Hydrohelden Folge 31 - Ölleckagen stoppen, nicht die Baustelle
Die Lösung gegen Schlauchplatzer
25.06.2026 40 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Episode des Hydrohelden Podcasts sprechen Andreas Klöss und Lars Benk mit Nadine Lottermoser über ein Thema, das auf Baustellen oft unterschätzt wird: Ölleckagen in der Mobilhydraulik. Gemeinsam beleuchten sie, welche erheblichen Umwelt-, Kosten- und Haftungsrisiken bereits bei einem geplatzten Hydraulikschlauch entstehen können und warum schnelles Handeln im Ernstfall entscheidend ist.
Im Gespräch wird deutlich, dass nicht nur mineralische, sondern auch biologisch abbaubare Hydrauliköle melde- und sanierungspflichtig sind und Leckagen keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden dürfen. Nadine erklärt praxisnah, wie schnell große Mengen Öl austreten können, welche Folgen das für Baustellenbetreiber und Unternehmen hat und warum technische Lösungen zur Begrenzung von Ölaustritten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Folge zeigt eindrucksvoll, dass Prävention in der Hydraulik nicht nur die Umwelt schützt, sondern auch Stillstandszeiten und hohe Folgekosten vermeiden kann.
Link zur Oilfix: https://www.oilfix.com/
Nadine Lottermoser auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/nadine-lottermoser-54a114277/
LöSi Youtube Kanal: https://www.youtube.com/channel/UC3ZbKwRmLlL0d4gjEUzOneQ
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Ihr habt Fragen zu unserem Podcast? Dann besucht gerne unsere Webseite https://hydrohelden.tech/
Für weitere Informationen zum Thema Proportionalventile, Ölzustandsanalyse, etc. hilft euch Lars Benk weiter. Weitere Informationen findet Ihr unter https://schuhmacher-tech.de/
Wenn Ihr Fragen zur hydraulischen Antriebstechnik wie Hydraulikmotoren, Getriebe, Hydraulikpumpen, Hydraulikventilen, Hydraulikaggregaten habt, dann besucht https://www.loesi.de/
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Transkript
Andreas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Hydrohelden-Podcast-Folge. Wir sind jetzt bei Folge 31 angelangt. Mein Name ist Andreas Klöss und bei mir ist wie immer Lars Benk. Hallo Lars!
Lars: Hallöchen!
Andreas: Ja, heute haben wir wieder ein spannendes Thema mitgebracht, und zwar geht es um das Thema Ölleckagen, insbesondere auf Baustellen. Dazu haben wir uns wieder einen Gast eingeladen, und wir freuen uns ganz besonders, dass heute Nadine Lottermoser bei uns ist. Hallo Nadine.
Nadine: Hallo ihr beiden, vielen Dank, dass ich dabei sein darf.
Andreas: Sehr, sehr gerne. Nadine, stell dich doch einfach mal kurz vor.
Lars: Hallo!
Nadine: Mache ich gerne. Ja, ich bin Nadine, Nadine Lottermoser. Ich bin 41 Jahre alt und lebe in der wunderschönen Voreifel. Ich bin Produktmanagerin bei der Oilfix GmbH. Die hat ihren Sitz in Köln. Vielleicht noch kurz zu meinem Werdegang: Ich habe erst eine klassische kaufmännische Ausbildung gemacht, danach BWL an der Uni Köln studiert und hatte den Schwerpunkt Supply Chain Management und Logistik. Nach dem Studium habe ich gute elf Jahre in einem großen internationalen Konzern gearbeitet, ebenfalls im Bereich Logistik und Supply Chain, und war dort in verschiedenen Rollen unterwegs, oft in der Projektleitung für ganz verschiedenste Themen oder auch im Kundenmanagement und in der internationalen Kundenbetreuung. Ja, sehr breit aufgestellt. Und vor gut zweieinhalb Jahren bin ich dann zur Oilfix GmbH gestoßen und bin jetzt im spannenden Bereich der Hydraulik- und Baumaschinenwelt unterwegs.
Andreas: Und wie ist so dein erster Eindruck der Baumaschinen-Hydraulikwelt?
Nadine: Ja, super spannend. Ich würde sagen: auch eine spezielle Branche mit speziellen Ansprechpartnern, aber super, super positiv und sehr offen. Wir sind das letzte Jahr auf Messen und Veranstaltungen unterwegs gewesen. Deshalb habe ich auch mit sehr, sehr verschiedenen Leuten gesprochen. Wir haben grundsätzlich für unsere Produkte, dazu kommen wir gleich noch, auch ganz verschiedene Zielgruppen, mit denen wir sprechen: Händler, OEMs, aber genauso auch Baumaschinenfahrer oder Bauleiter von der Baustelle. Es ist sehr breit aufgestellt und macht unheimlich viel Spaß.
Andreas: Freut super, hört sich gut an. Was machst du in deiner Freizeit, wenn du nicht im Bereich der Hydraulik unterwegs bist?
Nadine: Ja, in meiner Freizeit verbringe ich sehr viel Zeit mit meiner Familie. Ich habe zwei Töchter im spannenden Alter von neun und sechs Jahren. Das heißt, da bin ich immer sehr gefordert, und damit ist auch schon ein Großteil meiner Freizeit verbucht. Ja, wir sind grundsätzlich sehr aktiv, machen viele Ausflüge. Ich treffe mich sonst natürlich auch gerne noch mit Freunden. Ja, ehrlich gesagt ist mein persönliches Stressventil, wenn ich darüber hinaus noch Zeit habe, der Tennisplatz. Ich spiele schon sehr, sehr viele Jahre Tennis und mache das unheimlich gerne. Das ist für mich auch so die Gegenwelt, in der ich tatsächlich den Kopf frei bekomme. Ja, Sport ist super wichtig dafür. Ich gehe sonst auch gerne joggen. Das kann man ganz unproblematisch in den Alltag einfließen lassen, weil man beim Tennis natürlich immer auch einen Gegner braucht. Und ansonsten bin ich sehr naturverbunden. Ich bin gern in der Natur. Ich gehe super gerne wandern, zum Leidwesen auch meiner Familie; die scheuche ich im Urlaub dann gerne vor allem die Berge hoch. Und ich bin persönlich immer der Meinung: Auch wenn man einen großen Spagat macht und wenig Zeit hat, ist es sehr wichtig, auch irgendetwas für die Gesellschaft zu tun. Also ich bin eigentlich ...
