Winzergenossenschaften: viel besser als ihr Ruf
03.02.2026 34 min
Zusammenfassung & Show Notes
Winzergenossenschaften stehen selten im Rampenlicht der Weinwelt, dabei sind sie für viele Regionen unverzichtbar. Tobias und Michael nehmen sich in dieser Folge Zeit für ein Modell, das oft vorschnell auf Masse reduziert wird. Sie sprechen über historische Gründe für die Gründung von Genossenschaften, über wirtschaftliche Krisen, Erbteilung und Strukturwandel, aber auch über Qualität, Stilvielfalt und Preis-Genuss-Verhältnisse. Thema sind Beispiele aus Deutschland, Südtirol, Frankreich, Spanien und Österreich sowie die Rolle von Genossenschaften als Stabilitätsanker, Innovationsmotor und manchmal sogar als Sprungbrett für spätere Spitzenweingüter. Eine Folge über Vorurteile, Realität und überraschend viele gute Weine.
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Transkript
Bei Anruf Wein. Der Weinfreunde-Podcast.
Ich grüße euch, liebe Weinfreunde. Mein Name ist Tobias.
Willkommen Bei Anruf Wein. In der heutigen Folge geht es um einen Teil der
Weinwelt,
der häufig unterschätzt wird: Winzergenossenschaften.
Für viele stehen sie noch immer für Masse statt Klasse.
Dabei prägen sie ganze Regionen, stemmen einen erheblichen Teil der weltweiten
Weinproduktion und bringen regelmäßig Weine ins Glas,
die positiv überraschen und preislich überzeugen.
Michael und ich sprechen darüber, warum Winzergenossenschaften entstanden sind,
welche Rolle sie bis heute spielen und in welchen Ländern sie wichtig sind.
Es geht also um Geschichte, Struktur, Preis-Genuss-Verhältnisse und um die
Tatsache,
dass Genossenschaften Motor für Wandel und Nachhaltigkeit sein können.
Ihr seid mit euren Bewertungen für Bei Anruf Wein auf Spotify,
Apple und Co.
übrigens ein Motor für unseren Podcast. Wenn euch gefällt,
was ihr hört, freuen sich Michael und ich über ein Abo und ein paar Sterne.
Also bleibt mal dran. Ich ruf den mal an!
Ach ja - verlässlich wie immer. Der liebe Weinlakai.
Hallo Tobias!
Ja, logisch. Hi!
Wir haben ja schon seit Tagen nicht mehr telefoniert.
Nur Mails und Messages und im System zusammen im Chat und ich weiß nicht was.
Wie gut, dass es den Podcast gibt. Also ich kann nur sagen,
es ist eine richtige Quality Time für uns beide.
Das stimmt.
Und ich hoffe natürlich für euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
auch.
Daher auch mein ganz besonderes Hallo an euch!
Willkommen zur 127. Folge von Bei Anruf Wein.
Ja, ja, jetzt hatte ich schon befürchtet,
du sagst noch irgendwie sowas wie, wir hätten uns auseinandergelebt oder sowas.
Ja, na ja, wir sind halt dann doch irgendwie so ein bisschen wie so ein altes
Ehepaar.
Also zumindest ein Wein-Ehepaar. Ja, aber genau.
Ein herzlichen Gruß auch von mir. Ich bin übrigens ganz guter Dinge für diese
Folge,
lieber Michael. Nicht nur, weil das Thema so interessant ist,
sondern auch, ja,
weil wir ja vorab noch die Fortsetzung deiner Geschichte mit dem Homer-Zitat
erzählen müssen.
Also für alle, die die vergangene Folge über Schwefel im Wein noch nicht gehört
haben,
kannst du uns vielleicht noch mal kurz sagen,
worum es da ging?
Klar. Also in der Vorbereitung auf die vergangene Folge,
auf diese „enthält Sulfite"-Folge,
bin ich auf eine angebliche Erwähnung bei Homer gestoßen,
also dem Autor der Ilias und der Odyssee,
die Wein und die konservierende Wirkung von Schwefel in Zusammenhang bringen
soll.
Ich habe lange recherchiert, aber das Originalzitat konnte ich einfach nicht
finden.
Und daher habe ich dann unsere Community gefragt,
ob sie weiterhelfen kann.
Und für den entscheidenden Hinweis habe ich eine persönlich ausgesuchte Flasche
schwefelfreien Weins versprochen.
Ja, genau. Das ist nämlich der springende Punkt,
du gibst dann sozusagen einen aus.
Ich fand dieses ganze Thema, diesen ganzen Aufruf zwar so ein bisschen
oldschool-nerdy,
aber eines muss man deinem Aufruf wirklich lassen.
Darauf gab es nämlich so viele Reaktionen wie schon lange nicht mehr.
Wir haben viele Mails erhalten, die Social-Media-Kommentare,
muss ich jetzt ehrlich sagen,
habe ich jetzt gar nicht richtig im Blick. Du bestimmt.
Aber ich war wirklich überrascht. Und ich möchte ehrlich gesagt gar nicht
entscheiden,
wer jetzt wirklich die oder der Erste war,
der für die Auflösung deines Suchauftrags gesorgt hat.
