F4 Schwaigern

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F4:Nachgefragt - Verraten | Der wahre Jesus mit Mark Bühner

Ein Podcast aus dem F4

14.04.2026 10 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode diskutieren Gideon Schmalzhaf und Mark Bühner ein faszinierendes Thema aus Marks letzter Predigt in der Reihe "Verraten – der wahre Jesus". Im Mittelpunkt steht die komplexe Figur des Judas Iskariot und die Frage, ob es biblische Hinweise auf seine enttäuschten Erwartungen an Jesus gibt. Die Diskussion beginnt mit einer Analyse der Evangelien und geht schnell in die Tiefe, indem Mark erläutert, dass es in den Schriften nur spärliche Informationen über Judas gibt, die sein Motiv für den Verrat betreffen. Während der Großteil der Erwähnungen einfach nur seinen Namen oder seine Rolle als Verräter anführt, bleibt der tiefere psychologische Hintergrund oft unklar. Mark hebt die Bedeutung der Versammlung von Kontext und historischen Quellen hervor, die helfen können, ein Bild von Judas und seinen Beweggründen zu entwickeln. Er argumentiert, dass es legitim ist, über die Motivation von Judas nachzudenken, auch wenn viele Elemente unklar bleiben. Die Evangelien erwähnt, dass Judas die Kasse führt und für seine Habgier bekannt war. Diese Erkenntnisse werfen Fragen auf, ob Judas aus finanziellen Anreizen oder aus tiefgreifenderer Enttäuschung über die messianischen Erwartungen, die einige Jünger hatten, handelte. Die Diskussion erweitert sich um den kulturellen Hintergrund der Zeit, in der Jesus lebte, und die verschiedenen messianischen Erwartungen. Mark erläutert, dass viele Menschen zu dieser Zeit glaubten, der Messias würde sie von der römischen Besatzung befreien – eine Vorstellung, die auch Judas möglicherweise geprägt hat. Indem die Gespräche über biblische und außerbiblische Quellen fließen, wird deutlich, dass die Schmerzpunkte und Enttäuschungen der Menschen zu dieser Zeit tiefer verwurzelt waren, als es oberflächlich scheint. Zusammenfassend ziehen Gideon und Mark Folgerungen aus den behandelten Textstellen und schlagen vor, dass die Darstellung in der Serie "The Chosen" eine interessante und plausible Interpretation von Judas' Motivationen bietet, auch wenn diese nicht direkt in der Bibel festgehalten sind. Mark äußert, dass die Regisseure der Serie geschickt zwischen faktisch Belegtem und einer geschichtlichen Erzählung balancieren, die versucht, das innere Dilemma und die Enttäuschungen eines Menschen wie Judas nachzuvollziehen. Damit endet die Episode mit einer Einladung an die Zuhörer, tiefer über die komplexen Charaktere und Themen des Neuen Testamentes nachzudenken und sich aktiv am Gespräch zu beteiligen.

Ein Podcast des F4 Schwaigern:
Liebenzeller Gemeinschaft und EC-Jugendarbeit Schwaigern e. V.
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Transkript

Gideon Schmalzhaf
00:00:06
Herzlich Willkommen und schön, dass ihr eingeschaltet habt zu F4 Nachgefragt. Und heute wieder mit Marc. Hallo Marc.
Mark Bühner
00:00:14
Hallo Gideon, immer wieder schön hier zu sein.
Gideon Schmalzhaf
00:00:16
Wir haben heute eine Frage bekommen zu deiner letzten Predigt von der letzten Reihe Verraten der wahre Jesus.
Mark Bühner
00:00:23
Von Karfreitag, ja.
Gideon Schmalzhaf
00:00:25
Ja, und da gab es eine Frage dazu. Und ich stelle es dir gleich und dann kannst du mal beantworten. Gibt es Bibelstellen dazu, dass Judas letztendlich an seiner enttäuschenden Erwartung gestaltet ist? in The Chosen, wird es ja auch so dargestellt. In der Bibel habe ich dazu aber noch keine passende Stelle oder passende Stellen gefunden.
