Mark Bühner - Unverdient. Gnade am Tisch des Königs
Mark Bühner deutet die Geschichte von Mephibosheth aus 2. Samuel 9 als Bild für Gottes Gnade: Sie sucht Menschen, wird unverdient geschenkt und lädt in Gottes Gemeinschaft ein.
27.10.2026 25 min F4 Schwaigern, Mark Bühner
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Unverdient. Gnade am Tisch des Königs
Die Predigt beginnt mit der Frage, wie familiäre Herkunft beeinflusst, wie andere Menschen uns wahrnehmen. Anhand eigener Erfahrungen beschreibt Mark Bühner, wie Menschen jemanden aufgrund seiner Verwandtschaft rasch einordnen. In manchen Kulturen prägen Familienname und familiäre Beziehungen zudem den gesellschaftlichen Status und die Möglichkeiten im Leben.
Im Mittelpunkt steht die Geschichte aus 2. Samuel 9: König David lässt Mephibosheth, den Sohn Jonathans und Enkel Sauls, zu sich holen. Obwohl Mephibosheth aus der früheren Königsfamilie stammt und David politisch gefährlich werden könnte, verschont ihn David, gibt ihm Sauls Ländereien zurück und lädt ihn ein, dauerhaft an seinem Tisch zu essen.
Bühner hebt den Begriff „Chesed“ hervor, der im Deutschen unter anderem mit Gnade, Güte, Barmherzigkeit und Bundestreue wiedergegeben wird. Davids Handeln soll nicht nur seine Treue zu Jonathan zeigen, sondern zugleich veranschaulichen, wie Gott den Menschen begegnet.
Als erste Beobachtung beschreibt die Predigt Gottes Gnade als eine Gnade, die von sich aus auf Menschen zugeht. Mephibosheth bittet nicht um Hilfe; David ergreift die Initiative und lässt ihn holen. Bühner verbindet dieses Motiv mit biblischen Erzählungen, in denen Gott Menschen sucht, und mit Jesu Aussage, dass er gekommen sei, um Verlorene zu suchen und zu retten.
Zweitens sei Gottes Gnade unverdient und überreich. Mephibosheth erhält Versorgung, Land und einen Platz am Königstisch, obwohl seine Herkunft und Lage ihn nicht dazu berechtigen. David handelt um Jonathans willen; entsprechend, so die Predigt, werde christliche Gnade nicht aufgrund eigener Leistung, sondern um Christi willen geschenkt.
Zum Schluss fasst Bühner das Evangelium als Einladung zusammen, Gottes Rettung anzunehmen und zu seiner Gemeinschaft zu gehören. Die Predigt endet mit einem Gebet um Dankbarkeit für diese Gnade und darum, dass die Einladung Gottes deutlich werde.
Das und mehr erzählt uns Mark Bühner
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Intro und Outro: Sarah Reinwald
Produziert: F4 Podcast Team
Die Predigt beginnt mit der Frage, wie familiäre Herkunft beeinflusst, wie andere Menschen uns wahrnehmen. Anhand eigener Erfahrungen beschreibt Mark Bühner, wie Menschen jemanden aufgrund seiner Verwandtschaft rasch einordnen. In manchen Kulturen prägen Familienname und familiäre Beziehungen zudem den gesellschaftlichen Status und die Möglichkeiten im Leben.
Im Mittelpunkt steht die Geschichte aus 2. Samuel 9: König David lässt Mephibosheth, den Sohn Jonathans und Enkel Sauls, zu sich holen. Obwohl Mephibosheth aus der früheren Königsfamilie stammt und David politisch gefährlich werden könnte, verschont ihn David, gibt ihm Sauls Ländereien zurück und lädt ihn ein, dauerhaft an seinem Tisch zu essen.
Bühner hebt den Begriff „Chesed“ hervor, der im Deutschen unter anderem mit Gnade, Güte, Barmherzigkeit und Bundestreue wiedergegeben wird. Davids Handeln soll nicht nur seine Treue zu Jonathan zeigen, sondern zugleich veranschaulichen, wie Gott den Menschen begegnet.
