Future 4 Kids: Verein gründen, Zukunft bauen in Ruanda - Otto Fischer
Über Vertrauen, Nein-Sagen und die Frage, was ein Leben wert ist
03.05.2026 174 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Mit Otto Fischer sitze ich zum dritten Mal vor dem Mikro. Dieses Mal im Garten seines Isange Paradise Resort im Norden Ruandas. Über die Veterinärmedizin und das Indigene Volk der Batwa haben wir schon gesprochen, jetzt geht es ans Eingemachte: Wie gründet man einen Verein in der Entwicklungszusammenarbeit? Wie führt man ihn? Und was macht man da eigentlich konkret?
Otto kam 2007 wegen der Berggorillas nach Ruanda. 18 Jahre später ist daraus der Verein Future 4 Kids geworden, mit einem achtköpfigen Vorstand, der komplett ehrenamtlich arbeitet. Kein Büro, kein Sekretariat, jeder Euro geht direkt in die Projekte. Was mich besonders beschäftigt hat: Otto erzählt offen über die unbequeme Seite der Hilfe. Darüber, dass mehr nicht immer besser ist. Dass man irgendwann auch Nein sagen muss, damit die Unterstützung nachhaltig bleibt. Und dass Vertrauen die einzige Basis ist, auf der so etwas funktioniert, auch wenn es manchmal enttäuscht wird.
Wir sprechen über die Vereinsgründung in Österreich, über Spendenabsetzbarkeit, über den Unterschied zwischen Stadt und Land in Ruanda und über ein Gesundheitssystem, in dem eine Jahresversicherung weniger als drei Euro kostet. Und wir schauen in die konkreten Projekte: die Schneiderinnen-Ausbildung, bei der rund 80 Prozent der Absolventinnen im Beruf bleiben. Den Hort, der jetzt zur Vorschule wird. Die Community Library, zu der am ersten Sonntag 250 Kinder kamen. Das Single-Mothers-Programm. Und das Hotel als Social Business, das mittlerweile rund 8 Prozent des Jahresbudgets erwirtschaftet.
Wer diese Arbeit unterstützen möchte, findet alle Infos und Links in den Shownotes.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Einleitung und Vorstellung von Otto Fischer und Future 4 Kids
00:04:21 Wie alles begann
2007, Berggorillas, ein Patenkind und 50 Waisenkinder in Rasa
00:09:08 Die Vereinsgründung
Von der informellen Hilfe zum eingetragenen Verein Future 4 Kids
00:19:06 Leben auf dem Land in Ruanda
Subsistenzlandwirtschaft, Isolation und das Sozialsystem
00:30:00 Teilen und Loslassen
Über Besitz, Materialismus und die Freude am Geben
00:40:01 Was es kostet und was es bringt
Spendenabsetzbarkeit, 0% Verwaltungskosten und Fundraising
00:52:23 Einen Verein aufbauen
Vereinsgründung, Team und warum Unwissenheit helfen kann
01:07:27 Das kleine Einmaleins der Hilfe
Frustration, Vertrauen und wann man Nein sagen muss
01:16:10 Ethnozentrismus vermeiden
Eurozentrische Sicht, Zurückhaltung und lokale Zusammenarbeit
01:33:00 Die Projekte im Detail
Waisenkinder, Schneiderinnen-Ausbildung und Community Library
01:58:03 Single Mothers und Social Business
Alleinerziehende Mütter, das Isange Paradise Resort und Tiermedizin
02:48:03 Wie man unterstützen kann
Spenden, Patenschaften, Mitmachen und Kontakt
Kurz-Bio Gast:
Dr. Otto Fischer ist Veterinärmediziner aus Korneuburg und Gründer sowie Obmann des Vereins Future 4 Kids – Zukunft für Kinder in Ruanda. Seit 2007 reist er regelmäßig nach Ruanda und hat dort mehrere Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit aufgebaut, darunter Berufsausbildungen, ein Hortprogramm und ein Social-Business-Hotel. Der gesamte Vorstand des Vereins arbeitet ehrenamtlich.
INFOS ZUR FOLGE
Future 4 Kids - Website
www.future4kids.at
Kabagorozi Projekt (Batwa)
www.future4kids.at/kabagorozi-projekt
Spendenseite
www.future4kids.at/jetzt-helfen
Isange Paradise Resort – Website
www.isangeparadiseresort.com
Future 4 Kids auf Instagram
www.instagram.com/future4kidsat
Future 4 Kids auf Facebook
www.facebook.com/futureforkids
Folge zur Veterinärmedizin in Ruanda
www.bauertothepeople.at/podcast/257
Folge zu den Batwa
www.bauertothepeople.at/podcast/260
Otto kam 2007 wegen der Berggorillas nach Ruanda. 18 Jahre später ist daraus der Verein Future 4 Kids geworden, mit einem achtköpfigen Vorstand, der komplett ehrenamtlich arbeitet. Kein Büro, kein Sekretariat, jeder Euro geht direkt in die Projekte. Was mich besonders beschäftigt hat: Otto erzählt offen über die unbequeme Seite der Hilfe. Darüber, dass mehr nicht immer besser ist. Dass man irgendwann auch Nein sagen muss, damit die Unterstützung nachhaltig bleibt. Und dass Vertrauen die einzige Basis ist, auf der so etwas funktioniert, auch wenn es manchmal enttäuscht wird.
Wir sprechen über die Vereinsgründung in Österreich, über Spendenabsetzbarkeit, über den Unterschied zwischen Stadt und Land in Ruanda und über ein Gesundheitssystem, in dem eine Jahresversicherung weniger als drei Euro kostet. Und wir schauen in die konkreten Projekte: die Schneiderinnen-Ausbildung, bei der rund 80 Prozent der Absolventinnen im Beruf bleiben. Den Hort, der jetzt zur Vorschule wird. Die Community Library, zu der am ersten Sonntag 250 Kinder kamen. Das Single-Mothers-Programm. Und das Hotel als Social Business, das mittlerweile rund 8 Prozent des Jahresbudgets erwirtschaftet.
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Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Einleitung und Vorstellung von Otto Fischer und Future 4 Kids
00:04:21 Wie alles begann
2007, Berggorillas, ein Patenkind und 50 Waisenkinder in Rasa
00:09:08 Die Vereinsgründung
Von der informellen Hilfe zum eingetragenen Verein Future 4 Kids
00:19:06 Leben auf dem Land in Ruanda
Subsistenzlandwirtschaft, Isolation und das Sozialsystem
00:30:00 Teilen und Loslassen
Über Besitz, Materialismus und die Freude am Geben
00:40:01 Was es kostet und was es bringt
Spendenabsetzbarkeit, 0% Verwaltungskosten und Fundraising
00:52:23 Einen Verein aufbauen
Vereinsgründung, Team und warum Unwissenheit helfen kann
01:07:27 Das kleine Einmaleins der Hilfe
Frustration, Vertrauen und wann man Nein sagen muss
01:16:10 Ethnozentrismus vermeiden
Eurozentrische Sicht, Zurückhaltung und lokale Zusammenarbeit
01:33:00 Die Projekte im Detail
Waisenkinder, Schneiderinnen-Ausbildung und Community Library
01:58:03 Single Mothers und Social Business
Alleinerziehende Mütter, das Isange Paradise Resort und Tiermedizin
02:48:03 Wie man unterstützen kann
Spenden, Patenschaften, Mitmachen und Kontakt
Kurz-Bio Gast:
Dr. Otto Fischer ist Veterinärmediziner aus Korneuburg und Gründer sowie Obmann des Vereins Future 4 Kids – Zukunft für Kinder in Ruanda. Seit 2007 reist er regelmäßig nach Ruanda und hat dort mehrere Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit aufgebaut, darunter Berufsausbildungen, ein Hortprogramm und ein Social-Business-Hotel. Der gesamte Vorstand des Vereins arbeitet ehrenamtlich.
INFOS ZUR FOLGE
Future 4 Kids - Website
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Kabagorozi Projekt (Batwa)
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Isange Paradise Resort – Website
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Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen 😊
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Transkript
Wir haben also Kinder, die akademisch abgeschlossen haben, unsere erste,
die Dianne, hat Pharmazie gemacht.
Das haben wir eben bezahlt, da gab es kein Stipendium.
Mittlerweile betreibt sie in der Hauptstadt eine kleine Apotheke.
80 Prozent unserer Absolventinnen bleiben dran bei der Schneiderei und können
damit entweder zum Lebensunterhalt der Familie beitragen oder sind überhaupt
noch unverheiratet und leben davon.
Du musst die Spirale nach unten unterbrechen. Wenn du schwanger geworden bist,
hast du Schande über die Familie gebracht und wenn dir jetzt keiner mehr hilft,
kommst du in Fetzen daher, wird das Kind krank.
Also die Spirale dreht sich nach unten.
Grüß euch! Ja, mit dem Dr. Otto, Vulgo Otto Fischer, Tierärzt aus Korneuburg
und Gründer und Obmann vom Verein Future 4 Kids, da sitze ich zum bereits
dritten Mal vor dem Mikro und vor der Kamera.
Dieses Mal im Garten seines Isangi Paradise Resort im Norden Ruandas.
Ja, über die Veterinärmedizin in Österreich und Ruanda und das Indigenevolk
der Badwa, da haben wir schon geredet.
Jetzt geht's an die Frage des Darüber, Darunter und Dahinter.
Also wie kommt man zu einem Verein in der Entwicklungszusammenarbeit,
wie führt man den und was macht man da eigentlich?
Im ersten Teil des Gesprächs geht es quasi um das Wie und das Warum.
2007 ist der Otto wegen der Berggorillas und wegen einem Patenkind hierher gekommen.
18 Jahre später ist daraus ein Verein mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
vor Ort, 0% Verwaltungskosten und mittlerweile einer ganzen Reihe von Projekten geworden.
Schneiderinnen Ausbildung, Single Mothers, Hort, einer Bibliothek und auch das
Hotel, in dessen Garten wir beim Gespräch sitzen, als sogenanntes Social Business.
Dazu dann mehr im zweiten Teil dieses Gespräches. Ja, wir reden über die Vereinsgründung,
über Geld, über Vertrauen und auch über die unbequeme Erkenntnis,
dass Unterstützen auch manchmal heißt, Nein zu sagen.
Ja, und wenn ihr diese Arbeit unterstützen möchtet, dann findet ihr den Link
dazu natürlich in den Shownotes.
Ja, jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Reinhören und dann auch beim Nachdenken und dir lieber Dr.
Otto, lieber Otto Fischer, danke für diese Trilogie und vor allem für dein Vertrauen.
Grüß euch, servus Otto. Wir beschäftigen uns heute mit dem Thema,
wie gründe ich und wie führe ich eine, und da bin ich schon in der ersten Notsituation,
wie sagt man denn richtig, eine Entwicklungshilfeorganisation,
einen Verein zur Unterstützung,
wie würdest du denn das Wort dafür verwenden?
Was ist da momentan aktuell der richtige Sprache geworden?
Also ich würde sagen, es handelt sich hier um Entwicklungszusammenarbeit.
Entwicklungszusammenarbeit, super. Und zwar, ich sitze da mit dem Otto in Ruanda im Hotel,
das ist eines der Projekte des Vereins, das ist ein Social Business und möchte
von dir jetzt ein bisschen erfahren,
wie du zu dem Thema gekommen bist, wie kommt man nach Ruanda,
wie fängt man die Entwicklungszusammenarbeit an und was sind da so ein bisschen
die Herausforderungen?
Für den Fall, dass irgendwer zuhört, der auf die Idee kommt,
das könnte ich doch vielleicht auch machen, vielleicht so ein bisschen ein kleines
Einmaleins, was dafür zu tun ist.
Und in einem zweiten Teil schauen wir dann in die konkreten Projekte rein,
die was ihr da vor Ort oder was speziell du dann auch umsetzt über die Jahre.
Und ich würde einfach mal sagen, vielleicht sagst du mal, wo wir da überhaupt
sind ganz genau, weil wir sind in Ruanda, aber da wird ein bisschen genauer
können es noch sein. Wo sind wir genau?
Ja, also wir sind hier im Norden von Ruanda, etwa 30 Kilometer von der ugandischen Grenze,
etwa 60 Kilometer zum Ostkongo und vielleicht 150 Kilometer von Tansania.
Und ja, also wie kommt man hierher? Natürlich prinzipiell mit dem Flugzeug.
Super, geh geh geh geh.
Das ist klar. Und ja, was hat mich motiviert, 2007 hier erstmals aufzuschlagen?
Ich hatte nie im Plan, hier viele Projekte zu starten.
Ich hatte nie im Plan, dass sich mein ganzer Lebensinhalt hier aus Zentraleuropa,
Mitteleuropa verschiebt, in den Norden von Rwanda.
Es war im Endeffekt das Interesse an den Berggorillos, die mal zu sehen,
so wie viele andere, die nach Rwanda kommen.
Und es war die Absicht, ein Batenkind zu übernehmen, das etwa im Alter meiner Tochter ist.
Und ich wusste, dass hier ein Artenschutzverein von österreichischen Tierärzten,
dass es den gibt, ein kleiner Verein, und dass die auch ein paar Kinder gefunden haben.
Die hatten damals einen Vortrag in der Urania, Lichtbildvortrag noch im Jahr 2006.
Und mit denen bin ich dann hier 2007 hergekommen.
Und ja, dann ist es passiert, dann ist etwas passiert, was wahrscheinlich irgendwo
angelegt war, aber niemals beabsichtigt war.
Was war angelegt?
Wie war es angelegt? Was war angelegt? Wir sind also hier zu einer Pfarre gefahren, der Pfarre Rasa.
Da waren 50 Kinder unter der Aufsicht und Betreuung einer schon älteren Nonne,
die hier Kinder ohne Betreuung zusammengesammelt hat.
Und da sollte eben ein Waisenkind quasi für mich als Patenkind mir vorgestellt werden.
Und die Mamadeo, die Nonne, die ist gestanden da vor diesem Haus und die Kinder
sind da so ganz langsam und schüchtern herausgekommen,
und wir wurden da also empfangen und wir haben gesehen, unter welchen Verhältnissen die Kinder da leben.
Ja, und da ist irgendein Schalter umgefallen. Also es war damals noch nicht sehr konkret.
Wir haben also diese Kinder mal mit Geld unterstützt und sind aber dann ganz
rasch draufgekommen, dass das zu wenig ist.
Was kannst du vielleicht jetzt, ich schaue ja immer ganz gerne ein bisschen
auf die Biografie von den Leuten zurück. Du bist ja eigentlich ein Veterinärmediziner.
Zu dem Thema machen wir eine eigene Podcast-Folge, die kann man dann bei Bauer
zu den Bibeln nachhören. hast du
Irgendwie, woran kann das liegen oder war bei dir irgendwas,
dass du sagst, da hast du ein besonderes Ausmaß an Mitgefühl oder war das,
hast du früher schon so Empathie oder ist es Empathie, die was da den Ausschlag gegeben hat?
Kannst du das irgendwo so ein bisschen erklären aus deiner Biografie,
dass gerade du dann nach dem Besuch, du hast es mal geschrieben,
mit dem Afrika-Virus infiziert wurdest?
Ja, nicht nur das Afrika-Virus, sondern eben sicherlich auch,
weil das kann ja sein, das Afrika-Virus, dass die Leute halt jedes Jahr auf
Safari fahren. Das ist es nicht.
Nein, also ich habe jahrelang darüber mal gar nicht nachgedacht,
wieso das jetzt alles so schrittweise passiert.
Aber dann natürlich kam irgendwann der Zeitpunkt, ja warum mache ich das eigentlich und wie kam das?
Und da kann ich nur sagen, das waren sicherlich zwei Menschen in meiner Biografie
und in meinem Leben, die hier viel vorgelebt haben.
Und das war also eine Wahlgroßmutter, die im Endeffekt nur für andere da war.
Sie war also alleinstehend und hat also ihr ganzes Leben anderen Menschen,
auch ihr Leben mir und meinem Bruder in unserer Kindheit gewidmet,
indem sie einfach da war und uns miterzogen und betreut hat und sicherlich auch meine Mutter.
Also es war schon eine Erziehung da,
eine Erkenntnis, eine humanistische Ausrichtung, dass das Leben nicht darin
besteht, sich selbst zu erhöhen und möglichst viel zu haben,
sondern dass das Leben auch darin besteht, dass man ein bisschen einen globalen
Blick auf das entwickelt, was um einen herum passiert.
Und da ist es ja unschwer zu erkennen, dass diese Welt sehr asymmetrisch ist.
Das klingt jetzt alles sehr hochtrabend und theoretisch, aber in dem Moment,
wo ich auf diese Kinder gestoßen bin, war es nicht mehr theoretisch, dann war es praktisch.
Und dann hat die Sache Fahrt aufgenommen, es hat dann der Pfarrer uns angeboten,
dass wir auf dem Land der Kirche Gebäude errichten können und so für diese Kinder
ein ordentliches Zuhause schaffen können, das sie davor nicht hatten.
Ja, und dann gab eins das andere, da muss Geld aufgestellt werden,
da braucht man dann ein unterstützendes Team,
dann braucht man Paten für die Kinder und das waren 50 Kinder und es sind immer
noch 50 Kinder und das klang also einmal für meine Ohren nicht viel.
Und es hat sich dann eine ziemlich dramatische Situation ergeben,
dass die, mit denen ich ursprünglich herkam,
dann sich doch auf den Artenschutz konzentrieren wollten und die Kinder sozusagen
wieder in der Luft hingen.
Und so kam es dann eben vier Jahre, nachdem ich erstmals da war,
zu einer Vereinsgründung, nämlich Future 4 Kids,
die dann die Verantwortung für diese Kinder hat dieser Verein geschultert.
Und ich würde sagen, nachdem wir ja durchaus hier jetzt schon einen Überblick
haben, über viele Jahre durchaus erfolgreich geschultert haben.
Das heißt, du hast dich dann einfach stärker dem humanitären Teil,
also nicht dem Artenschutz, sondern dem humanitären Teil deiner Arbeit gewittert.
Warum dann der Fokus auf diesen Bereich?
Ja, also ich kann es nicht genau sagen, es muss irgendwo geschlummert haben.
Und es war einfach so, es gab überhaupt nicht die Frage,
soll ich das machen, sondern die Aufgabe war da und für mich gab es da eigentlich
keine Alternative, als da anzupacken und zu schauen, dass wir diese 50 Kinder
weiter unterbringen und betreuen.
Es waren also da verschiedenste Probleme. Die Behörden haben Anforderungen gestellt.
Die Kirche hat so ein Sockerbudget dafür gehabt. Das war ja ausgemacht,
dass das rein auf unsere Kosten geht.
Wir haben also mit dieser Pfarre, die uns den Grund zur Verfügung gestellt hat,
eine Abmachung, quasi einen Vertrag geschlossen, dass wir das für 30 Jahre,
also von 2007 bis 2037, zu 100 Prozent selbst betreuen.
Und ja, also diese Aufgabe war da und es hat sich also die Mannschaft dann eben
plötzlich verkleinert und ich habe dann halt mit zwei Freundinnen diesen Verein
Future 4 Kids gegründet.
Wir haben also hier eine Statuten entworfen und haben begonnen uns zu sortieren.
Dann ist es quasi formal. Vorher war alles eher informeller.
Vorher war das Ganze unter einem Artenschutzverein, wo es eigentlich von den
Statuten nicht gepasst hat und wo es eigentlich auch von den Personen nicht wirklich gepasst hat.
Und dann haben wir das quasi ordentlich angegangen, haben einen reinen humanitären
Verein gegründet, mit dem, wie der Name schon sagt, der Zukunft für Kinder in Ruanda schaffen will.
Die Aufgabe war da, die hatten wir nicht gesucht, die hat sich einfach veröffentlicht,
Man könnte sagen, in den Weg gestellt.
Und du bist nicht außen rum gegangen, sondern hast eine Tochter,
da gehe ich jetzt mitten durch.
So ist es.
Und es wurde ja ein Patenkind, ich wollte auf keinen Fall, dass ich mir da selber
jetzt ein Kind auswähle.
Ich wollte nur, dass das ungefähr so alt ist wie meine Tochter.
Du wolltest, dass du nicht selber eins auswählst.
Um Gottes Willen nicht. Nur kein Kind aus dem Katalog, bitte.
Sondern ich wollte, dass es mir einfach zugeteilt wird und das ist auch geschehen.
Und der Bub, der Joffrid, war damals elf Jahre alt, war also ziemlich gestresst
und geschockt beim ersten Mal, als er mir vorgestellt wurde,
ich sehe heute noch, er hatte Schweißperlen auf der Stirn und wusste also überhaupt nicht,
ob das jetzt eine gute Sache ist oder eine schlechte Sache und ich kann nur sagen,
es hat sich wunderbar entwickelt und beim nächsten Mal ist er schon mit großer
Freude herangesprintet, wie ich kam und ich komme ja zweimal im Jahr nach Rwanda,
war also jetzt in etwa 36 Mal bereits hier und wir haben also einen regelmäßigen
Kontakt und es hat sich dann ergeben,
dass auch seine Schwester aufgenommen wurde,
weil es da ein Problem gab.
Also sie sind ja Waisenkinder, aber die Schwester war bei der Großmutter und
dann hat es da lokal ein Problem gegeben und dann wurde die also auch in unsere
Gruppe aufgenommen von diesen 50 Kindern.
Ja, und wir haben schon einen langen Weg gemeinsam zurückgelegt.
Sowohl als Gruppe, als auch eben mit meiner,
Zwei zugeordneten Patenkindern.
