: woher kommt das Gespür füreinander.
00:29:04 Hecken, Mikroklima und CO2
Struktur in der Fläche und was sie für Pflanzen am Morgen bedeutet.
00:32:04 Mehr Milch trotz Dürre
Zukauf, Selektion und Energiedichte als Erklärung für das Paradoxon.
00:37:27 Preisdruck und Einzelbetrieb
Fixkosten, Liquidität und warum keiner als Erster weniger melkt.
00:42:02 Neuseeland als Gegenentwurf
Weidebasierte Produktion, niedrige Kosten, derselbe Weltmarkt.
00:48:00 Treibstoffkosten im Betrieb
Tankfüllungen, Transportpreise und die Wirkung auf Lebensmittelpreise.
00:52:47 Agrardiesel: was ankommt
Pauschale Berechnung nach Fläche und der Betrag am Einzelbetrieb.

Kurz-Bio Gast:
Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.

INFOS ZUR FOLGE
Bergerhof Krakauebene (Website)
www.bergerhof-krakauebene.at
Bergerhof Krakauebene auf Instagram
www.instagram.com/bergerhof_krakauebene
Bergerhof Krakauebene auf Facebook
www.facebook.com/BergerhofKrakauebene
Bergerhof Krakauebene auf YouTube
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Alternative University of Bergerhof (Website)
www.alternativeuniversity.at
IG-Milch
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… und ein bisserl selbst gesungen 😊
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Transkript

Ja, mit diesen schönen Worten wollen wir doch in diese Ausgabe von Einspruch Bachler starten. Ich fange gleich einmal mit dem Intro an. Ein verhaltenskreativ illuminierter oder nicht so illuminierter Bergbauer aus der Steiermark und ein konstruktiv ahnungsloser Podcaster aus Wien diskutieren über die heißen Kartoffeln rund um Lebensmittel, Landwirtschaft und Gesellschaft. auf der Bergbau, das ist der Christian Bachler, vulgo der Bachler Christian. Grüß Gott. Grüß Gott. Und ich bin der Willy Geiger oder der Geiger Willy. Heute sprechen wir beide über das Thema Hass im Netz, über die Milchproduktion, da hat es aktuell so ein bisschen eine Diskussion gegeben, was ich zumindest mitgekriegt habe, über das Thema Energiekosten und vielleicht, wenn wir dann noch Zeit haben, vielleicht darüber, wie viel Einfluss Österreich eigentlich auf die heimische Agrarpolitik hat. Was sagst du?
Christian
00:01:06
Jo. Super.
Willy
00:01:08
Christian, aber du hast mir gesagt, du möchtest, bevor wir mit unseren heutigen Themen starten, noch ein bisschen was zum letzten Mal sagen, weil du hast dann noch ein wenig Redebedarf. Worum geht's denn? Echt? Ja, was du vorher gesagt hast.
Christian
00:01:20
Ah, ja. Ah, genau. Ich glaube, wir machen das wieder nach deiner Tagesordnung.
Willy
00:01:25
Nein, nein, das kommt jetzt vor. Hass im Netz kommt jetzt der Punkt, denn du gesagt hast, du möchtest nämlich noch etwas sagen. Weißt du noch was? Überhaupt, oder hast du die Themen vergessen?
Christian
00:01:34
Nein, nein, nein. Rund um das Thema Dürre, das wir jetzt schon zweimal behandelt haben, sind noch ein paar Überlegungen aufgetaucht und auch ein paar Nachfragen, wieso das eigentlich einfach und doch furchtbar kompliziert ist. So wie diese Anpassungsstrategien, sozusagen. Also... Wir haben letztens gerade über Strukturen wie im Machfeld zum Beispiel, dass wir da wissen, dass das wirklich menschengemacht ist zu einem großen Teil. Dass wir da halt die strukturierte Landschaft so verändert haben, dass sie jetzt anfällig ist. Aus den diversesten Gründen, um die Bewirtschaftung zu erleichtern, um effizienter zu werden und so weiter. Aus der damaligen Perspektive und dann natürlich aus der heutigen zu großen Teilen absolut nachvollziehbar. Aber jetzt kommt das Ganze halt ein bisschen an die Grenzen. Und dann ist natürlich jetzt, sage ich mal, für den unbedarften Leiden unter Anführungszeichen, die Überlegung naheliegend, wenn wir es eh wissen, wieso drehen wir es dann nicht? Und da haben wir letztens kurz eingehaktet.
Willy
00:02:35
Die Frage stelle ich fast bei jedem Podcast, jedem Gast.
Christian
00:02:38
Genau. Eben bei diesen Themen, die längerfristig in der Planung sind, sprich wie Heckenpflanzen und so weiter, irgendwie große Retention und diese ganzen Themen, muss man ein bisschen in die Tiefe gehen, und zwar in einer perfekten Welt, in der du ökonomisch sehr gut aufgestellt bist, einen Markt hast, der sich nach deinen Produkten sehnt und auch Kontrolle über die ganze Kette, die dich jetzt direkt betrifft hat, wo eben die Landwirtschaft funktioniert nicht ohne Land. Und wenn man jetzt diese großen Strukturen hernimmt im Osten Österreichs und natürlich auch noch weiter Richtung Osten, die halt aus diversen Gründen in den letzten 100 Jahren wirklich groß waren, dann haben wir Konstellationen, dass du heute 50, 60, 70, 300 Verpächter hast. Das heißt, du hast im Burgenland oder in anderen Regionen zum Teil so einen massiven Strukturbruch gehabt, dass de facto schon seit drei Generationen die, nur mehr Besitzende sind, unter Anführungszeichen Besitzer, und die Bewirtschaftung schon längst ausgelagert ist. Und da bräunen jetzt natürlich Interessen auferenand. Einerseits hat es dazu geführt, dass diese kleinen Heckenstrukturen, die in ganz Mitteleuropa, schauen wir die alten Luftbilder an, sinnvoll waren, was der Mensch als Klimawandelanpassung in den letzten 3000 Jahren gelernt hat. Die hat man deswegen dann natürlich auch wegtun weil gesagt, okay, ich höre auf, du hörst auf wir verbrachten unsere Flächen auf den Hansi, und der Hansi räumt die Dinge in der Mitte natürlich weg, die Hecken unter den Zaun damit er das besser bewirtschaften kann weil der Hansi halt dann dreimal so viel Fläche hat, nur mehr als Einzelkämpfer, dafür mit einem Traktor und so weiter das ist halt einfach diese Rationalisierung in der Struktur oder halt in den Betrieben aus den diversesten Gründen, Arbeitskräftemachung die Produktivitätssteigerung und so weiter, hat zu dieser ganz natürlichen Geschichte sozusagen geführt. Jetzt geht das Ganze los, dass du jetzt in einer perfekten Welt eben sagen kannst, okay, wir sehen, so wie bei uns zum Beispiel, gesegnete Lage, was das angeht, wir sehen, der Wind macht uns Probleme, dann probieren wir auf den dementsprechend exponierten Geländekanten wieder irgendwas Windbrechendes aufzubauen. Haben wir letztens schon geredet, ob das jetzt ein V-Modul senkrecht ist oder schieß mich tot. Da bist du ein bisschen schmerzbefreit.
Willy
00:04:53
Sag ich mal unter Anführungszeichen, schmerzbefreit, ob das jetzt quasi eine natürliche oder eine technische Lösung ist.
Christian
00:04:59
Es ist grundsätzlich natürlich schöner, aber im Endeffekt geht es um den Effekt. Das wird aber schwierig, wenn ich jetzt zum Beispiel in manchen Gunstlagen nur einjährige Bachtverträge habe. Das heißt, es kann sein, dass ich die Fläche nächstes Jahr nicht mehr kriege zum Bewirtschaften.
Willy
00:05:14
Einjährige Bordwürdigung?
Christian
00:05:15
Sogar Sachen gibt es. Das ist Standard.
Willy
00:05:18
Also von Jahr zu Jahr.
Christian
00:05:19
Von Jahr zu Jahr.
Willy
00:05:20
Aber mit so einer Gewohnheit, dass man es eigentlich weiß, dass es ist, aber es ist nicht mehr so sicher, dass man es verlängert kriegt.
Christian
00:05:24
Ich bin ein Vollgaser und sage, du kannst, du tust dich sowieso lächerlich und ineffizient, du zahlst nur 500 Euro am Hektar, ich gehe zu deinem Verbechter und sage, ich zahle 550. Und vielleicht darfst du sogar einen Teil von der Prämie auch noch kalten. Und dann kommt natürlich das Interesse des Grundbesitzers, der dann sagt, naja, eigentlich tut er es da, bis jetzt soll ich es dir geben um 500, wenn der andere mehr zahlt. Und das ist dann im Ende, meistens ist das zumindest auf die Förderperiode gebunden, dieses um Planungssicherheit zu geben im Fördersystem. Weil du kannst sonst mit Prämienrückforderungen und so weiter auch konfrontiert werden. In manchen Regionen, wo Spezialkulturen vor allem im Einsatz sind, Kartoffel, Erdbeeren, Spargel und so Geschichten, nicht das Meer, aber Kartoffel zum Beispiel, die immer quasi frischen Boden brauchen, da sind solche Modelle in den unterschiedlichsten Ausgestaltungen durchaus üblich. Das ist natürlich jetzt bei dir in der langfristigen Planung ein Schaß, weil erstens, da reden wir noch gar nicht von einer Häkchen, sondern das Thema ist das, wenn ich nicht sicher sein kann, dass ich die Fläche nächstes Jahr noch bewirtschaften kann, was an ihnen für Interesse, dass ich da oder irgendwas tue, in Richtung Klimawandelanpassung oder irgendeine Verbesserung, der Substanz tue, wenn der Boden nicht mehr geht.
