95: Landesgartenschau 2026: Energie trifft Stadtentwicklung – Stefan Powolny, Stadtwerke Ellwangen
07.05.2026 38 min
Zusammenfassung & Show Notes
Die Landesgartenschau als Hebel für die Stadtentwicklung: Stefan Powolny zeigt, wie die Stadtwerke Ellwangen über ihr Energiegeschäft hinaus Stadtentwicklung vorantreiben, Infrastruktur schaffen und ihre Rolle in der Region neu definieren.
Stadtwerke stehen vor der Frage, wie sie ihre Rolle im kommunalen Gefüge neu ausrichten können. Es geht längst nicht mehr nur um Versorgung, sondern um die aktive Mitgestaltung von Lebensräumen. Die Landesgartenschau 2026 in Ellwangen wird dabei zum Praxisbeispiel: Hier treffen Infrastruktur, Stadtentwicklung und regionale Identität aufeinander.
Stefan Powolny, Geschäftsführer der Stadtwerke Ellwangen, zeigt, wie Stadtwerke als Möglichmacher agieren. Sie schaffen nicht nur Infrastruktur für Wasser, Strom und Breitband, sondern stellen auch Ressourcen, Organisationsstrukturen und steuern die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen. Er erklärt, warum solche Projekte mehr sind als temporäre Events und wie sie langfristig auf Image, Wahrnehmung und Positionierung einzahlen. Es geht um Zusammenarbeit, regionale Verbundenheit, strategische Positionierung und den Beitrag, den Stadtwerke zur Zukunft ihrer Kommune leisten können. Ein praxisnaher Blick auf Transformation und neue Rollenbilder.
Viel Spaß beim Hören!
Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns und lasst eine Bewertung da – wir freuen uns über euer Feedback!
Mehr über unsere Kooperation: dienetzwerkpartner.com
Vernetzt euch mit uns: linkedin.com/company/dienetzwerkpartner
*Coverfoto: Chris Frumolt
Stadtwerke stehen vor der Frage, wie sie ihre Rolle im kommunalen Gefüge neu ausrichten können. Es geht längst nicht mehr nur um Versorgung, sondern um die aktive Mitgestaltung von Lebensräumen. Die Landesgartenschau 2026 in Ellwangen wird dabei zum Praxisbeispiel: Hier treffen Infrastruktur, Stadtentwicklung und regionale Identität aufeinander.
Stefan Powolny, Geschäftsführer der Stadtwerke Ellwangen, zeigt, wie Stadtwerke als Möglichmacher agieren. Sie schaffen nicht nur Infrastruktur für Wasser, Strom und Breitband, sondern stellen auch Ressourcen, Organisationsstrukturen und steuern die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen. Er erklärt, warum solche Projekte mehr sind als temporäre Events und wie sie langfristig auf Image, Wahrnehmung und Positionierung einzahlen. Es geht um Zusammenarbeit, regionale Verbundenheit, strategische Positionierung und den Beitrag, den Stadtwerke zur Zukunft ihrer Kommune leisten können. Ein praxisnaher Blick auf Transformation und neue Rollenbilder.
Viel Spaß beim Hören!
Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns und lasst eine Bewertung da – wir freuen uns über euer Feedback!
Mehr über unsere Kooperation: dienetzwerkpartner.com
Vernetzt euch mit uns: linkedin.com/company/dienetzwerkpartner
*Coverfoto: Chris Frumolt
Transkript
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Energiedosis, dem Praxis-Podcast für Energieversorger. Heute geht es um ein Thema, das man vielleicht nicht sofort mit Stadtwerken verbindet, und zwar Stadtentwicklung. Also die Frage, welche Rolle können Stadtwerke eigentlich spielen, wenn es nicht nur um Versorgung geht, sondern auch darum, eine Stadt aktiv mitzugestalten. Ein spannendes Beispiel dafür ist die Landesgartenschau 2026 in Ellwangen. Die Landesgartenschau ist nicht nur ein Event für ein paar Monate, sondern ein Projekt, das eine ganze Stadt bewegt und langfristig prägen soll. Und genau darüber spreche ich heute mit jemandem, der dieses Projekt aus unterschiedlichen Perspektiven verantwortet. Stefan Powolny ist Geschäftsführer der Stadtwerke Ellwangen und gleichzeitig auch Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH. Herzlich willkommen im Energiedosis-Podcast, Herr Powolny, schön, dass Sie da sind.
Ja, Herr Stratmann, vielen Dank, dass ich da sein darf und dass wir uns über dieses Thema auch unterhalten können.
Bevor wir ins Fachliche einsteigen, würde ich gerne persönlich starten. Herr Powolny, Sie tragen aktuell gleich mehrere Geschäftsführer-Hüte auf Ihrem Haupt bei den Stadtwerken der Bädergesellschaft und bei der Landesgartenschau. Wie kam es dazu und was reizt Sie persönlich daran, Stadtentwicklung so unmittelbar mitgestalten zu können?
Da müssen wir tatsächlich ins Jahr 2018 zurückspringen,
als sich Ellwangen beworben hat auf die Landesgartenschau. Zu dem Zeitpunkt war ich ganz frisch Stadtwerke-Geschäftsführer und wir hatten mit der Bewerbung auch ein bisschen was zu tun, weil die Bädergesellschaft hat am Tag der Bewerbungskommission einen großen Stadtstrand aufgebaut. Das war unsere Aufgabe als Bädergesellschaft und dort haben wir tatsächlich auch ganz gut abgeliefert und später haben wir dann den Zuschlag bekommen. Aber das Gartenschau-Fieber und das, was das bedeutet und ich habe auch zu dem Zeitpunkt verstanden, was kommt da auf Ellwangen zu. Da hatte ich Interesse mitzuwirken und das hat dann so ein bisschen vor sich hin gegoren in mir selbst und 2019 hatten wir dann OB-Wahl und mit dem neuen Oberbürgermeister habe ich dann irgendwann gesprochen und gesagt, ja, also wenn ich etwas Zeit hätte, hätte ich durchaus Lust, bei diesem Megaprojekt, für die Stadt Ellwangen aktiv dabei zu sein, mitzugestalten und könnte mir vorstellen, dass die Stadtwerke auch einiges dazu beitragen können.
Und wenn Sie an die Gartenschau 2026 denken, haben Sie da ein Bild persönlich vor Augen oder einen Moment vor Augen, der für Sie den Geist dieses Projekts verkörpert?
