„Ich habe gerade inneren Glitzer“ - Interview mit Andrea Dannhauser (Teil 2)
18.05.2026 29 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge hörst du den zweiten Teil des Gesprächs mit Andrea Dannhauser:
Andrea erzählt von ihrer persönlichen Geschichte in Bezug auf Körper und Gewicht. Wir reden über Altern und auch noch mal über unsere Neurodivergenz - und was das mit Glitzer zu tun hat.
In dieser Folge hörst du den zweiten Teil des Gesprächs mit Andrea Dannhauser:
Andrea erzählt von ihrer persönlichen Geschichte in Bezug auf Körper und Gewicht. Wir reden über Altern und auch noch mal über unsere Neurodivergenz - und was das mit Glitzer zu tun hat.
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www.instagram.com/andrea_dannhauser
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https://ad-beduerfnisorientierte-beratung.de/
Andreas Podcast „Zeit zu wachsen“
https://zeit-zu-wachsen.letscast.fm/
Gemeinsame Folge in Andreas Podcast: „Wie vermitteln wir Kindern ein positives Körperbild?“
https://zeit-zu-wachsen.letscast.fm/episode/episode-85-wie-vermitteln-wir-kindern-ein-positives-koerperbild
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Transkript
Willkommen beim Podcast Körper und Gesellschaft, dem Podcast für das Thema
Körperakzeptanz. Mein Name ist Ira Schumann.
In dieser Folge hörst du den zweiten Teil des Gesprächs mit Andrea,
Andrea Dannhauser und du kennst das schon von den letzten Folgen.
Bevor ich dazu mehr erzähle, kommt noch eine Info
und zwar diesmal geht es indirekt um ein Coaching Angebot.
Hiermit die Am Mittwoch verschicke ich einen Newsletter zum Thema
Coaching. Es geht um die Frage, was es denn überhaupt bringen
soll, sich coachen zu lassen. Und Ausgangspunkt ist
diese Skepsis oder diese Zweifel, die ich von Coachees und auch von mir
selbst auch durchaus kenne. Also die Ausgangssituation ist,
kennst du vielleicht auch, man ist irgendwie relativ reflektiert so als Person, Man
hat über ein Problem schon viel nachgedacht, darüber vielleicht auch schon öfter mit
Menschen aus dem eigenen Umfeld gesprochen, also Partnerpersonen,
Freund, Innen, was auch immer. Und am Ende hat sich aber
trotzdem nicht so wirklich was verändert und dann
kommt so ein Punkt, wo man anfängt darüber nachzudenken, Mensch,
vielleicht hole ich mir doch mal Unterstützung oder es kommt so eine Rückmeldung von außen,
vielleicht von Freundinnen, vielleicht wäre es gut, da mal sich
unterstützen zu lassen bei dem Thema. Dann kommt vielleicht auch
Coaching als Idee ins Spiel und dann taucht aber immer
dieser Zweifel hey, wie kann Coaching mir helfen, wenn ich
doch schon so oft selbst über dieses Thema nachgedacht habe und schon
so viel selbst versucht habe. Und genau
darum, also diesen Punkt, was macht Coaching da so anders?
Genau darum geht es im Newsletter und wenn du das lesen möchtest, in den
Shownotes findest du den Link zum Abonnieren. Und
generell wird es in den nächsten Monaten im Newsletter öfter um das
Thema Coaching gehen, auch wirklich immer wieder auch um dieses Thema Bedenken, also
was hält Menschen auch davon ab, ins Coaching zu kommen, die aber eigentlich ein Thema
haben für Coaching. Wenn dich das interessiert, dann komm doch gern dazu
zum Newsletter und wir lesen uns dann
Mittwoch. Jetzt aber zu dieser Folge
gleich hörst du den zweiten Teil des Gesprächs mit Andrea und
Andrea erzählt von ihrer persönlichen Geschichte in Bezug auf die Themen Körper und
Gewicht. Wir reden über das Thema Altern und am Ende
auch noch mal ganz stark über das Thema Neurodivergenz und was das mit
Glitzer zu tun hat für uns. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim
Hören und verabschiede mich hiermit schon mal bis zur nächsten Folge
Ende Mai. Tschüss. Damit lass uns doch zu
dem Persönlicheren Teil kommen zu dem, was dein Weg
war. Und die meisten Gäste, Gäst
Innen in diesem Podcast sind Menschen, die selber
dick sind, dick fett sind. Du hast vorhin schon gesagt,
Stichwort dickes Kind war schon Thema. Also offensichtlich ist da
genau, gab es da auch einen Weg oder haben sich Dinge verändert? Also das
heißt, ich würde dich jetzt nicht fragen, wie
du mit deinem dicken Körper gelernt hast umzugehen. Das wäre
jetzt in dem Kontext nicht die Frage, sondern eher mich würde
interessieren, weil ich weiß, dass bestimmte das
Körper ein Thema für dich war und auch ist so in deinem Leben.
