BauertothePeople (B2P)

Wilhelm Geiger

Marchfeldkanal: Wasser für die Kornkammer - Franz Steiner

Franz Steiner über Donauwasser, Grundwasser als Badewanne und die Grenzen der Bewässerung

13.09.2026 122 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In eigener Sache: Menschen.at
Ich halte Lebensgeschichten fest, als Audiografie oder Videografie. Für deine Mama, deinen Opa, deinen besten Freund. 
menschen.at


Der Marchfeldkanal bringt Donauwasser in eine der trockensten Regionen Österreichs. Franz Steiner hat mir erklärt, was dieses System kann und was nicht.

Ich bin mit der Vorstellung ins Gespräch gegangen, ein Kanal sei ein Graben, durch den Wasser fließt. Nach zwei Stunden mit Franz Steiner, dem Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal, ist daraus ein ziemlich vielschichtiges Bauwerk geworden: 19 Kilometer neu angelegtes Gewässer, dazu Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach, in Summe rund 91 Kilometer nach Angaben der Betriebsgesellschaft. Andere Quellen sprechen von knapp 100 Kilometern, je nachdem, was man mitzählt.

Am meisten hängen geblieben ist bei mir das Bild der Badewanne. Franz erklärt den größten zusammenhängenden Grundwasserkörper Österreichs als eine mit Schotter gefüllte, leicht geneigte Wanne zwischen Wien und Bratislava. Wenn man an einer Stelle Wasser einbringt, entsteht kein See, sondern ein Kegel, der sich über Monate ausbreitet. Das erklärt auch, warum die Anlagen in einem Jahr wie diesem nicht eins zu eins nachliefern können, was auf den Feldern verbraucht wird.

Überrascht hat mich der historische Teil. Geplant und gebaut wurde in einer Zeit, in der gerade Linien und glatte Böschungen als Fortschritt galten. Trotzdem entstand ein naturnah gestaltetes Gewässer mit Aufweitungen, Buchten und Fischaufstiegen. Dass ausgerechnet ein technisches Bewässerungsprojekt heute wie ein großes Renaturierungsprojekt wirkt, ist eine der Widersprüchlichkeiten, über die wir länger reden.

Wir sprechen außerdem über Keller im Marchfeld, über Kläranlagen, die einen verlässlichen Vorfluter brauchen, über Nitrat im Grundwasser und über die Frage, wem das Wasser gehört, wenn es knapper wird. Und darüber, warum Franz sagt, dass Renaturierung in der Fläche wichtig ist, nach wochenlanger Dürre aber auch der beste Boden am Ende ist.

Viel Freude beim Reinhören!

00:00:00 Los gehts
Willy stellt Franz Steiner und das Marchfeldkanalsystem vor.
00:03:35 Vom Waldviertel zum Wasser
Kindheit am Bach, Umweg über die HTL, Studium an der BOKU.
00:15:02 Warum das Marchfeld austrocknete
Donauregulierung, Urbarmachung und sinkende Grundwasserstände.
00:23:11 Der Grundwasserkörper als Badewanne
Schotter, Flurabstand und wer dem Grundwasser Wasser entnimmt.
00:32:05 Naturnah statt Betonrinne
Warum in den 80ern kein Trapezprofil gebaut wurde.
00:36:40 Hainburg und die Ersatzbaustelle
Wie politische Umstände dem Projekt zum Durchbruch verhalfen.
00:46:07 Vier Gewässer, rund 91 Kilometer
Marchfeldkanal, Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach.
00:54:05 Versickern und Steuern
Wehrklappen, Filterbecken und drei Grundwasseranreicherungsanlagen.
01:05:01 Kläranlagen, Hochwasser, Fische
Weitere Funktionen des Systems und was sie für die Region bedeuten.
01:17:17 Was das System kostet
Errichtungskosten, laufendes Budget und offene Darlehen bis 2043.
01:26:26 Wasser für die Landwirtschaft
Warum Bewässerung trotz Wasser im Boden an Grenzen stößt.
01:36:46 Ressource Wasser in Zukunft
Verdunstung, Nitrat, Nutzungskonflikte und internationale Abstimmung.

Kurz-Bio Gast:
Franz Steiner ist Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal und leitet das dort angesiedelte Kompetenzzentrum Bewässerung, das Landwirtinnen und Landwirte in ganz Niederösterreich berät. Aufgewachsen ist er auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im nördlichen Waldviertel, studiert hat er an der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Vor seinem Wechsel 2022 war er bei der via donau für den Flussbau an March und Thaya zuständig.

INFOS ZUR FOLGE
Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal
www.marchfeldkanal.at
Kompetenzzentrum Bewässerung – Land Niederösterreich
www.noe.gv.at/noe/Wasser/Kompetenzzentrum_Bewaesserung.html
Tätigkeitsbericht 2025 der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal (PDF)
www.marchfeldkanal.at/wp-content/uploads/2026/08/JB-2025-zur-Veroeffentlichung.pdf
Aussendung Dürre 2026: Wasser als Zukunftsfrage der Landwirtschaft
www.marchfeldkanal.at/duerre-2026-wasser-ist-zentrale-zukunftsfrage-der-landwirtschaft
B2P-Folge mit Christian Griebler zum Thema Grundwasser
www.bauertothepeople.at/podcast/289


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„Power to the People“ – Junior Kelly
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… und ein bisserl selbst gesungen 😊
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!