Als erste Beobachtung beschreibt die Predigt Gottes Gnade als eine Gnade, die von sich aus auf Menschen zugeht. Mephibosheth bittet nicht um Hilfe; David ergreift die Initiative und lässt ihn holen. Bühner verbindet dieses Motiv mit biblischen Erzählungen, in denen Gott Menschen sucht, und mit Jesu Aussage, dass er gekommen sei, um Verlorene zu suchen und zu retten.
Zweitens sei Gottes Gnade unverdient und überreich. Mephibosheth erhält Versorgung, Land und einen Platz am Königstisch, obwohl seine Herkunft und Lage ihn nicht dazu berechtigen. David handelt um Jonathans willen; entsprechend, so die Predigt, werde christliche Gnade nicht aufgrund eigener Leistung, sondern um Christi willen geschenkt.
Zum Schluss fasst Bühner das Evangelium als Einladung zusammen, Gottes Rettung anzunehmen und zu seiner Gemeinschaft zu gehören. Die Predigt endet mit einem Gebet um Dankbarkeit für diese Gnade und darum, dass die Einladung Gottes deutlich werde.
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Transkript
Ich bitte um eure Handzeichen. Noch nicht.
Wer von euch hat Eltern, erwachsene Kinder oder Geschwister,
die hier in Schweigern oder zumindest im näheren Umfeld wohnen,
der darf deine Hand heben?
Ausentscheidliche, gell? Das ist jetzt schwer einzuschätzen.
Also über die Hälfte schätze ich auf jeden Fall.
Dann vermute ich, dass etliche von euch schon mal folgende Frage gestellt wurde. Habeem? Kirsch. Au. Du.
Manche nicken, schon mal gehört, so schwäbisch wunderbar. Wir können ja irgendwo hin.
Bist du nicht die Tochter von dem und dem? Bist du nicht der Sohn?
Bist du nicht der Neffe? Der Enkel, die Tante und so weiter.
Ich für meinen Teil habe vier Brüder.
Jede Menge Tanten, Cousins, Cousinen.
Und ich kenne das, hier in Schweigern jetzt weniger, aber wo ich herkomme,
so schon. Ich kenne das, dass viele Menschen, die mich selber gar nicht kennen,
aber jemanden aus meiner Verwandtschaft kennen, sich ganz schnell ein Bild über mich gemacht haben.
Weil man kennt ja jemand anders, der ist bestimmt so wie der.
Der denkt wie der, der fühlt wie der, logisch, die gehören irgendwie so zusammen.
Selbst heute noch treffe ich immer wieder Menschen, da merkst du,
die haben dich ganz schnell einkategorisiert. Ich sag mal, in eine Schublade gesteckt.
Und in welche Familie gehöre ich hin? Logisch, so ist der eben auch.
Als eingefleischte Individualisten, die wir alle mehr oder weniger sind heutzutage,
mag uns dieser Gedanke nicht so schmecken.
Hey, ich bin doch selber wer, oder? Ich habe mir doch selber was erarbeitet
im Leben. Ich bin doch nicht nur Teil meiner Familie.
Aber es ist trotzdem so, wir alle haben einen gewissen Ruf und die Familie ist auch wichtig.
Familie sind Menschen, mit denen wir, ob wir es wollen oder nicht,
kann ja super positiv sein oder auch angespannt, verbunden sind.
Das ist eine Verkettung, die wir nicht wegkriegen.
Und natürlich wirst du von deiner Umgebung anders behandelt werden.
Ich sage mal, je nachdem, ob dein Vater Bürgermeister ist oder Bordellbetreiber.
Also natürlich hat es was mit deinem Leben zu tun. Natürlich denken die Leute anders.
Und jetzt müssen wir uns klarmachen in eher traditionell orientierten Gegenden
dieser Welt, wo die Familie noch einen viel, viel höheren Stellenwert hat als selbst hier.
Da sind diese familiären Zusammenhänge total relevant.