Wie war denn dein Weg und was waren da vielleicht auch wichtige
Themen auf dem Weg? Also grundsätzlich,
wie gesagt, so als Kind schon
eher unwohl gefühlt, aber aufgrund von der Aussenreaktion
eigentlich. Also ja, wie das halt so ist in Klassen. Also
ich war halt eins von drei oder vier dicken Kindern, mein
Glück in Anführungsstrichen und der anderen Pech war, dass ich das
am wenigsten dicke von den vieren war, so dass ich nicht so
wahnsinnig viel Häme abbekommen hab, sondern immer nur so einen Ticken. Aber es hat mir
gereicht. Dann hatte ich eine sehr ungesunde Phase in meiner Teenagerzeit, wo ich sehr doll
abgenommen hab, dann Pille genommen, wieder zugenommen, also das kennen ja
viele von euch wahrscheinlich, die zuhören, dieses ewige Auf und Ab und hab
irgendwie nach den Schwangerschaften dann irgendwann
gesagt, also so wie es jetzt ist, fühle ich mich tatsächlich überhaupt nicht wohl in
meinem Körper und hab dann gut 30, über 30 Kilo
abgenommen in einem Jahr oder eineinhalb oder so und eigentlich auch,
also war dann auch okay mit mir und fein mit mir, trotz was man halt
so hat nach so Schwangerschaften und dann großer Gewichtsabnahme,
Hautlappen, keine Ahnung. Und habe jetzt vor, ja,
also diagnostiziert habe ich es erst seit letztem Jahr, aber ausgebrochen ist
das schon länger ein Lipödem. Und also damit
hadere ich total tatsächlich, weil ich ein extrem
selbstbestimmter Mensch bin und Autonomie für mich so einer
meiner wichtigsten Werte ist. Und diese Krankheit hat mir das halt jetzt
quasi genommen. Also weil ein Lipödem ist ja eine krankhafte
Fettverteilungsstörung oder so nennt sich das, Bin auch da absolut keine Expertin,
noch immer nicht. Und das heißt also, da entstehen Fettzellen
quasi über Nacht, die sehr hügelig sind sehr wellig sind. Also
wie kann man sich fast vorstellen, als würde irgendwas oben auf dem Meer schwimmen, wenn
das Meer verschmutzt ist oder so mit Öl oder etwas. Das liegt da
so oben drauf und das ist es ist sehr unkontrollierbar, wie
sich das entwickelt. Man kann natürlich schon klar ich muss auf bestimmte Dinge achten.
Ich soll antientzündlich mich ernähren, Bewegung, Kompression,
all so eine Sachen, Lymphdrainage, also was man halt so macht, wenn
man chronische Krankheiten hat, Man hat dann zusätzliche Termine und so. Aber ich bin halt
jetzt sehr viel damit beschäftigt, quasi
das in Saum zu halten, in Anführungsstrichen, weil das macht also auch
Schmerzen. Das ist jetzt nicht nur so, dass ich sage, ich finde das optisch fühle
ich mich nicht so wohl damit. Und was mir sehr stark aufgefallen ist seitdem, also
das ist mir auch schon aufgefallen, seit ich älter geworden bin, dass man so ein
bisschen mehr verschwindet. Also mit jedem Jahr, dass du älter wirst, verschwindest du so, wirst
so ein bisschen unsichtbarer. Das ist wirklich
schwierig, muss ich sagen. Da merke ich auch ganz doll, wie
ich als Frau mich über mein Aussehen definiert habe,
obwohl ich nie damit zufrieden war, war es aber trotzdem
bis vor ein paar Jahren schon so einem gewissen Bild
entsprechend, was die Gesellschaft hat. Da habe ich wohl, glaube ich, ganz
okay reingepasst und hatte dadurch Vorteile. Und das
merkst du erst, wenn die plötzlich so schwinden und diese Privilegien weggehen, weil du
halt älter wirst und die Menschen dich nicht mehr so als attraktiv wahrnehmen.
Und jetzt durch das Lipödem habe ich halt klar
natürlich unheimlich zugenommen. Also diese 30 Kilo habe ich jetzt eigentlich wieder drauf.
Und das fand ich ganz ungenehm nach der Abnahme, dass mich ganz viele Menschen
darauf angesprochen haben, wie toll das doch ist, dass ich so abgenommen habe. Ich fand
das immer als unangenehm, obwohl ich ja abnehmen wollte, aber ich habe immer mehr.
Merkst du eigentlich nicht, dass du mir damit sagst, vorher war also ich
war vorher schlechter, ich war vorher nicht okay. Ich fand das immer
unmöglich. Und jetzt merke ich halt, wie genau die Leute, die
damals Das ist ja so toll, dass du so ab. Mein Wahnsinn. Ach so
schön. Das sind die, die jetzt natürlich nichts mehr sagen, wo ich
schon fast das Gefühl habe, die so ein bisschen betreten, schweigen, wenn ich irgendwo bin
und krampfhaft versuchen, mit mir irgendein anderes Thema zu verstehen. Du weißt aber ja trotzdem,
was sie über dich denken die ganze Zeit. Ja, also ich denke
nein, wissen tue ich es nicht, aber das ist, was in meinem Kopf ist, dass
ich mir denke, du siehst mich und denkst hey, warum sind die Alte jetzt wieder
so fett? Hat die sich gehen lassen? Dieses,
was ich denke, was in Köpfen ist, dass die eben mich angucken und
Naja, du könntest aber auch mal Sport machen. Ich mache tatsächlich täglich Sport.