Transkript

Speaker1
00:00:00
In so Krisenjahren 2022, 2023 oder auch jetzt wieder, da sind unsere Anlagen dann ganz wichtig. Und nicht nur, vielleicht nicht immer in technischer Hinsicht, auch in psychologischer Hinsicht, dass der Landwirt weiß, ich habe da einfach die Möglichkeit und ich habe da die Sicherheit und ich kann mit gutem Gewissen quasi den Betrieb auch an die nächste Generation übergeben. Ich habe eine Perspektive. Renaturierung in der Fläche ist ganz wichtig, Aber nach wochenlanger Dürre ist der beste Boden auch irgendwann einmal am Ende. Und dann braucht es, auch wenn man es vielleicht nicht hören will, halt machen wir technische Lösungen. Wenn wir gesellschaftlich halt nur Lebensmittelproduktion in Österreich wollen, dann braucht es solche Systeme wie man auf Feldkanal.
Speaker0
00:00:53
Grüß euch. In dieser Ausgabe des Bauer to the Bible Podcasts geht es um den Marchfeldkanal bzw. um das Marchfeldkanalsystem. Und dafür war der Franz Steiner bei mir im Wiener Podcaststudio zu Gast. Er ist der Geschäftsführer der gleichnamigen Betriebsgesellschaft. Wir sprechen über die Geschichte einer quasi Ersatzgroßbaustelle, um in die das Marchfeld und vor allem Form und Umfang der dortigen Landwirtschaft heute gar nicht so denkbar wären. Hervorstechend ist auch die Errichtungsweise des Kanals, wurde dieser doch in einer Hochzeit von Beton und effizienten geraden Linien bereits nahe an der Natur geplant und gebaut, vulgo naturnah. Fun Fact, damals hat übrigens auch unser heutiger Bundespräsident an einer volkswirtschaftlichen Studie zum Kanal mitgewirkt. Also, wir tauchen in dieser Folge tief in die Geschichte und Funktion des Marchfeldkanals ein. Natürlich nur metaphorisch, weil Schwimmer dürfen im Kanal nämlich nicht. Und ja, ich habe versucht, wie versprochen, unter die Stunde zu kommen. Deswegen sind es aber auch nur zwei worden. Aber schreibt mir gerne, was wir hätten weglassen können. Und jetzt viel Freude beim Reinhören und drüben bei YouTube auch beim Reinschauen. Franz, bist du bereit?
Speaker1
00:02:05
Ja, immer.
Speaker0
00:02:07
Dann grüße ich zu einer neuen Folge von Bauer to the People. Bei mir sitzt heute der Franz Steiner. Er ist Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal. Du korrigierst mich bitte immer, wenn ich irgendwie am Blödsinn rede. Sofort. Danke, ich habe keinen Zweifel daran. Ich sage, wenn du jemanden zum ersten Mal an den Marchfeldkanal führst, wo stellst du dich mit ihm oder ihr hin und was zeigst du ihm oder ihr dann als erstes?
Speaker1
00:02:37
Zum ersten Mal? Na gut, unser Sitz ist in Deutsch-Wagramm, da gehe ich natürlich aus dem Gebäude raus. Das ist schön offen gestaltet, dass ich direkt hin zum Rusbach komme, wo man den Marchfeldkanal, das System sehr schön sieht. Aber wenn ich jetzt den Frisch an der Hand nehmen würde und ihm das Schönste zeigen würde, würde ich gerne zum Beginn des Marchfeldkanals gehen zu unserem Einlaufbauwerk. Das ist, da geht man nämlich ein Stück um. Einlaufbauwerk. Das hat schon mal gewartet. Das habe ich noch nie gedacht. Da haben wir ein sehr schönes Gebäude und dann geht es einmal in einen Tunnel unter der Autobahn, unter der Donauuferautobahn durch. Das ist so eine Unterdückerung, wenn man so will, unter der Autobahn, links und rechts fließt der Kanal, man geht so in einen Betontunnel durch und auf der anderen Seite kommt man an der Donau raus und das finde ich total beeindruckend. Überein fahren die Autos, links und rechts neben fließt der Kanal, wo das Donauwasser quasi frisch reinkommt in das System. Das gefällt mir sehr, finde ich sehr beeindruckend.
Speaker0
00:03:35
Da würdest du als erstes auch hingehen?
Speaker1
00:03:37
Das sage ich gerne her, das ist ein schöner Start, dann weiß man, woher das Wasser kommt.
Speaker0
00:03:40
Also du würdest eigentlich direkt an den Anfang gehen?
Speaker1
00:03:42
Ganz genau.
Speaker0
00:03:43
Okay, das ist dort bei Biesernberg, oder?
Speaker1
00:03:44
Im Prinzip Langenzersdorf, genau.
Speaker0
00:03:47
Okay, da kommen wir dann eh noch hin. Fangen wir mal ein bisschen bei dir an. Ich würde mal ganz grob interessieren, wann und wo bist du in diese Welt gekommen?
Speaker1
00:03:56
Ich bin ein 1980er Bäuer, ein hervorragendes Jahr.
Speaker0
00:03:59
Muss ich auch sagen, ich bin auch ein.
Speaker1
00:04:01
Wirklich, das ist der beste Jahrgang, oder? Super. Ich bin ein Fisch, also im Februar. Ich bin auch Fisch. Wirklich, 25. Februar. 6.
Speaker0
00:04:06
März. Das wissen es alle, aber ist okay. Aber knapp, oder?
Speaker1
00:04:12
Fische, Fische sind super.
Speaker0
00:04:14
Was sagt man über Fische?
Speaker1
00:04:16
Sie schwimmen im Wasser.
Speaker0
00:04:18
Ah, du bist ein Empiriker, kein Astrologe. Kreativ sind wir und einfühlsam und so. Schauen wir mal, was beim Podcast jetzt auskommt, ob du sich das bewahrheitst. Also das 80er Baujahr. Wo in die Welt geschlupft?
Speaker1
00:04:31
Im schönen Waldviertel.
Speaker0
00:04:33
Ein Waldviertel?
Speaker1
00:04:33
Ja, ganz klar.
Speaker0
00:04:34
Okay. Was war das damals für eine Welt? Welche Family? Kommst du irgendwie aus der Landwirtschaft? Bist du vorgepräbt?
Speaker1
00:04:39
Ganz genau. Waldviertel. Da gibt es nur Landwirtschaft. Also ein ganz nördliches Waldviertel, direkt neben der tschechischen Grenze mehr oder weniger. Gemeinde Waldkirchen und der Thaya im Bezirk Waidhofen an der Thaya ist das. Also das ist extrem ländlich geprägt. Also ganz klassische Abzugsregion. Von Jahr zu Jahr ziehen und tut die Leute weg, weil es im Prinzip null Infrastruktur oder Erwerbstätigkeit gibt.
Speaker0
00:05:04
Nach wie vor so, oder?
Speaker1
00:05:04
Nach wie vor so, leider, ja.
Speaker0
00:05:06
Es gibt eine Warsa-Region in Österreich, wo man auch nicht weiß, wie man es aufhält, das Ganze.
Speaker1
00:05:12
Schwierig tut es, ja.
Speaker0
00:05:13
Also du bist jetzt in Wien, also bist du einer davon?
Speaker1
00:05:15
Ich bin halt auch weggegangen davon, ja. Aber es ist eine sehr schöne Gegend, da bin ich auf die Welt gekommen und eben direkt an der Grenze aufgewachsen, auf einen landwirtschaftlichen Betrieb, damals noch eine Milchkuhwirtschaft, quasi Milchkühe, meine Eltern gehabt. Mittlerweile hat mein Bruder den Hof übernommen und machten mir Kälbermaß und Ackerwirtschaft. und früher hat da quasi die ganze Familie davon gelebt, jetzt ist es ja allein, so verändert sich das halt, wie das Ganze ist.
Speaker0
00:05:40
Was warst du für ein Kind, wie würdest du beschreiben?
Speaker1
00:05:43
Was war ich für ein Kind?
Speaker0
00:05:46
Was warst du für ein Kind?
Speaker1
00:05:49
Die Frage habe ich auch noch nicht gehabt. Also ich habe drei Brüder mit mir.
Speaker0
00:05:52
Du warst aber auch noch nie beim Podcast bei mir.
Speaker1
00:05:53
Das stimmt, beim nächsten Mal tut mir leuchtet. Ich würde sagen, ein braves natürlich. Ein braves Kind. Das ist ja eine ganz andere Welt gewesen, als wie heute bei mir. Wir sind im Land aufgewachsen. Da hat man alles gemacht. Da hat es kaum Grenzen gegeben. Wir haben keine sozialen Medien gehabt, sondern wir haben sich einfach getroffen und geredet. Und es war eine andere Welt halt. Ja. Der Bach ist durchs Dorf gerungen, der Wald war da, da haben wir Spüle gespielt und es hat die Dorfgemeinschaft gegeben.
Speaker0
00:06:20
Ich versuche immer so ein bisschen herzuleiten, was die Leute geprägt haben. Du bist ja dann quasi, ich habe mir so aufgeschrieben, unter Anführungszeichen ins Wasser gefallen. Du hast dich für Wasser fasziniert, wollte ich damit sagen. Und wie wichtig war dieses in der Natur aufwachsen für deine späteren Interessen und für das, was du dann auch gemacht hast?
Speaker1
00:06:39
Doch, sehr. Es war schon sehr sinnstiftend. Ich habe mir das schon als kleiner Bub immer dachte, die Horrorvision wäre quasi für mich gewesen, der Postbusfahrer im Waldviertel, der mit einem 60er-Bus fährt, wo kein Mensch drinsitzt. Ich brauche eine sinnstiftende Tätigkeit. Ich würde immer gerne etwas Sinnvolles machen. Die Landwirtschaft ist etwas sehr Sinnvolles. Man produziert Lebensmittel und die Wasserwirtschaft genauso. Und eben direkt neben dem Bahnhof, wo ich aufgewachsen bin, ist ein kleiner Bach geflossen und da habe ich schon immer gerne jeden Stammdraht.
Speaker0
00:07:09
Das macht doch Sinn zu fragen.
Speaker1
00:07:11
Ja, so hat sich das letztens ja ergeben, dass ich auf die BOKU halt auch gekommen bin. Ich bin kurz ein bisschen anders da gegangen, habe die HTL in St. Böten gemacht für die FAG und Organisation, weil ich mit 14 gerne Computerspiele gespielt habe und dachte, super, dass wir Computerspiele brauchen. Was uns so prägt heute im Leben. Aber nach kurz einem Ausflug in die Branche und kurz gearbeitet, habe ich irgendwie die Sinnfrage halt nicht gehabt oder war halt nicht da. Und da ist man dann wieder, denkt man wieder so zurück und dann entdeckt man die BOKU, die Universität des Lebens, und dort habe ich dann Kulturtechnik und Wasserwirtschaft studiert und seitdem bin ich dabei.
Speaker0
00:07:45
Wie bist du auf das so, hat es irgendwie so ein elementarere Ereignis gegeben, weil du hast gesagt, du hast die Starn umdreht, jeden Starn umdreht, das heißt Journalist, da werden keiner quasi, investigativer zumindest, aber hat es irgendwie eine Begegnung an Menschen, ein Erlebnis gegeben, wo du gesagt hast, puh, Wasser, ne?
Speaker1
00:08:04
Also prägend war sicher mal Biologie-Lehrer in der Hauptschule, der uns quasi zu diesen Organismen und das herangeführt hat, dass man eben den Stahnen umdreht und was man da alles findet und was wir quasi...
Speaker0
00:08:15
Weißt du noch, wie der Kassner?
Speaker1
00:08:16
Gerhard Breuer.
Speaker0
00:08:17
Schau, schau, schau. Aber merkt man es ja, gell?
Speaker1
00:08:21
Also das war schon prägend. Ich habe mich dann zwar zu dem Zeitpunkt für etwas anderes entschieden, aber im Nachhinein wieder habe ich mir gedacht, das hat mir eigentlich Spaß gemacht, das war etwas Sinn erfüllendes, das ist etwas Wichtiges.
Speaker0
00:08:32
Das heißt, du hast dann auf der BOKU studiert?
Speaker1
00:08:34
Genau.
Speaker0
00:08:34
Das war nie ein Thema, dass du den Hof übernimmst? Nein, nein, nein. Es war klar, dass das der Kuder macht, aber du hättest ja gar nicht wollen.
Speaker1
00:08:40
Nein, nein, nein. War nicht so. Kurz verletzt. Na gut, nein, war nicht so. Es war nicht so. Es war nicht so. Es war nicht so. Es war nicht so. Es war nicht so.
Speaker0
00:08:47
Okay, okay. Die Kisten machen wir jetzt eh nicht auf. Dann bist du auf die BOKU. Was hast du gesagt? Kultur?
Speaker1
00:08:53
Kulturtechnik und Wasserwirtschaft.
Speaker0
00:08:55
Okay, was ist das?
Speaker1
00:08:57
Mittlerweile heißt es eh anders, weil die Frage ist aufgeklickt, Kulturtechnik. Also mittlerweile heißt es Umweltingenieurwissenschaften. Kulturtechnik, deswegen, weil es eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit ist, quasi die Wasserversorgung, Fähr- und Entsorgung. Und das sind Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Und da sind halt vier Disziplinen zusammengefasst. Klassische Wasserwirtschaft, also was wir auch machen, quasi Wasserversorgung, aber auch die Wasserentsorgung, aber auch der Tiefbau, Straßenbau, Tunnelbau, Erdbau, das ist auch sozusagen in deinem Studium zusammengefasst.
Speaker0
00:09:29
Hörst du dir doch? Warst du ein guter Student?
Speaker1
00:09:32
Nein, würde ich jetzt nicht sagen. Aber die Boko hat mir sehr getaugt. Also das Umfeld. Das Umfeld ist auf der Boko super. Das Angebot ist genial. Das ist halt, du kommst viel raus. Es wird angeboten für Exkursionen. Das ist super. Also das Studium hat mir sehr getaugt, aber ich war sicher jetzt nicht der beste Studente.
Speaker0
00:09:49
Okay, aber da war schon klar, Wasser ist die Richtung, oder?
Speaker1
00:09:52
Ja, schon, schon, schon. Ja, auf jeden Fall.
Speaker0
00:09:54
Das schon. Inzwischen bist du ja Geschäftsführer von der Marchfeldkanal Betriebsgesellschaft. Man muss immer schauen, dass ich es richtig auserbringe. Und Leiter des Kompetenzzentrums Bewässerung. Wie bist du da hingekommen? Das war ja nicht gleich nach der Bokeh, jetzt wäre das, sondern du hast da so ein paar Elementarstationen gegeben, wo du sagst, das wäre jetzt wichtig, dass man die ein bisschen kennt.
Speaker1
00:10:16
Ja, so viele Stationen waren es gar nicht. Ich bin noch jung. Danke. Ich habe ein paar Ferreipraktiker probiert, damit man da rein schnuppert. und bin dann eigentlich zur Via Donau gekommen, die österreichische Wasserstraßengesellschaft. Die ist quasi zuständig in Österreich für die Donau und die machen Teil als Grenzfluss. Das ist sowas wie die Asfinag für die Gewässer, wenn es veraarfurcht gesagt ist.
Speaker0
00:10:40
Danke, danke. Ja, das ist genau so für mich.
Speaker1
00:10:44
Nein, also damit man sich via Donau quasi, war ich sehr in den Medien verkürzen, die sind dafür verantwortlich, dass die Schifffahrt entsprechend fahren kann und die Schleusungen und so weiter passieren.
Speaker0
00:10:54
Was in letzter Zeit ein bisschen heikel war, weil wir ein bisschen...
Speaker1
00:10:56
Niedrigwasser führen, ganz klar. Ein bisschen Niedrigwasser, okay. Und dort bin ich hingekommen und da war ich auch dann noch 17 Jahre und ich war… 17 Jahre. Aber man nennt es dann oft, aber trotzdem… Und da war ich, ich habe die schöne Aufgabe gehabt, dass ich an Mach und Thaya den Flussbau betreue.
Speaker0
00:11:12
Also überall wo er Baustau war, warst du quasi?
Speaker1
00:11:14
An Mach und Thaya habe ich mich darum gekümmert quasi, da war ich da dabei. Oder habe das geplant, gestaltet.
Speaker0
00:11:21
Also du bist quasi vorne ohne, außer direkt genau in die Kulturwirtschaft.
Speaker1
00:11:24
Ich werde im Studium dort angefangen und bin dann gleich direkt übergegangen und dort ein Problem.
Speaker0
00:11:28
Also eigentlich hochgradig spezialisiert. Du bist nicht ins Rabbit Hole gefallen, sondern einen kleinen Kanal quasi.
Speaker1
00:11:36
Ja, wobei, also die Mach und Teil sind kein Kanal, sehr schöne, freifließende Gewässer, hat sehr viel Spaß gemacht und war quasi klassische Wasserwirtschaft, wirklich ein schönes Gebiet. Und dann hat sich diese Ausschreibung halt ergeben, das ist eine Stelle, die Geschäftsführerposition, die ausgeschrieben ist und da haben wir 2022 beworben und bin es zum Glück geworden.
Speaker0
00:11:55
17 Jahre, bleibt lange beim Unternehmen, dann kann man sich aus.
Speaker1
00:11:59
Also es ist auch eine andere Branche, die Wasserwirtschaft. Das ist nicht so wie vielleicht in der EDV oder keine Ahnung. Du bist einmal wo drin, bist in der Thematik und die auskennst. Im Prinzip bist du in anderen Branchen. Aber das dauert ein Jahr. Bis du einmal wo gefangt bist, bis du ein Netzwerk hast, bis du weißt, wie eine Vergabe oder irgendwie Prozesse laufen.
Speaker0
00:12:17
Das ist eine sehr spezialisierte Branche. Kommt ja, Sozioökonom kann ich da jetzt, bringe jetzt nicht wirklich was, wenn ich mir wirklich. Wird jetzt ein Bewerbungsgespräch.
Speaker1
00:12:25
Nein, ist wahrscheinlich auch wichtig, Also Sozialkompetenz ist wichtig, ein wirtschaftliches Verständnis, wenn ich das jetzt so grob herleiten kann, ist auch sehr wichtig. Nein, aber sozusagen das war mein Werdegang. Es waren schöne Aufgaben und deswegen hat es auch keinen Grund gegeben zum Wechseln.
Speaker0
00:12:40
Wie lange bist du es jetzt schon?
Speaker1
00:12:41
Jetzt bin ich genau vier Jahre. Also meine erste Periode als Geschäftsführer habe ich dort vier Jahresperioden. Meine erste Periode ist dieses Jahr ausgelaufen.
Speaker0
00:12:48
Du musst dir verlängert.
Speaker1
00:12:49
Ich bin gerade verlängert worden. Gratuliere. Danke sehr.
Speaker0
00:12:51
Also du dürfst gepasst haben.
Speaker1
00:12:53
Scheinbar, ja. Schaut so aus.
Speaker0
00:12:57
Sehr schön.
Speaker1
00:12:58
Evidenz passiert ja.
Speaker0
00:12:59
Du hast vorher gesagt, mach dein Kanal. Ist kein Kanal. Ich habe mir das nämlich aufgeschrieben, die Frage ist so trivial, dass es eigentlich schon wieder interessant sei. Und was ist denn ein Kanal?
Speaker1
00:13:07
Ein künstlich hergestelltes Gerinne sozusagen.
Speaker0
00:13:10
Gerinne. Das ist so die Kerndefinition.
Speaker1
00:13:13
Naja, also ich habe jetzt noch nicht nachgelesen, was die Kerndefinition von einem Kanal ist.
Speaker0
00:13:17
Ja, ich bin nach drei Tagen Vorbereitung drauf gekommen, ich kann eigentlich fragen, was ein Kanal ist.
Speaker1
00:13:20
Also du hast natürlich frei fließende Gewässer, wie unsere Flüsse in Österreich, die sind halt zum Teil reguliert, aber ein Kanal ist etwas Künstliches Errichtetes. So wie bei einem Kraftwerk, wo du einen Ausleitungskanal hast, der ist künstlich hergestellt. Und das Schöne beim Marchfeld-Kanal ist, dass auf den ersten Blick das nicht ausschaut wie ein Kanal, sondern eigentlich glaubt man da, ich war schon immer da und ist ein schönes Natural-Kanal.
Speaker0
00:13:44
Ich glaube, das ist gut. Nein, das passt schon, überhaupt nicht. Aber das ist eine neue Bauweise, glaube ich, heißt das dann, oder?
Speaker1
00:13:49
Ganz genau.
Speaker0
00:13:49
Ein bisschen vorbereitet habe ich mich. Jetzt hören wir mal ein bisschen zu diesem ganzen Marchfeld-Kanal. Es ist ja nicht nur der Marchfeld-Kanal, man spricht ja vom Marchfeld-Kanal-System, wo ich auch ein bisschen gebraucht habe. bei irgendeinem Video, was ich gesehen habe, vor allem redet der vom System und der Marchfeldkanal ist wie lang? 19 Kilometer. Genau, weil irgendwo habe ich gelesen, der Marchfeldkanal ist 100 Kilometer lang, das System ist 100 Kilometer lang. Richtig. Manchmal steht 90, manchmal steht 100. Ja. Das ist wie man es heute rechnen.
Speaker1
00:14:15
So genau. 100 klingt schon gut. Nein, es sind 91 Kilometer das Marchfeldkanal-System und Aufgrund ist Aufgrund. Also das sind 100.
Speaker0
00:14:24
Man könnte argumentieren, dass man 95 aufgrund hat.
Speaker1
00:14:27
Nein. Nein.
Speaker0
00:14:30
Nein, okay.
Speaker1
00:14:31
Das sind die 100.
Speaker0
00:14:32
Zum Marchfeld-Kanal gibt es ja, wir kommen noch nicht darauf, was alles tut und wie er entstand, aber es gibt eine lange Vorgeschichte eigentlich. Wenn man so auf eurer Seite schaut und generell ein bisschen recherchiert, die war es ins, damit ich es jetzt nicht durcheinanderbringe, ins 19. Jahrhundert zurückgekommen. Kannst du uns da ein bisschen einen historischen Aufriss geben, was so die ersten Schritte waren und wie es dann schließendlich wirklich dann zum Bau gekommen ist? Von da bis dorthin würde ich jetzt gerne mit dir im nächsten Block, wenn man so will.
Speaker1
00:15:02
Reisen, schwimmen. Den Bogen spannen sozusagen. Ja, also ich meine, ich war damals noch nicht dabei, aber im Prinzip beginnt diese Geschichte eigentlich mit der Regulierung der Donau und das halt auch ausgehend von Wien. Es war schon immer die, also Wien an der Donau, quasi immer wieder betroffen von größeren Hochwasserereignissen und da war schon immer die Idee oder auch das Umland zwischen Wien und Bratislava, großes Überflutungsgebiet von der Donau, das immer wieder betroffen war von Hochwasserereignissen oder großen Eisstoßereignissen, dass man dieses Gebiet schützt. Und da hat es diese Planungen gegeben für diesen Hochwasserschutz-Damm oder dieses Hochwasserschutzsystem. Und gleichzeitig mit diesen Planungen war aber die Idee da, dass man weiterhin das Marchfeld mit Wasser oder das Marchfeld generell mit Wasser versorgt. Also aus dieser Zeit gibt es diese Ideen, Hochwasserschutzsystem, Abtrennung, sozusagen das Land abtrennen von der Donau, von diesen Ereignissen, aber dennoch mit Wasser zu versorgen, weil wir in einer Trockenregion in Österreich auch sind.
Speaker0
00:16:09
Das war ja, ich habe irgendwann einmal eine Karte gesehen, wie Wien ausgeschaut hat, ich fuhr die ganzen Regulierungen. Das heißt, es gibt keine Donauinsel. War ja komisch. Komisch, ne? Donaukanal, alles. Also das war ein reines Schwemmgebiet eigentlich. Das hat es alle paar Jahre mal komplett überschwemmt. Das war eigentlich unbewohnbar, die Region. Und es ist erst durch viele Maßnahmen dann zu dem geworden, was es heute dann ist.
Speaker1
00:16:34