Mark Bühner
00:00:46
Ich denke mal, die.
Gideon Schmalzhaf
00:00:47
Szene bezieht sich auf den Einspieler direkt vor der Predigt, was wir aus The Chosen gesehen haben, als Judas Jesus verraten hat.
Mark Bühner
00:00:55
Also erstmal richtig schön, dass da jemand mitdenkt, weil es natürlich richtig, man kann sich ganz arg täuschen mit Auslegungen oder mit seiner Fantasie, wie man Sachen füllt, was sagt die Bibel selber. Also ich habe das natürlich im Vorfeld schon auch recherchiert und man muss sagen, es gibt gar nicht so viele Bibelstellen, in denen Judas vorkommt und mehr als sein Name über ihn vorkommt. Also die meisten Stellen sind einfach nur und Judas war dabei oder der Verräter war dabei, aber wir wissen nicht so viel über seinen Hintergrund, wie wir gerne wüssten. Von dem her, die kurze Antwort ist nein. Ich behaupte, es gibt keine Bibelstelle, die ausdrücklich besagt, Judas ist an seinen enttäuschten Erwartungen über Jesus gescheitert. Es gibt aber auch sonst überhaupt keine Stelle, die uns irgendwas über seine Motivation aktiv verrät. Also irgendwas war seine Motivation. Und wie so oft bei Texten, die sich darauf konzentrieren, den Fokus auf Jesus zu legen, so ist es eigentlich im Neuen Testament an ganz vielen Stellen. Ich habe tausend Fragen. Wie war das? Was ist die Haltung von dem? Warum taucht der auf einmal auf? Oder so kleine Notizen, die auf einmal da sind, wo uns die Frage nicht beantwortet wird, auch wenn sie uns vielleicht brennend interessiert, weil die Autoren Jesus wichtiger fanden als so Hintergründe, als sich selber und so genau. Deswegen häufig genug findet man da, glaube ich, keine sicher befriedigende Antwort. So war es ganz sicher. Und trotzdem haben wir ja Kontext. Und alles ist auch das, was uns bleibt. Was sind die wenigen Bibelstellen? Was wissen wir aus der Geschichte? Das zu analysieren und dann vorsichtig zu deuten. Ich glaube, es ist nicht unbiblisch oder über die Bibel übergestülpt, sich solche Gedanken zu machen, weil wir haben da schon auch Sachen. Wenn ich es noch richtig im Kopf habe, Das Wenige, was wir sicher über Judas wissen, sind eben nur so ganz kleine Randnotizen. Johannes erwähnt, dass Judas die Kasse führt und dass er Geld unterschlägt, weil er geldgierig ist.
Gideon Schmalzhaf
00:02:52
Also Geld wäre dann der klassische, so nach dem Motto, die Priester haben ihm das angeboten und es war verlockend genug damit. Kann natürlich sein, dass er dann gute Gründe hatte, so nach dem Motto, da kann man das Geld unter den Arm verteilen. Und er dachte, Jesus rettet sich eh, ist ja Gottes Sohn vielleicht. Ja, man kann sich vieles rechtfertigen.
