Das Burgtheater
250 Jahre „National-Theater“
12.05.2026 42 min Andreas Filipovic, Walter Szevera
Zusammenfassung & Show Notes
Das Burgtheater ist seit seiner Gründung ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und intellektuellen Wandlungen in Österreich: Vom Hoftheater, zum Reproduktionsapparat autoritärer Gesellschaftsbilder hin zu gegenwärtigen Diskursmaschine aktueller Debatten auf nationaler wie internationaler Ebene.
Der Inhalt:
Maria Theresia lässt 1741 einen ehemaligen Ballsaal, der für eine Vorform von Federspiel genutzt wurde, zu einem Theater umwidmen. Die Herrscherin ist eigentlich strikte Gegnerin von Spektakeln, sieht aber eine bestimmte Notwendigkeit in den Aufführungen. Das Theater wechselt aufgrund Unrentabilität mehrmals die Besitzer, erst Joseph II sieht es als Instrument der Aufklärung und Volksbildung. Die Produktionen sind immer wieder Wellen der Zensur ausgesetzt, ein wirklich professioneller Betrieb stellt sich erst mit den 1860er Jahren ein. Seitdem gehört das Burgtheater zu den führenden Bühnen Europas. Im Zuge des Ausbaus des Rings erhält das Theater 1888 ein neues Gebäude, das aber einige technische Voraussetzungen für ein modernes Haus nicht erbringt. Nach 1918 muss sich das Theater neu erfinden, es wird immer mehr zum Kampffeld unterschiedlicher gesellschaftlicher Strömungen. Nach der Okkupation Österreichs durch Hitlerdeutschland müssen viele Angestellte und Künstler:innen fliehen, einige andere machen blendende Karrieren. Nach 1945 spielt das Theater eine wichtige Rolle bei der Konstruktion einer österreichischen Identität und Eigenstaatlichkeit. Ab den 1960ern stellt sich das Haus auch zunehmend internationalen politischen und sozialen Fragestellungen und gilt als Brennpunkt gesellschaftlicher Debatten.
Tipps und Tricks:
Zum Lesen:
Tipps und Tricks:
Zum Lesen:
Claudia Kaufmann-Fressner: Das Burgtheater. Architektur, Geschichte, Geschichten. Wien 2005
Klaus Dermutz: Das Burgtheater, 1955-2005. Wien 2005
Klaus Dermutz: Das Burgtheater und die Wiener Identität. Kontinuität und Krisen, 1888-2009. Wien 2010
Zum Anschauen:
DVD Hoanzl, DVD-Edition Burgtheater: u.a. “Burgtheater” in der Fassung von 1988