Willy
00:06:33
Du hast vorher gesagt, der Hansi hat kein Interesse, weil er nicht weiß, wie lange er dort ist. Das heißt, er geht auf den Boden drauf und schaut, dass in der Zeit, in der er drauf ist, das maximal raus. Das erinnert mich nämlich an einen Podcast, was wir gemacht haben, damals ist es um die Bachtflächen mit der DÖZÖS-Eiserstadt gegangen. Und da haben auch die Bauern dann gesagt, im Interview glaube ich dann eher, ja, wenn ich jetzt die Bachtflächen nicht mehr habe oder in zehn Jahren, in fünf Jahren verliere, dann hole ich jetzt noch einmal alles aus dem Boden. Beziehungsweise, wenn ich es nicht länger kriege, werde ich mich nicht darum kümmern, dass ich den Boden aufbaue, sondern einfach in der Zeit schaue, dass ich das Maximum rauskriege. Es geht wieder, und das ist ganz oft, glaube ich, diese falschen Anreizstrukturen mit Eigentum. Aber was ich fragen wollte, hätte nicht der Hansi damals auch Interesse haben müssen, dass der Boden länger, länger, länger hält? Oder der Verbechter? Also ist es dann so entkoppelt, dass es dann beides so wurscht ist, dass eigentlich keiner mehr daran denkt, dass der Boden das schon macht. Der Boden ist Kapital, Nicht Ertragsquelle.
Christian
00:07:38
Frag dich die Finanzamt, ob du jetzt regenerativ arbeitest, ob du ein Humusgehalt aufgebracht hast oder irgendwas nicht. Frag dich die Sozialversicherung, frag dich, keine Ahnung, der Kindergarten, ob es bei dir finanziell jetzt gerade gut oder schlecht läuft, kriegst du irgendwas billiger, nur weil du jetzt da quasi ein Zehntelprozent Humus pro Jahr aufbaust oder irgend sowas. Das interessiert im echten Leben einen Schaß. Und das ist das Problem. Und da bräuchte ich jetzt diese, naja, da müssen wir uns halt ein bisschen anpassen und Bäume pflanzen, ganz überspitzt nicht, auf die knallharte Realität. Und das ist eben, das meine ich eben, Und das ist in der Theorie, wie sagt man, wie es geht, aber praktisch ist das eben sehr, sehr schwierig. Natürlich gibt es auch praktische Lösungen. Das haben wir im Osten gesehen. Wir machen einfach alles Blut, wer deppert ist, wird verrampt, und dann machen wir das im großen Stil. Aber das wollen wir ja auch nicht. Gott sei Dank, um Gottes Willen. Oder du warst da drüben, Brasilien und so weiter, in den goldenen Zeiten unter Anführungszeichen, war es für dich halt einfach billiger, ich schläge jetzt einen Quadratkilometer einen neuen Regenwald dazu, als würde ich mich da gescheit um den Boden scheren. Und das ist ein Teufelskreis. Das ist dieses, in der Landwirtschaft nennt man sowas, gibt es immer den Begriff Tieflader-Landwirtschaft. Das heißt, die Nachbarn wissen gar nicht, wer das heuer bewirtschaftet, weil es kommt irgendein Tierfloder mit der Maschine hinten oben, da ist irgendwer drauf, den du auch nicht kennst, der Ocker, der ist das, ja, nix, so kommt wieder wer anderer, keine Ahnung, ist das jetzt ein Lohnunternehmer, ist das ein Verbechter, ein Bechter, ein Bewirtschaft... Es. Kann man da sagen, die Besitzer sind zum Teil, natürlich auch durch ihre ökonomischen Zwänge, entwurzelt von der Scholle sozusagen, nicht so blöd, dass das klingt. Ja, entkoppelt. Ja, und das sind eben große, große Probleme, die das natürlich hämmern. Das nächste ist halt heuer, so Probleme haben wir Gott sei Dank jetzt relativ wenig, weil wir mit den Flächen halbwegs auskommen, gibt es natürlich dann andere Grenzen. Über die bürokratischen Geschichten haben wir, glaube ich, eh schon geredet, dass dann da Sachen sind, wo ich jetzt sage, keine Ahnung, ich bin jetzt ein Betrieb, der unbedingt Futter anbauen muss, Ich muss aber jetzt irgendeine Mickey-Maus-Öko-Irgendwas-Leistung anbauen, in gefühlt heiße Asche, seit sauteuer Saatgut kaufen, weil nur sonst in dem Förderschema drin bleibt, wo ich weiß, das ist einfach ausgeschmissenes Geld. Und ich muss halt eigentlich ganz was anderes tun, damit ich meine Tiere durchbringe oder damit ich mich besser anpassen kann. Aber in diesen 5-Jahres-Plänen und so weiter bin ich halt ökonomisch in so einer Abhängigkeit bei den meisten Betrieben, dass es für den Betrieb schwieriger ist, zu verkraften, er würde da eine Förderung riskieren oder Subventionen riskieren, als wie er adaptiert sich eigentlich so, wie er sein müsste oder wie er es tun müsste.
Willy
00:10:05
Da sind jetzt ein paar Themen drin, aber das, was du jetzt sagst, es ist so eine Inkompatibilität quasi der Systeme der Bürokratie mit der Realität. Also was du brauchst, weil das jetzt so ein Wort ist, das man jetzt überall hört, Standard angepasst, du brauchst eigentlich eine standardangepasste Förderstruktur, die nicht sagt, pauschal so, was halt dann auf dem Boden nicht passt und auf dem anderen schon, überall ein bisschen, sondern Flexibilität in diese Förderstruktur, dass du halt, das ist auch eine Frage, die irgendwann an meinem Sepp Holzer gerne stehen möchte, Bermakultur ist auch so ein Zugang, ein anderer Zugang zur Landwirtschaft, ob die Förderstruktur, die wir jetzt haben, und ich treffe Mercedes demnächst, da werden wir fragen, ob die Förderstruktur so wie es jetzt Bermakultur überhaupt zulassen würde, also ob man da einfach ein System hat, das einfach gewisse Dinge nicht zulässt, ohne es, ja, da ein Wollen dahinter steckt, weiß ich jetzt nicht. Und das andere ist die Eigentumsstruktur, da hast du völlig recht, weil wenn ich jetzt sage ich mal, es ist so eine Frage, die mir oft kommt, wenn jetzt auf einmal keine Bauern mehr sind am Land, familiengeführte Betriebe, sondern nur noch Unternehmen, die halt Eigentum haben, dann hat er einen Geschäftsführer drauf sitzen und der hat halt im Prinzip die Notwendigkeit, einen gewissen Profit zu erwirtschaften und ist in fünf Jahren wieder weg. Das war ja dann ein bisschen so wie beim Hansen,
Christian
00:11:15
Die Bachtverträge.
Willy
00:11:16
Ob man dann auf der einen Seite wieder irgendeine Regulierung braucht, die sicherstört, dass das eben nicht passiert, also dass der Boden oder ob es dann die Eigentümerstruktur im Sinne von klassischer Landwirtschaft, Familieneigentum, die es halt dann auch irgendwo verpflichtet, dass du das tust. Und da ist halt auch die Frage, wo alles mag nur gesagt, dass wir wirklich in die Zukunft investieren.
Christian
00:11:35
Das ist halt echt eine verzwickte Lage, weil wir sehen es ja in Osteuropa, wo durch diese Kollektivierung die Strukturen aus moderner, turbo-landwirtschaftlicher Sicht ja fantastisch sind. Ausgrempe Landschaften, OSXXL durch die natürlichen Gegebenheiten und so weiter. Und dort kann man ja in Ostdeutschland zum Beispiel beobachten, dass jetzt Betriebe die, LPGs übernommen haben, die sind wieder privatisiert worden. Besitzerfamilien haben dann gesagt, okay, wir zwei, wir nehmen den Hansi noch dazu, wir steigen wieder ein, wir wurden das wieder privatisiert haben, unsere Flächen, die uns vorher weggenommen worden sind, die anderen 25 Genossenschaftsmitglieder dort, die fertigen wir ab und wir drei machen dort jetzt viele Möhre, keine Ahnung, mich wieder, ich weiß es nicht. Jetzt ist aber das Thema, das ist jetzt circa 40 Jahre her die Wende oder bald 40 Jahre, dass dort jetzt Generationenwechsel kommen und auch dort jetzt die junge Generation in den Größtstrukturen sagt, für die paar Euro tue ich mir das eigentlich nicht an. Und das heißt, in den Übergaben dort beginnt es jetzt, dass in diesen Großbetrieben Teile verkauft werden, ganze Betriebe verkauft werden und da steigt natürlich außerlandwirtschaftliches Großkapital unter Anführungszeichen ein. Die Idee, das kommt natürlich, Investment, das ist für den, als wir bei einer Textilfabrik in Bangladesch gehabt, das ist dem scheißegal, was dort passiert, weil Geld hat immer recht. Und bei denen ist das natürlich so.
Willy
00:12:52
Und das ist auch weit weg vom Vödel-Server.