Mark Bühner
00:03:11
Also in dieser Stelle bei Johannes steht explizit mit dabei, das ist das, wo er sich so aufregt, wie man Geld verschwenden kann. Und er sagt, oh, das hätte man doch den Armen geben können. Und dann erklärt uns Johannes, das sagte er, aber weil er geldgierig war. Also, da kann man eben keine gute Motivation an der Stelle unterstellen, so deutet das Johannes. Und in Matthäus hast du auch nochmal, Matthäus 26, wo der zu den hohen Priestern geht und dann aktiv fragt, was wollt ihr mir geben? Also, was seid ihr bereit, mir dafür zu zahlen, wenn ich ihn verrate? Da hätten wir auch nochmal dieses finanzielle Motiv. so. Lukas und Johannes schreiben gar nichts über Geld und Kasse und was jetzt ganz genau sein Grund war, sondern die beschreiben diesen Verrat als geistlich, das ist was Böses, da steckt der Teufel mit drin. Wobei man da aufpassen muss, wir denken dann, also hatte Judas keinen Anteil dran, das meinen sie nicht. Da gibt es zwei Stellen, wo sie sagen, und Satan fuhr in Judas Iskariot, so, oder damit wollen sie nicht sagen, ihn trifft keine Schuld, Sondern damit wollen sie sagen, da ist noch ein weiterer Auslöser. Da ist jemand, der ihn genau dahin bringen möchte. Der Teufel wirkt in allen möglichen Dingen und das nimmt den Menschen nicht seine eigene Schuld. Also das ist das Einzige, glaube ich, was die Bibel selber so direkt dazu sagt. Und jetzt würde ich gerne den Schritt weiter gehen, zu sagen, wir haben halt echt auch viele weitere Quellen, auch außerbiblische Quellen, über die Zeit, über die Messias-Erwartungen zur Zeit von Jesus. Da gibt es riesendicke Bücher. Was haben die Leute damals erwartet? Und man kann in den Kumran-Schriften nachlesen, wie war das auch direkt danach, die Jesus nicht anerkannt haben und so. Das ist echt spannendes Zeug dabei. Ja, ja, das ist richtig spannend. Also teilweise auch so Kirausches, aber... Achso, du hast... Sorry, Kumran. Und man hat lange Zeit ganz viele Texte der Bibel kritisch beäugt, wenn man so nichtgläubig war. Und hat gesagt, ach, irgendwann kommt raus, ist alles verfälscht und wird alles nicht stimmen. Und irgendwann findet man ältere Bibelexemplare oder Bibeltexte. Und dann wird man rauskriegen, das ist alles nur Flüsterpost gewesen oder Abschreibefehler, ist alles Murks. Und dann hat man in Kumra, und danach sind die benannt, ganz viele Schriftrollen gefunden, wo fast jedes biblische Buch, ich meine, alles außer Esther, vertreten ist. Und also nicht immer alles vollständig, ob zum Beispiel eine komplette Jesaja-Rolle war mit dabei und es ist deswegen so toll auch für jeden Christen, der gerne mitdenkt, weil das einfach super gut überliefert ist. Also Texte, die viele, viele hundert Jahre älter sind, teilweise schon aus der Zeit vor Jesus selber und es sind ja nicht die Originale, sondern auch wieder Abschriften. Also quasi Kopien, zum Beispiel von Jesaja, die hundert vor Christus aufgeschrieben wurden, sicher datierbar und da stehen auch schon die glitzegleichen Prophetien über Jesus drin. Das ist super cool.
Gideon Schmalzhaf
00:05:52
Aber für heute glaube ich zu viel. Also der Beweis, dass die Flüsterposts an sich funktioniert haben, dass die wortgetreu übertragen worden sind und nicht festgekommen. Ja, und dass
Mark Bühner
00:05:59
Sie super genau gearbeitet haben. Also wie gesagt, das ist eine eigene Podcast-Folge, aber die Bibel ist super gut historisch überliefert. Das sind die Kumra und Schriften. Und da findest du halt nicht nur Bibeltexte, sondern auch andere Texte aus der Zeit und religiöse Schriften und sowas. Es gab ja auch verschiedene Sekten damals zu der Zeit. Und da hast du auch ganz viel, was waren so die messianischen Erwartungen. Das war eigentlich der Punkt, auf den ich raus wollte. Der Messias wird der politische Befreier sein. Das, was in der Predigt ich auch versucht habe zu sagen, das war damals keine Einzelmeinung, sondern das haben die alle erwartet. Deswegen gab es ja die Zeloten, die gesagt haben, wir müssen dem Messias das vorbereiten, wir müssen bereit sein, wenn er kommt. Die hatten eine super aktive Erwartung, jetzt muss es doch soweit sein. Der wird die Römer rausschmeißen. Du hast es zum Beispiel bei den Emmausjüngern nochmal, Lukas 24, ganz kleine Notiz, wie gesagt, da geht es ja eigentlich um was ganz anderes, aber so ein kleiner Hinweis, wir aber hofften, er wäre der, der uns von den Römern befreien würde, also ganz, ganz kleines Ding. Und deswegen behaupte ich jetzt mal, auch wenn die Bibel nicht direkt sagt, dass Judas das auch gehofft hat. Also es ist absolut naheliegend anzunehmen, dass der genau wie der Rest seiner Welt, die in irgendeiner Weise gottgläubig waren, genau das erwartet haben. Wenn der Messias da ist, dann wird er das tun. Die hatten eine sehr starke Naherwartung, dass er kommt. Und er wäre ihm ja nicht gefolgt, wenn er ihn nicht für den Messias gehalten hätte.
