Wenn Versöhnung erst im Jenseits möglich ist
Tränen im Koma und ein Abschied, der erst danach möglich wurde
06.05.2026 11 min Hospiz-Zentrum St. Wendel Bad Salzungen
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge erzählt Chris Müller, Koordinatorin im Hospiz, von einer Begegnung, die sie nicht vergessen hat. Eine ältere Frau verliert ihren Mann und zieht in die Nähe ihres einzigen Sohnes – doch er will keinen Kontakt mehr. Aus Trauer und Verzweiflung wird die Frau schwer krank. Nach einer Operation liegt sie auf der Intensivstation, später im Koma. Der Sohn weigert sich weiterhin, sie zu besuchen.
Chris hat den Eindruck, dass die Frau nicht loslassen kann – als würde sie im Innersten noch auf etwas warten: auf ein letztes Wort, auf Versöhnung. Schließlich nimmt Chris all ihren Mut zusammen und spricht die Wahrheit aus: dass der Sohn nicht mehr kommen wird. Und dass das, was zwischen ihnen offen geblieben ist, vielleicht erst „jenseits“ geklärt werden kann.
In diesem Moment beginnen der Frau Tränen über die Wangen zu laufen. Kurz darauf verändert sich ihr Zustand – und wenige Minuten später stirbt sie. Eine Geschichte über unerfüllte Nähe, über Mut zur Ehrlichkeit – und über einen Abschied, der erst möglich wurde, als Frieden ausgesprochen werden durfte.
Hinweis: Die Geschichte ist anonymisiert, Details wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.