Hydrohelden - Der Hydraulikpodcast

Andreas Klöss
Since 04/2024 34 Episoden

Hydrohelden Folge 34 - Hydraulik unter Druck

Preisschock, Lieferketten und die Stimmung im Maschinenbau

09.10.2026 27 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode des Hydrohelden Podcasts melden sich Andreas Klöss und Lars Benk nach der Sommerpause zurück und sprechen über aktuelle Entwicklungen in der Hydraulikbranche. Im Mittelpunkt stehen Eindrücke von zwei sehr unterschiedlichen Messen – der Defense-Messe MSPO in Polen und der AMB in Stuttgart – sowie die Frage, welche Rolle Hydraulik in diesen Märkten heute spielt.

Außerdem geht es um die verhaltene Stimmung im Maschinenbau, steigende Kosten durch neue Anti-Dumping-Zölle auf Hydrospeicher-Komponenten aus China und die anhaltenden Herausforderungen in den Lieferketten. 

Die Folge zeigt, wie stark wirtschaftliche Rahmenbedingungen, politische Entscheidungen und branchenspezifische Entwicklungen aktuell auf die Hydraulik einwirken – und warum Themen wie Versorgungssicherheit, Ölpflege und Flexibilität für viele Unternehmen immer wichtiger werden.

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Lars Benk
Andreas Klöss

Transkript

Andreas
00:00:01
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Hydrohelden Podcasts. Mein Name ist Andreas Klöss und bei mir ist wie immer der Lars Benk. Hallo Lars!
Lars
00:00:09
Morgen!
Andreas
00:00:11
Ja, das ist unsere erste Folge nach einer etwas längeren Sommerpause. Und wir sprechen heute über verschiedene Themen aus der Hydraulik. Wir fangen eigentlich damit an. Der Lars war schon auf zwei Messen, einmal in Polen und dann auf der AMB Messe für Metallbearbeitung. Lars, was hast du denn in Polen so alles Tolles erlebt?
Lars
00:00:34
Wo fange ich an und wo höre ich auf ist die Frage. Okay, das wäre vielleicht gut. also die in Polen gab es die MSPO Polen eine Defense Messe in Polen, bei der wir mit The Land an als Gemeinschaftsstand sozusagen mit ausstellen durften. Andreas (00:36.36) Was war denn das für eine Messe? Lars (00:54.16) Dazu muss man natürlich sagen, im Defensegment ist das Thema Hydraulik jetzt nicht so der Platzhirsch. Das ist eher, sage ich mal, eine Nischenlösung oder Nischenthema, würde ich fast schon sagen. Aber klar, da wo schwere Lasten bewegt werden müssen oder wo irgendwelche Luken aufgemacht werden müssen, die tonnenschwer sind, da gibt es natürlich dann auch Hydraulik in verschiedensten Applikationen und einen Ersatz sozusagen. Und da haben wir verschiedene Themen ausgestellt. Zum einen natürlich die Komponenten vom Ventil über Steuerblock bis hin zum Filter, was wir da liefern können. Wir haben Ölanalysegeräte dabei gehabt. haben unser Ölservicegerät dabei gehabt zum Ölfiltern und tatsächlich gibt es da schon Interesse daran. Natürlich müssen die Hydrauliken, die da im Einsatz sind, bei Gebrauch dann auch funktionieren. Das heißt, es geht eine gewisse Sicherung der Einsatzbereitschaft sozusagen. Da ist das Verständnis für die Sauberkeit des Öls und für die Priorität des Öls schon vorhanden. Aber wie gesagt, ist eine Nische, eine spannende Messe, wahnsinnig viele Besucher. Wir hatten an vier Tagen ungefähr 50.000 Besucher aus 43 Nationen und ich glaube allein 43 Delegationen haben sich angemeldet, die Messe zu besuchen, wo es natürlich hauptsächlich dann darum geht, sich mit Rüstungsgütern einzudecken, von der Munition bis zum Flugabwehr. Gedöns gab es da wirklich alles, also sehr beeindruckend. Und wenn man das so in der Form noch nie gesehen hat, wird man da so bisschen erschlagen von den Themen. Weil am Ende vom Tag geht es natürlich das Thema Defense, das Thema Verteidigung.
Andreas
00:02:20
Mmh.