Gideon Schmalzhaf
00:07:26
Okay.
Mark Bühner
00:07:27
Und deswegen, wenn ich mich nachher täusche, dann tut mir das natürlich leid, aber ich halte das für sehr, sehr naheliegend und jetzt auch nicht so an den Haaren herbeigezogen, dass das die Motivation war, Jesus macht es nicht. Deswegen wundern sich ja ganz viele an ihm. Warum tut er das nicht? Ich behaupte, Judas muss darüber enttäuscht gewesen sein, dass seine Verwartung gar nicht erfüllt wird.
Gideon Schmalzhaf
00:07:48
Also auf Deutsch gesagt, die Serie The Chosen stellt die, ich sag mal, logische Geschichtenerzählung weiter, in der Stelle zum Beispiel, wie aus der Enttäuschung raus hat Judas Jesus verraten. Wir haben es in der Bibel nicht stehen, aber es war quasi die Schlussfolgerung, die man daraus hätte ziehen können.
Mark Bühner
00:08:10
Ich meine, die Predigt war bewusst natürlich über Bibeltext und nicht über The Chosen. Das war nur so eine Hilfe, um sich das ein bisschen vorstellen zu können, auch so Rahmenbedingungen. Ich persönlich finde, die haben das gar nicht so schlecht in The Chosen gelöst, weil die immer wieder was andeuten, das könnte es gewesen sein. Aber bis zum Schluss der fünften Staffel das nie sagen, das ist der Grund. Häufig ist ja so, dass Entscheidungen auch nicht nur schwarz-weiß einen Grund haben, sondern viele verschiedene Gründe irgendwie zusammenführen und in The Chosen machen sie klar, Judas hat andere Erwartungen, was er machen möchte, auch finanziell und so, das spielt sich ja irgendwie an bei einem geldgierigen Typ. Und versucht immer wieder, das an Jesus irgendwie ranzutragen und merkt, es klappt nicht. Und immer wieder gibt es so ganz kleine Nuancen. Ich mag ja sowas, wo du siehst, wie sein Gesicht entgleitet, dass Jesus schon wieder irgendwas sagt, was offensichtlich nicht in diese Linie passt, gerade wenn es um seine Leiden geht und solche Sachen. Schon richtig, es steht nicht in der Bibel drin. Aber auch bevor es The Chosen gab, hat sich jeder Prediger überlegt, was könnte damit gemeint sein, Was könnten Hintergründe sein? Ich halte das für durchaus legitim und naheliegend, dass das so weit passt.
Gideon Schmalzhaf
00:09:19
Okay, dann hoffe ich, dass du die Frage für den Fragesteller ordentlich beantwortet hast. Und wenn nicht, bist du herzlich eingeladen, komm in den Gottesdienst und frag den Marc nochmal gerne persönlich oder schreib eine Mail an uns und ich leite die Frage dann an Marc weiter und er ist bestimmt auch bereit, eine elendlange E-Mail dazu zu beschreiben, wenn es dann hilfreich ist.
Mark Bühner
00:09:40
Aber so ein offizielles Statement, nicht was?
Gideon Schmalzhaf
00:09:44
Aber somit wären wir am Ende. Ich danke dir für die Antwort, Marc.
Mark Bühner
00:09:48
Gerne, Spaß gemacht.
Gideon Schmalzhaf
00:09:50
Dann sage ich von meiner Seite aus Tschüss.
Mark Bühner
00:09:52
Tschüss und danke fürs Zuhören.