Christian
00:12:55
Und du bist auch mit dem dort nicht, ja, mit den Emissionen oder mit allem, was da halt passiert, rundum und dumm, bist du dort nicht mehr konfrontiert. Was ja vielleicht sogar in den LPGs Was heißt LPG? Landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft, Produktionsgenossenschaft, also diese kollektivierte Zwangskollektivierung in Ostdeutschland, in Russland waren es halt die Kurkosen, oder in der UdSSR, ähm. Dass die Leute dort mit diesen LPGs oder mit diesen Genossenschaften und auch mit dem Grund und Boden, obwohl das nicht mehr privat bewirtschaftet war, sondern gemeinsam sehr stark verbunden waren, weil die die einzigen Arbeitgeber dort waren. Und die haben dort auch geschaut, dass ein Kindergarten im Betrieb ist und so weiter, diese DDR-Strukturen, ganz klar. Wie das jetzt alles hochgegangen ist, ich glaube, da muss man auch mal wirklich hinschauen, wieso das politisch manche Strömungen so in Ostdeutschland zum Beispiel passieren oder generell im Osten, weil diese Strukturen auch da über den Haufen gehen. Und dann kommt ein Fremder Investor von außen, da gibt es ja Leute, wenn es mit denen heute über das riecht, wie damals die LPGs, die Tierbestände verkauft worden sind, die brechen heute noch in Tränen aus, weil sie sagen, keine Ahnung, die Kuh hat nur so und so viel Mark von Viehhändlern haben sie Zeit gekriegt. Der Bier, wo sie gewusst haben, die ist das zehnfache wert. Aber das ist einfach im Bausch und Bogen verkauft worden. Das hat die Leute dort ja wirklich zuerst entwurzelt worden durch die Kollektivierung und dann noch einmal zerstört mit dieser Kapitalisierung oder Privatisierung noch einmal. Das heißt, der Mensch tut die Verbundenheit mit der Scholle, mit dem Boden, mit der Umgebung, mit seiner Heimat, tut, ist ein sehr, sehr spannendes Thema.
Willy
00:14:27
Also geht Landwirtschaft ohne Heimat, also ohne... Verwurzeltheit, ohne, ja, in dem Fall Lokalität gar nicht.
Christian
00:14:36
Ich glaube nicht. Ich glaube nicht. Ich glaube, dass das ein wesentliches Ding ist, dass du sagst, das ist nicht nur meine Fabrik, unter Anführungszeichen, sondern das ist mehr, das ist Heimat für mich. Da bin ich dann bis meine Familie, bis mein Leben, das ist mein Lebensmittelpunkt. Und wenn ich halt dann sage, du, keine Ahnung, ich bin jetzt BWLer in Wien und habe da einen Acker gehabt und so und ich zahle dir nur 500 und du zahle 700, wie sollst du es denn dir geben? Das ist mir doch scheißegal.
Willy
00:15:00
Erde, komm, Ja, weil der Bezug, also das ist das, wo ich jetzt mit kann, aber wenn du jetzt wieder auf Wien gehackt hast, das ist aber das Ding, ich weiß nicht, ich weiß nicht, ob das nur in der Landwirtschaft ist, aber da spürt man es halt irgendwie stark, wenn der Bezug zum Boden und zu den, siehst du halt nur noch die Zäulen und wenn die kurzfristig heicher sind, weil du halt mehr Ertrag rausbringst im bestehenden System, langfristig sinken, irgendwann steigst du halt aus und dann steigt halt keiner mehr. Dann hast du das Problem. Das ist das Dilemma zwischen Kurzfristigkeit und langfristiger Nachhaltigkeit oder so, wenn man so will.
Christian
00:15:32
Ich glaube, dass das ein heißes Thema ist generell, wenn wir oft reden, so auf die Art, die Leute haben den Bezug zur Landwirtschaft oder irgendwas. Ich glaube, sie haben nicht nur den Bezug zur Landwirtschaft verloren, sie haben den Bezug zu einer Art Hashtag Realität verloren. Weil wenn ich heute App-Programmierer bin und dann halt, keine Ahnung, Dauer beschallt und Dauer empört bin, wie es halt so ist in der modernen Welt, und dann treffe ich auf so primitive Sachen wie Boden, Treibstoff, Energiekosten, Markt, weißt du, so Geschichten, da bräuchten solche Wörter aufeinander, die, die, die, blöds Beispiel.
Willy
00:16:10
Wir lieben blöde Beispiel, bitte das denn.
Christian
00:16:12
Eine Kollegin von mir, arbeitet in der Gastronomie, haben im Betrieb dort Studenten von der Boku gehabt, und der Betreiber, den Betrieb gibt es jetzt nicht mehr, hat dort wirklich immer geschaut, dass die Studenten dort äußerst, äußerst günstig für eine Praktikumswahl oder irgendein Ausflug äußerst günstige Angebote kriegen. Passt. Wir wissen alle, die haben keine Kohle. Passt auch. Alles gut. Okay. Dann ist am Abend halt das Thema aufgetaucht, was sie beim Essen zum Trinken wollen. Halbpension und so weiter. Aber die Getränke sind natürlich extra. Und dann kommt bei der ein Ding auf Nacht auf. Die Kölnerin oder meine Kollegin sagt dem, ja, was möchtest du trinken? Ja, bitte einen Krug Wasser. Alles gut. Die tragt den Krug rein und fragt dann, auf was für Zimmernummer darf ich das ponieren. Und dann fängt die Diskussion an. wieso sollen sehr viel Wasser was zahlen?
Willy
00:17:00
Das ist immer schon so gut.
Christian
00:17:01
Genau, weil, und jetzt geht es dann weiter, dann hat die Kölnerin gesagt, ich weiß, es schaut vielleicht nicht so aus, aber ich bin eigentlich nicht da, weil ich euch so gern bediene, sondern ich muss daheim Rechnungen zahlen, ich habe Kinder und Ding, das ist jetzt nicht unbedingt mein Hobby oder mein Fetisch, sondern ich muss bei dem leben. Aber wenn man es nicht glauben mag, der Geschirrspüler, der das Glasl wurscht, der geht nicht mit einem Fluchskompensator irgendwie, sondern der braucht echten Strom, der braucht Spülmittel und so weiter und so weiter. Dann ist das Ding gekommen, es gibt ein Menschenrecht auf Wasser. Und dann hat die Kölnerin gesagt, ja, das verstehe ich, ich habe jetzt einen Chef. Dann ist der Chef gekommen, die Studiosier haben ihren Professor geholt und der Professor hat dann auch gesagt, es gibt einem Menschenrecht auf Wasser. Und der Wirt hat aus meiner Sicht ein legendärer Ding gesagt, das versteht er absolut, geh aus dem Bruntrock. Da trinkt gratis Trinkwasser der Fischteich ist auch daneben, da kannst du trinken das ist überhaupt kein Thema, aber ich müsste verstehen dass ich die Frau zahlen muss und dass ich das Glas nicht selber einfliege und überhaupt alles und wenn ihr da auf Nacht heute, keine Ahnung, drei Flaschen Wein trinkt dann könnt ihr Wasser saufen, bis ihr quasi ins Wasser kommen, falls das ist überhaupt kein Thema aber wenn ihr bei einem so schon eigentlich unabschön billigen Angebot, nichts extra konsumiert und dann noch klappt das alles, das meine ich eben, dass man ein bisschen Ja.
Willy
00:18:19
Ich verstehe total. Die Frage bei dem ist immer, ich mache den Podcast im Endeffekt deswegen, weil ich gemerkt habe, dass das, was ich glaubt habe über Landwirtschaft und das, was Landwirtschaft dann ist, zumindest das, was ich gesehen habe, das sind einfach zwei andere, zwei verschiedene Porschuhe. Deswegen machen, das zu vermitteln. Und ich verstehe ja, dass die Leute ein Koppel sind, weil wenn ich in der Stadt groß wird, im Beton, wenn ich Wasser aus der Leitung kenne, die Milch aus dem Backel, und das ist jetzt plakativ gesagt, woher soll ich wissen, was in deinem Leben wichtig ist, woher soll ich das? Wer ist verantwortlich für diese Vermittlung? Weißt du, was wir jetzt machen?
Christian
00:18:56
Also, dass wir da nicht irgendwann diskriminifizieren. Umgekehrt ist ja zum Beispiel so.
Willy
00:19:01
Ich sehe jetzt schon, wenn die Augen vertrauen, aber ja.
Christian
00:19:02
Ich auch. Die umgekehrte Dinge sind natürlich, ich bin dir sehr dankbar, wenn du mir mit der U-Bahn übst. Das ist für mich ein Entgegner. Diese Vermittlung, das ist natürlich, ja, sind wir wieder bei der perfekten Welt, würde man das vielleicht in der Schule lernen oder über die Eltern oder ich weiß es nicht. Schlimmsten vor, es ist heute unsere Geschichte.
Willy
00:19:25
Ja, aber wieso sollen sie? Ja, klar, das war jetzt keine Anspielung, auf die man unbedingt den Podcast war. Weil ich bitte alle den Podcast abonnieren und horchen und Memberships anschließen. Mir geht es nicht gut, ich brauche euch. Ich glaube, dazwischen. Aber im Endeffekt, wenn die Öt dann auch aus der Stadt sind, was sollen sie vermitteln? Früher hat es halt 70% Landwirtschaft oder 50%, ich weiß nicht, ich nagel mich nicht auf die Zeit, aber jeder hat einen Landwirt gehört. Das ist meine Story von Anfang an. Jeder hat einen Landwirt noch gekannt und war vielleicht einmal am Hof und hat ein bisschen gespürt. Ein Fleisch hat es noch mehr gegeben, ein Bäcker hat es noch mehr gegeben. Du hast mit Dekret ein bisschen gespürt gehabt. Inzwischen ist es so ausdifferenziert, wie es so schief heißt, dass jeder so spezialisiert ist, dass er vom anderen gar nichts mehr braucht. Nur noch vermittelt über Transaktionen eigentlich. Aber das Spiel ist kein Seminar. Jetzt frage ich mich wirklich, wenn wir das jetzt mal als Prämisse hinstellen können, wer ist verantwortlich für die Vermittlung? Wer ist, will es machen? Der Podcast ist eh klar, aber Ist es die Bildung, müssen wir es in die Schulen bringen, wo wir das wieder zusammenbringen und wieder das Bildung haben. Aber es geht wirklich darum. Es geht nicht darum zu wissen, glaube ich, jetzt rede ich schon so viel, zu wissen, sondern dass du ein Spiel kriegst, dass die anderen auch noch da sind. Weil dann komme ich vielleicht, es gibt immer so einen Prozentsatz von Vollpfosten, die was halt wirklich dann nicht zahlen, wenn sie es wissen oder gierig oder sonst was, aber die allermeisten Leute, dann das oft nicht, weil sie blättern oder sonst was, sondern weil sie es einfach nicht besser wissen, weil es in ihren Arbeit normal ist. Und da ist halt die Frage, wo kriege ich den Kit wieder her, dass die Leute wieder ein bisschen mehr Gespür füreinander haben? Das ist eher...