Ich ernähre mich eigentlich sehr gesund. Also ich mache nichts von dem, was
man uns allen ankreidet. So wie die meisten dicken Menschen, die
auch Nicht morgens bei McDonald's frühstücken, mittags bei Burger King und abends bei weiß
ich nicht, Kentucky, weißt du,
ich vergesse immer, dass es diese Bilder gibt. Aber ja, das ist wahrscheinlich in der
Fantasie von manchen lebendige Menschen. Es ist in der Fantasie von manchen
Menschen. Und dieses genau wie bei Neurodivergenz auch, da habe ich auch wieder so einen
Bogen der Spruch oder der Gedanke, du müsstest doch
nur Punkt, Punkt, Punkt bei Neurodivergenten sagen, sie halt dir die
Termine aufschreiben, dich, keine Ahnung, dich besser konzentrieren, dich
einfach mal zusammenreißen. Genau, bei dicken Menschen, dich einfach mal
zusammenreißen und lass doch mal die Chips weg oder so. Esse ich zum Beispiel überhaupt
nicht. Aber ich merke ganz krass, wie jetzt die Reaktion auf
mich ist und wie ich jetzt eigentlich wieder bei 0
fast anfangen muss. Also ich dachte eigentlich wäre ganz fein mittlerweile mit
meinem Körper und jetzt merke ne, bin ich nicht. Also ich stehe jetzt wieder am
Anfang der Reise, wo ich die schon mehrmals gemacht habe, bin wieder
zurückgefahren, warum auch immer, keine Ahnung, Retour Ticket gebucht aus Versehen
und fange jetzt wieder an zu Jetzt muss ich wieder lernen, damit
zurechtzukommen, dass ich so viel mehr bin als diese doofen, schwabbeligen
Oberschenkel mit diesen komischen Dellen da dran und dass das
mich nicht ausmacht, weißt du? Und dass das wahrscheinlich schon okay
ist. Trotzdem ist es halt einfach. Also fühle ich mich mit der Krankheit nicht wohl
und finde die sehr krass und muss auch echt sagen, die ist sehr häufig. Also
jede zehnte Frau hat ein Lipödem und die meisten ohne diagnostiziert zu sein. Also wenn
jetzt hier, keine Ahnung, paar hundert Leutchen zuhören, dann Wisst
ihr, jede 10. Rein statistisch gesehen hat das auch, weiß es aber
vielleicht gar nicht so wie ich ganz lange einfach als Hinweis für die Hörer
innen, dass Uriel Klatt, Uriel Klatt war ja glaube ich das
zweite oder dritte Interview, Uriel Klatt zu dem Thema auch
Aufklärungsarbeit macht. Also das heißt, den Instagram Account
von Oriel mal anschauen. Da gibt es auch Sachen zum Thema Lipödem, da
gucke ich gerne rein. Genau, auch da Überraschung, auch da erleben
dicke Menschen wieder mehr Diskriminierung und da fallen natürlich auch Sachen
noch mal sehr stark zusammen. Das heißt aber auch da könnte es vielleicht noch mal
hilfreich sein hinzugucken, weil das tatsächlich ein Thema ist, was hier noch wenig vorgekommen ist
oder gar nicht vorgekommen ist, glaube ich. Mich würde einfach interessieren. Ich
frage sonst immer, was hilfreich auf dem Weg war. Vielleicht frage ich jetzt bei dir
aber eher, wenn du sagst, ich bin jetzt noch mal so zurück auf Anfang.
Voll klingt auch so, als wärst du noch mal voll in so einem
Auseinandersetzungsprozess drin. Auch total, ja. Also gerade
voll in der Krise. Wir können mal Live Coaching.
Also ich würde gerne noch mal auf mein Coaching Angebot hinweisen, wobei ich immer ungern
Leute coache, die ich dann irgendwie kenne oder den ich irgendwie
fände ich jetzt auch schwierig. Dafür sind wir zu eng fändig. Aber
wenn jetzt ähnliche Themen haben und sich angesprochen
fühlen, denken, ach Mensch, Coaching wäre da vielleicht gut. Ich würde sagen, ich habe ein
Coaching. Gut, habe ich wahrscheinlich auch im Intro schon was dazu gesagt. Genau, aber Klammer
zu, ich wollte sagen, aber merkt euch das und geht dahin, weil das ist
sicherlich hilfreich. Und ich muss ganz ehrlich sagen, es ist einfach kein schönes Gefühl, weil
ich mir auch denke, das zieht so viel Energie aus
meinem Alltag und so viel Freude, dass ich mir überlege, will ich, also ich
gehe überhaupt eh nicht mehr so wahnsinnig gern raus, das hat aber eher mit meinem
Autismus zu tun. Aber wenn ich wo bin, dass ich mir ganz doll lang
überlege, was ich anziehe, mich wie mit 15 dann fünfmal umziehe, weil ich
dann wieder finde, nee, das ist jetzt doch irgendwie, das liegt alles so eng an
und dann sieht man das so doll und ich möchte das nicht und dann stattdessen
wie eine Tonne rumlaufe, weil ich mir viel zu weite Sachen anziehe, dann weil es
auch überhaupt nicht. Was heißt Tonne? Einfach so weite Sachen meinst du?