Zumal ja, so richtig aufgelöst haben wir den Fall ja gar nicht,
ne?
Nein, und doch dann irgendwie. Also erstmal überhaupt nicht aufgelöst.
Aber wohl auch, weil es eben nicht aufzulösen ist.
Zwar findet sich auf vielen Websites dieser ominöse Hinweis,
aber ein richtiges Zitat kann man einfach nicht finden.
Okay.
Also muss man davon ausgehen, das ist als O-Ton als richtiges Zitat
wahrscheinlich erfunden.
Also die Antwort ist, dass ist gar kein Zitat gibt und deshalb ist „Nein" dann
die richtige Antwort.
Verstehst du?
Uiuiui.
Aber ja, kompliziert, aber hört sich komplizierter an,
als es ist.
Auf jeden Fall gibt es so mindestens zwei Mails,
kenne ich jetzt, die wir da bekommen haben,
die schon sehr, sehr früh für diese Enttäuschung -
mal im positiven Sinne gesprochen -
gesorgt haben. Positiv deshalb: Wir haben zusammen Fake News entlarvt!
Eieiei. Das hört sich jetzt allerdings ein bisschen so an,
als würdest du dich jetzt nur um die Flasche drücken wollen.
Die hast du ja immerhin ausgelobt. So nach dem Motto:
„Es gibt ja gar kein Homer-Zitat,
also kann auch niemand gewinnen". Also da kann ich schon mal sagen,
so läuft das nicht.
Du hast vielleicht vergessen, aber ich bin ja der Vorsitzende des schwefelarmen
Homer-Komitees.
Ja, also es wird auf jeden Fall eine Flasche für eine Zuhörerin oder einen
Zuhörer von Bei Anruf Wein geben.
Das verspreche ich schon mal. Und da kommst du jetzt nicht mehr raus aus der
Nummer!
Nee, nee, nee. Langsam, langsam. Will ich auch gar nicht. Ich habe da einen ganz
anderen Vorschlag. Wir hatten ja gesagt der Erste, die Erste. Finde ich
irgendwie ein bisschen blöd, gerade angesichts des Ergebnisses. Deshalb schlage
ich jetzt Folgendes vor:
Ich persönlich suche jetzt 3 Antworten quer über alle Kanäle aus und schicke
allen 3 eine Flasche,
so als Anerkennung bei der Wahrheitsfindung.
Ja, und natürlich stimme ich die Vorschläge mit dir ab als Komitee-Vorsitzender,
kein Problem. Aber eigentlich kennt mein Vorschlag jetzt doch nur Gewinner.
Damit kann man doch nur einverstanden sein. Wir ändern zwar die Spielregeln,
aber ist doch okay.
Ja, ja, ja. Jetzt hast du echt gut die Kurve gekriegt.
Das machen wir jetzt mal einfach so. Aus einer Flasche mach 3 für die Bei Anruf
Wein-Community.
Hört sich nach einem guten Deal an und ich warte dann einfach mal auf deine
Vorschläge.
So, aber jetzt lass uns nicht noch mehr Zeit verlieren,
um unserem heutigen Thema nachzugehen.
Das haben wir nämlich noch nicht mal genannt.
Also, meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer,
wir reden heute über Winzergenossenschaften in Deutschland,
aber auch anderswo in der Weinwelt. Und damit richten wir mal das Licht auf
einen Teil der Weinbranche,
der ja, muss man eigentlich so sagen, sehr,
sehr gerne vernachlässigt wird.
Ja, wir kümmern uns heute so ein bisschen um die Schattenkinder. Denn wenn du
mal in die Weinmagazine schaust oder dir die entsprechenden Social-Media-Foren
anguckst zum Thema, da kann man einfach den Eindruck gewinnen,
dass die Branche fast ausschließlich aus familiengeführten Weingütern mit wer
weiß wie langer Tradition besteht. Ja, ich überspitze das jetzt mal,
aber die Tendenz ist klar,
was ich damit sagen will, ne? Dabei sind jetzt gerade die Winzergenossenschaften
in vielen Ländern nicht nur im Hinblick auf die Menge,
also an Hektar Anbauflächen und erzeugten Wein,
einfach eine große Nummer.
Also ich weiß nicht genau, wie aktuell die Zahlen sind,
die ich da im Kopf habe,
aber es war, glaube ich, immer so, dass rund 1/3 der deutschen Anbaufläche,
also etwa 30.000 Hektar,
von Winzergenossenschaften bewirtschaftet werden.
Und das ist ja jetzt mal nicht wenig.
Ja, ja, genau. Und das hört sich für mich jetzt schon fast so ein bisschen
konservativ geschätzt an, denn ich weiß, in manchen deutschen Weinregionen ist
der Anteil ja noch viel, viel höher, also höher als 1/3.
Also denkt mal an unsere Württemberg-Folge.
Da sprachen wir ja vor ziemlich genau einem Jahr mit Felix Ellwanger darüber,
dass dort 70 Genossenschaften 75 % der Gesamtrebfläche bewirtschaften.
Also das ist dann noch mal ordentlich mehr.
