Since 06/2026 4 Episoden
Hallo und herzlich willkommen bei der Grenze des Sagbaren.
Jeden Tag können wir in großen Medien und auf Social Media-Plattformen Menschen dabei zusehen und zuhören, wie sie darüber jammern, dass sie eigentlich nichts mehr sagen dürfen. Und selbstverständlich sprechen sie das, was angeblich nicht gesagt werden kann, munter und ohne Angst vor ernsthaften Konsequenzen immer wieder aus. Nicht wenige derer, die von sich behaupten nichts mehr sagen dürfen, haben eigene Podcasts, Kolumnen oder Fernsehsendungen oder sind regelmäßig in solchen zu Gast. Und fast immer verbirgt sich hinter den angeblich tabuisierten Aussagen Rassismus, Antisemitismus, Frauen- oder Queerfeindlichkeit. Und das angebliche Sprechverbot ist tatsächlich Widerspruch und zivilgesellschaftlicher Protest gegen derartige Menschenfeindlichkeit.
Gleichzeitig werden Menschen, die versuchen, dem immer offener auftretenden rechten Zeitgeist entgegenzutreten eingeschüchtert und bedroht. Zivilgesellschaftliche Initiativen und politische Bildungsträger, aber auch Künstler*Innen, Schriftsteller*Innen und sogar Buchhandlungen geraten, ganz im Sinne rechter Demokratiefeinde, unter Generalverdacht, verlieren ihre Finanzierung, werden öffentlich an den Pranger gestellt und müssen um Räume für ihre Arbeit oder für Auftritte fürchten.
In diesem Podcast möchte ich mich kritisch mit dieser gesellschaftlichen Entwicklung beschäftigen, in der Unsägliches immer sagbarer wird, während ein konsequentes Eintreten für Demokratie und Menschenrechte sowie gegen Faschismus in all seinen Erscheinungsformen immer mehr unter Generalverdacht gerät.


Grenze des Sagbaren wird produziert von Playout Media UG.
Redaktion: Silvio Duwe
Grafik: Jacob Queißner

Die Grenze des Sagbaren finanziell unterstützen: ko-fi.com/grenzedessagbaren
Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Laut der jüngsten Umfrage vom ZDF steht die völkische und antidemokratische AfD dort bei 40 Prozent. Ihre Gesinnung zeigt die Partei offen: auf ihren Wahlveranstaltungen umgibt sie sich mit rechten YouTubern, die unabhängige Journalist*Innen einschüchtern und angreifen. Einige der Landtagskandidaten der AfD waren in mittlerweile verbotenen völkischen Organisationen wie der Artgemeinschaft oder der Heimattreuen Deutschen Jugend aktiv – oder sind es möglicherweise bis heute. Bei zweien fanden deshalb erst vor wenigen Tagen Hausdurchsuchungen statt. Antifaschistische Treffpunkte und Kulturorte hat die AfD zum Feind erklärt. Bei einem Wahlsieg der Blauen wären diese akut bedroht.
Robert Fietzke leitet einen dieser bedrohten Orte: die Zora in Halberstadt. Mit ihm habe ich über die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt und seinen Blick auf die Landtagsahlen gesprochen. Außerdem habe ich ihn gefragt, wie er auf die Debatte um Danger Dans neuen Song „Keine Angst“ blickt und was all das über die Grenzen des Sagbaren aussagt.

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