Ohne Mühen steil bergauf!
Wiener Gebirgsbahnen im 19. Jahrhundert
17.03.2026 27 min Andreas Filipovic, Walter Szevera
Zusammenfassung & Show Notes
Durch die Entstehung einer neuen Freizeitkultur und technischer Innovationen auf dem Gebiet der Schienentechnik werden im Rahmen der Wiener Weltausstellung von 1873 mehrere Bergbahnen in den Wienerwald errichtet. Diese erfreuen sich vor allem bei bürgerlichen Mittelschichten großer Beliebtheit und forcieren die Etablierung zahlreicher Freizeit- und Erholungsbetriebe im Wiener Umfeld.
Der Inhalt:
Mit der Weltausstellung 1873 sind auch die Anlage von mehreren Bergbahnen geplant. Insgesamt werden drei Projekte realisiert. Sie sollen die Besucher*innen der Weltausstellung und Wiener Ausflügler*innen bequem in die Naherholungsgebiete des Wienerwaldes transportieren. Gleichzeitig dienen sie auch als Leistungsschau österreichischer Ingenieurstechnik. Die Bahnen erfreuen sich großer Beliebtheit und erhalten sofort Wiener Kosenamen. Die „Zuckerlbahn“ (Drahtseilbahn zum Kahlenberg), die „Ruckerlbahn“ (Zahnradbahn zum Kahlenberg) und die „Knöpferlbahn“ (Drahtseilbahn zur Sophienalpe). Dabei werden unterschiedliche Techniken zum Einsatz gebracht. Die Bahnen boomen durch Ausstellungsbesucher*innen und Ausflügler*innen. 1887 transportiert die Zahnradbahn 260.000 Fahrgäste. 1876 muss wegen eines Erdrutsches die Zuckerlbahn, 1881 die Knöpferlbahn wegen wirtschaftlichen Problemen eingestellt werden. Aufgrund versäumter technischer Erneuerungen und ökonomischer Krisen muss auch die Zahnradbahn 1922 den Betrieb schließen. Heute sind kaum mehr Spuren der Bahnen ausmachbar, nur wenige Straßennamen (z.B. Zahnradbahnstraße in Döbling) geben noch Hinweise auf die beliebten Transportmittel.
Der Ort:
Ehemalige Station der Kahlenberger Zahnradbad, Zahnradbahnstraße 8, 1190 Wien. Heute Gasthaus, von 1874-1922 Talstation.
Die Gäste:
Dr. Roman Hans Gröger ist Historiker, Autor und Mittelschullehrer. Forschungsschwerpunkt ist Geschichte des Transportwesens mit besonderer Berücksichtigung auf Wien.
Ing.Mag.Bettina Jernej ist Historikerin und Archivarin. Sie arbeitet am Technischen Museum Wien mit dem Schwerpunkt Geschichte des österreichischen Schienenwesens
Web Tipps:
Zum Lesen
Roman Hans Gröger: Von den Lohnkutschen zu den Stromkutschen. 160 Jahre Straßenbahn in Wien. Wien 2025
Roman Hans Gröger: Die Straßenbahn in Döbling. Ein Rückblick auf 155 Jahre. Wien 2025
Zum Anschauen:
Bezirksmuseum Döbling. Schauraum mit den Bergbahnen in Döbling. Döblinger Hauptstraße 96, 1190 Wien. Öffnungszeiten: Mittwoch: 9.30-11.30; Samstag: 15.00-17.00
Zum Abgehen:
Homepage des Alpenvereins. Karte „Historische Wiener Bergbahnen-Rund“. https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/historische-wiener-bergbahnen-runde/802089165/