Lars: Hahaha
Andreas: Hahaha.
Nadine: ... durchgehend immer in irgendeinem Ehrenamt tätig. Aktuell für unseren Tennisverein als Sportwartin. Vorher war ich sechs Jahre in einem Förderverein als Vorsitzende. Also ich habe schon ganz verschiedene Ehrenämter ausgeübt und finde es immer ganz wichtig, da ein bisschen was zurückzugeben und auch Zeit hineinzustecken. Wenn das jeder tun würde, hätte das einen sehr positiven Effekt. Soweit vielleicht erst mal zu mir.
Andreas: Auf jeden Fall. Hört sich aber nach einem sehr, wie sagt man, sehr busy Leben an.
Lars: Ich wollte gerade fragen, Tag hat schon 24 Stunden, oder?
Nadine: Ja, ich glaube, der liebe Gott hat mir ein bisschen mehr Energie mitgegeben. Ich beantworte es einfach mal so. Ja, ich lege selten die Füße hoch. Das ist tatsächlich einfach auch so mein Naturell. Ja, mein Tag hat genauso viele Stunden, aber ich glaube, ihr seid auch eher so die Machertypen, und da würde ich mich auch einreihen.
Lars: Ja cool. Sehr schön, sehr schön.
Andreas: Ich sage immer: Der Tag hat 24 Stunden, nimmst du die Nacht noch dazu, hast du 48, also das passt schon irgendwo. Jetzt bist du ja bei Oilfix. Was hast du denn da für eine Funktion? Du hast jetzt schon gesagt: technische Produktmanagerin. Was kann man sich darunter vorstellen?
Nadine: Das wäre natürlich toll. Ja, richtig.
Lars: Hahaha
Nadine: Mhm.
Nadine: Genau, ja, ich frage mich das manchmal selber. Wir sind nämlich ein super kleines Team. Aktuell sind wir im Kernteam drei Personen. Gerade in dieser frühen Phase, man kann sagen, das ist schon Start-up-ähnlich, machen alle alles. Wir stimmen alles im Team ab und entwickeln auch Strategien gemeinsam. Grundsätzlich hast du vollkommen recht: Auf meiner Visitenkarte steht Produktmanagement. Das war auch mein Startpunkt. Ich habe angefangen, als wir noch nicht am Markt waren, also als es den ersten fertigen Prototypen gab, der irgendwie funktioniert hat. Daraus haben wir dann das marktfähige Produkt gemacht. Diese Phase habe ich mitbegleitet, inklusive technischer Dokumentation, Lieferantenauswahl, Integration in die Produktion und Serienfertigung, bis wir dann letztes Jahr im Februar so weit waren, dass wir den Markteintritt wagen konnten und wollten. Seitdem sieht man mich tatsächlich sehr viel im Vertrieb, also auf Veranstaltungen und Messen der Branche. Dazu kommen Vertriebsstrategien, Finanzthemen, Marketing, Social Media – oder auch mal ein Podcast wie hier heute. Also eine ganz große Bandbreite, genauso wie die Rolle als Sparringspartnerin für unseren Techniker, das Abstimmen unserer Produktionsmengen und das Besprechen von Weiterentwicklungen und neuen Produktvarianten. Es ist ein bunter Blumenstrauß an Themen, aber genau das ist auch die Challenge und macht Spaß.
Andreas: Das ist dann spannend, weil du unheimlich viel Abwechslung hast in dem Bereich. Jetzt steht auf eurer Webseite: „Ölleckagen stoppen, nicht die Baustelle.“ Was muss man sich genau darunter vorstellen?
Nadine: Na? Genau.
Nadine: Mhm.
Nadine: Ja, das ist eigentlich ein sehr guter Aufhänger, weil das im ersten Moment direkt das Problem zeigt, um das wir uns kümmern: Ölleckagen, in dem Fall durch Schlauchplatzer an mobilen Arbeitsmaschinen, und tatsächlich auch direkt die Konsequenzen, die das hat. Wenn man mal einen Schlauchplatzer definieren oder sagen möchte, was das überhaupt ist, dann muss man sagen: Es gibt verschiedene Ursachen, warum so etwas entstehen kann. Das können Themen wie Alterung sein oder auch einfach schlechtes Schlauchmanagement, also dass Wartungs- und Tauschzyklen nicht so eingehalten werden, wie sie eigentlich vorgegeben sind. Aber in den meisten Fällen muss man tatsächlich auch sagen, dass dieser Schlauchabriss oder die Beschädigung durch Fremdeinwirkungen verursacht wird.
Lars: Aber so etwas gibt es doch gar nicht. Gibt es auf Baustellen Schlauchplatzer? Da geht doch nie ein Tropfen Öl in die Erde, oder?