Da bestimmt der Name deiner Familie deinen kulturellen Status.
Wie weit du kommen kannst im Leben. Also quasi komplett steckt es da mit drin.
Hwe im Kirsch, au du, wo gehörst du hin? Ist auch für die beiden Hauptpersonen
im heutigen Bibeltext die Frage überhaupt. Die Frage mit den weitreichendsten Konsequenzen.
Der eine ist König von Israel.
Der andere ist ein potenzieller Rivale aus der Familie des früheren Königs von
König Sauer. Manche kennen die Geschichten.
Der eine heißt David, der König David. Der andere ist nicht so bekannt. Mephi-Boschet.
Ich lese uns den Bibeltext aus 2. Samuel 9, die ersten Verse.
David sprach, ist noch jemand aus Sauls Familie übrig geblieben,
damit ich Gnade an ihm erweise, um Jonathans Willen. Das war sein alter Freund.
Es gab aber einen früheren Diener Sauls, der hieß Ziba. Den rief man zu David
und der König sprach zu ihm, ist da noch jemand aus Sauls Familie,
damit ich Gottes Gnade an ihm erweise.
Ziba antwortete, es ist noch ein Sohn Jonathans da, der an beiden Füßen gelähmt ist.
Wo ist er? wollte David wissen. Ziba antwortete, er wohnt bei Machir,
einem Sohn von Amiel in Lodabar.
Da schickte König David nach Lodabar und ließ ihn aus dem Hause Machirs holen.
Als Mephibosheth, der Sohn von Jonathan und Enkel von Saul, vor den König trat,
verbeugte er sich tief und warf sich vor ihm zu Boden.
Und David sagte, fürchte dich nicht, denn ich will Gnade an dir erweisen wegen
deines Vaters Jonathans und ich will dir alle Felder deines Großvaters Saul zurückgeben.
Du aber sollst für immer an meinem Tisch essen. Soweit der Bibeltext.
Jetzt weiß ich nicht, wem von euch diese Geschichte gar nichts sagt oder wer
sie vielleicht doch, ja, ich erinnere mich irgendwo, habe ich schon mal wo gehört.
Da ist dieser David, diese bekannte Figur, endlich nach Jahrzehnten König geworden.
Endlich sind die Dinge geregelt. Sein jahrzehntelanger Gegenspieler Saul ist
tot, in der Schlacht gefallen.
David hat so gesehen die Hände in Unschuld, er war es nicht.
In der damaligen Zeit, müsst ihr euch vorstellen, hätte jetzt jeder damit gerechnet,
dass David als neuer Herrscher genau das macht, was alle anderen Herrscher auch tun.
Ich muss jetzt sicherstellen, dass niemand aus der gegnerischen Blutlinie am
Leben bleibt und mir ans Leder kann.
Wer die Kapitel davor kennt im 2. Samuel Buch, nur wenige Kapitel vorher,
gab es einen Onkel von Mephibosheth, der versucht, David den Thron streitig zu machen.
Also der sammelt seine Anhänger und sagt, David ist illegitim,
das stimmt doch nicht. Ich bin doch der wahre Nachfolger.
Die Gefahr für das junge Königshaus von David ist also absolut gegeben.
Und es ist spannend, jeder erwartet, eigentlich muss David da jetzt hart durchgreifen.
Und David, der berühmte Mann nach dem Herzen Gottes, so heißt es mal in der
Bibel, verhält sich ganz anders, als man erwartet hätte.
Jetzt steht dieser Text da hinten. Ist euch aufgefallen, welcher große,
theologisch sehr wichtige Begriff David in diesen sieben Versen dreimal verwendet?
Ruft sie gerne rein. Gnade. Dankeschön. Immer wieder geht es darum,
warum handelt er, wie er handelt? Wegen der Gnade.
Im Hebräischen steht hier eigentlich ein Wort, ich habe es sonst nicht so mit
Hebräisch-Griechisch, da dachte ich, ist doch mal wichtig. Das Wort heißt Cheset.