Inzwischen zwei, ja. Was war für dich der Grund, dass du gedacht hast,
ich möchte ein Patenkind über... Also, sagt man denn, ein Patenkind,
die Verantwortung oder die Elternschaft?
Jetzt ringe ich nach Wort nicht immer.
Ja, es gibt also zwei Dinge. Die einen suchen direkten Kontakt.
Wir haben also in weiterer Folge eine Kinderpatenschaft dann beworben und angeboten,
um unsere Budget aufzufüllen.
Die einen suchen Kontakt und leisten halt ihren Patenschaftsbeitrag und die
anderen die haben ein anderes Konzept, das ich anfangs nicht ganz so verstanden habe.
Die haben gesagt, du, ich unterstütze dich, ich nehme eine Patenschaft,
aber die haben sich da also nicht so nahe involvieren wollen.
Und mittlerweile verstehe ich es, warum nicht? Weil natürlich im Laufe der Jahre,
es bedeutet also schon auch emotional eine,
Herausforderung, weil ja nicht alles glatt läuft und nicht jede Biografie glatt
funktioniert und dann ist es vielleicht ganz gut, etwas zu unterstützen,
ohne sich da auch persönlich reinzuhängen.
Also ich finde, beides hat seine Berechtigung, beides ist gut, beides ist willkommen.
Wir haben dann in weiterer Folge auch über Projektpatenschaften gemacht,
wo man nicht ein bestimmtes Kind unterstützt, sondern eben unser Projekt.
Und es wurde ja aus dem Projekt 50 Waisenkinder, wir kommen dazu ja noch,
wurden ja mehrere Projekte.
Und für die kann man jeweils eine Unterstützung definieren, also so quasi eine
zweckgebundene Zuwendung.
Okay, ja genau, in den einzelnen Projekten, wo wir uns dann quasi dann im zweiten
Teil oder in der Verlängerung von dieser Folge widmen.
Also ich will es jetzt noch einmal kurz zusammenfassen. Die Situation, warum
ihr dann am Anfang auch helfen wolltet oder helfen musstet, quasi,
wie du sagst, du konntest nicht daran vorbeigehen.
War einfach der Genozid in Ruanda, es sind viele, viele Waisenkinder,
die Kirche, deswegen hast du vorher auch die Kirche quasi als Institution genannt,
neben den staatlichen Institutionen, hat hier in Ruasa,
Ruasa, ja, das ist mal richtig auszubringen, einfach die Verantwortung für 50
Waisenkinder, die Mamadeo hat das geleitet, es waren Waisenkinder und diese
Waisenkinder, da warst du dann quasi, ja,
da konntest du dann nicht mehr dran vorbeigehen und das war dann die Ausgangssituation
für alles, was dann daraufhin folgte.
Du hast es ja schon ein bisschen erklärt, die Gründung des Vereins und dann
nach und nach die Projekte.
Ich habe jetzt einmal zusammengefasst und frage deswegen, weil das Waisenhaus,
das in dieser Form, das gibt es ja nicht mehr, oder?
Das gibt es nicht mehr. Muss man vielleicht noch ein bisschen ausholen,
warum haben wir nicht die Kinder einfach bei der Kirche, belassen worden.
Also so war es ja nicht, dass das hier ganz geregelt abgelaufen wäre,
wie man sich halt ein Heim in Europa vorstellt, sondern es war eine notdürftige
Unterkunft und es war mehr oder weniger in Eigenregie von dieser Nonne ins Leben gerufen.
Und wie hat sie geschaut, dass sie diese Kinder über die Runden bringt?
Sie hat nach der Kirche, wo ja sehr viele Leute hier, gläubig und jeden Sonntag
in der Kirche sind, die aber selber nichts haben.
Aber sie hat bei diesen Leuten noch um Almosen gesammelt und mit diesen Almosen,
sei es in Naturalien oder sei es auch mal in Geld, aber hauptsächlich in Naturalien,
hat sie diese Kinder durchgefüttert.
Die hatten also einen großen Raum, der war abgeteilt mit Leintüchern.
Es hat also gerochen nach dem Urin, weil die Kinder unter Stress natürlich viele
Bettnässer, wenig Möglichkeiten, alles regelmäßig zu waschen.
Es war einfach so, dass man gesehen hat,
Um Gottes Willen, so können wir es nicht lassen.
Darf ich vielleicht da einhaken? Das war für mich auch das erste Aha-Erlebnis,
wie ich hergefallen bin.
Es ist ja, wenn du sagst Kirche oder generell irgendeine Einrichtung.
Wir sind da, die Straßen bis in die Nähe waren gut, waren gut ausgebaut.
Aber du piekst dann ab von den Straßen.
Das sind sehr dürftige Wege, wo man dann wirklich geländegängige Autos braucht, um herzukommen.
Die meisten Menschen hier haben selber keine Autos. Das heißt,
wir sind ja sehr, sehr weit weg von Infrastruktur, von anderen Dingen.
Das heißt, man muss sich das einmal vorstellen, also sehr einfache Behausungen.
Und die Menschen leben im Großen und Ganzen, soweit ich das jetzt verstanden
habe, in dieser Region und verlassen diese auch eher selten.
Das heißt, wir sind da sehr weit abgelegen.
Ja, wir sind also, wo unser Projekt lokalisiert ist, abgelegen.
Ein ländliches Gebiet, die Leute leben von Subsistenzlandwirtschaft,
von der Hand in den Mund und dann kommt natürlich das Problem der Überbevölkerung,
es gibt hier ein wunderbares Klima die Menschen haben hier nach dem Genozid,
Bevölkerungszahlen hat wieder deutlich aufgeholt und die Grundstücke werden
halt geteilt, geteilt, geteilt nach dem Erbrecht und es wird immer weniger,
was dann ein Mensch zur Verfügung hat.
Der Unterschied zwischen Stadt und Landbevölkerung wird auch immer größer.
Es leben hier noch etwa 70%, 80% der Menschen in der Landwirtschaft und der
Rest entwickelt sich mit einer doch deutlichen Dynamik.
Wenn man in die Hauptstadt nach Kegali kommt, also was ich da in den 18 Jahren,
die ich herkomme, gesehen habe, das ist also enorm.
Ja.
Aber der Unterschied in den Dörfern, der hat deutlich weniger Dynamik.
Ja, es hat begonnen die Elektrifizierung.
Die Leute bauen sich Häuser aus Lehmziegel.
Also es wird einfach vor Ort mit Lehm und mit Fasern aus Gräsern und so weiter
werden Ziegel gemacht, die werden luftgetrocknet und so werden Häuser gebaut.
Das geht mit relativ geringem Aufwand, macht auch keinen großen Fußabdruck.
Die Leute gehen fast alles zu Fuß.
Das Fahrrad ist hauptsächlich Transportmittel, weniger Transport im Sinne von
Radfahren, sondern es werden die Lasten auf das Rad aufgelegt und das Rad dann bergauf geschoben.
Und es geht nur bergauf, bergab da.
Also es ist ja das Land der Tausend Hügeln. Ja, definitiv. Die Topografie auch sehr schwierig.
Also der Unterschied Stadt-Land ist enorm und wir sind hier in einer ländlichen
Gegend mit den Projekten, die wir in Rasa haben.
Und die Waisenkinder, muss man sagen, die sind dann dort in unserer Obhut ganz
gut mal versorgt worden.
Das war ja unser Ziel, dass wir es eben von diesem sehr niedrigen Niveau auf
einen höheren Level bringen. Was haben wir gemacht?
Wir haben sie untergebracht, ein Dach über den Kopf.
Da stellt sich die Fragen gleich selber.
Sehr gut.
Ja, da haben wir eine gewisse Übung.
Ja, also was haben wir gemacht? Wir haben sie untergebracht,
ein Dach über den Kopf, haben für eine anständige Ernährung gesorgt.
Was ist eine anständige Ernährung in Ruanda?
Das ist einmal prinzipiell das, was am Teller ist.
Und es ist eine vegetarische Ernährung gewesen, also es gab dann genau zweimal
im Jahr eine Mahlzeit Fleisch, nämlich dann, wenn wir da waren.
Wurde quasi mal ein Festessen gekocht. Ansonsten Hauptnahrungsquelle für Eiweiß sind die Bohnen.
Und dann gibt es Mais, es gibt Kassava, es gibt vor allem Erdäpfel.
Und zwar sowohl die sogenannten Sweet Potatoes als auch die Irish Potatoes.
Also eine sehr vegetarische Kost.
Aber vor allem, es war genug da. Wir haben natürlich dafür gesorgt,
im Krankheitsfall, dass entsprechend das lokale Gesundheitszentrum aufgesucht wird.
Wir haben den Kindern Zuneigung, Liebe gegeben.
Wir haben ihnen klargemacht, dass es hier jemanden gibt auf der Welt,
der für sie da ist, der für sie sorgt.
Und wir haben uns dann natürlich je nach Alter auch sehr gut überlegt,
was können wir ausbildungsmäßig für diese Kinder tun, weil die Nachhaltigkeit
ist nur dann gegeben, wenn die mal auf den eigenen Beinen stehen können.
Ich muss es nur noch einmal betonen, du hast es gesagt,
die vorwiegend vegetarische Ernährung, das heißt alles, was hier angebaut wird,
Subsistenzlandwirtschaft, so wirklich ursprünglich, die sind zum Markt gefahren
oder in die Stadt und haben einkauft, sondern das meiste wurde hier produziert,
untereinander getauscht
Das heißt, von außen kam relativ wenig,
Oder? Von außen im Sinne von Import nach Ruanda kommt relativ wenig,
weil es vor allem auch zu teuer ist.
Also es ist auch eine sehr fettarme Ernährung, tut uns allen gut,
weil Öl ist teuer, Pflanzenöl wird also wenig produziert oder gar nicht, Öl ist teuer,
tierisches Fett, tierisches Eiweiß ist überhaupt zu teuer gewesen um damit die Kinder zu ernähren.
Also im Endeffekt eine sehr gesunde Ernährung und dann auch,
dass die meisten Wege zu Fuß zurückgelegt werden.
Auch das soll ja angeblich eine gute Sache sein. Für die, die es betrifft,
die haben damit weniger Freude, dass alles zu Fuß bewältigt werden muss.
Also die Menschen sind unglaublich fleißig hier, sie schleppen,
sie arbeiten am Feld, es geschieht alles in Handarbeit, es gibt Keine Maschinen,
die Hügel sind, der rasiert.
Also eine ganz fleißige Bevölkerung.
Und was ich noch gemeint habe mit der Ernährung, ist ja auch,
das heißt, in Roasa, also geht man schon einmal zur Straße runter,
von dort, wo wir waren, geht man schon einmal anderthalb Stunden.
Das heißt, vieles von dem, was das Leben findet, sehr, sehr lokal dort statt,
und vieles von dem, was auch konsumiert wird, wird direkt dort produziert.
Es gibt natürlich einen Monatseinkauf,
Der wird dann mit einem Fahrzeug herangeschafft, sodass man dann diese Menge
an Leuten hat, weil es waren damals ja 50 Kinder plus noch die Betreuer,
die Nachtwächter, der Gärtner,
die Kochmannschaft, die engagierten Mütter.
Wir hatten also Mütter.
À la Kinderdorf engagiert, die sich um die Kinder gekümmert haben.
Wir hatten das System, wir hatten ja einen Alter, sie waren ja nicht gleichen Alters.
Und wir haben also immer für die Kleinen, gab es immer einen Älteren,
der verantwortlich war, dass der Kleine nicht sozusagen irgendwo unter die Räder kommt.
Und es wurden also hier Paare gebildet und Kinder mussten mitarbeiten,
mussten, soweit das schon ging, selber ihre Wäsche waschen,
hatten Reinigungsdienst, Küchendienst, sodass sie also da gelernt haben,
dass das Leben durchaus ein Teamwork ist und eine Teamarbeit.
Verzeiht also da immer so auf diesen Punkt, dass es so weit weg ist,
von was herumreitet, aber das war für mich einfach der größte Aha-Moment,
einfach diese Isoliertheit auch ein bisschen zu sehen und dann
die Erfordernis erst zu erkennen, dass man oft die Dinge,
die Menschen nicht zu den Institutionen bringen kann, sondern viele Institutionen
zu den Menschen bringen kann, um ihnen überhaupt den Zugang zu diesen Institutionen,
das heißt jetzt Bildung, wir kommen dann eh noch darauf, auf die Projekte überhaupt zu ermöglichen.
Der zweite Aspekt, den du jetzt gesagt hast, der glaube ich wichtig ist,
das haben wir im Vorgespräch schon gehabt, ist das Thema Liebe und das Thema gesehen werden.
Das war mir in dieser Art und Weise ja auch nicht so bewusst,
weil es sind ja Waisenkinder, die sind ihre Eltern verloren,
die haben ja keinen gehabt.
Die waren ja quasi Allah. Das hat eine besondere Bedeutung.
Du bist am Ende der Gesellschaft. Ruanda ist eines dieser afrikanischen Länder,
wo die Familie ganz wichtig ist.
Und dieser Genozid hat natürlich eine wahnsinnige Bresche geschlagen in dieses System.
Und auch nach dem Genozid, muss man sagen, gab es ja noch jahrelang Chaos und
Verwerfungen und eine riesige Anzahl von Waisenkindern.
Und in der ruandischen Gesellschaft bist du einfach am unteren Ende,
wenn du keine Familie vorweisen kannst.
Was ist die besondere Bedeutung der Familie in Ruanda? Weil du sagst,
gerade in Ruanda. Warum?
Ja, es ist glaube ich schon auch in anderen afrikanischen Ländern,
aber ein Land ohne soziales Netz, so wie wir das aus Österreich kennen,
da bedeutet die Familie natürlich auch die Einheit, die dir Schutz gewährt.
Daher ja auch die vielen Kinder, die dann wieder das Potenzial haben,
dass sie dich im Alter unterstützen.
Es gibt das ungeschriebene Gesetz, der, der was verdient, der,
der einen Job hat, und das sind ja oft nur wenige in einer ganzen Familie,
die müssen dann schauen, dass alle anderen mitlaufen können.
Also etwas, was wir so nicht kennen. Bei uns ruft man nach dem Staat,
nach Sozialhilfe, Notstandshilfe und so weiter. Das gibt es hier nicht,
sondern hier, wenn du krank bist, wenn mehr Mittel erforderlich sind,
dann müssen alle zusammenlegen.
Wenn ein Kind, wenn die Schulgebühren fällig sind, müssen alle schauen,
dass sie das irgendwie stemmen.
Und es ist natürlich hier ganz besonders so...
Bildung die Domäne derer ist,
die was haben und dass es Armut vererbt wird und dass also viele Talente gar
nicht zum Zug kommen, weil einfach niemand da ist, der hier in die Tasche greift.
Und das setzt sich dann fort, wenn du hier ausgebildet bist und du kennst niemanden
und du hast kein Netzwerk, dann ist es schwer, einen Job zu bekommen,
weil es sind immer etliche, die sich für einen Job bewerben.
Und eben das System der Familie ist quasi zu deinem Schutz da.
Aber es ist auch ein soziales System, das heißt, die Menschen hier reden miteinander,
feiern miteinander, Oder ich glaube, viele wissen es vielleicht schon, andere nicht.
Trotz aller Herausforderungen, die das Leben für viele hier bietet,
die Menschen sind froh, sind lebensfroh, lachen viel.
Kann ich bestätigen.
Sind also nicht durch Besitz und durch getakteten Tag belastet,
gehen ihrer Arbeit nach, eben viel physische Arbeit.
Ja, also es ist ein Geben und Nehmen, wenn man hierher kommt, nicht?
Also wir sind immer hierher gekommen, die Leute lachen, es ist bunt,
es ist farbig und wenn du dann wieder nach Europa zurückkehrst,
am Flughafen, die ernsten Gesichter.
Die Probleme.
Die Probleme, der Dauerlauf, ja. Also wir wissen ja, Glück ist immer der Abstand
von Wunsch und Zufriedenheit mit dem, was man hat.
Und wenn der Abstand groß ist, ist man unglücklich. Und wenn man zufrieden ist
mit dem, was man hat, dann kann man durchaus glücklich sein, auch mit einem Minimum.
Hast du den Besitz abgeschoren ein bisschen?
Ja, ich würde, du hast richtig gesagt, ein bisschen, ich bin natürlich,
ich kann das nicht ganz ablegen, aber ich kann nur eines empfehlen für die,
die es zu etwas gebracht haben.
Es zu teilen mit anderen macht wesentlich mehr Spaß, als drauf zu hocken und
vielleicht noch zu schauen.
Du sprichst von einem generellen Teilen, aber natürlich auch einem Teilen mit euch als Organisation?
Natürlich, von beiden.
Links in den Shownotes übrigens dazu, für alle, die etwas machen wollen,
die euch unterstützen wollen.
Links in den Shownotes und dort findet ihr alle Informationen,
die ihr auch dafür braucht, zum Teilen.
Die sind alle herzlich willkommen.
Und wie gesagt, das Teilen, wenn man denn dazu in der Lage ist,
sprich nicht selbst kämpft ums Notwendigste, das macht einfach Freude.
Und ich erlebe das ja, dass immer wieder mal Menschen auf mich zukommen und
sagen, ich würde gerne etwas beitragen.
Warst du schon mal Materialist, jetzt schauen wir wieder ein bisschen auf dich
selber, warst du schon mal ein bisschen mehr Materialist, als du es heute bist
und was hat dich dann davon weggebracht?
Naja, ich würde schon sagen, wenn du beginnst mit deinem Beruf,
ich habe studiert an der tierzlichen Uni in Wien und du startest einmal mit
nichts und dann schaust du einmal,
wo ist überhaupt dein Platz für mich Und dann war ich mal angestellt und habe
in einer Kategorie D Wohnung, Zimmer, Kabinett,
Toilette am Gang, keine Dusche gewohnt.
Und dann hast du mal dein erstes eigenes Auto und dann bin ich übersiedelt in
Zimmer, Küche, Kabinett mit Dusche.
Ja, und so ging es halt dann weiter und letztendlich habe ich mit einem Kollegen,
Karl Krohmann, eine Tierklinik begründet und dort haben wir uns von zwei Tierärzte,
einer Helferin, dann hochgearbeitet auf etwa 20 Mitarbeiter.
Und das ist natürlich die Voraussetzung gewesen, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, was zu tun.
Du brauchst zeitliche Flexibilität. Ich war 47, wie ich hier aufgeschlagen bin
und war also noch mitten eigentlich in meiner Tierarztkarriere.
Und dann hat das Stück für Stück an mir genagt und mein Energiezentrum,
und das habe ich natürlich auch nicht gleich selbst verstanden und reflektiert,
also das Energiezentrum ist dann jedes Jahr ein Stück weiter in den Süden gewandert,
weil mit jeder Reise kamen neue Ideen,
kamen neue Projekte zusätzlich zu den 50 Kindern und das musste dann irgendwie
immer alles unter einen Hut gebracht werden.
Also es war eine Entwicklung, aber eben zu deiner Frage.
Man braucht natürlich einen Background und ich würde sagen, ich habe es geschafft,
in meiner Karriere das zu erreichen, was ich erreichen wollte und das hat mir
aber auch dann die Möglichkeit gegeben,
hier über das nachzudenken, was es bedeutet, noch mehr oder besser ein Projekt
auf die Füße zu stellen und zu teilen.
Und ich sage immer wieder Leute zu mir, die sagen, du hast es gut,
weil du weißt, was du sinnvoll tun kannst.
Das bezieht sich ja auch darauf, dass ich ja mittlerweile als Dirztin in Pension
gegangen bin und beschäftigt ja die Menschen.
Was tue ich mal nach meiner Karriere?
Und ich kann nur sagen, wenn man etwas findet, wo man sich sinnvoll hineinlegen
kann und alle Skills, die man vorher erworben hat, dann...
Managementfähigkeiten, planen, etwas implementieren, Menschen zusammenbringen,
Konflikte zu schlichten.
All das brauche ich hier mehr denn je.
Das hast du alles auch in der tierstlichen Arbeit gelernt.
Das brauchst du natürlich alles in der tierstlichen Arbeit.
Du musst mit Rückschlägen umgehen können, wenn es eben mit Mitarbeitern nicht
so läuft, wie du dir das gedacht hast.
Du musst zwischen Team-Membern vermitteln.
Also all das, die ganze Lebenserfahrung, die du als Vater hast,
die du als Klinikleiter hast, das musst du hier alles integrieren.
Und das kann man alles hier gut verwenden.
Und das ist überhaupt ein Stichwort. Es geht ja nicht nur um das,
was man materiell hat, was man einsetzen kann. Es geht natürlich auch um die Kapazität, die man hat.
Habe ich mir die erarbeitet, zum Teil, aber ich würde sagen,
viel davon habe ich geschenkt bekommen.
Ich habe einen österreichischen Pass geschenkt bekommen, ohne dass ich was dazu tat.
Ich habe eine Studienmöglichkeit bekommen von einem Sozialstaat.
Ich habe eine Karrieremöglichkeit bekommen, die ich genutzt habe.
Also man muss mit dem, was man bekommen hat, auch, das gehört auch mit großem
Dank betrachtet, was man auf die Beine gestellt hat.
Und es macht mir große Freude davon, wieder was weiterzugeben.
Wärst du, wenn du nicht zufällig nach Ruanda gekommen wärst,
wärst du Tiaz geblieben? Wärst du heute noch in der Praxis zum Beispiel?
Oder war es einfach klar, irgendwann wird dich etwas von deiner tierstlichen
Tätigkeit, deine Aufmerksamkeit abziehen und es war nur noch eine Frage der Zeit?
Also wäre Ruanda auch woanders möglich gewesen für dich? und war es klar, dass du das machst?