Gut, da muss man tatsächlich aus dem Jahr 2018, 2020 auf das Jetzt springen. Das Bild ist tatsächlich diese unglaubliche Verbundenheit der ganzen Ellwanger und der ganzen Region jetzt mit unserer Stadt Ellwangen, aber auch mit der Landesgartenschau. Sie müssen sich vorstellen, wir haben über 1000 Ehrenamtliche, die bekommen also außer ein T-Shirt und eine Jacke, bekommen die wirklich nichts. Und die arbeiten 60 Stunden und teilweise mehr während diesem Projekt. Und genau dieses Gefühl, das ist also mehr ein Gefühl als ein Bild, dabei zu sein, Teil der Region zu sein und Teil dieses großen Projekts zu sein und das in einem Gemeinschaftsprojekt zu haben, das macht Gartenschau wirklich aus. Und ich sage immer, Gartenschau verändert eine Stadt und verändert auch die Menschen, die daran teilnehmen.
Weil es ist alles so ziemlich selbstlos. Man macht das für die Gemeinschaft und das ist in der momentanen Zeit, wo vielleicht der Egoismus was vorne ist, ein ganz großes Zeichen für eine Region und für die Stadt. Und insofern ist eher ein Gefühl als ein Bild.
Ja, darauf wollen wir auch im Verlauf des Gesprächs zu sprechen kommen, was das konkret verändert in der Stadt, in der Rolle des Stadtwerks auch. Lassen Sie uns zunächst einmal draufschauen auf Ihre Rolle, was Ihre Rolle konkret ist als Stadtwerke- und Gartenschau-Geschäftsführer. Was ist da Ihre Aufgabe im Alltag?
Ich erkläre Ihnen vielleicht ganz kurz, wie kam es denn dazu nochmal? Wir hatten diese Gartenschau GmbH dann gegründet und die Idee der Stadt war auch, ja das können doch die Stadtwerke, die sind schon eine GmbH, die machen einen Wirtschaftsplan, die machen einen Jahresabschluss, die arbeiten mit Wirtschaftsprüfern zusammen, die haben ein Buchhaltungssystem, das funktioniert, hat die Stadt natürlich auch, aber für Kameralistik oder für kommunale Aufgaben wird dann letztendlich schon sehr stark von der GmbH geprägt. Das kann man doch auch mitmachen. Und so hat das Ganze begonnen. Also zu Beginn war die Aufgabe, dass wir aus der Kommunikations-Marketing-Abteilung Mitarbeiter hatten und wir haben die Finanzbuchhaltung, Controlling, das haben wir quasi aufgesetzt, damit die ganze Gesellschaft mal arbeitsfähig ist. Und dann sind tatsächlich doch so, dass ein neues Team aufgebaut worden ist bei der Landesgartenschau.
Das hat sich zum einen mit unserem Mitgesellschafter BW Grün hat Mitarbeiter entsandt, die Stadt Ellwangen hat Mitarbeiter entsandt, wir haben eigene Mitarbeiter eingestellt. Aber das Thema Finanzbuchhaltung und auch Kommunikation, Marketing, das treiben wir doch sehr, sehr stark aus den Stadtwerken heraus, weil dort auch Mitarbeiter sind, die gesagt haben, oh, da will ich mit dabei sein, ich will auch mitgestalten. Und war auch eine schöne Chance für die Mitarbeiter, mal was ganz anderes zu erleben, zu sehen und auch eine Entwicklung aufzuzeigen. Und genau das hat das Ganze so möglich gemacht.
Und wo verorten Sie sich heute in diesem Konstrukt oder was ist im täglichen Doing dann auf Ihren Schultern?
Die wichtigste Aufgabe war und ist es nach wie vor, das Ganze zu organisieren, die richtigen Leute zu finden, die Lust haben, mitzumachen und daraus ein Team zu bilden, das schafft, eben diese Aufgabe umzusetzen. Und die große Herausforderung im Vergleich zu einem Stadtwerk und auch einer kommunalen, da sucht man häufig auf genau definierte Stellen Mitarbeiter, die da bestmöglich draufpassen. Wenn Sie das für eine Gartenschau versuchen und Mitarbeiter sagen, ach, Sie stellen die 2023 ein und sagen, Ende 2026 ist das in jedem Fall vorbei. Dann brauchen Sie schon Leute, die mit dieser Perspektive was anfangen können Und das sind oft andere, die man bei den Stadtwerken hat. Und gleichzeitig finden Sie auch nicht unbedingt genau für Ihr Stellenprofil den richtigen Mitarbeiter, sondern Sie finden Mitarbeiter, der kommt zu Ihnen und sagt, ich habe richtig Lust dazu, ich kann auch was. Aber das passt vielleicht überhaupt nicht zu Ihrer Stelle, die Sie haben. Dann haben wir es jetzt so gemacht, wir haben um diese Mitarbeiter herum dann das Unternehmen gebaut. Das funktioniert hervorragend, weil Sie toll motivierte Mitarbeiter haben, kommt aber auch schnell mal an seine Grenzen, weil man dann neue Schnittstellen hat, an die man gar nicht gedacht hat, dass es die gibt. Das habe ich maßgeblich geprägt zu sagen, wenn Mitarbeiter kommen, die mitmachen wollen, die was können, dann machen wir einen Einstieg möglich und bauen quasi das Unternehmen um diese Mitarbeiter herum. Das ist bei der Stadtwerke komplett anders. Da habe ich eine Aufgabe und da suche ich den bestmöglichen Mann dazu.
Ja, spannend, wie sich die Organisation oder das Projektteam dann letztendlich gefunden hat und so ihre Aufgabe, die Fäden zusammenzuführen und dafür zu sorgen, dass das Zusammenspiel funktioniert. Sie haben eben auch gesagt, die Motivation ist groß, auch in der Bevölkerung. Die Zahl der Freiwilligen, der Ehrenämtler haben Sie auch angesprochen. Wenn Sie auf die Gartenschau 26 schauen, inwiefern ist die Landesgartenschau auch ein Motor für die Gesamtentwicklung der Stadt Ellwangen, also über die 164 eigentlichen Veranstaltungstage hinaus?