Christian
00:21:08
Ja, das ist die Masterfrage, aber das ist natürlich ein absolutes Kernproblem oder ein Kernthema. Diese völlig unterschiedlichen, abgekapselten Lebensrealitäten irgendwo. Und natürlich dazwischen, die Maschinerie macht Milliarden. Und die Britta dann halt wie, wie soll ich sagen, wenn du heute, wir reden uns über Tierhaltung und alle möglichen Sachen auf, keine Ahnung. Früher war es halt normal, dass du gewusst hast, wie ein Handel funktioniert, dass man sowas hin und wieder einmal bis sonntags einen Kopf kürzer macht, dass ein Schwein halt nicht so Todesstrachl, sondern wieder so ungefähr abgeht. Und das ist halt so anonym hinter, Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll. Beim Schlachthof hinter 10 Meter hohe Betonmauern, wie ein Gefängnis, das werden wir wegsperren, das wollen wir gar nicht sehen. Was da passiert, ich weiß zwar, dass da vielleicht alles nicht so ganz super ist und dass es bessere Alternativen gab, aber ich schaue lieber nicht hin, weil das ist irgendwie mühsam.
Willy
00:22:02
Aber das ist genau das Thema, was mich da interessiert, weil es gibt über Schlachthöfe Dokumentationen. Der VGD macht eine super Arbeit, das zu zeigen, wo man sonst nicht hinterschauen kann. Jetzt wisst man das alles. Aber irgendwie scheint das Büdel im Fernsehen oder das Ding an sich noch nicht zu reichen und diese Resonanz, die was zwischen den Wörtern verloren gegangen ist, auch wieder herzubekommen. Das ist so viel schon. Entweder ist es zu viel und ich habe schon einen Filter drin, dass ich es zwar zur Kenntnis nehme, aber nicht mehr gespielen will. Oder, ich weiß es nicht, offensichtlich reicht es nicht. Also da stehe ich original an.
Christian
00:22:41
Ja, super.
Willy
00:22:43
Soll ich mal aufhören?
Christian
00:22:44
Gehen wir. Nein, aber deswegen sind wir ja da. Und dass wir eben zumindest einmal quasi das Saatbild bereiten, da können wir ein bisschen aufrütteln.
Willy
00:22:53
Bei mir war es damals so, und das sage ich nicht wegen dir oder so, wir haben mir damals das erste Mal bei dir in der Alm drin Zaun gebaut. Du kannst sagen, und das war nicht viel Zaun, relativ gesehen, das waren ein paar hundert Meter oder so, aber es war recht steil. Und dann fordert irgendwer, baut doch bitte einen Zaun in die Alm, 20 Kilometer, wenn du das dann einmal nachdenkst, das sind oft 10, 15 Kilometer Zaun. Wenn du das einmal gespielt hast, was das heißt, Zaun bauen, dann überlegst du dir dreimal, ob du 20 Kilometer Zaun fahrst. Und wie sollst du das machen? Ich kann ja nicht jeder zu dir kommen und Zaun bauen. Und ich kann ja nicht überall hingehen und in jede Lebenswelt eingehen und die mitleben eine Zeit lang. Also es geht faktisch nicht.
Christian
00:23:35
Ja, aber das ist, glaube ich, jetzt nicht nur ein Landwirtschaft, sondern es ist wirklich generell ein Kernthema, was in unserer Gesellschaft und vor allem auch in der Wirtschaft für Sprengstoff sorgt. Da sehen wir jetzt genau auch so Themen wie Treibstoffpreise und so weiter. Mir hat letztens auch gesagt, die Treibstoffpreise, die sind ja super, wenn die so hoch sind, weil wir wollen den Leuten ja den Individualverkehr operieren, der soll mit den Öffis fahren. Das verstehe ich in den großen Ballungsräumen. Aber sind wir Menschen zweiter Klasse? Es ist halt dann so, der Zalando oder keine Ahnung, wie die ganzen Dandler alle heißen, der ganze Transport funktioniert halt leider auf der Straße. Und auch wenn wir es uns noch so sehr herbei wünschen, das geht nicht über Nacht, dass wir das mit irgendeiner Alternativtechnologie machen. Und das ist eben genau das Thema, ich kann da schon, wenn es mich selber jetzt nicht so wirklich betrifft, quasi, wir haben halt sehr, sehr oft sehr viel Meinung, viel wenig Ahnung, vom Ding her, also die sollten die machen, das ist ja, das ist bei mir auch so.
Willy
00:24:26
Soll ich die Pappen aufmachen und dann wirklich drüber nachdenken, kaufe ich eigentlich eine Ahnung, von was ich gerade rede?
Christian
00:24:29
Geht und soll und so.
Willy
00:24:30
Nein, aber was ist die ganze Quelle? Schweigen.
Christian
00:24:34
Ja, vielleicht mit deinem Knach, wenn es wehtut, nicht? Aber ich meine, dass man diese Sachen vielleicht auch ein bisschen, darum ist es ja wichtig, dass es unterschiedlichste Formate gibt, so wie ja uns jetzt da auch, und deine ganzen Sachen, dass man das ein bisschen aus unterschiedlicher Blickwinkel sieht und sich dann ein bisschen erbügt über Themen, die aktuell sind und die uns betreffen, machen können.
Willy
00:24:55
Ich glaube, ganz ehrlich, wenn du mich fragst, ich frage es mich zwar nicht, aber ich gebe dir trotzdem eine Antwort. Ich glaube, es funktioniert nicht, weil ich nehme mir 2,5 Stunden Zeit für das, dass wir tiefer gehen und ein bisschen nachhauen. Das horcht ja dann wieder keiner. Also vielen Dank an alle, die es hören. Es sind doch recht viele, wie lange das ist oder sowas. Herr Bachler, für alle, die es nicht sehen, hat gerade das Bild Danke in die Kamera gehalten. Aber es hat, ich würde es nicht wieder so schmiedern, es kann nur jeder 10 Sekunden. Es ist auch wieder so viel so viele Podcast hören und das dann noch verstehen und sich hineinfühlen das muss irgendwie anders kommen das muss irgendwie so jetzt werden wir wieder bei der Bildung das muss von Anfang an irgendwo einbaut sein ja keine Ahnung,
Christian
00:25:40
So dumme Sachen auf ATV schauen haben die Leute auch Zeit, dann wird sich ein Podcast da ausgehen.
Willy
00:25:44
Danke lieber Christian habt ihr es gehört, bitte macht das ich leite jetzt ein bisschen um zum ersten Thema schauen wir mal wie weit wir kommen und dann hören wir auf.
Christian
00:25:53
Genau, Türe haben wir da eben, dass diese Anpassung, dass das da solche Wir sind leicht abgeschwift. Genau, abgeschweift. Geschweift. Geschweift, ja. Dass das eben solche rundum-und-um-Probleme unter Anführungszeichen hat. Und dann ist natürlich heuer auch das Thema in einer perfekten Welt, wenn Märkte so funktionieren würden, wie wir es glauben. Wäre es ja so, dass du heuer, wenn du schon angepasst bist, in so einem Extremjahr wie heuer, günstiger produzieren kannst, wie der Rest. Und dadurch, dass die anderen nicht so gut produzieren können, müsste der Preis steigen und du müsstest davon einen Benefit im Geldtaschel haben. Passiert aber nicht. Weil wir eben in diesem bewersenen Ding mit Osteuropa und Konflikten und so weiter und globale Verwerfungen das Paradoxe haben, es ist eine komplette Misserende und die Preise fallen trotzdem. Und das ist eben etwas, wo wir uns, glaube ich, einig sind und schon Tage, näher, wochenstundenlang debattiert haben, dass man die Landwirtschaft nicht dem freien Markt, unter Anführungszeichen, überlassen darf, sondern dass man dahin und wieder regulierend eingreifen muss. Oder vielleicht, dass man es heute für die Empöte...
Willy
00:26:58
Forderst du gerade nach Staat, nach mehr Staatserbachtler?