Also prinzipiell hatte ich keine Ahnung, dass dieser Weg kommen wird.
Ich habe auch nicht danach gesucht.
Aber meine Interpretation ist eben, dass etwas da war, was es mir ermöglicht hat.
Dass es etwas da war, wie wir es schon gesprochen haben, es wäre gewesen,
wie wenn ich über eine Leiche gestiegen wäre und weitergegangen wäre,
ein bisschen drastisch formuliert.
Also hier einfach weiterzugehen, wegzugehen, wegzuschauen, war keine Option.
Es war einfach keine Option. Und so hat sich das ergeben.
Und dass es dann gewachsen ist, da kann man sagen, und das wurde mir auch von
einigen vorgeworfen, wo es war, war leichtsinnig, warum bist du nicht geblieben
bei den 50 Waisenkindern? Wir haben ja diese Gruppe an Kindern begleiten wir bis heute.
Wir haben ja nicht hier ein Durchlaufheim betrieben, sondern wir haben nur gesagt,
die 50, die bringen wir in ihr Leben auf eigenen Beinen.
Da sind wir noch dran, aber schon sehr weit fortgeschritten.
Aber die anderen Projekte, über die wir noch reden werden, ja,
das war ein bisschen ein Leichtsinn vielleicht, weil jedes einzelne Projekt natürlich zehrt.
Und das waren dann die Stücke, die runtergebissen wurden,
dass ich jetzt vielleicht sonst drei Kliniken in Österreich betreiben würde
und mit 65 hier noch von Klinik zu Klinik fahren würde und schauen,
ob auch die Zahlen stimmen.
Aber ich glaube nicht, dass das im Plan war. Nur ich kann dir nicht sagen, wessen Plan.
Würdest du es jetzt, weil du es jetzt gerade gesagt hast, Das würdest du jetzt
rückblickend, hast du schon ein bisschen so angedeutet, rückblickend,
wenn du gewusst hättest, was alles auf dich zukommt, würdest du es noch einmal machen?
Also, dass ich, wenn sich etwas stellt bis heute, mich bücke, danach ja.
Natürlich, wenn man weiß, was noch alles,
dazukommt, denke ich nicht in dem Ausmaß.
Ich darf hier ein Zitat von Mark Twain bringen, der hat mal gesagt,
dass Erfolg kommt aus zwei Komponenten, den Einsatz, den man gibt und der Unwissenheit,
die man hat zu Beginn des Projekts, weil hätte man alles gewusst,
was dann kommt, hätte man es vielleicht nicht gemacht.
Das ist natürlich etwas...
Zynisch formuliert und stimmt sicherlich zum Teil, aber wie gesagt,
es ist ja gut, dass wir nicht alles wissen, weder,
was alles für Schwierigkeiten auf uns zukommt, noch wie lange wir noch auf diesem
Planeten haben, das ist ganz gut, dass wir das nicht wissen.
Ich glaube, das Gleiche gilt für deine Vereinstätigkeit, gilt für meine Podcaster-Tätigkeit,
gilt das Zitat von Marc Fain genauso.
Du hast auch noch nicht gewusst, was da alles an Obstacles, an Schwierigkeiten.
Nein, nicht mehr ansatzweise. Ich liebe es. Schau, da sind wir genau zwei.
Ich schaue über die Schwierigkeiten hinweg. Ich liebe es, zu sehen,
was hier für eine Saat bereits am Aufgehen ist.
Es ist natürlich immer noch sehr viel zu tun, aber ich liebe es auch und ich
würde nichts anderes machen.
Ich würde jetzt nicht es anders tun.
Wir hatten vor zwei Jahren hier in diesem schönen Garten hatten wir so eine
Feier für unsere letzten Graduates, also unsere Absolventen.
Die werden dann immer so, wenn ein paar fertig geworden sind mit ihrer Ausbildung,
dann gibt es eine Zusammenkunft und wird gefeiert.
Und die haben mich dann interviewt.
Und da ist mir dann schon bewusst geworden, einen Preis habe ich natürlich gezahlt für alles.
Das ist nicht der Preis, dass ich nicht als Dirzt weiter groß.
Nicht gearbeitet habe, sondern der Preis, den ich gezahlt habe,
ist sicher ein sozialer Preis, weil ich ja sehr viel Zeit,
sehr viel Energie hier, viele tausend Kilometer von meiner Heimat Österreich investiert habe.
Und der soziale Preis ist natürlich, ich habe die Connections hier,
ich habe hier quasi viele Kinder, Mittlerweile auch schon Enkelkinder.
Der afrikanische Begriff von Elternschaft ist ja sehr weit gefasst.
Aber wie gesagt, den Preis habe ich natürlich schon auch gezahlt,
dass ich mich nicht so fokussieren konnte auf Beziehungen in Österreich.
Und ja, wenn wir vielleicht noch bleiben bei dem afrikanischen Begriff von Elternschaft. Danke.
Ich werde also hier angesprochen als Daddy und als Parent,
eigentlich kaum als Otto,
sondern Sie betonen immer quasi diese Elternrolle und wir haben uns ja auch
immer hier als Future 4 Kids Familie bezeichnet, Mit der Absicht,
diesen Kindern einen Schutzwall zu geben in einer Gesellschaft, die danach verlangt.
Das hat natürlich schon auch zu dem Missverständnis geführt,
dass das jetzt immer so weitergeht.
Und da mussten wir dann schon natürlich klare Linien ziehen,
dass unser Familienbegriff nicht ganz der ruandische ist,
sprich, dass also die Geldquelle unversiegbar ist, sondern unsere Geldquelle ist genau dann zu Ende,
wenn die Ausbildung abgeschlossen ist,
dann gibt es noch ein bisschen eine Start-up-Hilfe für ein paar Monate,
aber dann bist du dort, wo alle anderen Ruander auch sind, dann bist du im Wettbewerb
um Jobs, dann bist du einfach quasi in der freien Wildbahn.
Und wenn du hier keinen eigenen Grund, kein eigenes Haus, keine Familie hast,
ist es ein harter Wettbewerb.
Und in Ruander, das beobachte ich schon, der Unterschied zwischen denen,
die was haben und das auch vermieten und verpachten können und denen,
die nichts haben, der ist ziemlich zementiert.
Also dass du dem entfließt bei steigenden Grundstückskosten, Auskosten.
Es wird vielen bekannt vorkommen, Österreich, also die, wo nichts über Erbschaft
und so weiter kommt, die tun sich auch in Österreich mittlerweile ja schwer,
nochmal hier zu etwas zu kommen, nachhaltig.
Und das ist hier genauso. Aber wie gesagt, das ist nicht mehr dann unser Fokus
und das wissen die mittlerweile auch, wenn es soweit ist, dann wird die Nabelschnur
durchgeschnitten, dann sind wir sozial verbunden, aber nicht mehr als Wirtschaftsgemeinschaft.
Da muss man konsequent sein, weil sonst setzt man alles andere aufs Spiel wahrscheinlich.
Ja, und wir hatten also durchaus da auch mal intern, Österreich intern,
eine Diskussion darüber.
Und ich glaube, die Linie, die wir fahren, ist gut.
Es muss alles mal ein Ende haben, was die wirtschaftlichen Gegebenheiten betrifft,
die wirtschaftliche Unterstützung.
Und ja, die, die erwachsen sind, die fertig ausgebildet sind,
Hat sich, denke ich, für viele gut entwickelt. Wir haben also etliche unserer
Mädchen, sind junge Frauen, sind mittlerweile verheiratet, haben somit auch
eine richtige Familie, nicht nur die eigene.
Natürlich kommt die Familie des Mannes dazu.
Bei den Burschen lässt es noch auf sich warten, weil es wird hier erwartet,
dass der Mann die Familie erhalten kann.
Bei aller Gleichberechtigung ist es doch auch noch ein traditionelles Sichtweise
und da haben wir vielleicht nächstes Jahr die erste Hochzeit bei den Burschen.
Kinder gibt es schon bei den Burschen, was natürlich in Rwanda ein No-Go ist,
aber es passiert natürlich.
Was bedeutet No-Go?
Na Noko heißt, dass zusammen wohnen ohne Trauschein ist gesellschaftlich nicht akzeptiert.
Und Kinder haben ohne Trauschein heißt in der Regel auch, dass man dann wirtschaftlich
nicht in einer Einheit lebt.
Und wenn du in Rwanda wirtschaftlich nicht beide Elternteile hast,
bist du eigentlich ein Waisenkind.
Zumindest eben im Bereich dieser Subsistenz-Landwirtschaftsbevölkerung,
weil da reicht ein Elternteil einfach nicht aus zum wirtschaftlichen Überleben.
Und wir haben ja ein Projekt mit Single Mothers, mit alleinerziehenden Müttern, die,
verführt, überredet, vergewaltigt, wie auch immer ein Kind bekommen haben und
die sind wirtschaftlich ganz, ganz schlecht gestellt, gesellschaftlich schlecht gestellt,
sind eine Schande für ihre Ursprungsfamilie, werden also oftmals ausgestoßen.
Also ein Riesenproblem.
Ich glaube, es kommen so, wenn man dem jetzt zuhört, also dem Gespräch folgt,
merkt man, es gibt kein Sozialsystem.
Es gibt sehr wenig.
Es gibt sehr wenig, ja. Wir haben ja viele Mitarbeiter in unseren Projekten
und es gibt eine aufwendige Lohnverrechnung und es gibt quasi wie bei uns Lohnsteuer
und Sozialversicherungsabgabe.
Aber es ist alles noch in einem sehr geringen Ausmaß.
Aber man hat sich hier sehr wohl überlegt und ein Sozialsystem begonnen.
Nur die Leistungsfähigkeit ist natürlich noch weit weg von dem, was es bei uns kam.
Man darf nicht daran quasi das Bild, was man aus Österreich oder Deutschland
mitbringt, umlegen und sagen, ah, Sozialsystem, sondern da sind wir sehr, sehr weit weg.
Da sind wir noch ganz weit weg. Ich kann dir ein Beispiel bringen.
Ich liebe Beispiele. Das Leben ist hier, das kannst du wirklich in Geld bemessen.
Also wenn du eine gröbere Erkrankung hast, und das hatten wir ja bei unseren
vielen Schützlingen, es sind ja schon Hunderte über die Jahre,
und das hatten wir immer wieder mal.
Wenn du dieses System überforderst, und das kann eine Krankheit sein,
die vielleicht bei uns zu bemessen wäre mit 1.000 Euro, 2.000 Euro,
und es ist niemand da, der dieses Geld aufbringen kann,
das leistet das Gesundheitsgrundversorgungssystem, das es ja gibt, nicht.
Was ist dann?
Das war es dann für dich. Du stirbst daran.
Man kann sich hier nicht vorstellen, ich bin ja Tierarzt, jeder zweite Hund stirbt an Krebs,
jede dritte Katze stirbt an Krebs und jeder vierte Mensch stirbt an Krebs.
Das ist einfach in unserem Programm drinnen, dass also dieses autonome Wachstum
verschiedenster Organe irgendwann einmal zustande kommt.
Und bei uns, du weißt ja, mit Krebsvorsorge, mit aufwendigsten Heilmethoden,
vom Gamma-Knife über mittlerweile monoklonale Antikörper und was es alles gibt.
Also ganz toll, was mittlerweile schon möglich ist, dass man entweder mit Krebs
lebt oder geheilt wird, ganz häufig auch bei Tieren schon sehr viel möglich.
Ja, das leistet das System hier nicht.
Ich glaube, das ist wichtig, dass man es auch...
Das muss man einmal verstanden haben, ja. Also es gibt ein Health Center,
es werden Kaiserschnitte ganz häufig gemacht, das ist ganz gut alles im Griff,
Aber aufwendige Therapien,
aufwendige Diagnostik ist einem kleinen Teil der Bevölkerung vorbehalten,
weil das ist privat zu zahlen. Es haben wenige.
Unsere Klinikmitarbeiter in der Tierklinik haben quasi eine private Krankenversicherung.
Da wird auch einmal eine Computertomographie gezahlt. Aber das ist also nur
eine kleine Anzahl an Menschen, die das hier in Anspruch nehmen kann.
Und wir hatten also in Projekten offene Tuberkulose mit Knochenreiterung,
mit Knochensequest und so weiter.
Aber weil die Menschen es jetzt nicht leisten können,
Das… Das war es dann.
Und den Burschen haben wir dann zu einer deutschen Ärztin, die im Süden des
Landes arbeitet, die Frau Dr.
Utter, eine unglaubliche Frau, die hat ihn dann aufgenommen, mehrfach operiert.
Er musste dann monatelang dort die Medikamente einnehmen, weil hätte man ihn
nach Hause geschickt mit der Einnahmekompliance, hätte es auch nicht funktioniert.
Naja, war eine spannende Geschichte, weil er ist uns über den Weg gelaufen.
Ich war mit Dirztkollegen da und er ist an uns vorbeigehumpelt und der Euter
ist aus dem Oberschenkel geronnen und wir haben gesagt, Moment, was ist da?
Und dann haben wir ein Röntgen machen lassen und dann sind wir in die Hauptstadt
gefahren und das hätte Monate gedauert und der eine Arzt hat gemeint,
man muss das einmal einfach so lassen.
Also es waren ganz schwierige Dinge und wir haben dann gesagt,
nein, der muss zur Dr. Uta und die Dr. Uta hat es geregelt.
Sonst wäre es das gewesen.
Also jedenfalls die Erkenntnis, was ist ein Leben wert, das ist hier viel tiefer
anzusetzen als bei uns, weil es einfach das System überfordert.
Es gibt hier etwa 13 Millionen Menschen und es gibt ein bestimmtes Gesundheitsbudget
Und dieses Budget ist am effizientesten natürlich, wenn es eine breite Versorgung gewährleistet.
Es kostet fast nichts. Das heißt Mutuelle hier.
Und das kostet 3000 Frauen im Jahr immer noch.
Diese Basisversorgung und 3000 Frauen sind ungefähr 2 Euro.
Zwei Euro. Und du bist für das ganze Jahr versichert. Und du kriegst eine Grundversorgung.
Wird hauptsächlich von Krankenpflegern und Krankenschwestern getragen hier.
Also du gehst ins Health Center und kriegst eine medikamentelle Versorgung.
Aber wenn es was Aufwendigeres ist, dann ist Pause.
Gut, ich glaube, das ist einfach wichtig, dass man das im Hinterkopf hat und
das auch halbwegs versucht zu verstehen.
Ich glaube, wirklich verstehen tut man es erst, wenn man vor Ort ist und das
einmal gesehen hat, so ist es mir gestern gegangen, auch mit den Distanzen,
was ich vorher eh schon ein paar Mal erwähnt habe, dann kommt,
glaube ich, noch ein bisschen Erkenntnis dazu.
Aber jetzt schauen wir vielleicht drauf hin, wenn ich so etwas machen möchte
und ich möchte morgen, bin vielleicht in einem anderen Land,
denke ich an die, ja, ich mache das jetzt.
Ich finde auch so ein Projekt, wo ich nicht vorbeigehen kann.
Wie baut man so einen Verein auf? Ist das wie jeder andere Verein oder gibt
es da spezielle Anforderungen? Ist das eigentlich, wie geht das?
Ja, machen wir mal so. Wie haben wir hier begonnen? Also wir haben hier begonnen, indem wir,
einen Vertrag mit dem Pfarrer gemacht haben. Eine Rahmenvereinbarung besser gesagt.
Ja, ohne juristische Relevanz.
Sprich, solange sich beide Seiten daran halten, passt es.
Und auf das hinauf haben wir am Land der Kirche diese Gebäude errichtet.
Das war 2000?
Das war 2008.
Also noch vor der Vereinsgründung?
Ja, vor der Vereinsgründung, weil das war ja noch unter dem Artenschutzverein.
Aber dieser Artenschutzverein war hier weder registriert noch sonstiges.
Es war in Österreich registrierter Verein.
Es war im Endeffekt unter dem Schutzmantel der Kirche.
Die haben auf ihren Grund uns diese Häuser bauen lassen.
Sobald die aber fertig waren, ist die Behörde erstmals gekommen und gesagt,
Ich habe gesagt, aha, wer wird denn das leiten?
Die haben gesagt, ja, da braucht es jetzt einen Akademiker.
Man sagt, was für ein Akademiker? Es geht um 50 Kinder und wo brauchen wir eigentlich Mütter, die das...
Also es war damals noch, muss ich sagen, doch relativ einfach und es hat sich
natürlich entwickelt über die Jahre,
aber so haben wir hier praktisch begonnen, dann haben wir das Ganze als juridische
Person in Österreich, einen Verein, damit man ja das alles in Ordnung und dass
das nicht auf ein Privatkonto gespendet wird.
Und dieser Verein hat dann in weiterer Folge die Spendenabsetzbarkeit erwirkt,
ist also ein Wirtschaftsprüfer-Testat jedes Jahr,
dann waren wir damals von der österreichischen Seite gut abgesichert.
Also Verein in Österreich. Genau. Ganz normaler Verein, gemeinnütziger Verein,
Wie jeder Mensch gründen kann. Ja, wir haben unsere Statuten gemacht,
unsere Vereinsgründung.
Dann brauchten wir damals, das ist jetzt vereinfacht worden,
wir mussten also drei Jahre vorlegen mit testierten Jahresabschluss,
dass wir diese steuerliche Absetzbarkeit für unsere Spender,
das haben wir jetzt schon seit vielen Jahren, das ist ein wesentlicher wichtiger Teil.
Es geht halt leichter? Ich habe gehört, das ist der Weg zur steuerlichen Absetzbarkeit?
Nein, der ist leichter geworden, weil wir ein kleiner Verein sind.
Kleine Vereine sind definiert bis maximal eine Million Euro Spendenaufkommen im Jahr.
Und diese kleinen Vereine haben vereinfachte Regelungen bekommen,
um zu diesem Absetzbarkeit zu kommen.
Sie brauchen natürlich eine ordnungsgemäßige Buchhaltung, aber kein Wirtschaftsprüfer-Test hat mehr.
Jetzt zeige ich schon auf.
Dass du einmal etwas sagen darfst.
Und zwar, was ich bis heute noch nicht verstanden habe, das geht mir irgendwo
im Kopf. aber ich glaube, da fehlt mir noch ein Stück an Information.
Was bringt bitte diese Spendenabsetzfähigkeit, wenn ich als Unternehmer jetzt an euren Freien spende?
Es ist ganz einfach. Egal, ob du das privat tust oder als Unternehmer, ja,
Du darfst 10% deines Einkommens, bevor es versteuert wird, spenden an berechtigte Organisationen.
Das bedeutet, dass dieses Geld, das du spendest, nicht zur steuerlichen Bemessung herangezogen wird.
Das heißt, wenn du einen Grenzsteuersatz von 50% hast, kriegst du die Hälfte als Steuergutschrift.
Du zahlst um das weniger Steuern. Du gibst uns Hausnummer 100 Euro,
in Wirklichkeit kostet es dich nur 50, weil die anderen 50 schreibt dir das Finanzamt gut.
Wenn du es privat machst, geht das automatisiert, wenn wir dein Geburtsdatum
haben, dann sind wir verpflichtet, das zu machen.
Pass auf, Mikro.
Ja, also dann ist es verpflichtend, wenn es ein Betrieb ist,
der kriegt eine Spendenbestätigung, die tut er in die Buchhaltung.
Bei einer Finanzprüfung schauen, da ist der Verein abzugsberechtigt.
Und wenn er abzugsberechtigt ist, wird das steuerlich berücksichtigt,
so wie jede andere Betriebsausgabe.
Es ist quasi dann die Spende eine Betriebsausgabe, du hast weniger zu versteuern.
Also das ist durchaus ein wesentlicher, wichtiger Punkt.
Muss man auch dem Staat Österreich zugutehalten, das gibt es ja noch nicht seit ewig.
Dass er diese Regelung gemacht hat, das heißt, der Staat fördert,
dass die Zivilgesellschaft und Betriebe etwas Gemeinnütziges tun.
Es wird ihnen erleichtert. Ich sage mal, ich spende als Unternehmen 1.000 Euro.
Dann kann ich die 1.000 Euro absetzen, aber wenn ich mir für die 1.000 Euro
quasi irgendwas fürs Unternehmen kaufe, ist das quasi steuerlich,
kommt es aufs Gleiche raus.
Es kommt sich völlig aufs Gleiche raus. Das heißt, die Bereitschaft.
Spenden zu wollen, muss schon da sein?
Natürlich, natürlich.
Also es ist nicht zusätzlich.
Ja, aber wie gesagt, im Optimalfall halbiert es sich, wenn es ein 50-prozentiger Steuersatz ist.
Wenn jemand einen Grenzsteuersatz hat von 40, dann kriegt er eben entsprechend diese 40 Prozent.
Okay.
Was muss man für das, das ist ja das Spendensiegel, das österreichische,
was man dann kriegt, oder ist das was anderes?
Das darf man nicht verwechseln. Danke. Das darf man nicht verwechseln.
Das Spendengütesiegel ist eine Erfindung der Wirtschaftstreuhänder.
Aha, genau.
Ist ein Verein, keine staatliche Institution, und dieser Verein gibt ein Gütesiegel
her, so wie halt die AMA ein Gütesiegel hergibt oder der oder der,
aber das ist ein privater Verein, und der bringt nicht mehr als das,
was der Staat über den Finanzamtsbescheid ohnehin macht.
Wir hatten das für einige Zeit und ich muss sagen, ich bin durchaus enttäuscht, was das kann.
Es kostet zusätzlich, speziell für kleinere Vereine wie uns,
macht das ja doch auch etwas aus.