Genau, also dieser Irrglaube, dass man sich, wenn man mehr
Körperfülle hat, so anziehen muss, dass es quasi auf gar keinen Fall den
Körper berührt. Weißt du, wie ich so locker ist?
Genau, wo, wo man denkt, dass die kaschieren, tun sie ja im
Normalfall nicht. Man sieht ja einfach, wie ein Körper aussieht. Ja,
also insofern, das finde ich total unangenehm und ich merke, dass mir
das ganz viel Energie und davon habe ich eh nicht so viel
zieht, mich damit auseinanderzusetzen und es nervt mich, dass ich eigentlich jetzt in
meinem Alter nicht mich wie ein Teenie wieder damit
rumstreiten muss mit mir selber, ob ich jetzt mich da gut genug
finde, mich irgendwo zu zeigen, anstatt mir zu denken, das ist mir doch
pupsegal, wie alle anderen mich finden. Ich weiß doch, dass ich okay bin und wer
mich nicht okay, okay findet, der muss doch bitte nicht gucken. Ja, aber ich glaube
gerade so, also wenn ich jetzt mal nur auf Körperakzeptanz schaue, so
als Prozess, also das ist ja eh, das ist ja für so Veränderung, ich nenne
das jetzt mal Veränderungsprozess, für so Veränderungsprozesse eh typisch, dass es
mal vor mal zurückgeht, dass es nicht nur sich in eine Richtung bewegt. Und ich
finde gerade bei Körperakzeptanz gibt es eben auch noch mal speziell
dieses, diese Punkte, die glaube ich einen auch noch mal sehr viele
Schritte zurückgehen lassen können. Also sowas wie Altern definitiv und
eben auch so Krankheitsgeschichten oder vielleicht auch
Behinderung, Also dass die, ich glaube, das passiert gar nicht selten, dass Menschen
dachten, ich bin eigentlich okay mit meinem Körper
und dann kommt was rein und dann wird es doch noch mal irgendwie
wird klar, oh, es ging nur so lange, wie das und das irgendwie
war. Ja, also das ist glaube ich ziemlich oft. Und ich finde auch Altern,
Altern alleine ohne das Thema Krankheit ist ja schon eine Herausforderung, wie du
sagst. Also weil du dir ja selber beim Verfallen, also
so kommt es mir vor, dass ich mir zugucke, wie mein Körper
halt natürlich älter wird und Richtung Verfall geht. Das
klingt jetzt drastisch, aber letztlich ist es das andererseits
ja Auch da bin ich, dass ich sage, bei anderen finde ich das überhaupt
nicht schlimm, ich bin nur mit mir sehr, sehr kritisch. Meinem
Freundeskreis sind alle genauso alt wie ich, die altern auch, aber da sehe ich das
nicht so. Ja, und das ist eben dann vielleicht auch noch mal ein Indikator oder
Anzeichen dafür, dass es eben, also das eine ist ja immer, wie fühlt sich der
Körper an, wie fühle ich mich gerade in meinem Körper? Also für mich,
ich würde nicht den Begriff verfallen für mich nehmen, aber dieses von,
ah, da kommen, es kommen immer mehr so kleine Sachen, das merke ich schon und
so Zipperlein und so. Also auch dieses nicht mehr so,
ich hatte ja zwei Knieverletzungen, also im letzten Jahr
zwei drastische Knieverletzungen, die auch, also auch die, die am Anfang des
Jahres geschehen ist, ist halt nach wie vor nicht gut. Und
dieses nicht mehr heile werden, den Gedanken vielleicht
loslassen zu müssen oder zu dürfen, dass alles
wieder genauso wird, wie es vorher war. Da bin ich noch nicht. Also ich hätte
gern noch dieses, ich würde gern wieder, keine Ahnung, eine Haut haben wie mit 14
und ich hätte gerne, dass mein Knie auch wieder so ist wie mit 14, da
werde ich aber nicht mehr hinkommen und es wird wahrscheinlich auch nicht werden wie vor
einem Jahr wie davor. Also das neue Ist
Zustand besser beschrieben, als ich hätte beschreiben können. Genau, ich glaube, das war das,
was ich sagen wollte, diese Idee von einem Normalzustand, den der Körper
vermeintlich hat oder so, wie der eigene Körper halt funktioniert. Also
auch so eine Idee von normal.