Oder? Das ist ein wunderbares Fahrzeugebeispiel. das ist eben eine der Kulturtechniken quasi, dieser Hochaußerschutz, diese wasserwirtschaftlichen Maßnahmen, die gesetzt worden sind. So wie das halt ausschaut, das ist von Menschen erzeugt. Der 21. in der Gemeindebezirk, das war ein Augebiet oder im Auwälder Jagdgebiet. Das ist halt alles durch die Regulierung dann erst so erzeugt, geschaffen worden.
Speaker0
00:16:59
Mal schauen, ob wir den 21. mit der Renaturieren müssen. Kleiner Scherz am Rande. Aber das, heißt, Wien wäre eigentlich ohne diese ganze Regulierung gar nicht denkbar, so wie es jetzt ist.
Speaker1
00:17:20
Wien wäre nicht denkbar. Jede größere Stadt liegt, also viele Städte liegen in den Flüssen und jede hat ihr Hochwasserschutzsystem. Also das wäre nicht denkbar. Das kann sich keine große Stadt mehr leisten, dass da bei größeren Ereignissen überflutet wird. Ja, genau. Und Wien hat ein sehr gutes System, das auf ein 10.000-jährliches Ereignis, das ist ein statistischer Wert, der da ausgelegt worden ist, auf den Wien gesichert, geschützt ist. Und das auch dank der Donauinsel. Das ist wirklich ein super System, das auch sehr gut funktioniert. So einen großen Schutz hat normalerweise kein anderes Siedlungsgebiet in Österreich.
Speaker0
00:17:55
10.000-jährliches Ereignis. Das 1.000-jährige haben wir schon überschritten, glaube ich, oder? Man hört immer wieder, das ist jetzt ein 100-jähriges Ereignis, dann ein 200-jähriges. Ich glaube, 1.000 habe ich auch schon mal gehört. 10.000.
Speaker1
00:18:06
Ist schon… Genau, also eben Wien ist wirklich auf der sicheren Seite. Normalerweise wird im Verbund der 100-jährliche Hochwasserschutz gefördert und finanziert. Okay.
Speaker0
00:18:15
Was ich spannend gefunden habe in der Recherche, ich habe gelesen, im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Marchfeld sogar aktiv entwässert. Ist das das? War das im Zuge dieser Bauarbeiten, dass das Wasser quasi nicht mehr aktiv durch die Überflutungen ins Marchfeld gekommen ist und dadurch ist das Nachverläufe noch und noch ein bisschen trockener geworden.
Speaker1
00:18:34
Genau, ja auch. Also die Abtrennung von der Donau, natürlich auch die Renagierung. Aber das war quasi österreichweit nach dem Zweiten Weltkrieg quasi die Gewinnung des 10. Bundeslandes, dass man Land urbar macht, Was wir heute renaturieren sagen, ist halt damals die Urbaumachung gewesen. Also Auen trockenlegen, das sind halt heute die besten landwirtschaftlichen Böden zum Teil. Aber genau das war das.
Speaker0
00:18:57
Ist es eigentlich nicht paradox, dass gerade die vom Niederschlag her trockenste Region, eine der trockensten, irgendwo habe ich sogar gelesen, ist ein Trockengebiet, das Marchfeld, dann die Korn- und Gemüsekammer Österreichs eigentlich dann ist. Wie siehst du das? weil du bist ja auch ein bisschen so, kommst du aus der Landwirtschaft, bist ja für die Bewässerung etc. zuständig. Ist das eine paradoxe Situation eigentlich, dass gerade die trockenste Region gleichzeitig die ist, wo man am meisten anbaut?
Speaker1
00:19:23
Ja, das hört sich auf den ersten Blick paradox aus, aber das ist halt, wenn es zu feucht ist, kannst du auch nicht entsprechend landwirtschaftlich produzieren, dann hast du halt andere Probleme. Und das ist der Vorteil in dem Gebiet, im Marchfeld zwischen Wien und Bratislava. das ist eben eine Ebene. Du hast gute Flächen, also ebene Flächen. Du hast viel Sonnenstunden, das ist von Vorteil fürs Wachstum und ich habe auch sehr gute Böden. Also die Ausgangsbasis ist einmal sehr gut. Und wir haben zwar zu wenig Niederschlag von oben, aber wir haben den großen Grundwasserspeicher. Einen der größten, oder den größten Grundwasserzusammenhängenden Grundwasserkörper Österreichs unter uns. Und der relativ hoch ansteht und somit gut nutzbar ist für die Landwirtschaft. Also Paradox ja, aber es sind halt super Bedingungen für die Landwirtschaft. Zu viel Wasser ist auch schlecht und somit können sie das relativ gut steuern, eben durch Bewässerung, die ich in den Marchfeld intensiv mache.
Speaker0
00:20:19
Das heißt, es ist eigentlich besser, wenn ich zu wenig Wasser habe und das Defizit, was ich habe, noch regulieren kann, weil im Umfeld nur Wasser da ist. Ich habe zu viel Wasser und ich muss jetzt mal schauen, wenn zu viel ist, dass ich es irgendwie rausgebringe.
Speaker1
00:20:29
Im Ackerbau, im Gemüsebau, ja.
Speaker0
00:20:30
Das ist auch gar nicht so paradox, wenn man denkt, dass man das Ganze eigentlich managen kann.
Speaker1
00:20:36
Genau, Wasser zur richtigen Zeit, ja. Bei uns da die Gebiete auch schon in Österreich, wo wir Niederschlagsmengen haben, für 1000 Millimeter Durchschnitt im Jahr und mehr, das sind jetzt nicht intensiven Ackerbauregionen, sondern du hast halt Weidewirtschaft, Grünlandwirtschaft.
Speaker0
00:20:51
Es ist ja dann Richtung letztendlich die Umsetzung des Marchfeldkanalprojektes, habe ich gelesen, das Marchfeld ist immer mehr und mehr ausgetrocknet. Oder es ist immer trockener und trockener geworden. Du kannst da auch ein bisschen die Geschichte, und es war ja irgendwann dann der Grundwasserspiegel, war ja dann irgendwann einmal 3,5 Meter weniger, habe ich gelesen, steht bei euch auf der Seite, 3,6 sind wir 3,5, nicht bei euch, ihr seid konsistent, aber auch, 3,5 Kahnfüße, muss nicht Füße, weil ich nicht weiß, in welchen Relationen es sitzt. Warum war es auf einmal 3,5 weniger? War das viel? Und warum ist es überhaupt dazu gekommen, dass das Ganze so scheinbar dramatisch war in den 60er Jahren, glaube ich?
Speaker1
00:21:33
Ganz genau, genau. Also bis in diese Periode, in die 60er Jahre, war der Grundwasserspiegel relativ hoch und stabil. Grundwasserspiegel ist die Oberfläche des Grundwasserkörpers und die variiert. Das ist ein Gewässer, das im Untergrund ist, aber ist genauso wie Oberflächengewässer. Da sehen wir es halt. Da hast du auch Niederwasserführung, aber genauso das Hochwasser. Und genauso wie es im Grundwasser auch. Da habe ich auch diese Schwankungen. Die sind zwar jetzt nicht so kurzfristig wie im Oberflächengewässer, aber halt eher saisonal. Ich habe sommerliche Absenkungen und im Winter eine Grundwasserneubildung. Die hat es auch dort im Marchfeld oder gibt es ja bei uns im Marchfeld. auf einem hohen Niveau und Schwankungen von bis zu einem halben Meter von Jahr zu Jahr. Im Jahresverlauf. Im Jahresverlauf, genau. Absenkung im Sommer und dann wieder Auffüllung im Winter. Und wie du gesagt hast, in den 1960er, 70er Jahren hat sich dieser Grundwasserspiegel, der auf einem relativ hohen Niveau war, um bis zu dreieinhalb Meter gesenkt. Und das war wirklich ein Alarmsignal für die Politik, dass man da etwas machen muss. Warum ist das passiert? Naja, die Regulierung der Donau, Folge von trockenen Jahren, Intensivierung der Landwirtschaft und Nutzung des Grundwasservolumens, da hat halt einiges zusammengespielt. Und da hat es sich halt massiv abgesenkt. Und das war mehr oder weniger das wirkliche Startzeichen oder der Startschuss für die Errichtung des Markfeldkanals.
Speaker0
00:22:58
Erklär ganz kurz, ich habe letztens den Christian Gribler da gehabt, also da haben wir eh über Grundwasser geredet, aber erklär du noch einmal bitte in deinen Worten, wie kann ich mir dieses größte zusammenhängende Grundwassersystem was hast du gesagt?
Speaker1
00:23:11
Österreich.
Speaker0
00:23:12
Ich glaube, wie ein Journalist macht das Superland.
Speaker1
00:23:14
Der Welt.
Speaker0
00:23:15
Beste. Wie kann ich mir das vorstellen? Es ist ja kein See, der drunten ist, wo ich eine bohe, sondern wie hoch steht da das Grundwasser? Wie kann ich mir das vorstellen, diesen zusammenhängenden Bereich?
Speaker1
00:23:27
Also ich erkläre es gerne so mit einer Badewanne, also einer relativ großen Badewanne, die da zwischen Wien und Bratislava sozusagen eingegraben ist. Und diese Badewanne ist mit Schotter gefüllt. Schotter und Sanden und darin kann sich das Wasser ausbreiten. Und diese Badewanne ist jetzt nicht so, wie man sich das halt vorstellt, und der Untergrund ist ein bisschen variiert. Also wir haben drei tiefere Wannenbecken, die sind bis zu 80, 100 Meter tief sogar. Teilweise ist die Wanne aber nur 20 Meter tief. Also das variiert je nach Standort, diese Badewanne. Und da drin ist aber dieses Grundwasser in diesen Schotterkörper aufgefüllt und zusammenhängend, das heißt verbunden. Also diese Badewanne hat eine leichte Schrägstellung. bringe einen Tropfen an einer Stelle ein dann bewegt sich der durch diese Badewanne zum tiefsten Punkt es gibt auch Strömungsrichtung in diesem Grundwasser Körper begleitend mit der Donau Genau, das bleiben wir bei der Badewanne vielleicht. Du hast gefragt, wo die Charakteristika, also im Marchfeld hast du Abstände, also das nennt man Flurabstand von der Geländeoberkante bis zum Wasserspiel des Grundwasserkörpers. Dieser Flurabstand, der ist relativ gering. Da sind wir zwischen 5 und 7 Metern und das ist somit relativ leicht oder zwischen 2 und 7 Metern eigentlich in gewissen Bereichen. Relativ leicht für die Landwirtschaft oder für alle nutzbar.
Speaker0
00:24:46
Also einfach 2 Meter Aue kommen, dann bin ich schon dort.
Speaker1
00:24:49
Pumpe rein und sehr gutes Wasser quasi gewinnen. Und das ist somit relativ einfach nutzbar. Weniger Energieeinsatz und ich habe eine große Ergiebigkeit. Also ich habe da einfach einen Grundwasserkörper, wo das Wasser immer nachfließt. Das heißt, diese Badewanne, da nur oben zwei bis sieben Meter und drunter ist schon das Wasser gesättigt. Und da habe ich jetzt verschiedene Einflussfaktoren. Also der Niederschlag, der kommt, der Großteil des Niederschlags, aber wird gleich wieder verarbeitet.
Speaker0
00:25:16
Das ist ein bisschen blöd, Niederschlag, das Gebiet, glaube ich, was wir da haben.
Speaker1
00:25:19
Ja, genau, aber trotzdem gibt es Niederschlag. Es gibt Niederschlag. Wir sind bei 550 mm Jahresniederschlag.
Speaker0
00:25:26
50.
Speaker1
00:25:28
530, 55.
Speaker0
00:25:30
Es geht auch nicht um die Daisen.
Speaker1
00:25:32
Es geht um die Größenordnung. Das ist das, was sozusagen nachkommt von oben, aber der Großteil von diesem Niederschlag, der geht nicht ins Grundwasser, sondern 80 bis 25 Prozent verdunsten oder verdunsten im Prinzip gleich wieder. Über dem Boden oder die Pflanzen. Transpirieren oder?
Speaker0
00:25:49
Transpirieren, nicht? Transpirieren und?
Speaker1
00:25:52
Evapotranspiration ist der Sammelbegriff für die gesamte Verdunstung von Oberflächen und Pflanzen.
Speaker0
00:25:57
Evapotranspiration.
Speaker1
00:25:58
Genau, Transpiration und Evaporation. Genau, das ist es. Das heißt, das ist einmal diese Komponente. Aber diese Badewanne steht nicht alleine da, sondern die wird auch beschickt von der Donau. Also in diesen Grundwasserkörper infiltriert die Donau und aus dem Grundwasserkörper exfiltriert Wasser auch wieder in die Donau. Also ein Zufluss und ein Abfluss, wenn man so will. Und gleichzeitig auch das Weinviertel-Hügel-Land, das in diese Badewanne sozusagen reinfließt. Also das ist sozusagen dieses Gefüge, wo dieser Grundwasserkörper drin ist. Und dann kommen wir ins Spiel, der Mensch, der diesen Grundwasserkörper wieder nutzt. Also wir nehmen auch bewusst Wasser raus für die kommunale Trinkwasserversorgung, also was jeder Haushalt braucht, die Industrie und im Marchfeld natürlich ganz wesentlich die Landwirtschaft. Kommunen und Industrie sind relativ konstant von Jahr zu Jahr. Der Bedarf ist im Prinzip gleich leicht steigend. Und die Landwirtschaft schwankt halt massiv, je nach der Witterung. Also ist es ein trockenes Jahr wie dieses, dann braucht die Landwirtschaft sehr, sehr viel Wasser. Ist es ein regenreiches Jahr, dann ist es halt weniger. Das sind die Einflussgrößen bei so einem Grundwasserkörper, den man sich eben relativ einfach als Badewanne vorstellen kann. Und das Schöne ist im Marchfeld, wir können da auch eingreifen in dieses Spiel, indem wir gezielt Wasser in diese Badewanne nachfüllen, wenn ihm künstlich zu viel rausgenommen wird.
Speaker0
00:27:17
Und das war so ein bisschen der Ausgangspunkt zum Bau, dass das Marchfeldkanal und die Anbindung an den Rest des Systems, weil das Wasser ist einfach zu wenig. Der Verbrauch ist über Jahre höher gewesen, als das, was sich nachgebildet hat. Was sich natürlich auch nachgebildet hat. Und das war dann so ein bisschen der Anlass. Beschreibt es euch ein bisschen. War das ein schwieriger Prozess? War das dann eigentlich klar? Oder wie ist man auf die Idee gekommen, dass man das so baut, wie es dann war?
Speaker1
00:27:44
Also bleiben wir nochmal bei den 60er Jahren, wo um dreieinhalb Meter quasi gesunken ist, dieser Grundwasserspiegel. Und da war die Sorge, dass das halt noch weiter runter geht. Und dass sie sozusagen, ich habe von dieser Badewanne gesprochen, die hat aber, ist jetzt aber kein gleichmäßiger Boden, sondern die hat eine tiefere Wanne, dass sie die entkoppeln und nicht mehr verbunden sind. Und da war die große Sorge, das muss man auf jeden Fall verhindern, dass dieser größte zusammenhängende Grundwasserkörper dann vielleicht nicht mehr zusammenhängend ist.
Speaker0
00:28:11
Was passiert dann, wenn der nicht mehr zusammenhängt? Habe ja dort waren, da waren, zwischendrin ist halt nichts.
Speaker1
00:28:16
Aber die Nutzung für die Landwirtschaft war essentiell und ich kann ihn dann einfach nicht mehr so gut bewirtschaften und hätte halt dadurch entsprechende wirtschaftliche Nachteile.
Speaker0
00:28:25
Lokale Trockenspots quasi, wo nichts ist oder wo alles hinbringen muss.
Speaker1
00:28:28
Ganz genau, ja. Und das sollte auf jeden Fall verhindert werden. Also das war die Ausgangsbasis, aber wie du einleitend gesagt hast, bereits im 19. Jahrhundert hat es die ersten Ideen gegeben. Und da hat es verschiedene Ingenieure gegeben, die sich da halt... bemüßigt haben, eine Planung zu machen und das waren verschiedenste Ideen über ein Kanalnetz, das sich da verbreitet durch das Marchfeld und dann waren immer wieder Planungen, bis letzten Endes zu dieser Variante gekommen ist, dass man Wasser aus der Donau vor Wien entnimmt und dann halt über dieses System verteilt. Ideen hat es schon im Länger gegeben und Vorbereitungsphasen wurden schon berücksichtigt. Also man hat schon, wie man die Donauuferautobahn zum Beispiel errichtet hat, hat man schon so einen Tücker mitgeplant, dass das alles schon vorbereitet ist. Aber der richtige Startschuss war eigentlich 1983, wo eine Errichtungsgesellschaft, also zuerst eine Planungsgesellschaft gegründet worden ist. Die hat mit der Planung des Marchfeldkanals begonnen. Mit der Planung erst. Genau.
Speaker0
00:29:37
Gut, das heißt, 3,5 Meter zu wenig waren es schon in den 60er Jahren.
Speaker1
00:29:42
Absinken dieses Grundwasserkörpers.
Speaker0
00:29:44
Dann hatten wir aber noch 20 Jahre diskutiert, überlegt, bis es dann so weit war, dass wir mit der Planung begannen. Was ist da in der Zwischenzeit? War das dann nicht schon noch einmal ein paar Meter wenig oder ist da nicht schon spitz auf den Knopf gestanden mit der Grundwasserversorgung?
Speaker1
00:30:02
Es war dann nicht so, dass dieser Grundwasserkörper weiter abgesunken ist, sondern es hat sich sozusagen ein neues Niveau eingestellt und hat dann darin immer wieder Schwankungen gegeben, allerdings auf sehr tiefem Niveau.
Speaker0
00:30:11
Sehr tiefen Niveau, ja. Dann, 83 Jahre hat es dann angefangen, das Ganze zu planen. Wie lange hat diese Planung gedauert? War das überhaupt geplant eigentlich?
Speaker1
00:30:22
Die Planungsgesellschaft, die damals aktiven Akteure, das war aus heutiger Sicht in einer unglaublichen Zeit, weil bereits 1986, also nach drei Jahren ist die Errichtungsgesellschaft gegründet worden und man hat schon ins Bau angefangen. Also heute wird man nach drei Jahren von Bescheid, sind wir wahrscheinlich weit entfernt, also bis diese Planung steht, wird das heute einfach viel längere Zeitraum in Anspruch nehmen.
Speaker0
00:30:45
Also zehn Jahre vor der Umweltverträglichkeitsprüfung wahrscheinlich und und und und.
Speaker1
00:30:48
Das waren halt Sachen, die es nicht gegeben hat. Aber trotzdem war es eine Wende in der österreichischen Wasserwirtschaft, weil das erste Mal bei einem Projekt in dieser Dimension auch die Landschaftsplanung mit berücksichtigt worden ist, sprich diese ökologischen Aspekte. Was heute für uns normal ist, wenn du ein Projekt hast, wie du es angesprochen hast, Umweltverträglichkeitsprüfung, man berücksichtigt auch die die Bevölkerung, die Umwelt, den Naturraum. Damals, Wasserwirtschaft quasi, war das Ziel Hochwasserschutz, das Wasser möglichst schnell, möglichst geregelt abzuleiten in einem schönen dimensionierten Trapezprofil, das kann man gut messen, schön pflegen. Ich hoffe, du hast ein Trapezprofil, was ist das?
Speaker0
00:31:25
Trapezgewässer, habe ich gelesen, technischer Wasserbau, was ist das?
Speaker1
00:31:29
Ein Trapez?
Speaker0
00:31:31
Nein, ich bin auf der Kulturding-Seite, erklär mir das.
Speaker1
00:31:34
Also Rechteck, das ist halt oben breit, das ist unten. Danke, ja. Also ein Trapez und das hat einfach definierte Formen.
Speaker0
00:31:41
So ist das der Querschnitt.
Speaker1
00:31:43
Der Querschnitt von dem Gerinni ist ein Trapez. Ah, okay. Das Trapezprofil. Und da kann ich einfach schön meinen Durchfluss dann messen. Also wir Wasserwirtschaft, wir wollen ja immer gern messen, was da an Wasser fließt. Das ist ein genormtes Profil. Das kann ich möglichst einfach planen und dann auch messen, was da abfließt. Und das war der klassische Wasserbau, der alte Wasserbau.
Speaker0
00:32:05
Perfekt, so wie man die Natur überall findet.
Speaker1
00:32:06
Klassische Trapez. Genau, die Böschung am besten asphaltiert, schön glatt, keine Räuchigkeit da drin.
Speaker0
00:32:13
Das zeigt, was man heute mit alles umbaut, nicht zu langsam, wenn es irgendwie geht.
Speaker1
00:32:16
Ja, genau.
Speaker0
00:32:17
Was ist in euch gefahren, dass ihr in einer Zeit, in der der Beton im Mode gerade Linien besser war wie jede Kurve, wo man auch vielleicht noch nicht wirklich gewusst hat, dass es noch nicht so optimal ist, solche Sachen. Bekommt man in dieser Zeit drauf, dass man einen verschnörkelten Kanal mit recht viel Barm und sonst noch irgendwas anstatt von so einem, wie du schon gesagt hast, Trapezgewässer in die Prärie baut. Warum?
Speaker1
00:32:45
Ich glaube, indem man gute Leute zusammenholt.
Speaker0
00:32:48
Die gute Leute hat es immer gegeben.
Speaker1
00:32:51
Hat es immer gegeben, aber mit anderen Blickwinkeln, mit anderen Perspektiven. Es war generell in Österreich dieser Wandel und Beginn der Grünbewegung. Und die Landschaftsplanung, das war nur eine relativ junge Disziplin und die hat man da halt hinzugezogen und eingebunden und dass man das einmal probiert, so ein Gewässer halt naturnah zu gestalten. Und das war, glaube ich, schon sehr harte Arbeit für diese Akteure, die da tätig waren, weil damals wahrscheinlich gestandene Wasserbauer haben sich das jetzt auch nicht so einfach sagen lassen, jetzt probieren wir das halt einmal so anders. Das haben wir jetzt 50 Jahre so gemacht. Ich meine, das wird man nicht so schnell ändern, wenn man mal was von über die Situation zeigt.
Speaker0
00:33:27
Das war ja die Zeit danach auch. Also es war so ein Moment endumgenachteter Vergeistigung, wenn man so will. Es hängt ja auch ein bisschen zusammen mit Heimburg, oder? Ja, ja, das war ja in dieser Phase.
Speaker1
00:33:36
Genau.
Speaker0
00:33:37
Deswegen ist es eine etwas komplizierte Beschreibung von mir. Es war ja ein Momentum da, wo ich, zumindest so wie es ich jetzt gelesen habe und den Eindruck gehabt habe, ein gewisses Bewusstsein, zumindest für eine kurze Zeit, relativ breit in der Bevölkerung vorhanden war für genau so eine Bauform, oder? Das ist jetzt meine Hypothese, die würde ich jetzt gerne an dir überprüfen. Wie hängt das zusammen?
Speaker1
00:34:00