Du zahlst ein paar hundert Euro im Jahr für etwas, was eigentlich keinen zusätzlichen Benefit bringt.
Weil der Staat, nur und nur der Staat und in dem Falle das Finanzamt,
gibt dir die Berechtigung, dass du Spenden steuerlich absetzen kannst.
Das Spenden-Gütesiegel schaut zwar vielleicht noch auf zwei, drei andere Sachen.
Das heißt, solange wir das hatten, muss der Wirtschaftsprüfer beides beurteilen.
Da gibt es ganz geringe Unterschiede, was da zu beurteilen ist und dann kriegst
du halt beides. Also wir haben uns dann beschlossen, dass wir diese Kosten einsparen
und lieber in unsere Projekte stecken.
Uns genügt das Siegel des Staates, dass er sagt, ihr seid erstens gemeinnützig
und zweitens, und das Kriterium hier ist, ihr dürft keine hohen Verwaltungskosten haben,
sprich maximal 10 Prozent eurer Spenden dürfen in die Verwaltung gehen und dann
kriegt ihr das. und das genügt uns ja.
Und ich darf bei der Gelegenheit sagen, wir haben 0% Verwaltungskosten.
0%?
Ja, das heißt, wir betreiben kein Büro,
Wir haben kein Sekretariat. Das heißt, der gesamte Vorstand arbeitet ehrenamtlich.
Wie groß ist der?
Der Vorstand besteht aus acht Leuten. Das heißt, wir verwenden unsere Computer.
Wir reisen auf eigene Kosten nach Ruanda. Das heißt, kein Euro geht in die Verwaltung.
Wir haben natürlich hier Mitarbeiter, die in den Projekten arbeiten.
Die müssen ja von etwas leben.
Aber wir leisten alles als Ehrenamtliche.
Aber das fällt dann nicht unter Verwaltung?
Das ist keine Verwaltung, wenn du hier Angestellte hast. Das ist Projektimplementierung.
Verwaltung wäre eben so der klassische Bürobetrieb.
Der Oberhead.
Das ist bei uns also null. Und was man auch noch vielleicht sagen soll,
was keine Verwaltungskosten sind, das ist die Öffentlichkeitsarbeit.
Und ich habe mir also Berichte durchaus angesehen, die großen und sehr bekannten
Vereine kommen ohne dem nicht aus.
Das ist also World Vision und rettet das Kind und so weiter.
Die haben ja diese Spendenaktionen, Postwurfsendungen, Werbeagenturen.
Das haben wir nicht als kleiner Verein und das wollen wir auch nicht.
Und es ist auch völlig verständlich, dass große Vereine, die brauchen ein Verwaltungszentrum,
die brauchen Mitarbeiter, weil das ist dann irgendwann nicht mehr zu schaffen.
Also wir haben auch schon durchaus mal Probleme, dass das alles ehrenamtlich
schaffbar ist und daher jeder,
der hier gerne auch mitarbeiten würde, ist eingeladen.
Wie erreicht man den?
Uns erreicht man über die Homepage, über Facebook und Instagram.
Wenn man da schreibt, kriegt man eine Antwort.
Wenn man schreibt, kriegt man eine Antwort.
Außer man schreibt dann Blödsinn, dann nicht.
Naja, dann vermutlich nicht.
Dann vermutlich nicht. Aber ganz ehrlich, du sagst 0% Verwaltungskosten,
ich mache jetzt alles ehrenamtlich.
Mit 47 hast du dich mit jeder Reise ein Stück weiter in das Projekt involviert.
So ist es, ja. Du hast dann auf der anderen Seite immer weniger in der Praxis
gehabt, sind deine Einnahmen dann auch entsprechend gesunken.
Ist es sinnvoll, frage ich jetzt mal, fast ein bisschen provokant,
so ein Projekt zu machen und dann gar nichts?
Das ist ja Arbeit. Das ist ja gute Arbeit. Das ist ja wichtige Arbeit, die ihr macht.
Kann man sich da nicht einfach was ausnehmen? Ist das nicht gerechtfertigt?
Naja, ich würde das eben abhängig davon machen, wie so eine Organisation aufgestellt ist.
Ich habe gerade den Großen den Sanktus erteilt, dass sie das tun müssen.
Die schaffen das gar nicht anders.
Und bei uns ist es halt so, dass wir mit Leuten arbeiten im Vorstand,
die es sich leisten können.
In ihrer Zeit aber will ich schauen.
Was machen tausende Menschen in der Pflege, in der Familie?
Die kommen auch nicht und sagen, die Idee gibt es ja, dass die ein Gehalt vom
Staat kriegen, aber die machen es auch.
Anstatt, dass sie einem Geldberuf nachgehen, bringen sie sich ein.
Das muss man mal auch so sehen und wir, die da halt zusammenarbeiten,
ehrenamtlich die tun das eine statt dem anderen und die Motivation,
glaube ich, haben wir besprochen die muss intrinsisch sein die muss von innen
kommen und wenn ich mir es leisten kann, kann ich es in dieser Art und Weise machen,
es gibt Menschen, die für NGOs im Angestelltenverhältnis arbeiten,
die tun dort halt, tragen dort bei.
Aber bei uns ist es eben so festgelegt und auf das sind wir auch stolz.
Und das können wir eben auch unseren Unterstützern zusagen und versprechen, dass es so läuft.
Apropos Unterstützer, das werde ich als nächstes auf der Liste stehen.
Erstens mal, es gibt gefühlt sehr, sehr viele gemeinnützige Vereine in ganz
unterschiedlichen Feldern.
Ihr seid einer von vielen. Wie schwierig ist das?
Wer unterstützt euch und wie schwierig ist es überhaupt einmal an Spendengelder
zu kommen und was ist euer Volumen da im Jahr?
Ja, es gibt tausende Vereine und man muss sagen, es,
ganz viele tolle Initiativen.
Es ist, glaube ich, vielen Menschen auch so geschehen wie mir.
Sie sind irgendwo hingereist, nach Kambodscha, nach Vietnam,
nach Mexiko, wohin auch immer.
Sie sind auf etwas gestoßen und haben gesagt, na, das kann es jetzt nicht sein.
Und wie startet man dann? Ich habe ja gerade dargelegt, wir arbeiten nicht mit
Werbeagenturen und so weiter. Naja, wen bohrst du an?
Deine Kollegen. Also unsere Initiative ist schon ganz gut bekannt in der tierstlichen Community.
Die tierstliche Community.
Die tierstliche Community. Wir sind ja doch auch eine eigene Spezies von Menschen,
die der Beruf viel stärker verbindet als in anderen Berufen.
Ich bin schon gespannt auf unserer Podcast Folge, weil genau die Frage wäre
dann schön, was eigentlich das so ausmacht.
Nein, also wir sind eine, da kannst du die HR-Leute fragen, die Tierte sind,
also ein ganz eigener Schlag. Also da mal.
Naja, und dann natürlich deine Freunde. Also der Freundeskreis.
Der Freundeskreis kriegt mit auch, du fährst dorthin und so weiter.
Und dann natürlich die ganze Verwandtschaft.
Friends, Family, and Fools. Die Fools sind in dem Fall die Tierärzte wahrscheinlich.
Genau. Friends and Family kommen wir noch dazu. Und das reicht zur Basis?
Im Endeffekt Mundpropaganda. Und so wie ich dazu kam, da wurde ein DIA-Vortrag
gehalten und das heißt, du redest darüber, nicht?
Und natürlich habe ich dann mich hingesetzt und die erste Homepage habe ich
selber von A bis Z die Texte gemacht.
Das war 2011 und dann war von einer Mitgründerin, von der lieben Anna-Maria,
ein Kollege, Staatsopernchor, der hat uns den Webmaster gemacht. Für Gottes Lohn.
Und ich habe dann gelernt, wie man ein Newsletter macht.
Wie man diese Fotos hochlädt. Es ist jetzt nicht wahnsinnig arbeitsteilig passiert,
sondern ich war zuständig für die Orale PR,
für die Homepage, für den Newsletter, ich bin hierher gefahren,
Projekt Implementierung.
Und vom Zeitaufwand, so wie es sich derzeit darstellt, ich werde immer gefragt,
wie oft bist du in Ruanda?
Zweimal im Jahr. Wie lange bist du in Ruanda? Zwei, drei Wochen.
Und ich füge dann immerhin zu, ich bin jeden Tag dran. Weil die Hauptarbeit liegt in Österreich.
Jetzt kommen wir mal zu dem Kern. Stellt euch vor, für alle,
die jetzt eine Vision haben, ich mache jetzt ein Hilfsprojekt irgendwo in Afrika
oder in Asien. Ich rate zu Unwissenheit.
Ich rate zur Unwissenheit, weil sonst könnte es sein, dass man es sich nochmal überlegt.
Also für alle, die das überlegen und es trotzdem machen wollen,
die schalten jetzt bitte ab und steigen dann bei den Projekten in Teil 2 wieder ein.
Aber jetzt klär mir bitte auf, wie schaut der Arbeitstag aus,
was denn jetzt so prozentuell aufteilmäßig ist.
Da geht es eben darum, wie groß ist das Team. Und wenn du eine Personalunion
hast zwischen dem Aufstellen der Mittel und der Implementierung und dem Management,
dann ist es doch relativ...
Zeitintensiv. Und,
wir sind also nach wie vor, obwohl wir ja doch schon 14 Jahre als Verein und
18 Jahre, komme ich daher, unterwegs sind.
Also wir sind immer noch da, wo wir durch eigene Mundpropaganda,
durch Halten von Vorträgen, durch Organisieren von.
Benefizveranstaltungen,
wir haben Flohmärkte gemacht sind also auf Veterinärkongressen bin ich gestanden
wir haben einen neuen Folder erstellt wir schauen,
dass wir den Folder unter die Leibringer also es ist im Endeffekt eine direkte
eine direkte Public Relation Arbeit unterstützt von Homepage ich selbst bin
also nicht auf Facebook oder auf Instagram,
aber wir als Verein sind das und dafür sind wir ja ein Team.
Es sind jetzt wieder Leute zu mir gestoßen, muss ich sagen, die mich wunderbar
in dieser Sache unterstützen, die also eine Ahnung davon haben,
wie man solche Messages formuliert.
Also Amateur-Truppe ja, aber durchaus mit professionellen Charakter.
Und man muss sagen, die Entwicklung, die ich beobachte im Bereich Vereine und
Fundraising, die ist für uns
schon ziemlich dramatisch, weil es entwickelt sich zu einer Wissenschaft.
Also wenn man schaut, wie Fundraising heute funktioniert, es ist ein Studium.
Das kann man an der Uni Wien studieren.
Ich kriege also E-Mails, da gibt es einen Fundraising-Verband Austria.
Das ist also alles auch mit deutlichen Kosten verbunden. Das spricht also eher
größere Vereine an, aber wie es halt immer ist.
Zuerst musst du investieren und dann kommt was zurück.
Ist also nicht ganz unseres. Wir kochen, wir backen kleine Brötchen, aber wir bemühen uns,
wir werden es nicht so weit professionalisieren, dass wir da mit studierten Fundraisern arbeiten.
Das ist nicht unsere Kategorie. Wir werden schauen, dass wir unsere Projekte am Laufen halten,
laden jeden ein, der sich dafür interessiert eben im speziellen Hinblick auf
das wie wir das tun und was wir tun,
Und ja, also du hast gefragt, warum besteht die Arbeit?
Also das hat sich ja insofern super verändert, als wir ja diese Kommunikation
mit Ruanda, Online-Meetings, Zoom-Meetings, Dokumente in der Cloud,
WhatsApp, ja, also ich beginne den Tag in der Regel mit einem Bad Office,
also ich liege noch im Bett und mache schon Office.
Ah, Batman.
Mit meinem Smartphone werden schon die Kontakte gestellt.
Es werden die Probleme mit einzelnen Kindern herangetragen. Es sind Entscheidungen
zu fällen. Das haben wir noch nicht erwähnt.
Die Rechtspersönlichkeit in Österreich ist eben der Verein Future 4 Kids,
Zukunft für Kinder in Ruanda. und die Rechtspersönlichkeit in Rwanda ist der
Verein Future 4 Kids in Rwanda.
Also braucht man einen Partnerverein?
Wir haben also einen spiegelbildlichen Verein, aber im Endeffekt liegt sozusagen
die Vollzugsgewalt in Österreich. Wir stellen die Gelder auf.
Transferierst dann in den Verein die Gelder, der was dann vor Ort arbeitet.
Genau, aber wir geben diese Gelder nicht weiter, sondern wir sind also direkt
dran am Budget und so weiter.
Aber jedenfalls, das hat sich entwickelt so und da gibt es natürlich eine enge
Zusammenarbeit, das ist quasi unser Team hier vor Ort.
Das arbeitet und ja, da musst du halt dann die Unterlagen durchschauen,
es gibt Dokumente zu bewältigen, es gibt mittlerweile doch viele Behördengeschichten.
Wie schwierig ist es mit der Bürokratie vor Ort?
Also ich würde sagen, der Schimmel wiehert mindestens so laut wie bei uns, mindestens.
Also ausreichend.
Ausreichend, ja. Also Ruanda liebt es auch, die Dinge bis ins Detail zu regeln,
für die verschiedensten Sachen immer wieder neue Regeln aufzustellen,
ob das jetzt die Schulbürokratie betrifft, ob das unser kleines Hotel hier betrifft,
das wir eben als Social Business betreiben.
Also die Vorschriften sind zahlreich, die Lohnverrechnung mindestens so kompliziert
wie in Österreich. Sie hört jetzt eine Stimme.
Man hört quasi auch schon zwischen den Zeilen, wovon du sprichst und dass du
ein bisschen leidest, oder?
Ja, natürlich. Aber schau, da ist wieder das, was ich gesagt habe.
Alles, was ich beruflich mitgemacht habe, dass der sogenannte freie Beruf Tierarzt
über die Jahre immer unfreier wurde.
Und genau das erlebe ich hier. Also es kann mich nicht erschüttern.
Braucht man eine gewisse Frustrationstoleranz, wenn man das macht?
Absolut. Brauchst du die und die,
Wenn du dich auf dünnes Eis begibst, das heißt, wenn du nicht hundertprozentig
in einer Mentalität bist,
in einem Rechtssystem bist, also wenn man sowas macht, braucht man Motivation
und eine Risikobereitschaft.
Es ist aber überhaupt ein Grundprinzip, das ich über die Jahrzehnte gefunden
habe, Wenn du im Leben kein Vertrauen hast,
dass jemand oder etwas sich zum Guten wendet, dann kannst du das gleich lassen.
Dann lebst du unter einem Glassturz und in deinem Elfenbeinturm.
Wir sind hier Gast. Wir sind abhängig davon, was hier morgen an Regeln passiert.
Und das müssen wir so akzeptieren, wie es ist. uns auch als guter Gast verhalten in dem, was wir tun.
Es muss allen klar und transparent sein, was wir hier beitragen wollen.
Und es muss halt von der anderen Seite auch so gesehen werden und das ist so.
Also wir sind hier lokal, wo unsere Projekte laufen. Wir sind hier gern gesehen.
Wir haben einen guten Ruf.
Wir haben einen langen Atem. Also wir kommen nicht so wie manche.
Machen etwas ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre und verschwinden wieder.
Aus Frustration.
Ja, oder weil sich die eigene Lebenssituation verändert hat und man...
Es ist kein Lifestyle, also es ist kein Lifestyle-Projekt, das man hier anbegibt,
weil dann dauert es genau ein, zwei Jahre bis zum nächsten Lifestyle-Switch.
Das haben wir gesehen. Das haben wir gesehen bei so manchen Dingen,
die hier laufen, wo halt irgendwo aus einem europäischen Land,
will niemand nennen, kommt plötzlich wer,
Macht etwas, bringt ein bisschen Verwirrung auch hinein, verschwindet wieder. Kein langer Atem.
Und für manche Dinge brauchst du einen langen Atem.
Ein Thema, das ist ja das, warum ich am Anfang schon unsicher,
ist jetzt Entwicklungszusammenhalt. Entwicklungshilfe sagt man ja nicht mehr.
Und ein Riesenthema, das, was immer wieder kommt, das hat ein bisschen so einen
kolonialistischen Charakter. Man kommt aus Europäer in ein fremdes Land und
versucht dann alles aus europäischer Sicht.
Ihr seid steppert, weil ihr macht das anders und nehmt null Rücksicht oder wenig
Rücksicht aus Unwissenheit, teilweise aus Ignoranz, auf die lokale Kultur,
auf lokale Abläufe, Prozesse.
Wie schafft man es, aus Europa kommend, und ich will mir jetzt nicht die Schuld
geben, dass ich es absichtlich mache, Aber wie schafft man es,
diesen Ethnozentrismus, der da davor herrscht,
wie kann man hinter dem hervorblicken und versuchen, das Land auch so zu sehen,
wie es ist und dann auch das zu liefern, was es braucht und nicht das,
was ich glaube, dass jetzt notwendig ist?
Ich habe die Frage sehr wohl verstanden.
Das bedeutet, wir müssen uns zurücknehmen. Die eurozentrische Sicht, die bringen wir mit.
Wir kommen nun mal aus Europa, aber dazu gibt es eben Schulungen, Literatur.
Ich habe also ein bisschen mitpartizipiert. Da gibt es in Österreich den Verein Horizont 3000.
Der macht Onboarding-Kurse für Leute,
in der Regel junge Leute, die sich entschieden haben, zwei Jahre Entwicklungszusammenarbeit
zu machen in den verschiedensten Ländern dieser Welt und das ist ein total spannendes Thema.
Würde mich auch interessieren, das zu vertiefen. Das ist alles eine Zeitfrage.
Und da gibt es natürlich sehr kluge Menschen, die sich damit beschäftigt haben, wie man das minimiert.
Es ist Zurückhaltung angebracht mit dem, was man glaubt, was richtig ist.
Man lernt hier von den Menschen genauso über das Leben.
Es ist ja irgendwo das, wozu wir auf dieser Welt sind, dass wir auch über das
Leben lernen und die Menschen hier können uns da durchaus auch einiges erzählen.
Und was jetzt konkret unsere Projekte betrifft, ja, es braucht einen intensiven
Austausch mit unserem Team vor Ort.
Es kann nicht sein, dass wir kommen und sagen, so und nicht anders.
So müsste es jetzt auch machen. Genau.
Und daher muss alles abgestimmt werden.
Und wie haben wir es mit diesen 50 Kindern gemacht?
Also Kindererziehung ist ja auch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe,
wo man viel kaputt machen kann oder eben viel gewinnen kann.
Und wir haben diese Kindererziehung mit einer rein ruandischen Mannschaft durchgezogen.
Das heißt, wir haben einen Leiter, Manager gehabt und wir haben lokale Mannschaft gehabt.
Und Delegieren ist in dem Fall eine Möglichkeit, das Tun zu gehen.
Ja, unbedingt. Ich bin einmal ganz dagegen, dass man den Leuten hier Jobs wegnimmt.
Das heißt, wenn wir hier was tun, wir reden dann noch im tierzlichen Bereich,
dann immer nur als nach dem Train-the-Trainer-Prinzip und nicht wir kommen hierher
als Volonteure und wir machen hier die Arbeit.
Ich sage euch, jetzt wird die Welt funktioniert, weil ich habe das bis heute nicht verstanden.
Nein, also das geht gar nicht. Was Kindererziehung betrifft,
wir haben uns natürlich jemanden gesucht,
der nicht das noch traditionelle Erziehungsprinzip, wo die Züchtigung noch ein Teil ist, verfolgt.
In den Schulen, ich weiß jetzt nicht, wie es jetzt ganz aktuell ist,
aber im Zuge der Jahre, wo unsere Kinder in die Schule gegangen sind,
ist durchaus noch von Lehrpersonen Gewalt ausgeübt worden.
Und unser Leiter, jetzt auch schon in Pension, der hat also hier dafür gesorgt,
dass diese Kinder gewaltfrei aufgewachsen sind.
Also es gibt relative Werte, die sind zu akzeptieren, dass die unterschiedlich
sind. Man muss aber auch absoluter Wert setzen. Man muss nicht alles akzeptieren.
Wir reden dann beim Tierschutz noch darüber, das ist hier noch sehr im Argen.
Bei uns auch noch nicht alles geregelt.
Vollspaltenböden, Kälbertransporte und so weiter. Ich kann nur empfehlen.
Wir haben es noch nicht dreht, die Folge, aber ich kann es jetzt schon empfehlen,
die Folge dann bei Bauer to the
People über die tierstliche Praxis im Vergleich auch Europa und Ruanda.
Aber wir können zusammenfassen, dass auch die Erkenntnis meiner Jahre hier ist,
die eurozentrische Sicht sehr vorsichtig ins Rennen zu schicken und es immer
in guter Abstimmung zu machen.
Wenn wir etwas vormachen und vorschlagen, was Gefallen findet,
dann ist es optimal, etwas erzwingen geht gar nicht.
Mir hat um zwei in der Früh, der Richard, das war mein Taxifahrer,
hat beim Fahren so geredet und dann habe ich gefragt, wie ist Ruanda so?
Wie kannst du die Leute beschreiben?
Und er hat gesagt, es ist sehr weise, am Anfang einfach einmal zuzuhören und
weniger zu reden. Und so hat er die Leute auch ein bisschen beschrieben.
Und ich glaube, das habe ich sofort daran denken müssen, wie du es jetzt gesagt hast.
Also einfach mal kommen, zuschauen, beobachten und nicht gleich zum Quasseln
anfangen, weil da lernt man nichts.
So ist es, ja.