Lars
00:02:41
unter anderem auch Panzer, Waffen, Raketen, alles Mögliche. Also wahnsinnig spannend. Aber man muss wirklich sagen, ist echt Zug dahinter in Polen. Also Polen ist eine sehr starke Nation, was das Thema angeht. Und es fahren jeden Tag Abend für Anstaltungsstatt und Geschichten. Also super spannend, super interessant. ich denke, geht es in der Richtung, wo es die nächsten Jahre noch heiß hergehen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Andreas
00:03:07
Also ich könnte mir natürlich auch vorstellen, dass gerade im Bereich der Wartung, gerade die Komponenten auch Ölservicegeräte und so weiter, schon Anklang finden. Also ich war ja selber mal in meiner Jugend, vielleicht jetzt nicht, aber als junger Erwachsener bei der Bundeswehr und habe da auch in der Wartungstruppe stationiert und habe da auch LKWs gewartet und verschiedene Komponenten. Und ich könnte mir schon vorstellen, dass das natürlich, die Einsatzbereitschaft zu erhöhen, das schon ein interessantes Thema ist.
Lars
00:03:36
Hmm.
Andreas
00:03:37
Wie war denn jetzt trotzdem so das Interesse an deinen Produkten? Du hast gesagt, war so ein gewisses Interesse da, ja, war das jetzt wirklich gut?
Lars
00:03:45
Es ist halt eine Nische. Wir waren ja auch auf der Enforce Tech in Nürnberg dieses Jahr. Und klar, musst du die Leute halt aktiv ansprechen, weil die wissen ja erst mal nicht, was du machst. Wir haben so als Gag, ja unser Ölservicegerät mit Kamouflagefolie bezogen sozusagen. Also schon Hinschauer. So der Running Gag war ja, ob du dann wirklich mit dem Ölservicegerät auf den Battlefield zum Panzer gehst und die Hydraulik abreinigst. Dann habe ich gesagt, ich würde das jetzt nicht machen. Das ist ja nicht cool, sicher. Ist vielleicht ein bisschen gefährlich. Ich habe nur gesagt, Ziel wäre ja, dass der Panzer oder das Gerät, das Hydraulik im Einsatz hat, die Maschine, dass die wieder zurückkommt ins Depot und dann vom Wartungstrupp tatsächlich gewartet wird, dass es dann funktioniert. Es ist so ein bisschen widersprüchlich, weil natürlich, wenn du tatsächlich im, sage ich mal, Verteidigungsfall bist und du wirst beschossen, dann interessiert dich, sage ich mal, die Qualität des Hydrauliköls natürlich erstmal nicht an dem Panzer oder an was weiß ich auch immer. Aber natürlich muss man während die
Andreas
00:04:37
Nee, ich glaub dann...
Lars
00:04:41
Gerätschaften da rumstehen und erstmal nichts tun, natürlich sichern, dass die einsatzbereit sind. Deshalb sage ich ja, Einsatzbereitschaft sichern. Und da gehört natürlich schon auch dazu, dass man Ölanalysen durchführt, dass man gegebenenfalls das Öl dann reinigt und so weiter und so fort. Also es ist natürlich ein, sagen mal, ein schmaler Grad und es ist eine Nische. Aber wir hatten tatsächlich ein paar interessante Gespräche. Da ging es zum Beispiel dann darum, haben am Hafen in, was weiß ich wo, Hydraulikkräne stehen, die müssen die Gerätschaften, die schwären, vom Schiff runterladen und so. Und jetzt haben wir das Problem, jetzt kommt der Winter, wir minus 20, 25 Grad, das Öl versulzt, das wird zu dick, die Viskosität geht komplett hoch, die Pumpe zieht das nicht mehr an. Was machen wir denn da? Was können wir denn da machen? Wir haben da ein Standardhydrauliköl drin, Halbp46. Und du sagst, nein, nein, falsch.
Andreas
00:05:30
das war ja, da hatten wir ja ein schönes Thema, mit dem Jörg Geistl.
Lars
00:05:35
Ja genau, dann müsst ihr was anderes machen. Tatsächlich, da geht es schon vereinzelt dann darum, dass man sagt, ... auch Kräne, die zum Be- und Entladen irgendwo an einem Marinehafen sind, ... die müssen natürlich funktionieren. Wenn das große Schiff kommt, Beispiel Panzer abzuladen oder sonst irgendwas, ... ... dann sollte das natürlich klappen.
Andreas
00:05:57
Das sollte dann schon funktionieren, das stimmt. Ja, interessant.