Und deswegen bin ich auch davon überzeugt,
dass jede Einzelne und jeder Einzelne,
die oder der über einen längeren Zeitraum Weine genießen,
auf jeden Fall schon einmal einen Genossenschaftswein im Glas gehabt hat -
auch wenn vielleicht nicht bewusst. Denn auch im Ausland -
Frankreich, Italien,
aber natürlich auch Spanien oder Österreich,
selbst in Südafrika - sind Winzergenossenschaften einfach eine feste Größe.
Und das eben nicht nur auf die Menge der Weinerzeugung bezogen.
Das muss man jetzt noch mal unterstreichen.
Das wird nämlich ganz gerne immer so abgetan,
so als wenn eine Winzergenossenschaft automatisch für Punktabzüge in der
Qualität sorgt. Also ne, das ist nicht so.
Und obwohl ich ja wirklich kein Primitivo-Fan bin,
aber ganz viele der Vorzeigeweine aus Apulien beispielsweise stammen von
Winzergenossenschaften.
Ja, man merkt es ja auch nicht immer direkt am Namen.
Da hat sich ja was geändert, ne? Und ich bin da ganz bei dir,
automatische Punkteabzüge gibt es da nicht.
Nee, richtig, ja.
Genauso wenig übrigens wie beim Familien-Weingut per se die Qualität nach oben
geht.
Das kann man so pauschal einfach nicht sagen.
Ich glaube, die Wahrheit ist relativ banal.
Also meiner Meinung nach gibt es einfach klassische Weingüter,
meinetwegen auch familiengeführte klassische Weingüter,
die gut sind und andere, die sind weniger gut.
Und es gibt Winzergenossenschaften, die sind richtig gut und andere,
die sind weniger gut.
Also ich glaube, so ist.
Irgendwie einfach, ja.
Ja, und deshalb erst mal prinzipiell keine falsche Scheu beim Thema
Winzergenossenschaften.
Das ist mein Appell. Und gerade für diejenigen,
die so ein bisschen sich so als Preis-Genuss-Schnäppchenjäger irgendwie belohnen
wollen.
Ja, bin ich auch einer.
Die sollten alle mal bei Genossenschaften vorbeischauen. Also da fallen mir
ganz,
ganz viele Beispiele von der Rhône ein,
aber auch aus dem Languedoc und natürlich aus Spanien,
wo echt töfte, töfte Qualität ins Glas kommt.
Ja, und du sprichst jetzt natürlich wieder von deinem geliebten Spanien,
aber denk mal an Südtirol.
Ja, Michael, da ist die Genossenschaft ja quasi der Normalfall.
Und demnach ist es hier auch völlig normal,
dass die besten Weine der Region von Genossenschaften stammen.
Da stellt sich da auch keiner die Frage,
ob das jetzt irgendwie sein kann.
Und wenn ich jetzt hier die richtige Zahl im Kopf habe,
sind das ja auch so um die 70 % vom Ganzen,
also in Südtirol im Grunde genommen gespiegelt zu diesen 30 %,
diesem Drittel-Verhältnis in Deutschland.
Ja, und dadurch natürlich auch ganz logisch,
dass dort unter den großen Namen ganz viele Genossenschaften sind.
Ja also, ach so, zu Südtirol gibt es ja auch schon eine tolle Bei Anruf
Wein-Folge mit dem Krimiautor Lenz Koppelstätter,
der da ja eine ganz besondere Beziehung zu hat.
Aber bevor wir jetzt wieder mit Südtirol hier und Deutschland da ganz in diese
Qualitätsdebatte abrutschen,
würde ich jetzt mal gerne den Historiker Michael befragen.
Ja, also seit wann gibt es denn überhaupt Winzergenossenschaften und wie ist
man,
ja, wie ist man auf die Idee gekommen, das zu machen?
Aber nicht zu viele Jahreszahlen und Personennamen,
wenn es geht.
Mach es irgendwie kurz und präzise.
Also Tobias, wie immer, dein Wunsch ist mir Befehl.
Und reden wir jetzt erstmal nur über Deutschland,
um es einfach zu machen.
Da geht es so im Prinzip ab 1850 los, so ungefähr 2.
Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zum Hintergrund:
In der Zeit läuft es gerade wirklich nicht gut für die Winzer in Deutschland.
Die ersten Großkellereien kommen auf. Da gibt es jetzt wirklich
Wettbewerbsdruck.
Die Gewerbefreiheit wird eingeführt, viele Berufe sind einfach so nicht mehr
geschützt.
Dann gibt es auch noch schlechte Jahrgänge,
Probleme mit dem echten und dem falschen Mehltau.
Und wäre das jetzt nichts, kommt dann am Ende ja auch irgendwann noch die
Reblaus dazu,
die fast überall Einzug hält in den deutschen Weinregionen.
Kurzum, da besteht einfach ein massiver existenzieller Druck bei den kleinen
Weinbauern,
die sonst vom Verkauf der Trauben oder manchmal auch der Grundweine leben.