Wir haben jetzt, glaube ich, ein bisschen, also ein Verein gründen,
ich habe mir gedacht, das Schwierigste ist der Verein, technisch oder organisatorisch,
aber man muss einfach einen Verein gründen und machen, oder?
Die Vereinsgründung ist also eigentlich sehr unproblematisch, nicht?
In Österreich, das geht also mit, da
gehst du online, da holst du das Gründungsformular, da gibt es die Infos.
Klassische Vereinsgründung.
Ganz klassische Vereinsgründung. Was ist die eigentliche Aufgabe?
Das ist das Team zu formieren, nicht? Alleine kommst du nicht weit.
Und das musst du einfach da.
Großer Dank an alle, die in all diesen Jahren hier persönlich oder finanziell
oder sowohl als auch mitgewirkt haben. Nur so geht es.
Jetzt ist der Bladl direkt am Hut. Jetzt ist er am Hut liegen geblieben sogar.
Ich habe es gehört, ja.
Also das Team ist eine große Herausforderung. Wenn du es jetzt noch einmal zusammenfasst,
wenn angenommen ich sage, ob du mich das machen möchtest, von was würdest du
mich, erst einmal würdest du mich beglückwünschen,
zweitens würdest du sagen, pass ja auf das. Was ist das?
Das Erste würde ich einmal schauen, was hast du eigentlich drauf?
Weil, weil, natürlich,
Willig alleine bringt nichts. Willig alleine bringt nichts.
Sagst du, weil ich Willi heiße? Ja, ja.
Der Willi muss dann schon was drauf haben Und das kann auf den verschiedensten
Gebieten sein. Das ist ja ganz vielschichtig.
Aber es muss so sein, dass die Aktivierungsenergie, die der Verein in einen
Mitarbeiter steckt, die muss weniger sein als das, was nachher herauskommt.
So effizient bin ich schon beim Denken.
Weil wenn ich jemanden bei der Hand führen muss von A bis Z und im Endeffekt
stellt sich aus, naja, dann doch nicht,
dann bin ich viele Kilometer gegangen und ich habe schon so viele Fäden in der
Hand, dass ich immer froh bin, wenn ich einen Faden jemandem übergeben kann
und sage, super, du kannst das, du machst das.
Okay, also noch einmal, das, was du machst, das der Verein macht,
das funktioniert im Prinzip mit Hausverstand und mit Leidenschaft.
Mit Leidenschaft und einem gewissen professionellen Hintergrund,
je nachdem, wo man Hand anlegt. Das ist dann projektspezifisch.
Aber kommt dir natürlich die veterinärmedizinische Ausbildung,
die Arbeit einfach in der Führung etc.
Zugute? Das waren die allgemeinen Prinzipien des Umgangs mit einem Team und
um etwas auf die Füße zu stellen, Entscheidungen zu treffen,
bei denen man vorher noch nicht weiß, ob sie die richtigen sind.
Das ist ein ganz normaler Vorgang.
Welche Grundeigenschaft als Mensch sollte ich unbedingt mitbringen?
Welche, oder welche, wenn ich sie habe, sagst du jetzt lieber,
lass es lieber bleiben, mach was anderes, wo du das was bringst.
Aber vielleicht gehst du mit der Grundeigenschaft eher nicht in diese Art von
Tätigkeit hinein. Kann man ja auch ehrlich sagen.
Naja, ich glaube, man braucht schon ein Lebensgrundgerüst, das eine globale
Sicht auf die Menschheit bringt.
Inkludiert. Und ich bin ja katholisch, römisch-katholisch erzogen und aufgewachsen,
habe mich dann emanzipiert, würde ich sagen.
Aber das, was mir sehr tief geblieben ist, ist die christliche Soziallehre.
Die ist revolutionär.
Die ist revolutionär und inklusive meiner Person, ich glaube,
wir leben sie immer noch zu wenig radikal.
Ja, das ist denke ich schon so und ich habe die größte Freude am Tun und nicht
am Theoretisieren und zu deiner Frage,
was muss ich haben, damit ich sowas mache?
Ja, es sollten Aktivisten der Tat sein, die tun und sie brauchen halt diesen Background,
der nicht davon ausgeht, dass dem Tüchtigen die Welt gehört und je tüchtiger,
umso mehr gehört ihm die Welt.
Das erleben wir ja in extremen Ausmaß in dieser Zeit der Oligarchen,
sondern dass es eigentlich darum geht, dass man seine Tüchtigkeit der Gemeinschaft
zur Verfügung stellt und damit auch aus dem Kraft und Freude bezieht.
Weil wenn ich es nur mache, weil es irgendwer gesagt hat, das gehört sich so,
dann ist es vermutlich nicht lange durchhaltbar.
Das ist es im Prinzip nicht. Dass man eine Entscheidung trifft für andere.
Gegen was man es abgrenzen muss ist das Helfer-Syndrom.
Das Helfer-Syndrom nähert sich ja daraus aus der Selbsterhöhung durch vermeintliche
Hilfe, ohne das Ganze einem kritischen Blick zu unterziehen.
Und ich bin hier sicher öfters einmal der, der sagt, nein, machen wir nicht.
Ist nicht gerechtfertigt, ist zu viel. Hart oder herzlich.
Ja, weniger ist mehr. Ob die Entscheidung im Einzelfall richtig ist, schwer zu sagen.
Aber was definitiv nicht richtig ist, ist, dass mehr besser ist.
In jedem Fall. Weil unser Ziel ist ja, dass die Leute auf die Füße kommen.
Und da ist noch mehr und noch mehr. Sondern es muss immer der Versuch sein,
sie unter den Bedingungen von
Rwanda so zu unterstützen, dass es nicht zu wenig und nicht zu viel ist.
Und da ist meine Hauptstütze die lokale Mannschaft. Wie denn sonst?
Woher soll es ich wissen?
Und wir haben, ich würde es jetzt bitte nicht falsch verstehen,
dass ich sage, ich sage einmal nein, also wir geben den Leuten immer mehr wie eine Chance.
Immer mehr. Das ist also...
Aber es muss ein Ende haben.
Und wenn es eben im Endeffekt nicht funktioniert, dann ist es mal gut,
es abzuschließen mit der Unterstützung.
Man bleibt menschlich natürlich verbunden.
Tut ein bisschen weh, wenn etwas nicht funktioniert.
Beziehe mich da hauptsächlich auf unsere Gruppe der 50 Kinder.
Für die haben wir eine ganz besondere Verantwortung übernommen.
Aber wie bei uns, du kannst nicht jeden,
auf die richtige Spur bringen.
Und ich glaube, das ist das, was jetzt zum Schluss einfach sehr, sehr wiegt.
Es ist bei aller Empathie, es braucht auch diese unternehmerische Entscheidungskompetenz
und auch die nötige emotionale, eigenständige Kompetenz mit Konflikten umzugehen,
in Konflikte reinzugehen und da konstruktiv wieder rauszugehen.
Du hast gesagt, unternehmerische Kompetenz,
Das würde Projekte betreffen, ja. aber wenn ich es jetzt auf individuelle Personen
beziehe, dann würde ich es als väterliche Kompetenz, dass es einfach einmal ein Nein gibt.
Und an der Grenze und eine rote Linie und aus.
Ich bin froh, wenn mich andere dabei unterstützen bei dieser Entscheidung.
Ich will die eben nicht alleine fällen, sondern da haben wir die lokale Mannschaft.
Ich habe auch ganz viel delegiert.
Ich will, dass sie dieses Nein aussprechen, dass das nicht vom Otto aus dem
fernen Österreich kommt, sondern dass dieses Nein, dass das jetzt nicht mehr gerechtfertigt ist,
dass das durchaus die volle lokale Unterstützung hat.
Die Fähigkeit zur Strenge, würde ich jetzt sagen.
Ja, ja.
Wir müssen nicht abschirmen, sodass ich nicht der böse Mann sein will. Nein, das ist es nicht.
Aber ich glaube, es ist wirkungsvoller, wenn es abgestimmt ist mit der lokalen
Mannschaft, dass es eben kein Euro zentrische Geschichte ist,
von dem versuchen wir uns zu entfernen.
Ich glaube, das war jetzt ein runder Punkt für das Ding. Wenn du jetzt nochmal
zurückschaust, was würdest du heute substanziell anders machen oder habt ihr
es eigentlich schon ganz gut hingemacht?
Oder gibt es auch Dinge, das du wirklich anders machen würdest heute?
Also ich zögere, weil mir nicht wirklich sofort etwas einfällt.
Wenn es mir ein bisschen Zeit gibt, kommen mir sicherlich Dinge.
Wie lange brauchst du?
Naja, es ist mir schon was eingefallen, aber ich glaube nicht,
dass man es vermeiden kann, weil das berührt wieder den Punkt des Vertrauens.
Also ich hatte hier einen Vertrauensmann der ersten Stunde und nach ganz vielen
Jahren hat sie herausgestellt,
dass da doch ein sehr starker Eigennutzen offenbar bei ihm im Fokus stand. Das tut schon weh.
Aber wie willst du es vermeiden? Wenn du Leuten nicht vertraust,
kannst du nichts anleiern.
Wir hatten viele gute Gespräche und haben uns Ideen ausgetauscht.
Nur im Endeffekt musste ich erkennen, dass da eben auch eine Eigennutzidee dahinter stand.
Und wie schaffst du es dennoch, nach so einer Enttäuschung weiterhin zu vertrauen?
Wie lernt man wieder zu vertrauen?
Es ist meine Grundentscheidung, dass es ohne Vertrauen nicht geht.
Ohne Vertrauen nicht geht.
Deswegen auch bei Rückschlägen weiter vertrauen.
Bei Rückschlägen aufstehen, anputzen, Krone richten, weitergehen.
Ich sage immer dazu, Vorwärtsscheitern habe ich vom Herrn Grasberger gelernt.
Es geht auch in die Richtung ein bisschen.
Und das Grundprinzip und das gebe ich gerne weiter an andere, die mal zweifeln, dass,
Ich sage immer, für meine Kinder ist mir nichts zu blöd, fällt mir kein Stein aus der Krone.
Ich habe ja auch verstanden, was ich als Kind nicht verstanden habe.
Warum steht in der Bibel, dass wenn du eine auf die linke Backe kriegst,
warum du die rechte noch hinhalten sollst.
Es kommt darauf an, in welcher Angelegenheit.
Und es gibt Angelegenheiten, das soll man nicht zu heikel und nachtragend sein,
sondern für die Sache. Für die Sache.
Für die Sache. Wir werden jetzt ein bisschen in die Projekte hineinschauen,
die wir quasi im ersten Teil dieser Folge über Future 4 Kids schon ein bisschen angesprochen haben.
Aber da haben wir ja mehr dich kennengelernt, mehr die Vereinsarbeit im Allgemeinen
und was dazugehört und schon auch ein bisschen generell auf den Verein draufgeschaut.
Jetzt geht es darum, was sind das eigentlich für Projekte?
Und jetzt gehen wir quasi so ein bisschen chronologisch, thematisch und ortsspezifisch
gemischt, hast du gesagt, gehen wir jetzt von vorn nach hinten oder von hinten
nach vorn eigentlich die Projekte durch und schauen da einfach ein bisschen gemeinsam hinein.
Wo hat es angefangen? Wir starten und was würdest du sagen?
Ja, also angefangen hat es mit diesen 50 Kindern in der Pfarre Rasa,
im Sektor Rasa im Norden von Ruanda.
Die waren einfach da, waren unterschiedlichen Alters, zum Teil Genozidweisen,
also die schweres Trauma, zum Teil dabei waren, wie ihre Eltern abgeschlachtet wurden.
Unglaubliche Geschichte halt hatten ja und für die haben wir Verantwortung übernommen,
Und ohne jegliche Ahnung natürlich zu haben,
wie sowas professionell gemacht gehört, aber einfach aus der eigenen Lebenserfahrung,
aus der eigenen Elternschaft haben wir das auf die Füße gestellt.
Und bekanntlich hat ja niemand eine Schulung, bevor er selbst zum Elternteil
wird. Sondern was man halt so weiß und gesehen hat.
Das haben wir angewendet und ich glaube, da sind wir nicht schlecht gefahren.
Und wir haben ja kein Waisenhaus quasi gegründet.
Das wollten wir nicht, diesen Ausdruck, sondern wir wollten ein Zuhause schaffen
für diese Kinder, um sie zu begleiten bis in die Selbstständigkeit.
Und wir haben das genannt Mountain Gorilla Education Center and Library mit
dem Hintergrund, dass wir immer die Bildung dieser Kinder im Auge hatten.
Und ja, dieser Name hat auch ein bisschen reflektiert, dass ja der Artenschutz
auch ein Thema für uns ist und war,
dass wir diesen Kindern ja auch einen Zugang zur Natur und zum Artenschutz geben
wollten, der so in Ruanda nicht besteht oder bestanden hat.
Also das wollten wir auch durchaus einen Fokus daruflichen.
Warum war das wichtig? Also der Bezug zur Natur?
Ja, also wenn du eine sehr existenzielle Gesellschaft hast, wo es sehr um die eigene Existenz geht,
dann ist einfach der Zugang in die Natur als Vergnügen nicht in dem Ausmaß gegeben.
Und auch der Artenschutz, dass die Tiere, außer dass sie ein Nahrungsmittel
sind, auch eine höhere Bedeutung haben.
Tiere als Freunde des Menschen, Gorillas, dass die nicht nur für die Touristen
da sind, sondern dass die der Schatz des Landes sind.
Das war schon auch bei uns da, dass wir ihnen das vermitteln wollten.
Darf ich da jetzt kritisch zwischenfragen? Also für alle, die hier zuerst diese
Folge hören, horcht es euch zum Verständnis vielleicht auch die erste Folge
mit Noto an, wo wir den Verein auch ein bisschen besser kennenlernen.
Da haben wir auch über das Thema Ethnozentrismus gesprochen.
Wenn ich jetzt quasi in einer Gesellschaft bin, die, jetzt denke ich ein bisschen
an Maslows Bedürfnispyramide, also wir in Europa sind ja sehr ganz oben in der
Spitze in der Selbstverwirklichung, wo es viel um Sinn geht.
So wie es das du beschrieben hast, sind wir da sehr auf der untersten ein, zwei Stufen von Maslow.
Kann man da wirklich den Anspruch erheben, die Natur oder die Tiere über den
Nutzen, den sie bringen, hinauszuheben?
Würde man da nicht wieder zu hoch gehen in ein Bedürfnis von Umgang mit Tieren,
Wertschätzung von Tieren, dass auf der Ebene jetzt noch gar nicht möglich im
Sinne von, da muss ich erst einmal quasi gesellschaftlich mich hin entwickeln,
damit ich den Luxus überhaupt habe, ein Tier auch als Haustier zu haben?
Weißt du, was ich meine? Ja, ja.
Nein, aber ich habe dazu sofort einen Gedanken. Also erstens einmal,
du hast es jetzt sehr professionell zitiert, dass es dafür ja eine Symbolik
gibt, wie das ist. Aber es geht in beide Richtungen.
Was können wir lernen? Gehen wir mal von dem aus. Wir können lernen,
wie es ist unten in der Pyramide.
Ja.
Und das tut uns auch einmal sehr gut.
Man muss in dieser Pyramide, wo es hingeht, bis zur Selbstverwirklichung nicht ganz aufgegehen.
Also wenn wir uns selbst verwirklichen in einem Volkshochschulkurs über Handwerkliches,
dann ist es hier eben anders.
Hier machst du Handwerkliches, weil du etwas zu deinem Leben beitragen willst.
Und was also diesen Artenschutz betrifft, dass Tiere ein Teil der Schöpfung
sind, Und das ist allen bekannt.
Und dass sie ja einen eigenen Wert haben und einen Respekt verdienen,
ja, für das setzen wir uns schon ein.
Das ist jetzt kein Eurozentristischer Unfug, sondern da haben wir durchaus gesehen,
dass wir da das Interesse wecken können.
Wir sind ja, nachdem die Kinder in einem sehr ländlichen Gebiet aufgewachsen
sind, sehr abgeschlossen von der ganzen Welt, haben wir über die Jahre gesehen,
wir müssen denen was von der Welt zeigen.
Von ihrer Welt, von Ruanda.
Wir sind mit ihnen in den Nationalpark nach Aka-Gera gefahren.
Wir sind mit ihnen in die Hauptstadt gefahren.
Die haben mal eine Wasserspülungstoilette entdecken dürfen.
Wir haben ihnen einen Flughafen gezeigt. Also wir haben darauf geschaut,
dass diese Kinder aus einem sehr ländlichen Gebiet nicht verharren werden in
dieser abgeschlossenen Welt.
Also die Perspektive quasi...
Zu zeigen, es gibt etwas anderes.
Als das, was du lokal siehst, wo du über ein paar Kilometer hinaus nicht hinauskommst.
Für lange, lange Zeit nämlich.
Für lange Zeit. Und wenn du dann vielleicht 20 bist, ist es zu spät.
Außerdem, wenn du einen Bildungsweg einschlagen sollst, und wir hatten ja für
jeden, je nach Kapazität, vor, ihm oder ihr einen Bildungsweg zu ermöglichen,
die mussten ja überhaupt erst sehen, was es gibt.
Die haben ja nichts anderes gekannt, außer Priester und Lehrer.
Was anderes gab es ja irgendwie nicht. Und vielleicht noch die Fahrer,
mit denen wir gekommen sind.
Sie wollten zuerst Fahrer werden, weil wir sind da mit einem Jeep gekommen und einem Fahrer.
Und was haben wir gemacht? Wir haben Schulbesuche. Wir haben also einmal im
Jahr mit allen Kindern, mit Sack und Pack, eine Exkursion organisiert,
mit einer Übernachtung.
Das war für die Kinder ein unglaubliches Erlebnis.
Wir reden jetzt noch von den 50 weißen Kindern. Wir reden von den 50 weißen Kindern.
Wir haben zwei Minibusse gechartert, haben ein Programm von unserer lokalen
Mannschaft machen lassen.
Es war also immer der Besuch von ein oder zwei Ausbildungseinrichtungen,
entweder einer Sekundarschule oder einem technischen College.
Das war immer integriert. Nur was ist passiert? Zwei von unseren Burschen sind
dann genau in dieser Tischlereischule letztendlich gelandet,
die sie als Kinder besucht haben.
Ah, klar. Ja.
Warum bin ich Tierarzt geworden? Warum ist meine Tochter Juristin geworden?
Sie waren mit der Schule einmal im Gericht, haben einmal eine Gerichtsverhandlung.
Also das sind alles so Stimulationen, wo du nicht weißt, wie man später zu einer
Berufsentscheidung kommt.
Also wir haben diese Stimulation durchaus geboten, dass die Welt nicht endet
ein paar Kilometer nach dem Dorf und dass es nicht nur Landwirtschaft gibt.
Und denke ich, da sind wir ganz gut gefahren, dass man Automechaniker werden
kann. Das mussten die überhaupt erst alles sehen.
Das ist nicht in ihrer Welt drinnen.
Man muss denken, die Kinder haben zwei Seiten, die sind ohne ihren Fernseher aufgewachsen.
Die sind von der Außenwelt noch ziemlich abgeschlossen gewesen.
Da hat sich jetzt auch schon viel getan in Ruanda natürlich.
Aber die sind aufgewachsen, möchte ich gerne erzählen, ohne Strom.
Die hatten wir provisorisch untergebracht, weil unser Center noch nicht fertig war.
Gestampfter Lehmboden, die sind in der Nacht gelegen am Boden,
am Fleckanteppich, an Petroleumlampen in der Mitte und haben Hausübung gekritzelt.
Das war der Anfang. Dann haben wir unser Center gebaut, dann gab es auf einmal Licht am Abend.
Da war auch nichts. Es hat kommen, da war einfach das Haus, du hast im ersten
Fall gesagt, das war sehr dürftig.
Dann waren wir in einem zweiten Haus provisorisch, aber es war alles total primitiv.
Und das war ihre Welt.
Und das war ihre Welt und wir haben diese Welt geöffnet durch Exkursionen,
durch ein Haus mit einem ganz anderen Standard, mit Sanitäreinrichtungen.
Mit einer Stromversorgung.
Ich habe dort verstanden, was es bedeutet, mit Lichtstrom aufzuwachsen.
Wir haben erlebt, dass die Menschen mit Strom und Geräten nicht wirklich umgehen können.
Warum? Ja, weil sie ohne dem aufgewachsen sind. Warum hat es niemanden gestört,
wenn aus der Wasserleitung einmal kein Wasser fließt?
Ja, die sind ohne Fließwasser aufgewachsen.
Wie unsere Kinder klein waren, sind jeden Abend, wenn sie von der Schule heimkamen,
war es schon fünfe, um sechse wird es finster, Wasser holen.
Hat jeder sein Kanister gekriegt, Marsch, Marsch, Wasser holen.
Dann ist es finster, dann wird noch Aufgabe gemacht, mit der Petroleumlampe, und dann gibt es Essen.
Und dann haben wir das Ganze entwickelt in ein Center, wo es einen Lichtstrom
gibt, wo der Tag länger wird, wo man am Abend was spielen kann, wo man was lesen kann.
Also eine ganz andere Basis.
Und wenn man die Basis nicht früh legt, ist es ein Problem.
Und diese Kinder sind einmal mit einem Rucksack gekommen, ihre Herkunft.
Dann keine entsprechenden, sozusagen keine Hardware, wo man sich entwickeln kann.
Und das haben wir dann mit aller unserer Kraft betrieben.
Dass wir ihnen die Welt öffnen, dass sie in den richtigen Schulen landen, dass sie,
ernährt werden und, und, und.
Mit viel Arbeit und ohne Garantie auf Erfolg.