Ich habe letztes Jahr gemerkt, dass ich eben, ich hatte auch so klein, ich habe
mir die Schulter rausgehauen, wobei das hatte weniger mit dem Thema Altern zu tun, das
hatte mit einem Unfall zu tun, aber eben auch, ich hatte dann, ich habe eine
Zahngeschichte, die mich jetzt seit Jahren begleitet und die eben auch, ich
glaube auch was mit Perimenopause zu tun hat, dass sie wieder so aufgeplant ist. Und
das ging jetzt bis hin zu letztes Jahr der Zahn gezogen und Implantat. Ich hatte
dann letztes Jahr eine Situation, wo ich die Schulter in der Schlinge hatte und
einen Zahn gezogen bekam. Das war alles auch zeitgleich. Und das war so
eine Phase, dann hatte ich so letztes Jahr, da würde ich sterben vor Selbstmitleid, also
ohne Scheiß, da würde ich, glaube ich, zwei Wochen lang nur sagen, warum ich,
warum so ungerecht das ging. Aber das
hat eben dazu geführt, dass ich so ein paar Monate hatte, letztes Jahr, wo ich
das Gefühl hatte, so immer kommt noch was drauf und noch was und dann
eben auch irgendwann gemerkt habe, ja, ich renne auch immer noch mit einer Idee rum
von das ist der Normalzustand meines Körpers und
dass ich auch eine unausgesprochene Erwartung hatte von mein Körper kehrt dahin
wieder zurück, was du gerade beschrieben hast. Und das ist
natürlich totaler Quatsch am Ende. Aber ich merke auch,
dass diese Idee immer wieder so reinkommt und ich mich immer wieder
mit dieser Idee auseinandersetzen muss und dass es erst mal so
reinschiesst als Vorstellung und dass das halt durchaus Stress machen
kann. Und ich bin da auch mittendrin. Und ich wollte sagen, dass um das
vielleicht auch noch mal auf eine Ebene zu ziehen, die mit uns beiden als Individuum
nicht viel zu tun hat, als Einzelperson, dieses, du hast vorhin gesagt, ja,
man bietet, man bietet Angriffsfläche, wenn man neurodivergent ist, wenn man nicht so
funktioniert, man bietet Angriffsfläche, wenn der eigene Körper, also als mit
einem dicken Körper, weil man aus der Norm rausfällt. Und ich finde
altern ja auch, man bietet wieder mehr Angriffsfläche, weil man ja,
also man fällt irgendwann sehr klar aus der Norm raus, wie Körper sein
sollen. Ja, dann passt es ja auch dazu noch mal einfach diesem
Thema so anders sein und da rutscht man. Und ich glaube tatsächlich, dass es vor
allem das Thema Altern, ich glaube, es ist für niemanden super leicht, wobei ich vieles
auch toll finde am Altern. Ich finde es auch toll, aus bestimmten Sachen rauszufallen,
aber ja, doch, stimmt. Also manches hat
durchaus Positives, also das will ich gar nicht abstreiten. Aber ich wollte
sagen, ich habe manchmal das Gefühl, dass es gerade für Menschen, deren Körper halt
zumindest in bestimmten Lebensphasen oder längeren Lebensphasen oder bestimmten Normen mehr
entsprochen hat, dass es da, glaube ich, wirklich oft noch mal schwieriger ist.
Also das ist zumindest mein Eindruck, wenn ich in meinem Umfeld so schaue.
Ja, aber ganz, also verstehe ich auch, da ist für mich eine ganz klare Logik,
weil wenn du, also je attraktiver in
Anführungsstrichen jeder Mensch hat, ist schön,
wenn du diesem typischen Schönheitsideal mehr ansprichst,
dann hast du wirklich mehr, also du hast unheimlich viel Vorteile, die du gar
nicht, also wo du gar nicht weißt, dass die aufgrund deines Aussehens passiert sind. Da
gibt es ja auch Studien drüber, dass also Studentinnen oder Studenten,
die dem Schönheitsbild mehr entprechen, erfolgreicher sind zum Beispiel oder Schülerinnen und Schüler. Und
wenn du dann merkst, okay, also jetzt, wo ich so ein bisschen, wo diese
Schönheit verblasst quasi, wo das nach hinten tritt, weil mehr Falten, Augenringe,
Haare werden dünner, keine Ahnung, eben Gewichtsveränderungen, auch bei total schlanken Menschen in der
Perimenopause oder so, dann merken die, oha,
also die merken nicht nur dieses, ich verändere mich äußerlich, sondern es verändert
sich was, wie die Leute mit mir umgehen und wie ich ankomme und
was mir quasi an guten Sachen entgegenkommt. Und das stelle ich mir dann quasi
noch härter vor. Also das war bei mir schon bis zum gewissen Grad, aber ich
war halt jetzt nie so die superklassische Schönheit oder so. Insofern
wäre ich sonst wesentlich. Ich glaube, du fällst da echt tief. Ja, oder einen
intensiveren Auseinandersetzungsprozess als bei jemandem wie mir, wo ich halt denke, ich fall halt
schon seit Ewigkeiten aus der Norm so komplett raus. Also nicht komplett,
auch da gibt es innerhalb von der Gruppe von
gefährten Menschen gibt es auch unterschiedliche Privilegien und es hat was damit zu tun,
wie dick ist man tatsächlich, aber auch, wie kannst du dich kleiden vielleicht
auch? Oder kannst du dir einen Friseur leisten? Ja,
oder aber entspricht deine Körperform, also zumindest, also
entspricht deine Körperform trotzdem noch? Also auch da gibt es unterschiedlich weit weg
oder nah an der Norm sein. Also ich habe, glaube ich, immer noch eine Körperform,
die an vielen Stellen nicht einer Norm entspricht.