Ich finde, diese Hypothese passt sehr gut. Es hat einfach in die Zeit gut reingepasst. Und es waren aber auch die Akteure da, die es dann durchgekämpft haben. Du brauchst auch dann die Leute, die es wirklich durchsetzen und durchkämpfen gegen alle Widerstände. Das haben wir heute auch noch genauso. Man muss ja auch noch immer kämpfen für die gute Sache. Und das war damals auch der Fall. Und das hat sich ausbezahlt. Also definitiv. Deswegen haben wir heute so ein wunderbares Gewässersystem, das wir verwalten dürfen, das so gut funktioniert. Ich kann das jetzt auch nicht besser erklären, wie das damals abgelaufen ist.
Speaker0
00:34:32
Was waren die Widerstände?
Speaker1
00:34:33
Man hat auch quasi so einen Beirat gehabt, der international besetzt war mit Professoren. Das war vielleicht auch ein Vorteil, dass man jetzt nicht in der eigenen Suppe geblieben ist, sondern von externen, wie man gehört hat, Professoren, die gesagt haben, ja, probiert das aus? Da waren aus München und aus der Schweiz Kollegen dabei, die haben gesagt, ja, das ist gut und das war zusätzlicher Anstoß, dass man sich das getraut hat. Widerstände sind von verschiedensten Seiten gekommen. Also zum einen hat man viel Grund gebraucht.
Speaker0
00:35:01
Mehr Grund, als wäre es, wenn es ein Strich gewesen wäre?
Speaker1
00:35:05
Naja, es hat auch die Idee gegeben, dass du das ganze verraten ausführst.
Speaker0
00:35:09
Also unterirdisch?
Speaker1
00:35:09
Ja, genau. Da hätte man ja nichts gesehen. Dann hätte es da keinen Grund verloren in dem Sinn. Grundlos. Das war auch die Idee, also gerade im Wien-Abschnitt, wir gingen sieben Kilometer durch Wien durch und da war die Idee, dass man da das ganze Verrat halt ausführt, wobei das heute ein wahnsinnig toller Lebensraum ist. Also da waren schon Widerstände und Sachen da, aber man hat sich dann doch dazu entschlossen, dass man das Ganze in der Tourneu angeht. Wobei, was ich ganz cool finde, an einer Stelle im Wien-Abschnitt ist das so gebaut worden, da sieht man dieses Trapez-Profil, Da haben sie auf 150 Meter so eine Böschung aus Asphalt hergestellt. Da siehst du... Diesen Unterschied oder diesen Wahnsinn, was das bedeuten würde für so ein Gewässer, wo man es so gebaut hätte.
Speaker0
00:35:52
Ich finde es ja fast spannender wie den Kanal selber, tut mir jetzt leid, aber dass man es geschafft hat in einer Zeit, da geht es um Enteignung oder zumindest um, da greift man ins Eigentum von anderen ein. Da baut man was, was quasi gegen die Linie der Zeit war. Und trotzdem hat man es irgendwie geschafft, dass man zusammenkommt, dass man es durchsetzt. war ja etwas, wo man dann heutzutage sagen würde, ja das würde eigentlich in die heutige Zeit auch gut passen, wo man ständig irgendwie das fühlt, dass alle so gegeneinander und einigen tun wir es ja auf nichts. Was war der Trick damals oder wie hat man die, wie hat man diese Konflikte, ein bisschen wie hat man die ins Boot geholt, was war da der Trick? Jeder ein bisschen was abgegeben oder hat es irgendeine Formel gegeben oder waren gerade einfach alle, waren alle gerade gutherzig in der Zeit und haben wir da Glück gehabt?
Speaker1
00:36:40
Gut, es ist ein Projekt aus der Landwirtschaft. Das heißt, die Grundbesitzer, hast du ja mal auf deiner Seite, weil du willst Wasser für die Landwirtschaft in die Region bringen. Das heißt, da hat man schon mal einen guten Traut,
Speaker0
00:36:50
Nicht?
Speaker1
00:36:51
Die Ökologie, quasi der Wandel, der war eh gegeben. Es ist vielleicht, also das habe ich auch mal gehört aus einer Erzählung, mein Vorgänger als Geschäftsführer hat das erzählt, dass halt auch Heimburg ist gerade verhindert worden, wäre ein großes Bauprojekt gewesen und man halt dann ein anderes großes Bauprojekt gebraucht. Na gut, dann baut man halt einen Marchfeldkanal. Also war so irgendwie, der Kreisky hat gemeint, na gut, dann wird halt das gebaut, wenn das auch nicht nichts wird. Und es war damals die größte Baustelle in Österreich. Also es war schon ein gewaltiges Bauvorhaben, das da umgesetzt worden ist. Also es waren wahrscheinlich viele glückliche Faktoren. Die Rahmenbedingungen waren so, dass der Grundwasserspiel gesunken ist und eine gewisse Alarmbereitschaft da war. Hamburg ist nichts geworden. Man hat eine andere Baustelle gebraucht. Arbeitsplatzbeschäftigung.
Speaker0
00:37:39
Und die waren da aber die gute Baustelle, wo man dann diese Kompromisse, die was in Heimburg zum Scheitern geführt haben, im Prinzip mit dem Projekt.
Speaker1
00:37:46
Genau, das war ein ökologisches Projekt, Wasserversorgung und ein Win-Win-Win, wenn man so will.
Speaker0
00:37:53
Und ein Leidensflug auf Seiten derer, die im Prinzip im Normalfall eher dann dagegen gewesen waren, nämlich auf Seiten der Landwirtschaft. Das braucht man nicht. Also jeder hat was davon gehabt im Endeffekt.
Speaker1
00:38:03
Genau, genau. Ich meine, natürlich hat es auch intensive Diskussionen gegeben, weil derjenige, der dann wirklich seinen Grund hergeben muss auf dem Bereich, der Kanal fließt, der tut sich schon auch schwer, weil für einen Landwirt ist sozusagen Grund und Boden heilig, also es ist wichtig, was ich sehr verstehe.
Speaker0
00:38:20
Am Wasser kann ich nichts anbauen, aber zumindest ist das Wasser da. Der Vorgänger, hast du ja schon erwähnt, Wolfgang Neudorfer, hat in einem Interview einmal gesagt, was du mit ihm geführt hast, dass der ganze Bau nämlich nicht nur so interessant war, aber deutlich kostspieliger. Das war ja eigentlich auch das Magic, dass du irgendwas durchbringst, was teurer war und noch mehr Kosten verursacht hat. Hat es damals schon sowas gegeben wie so ein, eine Gesamtkostenrechnung oder Kostenwahrheitsrechnung, wo man sagt, okay, das und das bringt uns was und wir warten das.
Speaker1
00:38:52
Also es sind zahlreiche Studien in dieser Planungsphase erstellt worden, da sind lauter so schöne Bücher dadurch entstanden und unter anderem auch so eine volkswirtschaftliche Studie, die eben genau diese Nutzen und Erträge errechnet hat und in die Zukunft gerechnet hat und gegenübergestellt. Unter anderem einer, der das halt auch reviewt hat oder fachlich begleitet hat, war der Professor Dr. Van der Bellen. Wirklich? Ja, ja.
Speaker0
00:39:18
Das habe ich nirgends gelesen. Professor Dr. Van der Bellen.
Speaker1
00:39:21
Der hat diese volkswirtschaftliche Studie auch begleitet. Der war auch beim Marchfeldkanal davon betroffen. Also das hat man sich damals angeschaut und natürlich alle Milchen nutzen da halt berücksichtigt, ökologische Faktoren. Also das ist ja auch das Schöne. Es gänge ich davon aus, dass wir den Grundwasserkörper sichern. Das ist zwar die wichtigste Funktion und deswegen ist er errichtet worden, aber nicht die einzige Funktion. Das ist die wichtigste. Die wichtigste?
Speaker0
00:39:43
Kann man sagen, ja, weil ich habe da sogar eine Frage aufgeschrieben mit Haupt- und Nebenfunktionen, habe ich sogar so in meiner Frage bezeichnet, das heißt die Hauptfunktion war schon die Bewässerung.
Speaker1
00:39:51
Ja, ganz definitiv.
Speaker0
00:39:53
Aber funktionieren tut es nur mit den ganzen Nebenfunktionen.
Speaker1
00:39:56
Genau. Vor allem auch deswegen, weil mit unserer wichtigsten Funktion, der Sicherung des Grundwasserkörpers, das können wir nicht beliebig machen. Wir sind an gewisse Randbedingungen quasi gebunden. Weil, wenn wir wieder an die Badewanne zurückgehen, dieser Grundwasserspiegel, es gibt auch jemanden, der gerne hätte einen möglichst tiefen Grundwasserspiegel. Und das sind Hausbesitzer im Marchfeld, die einen tiefen Keller haben.
Speaker0
00:40:22
Genau, du zwei Meter gesagt hast, da haben wir gedacht, scheiße, wenn da jetzt ein Keller ist.
Speaker1
00:40:26
In der Gegend passt kein Keller. Aber der Grundwasserspiegel ist gesunken, damals in den 70er Jahren. Und man hat ihm geglaubt, der bleibt dort. Ja, genau.
Speaker0
00:40:35
Dann haben wir so einen Keller gebaut.
Speaker1
00:40:37
Also da gibt es so eine schöne Grafik, die wir haben, wo der Grundwasserspiegel halt drin ist und du siehst im zeitlichen Verlauf auch die Entwicklung der Kellersohlen und das geht mit dem Grundwasserspiegel mit. Und jetzt ist das Problem, was ich zu Beginn gesagt habe, ein Grundwasserkörper ist so wie Oberflächengewässer, da gibt es Niedrigwasserphasen, aber irgendwann kommt das Hochwasser, garantiert. Und das ist auch im Grundwasserkörper davor.
Speaker0
00:40:59
Grundwasser-Hochwasser?
Speaker1
00:41:01
Grundwasser-Holksstände, oder Hochstände, genau. Und das war zum Beispiel 2010 der Fall, wo dann hunderte Keller im Marchfeld unter Wasser waren, weil sie das einfach nicht berücksichtigt haben. Weil wir sind in einer sehr stark wachsenden Region, Der Baugrund ist billig und da wird halt viel gebaut und Keller waren in den 70er, 80er, 90er Jahren modern. Da hat man den ausgebaut und dort zusammengesetzt und gefeiert und was weiß ich was. Aber eben, wenn man dann Wasser drin hat, dann ist es unangenehm. Und der Unterschied zu einem Oberflächengewässer ist, wenn jetzt die Donau oder irgendein anderes Gewässer Hochwasser führt, dann kommt es und ist wieder weg. In dieser Badewanne, wenn man da drin sitzt, kommt es und geht wieder weg. Aber nach Monaten. Und ich verstehe jeden Hausbesitzer, der da unentspannt ist, weil monatelang Wasser im Keller zu haben ist kein Spaß.
Speaker0
00:41:56
Ich hätte gesagt, Sie nennen den Zwilling oder so den Nebenstrom zum eigentlichen Gewässer auch ein bisschen. Und das ist halt sehr, sehr, sehr, sehr langsam.
Speaker1
00:42:04
Ganz genau.
Speaker0
00:42:05
Wie hat man das dann geregelt eigentlich? Was hat denn dann wen geschlagen? Die Keller, die Heißelbesitzer, das Grund, umgekehrt, das Grundwasser war wichtiger dann in dem Fall.
Speaker1
00:42:14
Nein, nein, nein, nein. Wir haben eine Betriebsordnung für unsere Grundwasseranreichung oder für den Betrieb des Marchfeldkanals. Es gibt eine von der Behörde genehmigte Betriebsordnung. Und die Behörde muss schauen in dieser Betriebsordnung, dass durch unseren Betrieb fremde Rechte nicht beeinträchtigt werden. Fremde Rechte in dem Fall sind halt tiefe Kellerlagen. Das heißt, es sind alle Keller, die in dem Einflussgebiet sind, erhoben worden. Also da ist man wirklich durchgegangen und hat Kellersäule aufgenommen.
Speaker0
00:42:43
Also erhoben, also was da ist.
Speaker1
00:42:46
Auf was für einem Niveau ist die Kellersohle und dann ist der Sicherheitsabstand berücksichtigt worden und dort ist dann festgelegt worden, wo ist unsere Steuerhöhe. Ob was für ein Grundwasserspiegel, wenn der unterschritten wird, dürfen wir auftreten und sozusagen das Grundwasser anreichern. Und so sind wir leider relativ stark eingeschränkt, dass zwar diese Grundwassersicherung eine unserer wichtigsten Daseinsfunktionen ist oder Grundlagen.
Speaker0
00:43:09
Zu sichern darfst du es auch nicht.
Speaker1
00:43:11
Aber zu sichern darfst du es nicht. Das heißt, wir führen sehr selten den Betrieb dahingehend.
Speaker0
00:43:15
Okay, okay. Wie, das interessiert mich, wie misst man den Grundwasserspiegel, die Höhe des Grundwassers? Wie, wie?
Speaker1
00:43:25
Ganz, ganz, ganz einfach.
Speaker0
00:43:26
Also natürlich einfach, ja.
Speaker1
00:43:28
Wie misst man es bei einem Oberflächengewässer? Da gibt es Pegellatten. Das siehst du bei Brücken oder so, siehst du so schwarz-weiße Pegellatten. Und da wird der Wasserspiegel abgelesen. Im Prinzip macht man es nicht anders im Grundwasserkörper. Da hat man Brunnen oder Rohre, die sozusagen reichen in den Grundwasserkörper rein und da misst man das mit einem Lot, Lichtlot oder das lässt man runter und wenn das anschlägt, piepst oder Lichtsignal gibt, dann weiß man, aha, jetzt bin ich beim Wasser. Und das ist der Wasserspiegel des Grundwasserkörpers.
Speaker0
00:43:58
So einfach misst man das. Dann gibt es einfach genug Messstellen und dann die Fasperien zusammen.
Speaker1
00:44:03
Wir haben im ganzen Marchfeld verteilt ungefähr 200 Messstellen, die wir in einem regelmäßigen Zyklus quasi alle kontrollieren, abmessen, also messen den Wasserspiegel und deswegen wissen wir, wie der Verlauf des Grundwassers im Marchfeld im Jahresverlauf ist. Wie entwickelt sich der vom Frühjahr über den Sommer wieder hinein im Winter? Okay.
Speaker0
00:44:22
Einmal noch kurz zurück zum Trapez, wenn ich jetzt so ein Trapez nehme. Ich zeige mir das auf, damit ich mir das vorstellen kann. Und ich mache jetzt eine Seite ein bisschen steiler als die andere. Wie heißt diese geometrische Form dann?
Speaker1
00:44:34
Schief ist es.
Speaker0
00:44:38
Ich frage nicht, ich will eigentlich auf eine sehr sonderbare Funktion in der Planung. Es gibt nämlich scheinbar auch eine militärische Funktion, hat es gegeben bei der Planung des Marchfeldkanals, oder?
Speaker1
00:44:51
Ja, zum einen weiß ich, dass bei Brücken Sprengvorrichtungen berücksichtigt worden sind und bei der Böschung, da war auch irgendwas.
Speaker0
00:45:03
Deswegen habe ich gemeint, weil ich habe irgendwo gelesen, die eine Seite haben es flach lassen, aber die andere Seite zum Außerkommen, die ist dann steiler, das waren es mit dem Bord zu einem fahren, vom Eisen in den Vorhang kommend, dass es auf der anderen Seite nicht mehr rauf gekommen ist. Jetzt haben sie auch Seiten steiler gebaut oder sowas.
Speaker1
00:45:19
Das hat mir vor kurzem ein Kollege vom Bundesheer erzählt, aber es ist nicht so präsent, es ist nicht so relevant für uns.
Speaker0
00:45:27
Für die Gegenwart zum Glück nicht mehr so eine große Relevanz, sodass es auch ein bisschen in Vergessenheit geraten hat.
Speaker1
00:45:32
Ich glaube, da macht Feldkanal halt keinen Aufhören.
Speaker0
00:45:36
So machen wir dann nicht. Schwimmer dürfen wir nicht dran, gell?
Speaker1
00:45:38
Ja, genau.
Speaker0
00:45:39
Jetzt schauen wir auf den Kanal selber, auch das System. Mir würde es interessieren, wie funktioniert jetzt dieser Kanal? Also wie kommt das Wasser da rein, wie kommt es wieder raus, was passiert dazwischen, was für Funktion hat die Bauweise und führen Sie mal ein bisschen von vorn bis hinten durch den Kanal und sagen, wie er so funktioniert, sodass man sich dann ein bisschen vorstellen kann. Aha.
Speaker1
00:46:07
Gut, also Marchfeld-Kanalsystem. Es sind grundsätzlich vier Gewässer, vier Gerinne, die dieses System ausmachen. Wir beginnen eben vor Wien bei Langenzersdorf, nehmen wir linkshufrig aus der Donau Wasser raus. Also es ist Donau Wasser, das hier da rausnehmen und über diesen Marchfeldkanal in das Marchfeld leiten. Der Marchfeldkanal, den hat es vor 1992 nicht gegeben. Dort waren landwirtschaftliche Flächen, Städte, Aureste, was auch immer. Aber dort war kein Fließgewässer. Also 19 Kilometer, die komplett neu hergestellt worden sind. Wirklich einzigartig. Der ist dann in den Rusbach eingemündet. Der Rusbach ist ein bestehendes Weinviertler Gewässer, das hat es schon immer gegeben. Dort mündet er ein, der Rußbach ist ausgebaut, angepasst worden und aus dem Rußbach gibt es dann wieder einen Kanal, den Obersiebenbrunnerkanal, sechs Kilometer lang, der den Stempfelbach dotiert. Der Stempfelbach beschickt, befüllt, das Wasser weitergeht.
Speaker0
00:47:10
Das ist eine Tagsprache.
Speaker1
00:47:11
Wird immer so gut dotiert. Also der Stempfelbach ist auch wieder so ein Weinviertlergewässer, das da eben mit Wasser befüllt wird. Also das ist, genau, das macht es einmal aus, diese vier Gewässer in Summe 91 Kilometer dieses Marchfeldkanalsystem ausmachen und wir schicken da im Moment so ungefähr fünf Kubikmeter pro Sekunde, also 5000 Liter pro Sekunde durch dieses System durch. Und das ist gleich mal die erste wichtige Funktion neben der Grundwasseranreicherung, das ist gesichert, eine gesicherte Wasserversorgung. Also so in einem Jahr wie diesem hat man oft das Thema gehabt, in die Mediengewässer trocknen aus, Fisch sterben, es wird zu warm oder ich habe einfach überhaupt noch mal zu wenig Wasser in einem Gewässer. Das ist bei uns nicht der Fall. Wir haben eben dieses Wasser gesichert aus der Donau, das wir da durchschicken, egal wie trocken es ist, wie lange es nicht regnet, wir schicken das Wasser durch. Diese 5000 Liter fließen da und das teilen wir so auf, dass die gesamte Menge durch den Marchfeldkanal in den Rusbach fließt und in den Obersiebenbrunnerkanal dann nur mit 250 Liter, weil der Stempfelbach auch kleiner dimensioniert ist. Und das geht dann über den Stempfelbach. Der Stempfelbach mündet in die Mach, die Mach in die Donau. Der Russbach selbst mündet in die Donau. Das heißt, das Wasser, was wir vor Wien aus der Donau rausnehmen, kommt bei der Staatsgrenze mit der Slowakei wieder in die Donau rein. Wenn wir also nicht versickern und wir sind ein Kanal, Kanal bedeutet, wir sind nach unten hin abgedichtet, also es gibt keinen Austausch mit dem Grundwasser.
Speaker0
00:48:36
Eigentlich zu betoniert, aber nicht.
Speaker1
00:48:37
Ja, zu betoniert nicht, aber eine wasserundurchlässige Schicht. Dann fließt das ganze Wasser durch, durchs Marchfeldkanal.
Speaker0
00:48:44
Ein Nullsummenspiel.
Speaker1
00:48:45
Und wieder in die Donau rein, genau. Ein großes Umgehungsgerinne für Freude, wenn du so willst.
Speaker0
00:48:50
Aha, das heißt, es sind von diesen vier Gewässern, die du beschrieben hast, drei natürliche eigentlich, oder? Zwei.
Speaker1
00:48:55
Der Russbach und der Stempfelbach und der Obersiebenbrunner Kanal und der Marchfeldkanal. Obersiebenbrunner Kanal, okay, gut, dass ich es jetzt habe. Die sind sozusagen die künstlich hergestellten.
Speaker0
00:49:04
Und die zwei natürlichen, die würde es eigentlich gar nicht mehr in dieser Form wahrscheinlich auch gar nicht mehr geben?
Speaker1
00:49:09
Nein, sie würde es schon geben, aber der Stempfelbach wäre einen wie diesen ausgetrocknet und der Russbach, das sieht man sehr schön, wenn man in Deutsch-Wagramm steht, sieht man, wo der alte Russbach reinkommt in das Marchfeldkanal-System. Da fließen im Moment, ich weiß nicht, 10, 20 Liter, also das ist ein Rindsaal und danach 5000 Liter, also Da ist dann das Gewässer, also der wird vertrocknet, bis er zur Donau kommt.
Speaker0
00:49:31
Interessant, weil auch so eine Frage, die man natürlich gestellt hat, ist, wenn sich hier der Donau so viel Wasser entnimmt, ist das nicht ein Problem für die Donau? Umgekehrt, wenn die Donau jetzt Niedrigwasser hat, was immer jetzt Niedrigwasser heißt, ist das nicht irgendwann einmal ein Problem, dass nichts mehr im Kanal rinnt? Also bis zu welchem Wasserstand kennt ihr eigentlich Wasser? und das ist nämlich auch interessant, ihr pumpt das ja nicht in den Kanal ein, sondern das rinnt einfach ein, oder?
Speaker1
00:49:59
Ganz genau.
Speaker0
00:50:00
Ich glaube, das wird einbumpt oder so. Wie funktioniert das? Erklär mir das.
Speaker1
00:50:04
Die ersten fünf Jahre haben wir teilweise pumpen müssen. Wir haben auch die Pumpen im Einlaufbauwerk. Seit 1992 fließt dieses Wasser und bis 1997 haben wir teilweise den Bedarf gehabt, weil Freude noch nicht in Vollstau war. Also seit 1997 ist das Kraftwerk Freudenau in Betrieb, im Vollstau und wir sind im Rückstau Bereich von Freudenau und deswegen haben wir einen gesicherten Wasserspiegel durch diesen Rückstau vom Kraftwerk. Weil er höher ist. Ganz genau, weil er höher ist.
Speaker0
00:50:32
Freudenau ist das, wo wir drüberfahren bei Greifenstein.
Speaker1
00:50:35
Nein, Freudenau ist Kraftwerk Freudenau in Wien, unterhalb von Wien. Wo ist das? Das letzte Kraftwerk in Österreich. Freudenau in der Lobau.
Speaker0
00:50:44
Ah, ja, ja, okay, bin wieder dabei. Jetzt habe ich es wieder durcheinander gebracht.
Speaker1
00:50:47
Greifenstein ist Ja, ja. Also wie das graf wirkt, das war das Letzte, was in Österreich errichtet worden ist. Und 1997 ist es im Vollstau gegangen. Also da war es dann vollständig errichtet und hat diesen entsprechenden Wasserspiegel und der ermöglicht, dass wir im freien Gefälle von der Mündung, also von Langenzersdorf, bis wieder durch das ganze System freifließend sind.
Speaker0
00:51:11
Okay, und das durch Freudenau wird bleiben. Es gibt jetzt keinen Grund, dass man annimmt, dass dieser Spiegel wieder sinken würde oder sowas. Das heißt, dieser Rückstau oder Vollstau, oder wie hast du gesagt, Vollstau?
Speaker1
00:51:22
Voll stark.
Speaker0
00:51:22