Christian
00:27:01
Ich fordere noch Regeln. Ich fordere Regeln. Ich fordere Regeln. Oder vielleicht, heute ist es ein bisschen mehr in den Zeitgeist, vielleicht könnte man sich darauf besinnen, dass Ernährungssouveränität und Resilienz in der Ernährungssouveränität zivile Landesverteidigung wäre. Weil wir sehen, wir sind in den Vorkriegszeiten leider, wenn man sich das so angespürt, die militärische und die zivile Landesverteidigung und sowas wäre eigentlich ein Ding. Vielleicht fahrt es dann noch, ich kriege die Warte fast nicht aus, weil man das so angreizt, dass wir in solchen Zeiten wieder leben. Aber vielleicht hilft das irgendwas. Das nächste Thema, weil wir über die Versicherungen auch geredet haben, da habe ich mit einem zufällig wieder bei einem Zugelaufen, der als Büro da für amerikanische Landwirte unterwegs ist, kommt eigentlich aus der Technik-Dings. Und da geht es um das Thema Versicherungen. Dass Versicherungen gegen Ernteausfälle, nämlich auch sehr, sehr stark, so blitzklingt, die Innovation heben können, oder hemmen können. Hemmen. Sicherung hemmen. Genau. Weil. Der sagt, okay, mir hat es jetzt zehnmal den Soja verbrennt, mir ist der zehnmal hat es mir ein Zamtroschen. Ich bin aber quasi, anscheinend ist das in den Vereinigten Staaten so, dass ich so eine Ernteausfallversicherung haben muss, damit ich irgendeine Zuschüsse kriege. Das heißt, der war es eigentlich vorher, schlimmsten Fall, wenn die Ernte nichts wert zahlt, ist die Versicherung. Und wieso soll ich noch mich jetzt da irgendwie anstrengen, wenn die Kohle sowieso kommt? Die Kohle, die Versicherungen schließen sich übrigens deswegen ab, weil sie so hohe Bachten zahlen müssen. Dass wenn das einmal daneben geht, sowieso über den Haufen geht. Das heißt, es stößt einfach rund um und um alles an natürliche oder unnatürliche Grenzen. Aber jedenfalls diese Anpassungsstrategien sind in der großen Fläche durch diese diversen Strukturen mit vielen Verbechtern, vielen Flächenleigentümern sehr, sehr schwierig. Ein Einzelbetrieb natürlich wesentlich einfacher. Was noch ein Thema ist, und das ist auch ganz, ganz schwierig. Es funktioniert nicht, was wir heute modern glauben, dass Anpassung, Resilienz durch Schutz passiert. Das haben wir da auch schon mehrmals ausgeführt, aber das müssen wir einfach immer wieder bringen. Es bringt nichts, wenn wir eine Landschaft unter Schutz stellen, renaturieren und schauen, wie die Schmetterlinge düsen und keine Ahnung was, sondern die Natur ist einfach wie unser Hirn, wie unsere Muskeln. Das muss trainiert werden, sonst wird es weich. Das heißt, ich muss die Natur dementsprechend fordern, damit sie ihr Potenzial aus ausbüden kann. Und wenn man jetzt manche Sachen eben anschaut, Hacken zum Beispiel haben wir letztens auf das Thema CO2 vergessen. Arger und schwieriger, schwere Kost jetzt. CO2 ist nicht schlecht. Pflanzen brauchen CO2 zum Wachsen. Sie brauchen auch Temperatur zum Wachsen. Wenn ich jetzt solche Hecken zum Beispiel habe. Und Licht. Und bei der Pflanzenatmung entsteht danach CO2. CO2 ist schwerer wie Luft, sammelt sich am Boden. Am Boden sammelt sich auch der Tau. Wenn ich jetzt Strukturen habe in der Fläche, wo nicht so fort der Wind in der Frühe, wie du das jetzt gesagt hast, trocken fühlt, dann habe ich auf gut Deutsch eine Selbstdüngung. Weil die Pflanze, wenn die Photosynthese in der Frühe wieder startet, kann sie quasi den Schluck aus der Pule nehmen, weil das CO2, was sie braucht und sie selber abgeben hat als Abfallprodukt, am Boden als CO2-See steht und sie kann gleich Vollgas angasen. Das heißt, wenn das CO2 weggeblasen ist, muss das erst die Pflanzen wieder sozusagen zuverziehen, wieder kriegen aus der Atmosphäre. Das heißt, das hat mehrere positive... Also es verdichtet.
Willy
00:30:41
Bodennah verdichtet CO2, wo einfach mehr zum Futtern ist.
Christian
00:30:45
Weil es schwerer ist wie Luft. Die Pflanzen atmen es aus, es sammelt sich unten. Wenn der Wind kommt, verblasst der das CO2. Darum ist ja auch so Geschichten wie diese Darmkulturen, Touriell-Systeme und so weiter, dass dazwischen die Pflanzen quasi aus dem CO2-See schöpfen kann, unter Anführungszeichen, und halt ein paar Prozent mehr Ertrag damit bringen kann und sich einfach leichter tut. Das sind eben so Nebeneffekte.
Willy
00:31:07
Das war jetzt ein Lösungsvorschlag für?
Christian
00:31:10
Nein, nur so ergänzend zum Ding, dass halt immer diese CO2-Hysterie, dass das halt auch notwendig ist.
Willy
00:31:17
Ja, okay, okay. Gut, über das habe ich mit der Helga Kankalb auch schon wieder geredet. Also bitte auch gerne den Podcast anhorchen mit CO2-Atmosphäre und dass es grundsätzlich ein wichtiger Teil unserer Atmosphäre ist und nicht grundsätzlich das böse CO2, sondern es geht um die Mengen und die Verteilung. Wollen wir ein bisschen weiterhüpfen? Ich habe jetzt das Thema Hass im Netz, das Überspringen wir für das heutige Mal. Das widmen wir uns dann dem nächsten Mal nach dieser Folge. Da werden wir dann ausführlich über dieses Thema sprechen. Ein Thema, du hast mich ein bisschen draufgebracht und mich ein bisschen geschaut und ganz verstanden habe ich es nicht. Es sollte jetzt vor kurzem so ein bisschen eine Diskussion geben darüber, dass obwohl wir diese Türe, und da schließen wir beim Thema Türe an, Türe heißt weniger Weideflächen oder weniger Schnitte etc., müsste eigentlich dazu führen, oder Hauptmark her, dass viele Bauern ihre Tiere hergegeben haben. Oder einige Bauern, die Mengen kenne ich jetzt nicht. Gleichzeitig ist aber in der Zeit, also ich habe mir das jetzt angeschaut, im Vergleich zum Vorjahr, 2025 habe ich gehört, war scheinbar ein grandioses Jahr, futtertechnisch, milchtechnisch oder Milchproduktion. Hat man gar nicht so mitgekriegt irgendwie. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir 7,1% mehr als 2025 für die ersten sieben Monate. Wie kann es sein, dass wir gleichzeitig Dürre haben, und gleichzeitig aber die Milchproduktion, die ja am Futter hängt, steigt. Das habe ich irgendwie nicht verstanden. Und da sind die Wogen auch ein bisschen hochgegangen rund um das Thema. Kannst du mir das irgendwie erklären?
Christian
00:32:51
Du fragst mich aber so. Ist paradox, nicht? Glaubt man eigentlich nicht. Sagen aber die Milchmarktexperten, wenn man mit denen so redet, dass das aber die letzten solchen Ausnahmejahren immer gewesen ist, auf gut Deutsch. Erklären, glaube ich, lässt es sich insofern ein bisschen damit, dass du ähm, Der begrenzende Faktor in der Rinderfütterung ist die maximale Aufnahme Kilogramm Trockenmasse Futter. Du kannst die Kuh nicht noch größer machen, dass sie noch mehr frisst, weil das Verhältnis von Erhaltungsbedarf zu Leistungsbedarf so ineffizient werden würde und das auch die Natur nicht mehr hergibt.
Willy
00:33:29
Erhaltungsbedarf zu Leistungsbedarf. Genau.
Christian
00:33:32
Dass man es auch gespürt kriegt, der Erhaltungsbedarf ist, der wir zwei jetzt da sitzen und gescheit reden. Der Grundumsatz. Der Grundumsatz, genau. Wenn wir hier jetzt aufstehen und was stehen, dann brauchen wir dazu einen Leistungsbedarf und der ist in der Ration natürlich extra. Weil ansonsten verbrennen wir Körpermasse und irgendwann bist du dann tot. Dieses Verhältnis... Wenn wir was tun. Aber irgendwann, wenn du auch den Grundbedarf nicht mehr decken kannst, wärst du auch kaputt. Dieses Verhältnis haben wir ein bisschen aus den Augen verloren. Grundsätzlich. Aber viele nicht gerne hören, der effizienteste Milchproduzent zum Beispiel ist nach wie vor die Ziege. Das war halt nicht ein paar Grundbedarfe, ein Haltungsbedarf zu Leistungsbedarf, weil das kleine Viech einen Scheiß, was frisst, auf gut Deutsch, aber trotzdem 5 Liter Milch gibt. Und dann schaust du dir so einen Hohlstein-Friesen-Elefanten an, der halt 60 Liter Milch gibt, aber dann schaust du dir auch, was die weggekifelt am Tag.
Willy
00:34:27
Herr Bachler meinte mit dem Elefanten eine Kuh.
Christian
00:34:29
Genau, also eine sehr große Kuh. Also dass man ein Gespür kriegt, in unserer Region zum Beispiel waren die Kühe vor ungefähr 230 Jahren in einer Größenordnung von 200 Kilogramm Lebendgewicht. Eine ausgewachsene Kuh, 200 Kilogramm, ist halt ein besserer Schauf, gefühlt. Und heute ist man bei 1000 Kilo. Das heißt, das wäre Hörten, dass sie schlechter waren. Generell habe ich jetzt das Problem, die Tiere sind genetisch so hochleistend, ich habe diesen limitierenden Faktor des Pansenvolumens, sie kann nicht mehr fräsen. Ich muss jetzt versuchen, dieses Futter, das die Kuh frisst, möglichst hochkalorisch aufzuladen. Damit da sie genug Energie in das Viech reinkriegt.
Willy
00:35:09
Also wenn das Volumen begrenzt ist, muss ich schauen, dass es der Energiedichte im Volumen höher wird.
Christian
00:35:14
Genau. Du fährst bei der Tour de France, ein Bergetappen mit 5000 Hirnmeter, verbrennst am Tag 10.000 Kilokalorien und du kannst aber nur Nudeln im Wert von 6.000 essen, sonst peibst du. Das geht nicht. Das heißt, ich muss die Ration dementsprechend anpassen und mit Gels und Zeug, Hochkalorisch. Genau, hochkalorisch das aufpeppen. Das ist schon ein Thema und das ist jetzt natürlich auch eine Geschichte rund um die Ergänzung der eigenen Futtermittel. Sprich, ich habe jetzt von mir aus zu wenig Heu, dann futter ich oder kriege ich so wie Heuer zum Beispiel Heuer. Ja, genau. Oder ich habe zu wenig Großsilage. Heu kriege, das ist da relativ ein Nebenthema. Dann kaufe ich zum Beispiel Maissilage zu, die von Haus aus sozusagen potenter ist im Nährstoff geholt.
Willy
00:35:59
Hochkalorischen.
