F4 Schwaigern

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John Götz - Bessere Gerechtigkeit | Die größte Predigt aller Zeiten (Teil 2 von 8)

Diese Episode erklärt, was Jesus in der Bergpredigt über das Gesetz sagt (Mt 5, 17-20). Hat er es aufgelöst? Oder welches Missverständnis gab es damals und gibt es durchaus heute noch?

21.01.2026 28 min F4 Schwaigern, Johannes "John" Götz

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Bessere Gerechtigkeit

In dieser Folge beschäftigen wir uns intensiv mit der größten Predigt aller Zeiten, und zwar mit ein paar Versen über den Umgang mit dem Gesetz.
Wir untersuchen, wie er erklärt, dass er nicht gekommen ist, um das Gesetz zu beseitigen, sondern um es zu erfüllen, und welche tiefere Bedeutung dies für unser Verständnis von Gerechtigkeit hat.

Ich führe Beispiele an, um zu verdeutlichen, wie oft Missverständnisse auftreten, sowohl im alltäglichen Leben als auch im Umgang mit der Bibel. Die Botschaft Jesu auf der Bergpredigt erfordert eine innere Transformation, die über das Einhalten von Regeln hinausgeht. In diesem Kontext erläutere ich die Verbindung zwischen der Erfüllung des Gesetzes durch Jesus und der Beziehung zu Gott.

Wir betrachten auch die grundlegenden Gebote, die Jesus als essenziell hervorhebt: die Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten. Diese Gebote sind nicht nur Richtlinien, sondern der Kern und die Zusammenfassung des gesamten Gesetzes.

Deshalb analysieren wir die Rolle der Reinheits- und Opfergesetze im Alten Testament und wie Jesus diese Konzeptionen transformiert hat. Durch seinen Opfertod vermittelt er, dass der Zugang zu Gott nun für alle offensteht, unabhängig von den rituellen Vorschriften des AT.

In den abschließenden Überlegungen beleuchten wir die Missverständnisse, die mit dem Begriff der „Freiheit vom Gesetz“ verbunden sind. Trotz der Betonung auf Gnade bleibt das Gesetz weiterhin gültig. Ich ermutige die Zuhörer, ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen, indem sie sich an seinem Wort orientieren und erkennen, dass das Streben nach Gerechtigkeit nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Beziehung zu Jesus entsteht.

Diese Episode fordert die Zuhörer heraus, über die wahre Bedeutung von Gerechtigkeit, Glaube und Beziehung zu reflektieren und einzugehen, dass es nicht um Regeln geht, sondern darum, wie wir uns auf Gott einlassen und miteinander verbunden bleiben.

Das und mehr erzählt uns John Götz.

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Falltorstr. 4
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Intro und Outro: Sarah Reinwald 
Produziert: Nathanael Lempert 

Transkript

Johannes "John" Götz
00:00:19
Die größte Predigt aller Zeiten. Ihr seht es hier vorne, die hat der Marc nicht letzte Woche gehalten, aber hat angefangen mit der Predigtreihe zur größten Predigt. Und wir starten heute direkt mit einer Umfrage. Ihr dürft mal eure Hand melden. Was ist jetzt? War die Szene 1 richtig, dass man im Liegestuhl liegt und nur nichts Falsches macht? Oder war die Szene 2 richtig, dass man so viel von meiner Bibel rausschneiden kann? Meldet euch mal, wer sagt, dass das Gesetz heute noch für uns gilt. Okay, sehr verhalten. Also für die Juden vor 2000 Jahren, da war das Gesetz das Allerwichtigste, was sie hatten. Das war ihr Schatz, den Gott ihnen anvertraut hat. Sie sind das auserwählte Volk, das von Gott das Gebot, die Gesetze anvertraut bekommen hat. Das unterscheidet sie von allen anderen Völkern auf der ganzen Welt. Und dementsprechend war es ihnen wichtig. Die waren stolz darauf. Und dann kommt dieser Jesus, der auf einmal anders ist. Also gut, er tut Wunder. Und diese Wunder, die sind auch so