Das heißt, dadurch ist das Wasser so hoch, dass es mit der Gravitation, also mit der Schwerkraft in den Kanal einfließt und ihr nichts künstlich pumpen müsst. Würde das weiter runter sinken, Müsste aktiv wieder gepumpt werden, aber selbst für den Fall hättet ihr noch diese Pumpen. Ich mit meiner Vereinfachung.
Speaker1
00:51:41
Nein, nein, nein. Das sollte eigentlich hoffentlich nicht passieren. Also dieses Jahr waren wir schon sehr dramatisch tief.
Speaker0
00:51:49
Selbst mit dem Vorstau.
Speaker1
00:51:51
Selbst mit dem Vorstau. Aber wir haben zuerst gesagt, wie viel entnehmen wir und fällt das nicht der Donau. Wir entnehmen 5 Kubik pro Sekunde. Die Donau hat eine Mittelwasserführung von, ich weiß nicht, 1.910. Danke, 1.910. Ein bisschen vorbereitet. Niederwasserführung sind wir bei 8.900 oder was hast du da stehen?
Speaker0
00:52:11
Gar nichts, das habe ich gar nicht gewusst, was eine Niedrigwasserführung ist.
Speaker1
00:52:13
Das sind statistische Werte. Was ist Niedrigwasser, was ist eine mittlere Wasserführung, HQ1 und so weiter. Und dieses Jahr waren wir bei Kanalburg bei 770 Kubikmeter pro Sekunde. Also das ist schon sehr, sehr wenig. Und da war es, ich sage einmal, da wird es auch schon brenzlig ging dann für uns. Also wenn das noch dramatisch oder weiter absinkt, kriegen wir natürlich ein Problem damit.
Speaker0
00:52:35
Aber da geht es um einen Wasserstand.
Speaker1
00:52:37
Genau, da geht es um einen Wasserstand, aber der ist natürlich abhängig auch vom Durchfluss. Sinkt der Durchfluss, sinkt natürlich auch der Wasserstand.
Speaker0
00:52:45
Das ist nämlich für mich so eine wichtige Zahl, das hätte ich uns dennoch gebeten, aber wenn wir es jetzt schon da haben, 1910, ich glaube, das ist so der Tour des Jahresmittel oder sowas, was irgendwo ausgegeben haben, kann es sein?
Speaker1
00:52:55
Es kommt natürlich immer auf die Station drauf an.
Speaker0
00:52:58
Wo man misst, wer misst.
Speaker1
00:53:00
Nein, eher drauf wo.
Speaker0
00:53:01
Bauer keine Messung, die du nicht selber durchgeführt hast.
Speaker1
00:53:05
Nein, aber bis nach Wien hast du eine Gerinne, die es nur einmündet und dann die Statistik verändert oder einen anderen durchschnittlichen Wert hat. Aber das ist schon ein sehr potentes, starkes Gewässer, die Donau.
Speaker0
00:53:18
Genau, das heißt, was ich mir ausreden von diesen 1900, sind es 0,25 Prozent, was quasi der komplette Marchfeldkanal-System nutzt. und bei dem niedrigen Wasser sind sie ab Prozent oder sowas. Es ist...
Speaker1
00:53:33
Genau, und auch in Zentimeter, das merkst du in der Donau nicht. Natürlich kann man sagen, ja, alles fällt der Donau, aber der Mehrwert für die Region nachfällt, ist einfach ein enormer. Also das ist auf jeden Fall aus meiner Sicht natürlich eine Verbesserung für die Region. und man kann es auch so sehen, vor der Regulierung war die Donau ja auch vernetzt und hat das Wasser quasi in die Region gebracht und hat verteilt. Wir spielen das halt heute nach, wir leben in einer Kulturlandschaft und das ist halt eine Steuermöglichkeit.
Speaker0
00:54:05
Jetzt ist das Wasser, jetzt rinnt es oben, dank Vollstau quasi in den Kanal ein, dann ist es drinnen. Was passiert dann?
Speaker1
00:54:15
Dann rinnt es. Dann rinnt es, wenn wir wollen. Wir haben ein komplett gesteuertes System. Das heißt, wir haben unsere Zentrale in Deutsch-Wagramm ein Leitsystem und da können wir alle Anlagen steuern. Also das ist nicht ein durchgehendes Gerinn, sondern wir haben mehrere Wehrbauwerke, also Klappen, über die wir den Durchfluss, den Wasserfluss quasi steuern können. Also gleich beim Einlaufbauwerk und dann abgestuft in weiterer Folge gibt es so Wehrbauwerke, wo das gesteuert wird. Es erfüllt auf dem Weg viele Funktionen, also die Grundwasseranreicherung ist das Erste, das haben wir angesprochen. Dafür gibt es eigene Anlagen, die Grundwasseranreicherungsanlagen.
Speaker0
00:54:53
Grundwasseranreicherung, das sind nicht die Versicherungsanlagen.
Speaker1
00:54:55
Das ist das Gleiche. Das ist das Gleiche,
Speaker0
00:54:57
Gibt es ein zweites Wort?
Speaker1
00:54:58
Grundwasseranreicherungsanlage, Versicherungsanlage. Da haben wir drei Anlagen davon, wo wir quasi, wenn wir das Grundwasser anreichern dürfen, sprich ein gewisser Wert unterschritten worden ist, dann öffnen wir einfach gesagt einen Schieber, dann geht es durch Filteranlagen, Filterbecken, Schotterkörper und versickert dann über den Boden in den Grundwasserkörper.
Speaker0
00:55:16
Ich stelle mir das vor, weil das ist, glaube ich, ein zentraler Punkt. Hauptfunktion Grundwasseranreicherung. Genau. Ergo die drei Versickerungen, oder das andere Wort, was du gesagt hast, was ich jetzt schon wieder nicht mehr weiß, ist, wie funktioniert, das ist ja zentrale Funktion, ganz, ganz wichtig eigentlich. Wo sind die, wie groß sind die, wie funktionieren die genau?
Speaker1
00:55:35
Okay. Drei Anlagen. Die erste ist am Marchfeldkanal situiert, im Stalinger Feld, also so ist die Flurbezeichnung. Die zweite ist am Rusbach, das ist eine Nebengerinne, diese Versickerungsanlage. und die dritte ist im Prinzip am Beginn oder am Ende des Ober-Sieben-Brunner-Kanals und Anfang des Stempfelbachs der Speltengarten. Also wir haben es räumlich verteilt. Wie funktioniert sowas? Fangen wir so an. Der Anspruch damals war, wenn man das Wasser versickert, dass wenn das Wasser dem Grundwasserkörper zugeführt wird, dass es Trinkwasserqualität aufweist. Das heißt, ich muss das Donauwasser in einer gewissen Weise filtern, Obwohl das eh relativ gute Qualitätsparameter aufheißt.
Speaker0
00:56:21
Vorfiltern, Aktivfiltern.
Speaker1
00:56:23
Der Filter schaut so aus. Also wenn wir bei unserer größten Anlage, da macht man einen Schieb auf, das Wasser fließt frei rein und ich habe einmal ein Absetzbecken, wo sich grobe Stoffe absetzen. Also ich nehme die Fließgeschwindigkeit raus, Stoffe setzen sich ab, dann geht es weiter durch einen Schotterkörper.
Speaker0
00:56:39
Wie beim türkischen Kaffee.
Speaker1
00:56:41
Genau, das untere trinkt noch nicht.
Speaker0
00:56:43
Mit Affan trinkt noch nicht.
Speaker1
00:56:45
Ganz genau, genau das ist das Prinzip. Den oberen Teil von dem türkischen Kaffee schickt man dann nur durch ein Schotterbad. Also zuerst grobkörnig, mittel- und dann feinkörnig. Und dann, die letzte Passage ist die Bodenpassage. Das ist der letzte Filter. Und wenn es durch den durch ist, dann ist es im Grundwasserkörper in dieser Trinkwasserqualität.
Speaker0
00:57:04
Aber dann ist es schon im Grundwasserkörper drin?
Speaker1
00:57:06
Dann ist es schon im Grundwasserkörper drin. Also das ist so eine Anlage, das schaut, wenn man dort ist. Es ist zwar einzigartig in Europa, würde ich jetzt einmal sagen, in dieser Konstellation, aber es ist jetzt nicht technisch spektakulär. Weil das Wasser fließt halt. Du hast jetzt einmal das Wasserbecken ab, dann ist es ein großes Schotterfeld, das man sieht, wo das Wasser durchströmt und dann hast du ein großes Sickerbecken, wo das Wasser reinfließt und dann einfach versickert.
Speaker0
00:57:27
Die Physik ist spannend dahinter wahrscheinlich und die Biologie und das. Wo oben schaut es alles gleich aus.
Speaker1
00:57:31
Ja genau, es ist nicht so spektakulär. So sind sozusagen diese Grundwasseranreicherungsanlagen aufgebaut, also Sickeranlagen, wo das Wasser künstlich versickert, was die Natur normalerweise macht, wenn es regnet, versickert sie auch und das spülen wir sozusagen so nach.
Speaker0
00:57:45
Dann noch eine Anschlussfrage. Ich stelle mir jetzt vor, dass das Hauptargument oder das Hauptding dieser Anlage ist Fläche, oder? Weil ich brauche, das ist ja zu meiner Vorstellung, ich kann das nicht punktuell machen und das ist recht tief, aber halt nur auf einen Punkt, sondern du brauchst eine große Fläche, dass es möglichst gut versickern kann. Oder gibt es Bereiche, wo das Versickern schneller geht wie woanders? Das ist so ein bisschen das. Wie funktioniert das Versickern an sich? Brauche ich ganz, ganz viel Fläche, damit ganz, ganz viel einfach reingeht oder drucke ich das ein bisschen ab, damit es schneller ins Grundwasser? Wie kann ich die Versickern Geschwindigkeit, wie kann ich denn das steuern?
Speaker1
00:58:19
Sehr, sehr guter Punkt. Gehen wir zurück zu dieser Badewanne. Die ist ja relativ groß.
Speaker0
00:58:26
Achso, wir reden jetzt von dem riesen Grundwasserkörper.
Speaker1
00:58:27
Dem Grundwasserkörper, genau. Der im Sommer abgesenkt wird durch die intensive Nutzung. Und jetzt sollen wir das möglichst wieder auffüllen. Das, was er jetzt beschrieben hat, können wir natürlich nur an einer Stelle machen. Oder diese eine Anlage oder drei machen wir dort. Und dort merkst du das einmal sehr schnell und im ersten Moment. Das ist so, wenn du Sand spielst und du bringst an einer Stelle immer Sand auf, dann bildest du dort so eine Kegel, eine Pyramide. Und so ist es im Grundwasser auch. Das ist nicht so wie in einem oberflächigen Gewässer, dass das Wasser verteuert, sondern es ist ja sozusagen diese Badewanne, die mit Schotter gefüllt ist. Und das Wasser bildet dann auch so einen Kegel aus. Das heißt, es dauert, es ist ein sehr langsamer Prozess, in dem sich dieses Wasser ausbreitet. Das heißt, um das effektiv machen zu können, sodass die Landwirtschaft schnell und gut nützt, brauchst du möglichst viele von diesen Anlagen, um das Wasser in den Grundwasserkörper einzubringen. Oder eben lange Zeiträume, also dass wir das zugeben und dieser Kegel, bis es ausbereitet und an den Ausläufern, dass man dort auch was merkt, vergangen Monate von dem Grundwasseranreicherungsbetrieb. Deswegen haben wir auch drei dezentrale Stellen, nicht nur eine, wo das Wasser verteilt wird, sondern drei. Die größte habe ich davor beschrieben. Die zweite ist ein bisschen anders konzipiert. Das ist eine linienförmige Versickerung, sprich ein Gerinne, die gesamte Länge vom Gerinne versickert wird das Wasser. Und das dritte ist dann wieder eine Beckenanlage.
Speaker0
00:59:53
Aber kommt von der Fläche her dann ähnlich, nur die Fläche ist anders gestellt. Im Prinzip ist es.
Speaker1
00:59:56
Genau das Gleiche, genau.
Speaker0
00:59:58
Das heißt, ganz wichtig ist, wie nennt man das, die Geologie darunter, also wie da quasi….
Speaker1
01:00:05
Das ist ja der gute Punkt, dass das möglich ist. Eben die Badewanne, die einen homogenen Grundwasserkörper hat, also diese mit Schotter gefüllte Wanne. Ich habe natürlich auch woanders in Österreich Grundwasserkörper, aber die sind zum Teil halt heterogen, also sehr nicht zusammenhängend oder da habe ich wieder Schichten drin, die Wasser undurchlässig sind und das ist eben bei uns nicht der Fall. Das heißt, wenn ich an einer Stelle dieses Wasser einbringe, verteilt sich das mit der Zeit.
Speaker0
01:00:35
Es dauert halt, nicht?
Speaker1
01:00:36
Es dauert halt, ja genau.
Speaker0
01:00:37
Aber kennt ihr, müsst ihr dann, gehen wir vielleicht auf das, weil wir haben ja das zweitrockenste, es war recht trocken, besonders arg trocken, es war ein Katastrophen. Es hat wenig Wasser gegeben, ich bin ein paar Mal mit dem Rennrad eh durchs Marchfeld gefahren, bis ich mir beim Rücken, weder kann ich nicht mehr so viel fahren, aber es ist halt wirklich, wenn du durchs Marchfeld fährst und ich weiß nicht, ob ich mal im Marchfeld fahre, aber es wird halt überall gefühlt gespritzt. Du fährst ständig durch Wasser, das Wasser war immer allgegenwärtig. Wie schnell kann ich nachversickern, wenn ich weiß, wenn ich siehe, jeder dort weiß, vielleicht noch mehr wie sonst, weil sonst nicht nachkommen, weil sonst nichts wächst. Der Rundwasserspiegel sinkt, das kann man dann wahrscheinlich messen, Es wird wahrscheinlich passieren, ich störe jetzt nur aus der Hypothesen, du widersprichst mir bitte, kommt es überhaupt noch nach mit dem Versickern oder macht es sich dann eigentlich nur noch, Schadensbegrenzung klingt jetzt blöd, aber einfach schaut es halt, dass es ein bisschen kompensiert und hofft es, dass es nicht zu viel verbraucht wird oder wie störe ich mir das vor?
Speaker1
01:01:42
Also wir kommen nicht nach. Es wird massiv bewässert in so einem Jahr wie diesem. Das braucht die Landwirtschaft einfach für diese Pflanzenproduktion. Und mit unseren Anlagen, wenn wir die alle in Betrieb haben, dann sind wir ungefähr bei 300 Liter pro Sekunde, die wir versickern. Mit allen drei Anlagen im Vollbetrieb. Wenn man sich jetzt anschaut, ein Rainstar, also eine so Beregnungsmaschine, die braucht ungefähr 20 Liter pro Sekunde.
Speaker0
01:02:14
Eine?
Speaker1
01:02:14
Eine.
Speaker0
01:02:15
Wir reden da jetzt pro Sekunde pro Fläche oder pro Kreuz?
Speaker1
01:02:19
Pro Sekunde, also wenn der steht auf den Feld, also das schaust du halt danach, was du auf der Fläche brauchst, aber wenn diese eine Beregnungsmaschine in Betrieb ist, das ist nur eine Hausnummer plus minus, aber ungefähr 20 Liter pro Sekunde.
Speaker0
01:02:31
Und eure ganzen Anlagen zusammen?
Speaker1
01:02:33
Das sind 300 Liter pro Sekunde.
Speaker0
01:02:36
Ejo.
Speaker1
01:02:37
Genau.
Speaker0
01:02:38
Das sind 15 Geräte.
Speaker1
01:02:41
Vielfaches, was quasi da in so einem Sommer entnommen wird. Unsere Aufgabe ist nicht, dass wir jetzt eins zu eins den Bedarf der Landwirtschaft decken können. Das können wir nicht. Unsere Funktion ist, dass wir das langjährige Defizit in diesem Grundwasserspiel ausgleichen können. Gehen wir wieder zurück zur Badewanne. Ich habe gesagt, da gibt es einen Niederschlag, wo ungefähr 5 bis 10 Prozent zur Grundwasserneubildung beitragen. Der Rest verdunstet. Also da fließt was rein in den Grundwasserkörper. Dann habe ich einen Zufluss von der Donau und Weinviertler Hügelland und einen Abfluss wieder in die Donau. Und dann kommt der Mensch ins Spiel. Das heißt, ich habe eine gewisse Grundwasserbilanz. Zufluss, Abfluss. Und im Marchfeld habe ich eben ein Defizit, das macht ungefähr 7 Millionen Kubikmeter pro Jahr aus. Und das können wir ausgleichen, wo wir das ganze Jahr Betrieb führen. Aber ich kann jetzt nicht dafür sorgen, wenn an einer Stelle sozusagen das Grundwasserspiegel abfällt, der Landwirt kriegt mit seiner Pumpe oder Brunnen ein Problem und wird daran auf und das Problem ist gelöst. Das ist nicht der Fall. Weil bis vor dieser einen Stelle, wo wir das Grundwasser einbringen, jetzt zum Beispiel im Stallingerfeld, in einer Entfernung von drei Kilometern, dauert es circa zwei Monate, bis man etwas merkt. Aber wir merken mit Messen im Zentimeterbereich nicht der Landwirt, der das dann sieht, dass da mehr Wasser ist. Also das muss man verstehen. Das sind saisonale Prozesse, die wir da machen können, langfristig diesen Wasserkörper in dieser Badewanne, in dem Grundwasserkörper auszugleichen. Also saisonale Defizite können wir ausweiten.
Speaker0
01:04:11
So ein bisschen so eine Funktion wie der Kocher jetzt bei der EZB oder bei der Nationalbank. Du musst den Zinssatz so ansetzen, dass quasi die Inflation über das Jahr bei den 2% bleibt. Ein bisschen aufdrehen, ein bisschen andrehen und schauen, dass das Ganze, das heißt, du managst eigentlich die Bilanz. Und diese Versickerungsanlagen sind übers Jahr gerechnet, je nachdem wie du das einstellst, sollen sie die es kann ja auch zu viel werden, wenn man wieder beim Grundwasserspiegel dort zu hoch ansteigen würde.
Speaker1
01:04:41
Genau, das darf nicht passieren.
Speaker0
01:04:42
Da würde es ja dagegen managen.
Speaker1
01:04:44
Da ist so eine Schranke, also ein Wert erreicht, wo wir nicht versickern dürfen. Da müssen wir unsere Anlagen außer Betrieb nehmen.
Speaker0
01:04:52
Wir sind noch beim Kanal, was er so tut.
Speaker1
01:04:53
Wir haben jetzt die Versickerungsanlagen,
Speaker0
01:04:55
Ich weiß eh auf, wo wir sind. Das ist so ein bisschen mein Job oder sowas, für das kriege ich nichts Zeit.
Speaker1
01:05:01
Die erste und wichtigste Funktion, aber nicht einzige, beziehungsweise haben wir die andere Funktion schon angesprochen, diese gesicherte Wasserversorgung, dass das Wasser da durch dieses System in die Region kommt. Und wofür braucht man das? Kläranlagenvorflut, ganz wichtige Funktion. Kläranlagenvorflut, wenn du eine Kläranlage hast, hast du ein gereinigtes Abwasser, aber das musst du in einen Vorfluter, also in einen gerinnenen Gewässer einleiten, um entsprechende Vermischung mit diesen Kläranlagenabwässern zu gewährleisten. Und wenn du jetzt so einen Stempfelbach hättest, wo 10 Liter oder nichts mehr rinnt, dann musst du was überlegen. Du hast ein Problem mit der Kläranlagen. Genau, du hast ein Problem. Oder das Wasser, was da drin ist, ist dann nochmal Kläranlagenabwässer.
Speaker0
01:05:41
Das heißt, es gibt Infrastruktur, die braucht einfach Wasser.
Speaker1
01:05:43
Also wir haben 9 Kläranlagen, die sozusagen in dieses Marchfeldkanalsystem einleiten. Also das heißt, für die Region ein Riesenvorteil. Für alle Gemeinden, die wissen, sie haben da keinen Stress. Entsprechend ist das Wasser natürlich aufbereitet. Aber sie können das einfach gesichert da einleiten. Ein Riesenvorteil. Also das ist schon mal eine große Funktion, diese Kläranlagenvorflut, die permanent gegeben ist.
Speaker0
01:06:03
Das sind so coole Worte in diesem Bereich.
Speaker1
01:06:05
Ja, das macht jede Disziplin, damit man sich abgrenzt.
Speaker0
01:06:08
Sehr schön.
Speaker1
01:06:11
Ganz wesentlich war damals auch der Hochwasserschutz, wie man das System errichtet hat. Ich habe zuerst den Rusbach angesprochen und der ist natürlich so wie, ja, was haben wir das gehabt? In 2024 waren diese kleinen Gewässer ganz niederösterreichweit oder österreichweit ein Problem und der Russbach hat immer wieder Probleme gemacht im Hochwasserfall und durch diesen Ausbau des Marchfeldkanalsystems sehr großzügig ist das eigentlich kein Problem mehr. Oder im Marchfeldkanalsystem gibt es kein Hochwasser, weil wir dort dienen wir selbst. Also wenn die Donau Hochwasser hat, können wir reduzieren. Also wir haben kein Hochwasser, wir sind ein gesteuertes System. Aber der Russbach, der aus dem Weinviertel in unser System reinkommt, der hat natürlich oberhalb schon ein Hochwasser. Aber der bringt halt ein paar Kubik und unser Querschnitt, also unser schönes Trapezprofil, naturnah gestaltet, ist halt so großzügig, dass das kein Problem ist. Also Hochwasserschutz ist in Deutsch-Wagramm und in den Gemeinden unterhalb mittlerweile zum Glück kein Problem mehr, seit der Richtung des Marchfeldkanals. Ganz wichtige Funktion auch.
Speaker0
01:07:11
Also es kann nicht viel Wasser werden. Selbst, jetzt stellen wir vor, die Donau hat Hochwasser, rinnt viel ein, das heißt, ihr macht es dort einmal zu. Oder reguliert es das stark. Dann überall rennt es überall rinnt es in den Kanal, in das Gewässer etc. Irgendwann ist es doch zu viel, oder? Oder wie kriegt es? Und am Ende?
Speaker1
01:07:30
Ja, also wenn wir jetzt bei dem sind, was denn möglich denkbar ist, na sicher, irgendwann geht alles unter. Aber schauen wir uns jetzt zum Beispiel 2024 an. Da hat es innerhalb von fünf Tagen 220 Millimeter gekriegt bei uns. Im Dullnerbereich waren es nur 400. Das ist quasi schon ein Weltuntergang. Und da haben wir kein Problem gehabt in unserem System. Wir haben den Durchfluss nicht reduzieren müssen, wir sind im Prinzip weitergefahren wie ganz normal, war nichts. weil das System einfach so großzügig ausgebaut worden ist. Also ich glaube, da kann man gut schlafen.
Speaker0
01:08:00
Okay, ich habe mir gedacht, jetzt machen wir ein bisschen Action und dann ein bisschen dramatisieren. Ihr mit euren 10.000-jährigen Planungsdingen, das kommt mir nicht in die Action einfach. Okay, also Wassersicherheit, hast du gesagt, Hochwasserschutz.
Speaker1
01:08:13
Kläranlagenvorflut, Sicherung der Wasserversorgung. Weiter, wasserwirtschaftlicher Aspekt war quasi die Verbesserung der Gewässergüte. Thomas in den 80er-Jahren war die Gewässergüte in vielen Gewässern relativ schlecht. vom ökologischen Zustand aus betrachtet, also Rustbach und Stempfelbach, auch durch die geringe Wasserführung und das jetzt in einem guten ökologischen Zustand durch diese Wasserzuführung aus der Donau, also auch eine wasserwirtschaftliche Verbesserung.
Speaker0
01:08:37