Eine Landesgartenschau oder eine Stadt bewirbt sich nicht auf eine Landesgartenschau, damit man ein halbes Jahr lang Party feiert. Natürlich freuen wir uns jetzt darauf, auf diese 164 Tage. Unser Oberbürgermeister sagt immer, Dauerrausch der Gefühle, dass wir dort erleben werden. Aber man bewirbt sie eigentlich darum, um eine Stadtentwicklung im Zeitraffer hinzubekommen. Weil wir haben dort jetzt durch die Gartenschau etwa 46 Millionen netto, aber für die ganze Stadt eher so Richtung 90 Millionen Euro investiert innerhalb von fünf Jahren. Und für eine Stadt wie Ellwangen, die hat 25.000 Einwohner, ist das ein Investitionsvolumen, das normalerweise über eine Dekade, über anderthalb Dekaden läuft. Und so auf den Punkt genau Investitionen an einer Fläche hinzubekommen, die Gelder frei zu bekommen, die politischen Entscheidungen hinzubekommen und dann ein ganzes Areal, wir haben in Summe 26 Hektar bearbeitet, zu gestalten, das ist einmalig, das geht nur mit der Landesgartenschau. Nur dann kriegen Sie die Mittel auch dafür frei und vor allem auch die politischen Entscheidungen. Insofern ist eine Landesgartenschau wirklich Stadtentwicklung im Zeitraffer. Wir haben es geschafft, komplett neue Freizeitareale zu gestalten, einen Fluss umzubauen und Fluss und Stadt und Freizeitareale zu verschmelzen in einem neuen Stadtbild. Und insofern war das nur mit einer Landesgartenschau möglich.
Die Akzeptanz in der Bevölkerung, war die von Anfang an auch gegeben? Also da passiert ja auch eine ganze Menge, so wie Sie gesagt haben, im Zeitraffer Stadtentwicklung. Sind Sie da von Anfang an auf offene Ohren gestoßen, die Begeisterung schon immer da gewesen oder auch Skepsis?
Wir hatten immer sehr großen politischen Rückhalt, also da gab es nie die Gefahr, dass plötzlich auch Mehrheiten sich wieder verschieben und gegen das Projekt grundsätzlich stimmen. Also politisch hatten wir immer bestmöglichen Rückhalt. In der Bevölkerung war so ein skeptisch neugieriger Blick auf das Projekt. Und zu Beginn auch, man fängt dann irgendwann an, irgendwann Bäume wegzumachen. Und genau zu dem Zeitpunkt gab es noch einen großen Aufschrei. Warum machen wir die Bäume weg? Warum zerstören wir der Natur? Wir wollen doch eigentlich Natur bauen. Das war nochmal ein sehr intensiver Bereich. Und tatsächlich ist das komplett gekippt, als wir begonnen haben, Baustellenführungen zu machen. Man konnte dann auch sehen, was passiert. Der Jagstumbau, insbesondere unser Fluss, wurde dann umgebaut und man sah, was dort passiert. Und wir haben dann selbst Baustellenführung gemacht und haben dann auch ehrenamtliche Mitarbeiter ausgebildet, Baustellenführung zu machen, um das Ganze zu skalieren. Und haben es jetzt geschafft, im Jahr 2024, 2025 über 10.000 Leute über die Baustelle zu führen. Und jeder, der von dieser Baustellenführung zurückkommt, war später klar als Schwabe, so ganz schlecht wird es gar nicht. Und das ist für einen Schwaben schon sehr, sehr viel Lob.
Und das war tatsächlich der Kipppunkt von skeptischer, neugieriger Beobachtung zu oh ja, da passiert was Großes und es ist sehr, sehr sinnvoll, was wir da machen. Und aktuell, ich höre keinen Kritiker mehr, die kommen da jetzt aber auch nicht unbedingt zu mir, weil die wissen ja, dass ich dafür bin.
Ja, spannend, wie das dann auch so shiftet oder gezielte Maßnahmen dann auch greifen und in der Bevölkerung auf Anklang stoßen. Wenn wir jetzt einmal auf die Rolle der Stadtwerke Ellwangen in dem Gesamtprojekt schauen, welche Rolle spielen Sie da als Stadtwerke und in welcher Form bringen Sie sich konkret ein? Sie hatten ja schon mal kurz angedeutet, wie es dazu kam, welches Know-how die Köpfe Sie eingebracht haben. Vielleicht können Sie das einmal konkret nochmal darstellen?
Das kann ich gerne machen. Wir sind, wie gesagt, Geburtshelfer, vor allem diese GmbH zu gründen und alles, was eben eine grundsätzliche Firma braucht, Finanzbuchhaltung, etwas Kommunikation, Marketing, Sekretariat, bringen wir dauerhaft in die Gesellschaft ein, in die Landesgartenschau GmbH und haben dann als Dienstleistung allerdings auch sehr, sehr tief, wie eigene Mitarbeiter hat man da gearbeitet, haben wir das ganze Thema Infrastruktur auf der Gartenschau vorangetrieben. Da geht es um Wasserinfrastruktur, geht's um Breitbandinfrastruktur, elektrische Infrastruktur, die wir durchgeplant, überlegt, konzipiert und letztlich auch dann mit Partnern gebaut haben, sodass wir das gesamte Know-how über das Gelände haben, auch genau definiert, was sein muss und später im Betrieb natürlich können wir auch gut unterstützen, dann während der Gartenschau, aber auch im dauerhaften Betrieb nach 2026.
Haben Sie da besondere Schwerpunkte oder wo Sie besonders stark dann operativ involviert sind?
Tatsächlich, wir haben schon ein sehr mächtiges Wassernetz aufgebaut, auch mit vielen Fragestellen. Wir haben noch unter der Jags durchgebohrt, wir haben Wasserspiele angeschlossen und auch mit überlegt, wie macht man das mit dem Frostschutz im Winter, wie machen wir das mit dem Wasserzähler, wie machen wir das mit der Hygiene an den bestimmten Stellen? Und letztendlich dort war es sehr, sehr wassertechnisch, fachlich, wo wir involviert waren und auch ständig gefragt wurden, oh, könnte uns das helfen? Also letztendlich habe ich meine eigenen Mitarbeiter dann gefragt, eben bei den Stadtwerken und diese Rolle, die macht auch tatsächlich den Mitarbeitern Spaß, wenn sie sehen, oh, sie können da richtig mit dabei sein bei so einem Jahrhundertprojekt. Häufig sieht man unsere Stadtwerkearbeit ja nur, wenn wir einen Rohrbruch haben oder was nicht funktioniert. Am Schluss ist so eine Erwartung, dass das da sein muss und klappen.