Lars
00:05:59
Da gibt es ja auch Fahrzeuge, die zum Beispiel zum Bergen, also Bergepanzer oder sowas, die haben ja dann auch mehr Hydraulik im Einsatz. Also überall da, wo was gehoben oder weggeschoben oder sonst was werden muss, gibt es natürlich Hydraulik und auch die sollte natürlich funktionieren im Ernstfall. Also das Interesse war da, aber es war jetzt nicht so, dass wir hier der Top Supplier auf der Exhibition waren sozusagen. Wir waren eher so eine Randerscheidung, aber war wahnsinnig spannend.
Andreas
00:06:15
Hm? Ja, dann warst du noch eine Woche drauf, glaube ich war das schon. Warst du in Stuttgart auf der AMB, Messe für Metallbearbeitung. Wie war da die Stimmung? war da? Gab es da was an Innovationen, was jetzt für unsere Branche relevant war? Oder wie ist da dein Fazit? Lars (06:33.91) Stuttgart, genau.
Lars
00:06:44
Ich sag's mal so, im direkten Vergleich zu der MSPO in Polen war das relativ, ziemlich ernüchternd, wenn man so sagen darf. Also mal diplomatisch ausgesprochen, ziemlich ernüchternd. In Polen war wirklich die Stimmung so blödsich an, eine gute Stimmung. Also die haben Bock drauf, was zu machen. Die sind innovativ, die bieten was an, die bieten Lösungen an. Die sind interessiert an Lösungen. Die sind happy, man Flagge bekennt im wahrsten Sinne des Wortes und dahin geht und ausstellt. Und in Stuttgart auf der AMB war das so ein bisschen Hier würde man sagen, Zwiegespalten. Bei den großen Maschinenhersteller, DMG, Heller, wie sie alle heißen, keine Ahnung, da war schon was los. Die haben schöne Sterne gehabt, da gab es auch ein Bierchen und sonst irgendwas dazu und da waren dann auch die Besucher da. Aber ich muss wirklich sagen, die Messe ging von Dienstag bis Samstag. Dienstag war in der Halle, wo wir waren, tote Hose. Freitagmittag gab es nichts zu holen und am Samstag kamen dann die Familien, die sich die Werbemittel geholt haben, was ja nicht schlimm ist, aber es waren konkret eigentlich nur zwei Tage, richtig was los war und die Stimmung war jetzt nicht so... aufbruchmäßig so, ich zacka wir reißen es jetzt oder so, sondern das war eher so die abwartende Haltung, ja wir gucken uns mal und mal sehen was es da so gibt und so. Weiß ich ob das nur ein Eindruck ist, den ich aus der Halle 8 sozusagen mitnehmen. Aber es war schon ein bisschen verhalten, muss ich sagen, ein bisschen ernüchternd und wir hatten natürlich in unserer Halle waren auch die Kollegen von von Hüdaq und Have, also Hydraulik war schon vertreten, dann gab es auf dem COC die Kollegen mit Filteranlagen und so. Und das war eigentlich durchgehend die gleiche Stimmung, Meinung, ich jetzt mal behaupten. Ohne mich jetzt zurückzuändern, was jeder Einzelne im Detail gesagt hat. Aber es war schon ein bisschen ernüchternd. Nichtsdestotrotz war es natürlich eine spannende Messe. Man kommt mit den Leuten ins Gespräch und man erfährt natürlich dann auch Stories, die nicht so toll sind von Insolvenzen, Firmenschließungen und so weiter und so fort. Also ich bin mal gespannt, wie das da im Bereich Maschinenbau weitergeht, weil natürlich viele Unternehmen im Stuttgarter Raum sehr automotive-lastig unterwegs sind und das Thema natürlich nach wie vor so bisschen krieselt, wenn man das mal so sagen darf.
Andreas
00:09:01
Ja gut, das zieht sich ja momentan wirklich durch die ganze Republik. Wenn du natürlich den Medien mitbekommst, was bei Volkswagen los ist, dann auch die anderen Zulieferer, Bosch, ZF und wie sie alle heißen, die haben ja alle riesen Probleme, mal die Großen zu nennen. Und da hängen ja auch viele Kleine dran, die jetzt gerade natürlich im Raum Stuttgart oder auch in der Region, in der du bist, unterwegs sind. Die alle riesen Probleme. Und ich bin mal gespannt. Inwieweit sich das auch irgendwann auf unsere Branche auswirkt, ob da auch irgendwann was kommt oder ob wir noch einigermaßen stabil bleiben. Spannende Zeiten. Ich hoffe natürlich auch, sich in unserer Politik oder auch in unserer, dass sich irgendwas verändert, dass es irgendwelche positiven Signale mal gibt. Weil wenn es nur negative Signale gibt, dann ist das immer schwierig. Dann ist das auch für die Stimmung im Land Problem.