Das ist jetzt wieder eine Metapher, mit dem jeder war schon mal beim gesunden Untersuchung, das heißt, wenn du recht viel trinkst, ist im Prinzip dein Auslauf, also willst du auch ein bisschen gesünder, aber wenn du wenig trinkst, dann wird es recht.
Speaker1
01:08:50
Intensiv und die Giftstoffe
Speaker0
01:08:52
Und im Endeffekt so kann ich mir das mit der Wassergüte auch ein bisschen vorstellen.
Speaker1
01:08:57
Ja, genau. Das ist ein schönes Bild. Passt gut, genau. Das ist ein bisschen grausig,
Speaker0
01:09:00
Aber eigentlich auch schön.
Speaker1
01:09:01
Nein, es ist ein gutes Wasser.
Speaker0
01:09:04
Also so funktioniert das ein bisschen, oder?
Speaker1
01:09:06
Genau, genau. Also das sind diese wasserwirtschaftlichen Aspekte, die da eingeflossen sind, die man erfüllt hat mit diesem Marchfeldkanalprojekt. Und neben diesen wasserwirtschaftlichen hat man aber auch andere Ziele verfolgt. Wir haben es eben vorher schon angesprochen, dieser Wandel in der Wasserwirtschaft, dass man den Naturschutz, die Ökologie berücksichtigt, die Landschaftsplanung. Und das war eben damals auch eine Zielsetzung, dass man das Ganze naturnah gestaltet, eben nicht ein Trepezprofil, sondern ein aufgelöstes Profil, also ein bisschen dynamisch Wildböschungen Macht, dass man da Strukturen einbringt, Inseln, Seitnahme, naturnahe Bepflanzung und so weiter. Und das ist wirklich eigentlich außerordentlich gut gelungen und worauf wir auch sehr stolz sind und was auch eine große Verantwortung ist, weil wir machen auch ökologisches Monitoring in unserem System und ich bin jetzt der Techniker und nicht der Ökologe. Aber ein Wert, der nicht dazu sagen will, weil er einfach so beeindruckend ist, ist die Fischökologie. Wir sind halt natürlich auch ein Fischgewässer und die Qualität, da gibt es zwei Parameter, die Fischartenzusammensetzung und die Fischbiomasse. Die Biodiversität quasi, oder? Die Artenszusammensetzung ist die Biodiversität. Wie vielfältig ist das? Da haben wir im Prinzip alle Donaufischarten bei uns im System auch, weil Donauwasser, die schwimmen mit einer. Alle Wehranlagen, die wir haben, sind auch mit einer Fischaufstiegshilfe versehen, also die können da wandern. war damals auch nicht selbstverständlich oder ist heute zum Teil noch nicht selbstverständlich.
Speaker0
01:10:40
Wann gibt es das erst 80er, 90er Jahre, dass auf der Seite diese Kette da gibt?
Speaker1
01:10:44
Ja genau, also damals, wie man den Marchfeldkanal errichtet worden hat, da hat es da noch diese Regelwerke nicht gegeben, keine Wasserrahmenrichtlinie oder solche Vorschriften wegen Durchgängigkeit, aber man hat eben bei jedem Wehr diese Fischaufstiegshilfe errichtet, aber man hat nur ein bisschen probiert. Ich meine, da waren eh alle Universitäten auch dabei und deswegen schaut jeder Fischaufstieg ein bisschen anders aus, weil man halt geschaut hat, wie es funktioniert und sie funktionieren sehr gut. Aber das Besondere ist, auf das ich hinaus will, wir haben jetzt aktuell ein fischökologisches Monitoring gemacht und das zeigt zum einen, dass wir wirklich fast alle Fischarten vertreten haben, aber dass wir eine Fischspiermasse haben von fast 1000 Kilogramm Fische pro Hektar. Da kann man sich jetzt nichts darunter vorstellen. Aber wenn man, also zum Beispiel in Wien, das Gewässer ist dort, weiß nicht, 20, 30 Meter Brat ungefähr. Und wenn du da jetzt halt 500 Meter ungefähr entlang gehst, entlang von diesem Gewässer oder dort spazierst, Radl fährst, wie auch immer, dann kann man sich vorstellen, auf dieser Länge von 500 Meter ungefähr ist links oder rechts vor dir in dem Gewässer eine Tonne Fische. 70.000 Individuen. Das ist ein Wahnsinn. Das ist selbst für österreichische Verhältnisse, wo wir sehr gute Fließgewässer haben, ein wirklicher Bestwert.
Speaker0
01:11:53
Ist das nicht schon wieder zu viel irgendwann nochmal? Entschuldige, das muss ja ein bisschen Raum, aber...
Speaker1
01:11:58
Das reguliert sich dann eh selbst. Nein, dann hast du eh Räuber. Also zu viel gibt es in der Hinsicht glaube ich nicht, aber das kannst du einen Fischökologen fragen. Ich finde es super, dass das einfach so beeindruckend ist. Ich komme von der Thaya und Mach. Nicht, dass ich über ihn was Ahnung hätte. Also 1000 Kilo, ja, herzlich super. Und damit ich einen Bezug dazu gebe. Ich war selber, habe Wasserbau an der Donau und Mach gemacht. Das sind schöne Gewässer in Österreich. An der Mach haben wir eine Fischspiermasse von 50 Kilogramm. pro Hektar. 50.
Speaker0
01:12:33
50, ja.
Speaker1
01:12:35
In einem Altarm, der schön strukturiert ist, kommst du vielleicht auf 450, 500 Kilo pro Hektar. Das heißt, das ist wirklich was Besonderes und das ist gerade in dem Wiener Abschnitt, der noch sehr stark reich strukturiert ist, ist das gegeben. Das heißt, da gehen tausende Leute spazieren und haben da ein Paradies im Prinzip, was da bei ihnen vorbeifließt. Also eigentlich ein enormer Wert und das sind nur die Fische, die ganze Begleitökologie. Wie gesagt, ich bin nicht der Experte.
Speaker0
01:13:00
Aber du schwärmst, Ja, aber dürfen wir es fischen?
Speaker1
01:13:03
Ja, es ist ein Fischereigewässer. Ist ein Fischereigewässer.
Speaker0
01:13:05
Darf man quasi nutzen oder ernten?
Speaker1
01:13:07
Es ist verpachtet und genau, dann nimmst du eine Fischerkarte und kannst dort fischen gehen. Und das ist total wertvoll. Natürlich im direkten Gespräch sagt uns die Fische, Wahnsinn und es ist schlecht und so, aber wenn wir uns untereinander rennen, ist es natürlich. Es ist ein wirklich herausragendes, tolles Fischereigewässer. Und das finde ich so beachtlich. Wir reden von einem landwirtschaftlichen Projekt für die landwirtschaftliche Bewässerung. Ist ein Kanal gebaut worden. Und eigentlich... Das traue ich mir auch ruhig zu sagen, wissend, was es für andere Renaturierungsprojekte es gegeben hat, dass es eines der größten Renaturierungsprojekte des letzten Jahrhunderts ist. Weil Bauern mal in 11 Kilometer komplett neues Gewässer in so einer Qualität, mit so einer Ausstattung und so einer Fischzusammensetzung. Also das ist super, auch wenn die ganzen Renaturierungen, was so lange der Donau und alle Gewässer gibt, die ganz toll und wichtig sind. Aber man braucht sich auch mit so einem Projekt nicht verstecken. Das ist natürlich eine technische Maßnahme, aber wenn man es gescheit macht, ist für die Ökologie ein Riesenmehrwert.
Speaker0
01:14:04
Ich satze quasi renaturierungssicher, also ich habe jetzt renaturiert, ich satze quasi schon der Einzustand von einem Renaturierungsprojekt. Was ist jetzt in wenigen Worten, es ist schön, es sind Barmen und es ist nicht irgendwie ein Trapez, die sind gerade umbetoniert, ich sage jetzt mal. Aber was nutzt das? Was hat das für eine Funktion? und ich meine, einen Baum kann ich ja beim Trapez abpflanzen, sage ich jetzt einmal, brutal, ja provokant. Was ist der, was ist natureneue Planung und warum ist die gut?
Speaker1
01:14:36
Naja, gehen wir wieder zurück zu dem Trapez. Wenn man quasi klassischer Wasser baut, damit du 5 Kubik durchbringst, brauchst du vielleicht eine Gerinne, das hat an der Sohle vielleicht 15-20 Meter, oben halt 30-40 Meter. Dann das Trapez aufzogen, dann tue ich die Böschung natürlich schön glatt ausgestalten, dass das Wasser möglichst schnell fließen kann, sprich am besten asphaltieren oder mit Steinpflaster belegen.
Speaker0
01:15:01
Hardcore-Effizienz.
Speaker1
01:15:02
Ja, sicher. Möglichst glatt. Das Wasser schnell durchleiten und dann stellt man sich halt vor, was da drin für Lebensraum ist. Und jetzt unser Gewässer. Ich habe diese Gewässersohlen. Ich habe ein aufgelöstes Profil. Also ich habe nicht gleich diese harte Böschung, sondern ich habe vielleicht einmal eine Böschung, dann eine Stufe drin, wieder eine Böschung oder eine Absenkung, eine Nebengerinne. Ich habe Bereiche, wo das Wasser nicht so tief ist. Da können sich Jungfische verstecken. Lebensraum. Verschiedenste Lebensräume. Das ist so wie bei uns Menschen. Jeder ist anders. Jeder will was anderes wie einen anderen Lebensraum. Der eine braucht Leid, der andere will so Ruhe haben. Und so ist es im Gewässerlebensraum für die Tiere auch. Viel verschiedenste Lebensräume. Wir sind in einem trockenen Lebensraum im Marchfeld. Da haben wir trockenste Heißländen und Standorte, wo besondere Heuschrecken leben und besondere Bienenorten. Wie gesagt, ich bin nicht der Experte. Und gleichzeitig halt auch diesen Wasserlebensraum. Und diese Diversität, diese Vielfalt, die macht es einfach aus. Die ist das Besondere. Dafür brauche ich Fläche. Und das war zum Glück, ist da relativ viel Fläche in die Hand genommen worden, dass das nicht eben der klassische Kanal ist, der da durchgezogen worden ist, sondern man hat es ja auch Platz genommen, dass immer wieder Buchten drin sind, so kleine Biotope, Öffnungen, Aufweitungen, Vielfalt, Lebensraum. Genau, das macht es aus. Strukturvielfalt, also dass da immer Sträucher drin wachsen oder dass da verschiedene Baumarten sind. Ziel war eben auch, also damals bei der Bepflanzung, dass man nur heimische Pflanzen nimmt, um dieses System dort zu bepflanzen.
Speaker0
01:16:43
Wir sind immer noch ein bisschen beim Kanal. Wir haben jetzt die Funktionen ein bisschen durchgegeben. Jetzt sind wir schon ein bisschen bei den Nebenfunktionen. Die wollen wir jetzt nicht so sehr vertiefen, aber es gibt noch einen Radweg. Es ist quasi ein Naherholungsgebiet und so weiter und so fort. Also es ist einfach von der Idee her, es ist nicht einfach ein Wasser weg oder Wasser rein, ein Vollgaseffizienzsystem, sondern ein multifunktionales System, das diese Funktionen halt miterfüllt, aber halt ein bisschen mehr ist. Also wenn du dann die Kosten zusammenrechnest oder die Nutzen, kommt halt dann am Ende von der Rechnung mehr aus, als wenn nur diese eine Dingfunktion.
Speaker1
01:17:17
Ganz genau. Der letzte Wert, der Naherholungswert wird in den letzten Jahren immer wichtiger.
Speaker0
01:17:22
Naja, man redet ja auch immer so, jetzt in Diskussionen wieder über die Landwirtschaft, was hat die Landwirtschaft noch für Funktionen und dann kommt die touristische, die Erholungsfunktion etc. Die scheinbaren Nebenfunktionen der Landwirtschaft auch immer wieder zur Geltung. Und irgendwie, ich habe den Eindruck, ist die ganze Zeit jetzt so, dass man sagt, okay, es geht nicht mehr nur um die Hard Facts des einen Projektes, sondern auch um die Soft Skills und alles, was halt so dran hängt, dass man das auch als Teil der Rechnung mitnimmt. Und mir kommt das so in dem Kontext aus.
Speaker1
01:17:48
Ja, was letzten Endes ganz wichtig ist, weil es geht um sehr viel Geld und der Marchfeldkanal hat 193 Millionen Euro gekostet. Das habe ich vorweg genommen. Entschuldige.
Speaker0
01:17:57
Nein, perfekt.
Speaker1
01:17:59
Und das musst du natürlich auch rechtfertigen. Wir sind wieder bei der Studie.
Speaker0
01:18:04
193 Millionen.
Speaker1
01:18:04
193 Millionen, genau. Da sind wir auch wieder bei dieser Studie, dieser Kosten nutzen. Aber wie bewertest du natürlich jetzt einen Fisch? Was ist ein Fisch wert? Das ist halt schwierig zu bewerten.
Speaker0
01:18:16
Google-Magel. Ja, genau. Das kostet ja beim Ding.
Speaker1
01:18:18
Aber wenn ich dann sage, was das für eine Bedeutung ist, dieses Fischgewässer, das nicht austrocknet, das da da ist, wo einige Fischereivereine davon profitieren und auch leider Lebensraum, das kannst du nicht in Zahlen fassen. Aber so wie mit der Renaturierung, das kann man auch nicht in Zahlen fassen. Ob du musst. Du musst das umlegen. Aber diesen Wert, das ist eigentlich unschätzbar. Also man hat was, irgendwas gebaut, aber erst möglich wird es durch das Ganze rundherum. Dann wird es erst zu dem ganzen, zu dem Marchfeldkanal.
Speaker0
01:18:48
Also 193 kostet es, was kostet es laufend? Was sind so die jährlichen Kosten, damit das Ding weiter fließt?
Speaker1
01:18:54
Wie viel Geld muss fließen? Wie viel Geld muss fließen? Also so ungefähr ist unser Budget zwischen 3 und 4 Millionen Euro jedes Jahr.
Speaker0
01:19:02
Wobei da… Für Infrastruktur, Personal und alles drum und dran?
Speaker1
01:19:06
Alles drum und dran, wobei ein großer Teil davon noch immer eine Darlehens-Zurückzahlung ist von damals, von der Errichtung. Wir zahlen jetzt noch immer einen Kredit von der Errichtung von damals zurück. Also finanziert worden ist damals vor allem vom Bund, vom Land Niederösterreich und über eine Darlehen. Und das rennt noch immer bis 2043.
Speaker0
01:19:23
Und das laufende Geld kommt ja auch wieder vom Bund?
Speaker1
01:19:25
Im Moment ist sozusagen der Hauptfinanzierer des Land Niederösterreich.
Speaker0
01:19:29
Weil Hauptprofiteur wahrscheinlich, oder?
Speaker1
01:19:30
Weil Hauptprofiteur, der Bund ist noch dabei, bei diesen Darlehen, wo er noch mit unterstützt, dass wir das zurückzahlen. Und dann haben wir halt auch noch andere Einnahmen zum Teil, aber vor allem ist es finanziert durch das Land Niederösterreich. Förderung kriegen wir auch von der Stadt Wien, von Gemeinden, die anreinen.
Speaker0
01:19:46
Okay, ganz kurz zur Eigendemonstruktur, wem gehört die ganze Kürtbücher?
Speaker1
01:19:49
Wir sind eine Körperschaft öffentlichen Rechts, also wir sind mit einem Landesgesetz gegründet, in dem sind Gehörn, Gehört alle.
Speaker0
01:19:59
Oder zumindest alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher.
Speaker1
01:20:02
Unser Marchfeldkanal, auch dein Marchfeldkanal.
Speaker0
01:20:04
Dankeschön. Jetzt weiß ich mich jetzt bei dieser Diskussion um dieses organisatorische Kommasons googeln. Es ist so wunderschön, reden über die Funktionen, die Nebenfunktionen und die, Kosten und Nutzen und touristische. trotzdem habe ich irgendwie das Gefühl du hast vorher schon gesagt, damals hat es dir viele Auflagen noch nicht gegeben etc. Wir lieben alle Nachhaltigkeit wir lieben alle naturnahen Lebensräume, es ist in aller Munde aber glaubst du wirklich, dass ein Marchfeldkanal so wie er jetzt ist, so ein Projekt heute noch umsetzbar wäre?
Speaker1
01:20:44
Ja.
Speaker0
01:20:45
Ah, wirklich? Okay.
Speaker1
01:20:47
Aber nicht in dieser Zeit und nicht zu diesen Kosten.
Speaker0
01:20:51
Also nicht in dieser Bauzeit?
Speaker1
01:20:53
Also wir haben 83, ist die Planung losgegangen, 86 der Bau und 92 war die Erstflutung. Also in drei Jahren wäre das nicht möglich. Jetzt leben wir in einer anderen Welt.
Speaker0
01:21:06
Drei Jahre?
Speaker1
01:21:08
Drei Jahre, oder? Ja, da hat man halt nicht viel gefragt. Da hast du halt geschaut, dass du einen Grund kriegst und dann ist halt das Ganze durchgezogen worden. Heute hast du Bürgerbeteiligung, Einbindung, Umweltverträglichkeitsprüfung, alles wichtig und notwendig, aber das kostet Zeit und kostet Geld. Also es wäre natürlich viel teurer und aufwendiger und so wie er jetzt dasteht, könnte man heute natürlich nicht mehr bauen, weil man einfach den Grund nicht kriegen würde. Ich meine, damals, wir queren in Wien allein 19 Brücken, unter anderem die Pragerstraße, die Brünnerstraße, wenn man sich das Gebiet anschaut bei der Brünnerstraße, ein Heeresspital dort, das war damals, waren das Wiesen. wo wir da durchgehen. Heute dichtestes, bebautes Gebiet. Also so wie jetzt ist, würde man einfach die Flächen nicht mehr kriegen, unfinanzierbar oder würde nicht funktionieren. Aber Wasser, große Wasserinfrastruktur, sicher kann man das auch heute noch bauen, Ja, es sind natürlich viel mehr Bereiche oder Aspekte, die man halt berücksichtigen muss, ja.
Speaker0
01:22:07
Es gibt auch viele Dinge, an denen es eher scheitern könnte oder zumindest verzögert wird und sowas. Das ist nämlich irgendwie die Zeit, die man am meisten danach schreien würde und vermutlich auch brauchen würde, sage ich jetzt.
Speaker1
01:22:19
Also das ist nicht mehr möglich, ich würde nicht sagen, aber es ist natürlich immer vielfach schwieriger und teurer. Ganz andere Aufwendungen, die da halt notwendig werden.
Speaker0
01:22:26
Und wir müssen ja sparen, also wieso? Das ist ein schlechtes Argument wahrscheinlich. Gut, jetzt habe ich das Militärische aufgeschrieben, das ist jetzt wieder wurscht. Jetzt haben wir immer noch einen Kanal. Gehen wir an das Ende des Kanals. Das ist nämlich jetzt das Interessante, was ich gelesen habe. Ich habe nämlich gedacht, das Wasser wird eine pumpt und rinnt dann irgendwie wieder raus. Aber es rinnt eine und wird raus gepumpt, oder?
Speaker1
01:22:53
Nein, nein, nein. Nein, wir pumpen nix.
Speaker0
01:22:58
Da steht Pumpkraftwerke oder Pumpen.
Speaker1
01:23:01
Da muss ich wieder zur Badewanne gehen. Bleiben wir bei unserem Bild.
Speaker0
01:23:04
Zurück zur Badewanne.
Speaker1
01:23:05
Diese Badewanne ist leicht geneigt. Die hat ein Gefälle von Wien Richtung Bratislava, von West nach Ost.
Speaker0
01:23:10
Eine geneigte Badewanne.
Speaker1
01:23:12
Diese Grundwasseranreicherung brauchen wir im westlichen Teil des Marchfelds. Dort habe ich größere Flurabstände. Also der Abstand von der Gelände oder der Oberkante zum Grundwasserspiegel. Da unterscheidet es oft sieben Meter und sieben Meter ist so ein kritischer Wert, weil dann brauchst du auch andere Pumpen, um das Wasser zu fördern, dann reißt die Wassersäule, dann brauchst du Unterwasserpumpen. Sieben Meter ist ein kritischer Wert. Im Osten des Marchfeldes, also in diesem Donau-Marchwinkel, Auch dort habe ich nicht das Problem von tiefen Grundwasserständen, weil da kommt immer auch ein Toner zusammen und da bin ich in dem Bereich, wo teilweise der Grundwasser, der Flurabstand nur zwei Meter ist. Da habe ich zu hohe Grundwasserstände. Und dort haben wir unsere Pumpwerke. Die haben wir deswegen, weil wir den Russbach ausgebaut haben. Der Russbach, früher das Weinviertelgewässer, hat nicht nur die Funktion gehabt, dass er halt, also nicht nur als Gewässer, sondern er hat auch drenagierend gewirkt. Der hat das Wasser aus der Landschaft abgezogen und nicht nur jetzt in seinem Gerinne, sondern da fließt ja was in den Russbach rein. Das heißt, er entwässert die Landschaft und bringt es in die Donau und die entwässert Österreich und so weiter. Und wir haben jetzt dem Russbach ein Profil gegeben. Ein schönes Trapezprofil, also ein aufgelöstes halt. Und das ist abgedämmt. Das heißt, der ist jetzt nicht mehr im Austausch mit der Umgebung. Und diese drenagierende Funktion, dass er das Umland drenagiert oder diese Gräben in den Rusbach reingehen, das führen wir jetzt technisch nach mit Pumpwerken, dass wir das Wasser in den Rusbach reinpumpen und abführen.
Speaker0
01:24:47
Pumpen es nicht in den Donau, sondern in den Rusbach.
Speaker1
01:24:49
In den Rusbach, der leitet es weiter in die Donau. Also indirekt pumpen es ab. Und im Hochwasserfall oder zum Beispiel 2014, wie die Grundwasserstände sehr hoch waren, können wir noch deutlich mehr pumpen, als wie das, was natürlich zufließt, weil zudem sind wir behördlich verpflichtet. Wir können aber auch mehr pumpen, um den Grundwasserspiegel auch abzusenken und somit die Region, also die Hausbesitzer auch zum Schützen.
Speaker0
01:25:11
Von 100 Prozent Wasser, was oben reinfließt, wir FIFOD 100 Prozent fließen am Ende dann durchschnittlich über den Rußbach wieder zurück in die Donau. Das ist so quasi der durchschnittliche Entnahme. Prozentsatz.
Speaker1
01:25:28
Also im Winter, wenn wir nicht versickern, dann ist es 100%. Im Sommer, wenn wir versickern, dann habe ich gesagt, von den 5000 Liter können wir 300 Liter versickern. Und die Landwirte im direkten Nahbereich haben auch die Möglichkeit, nicht das Grundwasser zu nutzen, sondern direktes Gewässer. Das ist nämlich ein großer Vorteil, weil wir eben diese gesicherte Wasserversorgung haben, im Vergleich zu anderen Gewässern, zum Beispiel Mach, wo auch Wasser entnommen wird für Bewässerung, aber die Mach fällt natürlich und gerade jetzt ist die Mach sehr tief und das ist kritisch. Bei uns nicht, sonst treiben wir halt mehr auf. Wir schicken einfach mehr Wasser. Das ist wirklich ein großer Vorteil. Das heißt, die Landwirte im Nahbereich können da Wasser entnehmen. Das heißt, für diese 5000 Liter, wenn wir alles entnimmt und wir alle Anlagen in Betrieb haben, fließen vielleicht 80% wieder zurück, also 4000 Liter.
