50 Jahre Punk in Wien
Farbklekse in einer tot-grauen Stadt
01.09.2026 44 min Andreas Filipovic, Walter Szevera
Zusammenfassung & Show Notes
Ende der 1970er etabliert sich in Wien eine Punk-Szene, die an den Traditionen aus London und New York anknüpft, aber bald eine eigenständige Entwicklung einschlägt.
Der Inhalt:
Mit einigen Jahren Verspätung trifft auch die Punk-Bewegung in Wien ein. An einigen Orten wie am Naschmarkt oder Lokalen (Milchkandl, La Bohème, …) treffen sich Punk-begeisterte Jugendliche, wo sie Musik machen und sich austauschen können. Die Szene zeichnet sich vor allem anfangs als offen für unterschiedliche Stilrichtungen aus und war sehr non-konform. Über Reisen nach London wurde auch ein Transfer an Platten, Mode und Publikationen hergestellt. Von Anfang an mussten sich Punks in Wien groben Anfeindungen aussetzen. Getragen war die Bewegung vor allem in dem Wunsch gegen Konformität, Spießigkeit und traditionellen überkommenen Regelwerk anzustehen. Kreativität spielte von Anfang an eine große Rolle, das Do-it-Yourself wurde faktisch in allen Bereichen als Prinzip angewandt, gegenseitiges Unterstützen und Solidarität täglich gelebt. Mit Mitte der 1980er entwickelte sich auch der Punk in Wien in eine politische Richtung, es gab Überschneidungen mit der Hausbesetzer-Szene, die Bands nahmen zu gesellschaftlichen Fragen Stellung. Die Szene existiert immer noch, sie hat sich aber über die Jahrzehnte stark differenziert.
Der Ort:
„La Bohème“ war um 1978 ein kleiner Nachtclub am Getreidemarkt 23 in Wien, der als eines der ersten geheimen Treffpunkte der frühen österreichischen Punkszene diente. Dort trafen sich Punks jeden Dienstag im Hinterzimmer, bevor sich eine breitere Club- und Konzertkultur etablierte. Es war einer der ersten Fixpunkte für die Wiener Punks, noch vor den bekannteren Lokalen oder besetzten Häusern der späteren Jahre.
Die Gäste:
Peter Stuiber: Ist Historiker und Germanist, leitet die Abteilung Publikationen und Digitales Museum Wien, Kurator und Spezialist für Geschichte des Wiener Undergrounds.
Die Gäste:
Peter Stuiber: Ist Historiker und Germanist, leitet die Abteilung Publikationen und Digitales Museum Wien, Kurator und Spezialist für Geschichte des Wiener Undergrounds.
Andreas Bitesnich: Gehört zu den wichtigsten österreichischen Gegenwartsfotografen, ist Musiker und spielte in den 1980er selbst in einer Punkband.
Tipps und Tricks:
Zum Lesen:
Tipps und Tricks:
Zum Lesen:
Peter Stuiber: Wien du tote Stadt. Publikation zur kommenden Ausstellung im Wien Museum (Juni 2027)
Claus Oistric: Als der Vorhang fiel. Punk im Wien der 90er. Wien 2023
Zum Hingehen:
Das Lokal Venster99 am Währinger Gürtel U-Bahn Bogen 99-100 ist ein Hotspot der Alternativen Szene und ist nach WEGA-Einsatz und kurzfristiger Schließung wieder geöffnet. Programm abrufbar auf der Website: https://www.venster99.at/