Und plötzlich kommt es auch ein bisschen ans Licht, wie wichtig diese Infrastrukturarbeit ist. Und durch eine Gartenschau kommt dann auch Licht auf die Seite drauf. Und das war tatsächlich schön und ist nach wie vor schön, dass es so ist.
Als Stadtwerk sind Sie hier ja auch Teil der Stadtentwicklung. Was verändert das strategisch, also für Ihr Unternehmen, aber auch für das Selbstverständnis von Stadtwerken allgemein?
Gut, wir sehen uns auch, jetzt schaue ich auf die Strategie der Stadtwerke Ellwangen, wir stehen wie alle, die Kollegen natürlich auch, vor einem großen Wandel. Die Wärmewende treibt uns ganz massiv um, aber auch das Thema Dienstleistung. Und wir kommen vorher, wir haben uns sehr stark mit unseren eigenen Aufgaben beschäftigt und nicht nur mit der Gartenschau, sondern drumherum auch, haben wir immer mehr kommunale Aufgaben auch zu uns geholt. Wir sagen, okay, den Breitbandausbau organisieren wir, wir machen Dienstleistungen für den Eigenbetrieb, Abwasserentsorgung, wir machen jetzt bei der Gartenschau eine ganz wesentliche Rolle. Und ich glaube tatsächlich, dieser kommunale Dienstleister, flexibel, schnell und idealerweise wirtschaftlich, ist ein Punkt, wo für viele Stadtwerke ganz wichtig ist und ist tatsächlich essentiell auch für die Stadt dort, ganz tolle Aufgaben, alles was mit Infrastruktur, alles was mit Rohrleitungsbau zu tun hat, Alles, was mit Straßenbau zu tun hat, dass wir dort eine wichtige Rolle einnehmen. Und das hat sich auch strategisch bewährt und das hat die Gartenschau nochmal befeuert und unterstrichen.
Ist das so Ihre Herangehensweise üblich oder wenn Sie das auch mit anderen Landesgartenschauen in der Vergangenheit vergleichen oder wie sich ein Stadtwerk einbringt? Oder sehen Sie da bei Ihnen auch einen besonderen Ansatz oder wo Sie sich da unterscheiden?
Gut, es ist schon so, dass jede Gartenschau und jede Stadt sich das organisiert, selbst organisiert. Die Besonderheit ist tatsächlich bei uns, dass auch ich persönlich Lust hatte auf Gartenschau und dann gesagt, okay, das macht für mich persönlich Sinn und ich kann mich da einbringen, kann auch Know-how einbringen und die Stadtwerke hängen dann quasi da nicht an mir dran und dann hat man überlegt, was kann man denn noch aus den Stadtwerken für die Gartenschau machen? Bei anderen Städten ist es ganz anders. Da ist vielleicht ein großes Bauamt in der Stadt unterwegs und sagt, oh Gartenschau, da können wir uns stark einbringen und dann wird vielleicht der Bauamtsleiter Geschäftsführer von der Gartenschau oder ein Bürgermeister. Wie in Rottweil ist die Bürgermeisterin, die dann die Geschäftsführungsrolle einnimmt und mit ihrem Team das Ganze umsetzt.
Wichtig ist immer eine starke Verankerung in der Stadt, eine starke Verankerung auch in der politischen Landschaft, weil genau die Fragestellungen und die, ja, meine Hauptaufgabe aktuell, wenn sie vorher gefragt haben, ist tatsächlich eher so das Befindlichkeits- und Politikmanagement zu machen. Weil so viele beteiligte Stakeholder jetzt sind von Ausstellern, von Besuchern, von Ehrengästen und jeder will noch irgendwas und möchte ein bisschen gestreichelt werden. Das ist schon eine wichtige Aufgabe, die fällt immer dem städtischen Geschäftsführer zu und das ist bei mir auch so.
Ja, da haben Sie auch eine wunderbare Brücke gebaut zu dem Thema Zusammenarbeit oder die unterschiedlichen Stakeholder und Akteure unter einen Hut zu bekommen. Damit so eine Landesgartenschau funktioniert, braucht es viele unterschiedliche Akteure, die im Idealfall gut orchestriert zusammenspielen. Wie gelingt es, dass diese vielen Akteure, ich sage mal von Stadt, Stadtwerke, Politik, Unternehmen, Sponsoren, über Landschaftsarchitekten, Ehrenämtler, dass die alle zusammenwirken?
Das gelingt nicht immer. Aber tatsächlich, der Schlüssel ist natürlich Kommunikation. Kommunikation, indirekte Kommunikation, dass man eben, wir haben unglaublich intensive Pressearbeit gemacht, aber haben auch mit den Pressevertretern sehr enge Zusammenarbeit, dass die sehr exklusiv versorgt werden, sodass eben die Grundinformationslage bei allen Beteiligten relativ hoch ist. Und dann natürlich ein ständiges, direktes Kommunizieren, sei es über die Baustellenführung, wo wir viele haben, sei es über die Aufsichtsräte in unserem Gremium, die auch als Multiplikatoren bieten. Und tatsächlich bei Einzelthemen schon auch viel, viel telefonieren, WhatsApp-Kontakt, E-Mail-Kontakt, wo man das Ganze irgendwie zusammenhalten muss, weil wir haben jetzt am Freitag Eröffnung und haben allein dort über 1000 Menschen eingeladen, die alle irgendwas mit der Gartenschau zu tun haben. Und da sind Ehrenamtliche, da sind selbst unsere Aussteller noch gar nicht dabei, aber wir haben Gemeinderäte, wir haben Sponsoren, wir haben aus der Politik viele, viele und jeder will irgendwas und hat Erwartungen und insbesondere das Thema und der Schlüssel gute Kommunikation.
Gerade wenn so unterschiedliche Köpfe zusammenwirken, also technische, kreative Köpfe mit zum Teil ganz unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen. Was sind da aus Ihrer Sicht oder aus Ihrer Erfahrung heraus Erfolgsfaktoren für eine gute Zusammenarbeit?