Speaker0
01:26:26
Also maximal ist dann 20% Entnahme im Maximalbereich. Okay, schauen wir vielleicht jetzt kurz Richtung Landwirtschaft, weil das ist ja im Endeffekt das, warum ich dann überhaupt einmal daran gedacht habe. Das hängt ja alles zusammen und was hin und her. Beschreib noch einmal, du hast das ja schon ein bisschen gesagt, die Bedeutung des Kanals für die Landwirtschaft, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, die Versickrung macht mir auch nicht zum Spaß, sondern die ist ja im Prinzip im, Hauptnutzen für die Landwirtschaft, damit wir es dann wieder entsprechen. Wäre das Marchfeld ohne den Marchfeldkanal überhaupt denkbar, also die Landwirtschaft dort?
Speaker1
01:27:07
Ja, sicher. Der Grundwasserkörper füllt sich auch wieder natürlich auf, aber wie gesagt, das ist so, was wir, ich würde es gerne als Versicherungsurkunde oder als Versicherung für die Region bezeichnen. Ein tiefes Absinken können wir verhindern, beziehungsweise in so Krisenjahren 2022, 2023 oder auch jetzt wieder, da sind unsere Anlagen dann ganz wichtig. und nicht nur, vielleicht nicht immer jetzt in technischer Hinsicht, nicht, dass man jetzt der Landwirt in seinem Brunnen jetzt gleich ein Wasser hat, auch in psychologischer Hinsicht, dass der Landwirt weiß, ich habe da einfach die Möglichkeit und ich habe da die Sicherheit und ich kann auch mit gutem Gewissen quasi den Betrieb auch an die nächste Generation übergeben. Ich habe eine Perspektive. Wir haben, du hast zu Beginn angesprochen, das Kompetenzzentrum für Bewässerung, wo wir in ganz Niederösterreich für Landwirte tätig sind und die beraten zu Bewässerungsfragen Und da ist einfach oft die Sorge oder die Befürchtung da, naja, Wasser brauchst du einfach für die landwirtschaftliche Produktion. Und wenn du das nicht gesichert hast, wir wüssten dann einen Betrieb auch deinen Kindern übergeben, sodass du guten Gewissens da ein Einkommen erwirtschaften kannst. Und deswegen ist es einfach auch psychologisch extrem wichtig, dass es uns gibt, dass wir da sind, dass die Landwirtschaft weiß, die haben gesichert diesen Grundwasserkörper und der gesichert durch uns in Stand gehalten wird.
Speaker0
01:28:33
Eigentlich ist nur Wasser da im Marchfeld, es ist halt recht trocken gewesen, aber im Prinzip ist ausreichend Wasser da, damit man es bewässern kann. Warum gibt es dann dieses Jahr Ernteausfälle etc., wenn im Prinzip eh so viel pumpt werden kann, wie man eigentlich braucht? Oder gibt es da irgendwelche Limitierungen? Das ist so die Frage, wenn du dich gar nicht auskennst so wie ich, dann denkst du, ja, dann pumpt du so viel, wie du brauchst und dann hat man eh kein Problem.
Speaker1
01:28:58
Nein, ein bisschen bin ich da der falsche Adressant, weil du musst mit einem Landwirt reden.
Speaker0
01:29:01
Ja, aber du hast schon, ich denke mir, du hast da Kontakt zu dir.
Speaker1
01:29:05
Wir sind der Wasserversorger. Wir schauen, dass wir Wasser zur Verfügung stellen. Aber in einem Jahr wie diesem, was über Wochen, Monate nicht ringt, was Temperaturen hat, über 40 Grad, ist das einfach ein brutaler Stress für die Pflanzen. Also so wie für uns, wenn du da draußen bist, du schwitzt, du kannst eigentlich nichts machen. Und da mit der Bewässerung, die ist zum einen arbeitsintensiv, sie ist kostspielig und du hältst die Pflanze ja zum Teil nur am Leben. Ich habe mit Landwirte geredet, die haben wir gesagt, er hat zwar jetzt bewässert, aber wenn du zwei Tage danach hingehst, merkst du nichts mehr davon. Weil wir sind im Marchfeld, es ist sehr flach, du kannst rund um die Uhr bewässern. Aber das gleicht halt an Landregen oder an schönen langsamen Regen bei weitem nicht aus, der flächig quasi den ganzen Boden befeuchtet. Und wenn es bei uns ging, also zum einen, das ist heiß und zum anderen geht auch der Wind. Das ist wie ein warmer Fön. Das heißt, es ist natürlich wie wahnsinnig, also extrem viel bewässert worden, aber das hat einen hohen Preis und also wie es jetzt mit den tatsächlichen Ertragseinbußen im Marchfeld und in nicht bewässerungsfähigen Regionen ist das kein der Netzung. Aber es ist natürlich eine Herausforderung und diese Erträge erzielt es trotzdem nicht. Einfach bei diesen Temperaturen ist das einfach ein zu großer Stress für die Pflanzen.
Speaker0
01:30:21
Ist man schon am Limit mit der Bewässerung? Oder geht noch mehr? Ich habe gelesen, man ist erst bei einem Drittel der Kapazität, was man, was der Kanal selbst, glaube ich, transportieren könnte.
Speaker1
01:30:32
Ist das richtig? Achso, wir, aha, das meinst du. Du spielst ein Drittel, wahrscheinlich auf das, wir fahren im Moment mit 5000 Liter pro Sekunde und wir haben den wasserrechtlichen Konsens, dass wir die dreifache Menge aus der Donau entnehmen dürfen. 15 Kubik. Also Wasser haben wir genug. Das ist wiederum die Versicherung. Wir bringen genug Wasser. Das ist nicht das Thema. Für die Landwirtschaft ist es trotzdem eine Herausforderung, einfach, dass du das Wasser auf die Flächen bringst.
Speaker0
01:30:57
Selbst wenn es im Grundwasser ist, brauche ich noch einmal die Bewässerungsstruktur, dass ich es auch wieder rausbringe und aufs Vödel drauf.
Speaker1
01:31:05
Genau, und da ist das Marchfeld im Prinzip fast flächig versorgt. Die Struktur ist ja schon da. Und es wird auch von Jahr zu Jahr mehr. Früher war eine entsprechende Kulturfolge und du hast nicht jede Frucht immer bewässert. Aber so wie dieses Jahr ist vieles bewässert worden. Mehr Kulturen, die früher vielleicht nicht bewässert worden sind. und kulturnah viel öfter, dass die am Leben geholt werden. Aber wie gesagt, ich bin nicht der Experte.
Speaker0
01:31:32
Nein, nein, nein. Aber was ist das Verhältnis zwischen indirekter, sprich über das Grundwasser, Entnahme zur direkten Entnahme, direkt aus dem Kanal, also aus dem System? Ja, genau.
Speaker1
01:31:42
40.000 Hektar, die tatsächlich bewässert werden, plus minus, schlagen wir nicht, ungefähr, und 1.250 Hektar, die direkt das Wasser aus dem Kanal entnehmen.
Speaker0
01:31:57
Das ist halt begrenzt.
Speaker1
01:31:58
Weil es nur im Nahbereich geht, also bis zu einem Kilometer. Und wenn du jetzt schon einen bestehenden Brunnen und eine Infrastruktur hast, musst du das auch überlegen. Aber es sind da eh einige dabei, 1250 Hektar. Das ist schon mal, auch wenn es nur 2 Prozent sind, aber trotzdem wertvoll, weil die nehmen das Wasser schon mal nicht aus dem Grundwasser, da bleibt es schon mal drin, sondern aus dem Kanal. Da kann man auch drüber streiten machen. Ich sage, das hat auch pflanzenphysiologische Vorteile, weil das Wasser nicht so kalt ist, weil Grundwasser ist, weiß nicht, 10 Grad, 12 Grad, 13 Grad, je nachdem, oder 8 Grad.
Speaker0
01:32:30
Ich habe ihn auch nicht gefragt, wie kalt das eigentlich ist.
Speaker1
01:32:32
Das ist dann eine kalte Dusche für die Pflanzen, was aber auch gut sein kann zur Kühlung, je nachdem, oder eben es ist besser, wenn es wärmer ist und unser Wasser, Donauwasser, da sind wir bei bis zu 20 Grad. Das ist natürlich für die Pflanzen ein anderer Schock. Ich weiß nicht, ob du warm oder kaltduscher bist,
Speaker0
01:32:49
Aber je nachdem. Ich habe jetzt seit einem Monat angefangen, dass ich zum Schluss kalt traue. Also es tut immer noch weh und ich mag es nicht. Aber das ist ganz kurz.
Speaker1
01:32:59
46 Jahre war ich in Warmduschein.
Speaker0
01:33:02
Aber jetzt habe ich einen leichten Knick drinnen, damit ich munter werde. Munter werden wird immer schwerer. Aber ja, danke für die Frage. Ich kenne das. Ich haute mich gerne.
Speaker1
01:33:10
80er-Fall. Und so ist es für die Pflanzen halt auch.
Speaker0
01:33:15
Werden diese Entnahmemengen von der Landwirtschaft, also aus dem Grundwasser, und aus dem Grundwasser, wird das irgendwie gemessen? Also wird das dann gemessen, wird das abgerechnet, zahlt, wird das auch verrechnet, diese Mengen, oder wie funktioniert das?
Speaker1
01:33:29
Grundwasser ist gratis. Grundwasser kostet nichts niemandem in Österreich. Du brauchst eine wasserrechtliche Bewilligung, Bescheid, dass du das Wasser entnimmst. Da gibt es ein entsprechendes Verfahren, wo du angeben musst, was für Fläche willst du bewässern, was für Kulturen sind dort, was haben die für einen Pflanzenwasserbedarf. Und danach wird festgelegt, was für eine Wassermenge du zur Verfügung gestellt kriegst oder entnehmen darfst aus diesem Grund, was ein Körper...
Speaker0
01:33:53
Also gemessen wird.
Speaker1
01:33:55
Genau, das ist auch vorgeschrieben quasi, das ist halt jetzt das, was eh gerade groß diskutiert wird, dieses Entnahmeregister, weil derzeit ist entweder vorgeschrieben mit einem Wasserzähler oder Wasserbuch, das halt geführt wird und das halt dann kontrolliert wird. Aber es weiß halt die Behörde oder das Ministerium jetzt nicht auf Knopfdruck, wie auch immer, was diese Wassermenge ist.
Speaker0
01:34:14
Ist es mehr noch auf Vertrauensbasis oder kriegt dann jede Pumpen quasi ein Messer drauf und das muss man halt dann ablesen und irgendwo eintragen oder kommt da, es gibt zum Beispiel Smart Meter in Wien, wo du im Prinzip dann, eigentlich die Daten live hast, du hast das und natürlich der Anbieter hat es auch. Wie funktioniert das da bei den Entnahmestationen? Ist das so ein Gefühl?
Speaker1
01:34:40
So automatisiert ist das im Moment noch nicht. Also eben weitestgehend funktioniert jetzt über diese Wasserbücher, wo der Landwirt halt mitprotokolliert, was er entnimmt und wie oft er sozusagen diesen Bewässerungsvorgang da hat.
Speaker0
01:34:52
Also da hört noch ein bisschen die Infrastruktur, das ist schon noch ein bisschen auf Vertrauensbasis auch, oder?
Speaker1
01:34:56
Ja, weil es ist auch eine massive Infrastruktur, die du brauchst. Und die Landwirtschaft sieht das ja auch kritisch, was ich auch aus Sicht der Landwirtschaft durchaus verstehen kann, weil es ist quasi wieder eine Kontrollschiene und ein massiver Aufwand. quasi das zu dokumentieren. Aber natürlich, wenn man was steuern will, braucht man halt Daten dazu. Deswegen haben wir unsere 200 Messsonden im Grundwasserkörper, damit wir wissen, wie sich das entwickelt. Zum Grundwasser noch kurz zurück. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Landwirte, die das Wasser aus unserem Gewässersystem entnehmen. Die Da brauchen sie auch wasserrechtliche Bewilligung und auch mit unserer Vereinbarung, dass sie das Wasser entnehmen dürfen. Da verlangen wir einen Anerkennungsbeitrag, aber der ist nicht mengenbezogen. Das heißt, da geht es einfach nur, dass wir auch wissen, wie viel Fläche der entnimmt und dann zahlt er einen geringen Beitrag, weil sonst würde es keiner machen.
Speaker0
01:35:47
Pauschaliert.
Speaker1
01:35:48
Ja, so auf die Worte. Aber das geht darum, wenn es Grundwasser nicht kostet, dann kann ich nicht viel verlangen für das Wasser, was man macht für den Kanal, weil sonst würde es keiner nehmen.
Speaker0
01:35:55
Ja, ist klar. Aber ich könnte mir vorstellen, diese ganze Diskussion um das Wasser, Also das Jahr natürlich, jetzt ist es eh schon wieder weg, deswegen, also aus der öffentlichen Diskussion, die Hitze ist draußen im wahrsten Sinne des Wortes und jetzt diskutieren wir schon wieder über andere Themen und so ein bisschen vergessen hat man es nicht mehr, die Schäden und die Folgen bleiben natürlich, aber ich könnte mir vorstellen, dass in den nächsten Jahren das Thema Wasser, Wasserverfügbarkeit, ein größeres Thema wird, die Diskussionen waren schon sehr heiß im wahrsten Sinne des Wortes dieses Jahr. Wo geht es da aus deiner Sicht hin mit der Ressource Wasser, vor allem bei den Großverbrauchern? Und ich würde sagen, Landwirtschaft ist ein Großverbrauch, sie wird immer wieder in die Diskussion kommen, ob sie jetzt will, zu Recht, Unzunrecht etc. Wo glaubst du, wird da die Reise hingehen, weil du bist ja im Endeffekt der Wasserbereitsteller oder Wassermanager.
Speaker1
01:36:46
Ich glaube, das wird wichtiger werden. Also die Landwirtschaft braucht sehr viel Wasser und ich glaube, das kann man ruhig selbstbewusster vertreten. Wir wollen ja alle Lebensmittel zu uns nehmen, die entsprechend produziert werden. Und man braucht ja nicht glauben, wenn bei uns die Landwirtschaft mit dieser Wassermenge das produziert, dass das woanders besser funktioniert, sondern unter ganz anderen Bedingungen. Deswegen, ja, die Landwirtschaft braucht Wasser, sehr viel Wasser für die Produktion von unseren Lebensmitteln und wir sollen das auch zur Verfügung stellen. Und das wird wichtiger werden und ich glaube, in Zukunft noch viel wichtiger. Da haben wir sich in Österreich relativ wenig Gedanken machen müssen in den letzten Jahren, aber das wird einfach größere Herausforderungen werden, weil wir einfach so längere Trockenperioden haben. Und wenn es über längere Zeit nicht regnet, dann Renaturierung in der Fläche ist ganz wichtig, aber nach wochenlanger Dürre ist der beste Boden auch irgendwann einmal am Ende. Und dann braucht es, auch wenn man es vielleicht nicht hören will, halt machen wir technische Lösungen. Wenn wir gesellschaftlich halt nur Lebensmittelproduktion in Österreich wollen, dann braucht es solche Systeme wie ein Marchfeldkanal.
Speaker0
01:37:55
Das ist ein hochkomplexes Thema, was wir haben in der Landwirtschaft etc. Und dass man da nur noch mit naturnahen Systemen oder gar nicht technischen Eingriffen, alles irgendwie. Das ist nicht denk, ist jetzt auch nicht mehr realistisch.
Speaker1
01:38:07
Ich sehe das so wie ein Puzzle. Du brauchst natürlich das alles. Also die Landwirtschaft ändert sich permanent und arbeitet, die Arbeiten hat der freien Himmel. Die passen sich an, messen sich an, passen.
Speaker0
01:38:16
Passeln sich an.
Speaker1
01:38:18
Und wir sind halt auch ein Puzzlestein, dass wir die Möglichkeit bieten, mit Infrastruktur halt auch was dazu verhindern.
Speaker0
01:38:24
Und wieder muss man so einen Teil halt auch mal ein bisschen recht beheben. Weil wir schon in den Metaphoren sind, weil sie so schön sind.
Speaker1
01:38:31
Wobei man muss halt aufpassen. Die Frage ist immer, woher kommt das Wasser? Und da haben wir halt den Vorteil, dass wir eine Donau haben in Österreich.
Speaker0
01:38:43
Da merkt man dann, was so ein Fluss für eine Lebensader eigentlich letztendlich ist. Die kommen ich nachher noch ganz kurz auf die Donau, aber ein Punkt mit Landwirtschaft, Marchfeld etc. Grundwasser immer kommt, ist das Nitrat. Da gibt es ja Grenzwerte im Grundwasser und einer eurer Aufträge glaube ich, ist es ja auch, die Grenzwerte im Grundwasser, die Nitratgrenzwerte zu regulieren beziehungsweise zu sichern, oder? Nein, du sagst, nein, falsch gelesen, aber du weißt, wohin ich will, oder? Danke. Erklär mir mal, Frau, bitte.
Speaker1
01:39:11
Das ist eine Funktion, die ich ganz vergessen habe. Eine der Funktionen ist nämlich auch die Verbesserung. Es gibt so viel noch, ne? Der ist so einfach umfangreich. Wir verbessern auch die Gewässerqualität. Wir haben im Marchfeld ein Problem mit Nitratwerten. Wir sind teilweise über dem Grenzwert für die Trinkwasserversorgung.
Speaker0
01:39:29
45 oder?
Speaker1
01:39:30
45 ist der Schwellenwert und der Grenzwert ist 50. Und wir sind halt teilweise drüber, 60 oder so. Es gibt eh schon seit Jahren diese Nitratprogramme und da wird sehr bemüht, aber wenn du in der Fläche bist und dann kommt ungünstiger Zeitpunkt der Regen, dann wird das halt einfach bei diesen Schotter...
Speaker0
01:39:47
Du hast Temporialspitzen drüber.
Speaker1
01:39:49
Genau, also du hast halt teilweise in diesem Grundwasserkörper diese Nitratwerte drin. Wir bringen jetzt Wasser aus der Donau in dieses System rein Und das wärst sehr gute Parameter auf. Also das hat Nitratwerte, ich glaube im Bereich von 6 bis 8 sind die. Also Donauwasser hat diese Nitratwerte. Donauwasser, also deutlich günstiger. Und was auch noch dabei ist, die deutsche Härte, die Härtegrade, der Kalkgehalt, was jetzt quasi für Haushalte ganz wichtig ist, dass du deine Geräte nicht verkalkst. Das heißt so. Ich liebe es, ich liebe es. Da ist es auch viel besser, weil es bessere Eigenschaften hat. Das heißt, wenn wir unsere Grundwasseranreicherung machen, verbessern wir auch den Grundwasserkörper. Also nicht nur mengenmäßig, sondern auch von der Qualität her.
Speaker0
01:40:34
Also ihr verwassert das eigentlich.
Speaker1
01:40:35
Wir verwassern es, genau, aber in einem guten Sinn. Und das zum Beispiel nutzt ja die Gemeinde Deutsch-Wagramm für die Trinkwassergewinnung. Die hat im unmittelbaren Nahbereich zu unserer Versickerungsanlage, die ich da zuerst erklärt habe, einen Trinkwasserbrunnen. Das heißt, wir bringen dort das Wasser ein, das vermischt sie. Und die gewinnen dieses Wasser wieder und meistens weniger aufbereiten, weil der Nitratgehalt weit besser ist. Deutlich unter dem Grenz.
Speaker0
01:40:56
Das heißt, es hängt sogar eine ganze Gemeinde mit der Trinkwasserversorgung auch an diesem System.
Speaker1
01:40:59
Deutsch-Wagramm nutzt das, genau.
Speaker0
01:41:01
Okay, seit wann machen die das? Ist das ein Neuch, oder? Das ist noch nicht so lang, oder? Oder büttet mir das jetzt nur ein?
Speaker1
01:41:08
Ich glaube, das waren auch die 2000er Jahre. Bin zu jung für sowas.
Speaker0
01:41:12
Aber egal, ich schaue jetzt wieder auf die Landwirtschaft, du gibst so Antworten, wo du dich bemüßig fühlst, zumindest einen Educated Gas abzugeben, aber es wird trockener werden. Wir werden mehr Wasser brauchen.
Speaker1
01:41:26
Es wird trockener werden, du musst auch wieder aufpassen. Da gibt es ja diese Prognosen, dieser Jahresniederschlag im Durchschnitt wird sich nicht groß verändern. Die Verteilung wird sich vielleicht verändern, die Menge wird vielleicht verändern, aber was sich verändert in dieser Schere, die auseinandergeht, ist die Verdunstung. Der Wasserbedarf oder die Evapotranspiration steigt. Und wir haben in Morchfeld zum Beispiel diese 550 mm, oder was habe ich vorher gesagt, 35, wurscht, 550 mm Jahresniederschlag. Und wir haben aber Verdunstungswerte von 700, 800, haben bis jetzt auch schon 1000 mm Verdunstung erreicht. Mehr Verdunstung? Deswegen eben dieses Trockengebiet. Genau, wir sind in einem Trockengebiet. Wir haben grundsätzlich zu wenig Wasser für eine vollwertige Pflanzenproduktion. Deswegen eben die Bewässerung. Und diese Schere geht immer weiter auseinander. Also die 550 bleiben im Schnitt gleich. Aber die Verdunstung nimmt zu. Das heißt, der Bedarf, das was ich zusätzlich zuführen muss, weil diese Vegetationsperiode wird heißer, die Vegetationsperiode wird auch länger. Also die Phase, wo ich das Wasser brauche, größer und wo sich der Grundwasserkörper erholen kann, diese Phase wird kürzer. Weil, das haben wir im Kleinein angesprochen, Grundwasserneubildung, wann findet die statt, wann Wasser vom Niederschlag sozusagen durchkommen kann. Und das passiert im Winter. Wenn ich keine Vegetation habe,
Speaker0
01:42:45
Das ist vor... Letzscher haben wir nicht so viel da jetzt in der Region.
Speaker1
01:42:47
Schaut schlecht aus. Es gibt kaum einen Hügel. Also nur in dieser Phase, wo ich keine Vegetation habe und viel Niederschlag. Also im Winter, wenn ich einen Schnee habe oder einen Regen, der einmal durchgeht. Und das ist sehr selten.
Speaker0
01:42:58
Aber ganz, jetzt bin ich ganz baff, weil 500, sagen wir 550, hast du vorher gesagt, Niederschlag. Evapotranspiration. War das richtig gesagt?
Speaker1
01:43:06
Verdunstung.
Speaker0
01:43:09
Tausend. Mehr.
Speaker1
01:43:10
Ist ein Extremwert, der jetzt einmal gemessen ist.
Speaker0
01:43:12
Aber mehr. Ja, das heißt, ich gehe jetzt ins Minus. Das ist wie ein Kantostand, wenn ich jetzt mit mir abführe, habe ich irgendwann einmal so ein Minus, dass ich in die Schuldnerberatung muss und dann bin ich im Privatkonkurse. Was füllt das alles auf eigentlich oder trocknen wir? Also das ist, ihr seid quasi der…, Schuldenberater.
Speaker1
01:43:32
Das ist sozusagen diese Sicherheit für die Region, dass wir diesen Grundwasser Körper auffüllen können.
Speaker0
01:43:37
Und das macht es auch wir. Das kommt über dieses Defizit, das du gerade angesprochen hast, kommt zu einem großen Teil über die Arbeit.
