Körper und Gesellschaft

Ira Schumann

„Ich will da sein, ich will gesehen werden“: Interview mit Lisa-Maria Walter

01.06.2026 64 min

Zusammenfassung & Show Notes

Lisa-Maria Walter und ich haben über verschiedene Erfahrungen von Fett-Diskriminierung gesprochen und darüber, wofür es hilfreich sein könnte, dick_fett sein als chronische Krankheit zu sehen. 
Außerdem erzählt Lisa von der Ausstellung, die bald beginnt und von dem Buch, was bald kommt. 

Lisa-Maria Walter und ich haben über verschiedene Erfahrungen von Fett-Diskriminierung gesprochen und darüber, wofür es hilfreich sein könnte, dick_fett sein als chronische Krankheit zu sehen. Außerdem erzählt Lisa von der Ausstellung, die bald beginnt und von dem Buch, was bald kommt.

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Artikel Schuld und Scham:
https://die-weibliche-seite-der-systemik.de/schuld-und-scham-ein-gastbeitrag-von-lisa-maria-walther/ Hinweis von Lisa:
Online-Treffen gegen Gewichtsdiskriminierung und Ableismus im Arbeitskontext für mehrgewichtige Menschen mit chronischer Erkrankung, Behinderungen und/oder Neurodivergenz am 14.07.:
https://jobinklusive.org/veranstaltung/breitseite-barrierefrei-veranstaltung-gegen-gewichtsdiskriminierung-und-ableismus/