Und gleichzeitig ist das die Zeit - was heißt „gleichzeitig",
ist nicht zufällig,
das hat seinen Grund, glaube ich. Es ist eben die Zeit,
in der diese ersten Kassenvereine als Vorgänger von Genossenschaften und diese
Volksbanken entstehen. Also Volksbanken -
da muss ich jetzt einen Namen nennen,
den kennen wir nämlich noch heute. Friedrich Wilhelm Raiffeisen.
Also der schreibt mir jeden Monat, da kriege ich immer Post von dem. Aber den
kennen wir jetzt noch heute.
Aber was ich sagen will, in dieser Gemengelage,
in diesem Sozial- und Wirtschaftsklima,
sage ich jetzt mal, da entstehen eben die ersten Winzergenossenschaften in
Deutschland.
Und der Grundgedanke ist eben ganz einfach:
Viele Kleine, denen es nicht gut geht,
die tun sich zusammen, um gemeinsam größer und wichtiger zu sein,
damit es ihnen besser geht.
Ja, ja, ja, genau. Und das ist ja wirklich auch ein logischer und durch und
durch positiver Gedanke.
Und ich glaube, gelesen zu haben, dass es an der Mosel erste Zusammenschlüsse
gab,
die es dann aber nicht geschafft haben. Aber wenn du im Gegenteil mal an die
Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr denkst,
die feiern sich nämlich selbst als älteste Winzergenossenschaft der Welt.
Und das ist genau die Zeit, von der du auch gerade gesprochen hast.
1868 tun sich dort an der Ahr die ersten Winzer zusammen und das wächst sich
dann deswegen bis heute so aus,
weil man eben auch in dieser ganzen Zeit bis heute andere Genossenschaften
übernommen hat.
Und da habe ich jetzt auch noch mal die Zahlen.
Aktuell sind das 140 Hektar, die man da an der Ahr bewirtschaftet.
Und nur mal so, die Ahr hat überhaupt nur 530 Hektar.
Das ist ja eines der kleinsten Anbaugebiete in Deutschland.
Und diese 140 Hektar Rebfläche verteilen sich dann in der Genossenschaft auf 460
Mitglieder.
Und wir sind da übrigens auch vorbeigefahren.
Du erinnerst dich vielleicht, als wir auf dem Weg zu Meyer-Näkel waren,
das ist noch gar nicht so lange her.
Und ja, da ist die Genossenschaft natürlich nicht zu übersehen.
Ne, eine große Nummer, wie gesagt schon.
Und ich erinnere mich noch, ich kenne den Ort und ich kenne ihn ja auch quasi
vor und nach der Flutkatastrophe.
Und sorry, dass ich noch mal auf das Thema zu sprechen komme,
aber ich sage jetzt mal,
es lässt sich auch so ein bisschen sagen,
so in Notsituationen - wir hatten ja eben so wirtschaftliche Nöte -,
da hilft eben eine Genossenschaft, ja. Also sie zeigt ihre Stärken dann eben
auch in Krisensituationen.
So ist sie geboren und so kann sie sich heute auch immer noch bewähren,
sage ich mal.
Egal, wie die Krise aussieht. Aber ich will ja jetzt nicht sentimental werden.
Ich habe extra mal Ahr, Gemeinde Mayschoß,
und das „Altenahr" kommt ja später hinzu.
Das ist so eine Übernahme von einer Genossenschaft. Ich habe mal was ganz Altes
rausgesucht aus dem Jahr 1871,
und da steht in der Chronik der Gemeinde -
Achtung, ich zitiere, hier habe ich es,
da - „Trotzdem, dass es nun 3 schlechte Weinjahre nacheinander gegeben,
ist die Geldnot nicht mehr so groß wie vor 5 Jahren.
Zur Hebung des Wohlstandes trägt der Kreditverein vieles bei.
Mehr tut zur Hebung des Wohlstandes der Winzerverein".
Also nur noch mal zur Einordnung. Ja, 1871 geschrieben,
1868 gegründet, diese Genossenschaft.
Also es nur 3 Jahre Unterschied und da spürt man schon,
die hatten positiven Effekt.
Ja, absolut. Und du musst ja auch sehen,
Winzergenossenschaften sind so eine Art moderne Antwort auf ein althergebrachtes
Problem. Also Stichwort Erbteilung, jetzt mal von der Richtung betrachtet.
Die hat nämlich dazu geführt, dass in einigen Weinregionen Europas die einzelnen
Flächen im Privatbesitz immer kleiner wurden.
Und das sind dann am Ende nur noch ein,
zwei Hektar, die ein Weinbauer besitzt und damit kommt man da nicht weit.
Also wenn man sagt, das ist jetzt die Grundlage für mein eigenes Weingut,
ja, das wird ein bisschen knapp,
ne? Und ja, auch in diesen Anbaugebieten ist dann eben das Zusammentun vieler
kleiner Weinbauern mit ihren kleinen Parzellen ein wirklicher
wirtschaftlicher Vorteil. Ja, nur gemeinsam bringt man dann eben genügend
Rebmaterial zusammen,
um als Traubenlieferant eine Rolle zu spielen.
Oder man macht eben dann gemeinsam eigene Weine und hat eine eigene Abfüllung.