Ich habe schon so dieses, ich mache gerade für diejenigen, die das nur hören und
das Video nicht sehen, ich mache gerade immer diese Bewegung, diese Hourglass ist glaube ich,
diese Sanduhr ist genau, Also ich bin da
zumindest nicht so weit von weg, das macht was. Und ich habe ein Gesicht, was
auch einer bestimmten Norm von Aussehen und Schönheit
entspricht durchaus total. Und von daher will ich gar
nicht sagen, dass ich da komplett rausfalle, Das würde nicht stimmen. Aber ich bin
halt einfach schon so ewig dick und bin dadurch einfach aus bestimmten Sachen. Also ich
kenne das, dass Menschen mich auf eine bestimmte Art behandeln, aufgrund meines Körpers zu
mir auch vielleicht unfreundlich sind. Also das krasse ist ja immer, ich weiß nicht warum
die gerade vielleicht nicht so nett sind. Ich weiß nur diese Erzählungen sind ja auch
einfach immer ätzend zu allen. Also das weiß man ja. Vielleicht sind die zu allen
gleich unfreundlich. Genau und gleichzeitig gibt es so viele Erzählungen von Menschen, die mal
dick waren, abgenommen haben, also dünn geworden sind und die dann hinterher beschreiben, dass alle
viel viel netter die meisten Menschen zu ihnen waren oder dass sie viel viel mehr
Erfahrung gemacht haben von Menschen sind freundlich zu ihnen, wo ich immer so denke, das
ist ja das Krasse. Ich kann ja auf den Finger nicht drauflegen, was es jetzt
gerade ist. Hat die Person einen schlechten Tag? Ist sie zu allen unfreundlich oder ist
die Person gerade unfreundlich, zu dick und denkt sich genau, weil du bist ja faul
und keine Ahnung. Genau, also ich weiß einfach oft nicht was es ist und
das ist ja oft das Schwierige. Deswegen ist glaube ich für mich dieser
Prozess, für mich liegt im Altern auch viel befreiendes. Ja, ich nehme das auch
wahr von ich entferne mich noch mal von Normen. Dieses
unsichtbarer werden erlebe ich auch. Ich finde es auch auf viel
befreiend, weil dieses unsichtbar werden ist ja auch manchmal Ja, ich werde ja
unsichtbar für einen bestimmten Blick. Das ist nämlich dieser männliche Blick und das
finde ich, da ist ja, ich weiß, das ist das, woran Frauen
sich, also Frauen werden so sozialisiert, sich immer einen männlichen Blick auszurichten.
Ich wollte gerade sagen, das musst du auch lernen und das war mir nicht bewusst,
dass ich mich dadurch irgend, dass ich mir dadurch selbstwertgezogen habe. Das ist
mir erst bewusst geworden, nachdem das wegfällt jetzt, dass ich mir
merke, okay, das macht durchaus was mit meinem
Selbstwertgefühl und obwohl es mir eigentlich pupsegal sein könnte, wie irgend so ein Typ mich
findet, der da jetzt vorbeigeht, den ich überhaupt nicht kenne, der mich null
interessiert, aber es macht trotzdem was. Das mus sich erstmal bewusst machen. Das ist halt
auch wirklich so eine Prägung, die alles mit sich rumtragen und ich glaube, dass
es eben manche Menschen diese Prägung schon eher sich damit eher
auseinandersetzen, das auch eher verlernen vielleicht oder es nicht mehr so
stark, dass es nicht mehr so wichtig ist und ich merke, dass ich
vieles auch angenehm daran finde, aus diesem männlichen Blick
rauszu rauszufallen, immer mehr rauszufallen, weil oh,
da ist ja auch ganz viel Beengendes drin. Ich möchte auch, ich
finde glaube ich auch, ich finde auch Männer immer schwierig, also heterozyst Männer
immer schwieriger, je älter ich werde. Also da ist ganz vieles und dass ich merke,
da ist auch eine Freiheit drin. Also für mich ist in diesem hey, ich bin
dick und ich sage irgendwann auch, hey, das ist okay, dick zu sein
und dann kleide ich mich so, wie ich mich kleiden will. Auch da, da steckt
ganz viel Freiheit schon drin. Und dann mit dem Thema Altern kommt für mich auch
noch mal auch noch mal ganz viel Freiheit.