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Transkript

Willkommen beim Podcast Körper und Gesellschaft, dem Podcast für das Thema Körperakzeptanz. Mein Name ist Ira Schumann. In dieser Folge ist Lisa Maria Walter zu Gast. Lisa kennt ihr vielleicht als A Fat Future auf Instagram. Bevor ich euch mehr dazu erzähle, kurz was dieser Podcast ist ja bisher so ein bisschen so einbahnstrassig. Also ich spreche was ins Universum und weiß nicht so richtig, bei wem das ankommt und was ihr darüber denkt. Ich freue mich, wenn ihr Kommentare zu den Folgen hinterlasst. Also mich interessiert natürlich, wie findet ihr die Folge insgesamt? Was würdet ihr aus eurer Sicht ergänzen? Welche Perspektive hat euch vielleicht gefehlt? Oder vielleicht was seht ihr auch ganz anders? Und mein Wunsch bitte so wertschätzend und gewaltfrei wie möglich. Also gerne kritisch, aber eben dabei bitte wertschätzend bleiben. Und es gibt mehrere Möglichkeiten für Kommentare. Also Option 1 ist Instagram. Es gibt zumindest zu den Interview Folgen immer auch ein, zwei Posts, unter die ihr kommentieren könnt. Option 2 ist Spotify. Auch da könnt ihr Kommentare hinterlassen. Und ich habe übrigens vor ein paar Tagen erst gesehen, dass da schon Menschen Kommentare hinterlassen haben, auch schon zum Teil vor längerer Zeit. Vielen Dank euch. Ein sehr spätes Danke euch. Und Option 3 für Kommentare ist YouTube. Also auch dort könnt ihr kommentieren, Klammer auf. Das ist wahrscheinlich das, was ich am spätesten sehen werde. Aber wenn euch nicht stört, dass es ein paar Tage dauert, bis ich dann drauf reagiere, dann gerne auch YouTube, Klammer zu. Ich bin sehr gespannt auf eure Gedanken und freue mich drauf. Und noch kurz zu Spotify. Ich habe dort letztens erst gesehen, dass es dort mehrere Bewertungen für den Podcast gibt und das hat mich sehr gefreut. Danke euch, wenn ihr den Podcast auch über eine Plattform wie Spotify hört, wo Bewertungen möglich sind. Das ist eine total gute Möglichkeit, diesen Podcast zu unterstützen. Also weil er darüber eben einfach von mehr Menschen gefunden wird. Hinterlasst doch total gerne eine Bewertung und ich freue mich natürlich, wenn die positiv sind. Jetzt aber zur aktuellen Folge. Gleich hörst du das Interview mit Lisa Maria Walter. Wir haben viel über verschiedene Erfahrungen von Fettdiskriminierung gesprochen. Wir haben auch über diesen Begriff Fettdiskriminierung gesprochen und unter anderem auch darüber gesprochen, wofür es hilfreich sein könnte, dick fett sein als chronische Krankheit zu sehen. Und außerdem erzählt Lisa von der Ausstellung die bald beginnt, nämlich Am Mittwoch, am 3. Juni schon und von dem Buch, was bald kommt. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Hören und verabschiede mich schon mal bis zur nächsten Folge, die voraussichtlich am 13. Juni rauskommt. Bis bald und tschüss. Willkommen, Lisa Maria Walter, schön, dass du da bist. Für diejenigen, die dich nicht kennen, bitte sag doch mal, wer bist du, was machst du, was könnten Menschen über dich und deine Arbeit wissen? Ja, hi erstmal. Ich freue mich total, da zu sein. Gott, wo fängt man da immer an? Ich bin Lisa erstmal ganz einfach. Genau, ich bin jetzt mittlerweile 14 Jahre in Berlin, komme aus einem kleinen Dorf in Franken namens Euerfeld und kam hierher nach Berlin, um eigentlich Modedesign zu studieren. Das war so der Grund, warum ich wirklich in die große Welt gezogen bin, sage ich mal so ein bisschen. Und habe darüber, glaube ich, so ein bisschen meinen Weg gefunden in die Kunst, ins Design, mittlerweile auch in den Aktivismus. Also ich bin stark aktiv im Fettaktivismus und genau, mache gerade sehr viel in der Richtung Plan, gerade eine Ausstellung, die jetzt übrigens nächste Woche anfängt und habe diverse Stationen schon hinter mir auf meinem Weg, sage ich mal, gerade im beruflichen. Also ich bin ja über die Modelbranche dann irgendwann zur Selbstständigkeit gekommen, habe ein eigenes Label gegründet, eben A Fat Future, dafür gibt es auch einen Instagram Account. Genau, habe dann Upcycling Mode gemacht und Kunst und Design Sachen mit Schmuck und habe dann irgendwann gemerkt, ja, ist schön, macht Spaß, bezahlt die Miete leider nicht komplett, deswegen bin ich dann irgendwann in die persönliche Assistenz gegangen und habe im Arbeitgeber Innen Modell für eine Person mit Behinderung Assistenz gemacht in zwei Stunden Schichten und hab dann gemerkt, was da alles im Argen liegt und bin dann über den Weg dann auch irgendwann bei den Sozialheldinnen gelandet, beim Verein, wo ich jetzt immer noch gerade bin. Genau, und setze mich da auch für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Genau, und das mischt sich alles, finde ich, wunderbar und sehr, sehr