Einer der wichtigsten Begriffe im Alten Testament. Einer der wichtigsten Begriffe,
wenn es darum geht, zu beschreiben, wie ist Gott uns Menschen gegenüber.
Also sein Verhalten, sein Wesen. Denn Chesed ist die bedingungslose Güte dieses
einen Gottes, der gesagt hat, ich habe einen Bund geschlossen.
Schon mit Abraham und dann mit Nachfolgern aus seiner Familie.
Und dieser Bund verpflichtet mich zur ewigen Treue dem ganzen Volk gegenüber.
Und das Problem ist, je nachdem, was ihr für eine Bibelübersetzung zu Hause
habt, wir haben kein Wort im Deutschen, um das zu beschreiben.
Also auch Gnade ist nur ein Teilaspekt in dem Ganzen. Da steckt so viel mehr drin.
Im Grunde hat jede Bibelübersetzung so ein bisschen ihr eigenes Wort,
mit dem sie versucht, es zu übersetzen. Aber da geht natürlich viel verloren.
Also Gnade, Güte, Bundestreue, Barmherzigkeit, Gunst und noch viele andere Begriffe.
Aber es liest sich ganz unterschiedlich. Also wenn du liest,
ich will Gunst an ihm erweisen, klingt das anders, wie ich will meine Gnade an ihm erweisen.
Oder ich will die Bundestreue geltend machen. Also ihr versteht,
das hat schon viel mit dem, wie wir den Text wahrnehmen, zu tun.
Das sind alles Begriffe, die von verschiedener Seite her zu beschreiben,
was in diesem Reset mit drin steckt.
Ein Gott, der uns Menschen grenzenlos liebt, der hundertprozentig zuverlässig,
sagt ich, halte mich an meinen Bund.
Und ich fand es spannend, wenn man hier im Text die Verse 1 und 3 miteinander
vergleicht, merkt man, dass David durch sein Verhalten noch was anderes haben möchte.
Vers 3, ist da noch jemand aus Sauls Familie, damit ich Gottes Gnade an ihm erweise?
Also bewusst die gleiche Formulierung wie davor. Es ist nicht meine Gnade, es ist Gottes Gnade.
Das heißt, was David hier macht, soll ganz bewusst über das geschichtliche Geschehen hinauswirken.
Es geht nicht nur darum, sich klarzumachen, cooler Typ, was der im Alten Testament
gemacht hat. Mensch ist der treu.
Mensch hält er sich an sein versprechendem Jonathan gegenüber.
Sondern David möchte ihn uns auslösen. Denkt mal drüber nach, wie Gottes Gnade ist.
Ich handle, aber dieses Handeln ist ein symbolisches Handeln.
Es weist über sich hinaus, so ist Gott.
Also dieses Handeln an Mephibosheth ist nicht nur menschlich,
ein Akt der Treue von David, sondern ein sichtbares Zeichen.
Öffnet eure Augen, schaut her, ich, David, führe euch vor Augen,
wie Gottes Chesed, seine Gnade, seine Bundestreue funktioniert.
Und ich habe mir gedacht, genau das machen wir jetzt.
An dieser Geschichte ablesen, wie Gott ist. Ein, zwei kurze Beobachtungen zum Text.
Das Erste, ob du es glauben und fühlen kannst oder auch nicht.
Gottes Gnade sucht uns, geht auf uns zu.
Ich finde schon von Anfang an in dieser Geschichte ist es ja das,
was hervorsticht. Keiner erwartet von David als neuer König,
dass der irgendwas macht.
Aber die alleinige Initiative liegt bei ihm. Er sagt, ist da noch jemand,
dem ich Gnade erweisen kann? Ist da noch jemand?
Es ist nicht Mephibosheth, der David anfleht und sagt, ja, ich komme aus der
falschen Familie, ich weiß, mein Leben ist verloren, bitte, bitte,
großer König, verschone mich, ich mache auch wirklich nie was gegen dich.
Sondern es ist David, der seine Boten losschickt. Erstmal fragt, gibt es da noch jemand?