Christian
00:35:59
Genau. Und das heißt, ich habe jetzt die Situation, dass ich die zugekauften Sachen natürlich für mein Geld, wenn ich schon was kaufe, was Gescheites kaufe. Und im Milchbereich, weil wir da in so hochkalorischen Bereichen unterwegs sind, die Fütterung tendenziell versuche ganz auszureizen. Und da halt dann, Getreide ist unglaublich billig im Moment. Es macht da jetzt ökonomisch als Einzelbetrieb Sinn, dass ich schaue, solange die Wiederkäuergerechtigkeit gegeben ist, in der Ration Getreide zu ersetzen, damit quasi keine Trockenmasse aus dem Grundfutter, das ich nicht habe, verdrängen. Ich habe aber unterm Strich mehr Energie in der Kur drei, durch diesen zwangsläufigen Zukauf, als wie man es selber machen würde. Ob das jetzt ökonomisch richtig ist, das ist ein ganz anderes Thema. Das ist halt auf gut steirisch beim Machen so geworden. Das nächste ist dann, wenn ich jetzt ein Milchviehbetrieb bin, dann schaue ich natürlich, dass die Kier, die ich melke, für die ich lebe, dass die möglichst gut versorgt sind. Im Zweifelsfall trenne ich mich vom Jungvieh und alles, was ich nicht unbedingt brauche, auch niedrig leistende Tiere oder halt Tiere, die Probleme machen, die halt einen hartschten Fuß hat und so, die ich sonst halt noch ein Jahr mitlaufen lasse, die kommt halt jetzt zum Schlacht, aber ich das Futter nicht haben. Das heißt, das bleibt, das Futter konzentriert sich dann, die Reserven haben ja ein bisschen mehr Spü, dass ich die Tiere, die ich durchfütter, dementsprechend gut versorgen kann. Und das Ende vom Lied sind eben dann diese Sachen, dass wir auch in einer Mangellage, mit Milchprodukten sehr gut versorgt sind.
Willy
00:37:27
Ja.
Christian
00:37:29
Oder halt zumindest mit Milch. Und das ist halt dann paradox, weil wir jetzt dann wieder in diese Richtung unterwegs sind, dass eigentlich das Angebot zurückgehen müsste, damit die Preise steigen. Das ist aber nicht passiert.
Willy
00:37:42
Das passiert momentan nämlich genau das Gegenteil. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr, Vorjahr war glaube ich so der Durchschnitts-Milchpreis bei 55 Cent so. Hierzu sind wir bei 45 oder rund um den Dreh. Es ist deutlich weniger. Gleichzeitig steigt aber noch die Milchmenge. Andererseits, ich habe mir das ein bisschen angeschaut, das sind wir wieder zwischen Kollektiv oder das System und der Einzelne. Was du jetzt auf einen einzelnen Hof schaust, was hat der für einen Anreiz weniger zu melken? Der hat einen Stall, der hat Kredite, die laufen, der hat Maschinen, die etwas kosten und das muss er ja zahlen, weil die Kosten gehen ja nicht zurück wie der Milchpreis. Jetzt muss der ja weiter melken. Der hat ja auch den Anreiz, dass selbst wenn die Preise runtergehen, ist das der Anreiz eigentlich für den Einzelnen, dass er die Produktion noch mehr steigert, weil er sonst die Fixkosten nicht erhebt. Gleichzeitig fällt aber der Preis immer weiter.
Christian
00:38:38
Das ist das Dilemma.
Willy
00:38:39
Wie kommst du aus? Weil du kannst dem Einzelnen, der dann sagt, wir brauchen Kohle, das ist zu wenig. Jetzt kann man darüber streiten, wann lässt sich ein so gut Jahr ist, wo ist die ganze Kohle? Weil das muss ja dann mal zu viel gewesen sein, das kann man ja dann einmal investieren. Aber wie kommt man aus dem Teufelskreis raus? Und was sage ich dem Einzelnen?
Christian
00:38:57
Da gibt es einen bitterbösen Schmäh Einen bitterbösen Witz Was tut der Milchbauer, wenn er im Lotto eine Million gewinnt? Machen bis es gerade gar ist, Das ist bitterböse. Das Problem ist natürlich das, dass wir da auch wieder sehr, sehr hoch unterscheiden müssen, als Einzelbetrieb zwischen der Rentabilität und der Liquidität. Das ist auch das Riesenthema, wie wir letztens gehört haben über Molkereifusionen und so weiter, wieso auch in den Unterarztgegenden, wie bei uns da, die Milchwirtschaft nach wie vor auch so ein großes Thema ist, weil sie Liquidität bringt. Ich weiß einfach, dass jeden Monat eine Kohle reinkommt.
Willy
00:39:29
Also Rentabilität ist, ob der Betrieb am Papier über das Jahr gesehen was bringt und Liquidität ist, ob das Geld dann da ist, wenn du das brauchst.
Christian
00:39:35
Ob ich jetzt die Rechnung zeigen kann. In dem Moment. In dem Moment. Und da tue ich mich jetzt da natürlich leichter. Es ist ein Teufelskreis. Über das debattieren wir seit Jahrzehnten mittlerweile. Man hat es in Europa mit der Milchquote versucht. Die hat de facto auch nicht funktioniert. Es gibt jetzt natürlich immer wieder Leute, die sagen, unter anderem Peter Habener zum Beispiel, die sagen, wir brauchen eine Art Milch-OPEC. Die OPEC macht genau das. Die OPEC, bündelt oder tüftelt das Angebot an Rohöl aus, was da leitet, dass der Preis nicht über den Haufen geht? Wie handhaben wir das?
Willy
00:40:09
Homeback.
Christian
00:40:10
Ja, aber das ist natürlich auch total spannend, dass wir in der Landwirtschaft da natürlich extrem starke Stimmen haben, die sagen, ich will aber die Welt ins Kommen machen. Ich lasse mir überhaupt nicht vorschreiben, dass ich weniger tun soll, weil ich kann das, auf meinem Standort funktioniert das. Und ich sehe die Zukunft in noch 50 km mehr. Das ist das Spannende.
Willy
00:40:28
Ja, aber das ist die Einzel... Ich verstehe es ja irgendwo...
Christian
00:40:31
Ich auch, aber ich verstehe es im Ganzen nicht.
Willy
00:40:33
Ja, also das System funktioniert nicht, aber aus Einzelssicht, und die Frage ist halt auch, ich habe immer wieder so ein Thema, wie bringen wir diese zwei Ebenen zusammen? Weil wenn der andere einen Anreiz hat, dass er immer mehr tut, oder nicht einmal einen Anreiz, das ist ja, wenn du wirklich mit Spitz auf Knopf stehst und sowas, du musst ja mögen, du misst mit der sinkenden Rentabilität, also pro Liter, einfach das gleiche verdienst. Also das ist das klassische Wachsen- oder Weichenthema.
Christian
00:40:59
Aber jetzt sind wir wieder bei den betriebswirtschaftlichen, landwirtschaftlichen Verschwörungstheorien. Es gibt doch durchaus Betriebe, die sagen, die letzten 3000 oder 2000 Kilo Milch, die sind 1 zu 1 ein Durchläufer. Das heißt, es ist zwar in der Statistik geil, weil ich so und so effizient bin, in die Kennzahlen, aber produktiv ist es nicht. Weil es rentabler wäre, ich füte die Tiere nicht viel aus, haben weniger Probleme, weniger Tierarztkosten, weniger Scherereien rundum und dumm. Aber ich bin halt natürlich näher in dieser schon ein bisschen prestigeträchtigen Geschichte ganz fuhren dabei.
Willy
00:41:38
Aha, okay. Nur, dass ich es verstehe. Das heißt, du könntest das System, du könntest das gleiche Einkommen erwirtschaften, sagst jetzt du, bei weniger Leistung, weil die Viecher nicht mehr so anfällig sind, weil du weniger Futterkosten hast und weil du einfach das verhältst, du verdienst das Gleiche mit weniger Viech. Aber da kommt noch der Stolz ein bisschen dazu. ich bin ein großer Bauer, ich kann das und ich gehöre gerne noch mehr.
Christian
00:42:02
Das Extrembeispiel, wo das anders funktioniert, ist in Naseeland oder auch in Irland. Durch die natürlichen Gegebenheiten alles Grünland passiert, Tiere alle draußen. Und die sagen halt, keine Ahnung, die können mit 18 Cent, 19 Cent Milchpreis, noch kostendeckend arbeiten, wo es die Bums längst abgerissen hat.
Willy
00:42:19
Ja, da haben wir wieder das Thema, wie wir da am europäischen Markt haben, wenn da die Standardkosten in Irland komplett andere sind, wie am gleichen Markt.
Christian
00:42:26
Und da ist nämlich das Spannende, Das tut, sind wir wieder bei dieser landwirtschaftlichen Gotteslästerung, Tierwohl-mäßig musst du dir jetzt sagen, die Kuh, die da unten, ein Kollege von mir, dem war ich gerade letzte Woche nicht beieinander, der hat da ein halbes Jahr unten gearbeitet, die haben da 900 Kühe gehabt. In Neuseeland. In Neuseeland. In Neuseeland. Die haben in 38 Tagen 900 Geburten gehabt, alles auf der Weide. Da fährst du dir in der Früh mit einem Quot, mit einem riesen Anhänger, einmal Kalbel suchen.
Willy
00:42:57
Schaust überall, wo wieder was liegt,
Christian
00:42:59
Oder? Genau. Und die haben dort halt gesagt, es ist jetzt 10 oder 12 Jahre her, wie der da unten war, damals war halt so, ob 14 Cent machen sie Gewinn. 14 Cent, das sind bei uns die halben Gebäude gekostet.
Willy
00:43:09
Produzieren aber maximal für den Weltmarkt einfach.