Man kauft dann also auch als Kollektiv Kellereitechnologie und Know-how,
um dann eben Flaschenweine zu erzeugen,
mit denen man dann wiederum mehr Geld erwirtschaftet als nur mit Trauben oder
Grundwein für große Händler oder Abfüller.
Das ist hier so richtig Nachhilfestunde in Sachen Betriebswirtschaft.
Ja, und genau so kann man das in Südtirol erleben in der einen Form.
Aber auch in ganz vielen Teilen Spaniens,
aber auch im Languedoc.
Da kommen wir vielleicht gleich noch mal drauf zu sprechen. Oder an meiner oder
unserer geliebten Rhône.
Doch das Problem jetzt mit diesen zu kleinen Rebflächen,
um alleine wirtschaftlich arbeiten zu können,
ist jetzt nur ein Auslöser für so eine Gründung von Genossenschaften.
Also allgemein kann man sagen, ich habe es eben schon mal formuliertes ist immer
eine Reaktion auf wirtschaftliche Krisenerfahrungen.
Also zum Beispiel auch die Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre hat der
Genossenschaftsbewegung einen richtigen Schub noch mal gegeben.
Aber vielleicht verlieren wir - ich, Entschuldigung -
uns jetzt zu sehr in der Geschichte.
Eines noch als Ergänzung. So was Spanisches...
Na ja, gut.
Doch, so was Kritisches und dann Spanisches.
Die Gründung von Kooperativen. Ja, wir haben ja das verstanden,
dass das ein Wirtschaftsinstrument letztendlich ist.
Die kann eben auch staatlich gewollt sein.
Ja, also Beispiel ist, in den 1950er-Jahren fördert das Franco-Regime in Spanien
massiv die Genossenschaftsbewegung und hat einen ganz klaren
Hintergrund das Ganze, denn Landflucht nimmt zu.
Warum? Die Leute können eben mit Landwirtschaft nicht mehr eigentlich ihren
Unterhalt verdienen.
Es wird immer schwieriger. In der Folge droht dann,
dass Fläche aufgegeben wird,
also landwirtschaftlich genutzte Fläche aufgegeben wird.
Das will sich Spanien nicht leisten, die ja in allem autark sein wollen.
Okay. Und ja, die haben das dann massiv gefördert und es hat auch tatsächlich
gut funktioniert.
Es war ein Anreiz, dort zu bleiben und sein Geld zu verdienen.
Und das trägt sich bis heute fort. Nur mal jetzt die aktuellen Zahlen:
Es gibt in Spanien rund 540 Winzergenossenschaften mit -
Achtung - 108.000 Mitgliedern, ja? Und insgesamt stehen die für 70 % der
erzeugten Weine.
Kurzum, das sind Südtiroler Verhältnisse.
Südtiroler Verhältnisse in Spanien. Schon klar,
mein Genosse Michael.
Ja, das muss ich meinen Freunden auch jetzt erklären.
Uiuiui. Ja, ne, also wenn man da jetzt in Betracht zieht,
dass Spanien der, ich glaube,
mengenmäßig größte Weinproduzent der Welt ist,
dann sind diese 70 % ja noch mal,
wirklich irre. Kann man ja anders nicht sagen.
Aber jetzt mal weg von deinem spanischen Exkurs,
weg von Geschichte und hin zu einer anderen wichtigen Bedeutung der
Genossenschaften. Sie sind nämlich auch so eine Art Pool für Neugründungen.
Also überleg dir nur, wie oft wir bei unseren Besuchen vor Ort schon gehört
haben,
dass noch der Vater oder auch der Großvater an die Winzergenossenschaft
geliefert hat.
Man kann also, das ist jetzt vielleicht so ein bisschen der negative Touch,
man kann eben auch aus einer Winzergenossenschaft wieder austreten und beginnen,
seinen eigenen Wein zu machen und zu vermarkten.
Also das ist dann so eine Art Starthilfe,
oder, ich sage mal, so eine Art Schule,
in die man dann auch geht, wenn man vorher Mitglied in der Genossenschaft war.
Erinnere dich nur: bei Emil Bauer, die wir besucht haben,
war das so, bei Löffler im Markgräflerland auch.
Da hat dann die neue Generation gesagt:
Nee, wir können das auch alleine.
Da könnt ihr gerne auch noch mal reinhören,
by the way. Aber auch Frankreich, Italien,
Spanien. Da haben wir genau solche Weingüter schon kennengelernt.
Und in diesen Fällen funktioniert die Genossenschaft dann ja wie so eine Art
Inkubator.
Mir liegen da jetzt keine Zahlen vor, aber ich schätze schon,
der Anteil an Ex-Winzergenossen unter den Neugründungen,
der ist bestimmt ziemlich hoch.
Das kann ich mir auch vorstellen. Aber das ist jetzt nur so meine Erfahrung.
Aber ja, sehe ich auch so.
Was sind ja auch die Alternativen? Du kommst mit viel Geld von außen.
Also, keine Ahnung, lassen wir es mal weg.
Aber ja, kann ich mir auch so vorstellen.