Und das ist auch wirklich eher so auf so einer Gefühlsebene. Ich kann das auch
gar nicht so richtig beschreiben. Aber ja, weil körperlich ist die Freiheit nicht so wahnsinnig
groß, wenn es ein bisschen losgeht mit den Zifferlein, sagen wir mal ganz
ehrlich. Aber ja, ich weiß, was du meinst, das stimmt. Also
vieles ist mir nicht mehr so, da lege ich nicht mehr so viel
Wert drauf aufs Außen und bin mehr im Innen. Aber
ich darf noch, also ich habe da schon noch einen guten, guten Weg vor mir.
Absolut. Ich bin da auch nicht fertig und ich vermute, das Thema alternativ begleitet
bis ans Leben, Lebensende. Ja, weil es geht ja auch immer weiter. Es verändert sich
ja permanent was. Also es bleibt ja nie auf diesem einen, wo du sagst, okay,
damit bin ich jetzt fein mit diesem Level und dann verändert der Level sich wieder
und du musst dich auch. Also von daher. Und ich glaube in unserer Gesellschaft eben,
das ist genauso, würde ich sagen, wie mit Gewicht auch, da ist man mit dem
Prozess nie fertig, weil die Gesellschaft halt an sich so fettfeindlich ist und man ja
ständig in dieser, in dieser Gesellschaft lebt und ständig damit konfrontiert
wird mit diesen Botschaften auch. Und genauso im Thema Altern. Wir leben halt in
einer Gesellschaft, die alte Menschen abwertet oder auch alte Körper
abwertet und das ändert sich ja nicht. Das heißt auch da bin ich
ja ständig in so einem Prozess dann halt drin. Ich würde
so langsam Richtung Abschluss kommen. Ja, genau. Ich
habe gerade gedacht, wir hatten ganz andere Zeitabsprache, aber es war auch sehr schön. Wir
hatten einen ganz anderen Zeitplan nur so nebenbei, aber das macht gar nichts, weil es
war voll schön und wir machen es einfach bald noch mal. Absolut. Ich habe Zwei
letzte Fragen. Das eine ist, ich frage sonst immer
Menschen, was ihnen auf ihrem Weg geholfen hat. Dich
würde ich glaube ich eher gerade fragen, was dir aktuell hilft in der
Phase, wo es auch wirklich gerade noch mal so herausfordernd ist, mit dem Thema
Körper umzugehen, wie der Körper sich verändert etc. In
dieser Phase. Was hilft dir, dich da ein Stück weit besser in deinem
Körper zu fühlen? Also was total witzig
ist, was mir ganz oft hilft und was mir sonst aber auch oft im Weg
steht, ist, dass ich durch meine ADHS Dinge so wahnsinnig
krass ausblenden kann. Und das ist manchmal
ganz schwierig, wenn man eben ausblendet, dass man was Wichtiges tun muss oder einen Termin
vergisst. Aber manchmal ist es auch total hilfreich, weil es
wie so eine riesen Verdrängungsmaschine ist und dass ich dann einfach
Dinge vergesse und mir dann keinen Kopf mehr drum mache, zumindest für
eine Weile und wie so einen kleinen Urlaub habe von diesen Sorgen oder von
diesen Gedanken. Das hilft mir total. Und was mir auch unheimlich hilft, ist,
dass ich mich seit mehreren Jahren, eigentlich auch seit ich da in dem Business Coaching
Programm war bei der Lena, vorwiegend mit Frauen umgebe, mit
ganz tollen, mit ganz spannenden, mit ganz interessanten Frauen
aus den unterschiedlichsten Kontexten irgendwie und da so eine
Gemeinschaft habe. Also ich hab ganz viele Frauen,
wo ich zu verschiedenen Themen einfach
hingehen oder hinschreiben kann. Die meisten sind leider weit weg, so wie du und
sagen, boah, kennst du das auch, geht es dir auch so? Und dann ein
wunderbares, stärkendes Feedback kriege Und ich
fühle das total, so diese weibliche Gemeinschaft
quasi. Das ist Wahnsinn, was das mit mir macht. Ich wünschte, ich hätte das viel,
viel früher verstanden, wie wichtig das ist, dass wir zusammenhalten, anstatt
gegeneinander zu gehen, weil das hilft mir eigentlich am meisten
tatsächlich schön. Ich habe überhaupt nicht gewusst, wo du
damit hinläufst, aber es freut mich gerade sehr. Ja, kannst du mal sehen, wenn die
Interviewgäste vom Glitzer erzählen, dann sitze ich oft, lächeln ganz
selig, weil ich mich einfach so freue, weil das immer so schön ist, das zu
hören. Vielen Dank. Damit komme ich auch direkt. Also wir waren noch gar nicht am
Glitzer, aber ich komme damit auch jetzt zum Glitzer. Und zwar
frage ich immer und ich habe jetzt gerade aber beschlossen, ich ändere die Definition, weil
mich das selber so genervt hat, dass ich das mal so ausführlich erkläre. Und
zwar, wenn ich Folgen alleine mache oder auch in meinem Newsletter gibt es die
Kategorie Glitzer. Das sind Sachen, die mir gerade Freude bringen, die ich mal, Also
die Idee ist nochmal so Glitzer am Ende zu streuen. Und ich hatte bis jetzt
immer die Definition, es könnte auch was sein, was sich nur beschäftigt. Ich ändere das
hiermit und sage einfach Dinge, die du gerade magst, die du schön
findest. Also ich ändere das gerade auf nur noch positive Sachen. Mich würde
interessieren, was ist denn gerade so dein Glitzer? Mein Glitzer,
oh Gott. Also auch das sind ganz viel meine Freundinnen,
aber auch so ganz banale Sachen wie bestimmte Serien
oder Themen. Ich habe halt ein paar so Spezialinteressen, die ich mag, die sind immer
mein Glitzer mein Leben lang. Die ändern sich. Das sind also Haie zum Beispiel,
die Titanic, Weihnachten, Weihnachten ist immer mein Glitzer. Also
wenn es mir ganz schlecht geht, dann gucke ich halt auch im Sommer mal einen
Weihnachtsfilm oder so. Oder ess vielleicht irgendwas sehr
Zimtiges oder so. Also das sind Dinge, die ich kann mich,
ich habe diesen Autistic Joy, der sagt ja wahrscheinlich auch was. Also diese autistische
Freude. Ich kann mich über total kleinen Pupskram extrem
freuen, ob es eine Raupe im Garten ist oder tatsächlicher Glitzer. Meine Kinder
haben überall Glitzer hier. Also das
ist tatsächlich meine Stärke, glaube ich, die mich überall rauszieht, dass ich überall Glitzer
sehe. Du kannst Müllhalde, ich bin so ein.
