Die erste Begleitung
Die Weste, die Jogginghose und der Abschied
22.04.2026 6 min Hospiz-Zentrum St. Wendel Bad Salzungen
In dieser Folge erzählt Christiane, Koordinatorin im Hospiz, von ihrer ersten Begleitung. Zusammen mit Ehrenamtlichen steht sie einem Mann bei, der sich langsam aus dem Leben verabschiedet, und begleitet zugleich seine Ehefrau durch diese schwere Zeit. Es geht um Nähe, ums Dasein, um kleine Entscheidungen mit großer Bedeutung — und darum, was am Ende wirklich zählt. Statt des schicken Hemdes, das ursprünglich für den letzten Abschied gedacht war, bekam der Mann schließlich die Kleidung an, in der er sich am wohlsten fühlte: seine geliebte Weste und die Jogginghose. Eine berührende und denkwürdige erste Begleitung.
Hospiz planen mit Herz
Der Kreativworkshop in Volkenroda
12.04.2026 11 min Hospiz-Zentrum St. Wendel Bad Salzungen
Wie entsteht eigentlich ein Hospiz? In dieser Folge von Im Herzen berührt sprechen wir mit Coachin Christin Pechel über einen besonderen Workshop, der für das stationäre Hospiz St. Wendel in Bad Salzungen ein wichtiger Meilenstein war.Im Kloster Volkenroda kamen Mitarbeitende und Engagierte aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen, um gemeinsam zu überlegen: Was braucht ein Hospiz, damit es für Gäste, Angehörige und Mitarbeitende ein guter Ort wird?Es ging um Räume, Wege, Atmosphäre, Bedürfnisse und Perspektiven – und darum, wie aus vielen Gedanken, Erfahrungen und Ideen ein Ort mit Herz wachsen kann.Eine Folge über Kreativität, Zusammenarbeit und die Frage, wie man einen Platz fürs Leben bis zuletzt gestaltet.
Der letzte Gruß
Lavendelduft im leeren Zimmer – und was er für eine Oma bedeutete
08.04.2026 6 min Hospiz-Zentrum St. Wendel Bad Salzungen
In dieser Folge erzählt Nicole, Koordinatorin im Hospiz, von einer Begleitung nach einem tragischen Unfall: Ein junger Mann ist tödlich verunglückt, und seine Großmutter sucht in ihrer Trauer Unterstützung durch den Hospizdienst – denn die beiden waren einander sehr nah. Als die Oma beginnt, das Zimmer ihres Enkels auszuräumen, erlebt sie etwas Unerwartetes: Plötzlich nimmt sie einen intensiven Lavendelduft wahr – obwohl kein Lavendel da ist und niemand sonst diesen Geruch wahrnimmt.Der Enkel hatte ihr früher immer wieder Lavendelparfum geschenkt. Für die Oma fühlt sich dieser Moment wie eine persönliche Botschaft an – als würde ihr Enkel ihr zeigen: Ich bin da. Ein leiser Augenblick, der mitten im Schmerz Trost geben kann und ihr einen Funken Hoffnung für das Leben danach schenkt.Hinweis: Die Geschichte ist anonymisiert, Details wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.
Wenn Schweigen zu schwer wird
Kaffee, Kuchen und ein Abschied, der Raum bekam
25.03.2026 11 min Hospiz-Zentrum St. Wendel Bad Salzungen
In dieser Folge erzählt Johanna von der Begleitung eines jungen Mannes und seiner Frau, die lange nicht offen über sein Sterben sprechen konnten – aus Angst, den anderen zu verletzen. Doch das Schweigen liegt wie eine Last zwischen ihnen, und beide spüren, wie sehr es sie quält. Nach einer kurzen Massage-Anwendung wendet sich der Mann an Johanna und stellt eine Frage, die alles öffnet: Ob sie an ein Leben nach dem Tod glaubt. Von diesem Moment an finden er und seine Frau endlich Worte für das, was unausgesprochen im Raum stand. Es wird geweint, ehrlich gesprochen und einander näher gerückt.Am Ende fragt Johanna nach einem letzten Wunsch. Für einen Urlaub fehlt dem Mann die Kraft – aber er wünscht sich etwas Kleines, das für alle groß wird: Kaffee und Kuchen mit der Familie auf dem Balkon. Gemeinsam wird dieser Moment möglich gemacht, voller Nähe und Freude. Kurz darauf stirbt der junge Mann – und der Nachmittag auf dem Balkon bleibt als ein kostbares Stück Abschied.Hinweis: Die Geschichte ist anonymisiert, Details wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.