Nadine: Ja, da hast du vollkommen recht. Das ist natürlich genau eins der Themen, die uns auch immer wieder begegnen. Das ist tatsächlich oft die Meinung, die herrscht. Viele sagen auch: Von Schlauchplatzern habe ich schon mal gehört, aber wir haben das ja nicht. Das gehört tatsächlich auch zu unseren Top-10-Fragen. Ich kann es schon mal vorwegnehmen: Nein, jeder hat genau das. Und da ist es total egal, in welchem Bereich man im Baustellensektor arbeitet, ob klassischerweise im Abbruch oder auch im Tiefbau, im Recyclingumschlag oder im Gewässerbau. In all diesen Bereichen passiert das, weil die mobilen Arbeitsmaschinen so gebaut wurden, wie sie gebaut wurden, und deshalb eine entsprechende Anfälligkeit haben beziehungsweise dieser Ölaustritt im Fall eines Schlauchplatzers unangesteuert geschieht. Genau darum geht es bei uns. Und da muss man auch sagen: Bisher war der Stand der Technik so, dass ich, wenn ich so einen Schlauchplatzer habe, irgendwie versuchen muss, meinen Bagger aus dieser Situation herauszumanövrieren, den Ausleger abzulegen und die Maschine auszuschalten. Und in dieser ganzen Zeit tritt ungehindert Öl aus, bis die Maschine ausgeschaltet ist oder im schlimmsten Fall sogar der Tank leer ist. Auch das kann passieren. Genau um dieses Thema kümmern wir uns. Tatsächlich muss man dann vorne an den verbauten Kugelhähnen als Maschinist auch noch irgendwie ein passendes Werkzeug in der Fahrerkabine finden und an beiden Seiten den Kugelhahn versperren. Das ist der Zustand gewesen, den es bisher gab. Da haben wir uns gedacht: Das muss irgendwie besser gehen, und dafür könnten wir doch eine Lösung entwickeln. Beziehungsweise haben wir erst mal gedacht: Da muss es doch schon etwas am Markt geben. Oder einer der Hersteller wird doch sicherlich dafür eine Lösung haben.
Andreas: Das heißt also, wenn man über das Thema Schlauchplatzer spricht, dann hast du natürlich das Problem, dass Öl ja einfach in das Erdreich fließt zum Beispiel. Das heißt, eine Riesenfolge für die Umwelt. Und dann wird jetzt der eine oder andere kommen und sagen, ja, aber ich habe doch Bioöl. Solche Aussagen hört man ja dann auch. Welche Auswirkungen gibt es denn da wirklich für die Umwelt, wenn dann so ein Schlauchplatzer passiert auf der Baustelle?
Nadine: Mhm.
Lars: Hahahaha
Nadine: Hmm ... Mhm ...
Nadine: Mhm.
Nadine: Ja, also du hast gerade tatsächlich schon die Top 1 getroffen mit der Aussage: „Aber ich habe doch Bioöl auf der Maschine“ oder „Bioöl läuft in den Boden, ist doch gar kein Problem.“ Das ist oft ein Irrglaube. Tatsächlich ist genau das der Punkt: Dieser Ölaustritt gelangt ungehindert in den Boden, und da ist es völlig egal, ob es ein Bioöl oder ein synthetisches Öl ist. In jedem Fall ist es eine riesige Umweltverschmutzung. Dazu kann man auch belegbar überall recherchieren: Ein Liter Öl verschmutzt bis zu eine Million Liter Grundwasser. Das ist schon eine irre Zahl. Als ich das das erste Mal gelesen habe, bin ich fast umgekippt und habe gedacht: Das kann nicht sein. Eins zu eine Million ist ein Riesenverhältnis. Wenn man dann überlegt, wie viel bei einem Schlauchplatzer austritt, wird es richtig heftig. Das hängt natürlich von der Pumpenleistung ab, vom Rohr- oder Schlauchmaß, ob ich da DN20, DN25 oder DN32 habe, und ein ganz entscheidender Faktor ist auch die Zeit pro Sekunde. Man kann sagen: Pro Sekunde treten schon fünf bis 15 Liter aus. Ich möchte mich da nicht auf eine Zeit festlegen, aber unter zehn Sekunden ist es schon sehr unrealistisch, das Ganze zu handeln und die Maschine wirklich auszuschalten, weil man dafür ja auch einen Reparaturzustand benötigt. Ich kann den Ausleger ja nicht irgendwo oben in der Luft lassen und erwarten, dass ein mobiler Schlauch-Service-Anbieter dann in dieser Höhe montiert. Das heißt, ich muss irgendwann die Maschine wieder anmachen und den Ausleger ablegen. Also: ein riesiges ...
Lars: Mhm.
Lars: Mhm.
Nadine: ... Umweltthema, zum einen die Verseuchung des Bodens. Und tatsächlich ist das auch alles gesetzlich geregelt. Das ist noch einmal ein interessanter Punkt. Das Wasserhaushaltsgesetz oder auch das Umweltschadengesetz regeln genau solche Fälle. Und jeder dieser Ölschäden – und ich muss es noch mal sagen, das predige ich auch immer – ist, egal ob Bioöl oder synthetisches Öl, melde- und sanierungspflichtig. Das ist ganz entscheidend.
Lars: Ist es denn den Betreibern, den Maschinenführern, ich sage mal den Verantwortlichen auf der Baustelle, so durchweg bekannt? Also das müsste ja eigentlich schon klar sein, oder?
Nadine: Ich sage darauf mal ein ganz klares Jein als Antwort. Es ist natürlich sehr unterschiedlich, mit wem man spricht. Grundsätzlich kann man sagen: Den meisten ist es schon bewusst. Es gibt aber auch Ausnahmen. Wir haben tatsächlich schon mit Herstellern und Händlern gesprochen, die uns das nicht geglaubt haben und gesagt haben ...
Lars: Ja, ich weiß. Okay, das ist gut. Das ist gut.
Nadine: Wahnsinn, warum hat das vorher keiner gesagt? Das kann doch eigentlich gar nicht sein. Aber grundsätzlich ist es schon so, dass die meisten das wissen. Jetzt muss man fairerweise dazu sagen: Ja, die Baubranche ist noch nicht die nachhaltigste Branche. Aber in den Gesprächen geht auch klar hervor, dass da niemand sitzt und sagt: Öl im Boden ist super.
Lars: Hm.