Christian
00:43:11
Natürlich, natürlich, volle Möhre. Tierwohlmäßig gar nicht schlecht. Wenn man jetzt einmal drüber hinweg sieht, dass sich die Stierkrebel einfach der Schlagung oder eingraben oder irgend sowas, weil die braucht keiner. Aber von den Lebensraumbedingungen, wie man es sagt. Und auch, was jetzt die Fütterung angeht zum Beispiel, siehst du, das dort normalerweise aus Kosten- und Effizienzgründen, die sehen kein Kraftfutter. Kraftfutter sehen sie erst, wenn der Württembergpreis so steigt, dass es lohnt, dass es Futter einsetzen.
Willy
00:43:36
Dass Futter nicht teurer ist.
Christian
00:43:38
Dass dieser Mehr-Input quasi lohnt im Export. Aber normalerweise, also das ist ein totaler Gegenentwurf zu uns.
Willy
00:43:45
Also grundsätzlich auch gierig angelegt, aber sie müssen halt nicht gierig sein, weil die Standardbedingungen, was heißt gierig, Anreize halt.
Christian
00:43:52
Ja, genau. Aber eben auch diese Sachen wie südamerikanisches Fleisch zu einem großen Teil oder nordamerikanisch, das Exportfleisch wird in den Feedlots mit Getreide gefüttert, weil der europäische Markt das zahlt und haben will. Sie selber fressen es nicht. Interessant. Aber das ist jetzt nur so ein Ding. Aber jedenfalls ich glaube, so kann man das am ehesten erklären, dass halt die Alternativen in der Fütterung, die du bezüchen kannst, dementsprechend mehr Bums haben. Ich schärfer selektiere, die Tiere besser ausfüttern kann und das im Großen drüber zu diesen Auswirkungen führt.
Willy
00:44:29
Aber was braucht ihr jetzt in der heimischen Landwirtschaft, damit, sag ich mal, wir nennen es jetzt, dass nicht wieder alle beleidigt sind, es ist ja nicht unvernunft, was machen, aber dass die Anreize so sind, dass jetzt der Betrieb mit 500 Milchkir und der andere, dass die auch wieder am gleichen Strang ziehen und aus dieser komischen Spirale raus, gegen Stolz kannst du nichts machen, das ist eine andere Geschichte, dass diese Anreize dann auch wieder irgendwo so hinbrucht werden. Also wo war der Hebel? Weil was sage ich dem Einzelbetrieb jetzt, der mehr milchen muss? Du darfst nicht, du sollst nicht oder will, du darfst nicht
Christian
00:45:08
Das ist die Masterfrage in der Milchwirtschaft.
Willy
00:45:12
Ist schon mal irgendeiner gekommen mit einer Antwort und mit einem Lösungsansatz und den haben sie dann wieder aus dem Dorf getrieben? Oder gibst du irgendwas?
Christian
00:45:17
Also aus der eigenen Erfahrung, ich war ja auch immer so dämlich, dass ich glaubte, dass das Milchkontingent total schlecht ist. Wir müssen nicht unbedingt die Welt mit Milch das seifen. Vor 20 Jahren.
Willy
00:45:27
War das ungefähr so. Das hat dazu geführt, dass es so gekommen ist.
Christian
00:45:29
Genau. Und es hat produziert, auch Teufelkimaus, aber die Chinesen brauchen unser Zeug. Ob das jetzt wirklich Sinn macht, dass man in Europa mit sehr hohem Input Milchproduziert, der dann einmal, wenn man sich die Welt schon anschaut, nach China führt, oder Milchpulver eben nach Burkina Faso und so weiter, diese ganzen Geschichten und dann steht irgendein so, wie haben die Kassen-Milrahm-Habi da und der sagt, ja, das ist total super, wir haben das Problem, dass in Burkina Faso und in manchen afrikanischen Ländern die Leute halt in der Kaufkraft eher am unteren Limit sind und die können jetzt nicht ein Kilo Milchpulver zum, alternativ Joghurt anruieren für die Kinder kaufen, sondern wir füllen das jetzt in so, keine Ahnung, 100 Gramm Beutelchen ab, weil die kann man da gelöhnen jeden Tag mit deinem Geld, was er kriegt, in kleineren Dosen kaufen und das ist doch schön, weil wir bringen unsere Überschüsse weg, die da unten machen wir komplett hin. Und da ist eben immer wieder dieses Thema Burkina Faso nicht bekannt, ich war da bei einem UNO-Projekt unten ein extrem effizientes Molkereiwesen, weil dort ernährt im Schnitt eine Kuh, fünf Leute. Und bei uns ernährt, 500 Kuh an. Was ist effizienter? Also als Extrembeispiel. Aber wir haben es halt natürlich geschafft, dass wir mit unseren guten Exporten...
Willy
00:46:51
Ja, rund 50 Prozent werden das, was wir produzieren, rund 50. Das lagert es mir nicht fest. Aber so grob die Hälfte oder sowas wird exportiert.
Christian
00:46:57
Genau. Und dann sitzt die Zensee in Burkina Faso und tut da Kühnensaften und da vorne kommt der Willy, der Milchdandler, mit dem Milchburfer aus Holland, was billiger ist, als wir das hinten, wenn sie es einfach frisch anmöcht. Völlig bewährst, ich weiß auch keinen Ausweg, aber nur, müssen wir uns mal wieder beim Bewusstsein, dass wir uns mal drüber nachdenken, was tun wir da eigentlich. Aber natürlich gibt es da die Experten, die da halt in den, ich weiß nicht, wie ich das jetzt sagen soll, die Oberradikalisierer, die halt so zahlen, wie du es jetzt da sagst, mit 7% oder 7% mehr, Verschwörungstheorie, das stimmt nicht.
Willy
00:47:34
Das ist so ein armer Zahn.
Christian
00:47:35
Ja, aber das stimmt alles nicht. Aus der bäuerlichen Dinge.
Willy
00:47:37
Ja gut, aber das kann ich immer Nein,
Christian
00:47:39
Aber ich sage nur, dieses Ding ist, in was für einer Zahlenlügen liegt, vom Ding her. Die glauben halt, das ist eine Verschwörungstheorie von irgendeinem anderen Podcaster und so weiter und irgendwer ist geschoben und geschmiert und keine Ahnung, was alles. Und dabei wartet er die ganze Welt auf unsere Milch. Naja, so ist es nicht.
Willy
00:47:56
Na gut, in einer postfaktischen Welt ist es gescheiter. Wenn alle reden, redet irgendwann einmal keiner mehr. Das ist auch nicht so gut. Letzter Punkt, was ich mit dir noch reden möchte, ist Energiepreise. Das spielt ja ein bisschen rein jetzt auch in die, ob es jetzt Milchpreis ist, Milchpreis nicht, aber die Kosten für die Milch etc. Was bedeutet denn die aktuelle Situation? Die Spritpreise, Diesel ist jetzt gerade bei 2,20 Euro, da werden wir reden, oder so gestern habe ich tankt. Tank der Spritpreisbremse?
Christian
00:48:25
Hä? Spritpreisbremse, vorher war bei 2,40 fast.
Willy
00:48:28
Gut, das ist halt heute,
Christian
00:48:28
Oder? Seit gestern, 1. Oktober.
Willy
00:48:30
Ist heute der zweite schon.
Christian
00:48:31
Genau, demzufolge, ja. Ach du Scheiße, schon wieder ein Tag verloren. Also ihr letztens tankt um 2,395 Euro. Das war mein Teuerster.
Willy
00:48:39
Was heißt denn das für dich im Betrieb jetzt? Diese Höhe, trifft das jetzt weniger? Ist das bei dir vernachlässigbar? Ist das viel? Und was hast du so?
Christian
00:48:50
Ja, nein. Ähm. Das sind so ganz alltägliche Probleme, dass man jetzt sagt, keine Ahnung, mein Kia Sportage auf dem Auto, kann ich mit den 120 Euro, die ich maximal mit der Karte auf einmal tanken kann, kann ich die Kisten nicht mehr viel tanken, wo ich früher das zweite Auto auch tankt habe.
Willy
00:49:08
Also du plädierst auf höhere Limits für deine Karten?
Christian
00:49:10
Genau, das ist einfach, wenn die Leute kein Geld haben, dann sollen sie zum Bankomaten gehen.
Willy
00:49:16
Christian, wenn sie sich an die Bank, ja passt, gut.
Christian
00:49:20
Es muss irgendwo die Kalle her.
Willy
00:49:22
Wie hoch ist dieser Anteil der Spritkosten bei deinem Betrieb? Oder bist du da eigentlich relativ?
Christian
00:49:31
Ich bin da natürlich relativ als absoluter Bausparer, was die Sachen angeht, weniger betroffen natürlich. Also im Prozent ist die Steigerung bei uns natürlich gleich. Nur in absoluten Zahlen ist es halt niedriger, weil wir Gott sei Dank relativ wenig verbrauchen. Und da halt echt schauen, dass wir möglichst, möglichst effizient sein. Aber mir hat vor wenigen Tagen ein Kollege erzählt, er tankt jetzt in den Häcksler, der rund um die Uhr läuft, am Tag 1000 Liter Diesel rein. Das macht er gut aus. Vor einem Jahr hat er die Tankfüllung 1.500 Euro brutto. Und jetzt kostet sie halt was da. Oder vermutlich in großen Mengen damals sogar noch weniger. Da waren wir wahrscheinlich bei 1.35 oder so. Das heißt, du zahlst dann Tausender mehr für die gleiche Tankfüllung. Du tankst jetzt einen großen Traktor Full beim Herbstanbau und so weiter, gibt es Aussagen von Kollegen, die sagen, okay, jetzt sind jetzt 800 Euro reingekommen, da kann ich ja kein Will verkaufen, das war mal der Traktor Fulltank. Und der ist aber jetzt bei der Maiseernte oder beim Fahren, beim Herbstanbau, ist der wahrscheinlich in einem Tag wieder leer, nicht? Wo soll die Kohle herkommen? Und das sind wir halt wieder bei der Naja, aber das ist ja gut, dass wir ein bisschen mehr von den Fossilen wegkommen. Ehe lieber passt, gar keine Frage, nicht? Aber wenn wir halt keine Alternative haben, unterm Strich bedeutet es, die Lebensmittelpreise werden steigen. Sie werden massiv steigen. Es wird die Inflation aufhörsen. Ich bin nochmal sehr gespannt, was passieren wird, wenn, egal wie die komischen Wohlen bei den Amerikanern ausgehen, bei uns scheinend machen die Amerikaner ja damit, dass sie das Wahlvolk ein bisschen günstig, alt, gnädig stimmen, keine Lebensmittelsteuerabsenkung, sondern die, die strategische Ölreserve aufmachen. Ansonsten war, hat mir letztens ein Sprithänder gesagt, war ein Sponshopper 3 Euro. Irgendwann werden die halt das auch gebraucht haben und wenn dann halt unten bei den Wühnen im Iran und Co. Das so weitergeht, das kennt halt anscheinend im Moment noch eine Richtung nach oben.