Lars
00:09:35
Mmh. Ja, das stimmt. Ich muss sagen, das hat doch wirklich angesteckt auf der AMB, weil die Stimmung jetzt gesamt gesehen, die war nicht so geil, wenn man das mal so sagen darf. Also es gab schon vereinzelte Leute, die waren happy, die haben Aufträge etc. und ich will ja alles nicht schlecht reden, aber es hat schon so bisschen angesteckt, dass du so bisschen deprimiert herumstandest und dachtest, Mensch, noch zwei Stunden, wann ist denn die Messe endlich vorbei? Jetzt war überspitzt gesagt, aber ja, man merkt es schon, dass gerade der Andreas (10:03.47) Hm, ja, ja. Mittelstand im Maschinenbau. Die brauchen ja auch immer wieder mal Hydraulik. Und da geht es natürlich dann Effizienz, geht es Bauraum, geht es Preise, da geht es Nachhaltigkeit. Und auch da wieder das Thema Öl. Der Ölpreis ist halt zwischenzeitlich auch so hoch, dass die sagen, hey, wir können nicht einfach einen Ölwechsel machen, weil es da drauf steht. Wir müssen da genauer gucken. Wir müssen prüfen, können wir das Öl noch länger einsetzen oder können wir das vielleicht reinigen? Dann müssen wir das ja vielleicht mal messen oder müssen wir mal eine Ölprovinz-Labor geben, etc. Co. Also das war schon, muss ich sagen, in Stuttgart schon überwiegend das Thema Hydraulik. Ja, gibt es da was Neues, Innovatives, Hapter-Produkte, die uns unterstützen, Kompakt-Arregate, etc. Co und dann natürlich wieder Thema Öl. Also das ist ja mein Steckenpferd nach wie vor. Ich sage immer, das ist ein Hobby, weil Geld verdienen kannst du ja noch nicht so richtig, weil es noch nicht jeder versteht. Aber natürlich, das ist schon spannendes Thema.
Andreas
00:11:09
Mhm, ja. Andreas (11:18.75) Ja, aber wenn man sich die Ölpreise anguckt oder überhaupt die Energiekosten, was jetzt da auch aufgrund der ganzen Konflikte in der Welt so ansteht, dann ist das natürlich ein interessanter Aspekt und bietet natürlich auch Chancen, gerade für Unternehmen wie dich, dort mehr zu machen, weil halt eben das Abreinigen des Öls oder die Ölqualität sicherzustellen, auch über einen längeren Zeitraum, auch über das vorgegebene Wechselintervall hinaus dann einfach das Öl weiter zu verwenden, was natürlich auch Ressourcen schont, Nachhaltigkeit des Themas angesprochen. ich denke schon, dass das ein spannendes Thema ist und dass das Bewusstsein da auch in Zukunft noch stärker wird, bin ich mir relativ sicher.
Lars
00:11:58
Man sieht jetzt auch in den Social Media, in den Medien, hydraulischen Umfeld sieht man, dass da jetzt auch Werbung mitgemacht wird. Also nach dem Thema Öl wird immer teurer, bitte schauen Sie da mal genauer drauf. Und heute habe ich erst einen Spruch gehört, stand, Öl ist nicht das Problem, sondern die Wahrnehmung ist die falsche.
Andreas
00:12:12
Ja, ja.
Lars
00:12:20
Das stimmt ja tatsächlich. Öl an sich ist nicht das Problem. Man muss sich halt darum kümmern. Das haben wir ja schon öfters von jemandem Aber wie gesagt, die AMB war für mich jetzt ein bisschen ernüchternd. vielleicht ist es auch noch meine persönliche Einschätzung der ganzen Geschichte.
Andreas
00:12:25
Genau. Ja, spannend. Und dann hast du noch ein schönes Thema mitgebracht. ist dann unser Thema Nummer zwei, nämlich eine Preiserhöhung bei Hydrospeichern aufgrund einer EU-Verordnung. Anti-Dumping. Da bist du tiefer im Thema. Die Info hatte ich nämlich schon nicht vorliegen.