Dann ja, da ist jemand, dann schickt er seine Boten hin und lässt ihn zu sich holen.
Symbolhandeln, genau so ist Gott.
Damit will David sagen, macht euch klar, dass Gott so an uns handelt.
In sämtlichen Religionen und Kulten und so dieser Welt hat Glaube ganz viel
damit zu tun, was ich als Mensch tun muss. Ich muss aktiv werden.
Ich muss den Gott, die Gottheit oder das spirituelle Wesen oder was auch immer da so gedacht wird.
Ich muss mich auf die Suche machen. Ja, wenn du was mit Glaube zu tun haben
willst, dann auf, los, streng dich an, halte dich an die guten Werke, fang an zu meditieren.
Du musst Vegetarier sein, sonst kommst du dem nicht nach. Da gibt es ganz viele
Regeln, je nachdem, wo du halt herkommst.
Lern heilige Schriften auswendig. Zitier die regelmäßig. Streng dich an.
Du musst ein besserer Mensch werden im Sinne dieser Gottheit. Du musst handeln.
Egal, wo du hinschaust, immer ist es der Mensch, der sich krampfhaft bemüht.
Es steckt so in uns drin, Gott zu finden.
Ich bin auf der Suche. Immer.
Außer bei dem, was die Bibel sagt. Außer bei dem, was Christen glauben.
Ist das Einzige, was da auch religionsgeschichtlich hervorsticht.
Es gibt sonst niemand anders, wo das so wäre.
Schon im Alten Testament, nicht erst im Neuen, schon für David ist klar,
wir haben einen Gott, der nicht wartet, bis wir ihn finden, bis wir reif genug
sind, sondern wir haben einen Gott, der sich aufmacht und der uns sucht.
Schon auf den allerersten Seiten der Bibel, Sündenfall, gerade hat die Menschheit
sich von Gott getrennt, begegnet uns ein Gott, der sucht.
Adam, wo bist du? Die verstecken sich, er geht auf sie zu. Wo seid ihr?
Ich will doch, dass ihr wieder bei mir seid.
Gott ist so ganz anders, wie Menschen ihn sich ausdenken könnten.
An vielen Stellen der Bibel denke ich, krass, ich hätte es anders gemacht.
Ein Zeichen dafür, dass das nicht von Menschen ausgedacht ist,
weil wir würden gar nicht auf sowas kommen. Ist doch logisch,
dass wir uns anpassen müssen.
Nein, nein, Gott, der uns sucht. Die ganze Bibel entlang sehen wir einen Gott,
der versucht, das, was die Menschen verbockt haben, wieder ins Gerade,
ins Richtige zu bringen.
Der seine Boten schickt, sonst die Wüsten fällt dann ja keine Ahnung.
Also die ganzen Leute in der Bibel geht immer darum, Gott schickt sie mit einer
Botschaft, damit sie zu Gott zurückkommen kann.
Er sendet seine Boten, die immer und immer wieder ausrufen, komm zu mir,
du bist verloren, aber komm zu mir, bei mir findest du das, was du wirklich
brauchst, komm an meinen Tisch.
Steigerung dann hin bis ins Neue Testament, Gott selber kommt auf die Welt.
Und Jesus selber sagt über sich, denn der Menschensohn ist gekommen,
er ist der Menschensohn, wozu? Um zu suchen.
Ich bin nicht gekommen, um euch zu zeigen, schaut her, ich bin cool, kommt zu mir.
Sondern ich bin gekommen, um zu suchen und selig zu machen, was verloren ist,
was verirrt ist, was von sich aus den Weg gar nicht finden könnte.
Und Freunde, ich glaube, das ist so entscheidend, dass wir das neu begreifen.
Das Glaube nicht bedeutet, logisch, ich klopfe mir auf die Schulter.
Mensch, ich habe es verstanden. Also Mensch, bin ich toll. Mensch,
bin ich schlau, dass ich diese Zusammenhänge endlich gerafft habe.