Willy
00:51:28
Gut, aber da sind wir bei dem Thema, über das wir halt nicht mehr reden, das ist jetzt nicht, also wenn ich jetzt zum Landwirtschaftsminister gehe oder zum Bauernbundpräsidenten oder sonst irgendwo und sage, bitte, das ist zu viel, an den Großen, weil es gibt eh die Spritpreisbremse jetzt, aber an den Großen Häfen können die halt auch nichts dran, was sollst du noch machen? Ja. Ein Thema, letzter Punkt.
Christian
00:51:52
Nur, dass ich ein bisschen ein Gespür kriege. Keine Ahnung, wenn du jetzt Hutsernte beginnst, ich glaube, wir haben in dem Format schon geredet haben über das, oder nur so beim Kaffee. Hutsernte beginnt, Lkw fahren und so weiter, es muss alles transportiert werden. Der Hutsernte Lkw hat vor wenigen Jahren in der Stunde 70 Euro gekostet. Jetzt bist du bei 150 mittlerweile. Ein Lkw fuhr, keine Ahnung, so ganz klasse. Sehen wir wieder beim Futter. Eine Gegend fuhr, ein Maisbollen aus Oberösterreich, die habe ich vielleicht vor ein Jahr oder eineinhalb Jahre als Gegenfuhr um 500 Euro kriege, die kostet halt 16.000 da. Das sind halt 500 Euro, die irgendwo herkommen müssen. Die muss ich haben. Natürlich für unsere Strukturen ist es ein Thema, grünlandbasiert, sehr, sehr effizient unter Anführungszeichen. Aus der puren Note aus effizient waren, betrifft uns das natürlich weniger. Das betrifft natürlich die Vollgasbetriebe, wo der Sprit richtig durchrinnt.
Willy
00:52:47
Aber da gibt es auch einen Punkt, den ich jetzt mit dir kurz noch ansprechen, dann lasse ich dich gehen, weil ich sollte vielleicht irgendwie anfangen, dass ich die Themen, die wir reden, nicht am Anfang anmoderiere, weil es halt andere sind zum Teil, aber es gibt ja die Spritplatzbremse, das gilt für uns alle, die auch Auto fahren. Aber da gibt es ja was, und das ist das, was glaube ich sehr oft auch für Verwirrung sorgt, es gibt ja in der Landwirtschaft die Agrardieselrückfahrgüterung. Das hört man ganz oft, die Bauern kriegen eh einen Diesel noch zahlt oder sonst irgendwas. Wie viel, was ist das und wie viel macht das bei dir am Betrieb aus? Also zahlst du da eh noch im Prinzip die Hälfte von dem, was man quasi an der Tankstelle, du drückst dann noch einmal die Hälfte zurück von dem, wie viel ist das? Man hört das Wort immer, aber man weiß nie eigentlich, wie viel das ist.
Christian
00:53:34
Also bei Magrardiesel generell hat man ja mal die wirklich sinnvolle Idee gehabt, dass man sagt, okay, die Einnahmen aus dem Sprit, aus der Treibstoffbepreisung und so weiter, Besteuerung, die dürfen wir für die Infrastruktur, wo die Autos und so weiter fahren, so Straßen, Autobahnen verwenden. Und nachdem ich mit einem Traktor relativ selten legal auf den Autobahn fahre, hat man gesagt, okay, die benutzen diese Infrastruktur nicht, wir erlassen denen einen großen Teil der Mineralölsteuer, damit das die quasi, nicht zweckgebunden sozusagen, weil das meinen Traktor halt nicht betrifft, um mit anderen Sachen. Grundsätzlich sinnvoll, andere Länder machen das, natürlich ist das auch eine direkte Subventionierung oder nach unten Subventionieren des Lebensmittelpreises. Ja, aber das ist halt auch alles vorbei. Wir haben den abgeschafft, weil sich damals, ich weiß nicht wie viele Jahre das her ist, sonst mit den Roten wieder einmal die Koalition hochgegangen war. Jetzt hat man sich halt das wieder irgendwie herdingselt. In manchen anderen Ländern gibt es das nach wie vor in einem nennenswerten Ausmaß. Das heißt, keine Ahnung, dass der Sprit wirklich die Hälfte kostet, als wie normal. Bei uns sind das in der Version jetzt, wird das irgendwie pauschal berechnet, glaube ich. Es ist sehr, sehr komplex und das ist ehrlich gesagt ein Thema, wir haben ja letztens auch schon bei der Türe Hilfe geredet, du kannst dir als Minister, als Politik hinstellen und sagen, jo Digga, wir haben 120 Millionen und keine Ahnung, was das ausmacht, verteilt, was das für einen Einzelbetrieb ausmacht, interessiert dann keinen mehr und wenn du als Einzelbetrieb dann den Bescheid und die Auszahlung siehst, kommen dir die Tränen. Bei mir werden das ungefähr sein, ich weiß nicht, ob wir knapp über 100 Euro sind oder knapp unter 100 Euro.
Willy
00:55:11
Oder umgerechnet mit der anderen Bauer, mit der ich gestern drüber geredet habe, hat gesagt, das ist mir eigentlich wurscht, weil das kann ich mir ein paar Kisten Bier kaufen im Jahr. Genau. Also es ist nicht dieser große Block.
Christian
00:55:23
Genau, und der Sprung, aber jetzt eben die Treibstoffpreise, wenn du das jetzt sagst, nach oben, auch mit der Spritpreisbremse. Wir haben, keine Ahnung, vor einem Jahr haben wir 1,50 Euro tankt und jetzt sind wir ein paar mal kurz bei 2,40 Euro oder die speziellen Diesel für den Winter werden wahrscheinlich nach wie vor dort sein. Das ist einfach eine Lawine. und die muss halt irgendwo hin. Irgendwer muss das zahlen und letztlich ist es irgendwann der Konsument. Und das ist eben Inflations... Ja, aber Turbo.
Willy
00:55:49
Vielleicht noch ein Kontext dazu. Erstattet wird nämlich wirklich nicht der tatsächlich gedankte Diesel, nämlich die Berechnung, was man zurückkriegt, das läuft über die Fläche. Das gibt es dann so Sätze, das hat man sogar ausgeschrieben. Der Ackerbauer kriegt einen anderen Dieselsatz, wie zum Beispiel der Bergbauer, der Obstbauer kriegt wieder einen anderen etc. Und das gehört dann im Endeffekt ist eine Steuererleichterung. Es wird nicht direkt der Diesel, den du dankst, quasi rückvergütet.
Christian
00:56:13
Aber wirklich im Verhältnis in homöopathischen Dosen, ein großartiger politischer Erfolg, der sich super vermarkten lässt und unter dem Strich nichts bringt.
Willy
00:56:22
Christian, müsste mir irgendwas loswerden? Als Rücksicht auf deine Zeit, es ist jetzt vier Minuten nach der Zeit, die du angepeilt hast. Möchtest du noch irgendwas loswerden, bevor ich noch ein paar Worte sage?
Christian
00:56:32
Äh... Nein, eigentlich nicht.
Willy
00:56:36
Und ich habe mir nämlich aufgeschrieben für den Abschluss, und weil wir heute über Hass im Netz gesprochen haben, haben wir jetzt nicht, aber weil wir heute noch nicht über Hass im Netz gesprochen haben. Die Themen, die wir hier, unsere Themen, das sind Fragen, Sichtweisen und Meinungen von Christian und auch von mir. Und ja, die kennt ihr und die sollt ihr auch kritisieren. Schreibt uns bitte, wenn wir irgendwo daneben liegen oder so, wenn ihr eine falsche Zeug sagt oder sowas, oder auch, wenn ihr irgendwo anderer Meinung seid. Nachvollziehbare Kommentare. nachvollziehbare Kommentare tragen genauso viel zu einer konstruktiven Meinungsbildung bei wie das, was wir zwar da produzieren, wie der Podcast selber, aber bitte meine Einleitung an euch, bleibt dabei bitte sachlich und auf Augenhöhe, so wie wir das so heuer wirken, ich bin schon ein bisschen drüber, ich schaue ein bisschen abweh auf dich, bleibt bitte auf Augenhöhe, auch wenn ihr wirklich völlig anderer Meinung seid.
Christian
00:57:30
Für die ganz Radikalen, weil das haben wir jetzt ein paar Mal gehabt, die da Kotzmeilis, egal in was für einen Kanal geschickt, sind nicht unbedingt konstruktiv.
Willy
00:57:38
Aber es ist schön,
Christian
00:57:39
Dass wir einen Kotzmeilis haben.
Willy
00:57:41
Und ihr könnt uns natürlich auch schreiben in den Kommentaren und so. Ihr könnt auch schreiben, wenn ihr uns super findet. Das dürft ihr natürlich auch dazu schreiben. In diesem Sinne, Bussi Bachler Bussi Geiger und

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