gewaltig, dass man sagen muss, ja, da ist irgendeine höhere Macht mit im Spiel. Aber ob das Gott ist? Stimmt es, was er behauptet, dass er wirklich von Gott kommt? Immerhin sagt er auf einmal, glückselig sind die geistlich Armen. Denn ihnen gehört das Himmelreich. War der Beginn von letzter Woche von der Predigt. Glückselig sind die Armen, die geistlich Armen. Und die Juden sagen, Moment mal, Jesus, also wir haben das immer so verstanden, dass die glückselig sind, die das Gesetz halten. Und jetzt auf einmal sagst du was anderes. Willst du am Ende noch das ganze Gesetz auflösen? Willst du unsere ganze Bibel durchschneiden und alles wegschmeißen? Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch, bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Strichlein des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines dieser geringsten Gebote auflöst und so die Leute lehrt, der wird der Kleinste im Himmelreich sein. Wer sie aber hält und lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. Denn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit nicht die der schriftgelehrten Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen. Jesus macht seine Stellung zum Gesetz und damit zu der Offenbarung Gottes, die er bis zu diesem Zeitpunkt gegeben hat, eindeutig. Er sagt, meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz aufzulösen. Bis Himmel und Erde vergehen, wird da nicht mal ein kleines Strichlein geändert werden. Für die von euch, die vielleicht wie meine Frau auch kein Hebräisch können, das Jota, das ist der kleinste Buchstabe im hebräischen Alphabet, das I. Aber was müsst ihr euch vorstellen, das I, das ist wie wenn man bei uns am I nur den Punkt macht und den Strich weglässt. Also wirklich nur so ein ganz kleiner, so ein Häkchen. Und nicht einmal so ein kleiner Punkt oder ein Strich, sagt Jesus, verändert sich. Nicht einmal so ein kleiner Strich verliert seine Gültigkeit. Ich hebe das Gesetz nicht auf, sagt Jesus. Und er warnt, wer auch nur eines dieser geringsten Gebote auflöst und so die Leute lehrt, der wird der Kleinste im Himmelreich sein. Wer sie aber hält und lehrt, der wird groß sein. Gott hat sich diese Gebote, die er gegeben hat, das Gesetz nicht einfach so ausgedacht, weil es ihm langweilig war oder weil er halt gedacht hat, das wäre witzig, wenn die das halten müssen. Nein, das bleibt Gottes Anleitung für ein gelingendes Leben. Soweit bis hierher der einfache Teil, das was klar verständlich ist. Das Problem beim Gesetz oder allgemein, wenn wir miteinander reden, wenn es um Worte geht, ist, dass nicht immer das ankommt, was man sagen will. Ich mache ein Beispiel, um das zu verdeutlichen. Wenn ich mit meiner Frau ins Auto steige und wir fahren nach Heilbronn, dann kommt so kurz vor Leingarten eine Ampel. Und es könnte sein, die Ampel wäre rot. Dann sagt meine Frau, du John, guck mal, die Ampel ist rot. Was ich sagen will ist, bremst bitte rechtzeitig nicht, dass wir einen Unfall haben. Das wäre blöd. Und bremst bitte auch so rechtzeitig, dass ich keine Angst haben muss, dass du da drauf fährst. Was bei mir jetzt wird ankommt, wenn ich schlechte Laune habe, ist, du kannst ja gar nicht Auto fahren. Ich erkläre dir jetzt, was du machen musst. Hat sie nicht gesagt, aber kam bei mir so an. Weil ich aus meiner Perspektive das rein interpretiert habe. Und so ist es bei vielem. Also ich werde jetzt überspitzt ausgedrückt, aber bei vielem kann das passieren, dass man so aneinander vorbeiredet. Dass das auch bei Gottes Wort vielleicht passieren kann. Ich mache ein Beispiel, das auch vielleicht manche kennen. In der Bibel, da gibt es einen Satz, der heißt, nichts ist mir unmöglich durch den, der mich stark macht.