Das, was am meisten zusammenschweißt, ist das gemeinsame Ziel. Wir wissen, am 24. April 2026 geht die Gartenschau auf, bis dahin muss das Gelände fertig sein, müssen die Veranstaltungen geplant sein und muss alles laufen. Aber Sie haben schon recht, das gibt es in der normalen Welt, gibt es das nicht, als Stadtwerke. Wir haben Menschen aus der Kulturbranche, die Veranstaltungen planen. Wir haben Landschaftsarchitekten, wir haben Bauingenieure, wir haben jemanden, der sich um die Kuration der Ausstellung bemüht. Zu sagen, okay, was wollen wir an Themen zeigen? Und diese Menschen, die treffen sich im normalen Leben nie. Entweder schaffen sie im Theater tatsächlich, da kommt eine Mitarbeiterin schon mehr her, oder sie arbeiten im Tiefbau und im Stadtwerk. Die begegnen sich vielleicht mal auf einer Party, aber doch nicht im Arbeitsleben. Und genau das macht tatsächlich Gartenschau aus und so besonders. Und die Arbeitsmethoden und Arbeitsweisen und Kommunikationsstile unterscheiden sich auch fundamental. Und da sehe ich schon meine Aufgabe dafür, sicherzustellen, dass die irgendwie miteinander harmonieren.
Da ist wieder Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg und das Allerwichtigste, wie gesagt, das gemeinsame Ziel, auf das man hinarbeitet und das auch niemand in Frage stellt. Das ist das Besondere, es stellt ja kein Mensch den Start der Gartenschau in Frage oder überlegt, oh, wollen wir vielleicht noch woanders hin? Jeder weiß, dorthin gilt es hinzuarbeiten und darauf arbeiten wir mit aller Kraft hin. Und tatsächlich dazwischen reibt es natürlich. Wenn solche Menschen miteinander zusammenarbeiten, das ist besonders.
Gab es auch Situationen, in denen Sie in Ihrer Doppelrolle als Stadtwerke-Chef und Gartenschau-Geschäftsführer ganz bewusst vermitteln mussten?
Es gibt natürlich auch Konfliktsituationen zwischen Gartenschau und Stadtwerke in so einem Projekt. Irgendwie was mit der Rechnungsstellung oder mit Terminkonflikten und so weiter. Das ist dann schon herausfordernd, weil sie sich dann selber für einen bösen Brief schreiben müssen. Das sind dann teilweise skurrile Situationen, aber das sind tatsächlich eher wenige. Tatsächlich die Führungsrollen im Gartenschau GmbH war schon intensiver, dort diese Teams aufzubauen, zu strukturieren, Schnittstellen zu definieren, Schnittstellen auch neu auszuhandeln, war intensiver als jetzt die Schnittstelle Stadtwerke zu Gartenschau.
Sie haben in einem Interview mit der Regionalpresse von Management by Walking Around gesprochen. Was bedeutet das konkret in so einem Projektalltag?
Ja, witzig, dass sie drüber gestolpert sind. Meine Frau zieht mich damit auch die ganze Zeit auf zu Hause. Letztendlich, ich versuche sehr präsent zu sein in den Büros und bei den einzelnen Mitarbeitern, um quasi so aufzunehmen, wo stecken die einzelnen Mitarbeiter gerade, wo hängt es vielleicht, wo muss man einen Schubs geben auch, wo kann man auch sagen, oh, pass auf, da hilft vielleicht ein Anruf an anderer Stelle und dann funktioniert das. Einfach so die Stimmung aufzunehmen im Gesamtteam, ohne jetzt alle Hierarchien hinweg zu fegen, aber dennoch, gerade auch jetzt vor der Eröffnung nochmal zu wissen, dem Mitarbeiter mal in die Augen zu gucken, zu wissen, ja, er weiß, was er tun muss, er weiß, was es als nächstes zu tun gibt, und er hat grundsätzlich die Zuversicht, dass er das auch hinbekommt. Und das kann man natürlich. Und das Ergebnis ist, ich bin viel im Büro unterwegs und es sieht aus, als würde ich spazieren laufen. Aber tatsächlich ist das Thema Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg.
So schließt sich der Kreis wieder.Jetzt ist die Eröffnung ein Meilenstein. Dann geht es ja auch erst richtig los mit dem Landesgartenschau-Halbjahr. Vielleicht ein Blick auf die Organisation in dieser Zeit. Wie strukturieren Sie sich und Ihre Teams dann in diesem intensiven Gartenschau-Halbjahr?
Wir haben tatsächlich komplett umstrukturiert. Also mit Beginn der Gartenschau kommt eine neue Organisation zum Zug. Wir müssen ja sieben Tage die Woche durcharbeiten, ansprechbar sein zumindest in Teilen der Organisation. Es gibt Rollen, wie zum Beispiel den Chef vom Dienst. Das ist der Letztentscheider auf dem Gelände. Der muss nicht immer vor Ort sein, aber das ist derjenige, der im Zweifel eine Veranstaltung absagt oder auch bei Notfällen entsprechend kontaktiert wird. Das ist ein eigenes Team, das sich jetzt organisiert hat und die Schichtdienste durchorganisiert haben. Dann gibt es das sogenannte Geländeteam. Das Geländeteam sorgt auch sieben Tage die Woche dafür, dass das Gelände einfach tiptop in Ordnung ist. Dass auch kein Müll rumliegt, dass kleine Reparaturen gemacht werden, dass Zelte, die man von A nach B braucht, aufgebaut werden, wieder abgebaut werden.
Und dort docken ganz viele Ehrenamtliche an. Auch dieses Team ist eigenständig und arbeitet jetzt auch in einem sieben Tage Rhythmus. Dann gibt es das Veranstaltungsteam, die sorgen, dass die Bühnen laufen, dass die Künstler andocken können, die Künstler willkommen geheißen werden, wieder verabschiedet werden, was zum Essen bekommen, was zum Trinken. Das ist ein eigenes Team. Und dann gibt es noch ein Marketing-Kommunikationsteam, das sicherstellt, dass alle Social Medias und Presse bearbeitet wird. Und zu guter Letzt quasi noch ein Team, das den direkten Kundenkontakt und mit den Kassen in Kontakt steht. Tatsächlich kommen bereits jetzt über 100 Mails am Tag an und unglaublich viele Anrufe, die irgendwas wissen wollen. Natürlich in der Regel alles, was schon auf der Homepage steht, aber man lässt sich es halt auch gerne erklären. Auch das ist natürlich Arbeit, die teilweise auch ein bisschen nervig ist da.
Glauben Sie denn, dass nach dem Halbjahr, oder was hat das für einen Effekt dann auch auf die Kolleginnen und Kollegen beim Stadtwerk nach dem Gartenschau-Halbjahr? Ich sage mal, die Erfahrungen, die Arten der Zusammenarbeit kann ich mir vorstellen, das prägt ja auch. Oder dass man ja auch eine gewisse Offenheit vielleicht praktiziert, lernt im Arbeitsalltag, jetzt eine neue Organisation, neue Struktur. Was glauben Sie, was bleibt da jetzt innerhalb der Organisation, innerhalb des Stadtwerks in den Köpfen oder in der Organisation, was Sie da mitnehmen können und wovon Sie dann auch profitieren können für die anstehenden Herausforderungen in der Energiebranche?