Ohne Garantie auf Erfolg. Und das muss ich sagen, was wir heute sehen nach all
den Jahren, es ist gigantisch, was weitergegangen ist.
Es ist eh normal, je tiefer du beginnst, umso höher kannst du rauf.
Und wir haben also Kinder, die akademisch abgeschlossen haben,
unsere erste, die hat Pharmazie gemacht. Das haben wir eben bezahlt,
da gab es kein Stipendium.
Mittlerweile betreibt sie in der Hauptstadt eine kleine Apotheke.
Bei anderen ist es halt ein schwieriger Weg gewesen.
Mechaniker und dann kein Job und noch einmal ein Kurs und noch einmal ein Kurs.
Also unterschiedlich halt, wie es halt ist, wenn man 50 Kinder hat.
Und der Status ist, dass wir noch 16 in Ausbildung haben, zum Teil noch über 4 Jahre.
Sind jetzt alle auf dem Matura-Level.
Wir haben ja angefangen mit 5-Jährigen, aber jetzt nach diesen 18 Jahren sind etliche über 30.
Aber die jüngsten, die damals jüngsten, sind jetzt am Matura-Level und sind also so 20, 21 Jahre alt.
Und ja, da gibt es jetzt demnächst die Entscheidung, wir haben heuer sieben
Maturanten gehabt, das heißt von den sieben werden wahrscheinlich vier.
Universitätsfähig sein und da rechne ich ein bisschen für mich,
wie lang es noch ist, bis der Letzte durchs Ziel geht mit seiner Ausbildung, weil.
Ich wusste nicht am Anfang, wie groß die Verantwortung ist, weil wir haben ja
nicht gesagt, die sind jetzt bis zum 18. Lebensjahr bei uns.
Bis zur Grundschule fertig und dann tschüss, sondern wir schauen darauf,
dass sie wirklich auf ihre Füße kommen und wenn sie Kapazität haben,
eben auch mit einer höheren Ausbildung und mit allen Verwerfungen,
die halt eine Kindheit und eine Jugend mit sich bringt.
Das heißt, für deine ersten 50 Kinder, das waren ja die weisen Kinder.
Das ist eine ganz andere Kategorie als die, die wir in den Projekten haben,
wo sie ein Jahr Berufsschulausbildung haben oder was.
Da hast du nicht diesen Kontakt, da hast du nicht diese Verantwortung.
Für dich sind es einfach zwei Projekte.
Das ist Ausbildung, das ist eine wunderbare Sache, aber da hast du nicht diese Verantwortung.
Aber die 50 von psychischer Erkrankung, von physischer Erkrankung,
es ist durchwachsen, nicht?
Ist ganz normal bei 50 Kindern, dass du ein von bis hast, von easy bis difficult.
Wie das Leben so ist.
Ja, ja. Und natürlich, also wir sind, wir, die da immer wieder vor Ort waren,
ich bin ja nicht der Einzige, der da öfter gekommen ist, die Paten,
die Kontakt halten, also wir sind schon persönlich sehr involviert.
Du hast jetzt gesagt, es ist gestartet als Weißen, ist aber dann aus solches
nicht weiss. Das heißt, diese 50 waren die Weißen, die haben sich quasi
Sie begleitet sich quasi jetzt fast über ihr Leben.
Naja, bis zur Selbstständigkeit.
Und dann hängt man wahrscheinlich gerade bei diesen 50 Menschen einfach mit
dem Herz noch viel mehr dran.
Naja, mittlerweile, du bist involviert. Ah, da wird geheiratet. Ah, da gibt es ein Kind.
Ah, da gibt es eine Trennung und ein Problem und Gewalt. Da wird man allmählich.
Wo wir nicht nur bei den schönen Sachen, sondern auch bei den schwierigen.
Es ist durchwachsen und du bist halt mit dabei. Weil das waren Kinder,
sind uns ans Herz gewachsen.
Und es ist halt, alleine, wir haben also da in unserem Folder,
haben wir zwei Bilder drinnen, 2011 und jetzt.
Unglaublich, nicht? Wie es halt ist bei Kindern und Jugendlichen.
Wie sich die entwickeln, was das für tolle Menschen werden.
Und wie hat es sich dann weiterentwickelt?
Naja, es gab ja dann eine Zäsur. Und diese Zäsur war,
da kam eine NGO nach Ruanda und hat gesagt,
das mit den Waisenhäusern ist ganz schlecht, weil die werden quasi nicht an
das Leben in Ruanda herangeführt und es wurde beschlossen, dass alle,
alle Waisenhäuser aufgelöst werden.
Und auch wenn wir uns nicht bezeichnet haben als Waisenhausen,
natürlich hatten wir Kinder stationär, eh hauptsächlich in den Ferien,
weil alle Größeren gehen hier ins Internat, es gibt ja lokal dann nicht die richtige Schule.
Naja, und es war also dann 2016, also im Endeffekt acht Jahre,
nachdem wir dieses Center gebaut und eröffnet hatten,
wurden dann die Kinder von der National Commission of Children in Gastfamilien.
Integriert. Gastfamilien, in vielen Fällen entfernte Verwandtschaft, Onkel, Tanten etc.
Randische Familien, auch wenn die Eltern nicht mehr da sind,
sind ja sehr weit verzweigt.
Und diese Familien wurden überzeugt.
Sie mussten quasi die Kinder aufnehmen. Das hast du mir gesagt.
Sie wurden überzeugt, dass sie diese Kinder aufnehmen.
Und ich habe erst jetzt, etwa zehn Jahre nachdem das passiert ist,
Gespräche geführt mit unseren erwachsenen Kindern.
Es gibt offenbar so gut wie keines, was über diese Maßnahme ein positives Resümee zieht.
Das ist schon sehr erschütternd, weil ich hatte mich also irgendwie damit nach
erster Erregung damit abgefunden und versucht das Gute zu sehen,
nämlich dass man das Leben so sieht, wie es ist, dass man in den Familien doch
so einen Anschluss findet, weil man ja oft doch auch verwandt ist.
Aber im Endeffekt war es nicht so.
Also die Familien haben sie nicht als ihre eigenen Kinder betrachtet.
Es gab ja das Versprechen, dass es ein Follow-up gibt von der National Commission
of Children und das dürfte nicht so gelaufen sein, wie man sich das erwartet hat.
Und die Kinder jetzigen Erwachsenen ziehen da also keine positive Bilanz.
Wir haben dann das gemacht, was natürlich nicht verpflichtend war.
Viele haben ja dann sicher post zurückgezogen, unterstützende Vereine, Organisationen.
Und für uns war also vollkommen klar.
Entschuldigung, gerade der Hubschrauber, also nur für die Hörer,
der ist auch gleich wieder weg.
Ja, warten wir vielleicht kurz.
Nein, passt schon. Ja, passt schon gut.
Ja, also für uns war vollkommen klar, wir lassen diese Kinder nicht im Regen
stehen, nur weil hier eine staatliche Entscheidung getroffen wurde.
Hatte ihr auch eure Kinder betroffen?
Natürlich, natürlich.
Das heißt, eure Kinder sind auch quasi überzeugt?
Ja, also jegliche Einrichtung, in der Kinder zusammengefasst und betreut wurden, war davon betroffen.
Ob sie sich jetzt Education Center nennen oder Orphanage oder wie auch immer.
Also es war ja nur eine semantische Geschichte.
Fakt war, dass bei uns unter einem Dach 50 Kinder versammelt waren.
Die haben alle an diesem Ort geschlafen, betreut etc.
Wir haben sie dort als Großfamilie betreut. Sie hatten ein Zuhause.
Wir haben ihnen ein Zuhause gegeben. und es wurde dann entschieden,
dass so etwas nicht gut wäre für diese Kinder und sie wurden in Familien bis
auf zwei auf einen schwerbehinderten Bad war Buben.
Für den hat sie überhaupt niemand gefunden, den hat man uns gelassen und ein
Mädchen, das ebenfalls psychische Probleme hat.
Also bis auf zwei wurden alle quasi vermittelt mit sanfter Überredungskraft
und nach vielen Jahren später ist das Resümee der Kinder.
Dass Ihnen das nicht wirklich eine gute Sache war. Was hat das abgemildert?
Sie sind nach wie vor von uns in Boarding-Schools, also in Internate geschickt worden.
Sie waren also nur unter Anführungszeichen in den Ferien zu Hause.
Wir haben weiter die gesamte Education-Betreuung organisiert und bezahlt.
Und in der Covid-Zeit haben wir die Lebensmittel in den Ferien zur Verfügung gestellt.
Also wir haben sie nicht im Regen stehen gelassen. Weil es ist so,
dass in anderen Institutionen die Kinder prinzipiell auf der Straße gelandet sind.
Traurige Sache, nicht weiter betreut wurden und sich wie auch immer durchschlagen mussten.
Also die Zäsur für die Kinder war sicher eine soziale, aber keine im Bereich der Ausbildung.
Wie habt ihr organisatorisch darauf reagiert? 2011 ist ja der Verein gegründet
worden. Die Zäsur war wann?
Die war 2016.
Also so spät erst.
Ja, ja. Wie gesagt, von 2008 bis 2016 waren sie unter einem Dach.
Doch eine sehr prägende Zeit.
Und danach waren sie verpflichtend in den Ferien in den Familien.
Ja, ja.
Manche haben das umgegangen, sind dann bei Freunden untergekommen in den Ferien,
durften auf Besuch in unser ursprüngliches Zentrum, aber das war es.
Aber wie hat unsere Mannschaft vor Ort reagiert?
Weil auf einmal war ja die Räumlichkeit, die zur Verfügung stand, quasi vakant.
Und es wurde dann ein Projekt Rereira Ejo Hasasa Lernen für eine gute Zukunft
begonnen, um diese Räumlichkeit in unserem Center in Rasa zu nutzen.
Da sind dann jeden Tag Vormittag 25 Volksschulkinder gekommen in einer Art Hort und am Nachmittag auch.
Das war das erste große Folgeprojekt?
Das war das Folgeprojekt mit Kindern. Das heißt, es war wieder alles gefüllt
mit sechsjährigen, siebenjährigen, achtjährigen Kindern und zum Mittag all you can eat.
Also es wurden die Kinder ausgewählt nach dem Armutsstatus der Eltern.
Die sind halbtägig in die öffentliche Volksschule gegangen und wir waren der Hort,
haben die dann gefördert, sowohl fachlich als auch sozial, haben sie aufgefüttert
auf einen normalen Body Mass Index.
Und ja, ist es ein super...
Also Sie waren unteren ja doch.
Ja, ja. Die Realität des Lebens in diesen ländlichen Regionen, die ist hart.
Und wir sprechen hier noch zum Kontext wieder von Rasa.
Rasa, ja. Unser ursprüngliches Zentrum, diese Pfarre, dieser ländliche Bereich,
wo wir eben erst die 50 Kinder untergebracht hatten, die dann in Familien geschickt
wurden. Und dann haben wir Kinder aus Familien.
Aus dieser Region betreut,
Zusätzlich zu ihrer Schule.
Und was also das Ursprungsprojekt betrifft, 16 Kinder haben wir noch in Ausbildung,
die anderen benötigen hier und da mal unsere Unterstützung, sind natürlich nach
wie vor mit uns sozial verbunden und für die 16 rechne ich noch,
dass wir vier, fünf Jahre dran sind.
Dann werden wir dieses Projekt als Ausbildungsprojekt abschließen und sozial
werden sie uns natürlich als uns Nahestehende erhalten bleiben.
Warum schließt es ab? Also es kommen ja auch Kinder nach, die bräuchten ja das.
Ja, es ist also so, dass eben ein Zuhause für Kinder darfst du hier nicht mehr eröffnen.
Kinder haben, wie auch immer, in ihren Familien zu sein. Und wenn sie aus dieser
Familie ausgestoßen wären, sind sie auf sich gestellt.
Aber die Horttätigkeit ist ja kein Zuhause.
Ja, Entschuldigung, wir müssen unterscheiden. Das Ursprungsprojekt sollte in vier, fünf Jahren...
Das läuft aus, ja, okay.
Und das andere Projekt wird ab September auf noch jüngere Kinder übergehen.
Also wir machen dann für drei, vier und fünf Jährige die Vorschule.
Zusätzlich? Das nennt sich hier Early Childhood Development.
Das Projekt mit dem Hort hat sich insofern nicht weiterführen lassen,
als jetzt auch die jüngeren Kinder im Endeffekt einen Unterricht bis Nachmittag haben.
Das heißt, es gibt nicht mehr zwei Halbtage, sondern die haben jetzt in ihrer
öffentlichen Schule einen Ganztagsunterricht.
Gute Entwicklung?
Ja, also ich denke, sie kriegen jetzt dort ihre Mittagessen.
Okay, das heißt, ihr habt euren Fokus dann geschifftet.
Und wir sind daher mit unserem Fokus auf noch jüngere Kinder gegangen,
was eine sehr gute Sache ist, weil du weißt, je früher du anfängst mit einer
stimulierenden Ausbildung, umso besser ist es. Umso besser sind die Voraussetzungen dann.
Ja, prägende Phase in der Kindheit. Kann man viel richtig machen oder auch viel lieb machen. Genau.
Und da werden wir unser Möglichstes tun. Somit ist die Einrichtung gut genutzt.
Okay. Was ist dann als nächstes passiert? Also Hort wurde quasi das erste Folgeprojekt.
Es wird jetzt quasi auf die Jüngeren dann umgeändert.
Wie ist es dann weitergegangen?
Naja, es haben sich die Projekte dann schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt,
nämlich 2012, kam bereits das nächste Projekt auf uns zu.
Kam schon aus unseren Ursprüngen des Artenschutzes heraus, nämlich,
dass um den Nationalpark herum leben die Ureinwohner Afrikas, die Batwa.
Politisch unkorrekter Bezeichnung, aber vielleicht für viele verständlicher
werden auch als Pygmen bezeichnet.
Ist politisch unkorrekt, genau. Das habe ich auch jetzt gelesen in der Recherche.
Wir haben das jetzt somit definiert und bleiben beim Ausdruck Batwa.
Und die Batwa sind also eine durchaus bedrohte Bevölkerungsgruppe.
Und wir hatten also immer Kontakt mit ihnen, mit einem Dorf,
mit allen, mit einem Dorf, mit 16 Familien, weil diese Batwa leben am Rand des Nationalparks.
Und haben ihr Habitat verloren. Was bezeichnet man als Batwa?
Batwa sind Jäger und Sammler.
Kleiner Disclaimer, zu diesem Projekt machen wir noch einmal eine ganz eigene
Podcast-Folge, weil das Verhältnis zwischen Natur und Atemschutz vielleicht erklärt, dass ich kurz
unglaublich interessant ist.
Total spannendes, aber sehr schwieriges Thema. Ja, machen wir es so.
Also ich wollte nur erwähnen. Das war also konsekutiv das nächste Projekt und ich schlage vor,
dort reinhorchen, weil da gibt es natürlich auch ganz viel zu erzählen,
wie wir da begonnen haben und wo wir jetzt stehen.
Das ist dann ein Bauer-to-the-Bible-Podcast, weil genau dort wieder das Thema
von Landwirtschaft und Subsistentenlandwirtschaft auch hervorgearbeitet wird.
Da kann man, glaube ich, sehr, sehr viel auch lernen von deinen Erfahrungen.
Bin ja auch schon sehr gespannt drauf. Aber jetzt...
Was haben wir in Raserweiter Weitergetan. Wir haben also, dann ist ein Kollege,
der Andreas Hecht, auf mich zugekommen und hat gesagt, du, ich bin einmal Rotary-Präsident
im Klub Gmunden und ich möchte gern werden die Präsidenten.
Da gibt es immer so ein Leitprojekt, was man macht.
Und dann haben wir also wirklich in guter Freundschaft und kollegialer Zusammenarbeit
ein Projekt auf die Beine gestellt,
haben ein neues Gebäude in unserem Center errichtet mit dem Ziel,
in Zukunft junge Frauen oder Mädchen ab 15 im Bereich Schneiderei auszubilden.
Und wir haben also binnen ein Dreivierteljahr ein schönes Gebäude errichtet
mit zwei Werkstätten, einem Office und einem Lehrer,
mit einer Lehrerwohnung und haben also begonnen und haben das bis zum heutigen Tag durchgezogen,
dass wir jedes Jahr in etwa 25, 30 Schneiderinnen ausbilden.
Das ist also ein einjähriges Curriculum mit zusätzlich Englisch und ein bisschen
kaufmännischen Ausbildungen, ein bisschen Computerumgang,
sodass die innerhalb eines Jahres befähigt werden, selbstständig oder im Angestelltenverhältnis
von Schneiderei zu leben.
Für alle Menschen, die jetzt Vögel im Hintergrund hören, bei uns hat sie gerade
so eine Vogelschar niedergelassen.
Wir sitzen da im Garten, das passiert einfach, wenn man einen Podcast da draußen
macht und vor Ort macht. Also alles, was unsere Audio-Generation jetzt nicht
rausbringt, das hört sich jetzt einfach im Podcast und das gehört jetzt einfach dazu.
Bitte das auch zu berücksichtigen.
Im Endeffekt müssen wir doch froh sein, dass es hier noch viel Vogelgezwitscher gibt.
Ja, eh.
Dass so viel Natur...
Also wer sich aufregt, freut sich fix. Das ist die Botschaft.
Das ist die Botschaft. Braucht es nicht mosern,
Sondern genießt es.
Du, das Projekt mit den Schneiden, das war ein anderer Standard. das gesagt, ja?
Das war woanders?
Nein, nein, das Projekt ist in Rasa.
Das ist auch in Rasa?
Zusätzlich zu den Gebäuden, die wir schon hatten, für die Kinderbetreuung,
fürs Übernachten der Kinder, fürs Office vom Manager.
Also zusätzlich dazu haben wir ein weiteres Gebäude wieder am Land der Kirche
errichtet. Die haben gesagt, ja, macht es nur.
Und haben das auch sofort begonnen zu bespielen.
Das heißt, die Mädels wurden ausgesucht von den lokalen Behörden und von der Pfarre.
Weil für uns im Unterschied zu allen anderen Bildungseinrichtungen keinerlei Kosten.
Das heißt, die konnten kommen so wie sie sind und wir haben das Material zur Verfügung gestellt,
den Unterricht und sie haben abgeschlossen mit einem Zertifikat,
einem staatlich zertifizierten Ausbildungszertifikat.
Und mit dem können Sie nachher einen Beruf ausüben. Warum Schneiderin?
Weil es etwas ist, was gefragt ist, weil es etwas ist, was wir stemmen können.
Weil was brauchst du? Du brauchst eine Werkstätte mit Nähmaschinen.
Die Nähmaschinen sind, im Endeffekt schauen es aus wie die alten Singermaschinen,
kommen mittlerweile aber aus China.
Also jetzt am Drehten? Ja, ja, mit dem Dreading. Das heißt, du brauchst keinen Strom.
Sie sind sehr robust. Wir haben also auch über Freunde und Unterstützer Maschinen gebracht.
Bernina, ganz eine bekannte Nähmaschinenmarke, gebrauchte Bernina-Maschinen
aus einer aufgelassenen Berufsschule, hat sich nicht wirklich...
Gut bewährt, weil es niemand gibt, der die vor Ort gut reparieren kann,
weil es etwas ist, mit dem man den Umgang nicht gewohnt ist,
weil es nichts ist, mit dem man nachher arbeiten wird.
Es ist wie bei uns, man sollte eigentlich an dem lernen, mit dem man nachher
arbeitet. Und das war halt auch wieder ein Lernprozess.
Unterseits, es war ein hoher Aufwand, diese Maschinen herzubringen.
Es war ein Aufwand, dass die renoviert werden, bevor wir sie übergeben bekommen haben.
Ganz liebe Unterstützer aus Tirol, die das organisiert haben.
Die sind nach Tirol.
Und dann leider die Erfahrung, dass es schwierig ist, diese Maschinen hier zu betreiben.
Diese Maschinen kosten also in etwa 120 Euro,
was braucht man noch als Ausstattung, als Schneiderin man braucht dann noch 30,
40 Euro für eine Zuschnittsschere ein bisschen ein Zwirn, ein paar Nadeln und
so weiter also man kann mit 150 Euro ein Business aufmachen das heißt,
Ziel soll es sein diesen jungen Kunden,
Damen eine Ausbildung zu geben, mit der sie wirklich ihren Lebensunterhalt bestreiten
können, im Sinne der fachlichen Ausbildung und im Sinne einer leistbaren Erstausstattung.
Weil die stellen die Maschine, du hast das selber gesehen, die stellen die Maschine
vor das Haus, sitzen dort, warten bis einer kommt, irgendwas ändern,
irgendwas flicken oder mal was Neues machen und von dem kann man leben.
Oder man findet Arbeit in einer Kooperative oder in einer Fabrik,
wo also in größerem Stil gearbeitet wird.
Ist tatsächlich so, wenn man der Straße entlangfährt, also auf der Hauptstraße
genauso wie auf der Schodler Straße irgendwo, wo du denkst, da kommt nichts mehr,
ist, ist, huckt auf einmal wieder, wir haben mit einer Nanamaschine und das
ist ein Business, von dem tatsächlich eine Person oder eine Familie wirklich leben kann.
Das ist zwar schwer vorstellbar teilweise, aber wie sich das alles ausgehen
soll, weil viel Kundschaft habe ich jetzt oft, ich habe ja nicht viel Kundschaft da gesehen.
Ja, aber irgendwie überlebt. Das heißt, wenn ich jetzt hergehen will und sage,
ich höre das jetzt und sage, 150 Euro kostet so ein Setup, mehr oder weniger
für eine Unternehmensgründung.