gut mit meinem eigenen Aktivismus gegen Fettdiskriminierung. Deswegen, genau, bin ich da so unterwegs. Ja, total spannend. Wenn du gerade so, du hast vorhin selber so gesagt, du bist irgendwie Kunstdesign ein bisschen so zum Aktivismus gekommen. Wie konkret hat das denn ausgesehen? Also wie bist du da von A nach B gekommen? Ich glaube, das hat ein bisschen damit zu tun gehabt, weil ich ganz oft in meiner Karriere, nenne ich es mal als Designerin gemerkt habe, dass mir alle sagen, hey, mach doch mal Mode für Dicke. Warum machst du keine Mode speziell für Menschen wie dich? Und ich habe das am Anfang natürlich, also wenn man halt da rein startet in so ein Studium und umgeben ist von Menschen mit Zero Size und wirklich sich denkt, okay, ich pass halt null hier rein, irgendwie falle ich auf wie ein bunter Hund, dann war es immer so, dass ich mir dachte, okay, ich möchte halt mich anpassen. Ich möchte auch Sachen machen, die auch auf auf Catbox gezeigt werden. Also da fing es ja schon an, dass ich gemerkt habe, okay, wenn ich was anderes mache, finde ich keine Models in meiner Größe, die es präsentieren. Muss ich selber nachschauen. Genau. Und dann fing es auch so an, dass ich gemerkt habe, okay, wenn ich was mache in meiner Größe, muss ich dafür modeln, weil sonst wird schwierig oder auch geldtechnisch irgendwie nicht machbar. Und dadurch fing das, glaube ich, so ein bisschen an, dass ich gemerkt habe, okay, ich möchte eigentlich Mode machen und auch für mich aber eben irgendwo reinpassen Auch deswegen war es immer so ein Clinch von mir selber, was möchte ich machen? Was sagt die Gesellschaft, was ich machen soll? Weil ich bin ja dick, ich muss ja Mode machen für dick. Und es war immer so immer so ein Trotzreaktion. Ich mache das ganz bestimmt nicht, weil ihr mir das sagt, aber eigentlich möchte ich es irgendwie doch. Und dann wird es immer so ein Clinch und dann denkt man sehr viel drüber nach einfach. Und auch das Thema an sich in der Gesellschaft, ob dicke Menschen halt dazugehören und durch Mode halt auch, ist das auf jeden Fall was sehr Unmittelbares, was dir erzählt in der Gesellschaft, ob du gewollt bist oder nicht, weil ob du willst oder nicht, du musst dich irgendwie ankleiden, du darfst nicht nackt auf die Straße. Und wenn es einfach keine Mode für dick fette Menschen gibt, dann wird es kompliziert. Also es gibt ja welche, aber immer noch eine eigene Folge quasi. Genau, wäre eine Challenge auch. Also mal für normgewichtige Menschen, zieht mal nur Sachen an, die es im Laden auch für übergrößen gibt. Findet nicht so viel. Absolut. Und es würde ja schon da anfangen, dass, glaube ich, die meisten Menschen, die nicht dick sind, dick, fett sind, schon erstmal überlegen müssten, in welche Läden sie überhaupt dann gehen könnten und wahrscheinlich eine längere Weile bräuchten. Also gerade in so einer, in, also kommt darauf an, wo man auch wohnt. Ich wohne zum Beispiel in Leipzig, da wohnen jetzt irgendwie Menschen, da gibt es eine Innenstadt, ich weiß gar nicht, vielleicht ein, zwei, drei Geschichten, wo man reingehen kann. Wenn man dann irgendwo wohnt, wo Menschen wohnen, wird es noch schwieriger. Also das heißt total. Genau. Ich finde die Challenge könnte man mal ausrufen. Das ist auf jeden Fall eine Challenge. Selbst online ist ja auch dieselbe Story. Also es gibt ja auch mittlerweile klar alles online zu kaufen, Aber selbst da, entweder ist es wirklich schlechte Quali oder es kommt ganz auf Sachen an, die einfach ganz anders aussehen als online verschrieben. Und sowieso die Werbung ist auch nicht auch ausgelegt und es verschlechtert sich auch gerade noch mal. Also ich lese gerade immer, also Marken nehmen gerade bestimmte Größen wieder raus, also Große, Größen und aber auch die Qualität wird noch mal schlechter und die Designs werden schlechter. Also das ist wirklich total interessant, was da gerade passiert. Aber wir wollten eigentlich, wollte ich genau wie du zum Aktivismus gekommen bist, das heißt, du musstest dich mit dem Thema beschäftigen, ob du wolltest oder nicht, habe ich verstanden. Und was war da noch? Also gab es danach noch Schritte, die dann dazu geführt haben, dass du dann noch mal Aktivismus tätig geworden bist? Das war schon ziemlich schleichend. Ich habe schon gemerkt, dass ich auch während dem Studium schon so ein bisschen in die Richtung gegangen bin, einfach weil ich existiert habe. Also es kam mir fast schon so vor, als ob ich, egal wo ich war, eh schon dafür kämpfen musste, dass ich überhaupt da sein darf, dass das okay ist. Ich bin hochgewichtig, seitdem ich drei, vier Jahre alt bin. Also es gab kein dünnes jugendliches Ich oder irgendwie ein dünnes Ich vor dem ganzen jetzt. Und es war immer so der