Und wenn man es dann böse dreht, bringen dann auch viele Leute an dieser Stelle
direkt wieder dieses Totschlag-Qualitäts-Argument -
oder Vorurteil muss man ja besser sagen -
ja, so ein großer Erzeuger, der kann gar nicht so gute Weine liefern,
deshalb ist es gut, dass er sich unabhängig macht.
Nur so ein kleines Weingut kann sich ganz auf seine Lagen einstellen und die
Besonderheiten des Bodens,
und so weiter und so fort. Ich lasse das jetzt mal unkommentiert.
Ich habe vorhin schon gesagt, was ich darüber denke. Ich glaube aber auch,
bei diesen Neugründungen geht es auch nicht immer darum,
jetzt den eigenen Wein im ökonomischen Sinne zu machen,
sondern es geht eben auch ganz oft um Stil und so eine ganz eigene Vorstellung
vom idealen Wein meiner Region, dieses Bodens.
So zumindest hat man uns das ja dann auch immer erzählt.
Also es ist nicht immer nur eine rein ökonomische Grundlage,
auf der man die Entscheidung trifft,
ich mache mich jetzt da unabhängig. Und ganz ehrlich jetzt,
wenn man das mal insgesamt betrachtet,
wer will sich denn da beschweren? Ja, noch einmal:
Es gibt ja nicht nur die Alltagsweine von den Winzergenossenschaften,
sondern auch Lagenweine und echte Spezialitäten.
Also das kleinteiligere Arbeiten, was man jetzt den Familienweingütern immer
unterstellt,
das ist auch in einem größeren Verbund möglich.
Da habe ich keine Zweifel.
Ja, absolut. Und was man vielleicht auch mal erwähnen sollte,
ist, ich glaube generell das Qualitätsniveau,
auch bei Winzergenossenschaften, hat sich halt eben auch in den letzten
Jahrzehnten immer weiter verbessert.
Ne? Also früher gab es dann vielleicht noch etwas handfestere Gründe,
dann auch eine Winzergenossenschaft wieder zu verlassen.
Ja, wichtig zu sagen.
Aber das hat sich natürlich jetzt auch absolut verändert.
Und erinnere dich, es gibt immer mal wieder auch Genossenschaften,
die einen besonders guten Wein eines einzelnen Mitgliedes vermarkten,
also auch wirklich so, dass der namentlich genannt ist usw.
Der ist dann praktisch gar nicht mehr als Genoss... Ja,
genau.
In Baden zum Beispiel, ja.
Aber der ist dann gar nicht mehr als Genossenschaftswein zu erkennen.
Und da fragt man sich natürlich erstmal,
warum hat er das jetzt nicht einfach als eigene Abfüllung gemacht?
Und die Antwort, finde ich, ist dann auch ein wichtiger Punkt,
hatten wir auch noch nicht.
Also selbst, wenn Winzerinnen oder Winzer damit mehr Geld verdient hätten,
ja, wenn sie den jetzt selber rausgebracht hätten,
viele haben eben auch auf das ganze Thema Vertrieb und Marketing,
also alles das,
was da noch so dranhängt, überhaupt keine Lust.
Die sind Landwirte. Das haben wir ja auch schon so häufig gehört.
Und die lieben einfach die Arbeit im Weinberg.
Und ich glaube, für solche Menschen ist dann eine Genossenschaft auch ein Segen,
weil sie sich halt eben um diese ganzen Geschichten nicht mehr kümmern müssen.
So, und davon jetzt mal abgesehen. Es gibt ja auch richtig große Weingüter.
Ja, also die haben teilweise ja tatsächlich Genossenschaftsniveau oder sind
sogar noch größer.
Und da sagt man ja auch nicht automatisch,
der Wein, der kann irgendwie nichts sein,
weil die so groß sind. Denkt nur mal beispielsweise an das Juliusspital in
Franken.
Das haben wir ja besucht.
Ja, eine Stiftung. Das ist das zweitgrößte Weingut Deutschlands.
Eine Stiftung, ne?
Und vor allem auch Ursprung von hervorragenden Weinen.
Die Nummer 1 in Deutschland ist das Kloster Eberbach.
Ich glaube kaum, dass da irgendjemand an der Qualität der Weine zweifelt...
...nur, weil die so groß sind. Klar.
Absolut. Also hört da gerne auch noch mal in die Bei Anruf Wein-Folge mit Tanja
Strätz über das Juliusspital rein.
Mittlerweile leitet sie das Juliusspital ja sogar.
Das war zu dem Zeitpunkt unseres Interviews noch nicht so.
Sie erklärt nämlich wunderbar, warum das Kleinteilige,
Lagenspezifische trotz der 180 Hektar Rebfläche ein entscheidendes Puzzlestück
für die Qualität der Weine ist. Oder gerade wegen,
ne?
Ja, ja. Also ich fasse das jetzt noch mal ganz simpel und banal für mich
zusammen.
Groß oder klein macht nicht den entscheidenden Unterschied per se,
ne?
Familienweingut oder Genossenschaft eben auch nicht.
Ja, und trotzdem haben ja bis heute Genossenschaften irgendwie nicht den besten
Ruf bei uns.
Man muss sich ja fragen: Woran liegt das? Also warum stehen die immer so ein
bisschen im Schatten der Aufmerksamkeit,
trotz Preise und Weine mit tollen Punkten?