Das Thema Schnelligkeit, konsequente Entscheidungen, auch Geschwindigkeit in der Kommunikation, das wird sicherlich positiv besetzt sein. Ich freue mich natürlich auf deutlich mehr Zeit wieder für das Stadtwerk, weil es gibt Herausforderungen, die nicht ohne sind. Und auch meine Kollegen, die entsandt sind in die Gartenschauen, freuen sich auf die Stadtwerk auch wieder zurückzukommen. Und es wird eine andere Art der Arbeit wieder sein, auch eine ruhigere Arbeit, aber trotzdem diesen Spirit, diese Idee auf ein Ziel hinzuarbeiten und das immer im Blick zu haben. Und ich glaube, das bringt uns viel für die Stadtwerke auch.
Neben der internen Zusammenarbeit ist ja auch spannend, wie das Projekt nach außen wirkt. Ein Stadtwerk ist meist nicht die Marke, die für Emotionen steht. Die Landesgartenschau schon, so wie Sie es eingangs auch beschrieben haben. Das ist ein Gefühl, dass ja auch die Stadt durchdringt. Und wie nutzen Sie die Landesgartenschau, um Ihr Unternehmen und Ihr Engagement bei den Bürgerinnen und Bürgern sichtbar und erlebbar zu machen? Einen Satz vorweggeschoben.
Einen Satz vorweggeschoben.Die Landesgartenschau oder auch unsere Landesgartenschau hat nicht Kunden oder Besucher. Wir haben ganz viele Fans und das mit allen Herausforderungen. So ein Fan ist auch emotional. Also wenn Sie jetzt mit einem Fußballfan vergleichen, wir sind jetzt hier in unserer Region sehr stark VfB Stuttgart affin. Wenn der schlecht spielt, dann ist man dann auch sauer, persönlich sauer. Trotzdem ist man großer Fan und Anhänger. Und diese Besonderheit haben Gartenschauen auch. Das macht die Kommunikation auch herausfordernder. Weil jemand, der ein großer Fan und Unterstützer ist, dann mit etwas unzufrieden ist, dann sagt er ihm das auch sehr deutlich und klar. Insofern ist das eine gewisse Herausforderung, aber auch eine Chance, weil tatsächlich diese Leidenschaft für Ellwangen, für die Landesgartenschau, schon auch auf die Stadtwerke etwas abwirft. Weil viele handelnden Personen, die ja, trifft auch mich zu, natürlich für beides stehen. Und deshalb so ein gewisses Grundvertrauen, dass wir das Richtige für die Stadt tun und wirklich auch unsere Heimatstadt immer im Blick haben bei allem, was wir tun, wie wir handeln, was wir anbieten.
Und diesen Spirit möchte ich für die Stadtwerke auch mit übernehmen, dass jeder da draußen in Ellwangen ist, automatisch weiß, die tun das, was sie machen für die Stadt Ellwangen und damit für uns alle. Und dieses Gefühl, das glaube ich, dass wir auch transportieren können und auch für die Kundenbindung bei der Stadtwerke sehr positiv helfen wird.
Gibt es denn ein Kommunikations- oder Veranstaltungsformat bei der Gartenschau, das sie besonders stolz macht, weil es Energie und Erlebnis gut zusammenbringt?
Zwei Besonderheiten. Wir haben zum einen, als Stadtwerk sind wir natürlich auch Sponsor der Landesgartenschau und wir haben dann mit unserem Sponsoring bewirkt, dass wir diese Gaia, das ist eine große, aufblasbare Weltkugel, die hängt in der Evangelischen Stadtkirche, da kann man gerne mal googeln, was es damit auf sich hat und die hängen wir dort für sechs Wochen auf und drumherum gibt es lauter Veranstaltungen, die eben mit der Verletzlichkeit unserer Erde zu tun hat, die auch mit Energiefragen zu tun hat. Und wir als Stadtwerk haben diese Ausstellung ermöglicht und werden darum auch sehr intensiv mit diesem Thema kommunizieren und wollen natürlich auch den Spagat machen. Ja, wir als Stadtwerk wissen um die Verletzlichkeit unserer Erde. Der Schutz ist uns auch ganz wichtig. Gleichzeitig sind wir natürlich auch nach wie vor fossiler Erdgaslieferant und wissen auch um das Spannungsfeld und gehen damit offen und transparent um. Und dann Kommunikationsplattformen gefunden zu haben über diese Ausstellung Gaia, da bin ich wirklich stolz darauf.
Und dann haben wir während der Gartenschau sogenannte Thementage, die sich an den UNO-Nachhaltigkeitszielen orientiert. Und da gibt es eben auch das Thema Energie und nachhaltige Energie und dort wird man Vorträge und eigene Veranstaltungsmerkmale, wir sind da mit dabei, aber auch externe Partner und auch die EnBW ODR wird dort mit präsentieren und Informationen geben. Das sind so die Aspekte, die für die Stadtwerke wirklich wichtig sind.
Sie haben es eben angesprochen, Sie sind als Stadtwerke Ellwangen auch Sponsor, Premiumpartner der Landesgartenschau. Was unterscheidet für Sie Sponsoring von echter Teilhabe und wie zeigt sich die Wirkung in der Stadtgesellschaft? Oder eben auch so die Frage, inwiefern steht auch so dieser partnerschaftliche Gedanke dahinter, also dass es ja auch eine Partnerschaft auf Augenhöhe ist. Es ist nicht einfach ein Logo, das irgendwie auf einer Leinwand oder auf einer Bande ist oder ein Namen, der übertragen wird, sondern irgendwo auch ein, was man attestieren kann, aufrichtiges Interesse an Weiterentwicklun, jetzt vielleicht dann auch im Stadtkontext.