Nadine: Also es ist wirklich nicht die Meinung, dass das völlig egal ist. Das würde ich nicht bestätigen. Wir hören zwar immer wieder diesen wirklich schrecklichen Spruch – und ich zitiere ihn jetzt einmal –: „Öl kommt aus dem Boden und geht zurück in den Boden.“ Das ist einer der Dauerbrenner. Aber wenn man sich mit den Leuten etwas länger unterhält, merkt man auch, dass eigentlich niemand Lust darauf hat ...
Lars: Das ist
Nadine: ... dass dieses Öl in den Boden läuft. Aber zugleich muss man fairerweise auch sagen: So eine Schadensanierung ist super kostspielig und teuer. Niemand hat das Geld übrig oder die höchste Motivation, so viel Geld für die Sanierung auszugeben. Aber bisher gab es eben auch keine technische Lösung für genau dieses Problem. Die haben wir jetzt geschaffen. Und so hat sich die Branche vielleicht einfach an dieses Vorgehen ...
Lars: Und klar.
Nadine: ... gewöhnt und ist es gewohnt, das Problem so zu lösen: Ich trage mal eine Schaufel ab, kippe Erde oder Sand drauf und beerdige damit mein Problem. Sie machen das nicht, weil sie es toll finden. Das ist tatsächlich genau durch das begründet, was ich gesagt habe. Genau.
Lars: Ja klar, ist ja keine Absicht, keine Absicht an der Stelle. Das ist natürlich schon richtig, wie du sagst. Was mich tatsächlich so bisschen wundert ist erstens, dass es keine Lösung bisher gab. Von dem her würde ich jetzt mal behaupten, aus der Ferne, die müssen das ja jubelschreiend alle annehmen. Wie kommt denn das Thema dann am Markt an? Ihr seid jetzt auf vielen Messen gewesen. Ihr habt ja auch ein paar tolle Videos gemacht und sowas. Was,
Nadine: Mhm. Mhm.
Lars: Wie ist denn da das Feedback vom Markt? Wie wird das angenommen, ganze Thema?
Nadine: Also grundsätzlich sehr positiv im ersten Schritt, also dass viele sagen: Endlich, und warum gab es da noch keine Lösung? Vielleicht auch an der Stelle: Wir haben noch gar nicht so genau darüber gesprochen, was unsere Lösung ist. Das würde ich kurz noch einfügen, damit auch alle Zuhörer mitkommen. Genau, weil wir normalerweise voraussetzen, dass alle wissen, was Oilfix ist. Bisher haben wir sehr viel über die Problemstellung gesprochen, die ja genau dazu geführt hat.
Andreas: Wäre eine Zwischenfrage gewesen, ja.
Nadine: Ja, also wir haben uns genau diese Frage gestellt: Warum gab es da noch nichts? Davon gibt es nichts? Und wir waren auch sehr erstaunt, als wir festgestellt haben: Okay, keiner der Hersteller hat wirklich an dieses Thema gedacht. Auch Patentschutz gibt es auf das Thema nicht, also den haben wir jetzt mittlerweile. Unser Produkt, vielleicht das einmal ganz kurz zusammengefasst: Wir sind ja kein Hersteller von Baumaschinen, das heißt, wir haben uns eine Lösung in Form von Komponenten überlegt. Das sind Hydraulikventile, die quasi den Kugelhahn ersetzen. Der serienmäßig verbaute Kugelhahn wird an beiden Seiten demontiert, und an diese Stelle werden die Hydraulikventile gesetzt. Die Ventile sind untereinander hydraulisch über Steuerleitungen verbunden, und das aktive Ventil wird über eine Stromleitung, die aus der Fahrerkabine kommt, angesteuert. Damit schaltet das passive Ventil direkt mit. Ja, damit ist das Technische eigentlich schon fast erklärt. Es braucht noch eine drucklose Leckölleitung, und damit kann man eigentlich jede Maschine in den entsprechenden Größen mit dem passenden Montagekonzept nachrüsten. Im Fall eines Schlauchplatzers kann der Maschinist oder die Maschinistin jetzt einfach auf einen Knopf drücken, und dann ist die Leitung sofort dicht. Das heißt, der Ölaustritt ist komplett gestoppt, und man kann ganz in Ruhe die Maschine noch aus dieser Situation ...
Lars: Hmm.
Nadine: ... herausmanövrieren. Alle anderen Funktionen sind weiter voll nutzbar, nur die zur Zusatzhydraulik am Anbaugerät nicht, weil das die Leitung ist, die am meisten betroffen ist und die auch diese Nachsaugventile verbaut hat, die das Öl immer weiter nachschieben. Genau, und so kann man ganz in Ruhe den Ausleger ablegen und hat dann eben nicht dieses Schadensausmaß. Dazu kommen noch viele andere positive Effekte. Da spritzt 90 Grad heißes Hydrauliköl aus. Das ist auch wirklich ein Arbeitssicherheitsthema für die Leute auf der Baustelle, im innerstädtischen Bereich auch für Passanten. Und darüber hinaus: Wenn man an Brandschutz denkt, ist heißes Öl auf einer Maschine auch nicht gerade förderlich. Da kann schnell etwas passieren. Genauso ist es eine Ersparnis. Ich habe natürlich nicht die großen Kosten für die Schadensanierung, ich muss aber auch kein Öl nachfüllen. Und tatsächlich muss man auch sagen: Jeder Liter Öl, der nicht nachgefüllt werden muss, ist auch aus technischer Sicht gut für die Maschine. Man hat auch etwas für seine Haftung getan, weil, so wie ich eben schon gesagt habe, jeder Schaden melde- und sanierungspflichtig ist. Und wenn ich das nicht tue ...
Lars: Mhm, dann ist klar.
Nadine: ... hat jeder Geschäftsführer auch entsprechende Haftungsrisiken, die damit einhergehen. Genau.
Lars: Das heißt... .