Struggle. Also da, wo ich herkam oder hinkam, irgendwie war es immer so ein Bild von man fällt auf, man ist größer als andere. Ich war auch immer in der Grundschule schon größer als immer, so ein Kopf größer, eineinhalb Kopf größer und habe den kleinen Mädels die Türen geöffnet, weil die so schwer waren. Ich war auch immer stark dafür auch und Ja, es war immer so eine Mischung aus irgendwie Bewunderung, weil halt groß und stark, aber gleichzeitig fällt er auf, gerade auch, weil ich als Kind zum Beispiel auch in erster, zweiten Klasse war ich beim Gardetanz. Also ich hab Karneval Funkmariechen mäßig auf der Bühne rumgesprungen. Genau, und da war man halt auch als Aristokatz auf der Bühne und natürlich waren da alle so Kopf kleiner und alle nur so schwer in mein linkes beIN. Und dann, es war immer irgendwie dieses Feeling von ich darf zwar mitmachen, aber alle sind so ein bisschen, was ist denn da für eine Ausnahme? Und da durfte ich auch irgendwann nicht mehr mitmachen, weil die Kostüme mir nicht gepasst haben. Also ich bin irgendwann gegangen worden aus der Gruppe, weil ich ja entweder hätte ich noch mal zurückgemusst in die kleinere Gruppe, weil ich wäre ja noch größer geworden und dann war ich irgendwann noch mal, hätte ich zurückgemüsst in die kleinere Gruppe, dass ich mit den Leuten halt dann tanzen könnte, weil diese traditionellen Faschingskostüme natürlich, die gab es ja nur auf angefertigt worden, da gab es halt eben eine bestimmte Größe von S bis M und dann durfte ich nicht mehr mitmachen. Ja, wie absurd, dass bei so was so super Speziellem in so einer Nische, wo man denkt, das ist ja, also da werden Sachen sowieso angefertigt, wenn man die nicht im Laden bekommen kann, diese Kostüme. Und dass es dann aber nicht, dass Menschen nicht auf die Idee kamen, hey, wenn wir das eh schon anfertigen, dann könnten wir vielleicht auch einfach eine Größe größer oder fünf Größen größer machen. Es ist egal. Also am Ende einfach sagen, das sind halt die Menschen, die halt da sind und die hier mittanzen und dann kriegen die halt jeweils ein Kostüm sind. Also dass das dieser Denkprozess einfach, also eine krasse Barrierenerfahrung halt so früh und dann ist eine richtig krasse Barrierenerfahrung ist auch genau das, was ich auch gerade drauf komme. Okay, wie viel ist es uns wert, dass man das anschaffen. Also genau das muss ja nicht im Voraus anschaffen, so ungefähr, weil es ist ja keiner da gewesen in der Gerichtsklasse. Genau wie wenn zum Beispiel auch jetzt gerade aktuelle Situation, eine Sportlerin geehrt werden soll, die im Rollstuhl sitzt und nicht auf die Bühne kommt, weil die Rampe zu teuer ist für diese eine Person, wo ich mir auch denke, ihr versteht es immer noch nicht. Eine Person kriegt ja nicht diese Rampe. Es geht durch Rampe, wo dann auch wirklich für alle Menschen danach, die im Rollstuhl sitzen oder auch Rollatoren benutzen etc. Auch auf die Bühne können. Also es ist ja nicht, dass es irgendwie eine Person ist, sondern es wird ja auch weitergegeben und es gibt neue Möglichkeiten dadurch. Ja, es ist halt genau der Punkt. Also man wird halt immer hingestellt als die Ausnahme und du musst dafür kämpfen, dass du da sein darfst. Und das hat natürlich immer ein Mehrwert. Wenn du selber durchsetzt, dass du dabei sein darfst, hat es eine Auswirkung, dass auch danach, nach dir noch Personen kommen, die auch dann meinetwegen in der Gewichtsklasse oder mit dieser Behinderung oder allem Möglichen weiterkommen halt, dass die sehen, es geht. Also das ist, glaube ich, so der Antrieb von meinem Aktivismus, dass ich merke, okay, wenn ich das kann oder mich durchsetze und mich zeige, dass es auch anderen Menschen die Möglichkeit zeigt, dass das auch geht. Ich glaube, das war so immer mein Antrieb, dass ich gemerkt habe, ja, will da sein, ich will gesehen werden und manchmal vielleicht auch ein bisschen zu viel und ein bisschen zu nackig. Das ist ja auch immer ganz oft Thema schon, wenn ich dann irgendwie bin ja ganz viel auch in Gruppen dann zum Zeichnen immer rein, weil da darf man es eben. Das war auch so ein Moment, wo ich gemerkt habe, okay, ich will einfach dann auch dafür für ein Bild sorgen, was halt nicht so standardmäßig ist. Und genau, weil ich selber auch eben in einem Studium halt eben gezeichnet habe, ganz viel auch beim ersten Semester, im zweiten noch. Und halt, ja, es gab halt einfach Standardmodels, männlich, weiblich, irgendwas muskulös oder sehr, sehr dünn, sehr groß gewachsen. Und man kam auch mal ein Model um die Ecke, das wirklich, also nicht ganz mein Kaliber war, aber auf jeden Fall dicker war. Und ich war so, ich war richtig gezittert und war so, mein Gott, wie toll ist das? Also ich habe richtig selber gemerkt, was mich