Lars
00:12:57
Ja, tatsächlich. zwar das habe ich tatsächlich auf der AMB mit den betreffenden Herstellern besprochen, ohne da jetzt irgendwelche Namen zu nennen. natürlich kaufen wir für unsere Kunden auch Hydrospeicher ein, Blasenspeicher zum Beispiel. Und ich wurde unlängst dieses Jahr damit konfrontiert, dass die 14,1 Prozent teurer geworden sind. Das ist natürlich jetzt in dem Kontext des Maschinenbaus, wo dann auch Hydrospeicher reinkommen, natürlich Ich will es jetzt nicht übertreiben, aber fast ein Genickbruch. Also jetzt hast du Versorgungs-Einpechse auf der einen Seite. Auf der anderen Seite hast du Aufträge, die zurückgehen. Das Auftragsvolumen wird geringer. dann kommt noch so eine Geschichte dazu, dass die Preise halt extrem hoch gehen 14,1 Prozent zu der normalen Preishöhe 2,5 Prozent. Das ist natürlich schon heftig. Und dann habe ich natürlich mal ein bisschen geforscht, was da die Ursache ist. Und da gibt es jetzt sozusagen eine EU-Story dazu. Ich sage es mal so. Anti-Dumping-Zölle auf Blasenspeicherkörper und Stickstoffflaschen aus China. Das heißt, wenn ich das jetzt richtig interpretiere, versucht die EU-Kommission sozusagen den heimischen Markt zu schützen, indem man versucht zu unterbinden, dass man zum Beispiel Blasenspeicher, Druckspeicher etc. aus China kauft, sondern halt aus Europa. Das Problem an der Geschichte ist nur, dass da nicht ganz fertig gedacht worden ist, weil, ich weiß nicht, ob die Zahl stimmt, aber meine Wahrnehmung ist, dass ungefähr 80 Prozent der Körper, also der Blasenspeicher, der Druckspeicherkörper des reinen Stahlkörpers aus China kommen.
Andreas
00:14:34
Ja, dann.
Lars
00:14:35
Das heißt, auch wenn die Blase in Sulzbach oder sonst wo dann fertig gemacht wird, Gerät, also der Druckspeicher in Deutschland oder in der EU, fertig gemacht wird, kommt das Rohteil da raus aus China. Und dort sind die Dumpingspannen sozusagen zwischen 57,97 90,3 Prozent auf den CIF Einfuhrpreis. Also das schlägt voll durch. Das heißt, wenn du einen Druckspeicher in Deutschland herstellen willst und das Produkt aber aus China, kommt das Rohprodukt Du kommst ja nicht umher, dass den Preis erhöht ist. Das heißt, es hat am Ende vom Tag ja nichts gebracht, außer dass es uns den Markt hier noch mehr kaputt macht, wenn man es so sagen kann.
Andreas
00:15:15
Ja oder ein deutscher Hersteller, ein europäischer Hersteller muss halt die Gehäuse zu einem Preis machen, der dann halt konkurrenzfähig ist. Aber das Problem ist, die Frage ist, Lars (15:25.13) Und ob das funktioniert, da sind wir wieder beim Thema Energiekosten und so Geschichten. Und ob die die Firmen, ja alle dann sich auf andere Produkte dann spezialisiert haben, weil eben aus China die Ware so günstig kam, die werden ja nicht von heute auf morgen ihre Produktion wieder umstellen können und Gehäuse für Blasenspeicher produzieren. Schwieriges Thema. ich bin ich mal gespannt, wie wie das wie sich das entwickelt und bin mal gespannt, ob wir da in einem unserer nächsten Podcasts noch mal drauf eingehen. Lars (15:44.12) Hmm...
Lars
00:15:54
Ja, Wie soll ich sagen? Ich glaube, es ist relativ schwierig, die Rolle rückwärts zu machen, weil die EU hat ja die Verordnung auch rausgegeben. Das heißt, sie gilt jetzt erst mal. Und bis die dann verstehen, dass die Absicht, dahintersteckt, vielleicht gerade jetzt für unsere Branche nicht so toll ist, dauert es ja auch wieder eine Zeit lang. Also ich weiß nicht, was da passieren soll und ob dann die 14,1 Prozent irgendwann einfach wieder wegfallen und wieder normale Preise hast. Naja, ist ja nicht das erste Mal, dass man aufgrund einer Notsituation oder einer Verordnung Preise erhöht und die bleiben dann halt immer so stehen. Und wenn du dir jetzt die Preise dann für 6 Liter, 4 Liter, 30 Liter Speicher anguckst, also musst du teilweise schon tief in die Tasche greifen.