Speaker1
00:05:31
Das könnte man sagen, wenn ich eine
Johannes "John" Götz
00:05:33
Große Herausforderung vor mir habe und ich weiß, wie ich das schaffen soll, dann weiß ich, okay, alles kein Problem. Ich muss keine Angst haben. Gott ist bei mir und er gibt mir die Kraft, dass ich das schaffe. Ist jetzt in der Sache nicht falsch. Aber was ganz anderes als Paulus hier eigentlich sagen wollte, weil da geht es darum, dass er egal, ob er arm ist oder ob er reich ist, ob er viel hat oder wenig, dass er in jeder Lage zurechtkommen kann, weil Gott bei ihm ist. Und so ähnlich war es auch damals mit den Juden. Mit denen, die zu Jesus gekommen sind und wo er sagt, ja, ich sehe, dass ihr das Gesetz halten wollt. Ich sehe, dass ihr euch anstrengt, dass ihr genau das tut, was Gott will. Aber ihr denkt, es geht darum, dass man den Buchstaben genau einhält, dass man nur ja am Sonntag keinen Finger berührt. Und dabei geht er am Ziel vorbei. Damit geht er an dem vorbei, was Gott eigentlich sagen wollte. Und darum sagt er, er meint nicht, ich sei gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Jesus erfüllt das Gesetz. Und dieses Wort erfüllen, das kann man jetzt, Überraschung, unterschiedlich verstehen.
Speaker1
00:06:47
Zum einen kann erfüllen bedeuten,
Johannes "John" Götz
00:06:49
Jesus erfüllt die Forderung des Gesetzes. Also er tut das, was Gott gefordert hat. Er erfüllt die Pflicht. Da kommen wir später nochmal drauf. Die zweite Möglichkeit wäre, dass man sagt, Jesus erfüllt das Gesetz. Das bedeutet, er macht es vollkommen. Da hat noch was gefehlt. Jesus bringt es zum Abschluss. Und wenn man das Alte Testament liest, dann gibt es da immer wieder diese Erwartung, dass Gott dann nochmal was hinzufügt, dass Gott nochmal sich zeigt, dass Gott nochmal was tut, dass der Messias kommen soll. Und Jesus ist dann dieses ultimative, vollendende, letztendlich gültige Reden, was Gott macht. Dass er im Alten Testament, da hat er durch den Mose geredet, durch Propheten, durch Engel wegen mir auch. Aber dann in Jesus, da kommt er selber. Da kommt er selber als Mensch, den man sehen kann. Und dieser Jesus, der füllt das Gesetz, was die Juden bis dahin hatten, mit Inhalt. Der erklärt es, was eigentlich Gott sich gedacht hat. Zeigt, wie Gott ist. Und das kann er, weil er direkt ja selber von Gott kommt, weil er im Schoß vom Vater saß, so heißt es in der Bibel. Jesus zeigt uns, wie Gott ist. Und nur durch Jesus können wir auch verstehen, was diese ganzen Gesetze und Vorschriften in diesem Alten Testament gibt, was die bedeuten sollen. Ich mache wieder ein Beispiel, was ich damit meine. Ich habe wenig Ahnung von Landwirtschaft. Ich könnte zu Daniel fragen vielleicht oder jemand anders. Der könnte mir dann manches erklären. Aber dann gibt es vielleicht andere hier im Raum, die sind von klein auf damit aufgewachsen. Die konnten Schlepper fahren, bevor sie gelaufen sind.
Speaker1
00:08:31
Und dementsprechend wissen die alles.
Johannes "John" Götz
00:08:33
Die wissen, wie es funktioniert, die wissen, wie es läuft, wie man was macht. Und so ähnlich ist es bei Jesus auch. Jesus, der war schon immer bei Gott. Er ist sogar Gott selber und er kommt von Gott, um uns zu zeigen, was er denn will, was er sich gedacht hat. Und es ist notwendig. Denkt an das Beispiel mit der Ampel, dass man nicht immer genau versteht, was der Andere sagen will. Dass es wichtig ist, den Sinn zu erfassen, dass es an der Bibel manchmal Sinn macht, wenn man nicht nur den einen Vers nimmt und dann das reinlegt wie, ich kann alles durch den, der mich stark macht, so dass man auch liest, was kommt davor, was kommt danach, was steht im Rest der Bibel, dass man fragt, was wollte der Autor damit sagen. Und so macht es Jesus mit dem Gesetz und er fasst das ganze Gesetz zusammen.
Speaker1
00:09:18
Nämlich du sollst den Herrn,
Johannes "John" Götz
00:09:19
Deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Das ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Also wenn ihr eine Zusammenfassung vom Alten Testament wollt, dann habt ihr sie hier. Die Liebe, das ist das Wichtigste. Darauf gründen alle Gebote in der Bibel. Darauf laufen alle Gebote zu. Darauf zielen sie ab. Nicht unbedingt die Liebe, die wir vielleicht kennen oder was wir darunter verstehen. Aus unserer westlichen Sicht, die eher romantisch geprägt ist. Nein, Liebe, wie Jesus sie uns vorgelebt hat.