Andreas: Ich habe einen Gedanken, der mir dazu einfällt: Ist das auch ein Thema für Versicherer? Dass die sagen: Wir wollen, dass ihr das künftig einsetzt? Nur so als Gedanke, weil man dann ... Okay, das wäre jetzt so ein Gedanke gewesen, den ich da gehabt hätte.
Nadine: Ja, also wir sprechen auch mit Versicherungen unter anderem. Ja, genau, das ist natürlich auch ein Weg, aber ja.
Lars: Macht ja Sinn, ja, definitiv Sinn. Ich meine, am Ende haben ja alle etwas davon. Die Umwelt hat als Erstes etwas davon, der Maschinenbetreiber hat etwas davon, die Versicherung am Ende des Tages auch, wenn es um die Zahlung eines solchen Schadens geht. Da wird man irgendwie versichert sein. Aber ganz einfach gesagt: Ich stelle mir das jetzt bildlich vor. Ich bin Maschinist auf einem Bagger, sehe, mein Schlauch ist geplatzt, ich haue auf den roten Buzzer und dann ist das Ding aus.
Andreas: Ja, definitiv.
Nadine: Also das ...
Nadine: Er ist blau tatsächlich. Genau, ein blau leuchtender Schalter. Unsere Firmenfarbe ist blau, und wir fanden, das ist passend. Entsprechend findet man den Schalter auch im Dunkeln oder wenn es einfach nicht hell ist, egal wie er verbaut ist. Es gibt verschiedene Schaltervarianten. Genau, ich haue da drauf, und es passiert nichts, außer dass ich in dem Moment die Funktion nicht mehr ansteuern kann. Die Leitung ist dicht. Also auch wenn ich das mal aus Versehen mache oder auf diesen Schalter draufkomme, passiert nichts. Ich drücke einfach noch einmal drauf.
Lars: Ah, blau, okay.
Lars: Mh.
Nadine: Bestromt sind die Ventile dann wieder geöffnet. Sie verhalten sich also eigentlich wie ein ganz normaler Kugelhahn, aber im Notfall oder in so einer Situation hat man eben die Sicherheit, dass kein Öl austritt. Genau, das ist die Lösung. Wir sagen auch ganz gerne: der ferngesteuerte Kugelhahn. So kann man es eigentlich nennen.
Lars: Hmm.
Lars: Es gibt ja dazu auch ein richtig cooles Video, so ein schönes Video auf der Webseite. Du hattest mir mal erzählt, das Ganze ging ziemlich viral. Jetzt können die Zuhörer das Video ja nicht sehen. Erklär mal kurz: Was passiert denn da?
Nadine: Mhm.
Nadine: Ja, das war eigentlich eine ganz spannende Geschichte, die wir Anfang des Jahres im COREUM gemacht haben. Wir haben letztes Jahr bei den ganzen Veranstaltungen und Messen einfach gemerkt, dass die Menschen, mit denen wir sprechen, Bilder sehen müssen. Auch wenn ich eben gesagt habe: Sehr viele kennen das aus ihrem Alltag. Trotzdem sprechen Bilder noch einmal eine andere Sprache. Wir haben in den Gesprächen auch festgestellt, dass viele denken, das Problem existiere nur im Abbruchbereich oder sei nur bei Longfront-Maschinen relevant, bei denen schnell 300 oder 400 Liter austreten. Wir wollten aber auch zeigen, dass das ein sehr totgeschwiegenes Thema ist. Wenn du bei Social Media schaust, findest du kaum etwas dazu. Man muss fairerweise auch sagen: Wer hat in so einer hektischen Situation unbedingt Zeit und Lust, das Ganze zu filmen? Deshalb findet man dazu kaum Videomaterial. Also haben wir gesagt: Wir simulieren unter Einhaltung aller Sicherheits- und Umweltauflagen genau so einen Schlauchplatzer. Wir haben uns dafür ein Gelände im COREUM gesucht und dort an zwei Baggern – einer mit Oilfix ausgestattet, einer ohne Oilfix, also ganz normal mit Kugelhahn – genau so einen Schlauchplatzer simuliert. Wir haben versucht, eine realistische Situation mit Spundwänden nachzubilden, bei der man mit dem Schlauch hängen bleibt. Der Schlauch platzt, und dann sieht man einfach mal, wie viel Öl austritt und welches Schadensbild dort entsteht. In dem Fall waren das 25-Tonnen-Bagger, also eher Brot-und-Butter-Maschinen mit einer Pumpenleistung von knapp 200 Litern pro Minute, also eher kleinere Maschinen. Und allein bei dieser Bewegung – ein Schwenk und zwei, drei Meter Verfahren – ...
Nadine: ... waren es rund 40 Liter, die bei genau so einer Maschine ausgetreten sind. Dazu haben wir natürlich auch das Pendant mit Oilfix gedreht. Den Schlauchplatzer selbst können wir natürlich nicht verhindern, aber eben das ganze Schadensausmaß. Wir haben das neutral auswerten lassen, das Öl entsprechend nachfüllen lassen, das Ganze aufgefangen und festgestellt: 40 Liter zu gut 400 Millilitern mit Oilfix – und das ist natürlich ein riesiger Hebel und ein Riesenthema. Dieses Video haben wir dann, finde ich, mit einer guten Hook geschnitten, sodass das richtig viral gegangen ist. Bei Instagram sind wir jetzt fast bei fünf Millionen Views, und ja ...
Lars: Uuuh! Hahaha! Fünf Millionen – also ich hätte mit allem gerechnet, aber mit fünf Millionen hätte ich nicht gerechnet, okay?
Andreas: Okay.