Kann ich das so in der Form bei euch unterstützen? Ich möchte ein oder zwei
Unternehmensgründungen finanzieren.
Du nimmst mir ja das Wort aus dem Mund.
Naja, jetzt sagen wir doch, das muss ich schnell sein, sonst stößt du die Frage eh wieder selber.
Aber das heißt, kann ich projektspezifisch spenden? Oder spende ich generell nur für einen Verein?
Nein, das kann man machen, wie man will. Man kann es zweckgebunden machen,
man kann es zentriert machen.
Aber die Message ist, dass jede unserer ausgebildeten SchneiderInnen,
wenn wir die Mittel dafür haben, wenn uns diese Mittel von Leuten zur Verfügung
gestellt werden, dann können wir Ihnen ermöglichen, dass Sie auch mit dem Equipment
die Ausbildung verlassen.
Ansonsten haben Sie ein Zertifikat und müssen schauen, ob Sie in einer Kooperative,
in einer Fabrik arbeiten, wo Ihnen die Betriebsmittel zur Verfügung gestellt werden.
Was sind die laufenden Kosten von der Ausbildung?
Die laufenden Kosten von der Ausbildung, nachdem wir auch für den Mittagstisch
sorgen und auch sorgen müssen,
das ist auch eine Vorgabe, wenn du staatlich akkreditiert bist,
muss ein Mittagessen dabei sein.
Und nachdem man bei uns aber keine Gebühr zahlt, ist das mit dem Personal mitunter
der höhere Posten, ist das Mittagessen.
Und da musst du rechnen, dass diese Ausbildung für ein ganzes Jahr pro Person
so um die 300-400 Euro ausmacht.
Das heißt, 150 Euro zur Unternehmensstadt und 300-400 Euro, dann habe ich im
Prinzip eine Person ausgebildet und ein Unternehmen gegründet.
Und ein Unternehmen gegründet, ja. Also so gesehen für 550 Euro habe ich jemanden
eine Zukunft ermöglicht. Es ist schon fantastisch.
Das ist ja einer der Freuden, hier zu arbeiten.
Und die Vögel natürlich.
Ich war auch gerade fertig.
Es war Zufall, dass es Ruanda wurde bei mir.
Also es hat keinem Vernunftprinzip gefolgt.
Aber was gibt es für Vorteile in Ruanda? Es ist sehr sicher.
Und du kannst mit unseren Mitteln doch viel bewegen.
Aber ich will es jetzt überhaupt nicht werden. Wo immer jemand Hand anlegt und
was auf die Füße stellt, das ist gleich viel wert.
Bei mir ist es zufälliger Rwanda geworden.
Und das passt so.
Mich hätte es einfach nur interessiert, was die größten Dimensionen sind.
Und was man dann auch wirklich, also nicht dafür kriegt oder sowas,
sondern was man damit auch erreichen kann.
Was man erreichen kann, ja.
Und es ist ja so, es kommt ja wirklich direkt an. Also ihr habt es ja gesagt,
bei sehr kleinen Vereinssatz, ihr arbeitet quasi alle ehrenamtlich,
das heißt 450 oder 500 Euro, was ich dir jetzt überweise, sind 500 Euro dann direkt fort,
Oder? Genau.
Oder geht da irgendwas weg?
Nein, da geht nichts weg.
Da geht nichts weg.
Okay.
Okay, also Schneiderinnen, wir sind immer noch an einem Standort.
Wir bilden jedes Jahr aus.
Es gibt einen Absolventenverein, FOSA wurde gegründet. Die sind vernetzt.
Und die Frage, die du mir jetzt vermutlich stellen wolltest,
ist, wieviel von unseren Schneiderinnen arbeiten nachher wirklich im Beruf?
Ja, die Impact-Messung. Jetzt geben alle Gas. Flugzeugschiff.
Ich sehe schon, unser Audionachbearbeitung hat tatsächlich einiges zu tun.
Ich appelle an den Zuhörern, bleibt dran. Wie ist der Impact vom Projekt?
Also ich habe mich mit unserer Leiterin und Chefin da oben unterhalten,
mit der Catherine, und sie sagt in etwa 80%.
80% unserer Absolventinnen bleiben dran bei der Schneiderei und können damit
entweder zum Lebensunterhalt der Familie beitragen oder sind überhaupt noch
unverheiratet und leben davon.
Ich denke, damit können wir zufrieden sein.
Das klingt, also ich kenne das keine Verhältniszahlen, aber ich glaube,
80% der Volksquote ist durchaus Kommaherzwagen.
Absolut. Absolut. Und eben in einem Umfang, den wir stemmen können.
Wo wir nicht eine Werkstatt brauchen mit weiß ich was für Geräten und Maschinen.
Also eine Tischlerwerkstatt besucht, wo dann zwei unserer Burschen gelandet sind.
Ja, also da reden wir von anderen Aufwand der Ausstattung, um dort eine Tischlereiausbildung
auf höherem Niveau durchzuführen.
Also das ist für uns zu stemmen, es ist nachgefragt, es ist auf Mädchen und
Frauen zentriert, alles Themen, die für uns wichtig sind.
Super.
Schneiden, und was war dann das nächste Projekt?
Das nächste Projekt, auch wieder am selben Standort,
war, dass es eine Anregung und Nachfrage gab für junge Frauen,
aber auch durchaus schon für ältere Frauen,
also Frauen, die verheiratet sind, die Familie haben,
eine Handarbeitsgruppe.
Und wenn ich sage Handarbeiten, meine ich die Herstellung von Dingen in Handarbeit,
die verkaufbar sind und somit zum Lebensunterhalt beitragen können.
Also alles Richtung Unternehmen, Business orientiert, also nicht nur Handarbeiten quasi.
Genau, also mit einfachen Mitteln von Hand hergestellte Dinge,
das sind Flechtkörbe, das sind Tischuntersetzer, das sind Strickwaren, Stricken, Häkeln,
Sandalen, Handtaschen, solche Dinge, die das Familieneinkommen mit Geld aufbessern.
Weil die Menschen leben dort als Subsistenzbauern und die brauchen ja da auch
einmal Geld, um irgendetwas zu kaufen, was sie selber nicht herstellen können. Zum Beispiel.
Heutzutage für das Handy eine Airtime kaufen.
Also dort hat man so Ruppelkarten, wo man das Handy aufladen kann,
so Wertkarten-Handy, weil man will ja reden mit der Verwandtschaft.
Was braucht man noch? Man braucht einmal ein Reifen vielleicht,
wenn man ein Fahrrad hat.
Man braucht einmal eine neue Haue.
Öl, Salz, Grund, Grunddinge.
Ja, also Dinge, die du halt selber nicht herstellen kannst, für das musst du
entweder Lebensmittel, die du produzierst, verkaufen oder du kannst immer mal
was herstellen am Abend.
Wenn man sich zurückschaut, ganz klassisch, so wie es bei uns war,
ganz klassisch, was bei uns 60, 70 Jahre, was hat man daheim gehabt?
Man hat eine Strickmaschine gehabt, hat was gemacht, was man anderen hat verkaufen können.
Also es war ja damals bei uns auch noch nicht die Zeit, wo man in die Volkshochschule
geht, einen Bastelkurs macht, weil das so lustig ist.
Das war keine Sache, sondern weil es einen Nutzen gehabt hat.
Ja, sondern weil man noch einen Nutzen davon hat. Und in der Phase ist Rwanda
jetzt und diese Handarbeitsgruppe wieder eine Gratis-Ausbildung, die trägt eben dazu bei.
Und somit haben wir im Jahr in etwa 50 Absolventinnen,
die dann eine einjährige Berufsausbildung haben, mit der sie was anfangen können.
Dann eben die 50 Kinder, die wir in der Vorschulbetreuung haben.
Und ein neues Projekt, was wir im selben Center haben, damit es wirklich gut genutzt ist.
Noch ein Wort, ja.
Das nennt sich Community Library. Also im Endeffekt, wir haben eine Bibliothek
schon eingerichtet vor vielen Jahren, weil wir wollen ja ein Education Center sein,
das Mountain Gorilla Education Center.
Und damit diese Bibliothek gut genutzt wird, niederschwellig ist,
haben wir jetzt unsere Pforten geöffnet in der Schulzeit, wenn also das Center
ohnehin Montag bis Freitag gut genutzt ist, dass am Sonntagnachmittag haben
wir einen Aufruf gemacht für sinnvolle Freizeitgestaltungen.
Was kann man sich darunter vorstellen? Was machen bei uns die Kinder im Alter
von 6, 8, 10, 12, 14 Jahren?
Die kommen zu den Eltern, die kriegen Geld fürs Kino oder die Eltern gehen mit
ihnen in den Prater. Es muss immer irgendwas gemacht werden.
Was ist dort in der ländlichen Gegend von Raza?
Ein Haushalt ohne Buch, ohne Spiele, ohne Geld, Ressourcen für irgendein Entertainment.
Also es gibt einfach nichts. Was macht man?
Man trifft sich mit den Kindern der Umgebung, spielt mit einem Fetzen-Laberl.
Also so wie es bei meinem Vater, Jahrgang 1919 noch war, dass man halt aus Fetzen
ein Laberl gemacht hat, das mit einer Schnur zusammenbunden hat,
weil Ball konnte man sich nicht leisten.
Laberl für Ball?
Ja, für die, die sich mit Wiener Dialekt nicht auskennen.
Das kann man nicht zu viel, Laberl.
Und so ist es halt hier noch. Es gibt wenig Möglichkeiten. Was haben wir jetzt gemacht?
Wir haben eine große Sammlung an Kinderbüchern.
Wir machen mit ihnen Lesewettbewerbe.
Erstens Lese, Leseunterricht, das Ganze in Englisch, in Kinyarwanda,
Lesewettbewerbe mit Preisen, Lesegruppe.
Was machen wir noch? Sport. Wir bieten jetzt an mit einem Coach Volleyball,
Handball, Musikgymnastik.
Ich war gestern dort, eine unglaubliche Begeisterung, Sportsgeist, du warst dabei.
Es war ein Johlen, ein Brüllen beim Staffellauf, ein Wettbewerb mit Staffellauf.
Musik, was ist bei uns? Ich gehe mit meiner Verwandtschaft, gibt es die Mädels meiner Großnichte.
Unfassbar, wie gut bei uns dieses System der Musikschulen, wie früh die musikalische
Förderung ist, was da geleistet und geboten wird.
Was haben wir gemacht? Einen Aufruf. Wir haben Spender gefunden,
die unser Keyboard, Gitarren, Trommeln finanziert haben.
Naja, und jetzt geht es darum, Musiklehrer engagieren.
Und es können Kinder, wo es null finanzielle Ressourcen von zu Hause gibt,
die kommen jetzt, lernen von null weg, was sind Noten, was ist der Rhythmus.
Also es ist fantastisch zu sehen, Dass man Kindern, die nie darauf hoffen durften,
jetzt etwas anbietet, was sie stimuliert für ihre Zukunft.
Man weiß ja, Musik, Rhythmus steht in engem Konnex zur Mathematik.
Also es ist nicht nur irgendein Spaß, sondern man weiß bei uns schon lange,
dass kreatives Arbeiten einen direkten Einfluss hat auch auf fachlich-schulische Leistungen.
Und was mir abgeht und was wir versuchen jetzt auch noch hinzukriegen irgendwie
ist eine Artgruppe also Zeichnen, Malen,
Umgang mit Wasserfarben, Malen einer Blume.
Es scheitert alles an den Ressourcen, weil ich brauche Stifte, die gibt es nicht.
Buntstifte, Filzstifte, Ölkreiden.
Wir sind gegangen durch ein Schulsystem mit Zeichnern, mit Handarbeiten.
Das haben sie alles nicht. Gibt es daheim einen Opa, der eine Werkstatt hat,
wo man basteln kann? Nein, gibt es nicht.
Es ist noch ein Entwicklungsstand in den Dörfern, der ein hohes Potenzial hat für Stimulation.
Du kannst mit sehr wenig, sehr viel bewirken, weil einfach die Grundbasis nahe Null ist.
Ganz genau.
Ich möchte mal mehr finden, der das jetzt hört oder sowas, der zumindest wen kennt.
Ich glaube, es ist überschaubar, was ihr an Grundressourcen braucht,
damit das Projekt starten kann.
Ja, also wir brauchen die Grundressourcen, die kannst du auch vor Ort erwerben.
Transport ist auch immer ein Thema, was mir durchaus, was interessant wäre,
für ein oder zwei Wochen Leute vor Ort zu haben, die im Bereich von Kunst,
Theater, Sport, Englisch,
Einen Beitrag leisten, weil jetzt müssen wir natürlich Leute zahlen,
die das vermitteln. Das ist natürlich wunderbar.
Also es geht hier nicht um nur dabei zu sein, sondern schon um Expertise,
die man mitbringen soll.
Und man kann es da auch wunderschön, ihr wisst ihr da in eurem Resort,
das ist ja auch ein Projekt, da kommen wir noch drauf kurz, auch Urlaub machen.
Man kann es ja ganz gut kombinieren. Mit Urlaub und alles,
Was wir anbieten können, ist eben dieses schöne Land und was beizutragen.
Aber die Kosten muss man selber tragen für alles.
Und ist überschaubar, ist also kein Luxus, keine Luxuskosten.
Also es geht darum, wer Lust und Freude hat, bitte melden für ein Gespräch.
Melden, vorbeischauen, genau, Erstgespräch mit Otto. Ein Erstgespräch.
Und dann erfolgt die Einladung.
Ja, ja.
Okay, also ergänzen.
Das Community Library Projekt, vielleicht noch ganz kurz.
Wir haben gesagt, wir machen das. Die Headmaster,
Schulleiterin da oben, die Catherine, hat das über die Kirche,
ihr wisst ja, bei der Kirche wird am Schluss immer die Ankündigungen für die
nächste Woche und die hat es auch angekündigt, dass es das jetzt gibt und dass
man da kommen kann. Was glaubst du, wie viele sind gekommen?
Am ersten Sonntag 250 Kinder.
250 Kinder. Da hat es also gewurdelt und da muss man das in eine gewisse Form
bringen und evaluieren.
Und das ist also in der Schulzeit, Sonntagnachmittag, vier Stunden.
Und dann haben wir gesagt, in den Ferien machen wir auch was.
Da sind es weniger. Bei 100 Kindern in etwa.
Aber auch jetzt, das Interesse ist ungebrochen.
Super.
Das heißt, da am Standort, schon langsam wird es ein holistisches Projekt.
Also ich entdecke inzwischen sehr, sehr viele.
Gibt es noch irgendwas, ein Projekt, das war jetzt das aktuellste Projekt am Standort, oder?
Das ist das aktuellste Projekt am Standort. Wie gesagt, alles unter im Endeffekt in Kooperation,
beziehungsweise unter wohlwollender Obacht der Kirche. Sie sind nicht direkt involviert.
Wir machen unser Ding.
Und sie sagen, ja, das ist super, das ist gut, dass das passiert.
Das tut der Bevölkerung gut. Also sie sehen durchaus, dass wir hier etwas machen,
was der Bevölkerung zugute kommt.
Ja, okay.
Was könnte man dagegen haben?
Naja, es kann immer sein, dass jemand eifersüchtig ist oder irgendeinen Einfluss wittert.
Apropos Einfluss. Apropos.
Wie wir dieses Center eröffnet haben, wurde ein Journalist eingeladen.
Ja, ja.
Um die Kunde zu verbreiten. Und dieser Journalist hat mich gefragt,
was wir davon haben, dass wir das machen, dass wir da Häuser errichten und dass
wir da uns um Kinder und Ausbildung kümmern.
Und ich habe gesagt, ja, also wir wollen, dass diese Kinder eine Chance kriegen.
Er sagte, ja, aber was habt ihr davon?
Dann habe ich nur einmal gesagt, ja. Und beim dritten oder vierten Mai hat er
es dann irgendwie aufgegeben, weiter in mich zu dringen und hat es irgendwie eingesehen.
Warum? Warum hat er das gemacht? Es gibt ganz viele Aktionen im Sinne einer
Entwicklungszusammenarbeit, die im Hintergrund ein Interesse haben.
Das ist entweder die Seele der Kinder, evangelikale Kirchen.
Da geht es um Missionierung. Amerikanische evangelikale Kirchen stecken viel
Geld in solche Projekte.
Da stehen auch viele Kirchen neben der Straße, mit ganz eigenen Normen und so weiter.
Also es gibt hier das Interesse, Seelen einzusammeln. Es gibt das,
Interesse, etwas zu verkaufen und sei es politische Solidarität zu bekommen.
Also es ist für afrikanische Länder im Allgemeinen und für Rwanda im Besonderen
schwer zu verstehen, dass jemand kommt, ohne dass er was davon hat.
Ist aber auch, so wie du das erklärt hast und ich das hoffentlich richtig verstanden
habe, es ist eine Gesellschaft,
wo jeder ein Interesse hat, wo jeder Interesse haben muss, weil du nur aus deiner
Existenz heraus was erreichen kannst und dir keiner was gibt.
Deswegen entsteht dieses Verständnis.
Du kannst eben auch hier nicht erwarten, dass dir Ehrenamtliche zulaufen.
Was ja in Österreich durchaus gegeben ist, wir sind ja ein Land von vielen Ehrenamtlichen, die einer,
bestimmten Aufgabe sich stellen Völlig unlogisch.
Außerhalb der Realität.
Und einfach sagen, das mache ich. Und so weit ist es hier nicht.
Das sind genau die Momente, wo man denkt, ja genau, für das mache ich auch den
Podcast, wo man dann vielleicht diese Folgen, wo man dann versteht,
ah ja, hey, denkst du doch anders. Andere Perspektive, andere Welt.
Ja, ja.
Aber ich werde nicht müde, hier daran zu arbeiten, um Menschen diesen Gedanken doch nahe zu bringen.
Dass wenn jemand die Möglichkeit hat, wenn er so weit abgesichert ist,
dass er sich das leisten kann, dass man dann der Zeitpunkt gekommen ist,
auch für andere etwas zu tun.
Das ist das Prinzip, du hast dich zwar emanzipiert von deiner ursprünglich katholischen
Prägung, aber das Prinzip der christlichen Nächstenliebe ist etwas,
das du weithin stark in dir trägst.
Naja, und nicht nur der Nächstenliebe, sondern eben auch der Soziallehre.
Oder der christlichen Soziallehre, Entschuldige.
Ja, die besagt, dass wir hier nicht als Ego-Subjekt unser Leben fristen sollen,
sondern dass wir uns schon als Teil einer großen Gemeinschaft sehen sollen und
dass sowohl Fähigkeiten als auch Materielles ganz gut geteilt werden kann,
ohne es sich selbst aufzugeben.
Es gibt ein Zitat, das muss ich jetzt bringen, das liegt mir heute in diesem
ganzen Gespräch schon von Rilke, das ist so einer meiner Lieblingssprüche,
das frage ich schon von mir her, der erscheint mir als der Größte,
der zu keiner Fahne schwört und weil er vom Teil sich löste,
nun der ganzen Welt gehört.
Irgendwie trägt mich das schon in diesem ganzen Gespräch.
Das war ja auch Revoluzzer, der Rilke, sagen wir mal.
Zumindest der Ausschnitt passt halt irgendwie, finde ich, genau auf das,
was du ein bisschen gesagt hast.
Ich habe noch was für dich. Kann ich kontern.
Pass, jetzt geht es los, Leute.
Kann ich gleich kontern, beitragen, nicht kontern.
Einen schönen Spruch, der für die Arbeit hier ganz hilfreich ist.
Du kannst ja sagen, okay, dieses Land leidet an Überbevölkerung,
die Spitze ist noch gar nicht erreicht, weil es so junge Bevölkerung ist.
Also selbst wenn wir jetzt sagen, es hat jeder nur mehr zwei Kinder,
werden die immer noch mehr für eine gewisse Zeit.
Es ist politisch durchaus in einer heiklen Region, nicht?
Hoffen alle, dass der Ostkongol befriedet werden kann, das sind Luftlinien 60 Kilometer von uns.
Kann ich den Kindern, um die wir uns hier gekümmert haben als Familie quasi,
kann ich den jungen Leuten, die
bei uns Ausbildung machen, kann ich denen versprechen, wie die Zukunft,
ihre Zukunft aussehen wird? Natürlich nicht.
Aber es ist nie falsch, eine gute Kindheit gehabt zu haben.
Ressourcen?
Es ist nie falsch, auf das zurückgreifen zu können.
Und wenn ich eh schon mit einem Rucksack komme, als Waisenkind komme,
aus ärmsten Verhältnissen komme, dann kann es nie falsch sein,
dass ich ein Angebot bekommen habe,
dass ich ein paar Jahre lang begleitet werde.
Das ist nie falsch, egal was passiert.
Übrigens auch mein Standpunkt, wenn heute jemand sagt in Europa,
ja, soll man noch Kinder in die Welt setzen? Natürlich.
Natürlich, eine Garantie gibt es nicht.
Aber den Kopf hängen lassen und sagen, das ist the end, das überlassen wir den
Verschwörungstheoretikern, sondern wir tun, solange wir können. Und so viel wir können.
Gut, danke für das Stichwort, das ist the end. Also das heißt,
wir sind quasi jetzt in Rasa mal in der Gegenwart, also nicht am Ende,
aber in der Gegenwart zumindest angekommen.
Aber es gibt ja neben Rasa noch andere Projekte, auf die wir jetzt vielleicht
auch noch kurz drauf schauen.
Was gibt es denn noch?
Ja, also die Bagua haben wir gesagt.
Da machen wir eine eigene Folge.