Speaker1
00:10:05
Und damit kommen
Johannes "John" Götz
00:10:06
Wir zur Frage vom Anfang zurück. Wenn das, was hier auf der Folie steht, die Zusammenfassung vom Gesetz ist, gilt es dann noch? Oder gilt es nicht? Ist es nicht aufgehoben worden? Weil also wir opfern ja keine Tiere mehr, wir essen Schweinefleisch. Ich vermute, keiner der Männer im Raum ist aus religiösen Gründen beschnitten. Und ich habe auch noch keine Frau gesehen, die nach der Geburt von ihrem Kind 40 oder 80 Tage lang gewartet hat, dann zum Markt gegangen ist, ein Reinigungsopfer gebracht hat und dann erst wieder in Gottesdienst kam. Also gilt es jetzt oder gilt es nicht? Na ja, wenn man den Text gelesen hat, dann muss man eigentlich andersrum fragen. Wie kommen wir auf die Idee, dass es nicht gilt? Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz aufzulösen? Warum sollte Gottes Wort seine... seine... Hattest mir das Wort entfallen? Macht nichts, Rolf. Warum sollte Gottes Wort seine Bedeutung verlieren? Meint nicht, dass ich es auflöse. Jesus hebt es nicht auf. Also die kurze Antwort ist, ja, es gilt. Ja, es gilt. Erste Einschränkung, wir gehören nicht zum Volk Israel. Das hat für manche Gesetze eine Auswirkung. Zum Beispiel, wenn es um Land geht oder wie man das Land verteidigt. Und dann gibt es noch zwei große Einschränkungen, die wir uns anschauen wollen. Zwei Ausnahmen, habe ich es mal genannt. Die erste Ausnahme sind die Reinheitsgebote.
Speaker1
00:11:35
Also im alten Bund,
Johannes "John" Götz
00:11:36
Im alten Testament, den Bund, den Gott mit dem Volk Israel geschlossen hat, da geht es darum, dass die Stiftshütte oder der Tempel, der Ort der Gegenwart Gottes, dass der heilig ist. Und an diesem heiligen Ort, wo Gott selber gegenwärtig ist, da darf kein Mensch kommen, der unrein ist. Und darum gibt es Reinheitsvorschriften, wann man rein ist und wann man unrein ist, ob man jetzt die Haare vorne oder hinten ausfallen. Ihr habt es vorher gehört, alles sehr kompliziert geregelt, aber es hat den Sinn, dass diese heilige Gegenwart Gottes nicht verunreinigt wird. Und dass kein Mensch, nur weil er als Unreiner dahin kommt, dann bestraft wird. Aber dieses ganze System mit der Unterscheidung von rein und unrein und heilig und nicht heilig, das hat Jesus aufgehoben. Weil er sagt, wer an mich glaubt, der ist schon rein geworden. Du musst nicht in den Tempel gehen und erst ein Reinigungsopfer bringen, dass du dann Gott begegnen kannst. Nein, Gott wohnt in dir selber. Wer an mich glaubt, der hat meinen Geist in sich. Und auf einmal bist du der Tempel. Und dann sagt Jesus, nichts von dem, was du isst, macht dich unrein. Also iss ruhig Schweinefleisch, wegen mir sogar Blutwurst. Ja, da müssen wir nachgefragt. F4 nachgefragt. Stellt alle eure Fragen in den Podcast und dann diskutieren wir drüber. Nichts von dem, was du isst, macht dich unrein, sagt Jesus. Dein Herz, das, was in dir drin ist, das macht dich unrein. Die bösen Gedanken, die rauskommen. Aber das will ich mit dir zusammen ausräumen. Dass du zu Gott kommen kannst. Also diese Unreinheit, die im alten Bund ein Riesenproblem war, die ist für uns überwindbar. Jesus hat sie überwunden. Denkt an den verlorenen Sohn. Diese Geschichte, die Jesus erzählt, wo er direkt von den Schweinen, die damals als unreine Tiere galten, in die offenen Arme vom Vater läuft. So dürfen wir zu Gott kommen. Egal was wir gemacht haben, egal was passiert ist. Er steht mit offenen Armen da. Er sagt, komm zu mir. Deine Unreinheit, die du vielleicht noch hast, die ist kein Problem. Die zweite Kategorie von Gesetzen, die... Auch keine Bedeutung mehr haben in dem Sinne, wie sie es damals hatten, sind die Opfergesetze. Wir müssen keine Tiere schlachten, um Gott irgendwie gnädig zu stimmen, um Schuld vergeben zu bekommen oder um Gott zu danken. Nein, Jesus hat das Gesetz erfüllt. Das heißt, er hat die Forderung erfüllt, die dahinter steckt. Jesus hat ein einmaliges.