Da ist vielleicht die Besonderheit bei der Landesgartenschau, wir haben wirklich sehr, sehr erfolgreiches Sponsoring betrieben. Wir haben in Summe 2,4 Millionen Euro Sach- und Geldleistungen eingesammelt für die Landesgartenschau und natürlich auch entsprechende Gegenwerte zur Verfügung gestellt den Partnern. Und bei allen Partnern ist es so, dass die nicht sagen, oh, ich möchte ein Logo und gebe ein bisschen Geld, sondern fast alle Größeren, vor allem die Premium und auch die Top-Sponsoren, die wollen ihr Know-how einbringen, die bringen ihre Produkte ein, die bringen Dienstleistungen ein oder bringen Material auch ein in die Gartenschau und wollen dadurch zeigen, dass sie auch Teil dieses ganzen Gartenschauerlebnisses und auch wieder diese regionale Verwurzelung so wichtig ist.
Und das unterscheidet es, glaube ich, schon von normalen Sponsoring von Fußballvereinen oder irgendwas, sondern es geht darum, Teil zu sein des Ganzen. Nicht dabei, nicht irgendwie, ich unterstütze das Ganze, sondern ich bin Teil dieser ganzen Veranstaltung und dieser Organisation. Und das macht für eine Gartenschau das so besonders, was sich sicherlich mit einer normalen Sponsoring fast nicht vergleichen lässt. Und das gilt natürlich auch für die Stadtwerke. Also wir sind Teil dieser Landesgartenschau. Wir sind mittendrin statt nur dabei, würde man sagen. Und ganz grundsätzlich die Frage, wie verändern solche Projekte langfristig das Bild eines Stadtwerks in der Öffentlichkeit Tatsächlich bin ich überzeugt, dass unser Engagement da extrem positiv wahrgenommen wird. Die Gartenschau ist sehr positiv besetzt in Ellwangen. Sie ist in Time, in Budget und in Quality, würde man als Projektmanager so sagen. Und allein dieses Kriterium vorzuzeigen, dass uns das gelungen ist und dass uns das mithilfe auch der Stadtwerke gelungen ist, ist natürlich so ein Grundvertrauensbeweis, wie vorhin gesagt, dass man für die Stadt das Richtige will und es auch kann.
Und so glaube ich und hoffe ich schon, dass wir dauerhaft von dieser jetzt fast überschäumenden Freude und Vorfreude und Emotionalität, die in der Stadt liegt, auf dieses Event auch schon langfristig profitieren können als Stadtwerk und sagen, hey, da waren wir dabei und wir haben das möglich gemacht und uns könnt ihr tatsächlich auch vertrauen, weil was wir bisher gemacht haben, war immer zum Wohle der Stadt und insofern auch zum Wohle von euch.
Lassen Sie uns zum Schluss noch auf die Learnings schauen, jetzt so aus dem bisher gegangenen Weg und auch einen Blick nach vorne auf das werfen, was bleibt von der Gartenschau. Wenn Sie heute zurückblicken, was waren für Sie persönlich bisher die größten Aha-Momente im Projekt?
Dass man ausreichend Zeit, Energie, Kapazität auch in den Aufbau der Organisation steckt. Man kann nicht einfach nur verschiedene Köpfe, die alle was können, zusammenstecken. Die müssen organisiert, orchestriert und richtig geführt werden. Das habe ich zu Beginn etwas unterschätzt und das war ein großes Learning. Sagen, okay, da muss man ausreichend viel Zeit, Kapazität und auch Energie reinstecken, dass das funktioniert, obwohl man natürlich immer wieder auch hochoperativ sein muss bei einer Gartenschau, weil einfach gerade niemand da ist, der sich darum kümmert oder noch nicht aufgebaut ist. Das ist sicherlich ein ganz großes Learning und die noch mehr von anderen Gartenschauen zu lernen, was sie gemacht haben, weil tatsächlich, man merkt jetzt, wenn es um die Umsetzung geht, wir haben ganz unglaublich viele Verträge, Sponsorverträge, Partnerverträge, Bierlieferantenverträge und so weiter, dass man dort noch mehr, weil tatsächlich die Gartenschau gibt es ja jedes Jahr oder alle zwei Jahre in Baden-Württemberg, dort noch mehr zu lernen von Vorgängergartenschauen und es noch intensiver zu betreiben.
Das läuft schon relativ gut, aber da kann man tatsächlich noch mehr machen und es auch tatsächlich, ich würde mir es wünschen, wenn das Baden-Württemberg irgendwo institutionalisieren würde, dass nicht jeder wieder von vorne anfängt.
Ja, dieser Podcast ist ja vielleicht auch ein kleiner Beitrag dazu oder das anzuregen, den Austausch oder das einfach auch sichtbar zu machen, was wirklich dahinter steckt, auch organisatorisch.
Wenn man ehrlich ist, es ist organisiert. Die Fördergesellschaft BW Grün ist genau dafür da und macht es tatsächlich gut, weil es wechseln. Ich habe einen Geschäftsführer, Kollegen, der auch schon andere Gartenschauen gemacht hat und auch Mitarbeiter von anderen Gartenschauen sind bei uns. Und trotzdem, manche Dinge muss man wieder von vorne machen. Das ist tatsächlich noch ein Learning, beispielsweise Gastronomie. Jede Stadt und jede Stadtgesellschaft sagt einem natürlich, oh, das müssen wir doch mit unserer regionalen Gastronomie organisieren und hinbekommen. Und man macht dann Informationen, man lädt ein, man kommuniziert, um dann quasi irgendwann anderthalb Jahre vor Start drauf zu kommen, ja, tatsächlich, die regionale Gastronomie kann das nicht. Also sie schaffen es einfach von dem Manpower, von dem Umfang der Investition, was dafür notwendig ist.
Unser Caterer, der jetzt da ist, hat 70 feste Mitarbeiter hier in Ellwangen. Das kann die regionale Gastronomie nicht. Aber diesen Prozess muss wohl jede Gartenschau-Stadt wieder durchleben. Eigentlich weiß man zu Beginn schon das Ergebnis, aber man muss es trotzdem gemeinsam durchleben. Und da hätte ich mir gern viel Zeit gespart, weil das Ergebnis eigentlich relativ früh klar war, aber trotzdem muss man alle mitnehmen. Und wie man das beschleunigen kann, wenn ich da eine goldene Kugel finde, das wäre hilfreich, ja, dass man nicht mit allen gemeinsam das nochmal erleben muss.
Ja, das Wissen ist das eine, aus Erfahrung zu sprechen dann das andere oder die Erfahrung selber zu machen. Welche drei Botschaften würden Sie anderen Stadtwerken oder Landesgartenschau-Städten mitgeben, die ebenfalls Stadtentwicklung aktiv mitgestalten wollen?