Andreas
00:16:36
Das ist schon heftig.
Lars
00:16:37
Wie gesagt, wenn du eine Hydraulik hast, wenn du eine große Anlage hast, wo die Druckspeicher, Blasenspeicher etc. drin sind, ja, Prost Mahlzeit. Und die müssen ja auch regelmäßig getauscht werden. Ist ja nicht so, dass man die die nächsten 100 Jahre da drin lassen kann. Also bei der Produktgruppe muss ich leider sagen, habe ich die letzten Jahre nur Preisehöhungen erlebt. Egal ob das damals das Werk war, das da irgendwo abgebrannt ist und sich dann die Bedarfe auf alle auf einen verdichtet haben und die Beschaffungsengpässe vorhanden waren etc. Also in dem Bereich
Andreas
00:16:56
Hm.
Lars
00:17:07
Laut meiner Wahrnehmung gab es da keine wirkliche Besserung der letzten Jahre.
Andreas
00:17:11
Ja, Ja, interessant. zum Thema EU, da fällt mir gerade noch was ein, was jetzt zwar den Rahmen sprengt, aber ich möchte es einfach mal kurz erwähnen. Und es ist ja diese PPWR, also diese Verpackungsvorschriftsregelung, die ja seit August, 12. August, glaube ich, jetzt offiziell in Kraft getreten ist. Da hat sich die EU ja auch wieder so ein Ding ins Nest gelegt, weil sie ja kleineren Händlern empfiehlt über EU-Beamte. Da gibt es auch einen Beitrag in irgendeinem Artikel. Habe ich das gelesen? Also auch eine offizielle Quelle kann ich gerne auch verlinken, dass selbst EU-Beamte dazu raten, diese Verordnung zu ignorieren, weil es für kleinere Händler einfach gar nicht funktioniert. Und zwar ist der Hintergrund, muss sich laut diesem neuen Gesetz, muss man sich ja in jedem Land registrieren, in das man Ware verkauft, bei einem Verpackungsregister, wie bei uns diese Lucid. Das heißt,
Lars
00:17:49
Mann!
Andreas
00:18:07
In einigen Ländern kann man selber machen. Du musst aber dann halt Französisch sprechen oder Spanisch oder Italienisch. In anderen Ländern geht es nur über sogenannte Bevollmächtigte. Das heißt, wenn du dich da registrierst, dann kostet das halt einen Haufen Geld. Und so ein kleiner Händler, kann ja 150.000 Euro mehr umsatz machen, die Kosten für so eine Registrierung zu decken. Und deswegen sagt dann die EU ja, für kleinere Händler, das macht ja eigentlich wirklich keinen Sinn. Ignoriert jetzt erst mal. Wir überlegen uns da was. Und anscheinend ist man jetzt wohl dran, diese Verpackungsrichtlinie wieder ein bisschen aufzuweichen und da was zu ändern. Das nur am Rande, also zum Thema Verordnungen.
Lars
00:18:44
Ja, das ist sehr interessant, dass du da so tief drin bist. Ich hatte das damals im B2C-Bereich auch schon. Ich musste mich dann eine Verpackungsrichter, äh, nicht Richter, sondern Register sozusagen, ... müsste ich mir so eine Nummer holen und da musste ich dann ... irgendwie pauschal angeben, was ich an Verpackungsmaterial ... in Umlauf bringe. Und am Ende vom Jahr musste ich das dann bestätigen, ... wie viel Tonnen und Kilo Glas
Andreas
00:18:51
Das betrifft auch überwiegend den B2C Bereich.