Speaker1
00:14:07
Unwiederholbares und wahres Opfer gebracht.
Johannes "John" Götz
00:14:10
Und Und das Zeichen dafür, das seht ihr jeden Sonntag hier im Gottesdienstraum, nämlich das Kreuz. An Weihnachten, an Ostern, da denken wir auch daran, dass Jesus für uns gestorben ist, dass er dieses Opfer gebracht hat. Und neben, nach und vor diesem Opfer, was Jesus gebracht hat, braucht es kein anderes mehr.
Speaker1
00:14:29
Ich sage es nochmal,
Johannes "John" Götz
00:14:30
Neben, nach und vor diesem Opfer braucht es kein anderes mehr. Fällt es euch auf? Vor diesem Opfer braucht es kein anderes.
Speaker1
00:14:38
Wenn man das Neue Testament liest,
Johannes "John" Götz
00:14:39
Dann wird uns erklärt, dass auch die Opfer, die es im Alten Testament gab, wenn die Tiere geopfert haben im Tempel, dass das nur ein Hinweis war darauf, dass Jesus einmal die Schuld vergibt. Dass diese Tiere, die geopfert werden mussten, nicht wirklich dafür da waren, dass man Gott irgendwie gnädig stimmt oder dass man ihm eine Leistung darbringt. Nein, es ging darum, dass die Israeliten verstehen, ich brauche jemanden, der für mich vor Gott eintritt. Ich kann das nicht selber. Ich brauche da jemanden, der mir die Schuld vergibt. Und das hat Jesus erfüllt. Noch vielleicht einen dritten Einwand, der gegen das Gesetz kursiert. Und es wäre ja, Paulus sagt doch, wir sind frei vom Gesetz. Zum Beispiel Römer 6, ihr lebt nicht unter dem Gesetz, euer Leben steht vielmehr unter der Gnade. Was ist da damit? Naja, auch Paulus sagt an keiner Stelle, dass das Gesetz irgendwas von seiner Gültigkeit oder auch nur von seiner Bedeutung verloren hätte. Es ist und bleibt Gottes guter und vollkommener Wille, der ein Segen für die Menschen ist, wenn sie es tun. Nur eine Schwachstelle hat das Gesetz. Das gibt sogar Paulus zu als Pharisäer, der das Gesetz liebt. Das Gesetz, das kann keinen Menschen retten. Das Gesetz, das zeigt die Schuld, das zeigt mir auf, wo ich falsch liege, aber das nimmt keine Schuld weg. Das kennt ihr auch wahrscheinlich, wenn ihr schon mit dem Auto gefahren seid und zu schnell wart. Dann gibt es auch durch den Halbronn so eine Säule, die macht Blitz. Und dann ist es egal, ob man zu dem Politist sagt, die 10 Minuten davor bis Heilbronn und die Viertelstunde danach bin ich richtig gefahren und nie zu schnell. Nur das eine Mal war ich halt zu schnell. Das ist dem egal. Das eine Vergehen, das muss bestraft werden, das wird bestraft, dafür muss man die Schuld bezahlen. Und so kann das Gesetz nie die Schuld wegnehmen. Das Gesetz kann die Trennung zwischen Gott und Menschen nicht aufheben. Ich kann mir bei Gott nichts verdienen, weil was soll ich ihm denn geben? Mein Leben habe ich von ihm, was ich kann, habe ich von ihm. Ich stehe in seiner Schuld. Ich bin darauf angewiesen, dass er mir Gnade schenkt. Und damit sind wir wieder bei Jesus und bei dem letzten Vers für heute. Jesus sagt, meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit nicht die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen. Und jetzt sitzt ihr hier alle so schön brav da. Im Moment widerspricht mir niemand. Für die damals war das eine Zumutung. Die Pharisäer, das sind die Besten der Besten. Die, die das Wort Gottes auswendig lernen, schon im Kindergarten. Die, die ihre ganze Schulzeit damit verbringen, dass sie alles lernen, was irgendjemand mal irgendwann über dieses Gesetz gesagt hat. Die, die ganze Bücherregale voll schreiben mit Regeln, wie man jetzt welches Gebot am besten einhält, dass nur keiner das Gesetz Gottes übertritt.