Es ist dann zu dem Punkt gekommen, wo die ersten unserer Kinder erwachsen,
fertig ausgebildet wurden. Zum Beispiel im Hospitality Management.
Also im Endeffekt Hotellerie, Gastronomie, Tourismus.
Und dazu ist ja zu sagen, dass dieses wunderschöne Land mit diesem wunderbar
angenehmen Klima, Auch vielleicht für die Zuhörer,
es ist, obwohl wir fast am Äquator liegen, wir liegen etwas südlich vom Äquator
hier, ungefähr 200 Kilometer südlich vom Äquator.
Es hat ein total angenehmes Klima, weil wir sehr hoch liegen,
1.700 Meter, 2.000, 2.500 Meter.
Ganz ein angenehmes Klima und dieses Land leidet eben an starker Überbevölkerung.
Es ist so groß wie Niederösterreich und Oberösterreich zusammen.
Und hat 16 Millionen Einwohner, hast du gesagt.
Hat 16 Millionen Einwohner.
Ja, und es geht eben um Jobs für junge Leute.
Wo kriege ich diese Jobs her? Der Tourismus war eine total gute Chance und hatte
sich ab den 2000er Jahren erst ganz zaghaft entwickelt.
Die meisten Menschen denken, oh Gott, Ruanda, Genozid, Mord und Totschlag.
Und erst langsam ist dann klar
geworden, dass sich Ruanda in einer Refraktärphase befindet, zu Deutsch.
Zu Deutsch, einer Phase, wo die Menschen sowas von genug haben von Gewalt und
auch, würde ich sagen, sehr gut politisch gemanagt,
dass man diesen Konflikt zwischen Tutsi und Hutu sehr gut verarbeitet.
Nämlich nicht durch unter der Decke, unter dem Teppich kehren,
sondern durch eine gezielte Kommunikation und Diskussion darüber. waren.
Man hat also ein Klima geschaffen, es ist hier sehr sicher,
es ist keine lupenreine Demokratie, wie man so schön sagt, aber es ist also
eine Situation geschaffen worden, wo die Leute einfach nur mehr Frieden wollen,
nach vorne schauen wollen,
ihren Lebensstandard verbessern wollen.
Und die Möglichkeit auch haben inzwischen. Genau.
Und der Tourismus spielt natürlich hier eine wichtige Rolle.
Wurde natürlich durch Covid hat das einen schweren Dämpfer erfahren.
Wenn Konflikte näher kommen, erfährt es einen Dämpfer.
Aber prinzipiell zweistellige Zuwachsraten über viele Jahre.
Und aufgrund der Ausbildung unserer jungen Damen haben wir gesagt,
wir wollen auch Jobs kreieren.
Gleichzeitig wollen wir ein Mittel schaffen für unsere Charity-Projekte.
Es kam dann die Idee, dass wir Social Business machen, um einerseits einen Job
zu schaffen für unsere erwachsenen, ausgebildeten Kinder, für andere.
Und auch wenn etwas herausschaut, im Endeffekt etwas zu lukrieren für die Projekte,
weil es geht um Nachhaltigkeit.
Wir wollen also, dass auch Mittel hier lokal aufgestellt werden.
Dann kam uns Covid dazwischen, das war ein ordentlicher Tiefschlag,
aber mittlerweile haben wir uns aus dem herausgearbeitet und sind derzeit noch
bescheidene Mittel, die wir hier lukrieren können.
Aber wir haben Jobs geschaffen. Es ist einer unserer...
Watt war hier ganz was Besonderes, der nachhaltig hier seinen Job wunderbar ausfüllt.
Wir haben also zwei junge Damen aus dem Kreis unserer 50 Waisenkinder,
die derzeit hier arbeiten, sind noch viele andere, die hier einen Job haben,
ihre Familie versorgen.
Und wir lukrieren etwa 12.000 Euro, also 1.000 Euro pro Monat,
12.000 im Jahr für unser Charity-Budget.
Das ist super, das heißt, hier kann man jetzt immer buchen, den Link gebe ich dann eh in die Show.
Den Link bitte gebe ich ein. Es ist ein wunderbarer, es heißt Isang-e-Paradise und es ist ein Paradise.
Wir sitzen gerade im Garten, also da könnt ihr dann, wo wir gerade sitzen und
podcasten, dann könnt ihr dann sitzen und frühstücken. Genau.
Und ich muss sagen, sie kümmern sich unglaublich sehr um dich.
Also ich habe Blumen am Tisch zum Frühstück.
Das ist wirklich kitschig im positiven Sinne.
Im positiven Sinne, ja. Also wir haben ja wunderbares Feedback auch mit den,
vorhandenen... Kann jeder, der nachschaut bei den Bewertungen,
Google Booking ist wunderbar.
Also das ist ein Social Business, das ist jetzt kein Charity-Projekt an sich,
aber ganz wichtig für Ruanda, dass Jobs geschaffen werden und ganz wichtig für
die Charity, weil es eben auch Mittel beiträgt.
Du hast mich ja in der Vorbereitung einmal gefragt, um welche Mittel geht es überhaupt.
Und es ist ja durchaus auch interessant, in welchem Umfang spielt sich das bei
uns ab und wir reden also hier, wenn keine Bautätigkeit erforderlich ist,
was ja viele Jahre der Fall war,
wenn es nur um die Running Costs geht, dann reden wir da ungefähr von 150.000,
160.000 Euro im Jahr, die wir aufbringen müssen.
Wir haben also etwa 40 Prozent durch Patenschaften, durch Menschen,
die uns jährlich mit einem Betrag unterstützen. Das,
Spielt sich ab zwischen 1 bis 2 Euro pro Tag und Jahr. Also wir reden von 360 oder 720 Euro.
Es gibt Menschen, die uns mit Spenden in jeder Höhe unterstützen.
Es ist ganz wichtig für uns, diese Einzelspenden aufzukommen, das wir haben.
Und wir haben es mittlerweile geschafft,
dass wir hier etwa 8% unseres Jahresbudgets lokaler wirtschaften.
Und zusätzlich Jobs für Leute schaffen. Ganz wichtig.
Ja, Social Business ist ja irgendwo auch, finde ich, die logische Ergänzung
zu der Vereinsarbeit, die ihr
gemacht habt, um dann quasi eben darauf aufzubauen mit Jobs und der Ding.
Und wie gesagt, es zahlt sich aus, man kann nachher kommen und indirekt oder
direkt unterstützt man da mit der Übernachtung ja auch den Verein dann.
Cool, also große Empfehlung. Und dann gibt es noch, ich würde sagen,
zwei größere Projekte, oder?
Dann gibt es noch ein, sagen wir mal, ein Doppelprojekt.
Es ist also lokalisiert in Kenigi, in der Nähe des Nationalparks mit den Berggorillas.
Dieses Projekt haben wir begonnen, ebenfalls wieder mit der Intention einer
Berufsausbildung anzubieten,
aber es hat eine wesentlich höhere Komplexität, indem das diejenigen,
die dort ausgebildet werden, sogenannte Single Mothers sind.
Ich habe das ja im ersten Teil erwähnt,
Das sind also junge Damen, die schwanger wurden,
gewollt, weil verführt oder ungewollt, aber nicht in einem ehelichen Verhältnis,
die nicht mit der Unterstützung der Väter rechnen können, nicht mit der Unterstützung
ihrer vereigneten Familie.
Und das ist natürlich der Hammerschlag, weil bei uns werden ja Alleinerziehende
dann in der Regel doch von ihren Eltern und von der Verwandtschaft unterstützt.
Und das ist hier ganz schwierig, weil sie haben Schande über die Familie eingebracht.
Und diese Mütter, die nehmen wir auf für eine einjährige Ausbildung.
Und natürlich brauchen die Kinder Betreuung. Und wie wir das Ganze gebaut haben,
haben wir einen kleinen Raum dafür gemacht. Da werden halt ein paar Kinder dann kommen,
Haben wir weit unterschätzt. Jede Mutter kommt mit einem Kleinkind zwischen
ein paar Monaten und drei Jahren.
Und das heißt, es wurde dann notwendig, nochmal nachzuschießen und ein zweites
Gebäude für diese Kinderbetreuung zu errichten.
Weil bei meinem ersten Besuch, das war noch Covid, komme ich her und dann sind
die Kinder auf den Nähmaschinen, unter den Nähmaschinen, den Scheren.
Also es hat sich da nicht wirklich mehr Gedanken gemacht und wir haben dann
gesagt, das geht auf keinen Fall so.
Dann haben wir eine Küche, einen überdachten Essbereich und eine schöne Einrichtung
zur Betreuung dieser Kinder.
Das nennt sich hier ECD, Early Childhood Development und während die Mütter
lernen, werden die Kinder betreut.
Montag bis Freitag, sie müssen sich irgendwo selbst eine Unterkunft suchen,
sie werden von uns psychologisch betreut.
Und es wird versucht, die Familien wieder zu motivieren, doch wieder sie in
ihren Familienverband aufzunehmen.
Also es sind Mütter, die wenig Selbstvertrauen haben, die ihre Position in dieser
Gesellschaft verloren haben.
Und in der Gemeinschaft gelingt es nach Wochen und Monaten, sie wieder mit Selbstvertrauen,
auch als Mutter. ich bin eine gute Mutter, ich bin ein wertvoller Mensch, ich kann etwas leisten.
All das muss aufgebaut werden.
Das stelle ich mir mega komplex vor.
Das ist mega komplex und ich habe eine gute Freundin hier, die ein Riesenprojekt
aufgezogen hat und wie ich ihr erzählt habe, was wir daheim haben, hat sie gesagt, also...
Liebe alle, wenn ich jemals an sowas denke, bitte stoppt es mich.
Also sie hat es humorvoll gemeint, weil sie gemeint hat, das ist einfach too much.
Aber ich finde, genau das ist das, was wir zu tun haben.
Nicht das, was ohnehin leicht geht, sondern das, was kompliziert ist.
Und solange uns Menschen Mittel zur Verfügung stellen, werden wir das machen. Ganz einfach.
Und ihr schafft es wirklich auch wieder, die Familien zu übernehmen.
Das eine ist eine psychologische Betreuung von einem Menschen,
also einem Selbstwert zu arbeiten, kann ich nur nachvollziehen,
ab wann ich es nicht nachvollziehen kann.
Aber quasi so eine ganze Familie in der Komplexität zu überzeugen,
dass man den Menschen wieder aufnimmt, du hast es ja nicht mit anderen Subjekten,
sondern mit vielen zu tun und dann der Gruppe noch dazu.
Die Sache ist die, du musst die Spirale nach unten unterbrechen.
Wenn du schwanger worden ist, hast du Schande über die Familie gebracht und
wenn dir jetzt keiner mehr hilft, kommst du in Fetzen daher, wird das Kind krank.
Also die Spirale dreht sich nach unten. Du wirst also zum Untermenschen und
zum marginalisierten Menschen in einer Gesellschaft.
Jetzt kommen die, werden in einem Picobello Center unterrichtet,
die Kinder aufgefüttert,
kriegen Kleidung, werden gewaschen. Also es ist ein Upgrade.
Also es ist ein gesellschaftliches Upgrade. Die geht dort in ein Center,
die kriegt eine Ausbildung.
Das Kind schaut gut aus. Also du machst es auch wieder leichter, der Familie zu sehen.
Also nicht nur durch Überzeugung,
Sondern einfach auch durch das Äußerliche. Und soweit es natürlich geht,
auch wenn es sich die Möglichkeit gibt, durch Kontakt mit den Eltern.
Okay.
Also es ist so ein Ansatz vom Verständnis, wie die Arbeit dann funktioniert, habe ich, glaube ich...
Das Gleiche war mit diesen Hortkindern, die wir hatten.
Die kamen aus den ärmsten Familien, weil so sind sie ausgesucht worden,
waren die andertags in der Schule, waren die, die am schlechtesten und angeregessensten
dahergekommen sind und auf einmal kommen die, schauen besser aus,
berichten Dinge von Tanzen, Singen, Malen,
ja, also du erhöhst natürlich schon, gerade bei den Marginalisierten,
bei denen, die am unteren End sind, du erhöhst deren Status und die gewinnen an Selbstvertrauen.
Und du machst also die Spirale nach oben.
Du machst die Spirale nach oben. Wenn du die Mütter besuchst,
da tritt eine vor und redet.
Die stellt sich hin und redet. Die sind selbstsicher.
Alleine die Gemeinschaft dieser Mütter, ja,
Kennt jeder?
Kann ich da sagen, nach meiner Scheidung war ich dann in einer Gruppe,
das hat die evangelische Kirche angeboten, und dann sitzt mit anderen beieinander,
die genau in derselben Situation sind. Es wird besser.
Du kannst das leichter packen.
Ja, verstehe. Und das ist bei denen genauso. Die sind in einer ganz schwierigen Situation gelandet.
Und manche schaffen es nicht. Wer wieder schwanger wird, muss gehen.
Es
Gibt auch Regeln
Es muss Regeln geben du kannst nicht nur die Hände öffnen sondern sie müssen
auch die Regeln einhalten,
das ist die Attendance sie müssen also kommen es kann nicht sein,
dass dir die Hälfte der Zeit fallen dann ist schade um den Platz der da versessen
wird und nochmal schwanger werden,
wenn man eh schon weiß um was geht und wie schwer einen das in seinem Lebensweg behindert.
Aber ich meine, die Mütter sind auch finanziell, ökonomisch in einer ganz prekären Situation.
Da braucht nur einer kommen, damit die Scheine wackeln.
Eins gibt das andere.
Ich erinnere nur ans Ende der ersten Episode, wo es darum gegangen ist, um Kompetenzen.
Du hast gesagt, man muss auch eine gewisse Fähigkeit zur Strenge mit sich bringen,
damit das dann auch funktioniert.
Dann machen wir mal einen Bogen um dieses Projekt und ich glaube,
in deiner Kompetenz als Tier hast du ja auch noch ein Projekt mitgebracht, oder?
Ja, also das ist mir passiert.
Ich schon wieder. Das ist mir passiert.
Meine Hauptaufgabe, wofür ich seit Jahren laufe, ist, die Mittel aufzustellen,
um das, für das wir uns committet haben, in der Charity auch machen zu können.
Und auf dem Weg dahin bin ich auf wunderbare Menschen gestoßen,
die mit einer Stiftung in Verbindung stehen.
Und wir wollten da irgendwie schauen, ob da nicht was geht, obwohl ich wusste,
es handelt sich um eine Tierschutzstiftung.
Jetzt haben wir einen Antrag formuliert, wo es darum geht, dass man den Kindern
doch Artenschutz und Tierschutz nahe bringen soll. und der wurde den Statuten
der Stiftung gemäß rundweg abgelehnt.
Und dann haben wir aber gesagt, es wäre schon spannend, da was zu machen.
Ja, und das ist eine ganz andere Geschichte, wie man so schön sagt.
Und eine auch wieder weitreichende Geschichte, wo wieder die Unwissenheit,
was das alles bedeutet, mich geschützt hat, davor, weil sonst hätte ich einfach
gesagt, na gut, dann nicht.
Und das habe ich nicht gesagt und es gibt also eine,
die Welt der Tierärzte und Tierärztinnen ist eine verbundene Welt über alle
Grenzen hinweg und so kam eine ganz andere Schiene zustande.
Das war 2015, 2016, die sich sehr dynamisch entwickelt hat, wo wieder andere
Mitstreiter und Helfer aufgesprungen sind,
die hier ganz viel Arbeit geleistet haben und wo wir als sehr gutes Team,
und zwar mitten in unserer Kompetenz,
was auf die Füße gestellt haben, was für dieses Land große Bedeutung hat.
Im Sinne dessen, dass wir über Wissenstransfer helfen, einen großen Rückstand zu bewältigen.
Und nur so viel noch dazu.
Wir haben also da gesagt, bitte schaut mal ein paar Dizte, ich möchte mit denen
reden, was sie brauchen.
Und welche Vision denn da besteht. Und die Vision, die sich dann aus den eigenen
Leuten hier herauskristallisiert hat,
wir wollen Tiermedizin auf einem internationalen Standard praktizieren.
Und das ist die Mission?
Das ist die große Mission. No more to say. Ein weiter Weg, aber viel schneller
zu gehen als andere Wege.
Weil die Kompetenz da ist.
Von der ruandischen Seite, dass alles aufgesogen wird wie ein Schwamm.
Da muss man gegen keine Müllen anrennen. Nein.
Ist ja auch gut so, quasi so als Gegner ein Projekt haben, das so richtig flutscht, oder?
Ja, also ich will es jetzt nicht über drei Minuten flutschen,
ich will es jetzt nicht über drei Minuten flutschen, aber wie gesagt,
das, was hier seit 2016, das sind neun Jahre, was da passiert ist, ist,
beeindruckend.
Ich bin ja dann am 13. demnächst beim Projekt, fahre ich in Kigali,
bin ja mal einen halben Tag dabei und wir haben es anstehen,
vielleicht nehme ich die Kamera mit, vielleicht sieht man auf YouTube dann zu
dem Projekt auch ein bisschen was.
Wäre sehr, sehr spannend. Haben wir jetzt noch irgendwas vergessen?
Wir haben sicher was vergessen, aber ich glaube, es war schon so viel Information,
dass es durchaus mal genug ist.
Es kann auch zu viel Information sein. Absolut, ja.
Es soll etwas angerissen werden und ich glaube, es war eine gute Zusammenfassung
Dessen. Bist du damit zufrieden?
Ich bin damit sehr zufrieden.
Vielleicht sagst du uns jetzt zum Schluss noch einmal, wie wir euch unterstützen
können und wo wir euch unterstützen können.
Also die Charity-Projekte von Future 4 Kids kann man durch Zuwendungen,
einmal Patenschaften fördernde Mitgliedschaft unterstützen. Das ist eine tolle Sache.
Man kann Teil dieses Projekts werden, quasi remote.
Was wir genauso natürlich brauchen, ist ein Know-how-Transfer.
Das heißt, wer eine Mitarbeit anbieten kann, die auf einer fachlichen Ebene stattfinden kann.
Kein Geheimnis, ich bin 65, also wer sich vorstellen kann, nachhaltig und längerfristig
einmal in einem Projekt zu arbeiten, um,
Reden wir mal. Reden wir darüber. Ich kann also nur so zum Anforderungsprofil
sagen, ich war 47, wie ich eingestiegen bin, mit 51,
eben 2011 war es voll auf meinen Schultern.
Es ist so ein guter, würde ich sagen, es ist so 50, um die 50 ist ein gutes
Altersmodell, wenn man Familie, Karriere,
finanzielle Absicherung unter Dach und Fach hat, wo man sich sowas überlegen kann.
Und für alle anderen, wo das nicht in Frage kommt, ja, in Teilbereichen,
finanziell, in Fachbereichen, kann man uns unterstützen, muss man reden drüber.
Muss man reden. Und man kann gut erreichen, Kontakt natürlich in den Shownotes,
wie alle anderen Links, die jetzt relevant sind und zu den weiteren Projekten führen.
Natürlich auch der Link von hier, von der Unterkunft von eurem Social Business.
Hilft uns genauso, ja.
Wo kann man da buchen? Direkt bei euch auf der Website?
Man kann direkt buchen. Es gibt eine E-Mail-Adresse, es gibt eine Telefonnummer.
Ist dann auch günstiger, als wenn man es über Booking bucht. Wir sind über Booking.
Wir sind noch auf anderen Plattformen. Ich bin da nicht der große Experte.
Wir sind auf einer Sozialprojekte-Plattform für Hotelbuchungen.
Findet man quasi auf unserer Webseite.
Wer will, der findet.
Also das Hotel isangeparadiseresort.com hat eine eigene Webseite,
man findet uns auf Booking, beziehungsweise einfach E-Mail an info at future4kids.at
und dann findet man schon zusammen.
Und wäre uns sehr geholfen, wenn jemand aus dem Bereich,
des Tourismus, Tour Operator, wenn er sagt, okay, ich veranstalte Reisen und
dorthin, da brauchen wir ein Quartier.
Wir sind ja hier so gelegen, dass wir die ganzen Aktivitäten hier im Volcano
National Park, also Berggorillas, Golden Monkeys, Vulkanbesteigung,
Dian Fossey Tour, alles mögliche von hier.
Die Twin Lakes, also ein wunderbares Land.
Sehr grün, sehr fruchtbar, sehr pittoresk, sehr freundliche Menschen, sehr sicher.
Eigentlich ist alles angerichtet.
Alles angerichtet.
Und man kommt geerdet zurück, wenn man nicht nur als Tourist hier auftritt,
sondern auch über den Zaun schaut.
Über den Zaun schaut, in unsere Projekte hineinschaut. Da ist jeder willkommen,
kann man organisieren, dass man diese Projekte, auch die ländlich Gelegenen,
besucht und dass man sich das anschaut.
Ich glaube, da kommt man auf jeden Fall mit vielen neuen Perspektiven geerdet.
Also ich komme garantiert, mich kann es auf ein Brot streichen,
wenn ich retourkomme, weil ich bin durch.
Aber die Erfahrungen, was ich da gemacht habe, kann ich jetzt schon sagen.
Das sind einfach so Aha-Momente, die dann nacharbeiten in einem.
Ja, wir nehmen was mit für uns, nicht?
Ja.
Wenn wir an der Basis der Pyramide mal uns umschauen.
Macht Sinn. Lieber Otto, vielen Dank für das Gespräch und für die ganzen Infos
und ich hoffe, für euch war was dabei. Bin ich mir ganz sicher.
Lieber Willi, vielen Dank. Es war mir ein Vergnügen.
Danke. Gute dich.
Servus.
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