Lars
00:19:14
Plastikkarton und sowas. Also das war ein sehr großer Aufwand und ich bin froh, dass ich dieses Nebengewerbe nicht mehr habe, wo ich dieses B2C verkauft habe und das nicht mehr machen muss. Andreas (19:23.91) Ja, aber es betrifft uns auch, weil wir müssen mittlerweile Konformitätserklärungen erstellen für Kunden, wo wir erklären, welche Verpackungsmaterialien wir verwenden. Das ist schon ein Thema, das mich momentan ein bisschen umtreibt, aber da können wir vielleicht auch nochmal drüber sprechen, inwieweit uns das wirklich betrifft in irgendeiner der nächsten Folgen, falls es die Hörer interessiert natürlich. Ganz klar. Natürlich. Ich habe da aber auch was Neues gekriegt und da gibt es eine neue Verordnung. Habe ich tatsächlich heute morgen aufmachen müssen, weil ich da eine Mail von unserem Versanddienstleister gekriegt habe. Delegierte Verordnung der Kommission zur Änderung der Verordnung blablabla des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Liste der relevanten Rohstoffe und relevanten Erzeugnisse. Und zwar geht es da auch eine, wie war jetzt der Fachbegriff? Entwaltungsverordnung oder sowas. Papier logischerweise wird ja dadurch hergestellt, dass man Bäume errodet. Und eine Entrodungsverordnung oder sowas gibt es da wieder. Und jetzt muss man gucken, ob man beim Versand ein Produkt verwendet, das da jetzt auf der Liste steht. Und dann muss man wieder irgendwelche Dinge tun. Also ich habe noch nicht mal ganz verstanden, was es da geht. Aber ich muss mich da tatsächlich jetzt auch einlesen, weil logischerweise versenden wir unsere Produkte in Kartons mit für Material aus Karton oder Papier. Also.
Andreas
00:20:21
Mhm, ja, ja. Ja klar, logisch. Naja gut. Richtig. Nächstes Thema. Ein Thema, das du mir heute Morgen mitgeteilt hast, was mich ehrlich gesagt ein bisschen schockiert hat. Das ist, dass eine unserer Hydraulik-Komponenten-Kollegen abgebrannt ist und die Firma jetzt laut Google Maps dauerhaft geschlossen ist.
Lars
00:20:51
Wir haben hier sonst nichts zu tun, Kollegen.
Andreas
00:21:16
Und zwar, ja, Namen kann man nennen, es ist kein Geheimnis, ist auch in den Bildern erkennbar, das ist die Firma Hütec Hydraulik. Was hast du da für Informationen, Lars?
Lars
00:21:22
Ich habe heute morgen eine Nachricht von einem guten Bekannten bekommen, von der Braunschweiger Zeitung, dass die Hütec durch einen Großbrand enormen Schaden genommen hat. Wenn ich die Bilde jetzt richtig deute, gibt es große Teile der Hüter-Kydaulig nicht mehr. Das ist natürlich wieder ein Thema, das ja auch uns und auch dich immer wieder beschäftigt. Lieferketten, Sorgfaltspflicht und solche Geschichten. Ich wünsche natürlich keinem, dass einem die Bude abbrennt. Aber die Frage ist natürlich, da steckt ja jetzt was dahinter. im Sinne von Versorgung. Da kannst ja du auch noch deinen Senf zugeben, was das Thema Versorgungssicherheit angeht.
Andreas
00:22:00
Natürlich, ganz klar. Ja, also ganz klar. Ich gehe jetzt mal schwer davon aus, dass auch die Firma Hüteg einiges an Rahmenaufträgen hatte und einige Kunden da beliefert hat in dem Bereich, vor allem im Bereich der Verbindungstechnik. Das war so die Stärke der Hüteg GmbH. Und ich denke, da wird der ein oder andere Maschinenhersteller, OEM natürlich jetzt auch gucken müssen, wie kommt er schnellstens an Ersatz. Lars (22:24.08) Hmm. Das ist natürlich immer ein Risiko, wenn du nur einen Lieferanten hast. Deswegen machen ja viele Lieferanten, gehen ja auf eine zwei Lieferanten oder mehr Lieferanten-Strategie, einfach dieses Risiko ein Stück weit zu minimieren. Da bin ich mal gespannt, was da noch auf uns zukommt. Auf jeden Fall wünsche ich, dass die Firma Hütec aus dieser Situation schnellstens rauskommt und dass die da Fuß fassen. Wenn so ein Laden komplett abgebrannt ist, dauert es ja ewig, bis du da wieder was aufgebaut hast. Da drücke ich alle Daumen und hoffe, dass das nicht zu lange dauert.