Speaker1
00:17:42
Und Jesus sagt, nee,
Johannes "John" Götz
00:17:44
Das reicht noch lang nicht. Eure Gerechtigkeit muss weit mehr sein. Und die Leute sind ausschließlich. Jesus, wie geht das? Das kann doch keiner. Was soll das für eine Gerechtigkeit sein? Nicht mal die Pharisäer schaffen das. Und spannenderweise war das aber nie Gottes Plan, dass wir Menschen das schaffen, diese Gerechtigkeit zu erfüllen. Das sieht man, wenn man die Geschichte von Alten Testament wenn man ihm die Gänse anschaut. Gott nimmt den Abraham, einen Mann, der hat nichts gemacht davor. Das heißt, sein Vater heißt Terach, okay, den nimmt er. Und er sagt, du wirst ein großes Volk werden und dir gebe ich das Land. Und danach, da rettet Gott das Volk, das aus dem Abraham entstanden ist, aus Ägypten, obwohl sie nichts dafür gemacht haben. Und dann, dann schenkt Gott diesem Volk das Land Israel, obwohl sie ihm davor 40 Jahre lang in der Wüste auf die Nerven gegangen sind.
Speaker1
00:18:41
Vielen Dank.
Johannes "John" Götz
00:18:41
Dieser Bund, der war noch nie auf Augenhöhe angelegt. Das Volk stand schon immer in der Schuld von Gott. Gott war immer der, der geschenkt hat, der gegeben hat, der gesegnet hat, ohne eine Gegenleistung zu empfangen. Und wenn Gott dann das Gesetz gibt am Berg Sinai in der Wüste und sagt, das müsst ihr halten, weil das ist mein Bund, den ich mit euch schließe, dann ist es keine Bedingung, sondern die Antwort darauf. Die Beziehung von Gott zu uns Menschen ist nicht auf Augenhöhe angelegt. Weil, denken wir es mal andersrum, wenn ich das schaffen würde, dass ich das alles einhalte, dann werde ich selbstgerecht. Dann bin ich es, der es kann.
Speaker1
00:19:19
Und dann brauche ich Gott nicht mehr.
Johannes "John" Götz
00:19:21
Dann brauche ich Gott nicht mehr. Aber wenn ich in mein Leben schaue, und ich vermute, es geht euch ähnlich, dann merke ich ziemlich schnell, dass das ziemlich unmöglich ist. Vielleicht geht es dir auch so, dass du sagst, ja, ich will so leben, wie es Gottes Willen entspricht. Ja, ich will mein Leben nach Gott ausrichten. Ich will, wir haben unser Jahresthema dieses Jahr, ich will vom Besten von Jesus lernen. Aber ich kann das nicht. Ich schaffe das nicht. Wenn ich die Bergpredigt anschaue, das zu halten bis ins Einzelste, bis zum kleinsten Strichlein, was da steht. Den Bruder nicht zünden, ihn nicht beleidigen, keine Frau begehrlich ansehen. Und wenn doch, dann am besten das Auge ausreißen. Und das war gerade mal ein Kapitel von drei. Und dann liest man weiter in der Bibel. Und man kommt zu einem Pharisäer namens Paulus, der von sich sagt, ich habe alles gehalten, das ganze Gesetz, bis in die Einzelheiten, mein ganzes Leben lang, seit ich ein Kind bin. Und dann sagt Jesus zu genau diesen Pharisäern, das reicht nicht. Eure Gerechtigkeit muss weit mehr, weit größer, weit besser sein, als das, was ihr hier abliefert. Und die Leute rasten aus und sagen, Jesus, wie soll das gehen?
Speaker1
00:20:30
So wie du
Johannes "John" Götz
00:20:31
Dich vielleicht gerade auch fragst, wie soll das gehen? Wie soll das gehen? Das ist unmöglich.
Speaker1
00:20:38
Es ist unmöglich.