Speaker1
01:43:44
Der ganze Boden davon. Wir können den Grundwasser Körper auffüllen und somit ermöglichen wir die landwirtschaftliche Bewässerung, die immer wichtiger wird. Weil diese Schere von Verdunstung und Wassertagebot natürlichen, die geht auseinander.
Speaker0
01:43:57
Verdunstung, Nutzung halt auch, wahrscheinlich gehört da auch dazu, oder?
Speaker1
01:44:00
Sicher, ja.
Speaker0
01:44:01
Muss das, und das passt dann nicht ein bisschen zu der Frage, die ich eigentlich stellen wollte, natürlich mit dem falschen Wort ein bisschen eingeleitet habe, aber muss sich die Landwirtschaft, also wir haben ja ganz große Vögel, in der Vorbereitung habe ich gelesen, ein Teil der Ausdrucken ist auch da, dass wir diese Baumreihen, die was da, einfach, das sind Riesenflächen, da wartet der Wind drüber und da verdummt oder vaporiert halt wirklich schnell viel weg, und viel Wind ist natürlich auch noch da, der trägt dazu bei, das verstärkt diesen Effekt. Gibt es da schon Projekte, Ansätze, dass sich auch die Landwirtschaft, quasi die Flächengestaltung, die Art der Kulturen etc., dass man sich da auch adaptieren wird müssen, damit dieses Delta nicht so groß wird, weil irgendwann könnt ihr auch nicht mehr das Delta ausgleichen, also diese Differenz zwischen, Neuwasser oder zwischen Wasser, was kommt und das, was vaporiert, dass es noch kriegt. Muss ich da an der Struktur, also an der landwirtschaftlichen Struktur und so weiter auch was ändern, damit man das in Zukunft auch da managt kriegt?
Speaker1
01:45:00
Also da würde ich gerne wieder das Bild des Puzzles bedienen. Es gibt nicht die eine Lösung. Also wir können technisch quasi unterstützen, aber natürlich muss sich die Landwirtschaft einbringen oder anpassen und macht sie eh laufend. Also was du angesprochen hast, Windschutzgerätl.
Speaker0
01:45:16
Agroforst.
Speaker1
01:45:16
Agroforst als mögliche. Oder bei den Kartoffeleckern, dass du dazwischen so Barrieren einbauen, dass das Wasser nicht so schnell abbringt und so weiter und so fort. Du wirst alle Maßnahmen brauchen, keine Frage. Je nach Situation, was dort passend ist, das wird man machen müssen.
Speaker0
01:45:33
Siebender Bewegung? Also ist da jetzt durch dieses Jahr die Dramatik noch einmal?
Speaker1
01:45:38
In der Landwirtschaft ist das Thema schon länger präsent. Also diese Wasserrückhaltemaßnahmen oder Überlegungen oder Windschutzgürtel, das ist jetzt keine neue Idee.
Speaker0
01:45:46
Ideen gab es genug, aber die Frage ist, ob sie jemals umgesetzt werden. Die ganze Nachhaltigkeitsdiskussion ist ja im Prinzip eine frustrierende Beziehung zwischen Idee und Wirklichkeit. Also die Frage, ist das in der Landwirtschaft gerade besser oder ist mir da jetzt auch gerade so, dass die Realität so richtig an ins Plack wird?
Speaker1
01:46:02
Also ich kann dir jetzt natürlich gerne eine lustige Antwort geben, aber da ist es wirklich besser, du redest mit jemand von der Landwirtschaft.
Speaker0
01:46:07
Ja, ich hoffe hoffentlich eher, jeder der sich bemüßigt fühlt, auch etwas konstruktiv beizutragen, bitte gerne.
Speaker1
01:46:13
Ist besser, ich weiß, dass es ein Ökologenprogramm gibt, wo ökologische Maßnahmen quasi gefördert werden, dass die Landwirtschaft freiwillig da was tut und das wird sehr stark angenommen. Da passiert viel, aber wie gesagt, mein Puzzleteil ist die Wasserversorgung.
Speaker0
01:46:27
Du schaust, dass du nur Wasser zuwärtsbringst.
Speaker1
01:46:29
Schuster bleibt bei deinen Leisten.
Speaker0
01:46:35
Was mich noch interessiert, dann bleiben wir halt beim Wasser. Danke. Bitte gerne. Es ist so, wir haben vorher über diese Mengen geredet und ich bin jetzt hier in dem Bereich Zukunft Kritik, das heißt du darfst dann nicht bald gehen, hoffentlich für die Mane, ich genieße das Gespräch. Ja, Es sind nur 0,25 Prozent, was wir von der Donau abzwecken, also was ihr abzwecken, das sage ich schon wie wir. Das war ein Wahnsinn. Das war voll der bei uns Marchfeldkanalsystem. In Hochzeiten dann vielleicht anteilsmäßig ein Prozent. Jetzt ist das relativ wenig. Aber jetzt haben wir ja nicht nur wir im Marchfeld, hier im Marchfeld, hier im Marchfeld eine Dürre-Trockenheit, was auch immer, Wasser-Knappheitsproblem, Sondern die Regionen vor uns, Bayern oder sowas, wenn du weitergehst, die ganzen Länder, die dann weiter unten am Wege der Donauern kommen, die auch. Wenn jetzt auf einmal alle anfangen, dort 0,25 Prozent, da 0,25 Prozent. Ich könnte mir jetzt mal so vorstellen, in letzter Zeit habe ich es immer wieder gehört, so ein politisches Argument, wenn auf einmal die Deutschen anfangen, in Bayern oder sowas, dass sie dort und da was nutzen. und dann fangen wir an. Wird das oder könnte das in der Zukunft, wo was immer ein größeres Thema wird, nämlich klar, Vieh macht auch Mist, in dem Sinne, wenn ganz viel zu anfangen, ganz ein bisschen zu entnehmen, bleibt am Ende doch ziemlich wenig über. Könnte das zum Politikum werden? So nach und nach? Gibt es da, also du bist in dem Bereich drinnen, würde ich damit sagen, gibt es da schon zumindest, wie nennt man das, Planungsszenarien, politische Gruppen, man bereitet sich auf einen Blackout vor, obwohl ich noch nie was da war. Ist man da schon politisch so, dass man sagt, okay, Wasser wird ein Thema und wir müssen uns dann auch überlegen, wann das Wasser wirklich, wenn man es einmal kritisch wird? Oder ist das noch gar nicht so da, die Diskussion? Zumindest in deiner Wahrnehmung.
Speaker1
01:48:29
Also diese Abstimmung Oberliga, Unterliga, also Nachbarstaaten quasi.
Speaker0
01:48:33
Lieger, Unterlieger.
Speaker1
01:48:35
Genau. Das heißt, die funktioniert seit Jahrzehnten schon. Also es gibt Grenzgewässerkommissionen, wo zum Beispiel Österreich mit der Slowakei, also im Prinzip mit Beginn der Republik Ist es um eine Grenze gegangen und die Mach ist ein Grenzfluss, die Donau ist in gewissen Abschnitten ein Grenzfluss und sobald du das hast, in der Mitte des Flusses die Staatsgrenze verläuft, musst du mit dem Gegenüber einfach abstimmen, allein schon wegen schifffahrtsrechtlichen Fragen, allein schon wegen wasserbaulichen Fragen, Wasserentnahmen. Das heißt, es gibt diesen Prozess zwischenstaatlich mit allen Nachbarstaaten Österreichs, gibt es diese Grenzgewässerkommission und es gibt auch eine eigene Donaukommission, in der solche Aspekte auch geregelt werden. Und ja, natürlich, alle machen sich die Gedanken, aber du musst ja dazu sagen, das ist auch nicht neu, dieser Aspekt. Europa ist Kulturlandschaft. Wir greifen seit eh und je in diesen Gewässerkörper ein. Wenn wir jetzt quasi alles wieder renaturieren und rückbauen würden, würde die Welt ja auch anders ausschauen. Es würde natürlich vielleicht viel mehr Wasser zurückhalten werden als wie jetzt, weil es war ja jahrzehntelang das Ziel, das Wasser möglichst schnell abzuleiten und abzuführen. Hätte diese ganzen Maßnahmen nicht, würde es vielleicht noch viel weniger in der Donau fließen. Man kann das, je nachdem, was für einen Zeitpunkt man mit welchem vergleicht. Aber natürlich, das Konfliktpotenzial um das Thema Wasser wird von Jahr zu Jahr zunehmen. Weil das, was wir mit dem Marchfeldkanal haben und Überlegungen, was es da gibt, denken sich vielleicht auch die Burgenländer, die Oberösterreicher, die Slowaken und so weiter. Na klar, der Druck auf die Ressource Wasser wird größer. und irgendwann wird man sich dann überlegen müssen, wer kommt zuerst oder was für eine Nutzung ist wichtig.
Speaker0
01:50:21
Ja, aber gibt es da schon eine Idee, weil du hast ja so Grenzgewässerkommissionen, gibt es da, aber solange genug Wasser da ist, ist schön, da trifft man sich auf einen Kaffee, aber fährt einmal im Jahr irgendwo hin, macht was miteinander, aber man hat keine Konflikte. Das war so ein bisschen meine Überlegung, irgendwie stehen wir zumindest am Horizont, potenziell steht es da, macht man sich schon mehr, ich habe den Eindruck, noch nicht so, weil der Druck ist ja nicht groß genug.
Speaker1
01:50:45
Nein, an der Mach zum Beispiel tut was es, in dieser Grenzgewässerkommission ist geregelt, da gibt es ja Wasserentnahmen aus der Mach und da ist zwischenstaatlich vereinbart, bis zu welchem Niveau das geht und eine gewisse Wassermenge muss auf jeden Fall in der Mach bleiben und zwar für beide Seiten verbindlich, nicht, dass eine Seite entnimmt und die andere hat Pech gehabt quasi. Also das ist zwischenstaatlich vereinbart. So eine Regelung für das gesamte Donau-Einzugsgebiet ist mir jetzt nicht bekannt.
Speaker0
01:51:11
Es bleibt spannend eigentlich, aber ich könnte mir vorstellen, dass das immer mal Thema werden kann.
Speaker1
01:51:15
Es gibt schon Definitionen, was für Wassermenge du quasi entnehmen kannst, damit die ökologische Funktionsfähigkeit, also der gute ökologische Zustand der Donau jetzt nicht gefährdet ist.
Speaker0
01:51:27
Gibt es bei den Themen, also gesunder ökologischer Zustand, es ist ja auch eine Wasser-Wasser-Wasser-Ausfinag, Wasser-Ausfinag, ja? Wurscht. Gibt es da irgendwo ein Hierarchiesystem, was als erstes Antrat wird? Weil ich könnte mir vorstellen, dass wenn jetzt du Wasser entnimmst, aber es ist eh schon Spitz auf Knopf oder sowas und dann kann das Schiff nicht mehr fahren oder brauche ich jetzt das Wasser im Kanal, sage ich jetzt. Gibt es da schon so einen Plan, was wichtiger ist? Also Schifffahrt oder Wasserversorgung für Landwirtschaft oder Wasserversorgung für Industrie etc.? Weil das sind ja so Zielkonflikte, die potenziell auftreten. Ich muss ja sagen, vielleicht betrifft die das jetzt nicht konkret, aber zumindest dein Bereich, wo du vielleicht ein educated guess hast. Haben wir schon irgendwie so ein Hierarchiesystem, dass wir wissen, was gesellschaftlich wichtiger ist und was uns mehr wert ist und was wir als erstes eher einstellen? Gibt es sowas?
Speaker1
01:52:22
Nein, weil es aber auch nicht so direkt zusammenhängt, würde ich jetzt sagen. Wenn du jetzt die Schifffahrt und die landwirtschaftliche Bewässerung ins Spiel gebracht hast, die nutzen ja unterschiedliche Wasserkörper für ihre Nutzung. Die Schifffahrt auf der Donau ist halt abhängig vom Wasserstand. Wenn der sinkt, kannst du halt irgendwann keine Schifffahrt mehr betreiben. aber das hat jetzt noch bedingt was zum tun mit dem Grundwasserspiegel in den Grundwasserkörper für die Landwirtschaft.
Speaker0
01:52:45
Grundwasser nicht, aber mit dem Abpumpen, oder Einflussmenge halt, theoretisch.
Speaker1
01:52:49
Genau, aber die 5 Kubik, die wir zum Beispiel jetzt für Marchfeldkanalen nehmen, die rettet kein Schifffahrt, weil das, hast du gesagt, das sind, weiß nicht wie viele Prozent oder Promille.
Speaker0
01:52:59
Wenn es spitz auf Knopf ist.
Speaker1
01:53:00
Genau, das ist im Zentimeterbereich. Da kann das Schwachtschiff jetzt mehr oder weniger fahren, das steht einfach. Da geht es ja um ganz andere Dimensionen. Und wenn es dann im Westen wieder mal renkt, dann hat die Donner gleich mal ein paar hundert Liter mehr, 100 Kubikmeter pro Sekunde mehr. Also das ist jetzt kein direkter Einfluss. Also dass man da jetzt irgendwie die Schifffahrt gegenüber einer Landwirtschaft in Bezug stellen kann, das funktioniert nicht.
Speaker0
01:53:21
Also der Einlauf hat keinen Einfluss.
Speaker1
01:53:24
Weil durch den Auslauf wieder viel zurückkommt.
Speaker0
01:53:30
Wunderschön, also wir könnten jetzt ewig weitermachen. Aber ich würde jetzt gar nicht länger gewöhnen. Das Wichtigste jetzt an dem Punkt, Ja.
Speaker1
01:53:44
Das Wichtigste.
Speaker0
01:53:45
Nein, das Wichtigste ist, ob ich jetzt alles gefragt habe und die fragt zum Schluss, die ich dir gerne stören würde. Ich wollte mit dir über den Marchfeldkanal reden. Ich wollte besser verstehen, warum es ihn gibt, wie er funktioniert und was für die Haupt- und ein bisschen die Nebenfunktionen sind. Für das Verständnis oder für die Beantwortung dieser Frage habe ich irgendeine Frage nicht gestellt. die du aber unbedingt hättest beantworten müssen, um dieses gesamte Puzzle, um dieses Puzzle vollständig zu machen. Haben wir noch einen ganz wichtigen Teil vergessen, was sagst du, nachträglich hohe ich ein und denke, dass wir das nicht gerettet haben, weil das jetzt macht das irgendwie keinen Sinn. Das würde ich gerne noch. Geist auch ruhig nachdenken.
Speaker1
01:54:32
Ja, ich meine, es gibt vielleicht Details, aber diese wesentlichen Aspekte, diese Hauptfunktionen, glaube ich, haben wir angesprochen, und was das System ausmacht, dass es ein künstliches System ist, aber mit einem riesen Mehrwert. Ich glaube, das ist hoffentlich ganz gut rübergekommen.
Speaker0
01:54:45
Ich glaube schon, durchaus unterhaltsam auch. Sehr viele schöne neue Worte, die ich gelernt habe. Eine Frage hätte ich jetzt noch, weil es mir gerade eingefallen wird, weil es da sieht. Druck eigentlich ins Kern des Gesprächs ist aber nur der Vollständigkeit. Wie kriege ich denn das Wasser aus dem Grundwasser? Du hast jetzt ein paar Mal Pumpen gesagt. Ich habe mir wirklich ein paar Mal Pumpe aufgeschrieben. Ich stecke doch nicht einfach eine Pumpen in die Erde, und dann pumpe ich das Wasser. Das würde ich gerne noch kurz verstehen. Wäre ich das Wasser da auch wirklich...
Speaker1
01:55:14
Du wohnst in einer Wohnung,
Speaker0
01:55:17
Oder? Du bist in meiner Wohnung. Quote era Demonstrandum.
Speaker1
01:55:22
Für einen Hausbesitzer, der, wie ist die, ja. Also, wenn du, also du hast einen Brunnen, also... Naja, das Wasser kommt aus der Wasserleitung quasi.
Speaker0
01:55:35
Genau, woher kommt das Wasser aus der Leitung?
Speaker1
01:55:37
Aus der Leitung, ja. Also ein Brunnen, du hast Bohrbrunnen, Schachbrunnen, es gibt verschiedene Brunnenformen, je nach Untergrund quasi, gräbst du in den Untergrund rein, in diesen Grundwasserkörper, baust du dort deine... deinen Aufbau dieses Brunnens quasi und dort steckst du halt die Pumpen rein und je nachdem was für eine Pumpe die ist, saugt dir das Wasser an oder ist eine Unterwasserpumpe und pumpt dieses Wasser rauf mit einem gewissen Druck, dass du oben halt genug Druck hast, um deine Bewässerungsanlage betreiben zu können.
Speaker0
01:56:11
Entsprechend groß muss der Brunnen sein, das kann ich mir wahrscheinlich berechnen, in der Dägen braucht der Brunnen diese Nebel.
Speaker1
01:56:15
Wichtig ist eher die Position und ob dort, wo du die Pumpe situierst, ob da genug Wasser verfügbar ist. Also wenn du die Pumpe einschalzt, sinkt dort einmal der Grundwasserspiegel und die Frage ist, ob die Ergiebigkeit, der Zustrom zu dieser Pumpe mit Wasser ausreichend groß ist. Dann kannst du die entsprechend betreiben und deine Bewässerungsanlagen, wie auch immer.
Speaker0
01:56:39
Es ist für dich trivial, aber es ist ungefähr so wie der Zusammenhang, dass eine Kuh schwanger sein muss oder trächtig gewesen sein muss, damit sie Milch gibt. Ja, eh klar, wenn du das weißt. Und dass du das Grundwasser aus der Erde herausbringst, das Wort dazu zum Verständnis ist der Brunnen. Das ist einfach ein Loch, das Einbauen, wo das Grundwasser einrinnt und dann ist halt ein Wasser drin. Das kann ich auch so pumpen, trivial gesagt.
Speaker1
01:57:02
Bleiben wir bei dieser Badewanne mit dem Schotterkörper, du steckst eine Strohrelleine und du saugst halt an. Das ist im Prinzip der Brunnen, der da reinschaut in diesen Grundwasserkörper, in den Boden und pumpt drauf.
Speaker0
01:57:13
Ich habe diesen Zusammenhang lange nicht so wirklich im Kopf hergegeben. Ich habe gute Brunnen, Grundwasser.
Speaker1
01:57:17
Ja, ist eh gut.
Speaker0
01:57:21
Die Leute auf YouTube können jetzt sehen, wie gerade drei geschaut. Wieso rede ich mit dem überhaupt? Da kennt ihr ja gar nicht aus.
Speaker1
01:57:31
Ist eh super. Ich denke mir das oft, wenn man mit Fachleuten redet, man muss die einfachsten Sachen oft immer wieder erklären und immer wieder betonen.
Speaker0
01:57:41
Mein journalistisches Prinzip ist jenes der konstruktiven Ahnungslosigkeit, die ich heute konstruktiv und durchaus ahnungslos zur Schau getragen habe. Von dem wäre alles gut. Abschlussfrage, was ist eigentlich der größtmögliche Unsinn oder der größte Mythos, der da immer wieder unterkommt im Zusammenhang mit dem Marchfeldkanalsystem, den du jetzt auch gerne auflösen würden wollen?
Speaker1
01:58:05
Der größtmögliche Mythos.
Speaker0
01:58:10
Irrtum oder Klischee oder was halt einfach immer wieder hörst du und gar nicht stimmt.
Speaker1
01:58:25
Also das ist jetzt eher eine Negativgeschichte aber zum Beispiel 2010 da war eine Folge von feuchten Jahren 2007, 2008, 2009 wo der Grundwasserspiegel konstant gestiegen ist und da ist sozusagen uns als Feldkanalgesellschaft vorgeworfen worden, dass wir schuld dran sind wobei wir jahrelang da nicht versickert haben also wirklich jahrelang keinen Einfluss gehabt haben aber das ist dann auch wieder da sind wir nicht im Bereich der Fakten, sondern der Psychologie. Du siehst halt da das Wasser fließen und das ist was, was natürlich für einen Hausbesitzer sehr tragisch ist, aber das war nicht unser Einfluss. Wir haben da keine Versickerung gehabt.
Speaker0
01:59:07
Wir waren sogar der Ausfluss.
Speaker1
01:59:09
Wir waren sogar der Ausfluss und können sogar noch unterstützen. Also das ist, das kommt, ich meine, ich verstehe schon, das ist sehr prägend und es bleibt bei vielen sitzen, weil auch jetzt, 16 Jahre danach, werde ich zum Teil damit konfrontiert. Aber das wäre mir jetzt dazu eingefallen. Ansonsten glaube ich, Und Mythen, muss ich nur auf die Suche gehen.
Speaker0
01:59:32
Genau, die Mythen ist ja was für Dinge, wie kommst du denn noch einmal hoffentlich? Wenn du in einer utopischen Welt in der du alles ändern könntest, was würdest du an der Wasserwirtschaft in Österreich oder in deinem Bereich, ändern, wenn du könntest?
Speaker1
01:59:48
Ich würde keinen Keller erlauben, der unter dem höchsten Grundwasserstand situiert ist.
Speaker0
01:59:53
Da sehen wir schon einen schönen Zielkonflikt in der Arbeit, oder?
Speaker1
01:59:56
Ja, also Keller in einer Region, die ehemaliges Überflutungsgebiet war, ist keine gute Idee. Oder wenn du in einer Ortschaft lebst, die heißt Haringsee, Breitensee, Lassee, dann sollte man darüber nachdenken, wenn ich einen tiefen Keller habe, ob das eine gute Idee ist.
Speaker0
02:00:13
Lieber in Dachbohnen investieren oder so.
Speaker1
02:00:15
Stelzen oder so.
Speaker0
02:00:16
Sehr schön. Ein Witz, ein Zitat oder irgendwas zum Schluss, mit dem wir jetzt einfach heimgehen?
Speaker1
02:00:23
Wo wir sind, fließt Wasser.
Speaker0
02:00:27
Und wo wir sind, fließt die Information. Ich danke dir, lieber Franz Steiner, für dieses Gespräch. Und du kannst mir jetzt noch eine Sache sagen. Blick auf die Uhr. Ich habe beim nächsten Mal versprochen, dass wir unter einer Stunde bleiben. Wir sind jetzt knapp unter zwei Stunden. Also ich habe mein Versprechen gebrochen. Du gibst mir bitte jetzt noch live hier, damit es alle heran können, ein Feedback. Welchen Teil unseres Gesprächs, aber es hat wieder zwei Stunden dauert, welcher Teil war so unnötig, dass wir einfach hätten sparen können? Sagen wir es bitte.
Speaker1
02:00:56
Schwierig, ich denke mir auch noch beim Zuhören ein Wahnsinn, zwei Stunden, aber es ist so interessant und schön zum Zuhören, ich hoffe, das ist auch in meinem Fall der Fall.
Speaker0
02:01:03
Ich weiß halt nicht, was ich schneiden soll, also wenn man es irgendwer sagen kann, ich habe mir gedacht, ich frage dich jetzt, weil dann habe ich es auf Bundle und dann kann keiner sagen, ich habe es nicht gehört.
Speaker1
02:01:11
Aus meiner Perspektive natürlich nichts, es geht um einen Marchfeldkanal, das ist, für den bin ich verantwortlich, also das ist natürlich wichtig und das verdient noch viel mehr Zeit, also ich hoffe, es wird nicht so.
Speaker0
02:01:21
Was hast du, du schaust die ganze Zeit schon auf, du, du bist heim. von dem her. Zweischneidiges Schwert. Okay, wir sind ganz knapp, ich traue jetzt dann auf den Knopf, wir sind unter zwei Stunden zumindest Sprechzeit. Vielen, vielen Dank für deine Zeit und ich hoffe, wir sehen uns und hören uns wieder. Danke auch.

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