Nadine: Also tatsächlich ja. Und das ist natürlich jetzt auch ein ganz tolles Video, das wir für die Aufklärungsarbeit nutzen können, um zu zeigen: Genau so sieht es schon bei so einer kleineren Maschine aus. Mit einer noch größeren wollten wir das dann auch nicht tun. Und es ist natürlich ein Thema, das sehr kontrovers diskutiert wird. Wir haben unheimlich viele Kommentare erhalten, aber auch viele Fragen dazu. Leute, die das kennen und bestätigen und sagen: Ja, ganz genau so ist das. Aber eben auch die Top-10-Fragen, die wir immer wieder bekommen. Wenn man da mal reinschaut – schaut also gerne mal in unsere Kanäle und auch in die Kommentare –, dann ist man teilweise erschrocken, was da für Meinungsbilder kommen, oder auch überrascht, welche Fragen gestellt werden, weil es dann doch einfach nicht so klar ist. Und das ist auch ein bisschen unsere Mission seit dem Markteintritt: wirklich viel Aufklärungsarbeit zu leisten.
Lars: Mh.
Lars: Ja, okay. Also ich bin natürlich schon dazu geneigt zu fragen, was die drei dümmsten Fragen sind, die da gestellt worden sind, aber das spare ich mir jetzt lieber. Sag mir lieber mal die drei – nein, nein, das glaube ich nicht. Da kriege ich nachher gleich Puls, wenn ich so etwas höre mit „kommt aus dem Boden, geht in den Boden“ und so weiter. Da muss ich nur mit dem Kopf schütteln. Aber was sind denn die drei, die drei, sag ich mal, besten Fragen?
Nadine: Das kannst du. Ach so, du meinst vom Wording? Nein, das würde ich natürlich nicht tun. Aber ja, klar.
Lars: Deine drei besten Fragen, deine drei Lieblingsfragen, die da kommen.
Nadine: Also ich würde tatsächlich auf die Häufigkeit gehen. Das ist das, was ich in der Einheit schon kurz meinte: das Thema Bioöl. Dieses Siegel oder dieses Wording mit „Bio“ ist einfach so irreführend, dass wirklich viele immer denken: Na ja gut, ich habe jetzt hier umgeölt und die Maschine fährt mit Bioöl, dann ist es doch egal, ob das ins Wasser läuft oder nicht. Und das ist es eben nicht. Da gucken einen viele mit ganz überraschten Augen an und sagen: Ach wirklich? Ja, es ist schneller abbaubar, aber da sind auch viele Additive drin, die nicht in den Boden gehören. Und auch das Haftungsthema bleibt trotzdem bestehen. Ja, trink doch mal einen Liter Olivenöl – Bioöl ist nicht Olivenöl. Da muss man schon sagen: Da gibt es einen ganz großen Irrglauben. Das ist auch ein Thema, das Ulrich Hilter von der Internationalen Hydraulik Akademie immer wieder in seinen Vorträgen erklärt. Er sagt, da muss man wirklich sehr viel Aufklärungsarbeit leisten. Dann würde ich tatsächlich sagen, Top 2 ist: Ja, der Schlauch platzt, aber ihr steuert doch an. Das war auch in den Kommentaren so die Frage: Warum kommt denn da jetzt Öl raus? Dass das unangesteuert austritt, ist tatsächlich ein Punkt, und diese Frage hatten auch Hersteller und Händler.
Lars: Mhm.
Nadine: Tatsächlich haben sogar Hersteller und Händler diese Frage. Das hat mich überrascht, weil ich dachte: Gerade Vertriebler, die seit 20 oder 30 Jahren Baumaschinen vertreiben, müssten sich vielleicht auch mal Gedanken darüber machen, wie sich so eine Maschine in einem Havariefall verhält. Aber ja, da ist es ganz interessant zu wissen, dass zum einen die Tankleitung immer vorbespannt ist und zum anderen die Nachsaugventile in dieser Leitung verbaut sind. Um Unterdruck und damit Kavitation zu vermeiden, sind genau diese Ventile verbaut, und sie sorgen dafür, dass im Fall einer offenen Leitung das Öl ungehindert austritt. Man kann sich das ganz gut wie zu Hause bei der Wasserleitung vorstellen: Wenn man da mit der Axt durchhauen würde und da ein Basisdruck von vier bis fünf bar anliegt, wäre man auch überrascht, wie viel Wasser herauskommt. Genauso ist es hier. Viele Menschen denken: Ja, der Schlauch platzt, aber wenn ich die Leitung nicht weiter ansteuere, kann doch kein Öl rauskommen. Und das ist falsch. Das ist Top 2, würde ich sagen. Die dritte Frage ist dann: Wie oft passiert denn überhaupt so etwas? Also dieses „Ja, das hat vielleicht der andere“ oder „Das ist einmal im Jahr, da brauche ich doch jetzt keine Lösung für.“
Lars: Mhm.
Nadine: Und da ist immer ganz nett, wenn man einfach sagt: Schaut doch mal in der Buchhaltung nach euren Belegen von mobilen Hydraulik-Service-Anbietern. Wenn ich hier im Raum Köln schaue, gibt es die drei Großen, die deutschlandweit und international aktiv sind. Und wenn ich dann noch sehe, wie viele regionale Anbieter es gibt, die 365 Tage im Jahr, 24/7, mit einer Stunde Wartezeit ihren Schlauchservice anbieten, dann weiß man schon, wie oft das Ganze vorkommt. Wir sind dazu auch im Austausch mit genau diesen Anbietern, die ja happy sind, dass wir dafür eine Lösung haben, weil sie immer sehen, was passiert, wenn sie zu diesen Baustellen kommen. Sie haben uns tatsächlich auch Einblick in ihre Zahlen gegeben. Einer dieser Anbieter, den wir auch in unseren FAQs bei Instagram und LinkedIn nennen, hat gesagt, dass er 2025 in Deutschland und Österreich zusammen 160.000 Jobs abgewickelt hat und in der Mobilhydraulik circa 70 Prozent, also rund 120.000 Schlauchreparaturen, durchgeführt hat – durch Schlauchplatzer oder defekte Schläuche. Und dann weiß man schon, dass das relevant ist, dass es sehr oft vorkommt und dass es in der ganzen Branche über alle Maschinen hinweg passiert, nicht nur im Abbruchbereich.