Johannes "John" Götz
00:20:40
Aber genau darum kam Jesus auf die Erde. Dass er meinen Platz einnimmt. Dass er mich von meiner eigenen Unfähigkeit rettet. Dass er mir ein neues Leben schenkt. Mark, der hat es letzte Woche erklärt, in der Bibel, da ist Gerechtigkeit. Nicht nur ein juristischer Begriff im Sinn von ich halte das Gesetz, ich bin gerecht.
Speaker1
00:21:02
Sondern es ist ein Beziehungsbegriff.
Johannes "John" Götz
00:21:04
Gerecht ist, als wer in Beziehung mit Gott lebt. Und das ist, was den Pharisäern gefehlt hat. Sie hatten die Bibel, also gutes Alte Testament, aber sie hatten Gottes Wort, sie hatten seine Gebote. Sie haben alles daran gesetzt, dass sie das einhalten, dass sie das auswendig lernen, dass sie das indoktriniert kriegen schon im Kindergarten. Sie waren ein religiöses Eifer an Einsatz und Engagement.
Speaker1
00:21:27
Nicht zu übertreffen.
Johannes "John" Götz
00:21:28
Und gleichzeitig waren sie weit weg von Gottes Herz. Weit weg von dem, was er eigentlich sagen wollte. Darum muss ja Jesus sagen, das Herz vom Gesetz, der Kern ist die Liebe. Und ich stelle euch das mal vor. Ich finde es furchtbar, wenn man sich das überlegt. Das sind Männer, die ihr ganzes Leben nur darauf ausrichten, dass sie dieses Wort kennen, dass sie es auswendig lernen, dass sie es umsetzen, dass sie tausend Regeln machen, was man alles braucht, damit man das Jahr einhält. Und die sind bei jeder F4-Veranstaltung da. Die kommen als Erste zur Tür reingehen, als Letzte wieder raus. Die stehen vorne und die werden angesehen. Die sind, die himmelt man an. Die Vorbilder. Und sie kennen Gott nicht, weil sie keine Beziehung zu ihm haben, weil sie viel im Kopf wissen, aber es nicht im Herz ist. Not als Menschen.
Speaker1
00:22:15
Das ist meine Not,
Johannes "John" Götz
00:22:17
Das ist vermute ich auch deine Not. Dass wir viel im Kopf haben, aber es nicht ins Herz rutscht. Dass wir viel mehr wissen, was richtig wäre, als dass wir es in unserem Leben umsetzen. Wir können jede Woche hier in Gottesdienst kommen, wir können mitarbeiten, wir können sogar auf der Bühne stehen und predigen und trotzdem weit weg von Gott sein, weil wir nur über ihn reden. Weil wir wissen, wie man sich verhält und was dass man richtigerweise sagt, dass man nicht auffällt. Ist weit weg von Gott. Und da ist keine Beziehung da.
Speaker1
00:22:47
Ohne Jesus, da sind wir wie diese Pharisäer.
Johannes "John" Götz
00:22:51
Und zu denen sagt Jesus am Ende, ihr habt am Ziel vorbeigelebt. Ihr habt es nicht kapiert, um was es geht. Jesus kam auf die Erde.
Speaker1
00:23:00
Um das Gesetz zu erfüllen.