Also wenn man eine Gartenschau-Stadt ist, deutschlandweit, dann als Stadtwerk sich nicht dagegen zu verschließen, sondern ganz klar mitzumachen, das ist die Chance, entweder aktiv mitzugestalten oder wenn man dann nicht ganz so in der Führungsrolle ist, wie in Ellwangen, das ist schon eine Besonderheit, dann dennoch die Chance zu erkennen, dass man große infrastrukturelle Themen auch vorantreiben kann und damit auch seine Entwicklung vorantreiben. Also ganz eng den Schulterschluss auch mit den Gartenschauen zu suchen, mit den Gartenschauen GmbHs zu suchen, um dort nicht getrieben zu sein, sondern gestalten zu können. Das ist ein wichtiges Learning. Dann natürlich die Chance auch zur Dienstleistung zu erkennen und zu sagen, oh, da gibt es in der Stadt jetzt ganz, ganz viel zu tun und ich habe vielleicht Know-how im Stadtwerk, sei es auf der kaufmännischen Seite, aber auf der technischen Seite, wo ich auch anbieten kann meiner Stadt, um sie zu unterstützen.
Und das ist natürlich immer auch ein Geschäft. Das hilft natürlich auch, Auslastung besser zu managen.Das ist sicherlich ein wichtiger Aspekt. Und das dritte Thema ist tatsächlich das Kommunikation und zu schauen, wenn die Gartenschau ist, die zieht in der Region so viel an und setzt so viel positive Energie frei, diese Energie auf sich irgendwie umzuleiten, dass sie auch dem Team natürlich als positive Energie zur Verfügung steht,aber auch in der Wahrnehmung später, während der Gartenschau,aber auch danach. Insofern, voll mit dabei sein. Das kann ich nur empfehlen, weil das bringt auch dem Stadtwerk was.
Wenn wir ganz zum Schluss den Blick nach vorne wagen, es ist Oktober 2026 oder auch die Zeit darüber hinaus, die Landesgartenschau ist vorüber.Was soll dann bleiben? Was soll Ellwangen dauerhaft spüren?
Das ganz unmittelbare, ein positives Ergebnis für die Landesgartenschau, auch ein betriebswirtschaftlich positives Ergebnis für die Landesgartenschau.Eine unglaublich veränderte Wahrnehmung dieser mittelgroßen Stadt in Ostwürttemberg, die dann überregional deutlich bekannter sein wird und damit auch attraktiver wird, weil wir haben unglaublich viel zu zeigen. Unsere Stadt ist architektonisch wirklich traumhaft schön.Das erkennt man als Ellwanger teilweise gar nicht, wenn man es ja ständig vorden Augen hat, aber Gäste sagen uns das, das stimmt wirklich.Und dieses Selbstbewusstsein dann für die Stadt auch zu erhalten und das Miteinander,das wir jetzt erleben, sei es im Ehrenamt, sei es mit den Partnern, das dann auch gut ist, nachhaltig in die Stadt zu tragen und damit die Stadt wieder gestalten zu können.Das wünsche ich mir.
Ja, dabei wünsche ich Ihnen ganz viel Erfolg jetzt für die nächsten Monate,die da anstehen mit der Landesgartenschau zunächst und dass die Effekte danach sich dann auch so wie gewünscht auszahlen und das Beste,was Sie mit der Landesgartenschau rauskitzeln aus den Menschen und den Unternehmen, den beteiligten Akteuren,dass das dann auch wieder zurückkommt.
Vielen herzlichen Dank und von meiner Seite eine ganz herzliche Einladung nach Ellwangen in den nächsten 164 Tagen.Es lohnt sich wirklich und wenn man von Norden kommt, ist es ein toller Zwischenstopp,mal in den Urlaub einfach in Ellwangen in Nacht zu bleiben.
Das speichern wir uns ab, Ellwangen für 2026.Und ja, Herr Powolny, ich danke Ihnen für die Einblicke in das Projekt, das zeigt, wie Stadtwerke weit über ihre klassische Rolle hinaus wirken können
und echte Möglichmacher sein können, wenn es um die Entwicklung der Stadt geht. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Und natürlich auch an euch da draußen ganz herzlichen Dank fürs Zuhören. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert gerne den Podcast und teilt die Folge mit Kolleginnen und Kollegen, für die das Thema ebenfalls spannend sein könnte. Damit tragt ihr auch dazu bei, dass der Podcast weiter sichtbar bleibt und wir weitere spannende Interviewgäste wie Herrn Powolny für euch gewinnen können. Das war's für heute, bis zum nächsten Mal und bleibt energiegeladen.
Stefan Powolny
00:01:12
Friedrich Stratmann
00:01:17
Stefan Powolny
00:01:41
Friedrich Stratmann
00:02:34
Stefan Powolny
00:02:45
Friedrich Stratmann
00:03:41
Stefan Powolny
00:04:06
Friedrich Stratmann
00:05:18
Stefan Powolny
00:05:26
Friedrich Stratmann
00:06:47
Stefan Powolny
00:07:27
Friedrich Stratmann
00:08:43
Stefan Powolny
00:09:02
Friedrich Stratmann
00:10:26
Stefan Powolny
00:10:58
Friedrich Stratmann
00:11:44
Stefan Powolny
00:11:49
Friedrich Stratmann
00:12:49
Stefan Powolny
00:13:02
Friedrich Stratmann
00:14:01
Stefan Powolny
00:14:20
Friedrich Stratmann
00:15:31
Stefan Powolny
00:16:05
Friedrich Stratmann
00:17:13
Stefan Powolny
00:17:31
Friedrich Stratmann
00:18:55
Stefan Powolny
00:19:04
Friedrich Stratmann
00:19:38
Stefan Powolny
00:19:49
Friedrich Stratmann
00:20:40
Stefan Powolny
00:21:00
Friedrich Stratmann
00:22:33
Stefan Powolny
00:23:17
Friedrich Stratmann
00:23:48
Stefan Powolny
00:24:20
Friedrich Stratmann
00:25:38
Stefan Powolny
00:25:50
Friedrich Stratmann
00:27:12
Stefan Powolny
00:27:59
Friedrich Stratmann
00:30:19
Stefan Powolny
00:30:38
Friedrich Stratmann
00:31:58
Stefan Powolny
00:32:08
Friedrich Stratmann
00:33:33
Stefan Powolny
00:33:48
Friedrich Stratmann
00:35:09
Stefan Powolny
00:35:26
Friedrich Stratmann
00:36:14
Stefan Powolny
00:36:33
Friedrich Stratmann
00:36:47