Lars: Das sind natürlich schon Zahlen, beeindrucken Andreas.
Andreas: Definitiv. Also ich könnte mir gut vorstellen – das war jetzt wahrscheinlich überwiegend die Baumaschinenbranche, gehe ich mal davon aus. Aber wenn du dann noch überlegst: mobil allgemein, also Kommunaltechnik, Landtechnik mit dazu ... Ja okay, das ist schon Wahnsinn.
Nadine: Das war mobil, genau. Ja, aber auch auf Baumaschinen bezogen, richtig. Genau, das ist einer der Top 3 Punkte. Und das war von einem Jahr in zwei Ländern. Mit diesem Verschmutzungspotenzial, das man dahinter kennt, ist das schon immens.
Lars: Hm, Wahnsinn.
Andreas: Und das war jetzt ein Anbieter, dieser Schlauchservice, dessen Zahlen ihr euch angeschaut habt. Und wenn du dann die Top 3 berücksichtigst – klar, die kennt man, wenn man am Markt ist – und die ganzen kleinen Anbieter noch dazu nimmst, dann kommst du ja locker auf 400.000 oder 500.000 Schlauchplatzer im Jahr, meiner Meinung nach, wenn du das mal hochrechnest.
Nadine: Das ist ein Anbieter. Ganz genau.
Nadine: Ich denke mindestens, tatsächlich. Aber das ist ja genau dieses Thema: Die Relevanz und Bedeutung wurde von Anfang an immer hinterfragt. Das haben wir uns natürlich auch selbst gefragt: Passiert das nur bei uns? Nein, natürlich nicht. Deshalb haben wir versucht, das zu recherchieren, und da gibt es nur sehr wenige belegbare Zahlen. Umso froher waren wir über die Transparenz und Offenheit dieser Anbieter, dass wir genau in solche Zahlen mal Einblick bekommen haben, weil das für uns natürlich auch sehr aussagekräftig ist. Ein anderer Faktor, der ganz interessant ist, auch wenn er nicht sauber belegt ist, ist der Recyclinganteil von Hydraulikölen in der Mobilhydraulik. Da gibt es ja ganz verschiedene Angaben und Quellen. Das, was wir bisher gelesen haben, ist, dass man in der Mobilhydraulik eine Recyclingquote von 50 bis 70 Prozent des Öls hat. Ich weiß nicht, ob ihr da andere Zahlen kennt, aber das sind zumindest die, die uns bekannt sind. Und da fragt man sich natürlich schon: Wo ist das restliche Öl? Das sind alles Indikatoren. Wenn man das den Menschen erklärt, werden sie schon wach und denken: Wow, das hat wirklich einen Impact, das ist wichtig. Und tatsächlich hattest du ja eben noch gefragt: Wie kommt das im Markt an? Ich glaube, das habe ich noch nicht vollumfänglich beantwortet.
Lars: Mh.
Andreas: Ja, das stimmt.
Nadine: Also grundsätzlich sehr positiv und wirklich auch dieses: Endlich gibt es mal eine Lösung. Natürlich ist das je nach Zielgruppe unterschiedlich. Wir sprechen mit OEMs, mit Händlern, mit Endkunden, weil die ja auch erst einmal Bescheid wissen müssen, mit Maschinisten, mit Medienvertretern, mit verschiedenen Normausschüssen, mit Initiativen wie zum Beispiel der Hydraulikinitiative – wir sprechen mit ...
Lars: Mmh.
Nadine: Berufsgenossenschaften. Wir sind Mitglied im Arbeitskreis Hydraulik beim VDBUM, um dort Aufklärungsarbeit zu leisten. Ja, und dann ist es auch ganz wichtig, mit Auftraggebern zu sprechen, zum Beispiel mit Kommunen oder mit Wasserversorgern in den Austausch zu kommen, weil die oft gar nicht wissen, was da eigentlich passiert. Am Ende sind es natürlich auch diejenigen, die den Schaden tragen. Im Fall eines solchen Schlauchplatzers zieht der Bagger ja weiter zur nächsten Baustelle, aber der Schaden bleibt genau in dieser Parzelle. Oft wissen die Auftraggeber gar nicht, was da passiert. Wir haben also sehr, sehr viele und sehr verschiedene Ansprechpartner, und je nachdem, mit welcher Zielgruppe man spricht, sind die Reaktionen sehr unterschiedlich. Aber ich würde sagen: grundsätzlich sehr positiv.
Lars: Mh.
Lars: Kannst du vielleicht noch ein Beispiel machen? Ihr hattet ja diesen Test bei dem Video. Was hätte es denn gekostet, diesen Schaden fachgerecht zu beheben – also Boden abtragen und so weiter? Was wäre da ungefähr auf einen zugekommen?
Nadine: Ja.
Nadine: Ja, also das haben wir auch durchgerechnet. In diesem Fall aus dem Video waren wir bei knapp 290 Quadratmetern, die man hätte sanieren müssen. Wir haben eine Sanierungstiefe von einem Meter angenommen und das einmal mit den wichtigsten Positionen durchgerechnet: Entsorgungskosten, Transportkosten, Stillstandskosten. Wir haben noch gar nicht die Nachverfüllung, also das Material, das ersetzt werden müsste, eingerechnet, auch nicht die Transporte dafür und auch nicht das Öl, das nachgefüllt werden muss. Genau diese Hauptkostentreiber haben wir angenommen und sind da schon auf über 20.000 Euro gestoßen. Natürlich kann man jetzt sagen: Warum habt ihr da einen Schwenk von 180 Grad gemacht? Klar, jede Baustellensituation ist anders. Manchmal muss ich mehr verfahren, manchmal weniger. Und selbst wenn ich den Oberwagen nur 90 Grad schwenken muss, um abzulegen, oder man nur die Hälfte der Fläche annimmt, ist man locker immer noch bei 10.000 Euro. Und das ist wirklich schon kleingerechnet. Wir haben auch schon mit anderen Kunden gesprochen, die saniert haben, zum Beispiel im Kontext Gleisbau, was das dort mit den ganzen Unterschichten kostet. Da müssen sie immer eine bestimmte Meteranzahl an Schiene und Unterbau tauschen. Da ist man locker bei 50.000 Euro. Aber das sind natürlich Sonderfälle.