Lars
00:22:59
Ja, definitiv. Ja, ich möchte gar nicht ganz fertig denken, aber ich glaube, wenn man sich dann mit den Versicherungen rumschlägt, wer da was bezahlt und in welcher Höhe und so was. glaube, das kann eine länger wirrige Sache werden, die da die Firma Hütec noch vor sich hat. Ich kann mich in die Vergangenheit erinnern, dass man sowas schon mal hatte aus verschiedenen Bereichen. Und was dann immer schön ist, da hilft ja dann sozusagen die Hydraulikfamilie. Also ich glaube, jetzt nicht, reibt sich einer die Hände und sagt geil, jetzt nehme ich dem die Aufträge dann nur ganz weg, weil jetzt gibt es ihn ja nicht mehr oder sowas, sondern Da kann man sich ja aushelfen, eine gewisse Zeit hin. Kann man ja nur anbieten und ich denke da schließen sich die Kollegen, die hydraulischen Kollegen wahrscheinlich auch an, dass wenn da ein Hersteller oder ein Maschinenbauunternehmen oder sonst was in Engpass kommt, weil da keine Teile mehr kriegt, dann gibt es ja auch noch Möglichkeiten, dass man da aushilft. Von dem her drückt man die Daumen, die Hydrohelden drücken die Daumen, dass das wieder schnell vorangeht.
Andreas
00:23:47
Natürlich, sicher. Ja, auf jeden Fall, definitiv. dass es wieder schnell vorangeht. Dann sind wir eigentlich schon fast durch. Dann haben wir eigentlich noch einen letzten Punkt. Was erwartet denn unsere Hörer dieses Jahr noch alles? Was haben wir denn noch geplant?
Lars
00:24:20
Also wir haben tatsächlich schon zwei Themen in der Diskussion, zwar noch nicht terminiert, aber in der Diskussion. Und das eine Thema ist mit meinen Kollegen von der Westelektronik. Da geht es Parametrieren statt Programmieren. Da gibt es jetzt aktuell auch einen Fachbeitrag in der O &P. Da geht es eigentlich darum, dass es, sage ich mal, Elektronikmodule gibt mit einer einfachen Skript-Programmiersprache. mit denen man dann zum Beispiel so ein Retrofit von einer Anlage relativ einfach abwinkeln kann, weil man kein komplettes SPS-Programm schreiben muss für irgendeine Applikation, sondern dass man einfach die Möglichkeit hat, skriptbasiert was zu schreiben, eine Art Excel-Tabelle, sag ich jetzt mal. Da werden wir mit dem Kollegen Benedikt Jülicher sprechen von der Westedektronik. Und dann hab ich tatsächlich schon seit Längerem eigentlich den Kollegen aus dem Sensorbereich ADZ Nagano, der mit uns auch mal ein Podcast machen möchte, finde ich auch super spannend. Weil die Frage ist, was steckt hinter so Drucksensor? Wie wird so etwas hergestellt? Wo kommen da die Teile her? Was kann das? Wo sind da die Grenzen? Einsatzschwerpunkte etc. Ich glaube, das wird ganz spannend werden.
Andreas
00:25:24
Ja, bin ich auch gespannt und mal schauen was sonst noch alles kommt. So paar Sachen haben wir noch in der Pipeline, aber wir wollen ja nicht zu viel verraten.
Lars
00:25:33
Ja, genau, richtig. Vielleicht sind wir ja auch bald bei der ein oder anderen größeren Veranstaltung mit unserem Hydrohelden Podcast Stand vor Ort. So viel vielleicht schon vorab. Kleiner Teaser. Genau. Andreas (25:44.94) Kleiner Teaser. Genau. Ja prima super ja dann sind wir eigentlich durch oder? Wir sind durch, genau. Dann sage ich wie immer besten Dank Andreas an dich für den Host unseres Podcasts hier. Macht immer wieder Freude. Und natürlich auch an unsere Zuhörer und Zuhörerinnen besten Dank fürs Zuhören. Wenn ihr sie Themen habt, die euch interessieren im Bereich der Hydraulik und vielleicht auch darüber hinaus und das thematisch hier reinpasst. Leitbild ist immer, wir wollen informieren. Das soll kein Werbeblock hier werden, sondern wir wollen tatsächlich informieren über aktuelle Themen, über Innovationen, über Hydraulikprodukte etc. Co. Dürft ihr euch gerne bei uns melden.
Andreas
00:26:29
Ja, dann bleibt auch mir nur noch mal mich zu verabschieden und vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Ciao, Tschüss.
Lars
00:26:36
Bis zum nächsten Mal, tschüss!