Oder fehlt bei uns jetzt als Konsumenten so ein bisschen die Romantik,
wenn ich an Winzergenossenschaft denke und große Kapazitäten,
ja?
Ja, ja. Das ist auch wieder so ein schrecklich deutsches Wort,
oder?
Oder blenden wir das einfach aus mit Blick auf den Geldbeutel?
Kaufen wir gerne, aber reden wir nicht drüber.
Also ich sage mal so. Ich glaube, wir müssen jetzt alle ehrlicher zu uns sein.
Ja klar, so ein Premier Grand Cru Classé aus dem Bordeaux gibt es eben nicht von
der Genossenschaft -
einverstanden. Aber es gibt eben grandiose Weine von der nördlichen Rhône oder
exquisite Spätburgunder aus Baden,
sage ich jetzt einfach mal so, und da kann ich nur empfehlen:
Trinkt euch doch mal durch die Winzergenossenschafts-Gegenden.
Ja, absolut. Wenn du sagst „nördliche Rhône",
da gibt es ja immerhin eine Genossenschaft,
die sogar den Namen „Hermitage" im Namen trägt.
Das kann ja gar nicht schlecht sein. Also das klingt auch im Übrigen total nach
dir.
„Trinkt euch durch die Gegend" - das ist echt 100 % Michael.
Ich bin ein Pragmatiker.
Aber ja, da ist was, da ist auf jeden Fall was dran.
Und ja, ich kenne jede Menge Weinerzeuger,
die ich da empfehlen würde, die auf den Namen Winzergenossenschaft hören.
Also ja, in anderen Sprachen hört sich das auch tatsächlich irgendwie ein
bisschen charmanter an, muss ich sagen. Aber vielleicht ist das ja jetzt auch
die Stelle, an der wir unsere Hörerinnen und Hörer mal fragen sollten,
was sind denn eigentlich eure Erfahrungen?
Ist das für euch was ganz Selbstverständliches?
Oder ist es jetzt für euch auch eher neu,
dass von Genossenschaften auch gute Weine stammen können?
Schreibt uns doch vielleicht einfach, am besten per E-Mail.
Die Adresse kennt ihr vielleicht: podcast@weinfreunde.de.
Ja, gute Idee. Vor allen Dingen, ich bringe jetzt noch mal einen eigenen Aspekt
ein,
mit Blick auf den Wein des Jahres von Weinfreunde.
Ja, weil unter denen, die wir bislang vorgestellt haben,
waren einige von Winzergenossenschaften und wir wissen,
die sind super gut angekommen. Ja, also von daher lohnt der Blick auch jenseits
von unserem Wein des Jahres auf die
Winzergenossenschaften. Auch, muss man ja sagen,
noch mal, um auf diese Qualität so ein bisschen einzuzahlen,
es gibt ja auch so ganz spezielle Wettbewerbe,
wo nur Winzergenossenschaften untereinander sozusagen gebattlet werden,
ja, und die Weine werden da professionell verkostet und bewertet.
Und da kommen dann Ergebnisse raus, wo ich dann sage,
ja, guckt euch das mal an,
gerade wenn ihr an dieses Preis-Genuss-Verhältnis denkt.
Ja, wichtiger Punkt.
Eine Geschichte noch, haben wir ja in der letzten Zeit schon öfters drüber
gesprochen und hat auch was damit zu tun -
guckt es euch mal an - auch in puncto Weintourismus haben Winzergenossenschaften
jetzt ordentlich zugelegt und investiert.
Also ich sag jetzt mal Weinbistro, Verkostungsraum,
Kellereiführung, manchmal auch sogar Gästezimmer oder Hotel.
Besondere Events - alles da. Ja, noch mal mit anderen Worten:
Ich fordere euch jetzt auf,
wer es genau wissen will, der begebe sich doch einfach mal vor Ort,
besuche eine Winzergenossenschaft.
Der soll sich das alles anschauen, ganz viel probieren und danach uns schreiben.
Ja, das ist eine gute Idee. Da kann ich mich nur anschließen.
Und das gilt ja nicht nur für Deutschland,
noch mal explizit dazu gesagt.
Auch wenn ihr nach Österreich fahrt oder in Italien,
Frankreich oder Spanien Urlaub macht,
so ein Genossenschaftscheck, der lässt sich auf jeden Fall bestens mit so einem
Ausflug verbinden.
Ja, macht euch vielleicht einfach vorab mal schlau,
was es da so in der Gegend gibt,
was lohnenswert für einen Besuch sein könnte.
Ich bin mir sicher, da geht was.
Ach Tobias, das hört sich jetzt schon fast nach Schlusswort an.
Aber eines möchte ich an der Stelle noch ergänzen -
Entschuldigung, ich bremse jetzt so ein bisschen.
Du hast ja eben über die Genossenschaften als Inkubator gesprochen.
Da wollte ich eines noch, eine Idee nur noch.
Gerade weil Genossenschaften ja so groß sind an Fläche,
das haben wir jetzt ja auch mehrfach gesagt,
kann man auch sagen, die sind wichtig für Veränderungen.