Ich habe gesucht, ich habe Bibel gelesen und dann habe ich gecheckt,
dass es diesen Gott gibt und dass man Übergabegebet sprechen muss oder was auch immer.
Glaube bedeutet nicht, ich habe es geschafft, Sondern Glaube bedeutet,
ich erkenne, ich bin verirrt.
Ich brauche einen Gott und ich nehme das an, dass dieser Gott mich sucht.
Dass der auf mich zukommt. Ich war verloren und aus mir heraus wäre ich es immer
noch, weil ich tauge nicht.
Ich bin nicht reif genug, ich bin nicht schlau genug, ich bin nicht hingegeben
genug, ich bin nicht geistlich genug.
Aber ich habe einen Gott, der mich gefunden hat.
Der mir seine Hand hingestreckt hat und gesagt hat, ich will dich retten.
Und das tut Gott, obwohl keiner von uns seine Gnade verdient hat.
Zweite Beobachtung, die sich, wie ich finde, wunderbar an dieser Geschichte
von David und Mephibosheth verdeutlichen lässt.
Gottes Gnade ist sowas von unverdient.
Jetzt können wir überlegen, Mephibosheth, spannender Name, was erfahren wir
über ihn aus diesem Text?
Also wir wissen, er ist Sauls Enkel. Saul war nicht so cool.
Wir erfahren, der versteckt sich in dieser Stadt Lodabar und wir erfahren,
der ist gelähmt. Also an beiden Füßen kann er nicht mehr vorwärts.
Ich stelle mir das so vor, die Berater des Königs, neuer König,
du musst noch lernen, wie man so regiert.
Als die erfahren, dass David ausgerechnet den letzten Erben dieser alten Königsdynastie
an seinen Hof holen will.
Da werden die alle gedacht, ein Spiel mit dem Feuer, sei doch nicht so dumm.
Schick dem meinetwegen eine nette Lieferung Brot, aber hol ihn doch nicht zu dir.
Also wie gesagt, der letzte militärische Widerstand durch Mephiboshets Onkel
ist nicht lange her. Der hieß übrigens fast gleich Ischboshet.
Also was, wenn die verstreuten Anhänger von dem sich jetzt um Mephibosheth sammeln?
Was, wenn die auf die Idee kommen, ihn zum rechtmäßigen König auszurufen?
Die haben ja auch ein persönliches Interesse dran, weil sie sind ja die bis
vor kurzem Gegenspieler von David gewesen. Also die rechnen auch nicht damit.
Logisch, der neue König ist freundlich zu uns.
Was, wenn ausgerechnet der Mann, dem David hier Gnade erweist,
eines Tages zu einer Bedrohung wird?
Also für seinen eigenen Thron oder für seine Kinder. Also wenn es an meine Familie
geht, wird es irgendwann enger.
Mephibosheth zu sich zu holen, ist für David mindestens politisch riskant. Und das weiß er auch.
Dazu kommt, dass das auch jede Menge kostet, so eine Versorgung am Tisch des Königs.
Lodabar bedeutet wörtlich übersetzt, keine Weide, nichts zum Fressen, tote Hose.
Also das erste ist, keine Weide ist die wörtliche Übersetzung.
Also ist ein Ort, an dem es nichts gibt.
Da würde keiner freiwillig wohnen und jeder, der hier was mit Landswirtschaft
zu tun hat, das ist quasi eine Steinwüste. Also da kannst du nichts anbauen. Da wächst nichts.
Da geht nur jemand hin, der sich verstecken muss oder der wirklich Nullmittel
hat, um da irgendwie rauszukommen.
Mephibosheth lebt in einer Stadt, die schon ihrem Namen nach für Mangel steht,
für Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit.
Wer sich in Loderbar verstecken muss, hat unter Garantie keine Konten in der Schreiz.
Der hat nix. Mephibosheth ist mittellos.
Abgebrannt, ausgehungert als ehemaliger Prinz. Verloren auf eine gewisse Weise.