Früher gab es Sperrmüll noch. Ich habe überall massenweise Zeug nach Hause geschleppt, meine Mutter
hat es gehasst, machen meine Kinder heute auch. Aber das ist mein Glitzer. Ich finde
zwischen Müll überall Sachen, die ich toll finde und brauchen kann. Also zwischen
Gedankenmüll und Lebensmüll manchmal auch.
Ja, ich finde, es glitzert hier sehr viel. Ich
hab gerade gesagt, ja, ich finde für mich ist Neurodivergenz auch damit
verbunden mit viel Glitzer haben diese Begeisterungsfähigkeit.
Wir sind Glitzerdediktoren. Ja, absolut. Ich finde, das ist
wirklich, Also ich finde Neurodivergenz hat, wir haben vorhin viel drüber gesprochen,
über die Sachen, die damit so stressig sind, die damit auch einhergehen, Scham und so
viel Gutes auch. Total. Also ich mag meinen Kopf auch total gerne dazu
vielleicht auch noch so als abschließende Anekdote. Ich finde
das so interessant, weil wir vorhin hatten mit, ich habe erst seit 40, seitdem ich
40 bin, angefangen darüber nachzudenken, dass ich neurodivergent sein könnte. Und ich
finde es so witzig, so zurückzuschauen, zu sehen, ah, die Anzeichen waren also ganz lange
zurück, waren immer schon da. Also ich kann wirklich, kann das sehr lange
zurückverfolgen bis in meine Kindheit. Und ich hatte
2018, also zwei Jahre bevor ich angefangen habe, darüber nachzudenken,
hatte ich eine Situation, da habe ich meine Ausbildung zur Diversity Trainerin angefangen und da
war in der ersten Runde am ersten Tag
gab es die Frage, was wir an uns eine Sache zu
nennen, die wir an uns mögen. Und dann haben wir so die Runde rumgemacht und
ich habe gesagt, ja, mein Kopf, also das ist oft ziemlich anstrengend, aber ich mag,
da ist oft so viel los, aber ich mag den auch. Ich mag das gerne
und ich finde, das beschreibt dieses Thema Neurodivergenz für mich total gut. Und ich
denke im Nachhinein noch, dass ich damals nicht gecheckt habe, dass ich
neurodivergent bin. Aber manchmal braucht man halt auch bestimmte Aha
Erlebnisse und das ist auch heute noch so. Also ich finde es
manchmal, dieses aus den gesellschaftlichen Normvorstellungen
rausfallen, finde ich, macht bei mir manchmal Stress
und Leben auch produziert auch Scham. Aber ich finde bei mir, da ist auch so
viel, ich würde meinen Kopf auch nicht eintauschen. Also ich würde auch nicht eintauschen,
dass der anders funktioniert, weil ich liebe das total, wie mein Gehirn funktioniert
und dass ich so Gespräche wie mit dir haben kann, dass ich oft so,
dass ich so kreativ sein kann, dass es eben viel, dass ich viel auch Glitzer
in der Welt sehe. Und ich liebe das total und denke, cool, das hat schon
auch. Ja, schön. Wollen wir das als Schlusswort
nehmen? Klingt toll. Das wollen wir als Schlusswort nehmen. Also das finde ich echt,
jetzt glitzert es gerade wieder hier so. Ich habe gerade inneren Glitzer. Sehr schön.
Verabschieden wir uns Glitzern. Ich danke dir sehr, dass du da warst, dass du dir
Zeit genommen hast. Gerne. Es war mir ein großes Vergnügen und
damit erstmal tschüss.