Lars: Hmm.
Nadine: Das würde ich jetzt nicht als Standardwert annehmen. Das heißt – und das ist auch das Argument, bei dem ich immer denke: Nachhaltigkeit schön und gut, viele sagen ja immer, das kostet. Aber in diesem Fall muss man tatsächlich sagen, dass sich das mit einem ersten Schlauchplatzer schon finanziell amortisiert hat, wenn man einfach voraussetzt, dass man auch saniert und damit das tut, was gefordert ist.
Lars: Hmm.
Lars: Vollkommen richtig. 20.000 Euro sind natürlich zum einen eine gewisse Summe, die man dann bezahlen muss. Zum anderen dauert das ja auch einfach Zeit. Es ist ja nicht so, dass man da mal kurz eine halbe Stunde im Boden herumgräbt und dann ist wieder alles gut. Das heißt, die Baustelle steht, und das ist meistens noch viel schlimmer: der Termindruck dahinter. Wir müssen ja irgendwie fertig werden. Da kann ich mir schon vorstellen, dass richtig Dampf auf dem Kessel ist. Insofern sagt man dann wahrscheinlich eher: Hey, lass gut sein. Grab ab ...
Nadine: Mhm.
Nadine: Das ist so.
Nadine: Mhm.
Lars: Füll auf, weiter geht's, wir haben da nicht ewig Zeit.
Nadine: Absolut, genau. Und viele sind sich dieser Haftung auch nicht bewusst. Aber ich glaube, in Summe muss man sagen: Genau das ist der richtige Ansatz, den wir gehen. Es hat einfach viele positive Effekte, und darüber kann man auch argumentieren. Selbst Personen, die jetzt nicht super nachhaltig denken, verstehen das danach und sagen: Okay, es bringt mir tatsächlich etwas.
Lars: Hmm.
Lars: Definitiv sehr, sehr spannendes Thema, Nadine. Ganz zum Schluss vielleicht noch: Du bist jetzt in der Hydraulikbranche angekommen, würde ich mal sagen. Du kennst dich sehr gut aus, finde ich super. Was wünscht du dir denn oder was wünscht ihr euch denn für die Zukunft?
Nadine: Mhm. Mhm.
Nadine: Also tatsächlich jetzt in Bezug auf unser Thema würde ich sagen, gibt es zwei Wünsche. Zum einen würden wir uns sehr klar wünschen, dass die OEMs, also die Hersteller, sich einfach mehr verantwortlich zeigen und genau über dieses Szenario nachdenken und überlegen: Klar, die liefern eine intakte Maschine aus. Aber was passiert im Schadensfall? Und was könnte ich tun, um meine Maschine einfach besser zu machen? Wir haben das auch letztes Jahr auf der bauma gesehen: super viele spannende Innovationen und Themen, sei es KI, autonome Steuerung oder andere Digitalisierungsprojekte. Es gibt schon sehr viele spannende Innovationen in der Baubranche. Aber tatsächlich sollte man auch einfach mal an den Basics arbeiten und genau dieses Thema, in dem Fall die Hydraulik, in den Griff bekommen und sich vielleicht als Ziel setzen, den saubersten und sichersten Bagger zu bauen, der vielleicht noch andere Features und technische Innovationen hat, aber genau da mal ansetzt und wieder zurück zu den Basics geht. Also: Die Trägermaschine und das, was ich ausliefere, müssen schon irgendwie auch sauber sein – auch in Havariefällen. Das wäre ein Wunsch. Und der zweite Wunsch wäre tatsächlich, dass die Branche weiter nachhaltiger wird, sich dafür öffnet und auch auf solche Konzepte setzt. Wir sind ja jetzt ein Baustein von vielen. Da gibt es ja auch das Thema Kreislaufwirtschaft und viele andere Themen, in denen gerade Bewegung ist, was wir sehr gut finden. Aber da auch tatsächlich zu sagen: Ich investiere jetzt mal in eine Innovation, die nachhaltig ist, zugleich aber nicht im Kontrast zum ökonomischen Nutzen steht. Ich denke, wenn man da ein bisschen umdenken und das Ganze so angehen würde, dann wäre das ein super Schritt in die Zukunft.
Lars: Ich würde sagen, ich spreche mal für die Hydrohelden – deshalb gibt es uns ja, dass wir solche Themen bespielen und darüber sprechen. Ich kann deine Wünsche nur unterstreichen und befürworten. Wir denken da in die gleiche Richtung, würde ich behaupten, Andreas. Von daher: sehr, sehr spannendes Thema. Sehr schön, dass ihr da eine Lösung geschaffen habt. Und von unserer Seite wünschen wir euch natürlich maximalen Erfolg.
Andreas: Auf jeden Fall.
Nadine: Mhm.
Lars: Wir sehen uns ja laufend, also ob online oder offline, spätestens auf der nächsten Messe, und sagen an der Stelle: Danke schön, Nadine, für deinen tollen Beitrag. Freut mich, dass du in der Hydraulik angekommen bist. Wir verlinken natürlich eure Kontaktdaten und die Informationen in den Show Notes und wünschen unseren Zuhörerinnen und Zuhörern viel Spaß bei dieser Folge – oder sie hatten hoffentlich viel Spaß bei der Folge – und sagen: bis zum nächsten Mal.
Nadine: Ganz vielen Dank.
Nadine: Danke euch!
Andreas: Ja, vielen Dank.
Andreas: Bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao. Tschüss.
Lars: Dankeschön, ciao!
Nadine: Tschüss, lieben Dank!