Also sie stellen wichtigen Hebel für Veränderungen dar aufgrund ihrer Größe.
Und ich denke da zum Beispiel ganz konkret an das Languedoc und den hohen Anteil
an biologischem Weinbau im Languedoc.
Ja, also daran tragen die Genossenschaften einen entscheidenden Anteil.
Ja, und was noch? Ja, ich erinnere nur an unsere Rhône-Reisen,
an unsere vielen Rhône-Reisen,
wo wir dann eben auch mit Kooperativen zu tun hatten,
die jetzt in Sachen Ressourcen und Umweltschonung richtig engagiert waren,
im französischen Wortsinne. Da gibt es ja diese Vignerons Engagés,
so heißt das dort,
und klar, die machen jetzt nicht immer die richtig großen Schritte,
aber es sind viele,
die kleine Schritte in die richtige Richtung tun.
Ja, finde ich noch mal einen ganz, ganz wichtigen Punkt. Denn gerade wenn wir
sagen,
von Genossenschaften stammen dann häufig auch günstige Weine mit gutem
Preis-Genuss-Verhältnis,
dann denkt man vielleicht gar nicht so daran,
dass ja so Themen wie Bio und teilweise auch Biodynamik da überhaupt eine Rolle
spielen. Aber genau so ist es. Und das ist eben auch ein wichtiger Punkt.
So eine Winzergenossenschaft kann aufgrund ihrer Größe,
die sie nun mal hat, dann eben auch direkt Großes bewegen.
Das macht einen größeren Unterschied, wenn das jetzt nur ein kleines Weingut
macht.
Denn ja, das lohnt sich, denke ich mal,
auch noch mal zu erwähnen.
Die Winzergenossenschaften legen ja fest,
nach welchen Standards ihre Mitglieder arbeiten sollen.
Das ist zwar dann nicht immer so einfach,
wenn es um Zertifizierungen und irgendwelche Siegel geht.
Da steht man vor der Herausforderung, wirklich die Mehrheit der Genossen dann
auch immer mitnehmen zu können und die zu überzeugen.
Aber wenn es denn klappt dann mit so einer Initiative,
ist der Hebel eben umso größer.
Und ja, wie du schon sagtest, wir waren schon viel an der Rhône unterwegs und
insbesondere auch für eine Folge,
da ging es um das Thema Klimawandel. Und ja,
das könnt ihr gerne auch noch mal in der Bei Anruf Wein-Mediathek nachhören,
sozusagen. Ich glaube, das war eine unserer ganz frühen Folgen mit vielen
O-Tönen.
Ich glaube, das war 2021 schon und da standen wir natürlich noch am Anfang
unseres Podcasts.
Aber ja, das Thema war da schon so aktuell wie heute auch noch.
Jetzt werde ich doch noch mal sentimental. Tobias Wir müssten da eigentlich noch
mal hin zusammen, ne?
Ja, sowieso.
Das musst du dann deiner Frau erklären. Ich nehme mich da jetzt professionell
mal raus.
Ich sage nur: Wein-Ehepaar. Das passt schon.
Ja, wenn sie das akzeptiert, alles gut. Aber pass auf,
ich steuere jetzt mal knallhart auf unsere abschließende Zusammenfassung zu.
Einverstanden? Wir haben jetzt wirklich viel erzählt über Winzergenossenschaft.
Yes, Yes.
Oder kommt jetzt noch irgendein Nachtrag von dir? Ich kenn dich doch.
Nee, wirklich nicht. Also ich bin jetzt auch völlig fein damit.
Und als Beweis lege ich jetzt sozusagen mal direkt den ersten Merkpunkt vor.
Ja, gerne.
Also: Winzergenossenschaften stehen ein wenig abseits der öffentlichen
Aufmerksamkeit.
Dabei stellen sie in vielen Ländern 30 % und mehr des Weinsektors dar.
Früher standen Winzergenossenschaften für nicht die beste Qualität,
doch das hat sich längst geändert.
Also bitte: unvoreingenommen sein!
Winzergenossenschaften sind in ihrer Entstehung oft eine Reaktion auf
Krisenerfahrungen wie Reblauskatastrophe oder Weltwirtschaftskrise.
Genossenschaften sind aufgrund ihrer Größe auch ein wichtiger Hebel für
Veränderungen.
Stichwort biologischer Weinbau.
So, genau. Gut zusammengetragen, finde ich.
Also keine Scheu vor Winzergenossenschaften und ihren Weinen,
einfach mal probieren oder sogar vor Ort besuchen,
um sich selbst ein Bild zu machen. Schließlich gibt es genügend gute Adressen,
um diesen Praxistest durchzuführen.
Ja. Oder anders ausgedrückt: Ohne Winzergenossenschaften,
liebe Zuhörerinnen und liebe Zuhörer,
gäbe es viel weniger Wein in der Welt und viel weniger Menschen,
die mit Wein ihren Lebensunterhalt verdienen.
Und allein das ist ein Grund, glaube ich,
sich darauf zu freuen, wenn es das nächste Mal wieder heißt.
Bei Anruf.
Wein.
Tobias
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