Und David holt Mephibosheth nicht nur an den Königshof, sondern wenn ihr den
Text noch im Kopf habt, er schenkt ihm lebenslange Versorgung und er schenkt
ihm jede Menge Ländereien.
Vers 7 heißt, ich will dir alle Felder deines Großvaters Saul zurückgeben.
Jetzt habe ich keine Ahnung, wie viel Hektar Land so ein Großkönig damals privat
besessen hat, aber wird nicht wenig gewesen sein.
Also David verschenkt hier ein Vermögen. Das braucht er doch eigentlich,
um jetzt zu konsolidieren, also um seine Regierung zu festigen darf.
Selbst für David dürfte das, was er hier macht, kostspielig gewesen sein, finanziell gesehen.
Das ist mehr, als irgendjemand hätte erwarten können. Das ist überfließend, das ist zu viel.
Ja, also jeder seiner Berater hätte ihm sagen müssen, ne, also gib ihm halt
einen Goldring, schenk ihm ein Haus, aber doch nicht das hier.
Und um es kurz zu machen, gelähmt, Nephi Burschett als ein offensichtlich Behinderter,
ausgerechnet am Tisch des Königs und seiner Großen, also die Generäle saßen
da mit dabei, die Familie.
Das ist für das damalige Sozialverständnis in erster Linie unangenehm.
Das ist sogar fast schon peinlich.
Bedenkt damals orientalische Sicht, da ist gemeinsames Essen ein Ausdruck von Beziehung.
Wir sind auf einer Ebene. Wir gehören zusammen, wir passen zusammen.
So ich mal annähernd Gleichwertigkeit im sozialen Status.
Als König isst man nicht mit seinen Untertanen. Da machst du dich ja lächerlich.
Und dann noch mit einem Gelähmten, sozial peinlich.
Ich habe versucht, mich so hineinzuversetzen in diesen Mephiboshit.
Und ich glaube, da muss ich mehr als nur einmal ungläubig die Augen gewischt haben.
Und ich sage, das muss doch ein Traum sein. Das kann nicht stimmen.
Das ist eine Farce, eine Lüge, eine Intrige. Aber es ist nicht die Realität.
Das ist zu gut, um wahr zu sein.
Wie kann es sein, dass ich, der im letzten Geist,
am Dreck der Welt irgendwo gehaust hat, Herr Lotharbauer, dass ich,
der unwürdige Feind des Königs, hier so beschenkt werde, wie es alle Vorstellungen sprengt.
Wie kommt David dazu? Ich hätte erwartet, dass er mich zum Tode verurteilt,
in Ketten legt. Doch stattdessen kriege ich das hier.
David zeigt uns Gottes Gnade. Sind wir uns dessen bewusst, dass Gottes Gnade,
nicht nach deiner Herkunft fragt?
Waren deine Eltern coole Leute oder nicht? Ist ihm völlig schnuppe. Der guckt nach dir.
Dass er nicht danach fragt, wie hoch der Preis für deine Rettung ist,
was es ihm kosten wird am Kreuz.
Sind wir uns dessen bewusst, dass Gott ganz sicher nicht nach deiner sozialen
oder religiösen Leistung fragt.
Bist du würdig genug? Kannst du mir genug zurückgeben?
Beweis mir erst mal, dass du es wert bist. Gar nichts. Die Wahrheit ist,
ein Christ hat seine übertrieben großzügige Gnade, das, was Gott uns schenkt,
schlicht und ergreifend nicht verdient.
Und wir werden es auch nicht rückwirkend verdienen können durch unser Leben
danach. Es sprengt alle Vorstellungen.
Warum? Wer gut aufgepasst hat vorher, dem ist vielleicht aufgefallen,
dass David zweimal betont, ich mache das nicht wegen Mephibosheth.
Diese Gnade hat im Grunde nichts mit dir als Person zu tun, sondern sie geschieht,
seine Formulierung, um Jonathans Willen.
Und damit kommen wir zum Herzstück dessen, was die Bibel Gottes Gnade, seine Facette nennt.