Eine Hochzeit auf der Palliativstation
Wenn ein Team möglich macht, was unmöglich scheint
11.03.2026 15 min
In dieser Folge erzählen Theresa Pforr (Pflege), Diana Engel (Seelsorge) und Stephanie Kannengießer (Musiktherapie) von einer Hochzeit auf der Palliativstation im Krankenhaus Bad Salzungen. Eine schwerkranke Frau wird nach ihrem Wunsch gefragt – und sagt, dass sie ihren langjährigen Lebensgefährten gern noch heiraten würde. Innerhalb eines Tages organisiert das Team gemeinsam mit Seelsorge und Musiktherapie eine berührende Zeremonie auf der Station. Nur etwa eineinhalb Tage später verstirbt die Frau. Dabei wird auch deutlich, was Palliativarbeit ausmacht: Ein multiprofessionelles Team aus ganz unterschiedlichen Berufsgruppen trägt gemeinsam Sorge für die Patientinnen und Patienten – dazu gehören Ärztinnen und Ärzte, Fachpflegekräfte, Therapeut:innen, Seelsorger:innen, Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen, SAPV-Pflegekräfte und auch der Hospizdienst. Hinweis: Die Geschichte ist anonymisiert, Details wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.
Eine außergewöhnliche Berührung am Ende des Lebens
Wenn Nähe möglich wird, trotz aller Umstände
25.02.2026 7 min Hospiz-Zentrum St. Wendel Bad Salzungen
In dieser Folge erzählt Heike Fritzsche von einer Begegnung, die zeigt, wie viel in einer kleinen Geste liegen kann. Heike besucht eine ältere Frau – und erfährt erst vor Ort, dass deren Ehemann im selben Haus auf der Palliativstation liegt. Die Frau möchte ihn nicht sehen, nicht in sein Zimmer gehen, nicht einmal eine direkte Begegnung zulassen. Warum, bleibt offen.Stattdessen bietet Heike an, etwas zu überbringen, das dennoch Nähe ermöglicht: eine Umarmung als Botschaft. Sie trägt diese Geste zum Ehemann – und kehrt mit einem stillen Zeichen zurück: einer Träne, die sie der Frau als Antwort mitbringt. Eine außergewöhnliche Berührung am Ende des Lebens – ohne Berührung, und doch voller Bedeutung.Hinweis: Die Geschichte ist anonymisiert, Details wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.
Kleine Wünsche auf der letzten Wegstrecke
Vivaldi, Rotwein – und warum man einen Moment nie aufschieben sollte
11.02.2026 6 min Hospiz-Zentrum St. Wendel Bad Salzungen
In dieser ersten Folge von „Im Herzen berührt – der Hospiz-Podcast“ erzählt Johanna von einem Mann, der am Ende seines Lebens nur zwei kleine Wünsche hatte: Vivaldi hören und ein Glas Rotwein trinken. Johanna spürt, dass sie es nicht aufschieben sollte. Noch am selben Abend entsteht ein ruhiger, kostbarer Moment voller Würde und Nähe. Am nächsten Tag verstirbt der Mann – und der Wunschabend bleibt als Erinnerung daran, wie viel kleine Gesten auf der letzten Wegstrecke bedeuten.Hinweis: Die Geschichte ist anonymisiert, Details wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.