Johannes "John" Götz
00:23:03
Er hat alles getan, was nötig ist, dass wir diese Gerechtigkeit, diese Beziehung mit Gott haben können. Dass es wieder in Ordnung kommt, dass unser Leben heil wird, dass wir frei werden von allem, was unser Leben kaputt macht. Das hat Jesus gekauft. Er ist gekauft, indem er sein eigenes Leben hingegeben hat für uns, als er gestorben ist. Und darum sagt Jesus, selig sind die Armen. Selig sind die, die leere Hände haben und die sie aufmachen vor mir, dass ich sie füllen kann. Wir sind zuallererst beschenkte, wenn wir zu Gott kommen. Wir sind beschenkte. Wir dürfen einfach kommen. Denkt an den verlorenen Sohn, der von den Schweinen direkt zu Gott hinläuft, zum Vater. Wir dürfen Jesus unser Leben hinlegen und dürfen sagen, Jesus, du siehst das alles. Du siehst, dass ich jeden Tag in der Bibel lese und aber oft hast gar nichts mehr am Leben zu tun. Und dann frage ich mich, was heißt das für mich? Und dann will ich was machen, dann nehme ich mir was vor und ich schaffe es nicht. Und Jesus, du weißt, diese eine Sache, das bringe ich schon seit Jahren zu dir und da verändert sich nichts. Und dann dürfen wir ihm das hinlegen und sagen, verändere du mich. Nicht, dass wir ihm das bringen. Nicht, dass wir Leistung bringen, um geliebt zu sein. Nein, er ist es, der uns das anbietet. Er sagt, ich mache dich heil. Ich mache deine Beziehung zu Gott in Ordnung. Ich schaue, dass du ein neues Leben bekommst. Ich habe alles getan. Ich habe das ganze Gesetz erfüllt. Kommen, wie du bist, aber du musst nicht bleiben, wie du bist. Und diese Reihenfolge, die ist wichtig für den ganzen Rest der Bergpredigt. Die ist wichtig, wenn es die nächsten Wochen ans Eingemachte geht. Dass wir das wissen und nicht vergessen, dass es nicht darum geht, irgendwelche Regeln einzuhalten. Das haben die Pharisäer versucht und Jesus sagt, das reicht lang nicht. Zuallererst kommt die Beziehung. Die Beziehung, die wir durch den Glauben bekommen. Das sieht man auch, den ganzen Aufbau von der Bergpredigt. Ich habe euch die Folie vom Markt nochmal mitgebracht. Ganz am Anfang sind die Seligpreisungen, wo Jesus sagt, das alles seid ihr, wenn ihr zu mir gehört. Das schenke ich euch. Das bekommt ihr einfach nur, weil ihr kommt. Und weil ihr offene Hände habt und sie füllen lasst. Und alles andere, was danach kommt, das Gesetz und wie man das halten soll, wie man einem Nächsten begegnet, all das ist die Reaktion darauf. Das ist die Folge davon. Diese Reihenfolge ist wichtig. Das ganze Jahr über immer, wenn wir davon reden, wir wollen lernen vom Besten. Wenn es nachher nur darum geht, dass wir Regeln einhalten, dann sind wir nicht besser als die Pharisäer. Uns den Pharisäern sagt Jesus, das reicht nicht.
Speaker1
00:25:35
Uns bei all dem,
Johannes "John" Götz
00:25:36
Was wir uns vornehmen dieses Jahr.
Speaker1
00:25:38
Zuallererst auf die Beziehung schauen.
Johannes "John" Götz
00:25:41
Dass wir zu Jesus hingehen und sagen, Jesus, du siehst mein Leben, du siehst, dass ich es will, aber nicht kann. Komm und hilf du mir. Komm und gib du mir deine Gerechtigkeit. Komm und mach du meine Beziehung zum Vater wieder heil. Jesus, hilf mir, dass ich beten lerne. Jesus, hilf mir, dass ich die Bibel lese und dass ich auch was davon verstehe. Wenn du an Jesus glaubst, dann gilt seine Gerechtigkeit für dich. Und dann lebt Gottes Geist in dir, der die Kraft ist, dass du alles andere tun kannst. Dass du die Gebote halten kannst, weil er in dir lebt. Weil Jesus das Gesetz erfüllt hat. Ich möchte beten. Jesus, danke für dein Wort, das wir haben.
Speaker1
00:26:26
Danke, dass du zu uns auf die Erde gekommen bist.
Johannes "John" Götz
00:26:29
Und dass wir zu dir kommen dürfen. Dass es nicht darum geht, Regeln einzuhalten und das Gesetz genau zu befolgen, um gerecht zu werden, sondern dass du uns das zuerst schenkst.
Speaker1
00:26:40
Und ich bitte dich,
Johannes "John" Götz
00:26:41
Dass du uns in diese Beziehung mit dir reinführst und reinziehst immer mehr, dass wir dich kennenlernen. Nicht einfach nur als religiöses System, sondern als Person, als der, der du wirklich bist. Und ich bitte dich, dass du jedem von uns zeigst, wo wir stehen. Dass du mir zeigst, wo ich stehe. Und Jesus, ich bitte dich, dass du uns Freude schenkst an deinem Gesetz. Dass wir es erkennen.
Speaker1
00:27:07
Was es für ein Segen ist.
Johannes "John" Götz
00:27:09
Ich bitte dich, dass wir dir unser Leben gerne hingeben, weil wir kapieren, wie gut du es mit uns meinst. Danke, dass es nicht auf uns ankommt. Danke, dass du alles getan hast. Danke, dass deine Gnade reicht.
Speaker1
00:27:24
Amen.