Wieso kann Gott unwürdigen Menschen wie dich und mir, wie dir und mir,
Gnade erweisen so heftig?
Wieso kann er ans Kreuz gehen und uns vergeben?
Wie ist es möglich, dass wir an seinen Tisch kommen können?
Dass wir in seine Gemeinschaft mit aufgenommen werden?
Königssöhne, Königstöchter in der Bibel genannt werden.
Die Bibel sagt, das geschieht nicht wegen dir, sondern um eines anderen Willen.
Hier im Text ist es der Jonathan.
Jonathan hat seinem Freund David gegenüber die Treue gehalten und diese Treue
kommt jetzt seinem Sohn zugute.
Also jemandem, der an und für sich nichts zu bieten hat.
Außer, dass er durch seinen Namen zu dieser Familie gehört.
Ja, ich bin ein Sohn Jonathans, ein Enkel Sauls.
Christen haben auch einen neuen Namen. Christ zu sein bedeutet, ich gehöre zu Christus.
Das ist meine erste Familie.
Ich kann mich 0,0 auf mich selbst berufen. Was bin ich für ein toller Hecht? Ich bin unwürdig.
Doch ich weiß, dass mir diese Treue von Christus vor Gott zugerechnet wird.
Im 1. Johannesbrief, Kapitel 2, Vers 12, klingt das folgendermaßen.
Liebe Kinder, ich gebe es euch schriftlich.
Eure Sünden sind vergeben um seines Namens willen.
Nicht wegen euch, sondern wegen ihm.
Das, was David hier zu Mephibosheth sagt, gilt jedem, der sein Vertrauen auf
den Namen Jesus setzt, auch heute noch.
Fürchte dich nicht. Muss keine Angst haben. Denn ich will Gnade an dir erweisen.
Du, ja du, sollst für immer an meinem Tisch sitzen.
Du sollst Teil meiner königlichen Familie sein und all das Schöne genießen,
was ein König sein Eigen nennt. Das ist das, was uns erwartet.
Und das, liebe Freunde, ist das Evangelium. Also die Hauptbotschaft,
die Kernbotschaft des christlichen Glaubens.
Die wichtigste Nachricht aller Zeiten.
Wer das annimmt, weiß, ich gebe es euch schriftlich.
Um seines Namens willen beschenkt, überaus, überwältigt, so viel mehr,
als wir je fassen könnten.
Amen. Lasst uns beten.
O Gott, du Unglaublicher. Es ist wirklich wahr.
Du kommst uns entgegen. Du liebst uns.
Schickst deinen Sohn. und durch ihn bietest du uns Rettung.
Herr, ich danke dir für David, dem du schon im Alten Testament durch deinen
Geist dieses Bild mitgegeben hast, so zu handeln für uns heute.
Genau so handelst du an uns.
Herr, du lädst uns ein an deinen Tisch. Du willst uns retten aus unserem Loderbar,
aus unserem Keineweide haben.
Und Herr, du kennst uns ganz genau. Wir sind nicht würdig. Wir haben es nicht
verdient. Wir laufen vor dir weg. Ja, wir sind verirrte Schafe.
Und du sagst aber, ich komm, ich bin der gute Hirte, ich hol euch zurück.
Herr, für jeden, der hier sitzt, der diese Gnade angenommen hat,
schreib du uns das neu ins Herz hinein, wie groß es ist, dass du es gewirkt hast.
Nicht wir, kein Grund, stolz und arrogant zu sein, sondern tief dankbar,
wer du bist, das ist so schön.
Und Herr, für jeden, der hier sitzt, der das hört, aber noch nicht angenommen
hat, mach du es uns deutlicher, klarer, wie du rufst.
Ruf du heute zu uns.
Komm zu mir, hab keine Angst, komm an meinen Tisch, Du darfst diese Einladung annehmen.
Herr, ich danke dir für dein Evangelium, für diese gute Nachricht.
Rettung, unverdient, überfließend, überreich. Und alles kommt von dir an den Tisch des Königs. Amen.