das mit mir macht und auch beim Zeichnen gemerkt, ich kann gar nicht mich, ich kann gar nicht mich am Skelett orientieren, was ja sonst immer unterrichtet wird in den Klassen. Du musst wirklich gucken, okay, es sind einfach nur Rundungen, es sind immer eine geometrische Form, du gehst ganz anders an den Körper ran. Das fand ich super spannend und es bis heute, auch wenn ich irgendwie gezeichnet werde danach dieses Gefühl, was haben die Leute aus mir gemacht, was haben sie gesehen in mir und wie haben das umgesetzt, weil es eben immer neuer Ansatz ist. Also es ist kein Standard, was irgendwie gezeigt wird. Das mag ich total gerne. Kurze Zwischenfrage, aber das ist nur einfach mein Interesse. Gerade wenn man als Aktmodel irgendwie in so einer Klasse drin ist, kriegt man hinterher die Bilder zu sehen oder ist das nicht üblich, dass man die zu sehen bekommt? Man muss es nicht. Also ich habe auch schon Akt gestanden, wo man quasi so ein bisschen sich abgeschirmt hat. Also da wurde schon so ein extra Raum zur Verfügung gestellt und man sollte auch unbedingt mit Bademantel kommen und so. Also es war immer so wie so ein Exposé und jetzt ist es wieder weg und danach wird es alles so einzeln besprochen. Gab es auch tatsächlich, Aber ich habe Gott sonst Glück gehabt. Also es war nur einmal, wo das wirklich so rüberkam und meistens setze ich mich auch darauf ein, dass ich sage, ich will es auch sehen und sogar in der Pause lasse ich auch meistens den Bademantel weg oder halt nur zieh so schnell einen Schal drüber oder irgendwas Kleines und guck auch mal rum, was so passiert. Oder quatsch auch die Menschen voll das nicht immer so. Man guckt schon erstmal so, okay, das Model kommt, aber ich bin auch so, ich bin ja offen und denke, ich möchte auch wissen, was sie darüber denken. Also genau das ist ja, Ich mache das ja nicht, weil ich irgendwie bezahlt werden will und ich mache das nicht fürs Geld. Fürs Geld muss man es wirklich nicht machen. Am Ende nicht die Welt rum. Also ich hatte schon zwei Tage am Stück, wo wir eine wunderschöne Kunstaktion gemacht haben. Da war es auch wirklich so, dass man okay, wir machen mal ich tanze zum Beispiel, die Menschen malen mich in Bewegung oder ich projiziere irgendwie zum Beispiel Feuerwerk auf mich oder irgendwelche Formen, dass die Menschen dann das malen, was sie da erleben. Das war ein anderer Ansatz. Da war auch mal ein bisschen mehr Geld im Spiel. Aber im Normalfall sind das normaler mindestlohn, also so 15 Euro die Stunde, 20 Euro, wenn es mal hochkommt. Und meistens ist man dann ja nur zwei Stunden. Also es ist ja, man wird nicht reich davon. Man macht es ja auch nicht jeden Tag acht Stunden. Aber genau, es macht auf jeden Fall mega Spaß. Also ich kann es nur jedem empfehlen, wenn man da mal Bock drauf hat. Ist auch meistens recht niederschwellig. Also Volkshochschulen suchen immer Models oder irgendwelche Kunst. Ja, Berlin sowieso. Genau. Ging auch einfach da was zu finden. Ja. Was war der, also wie bist du konkret dazu gekommen? Was war der Moment, wo du gesagt hast, ja, das mache ich jetzt einfach mal? Also ich habe wirklich angefangen mit einer Spiegelübung. Ich fange, also habe ich schon so oft von erzählt, aber ich habe wirklich halt durch meine Therapie, durch dieses Ganze, ich möchte mich selber mehr akzeptieren. Ich möchte einfach in meinem Körper leben dürfen und mich wohlfühlen. Ganz früh angefangen, auch schon vor meiner Therapie sogar noch zu sagen, ich möchte einfach mal wissen, wie sehe ich überhaupt aus. Und habe das auch durch, das war eine Fernsehsendung nicht mal gesehen, aber dass du einfach Theorie hast, dass du, wenn du dich mit dem Körper auseinandersetzt, irgendwann mehr akzeptierst, was du da siehst. Und früher war es halt eher so, ich war vorm Spiegel, dachte mir, um Gottes willen, schnell weg. Und dann war ich irgendwann so, okay, setz dich mal hin, halbe Stunde komplett nackt und lass einfach mal auf dich wirken, was du siehst. Setz dich damit auseinander und schau einfach nur mal. Und dann irgendwann war ich an so einem Punkt, wo das total einfach wurde und immer schöner, weil ich gemerkt habe, okay, ist irgendwie interessant, es hat irgendwelche Formen und irgendwie sieht es aus wie Natur. Da sind Krater, da sind irgendwelche Felsen, da sind irgendwie Haare, die aussehen wie eine Wiese. Also es war irgendwann so voll spannend, das zu sehen und es neu zu entdecken irgendwie. Und genau da habe ich auch angefangen, Fotos zu machen von mir und die auch wirklich künstlerisch im Handy halt so mit Filtern und allem verzerren und irgendwie neu zu bearbeiten. Und habe dann noch angefangen mit, jetzt will ich gerade erst mit Fotografen gearbeitet habe oder erst mit Maler. Ich glaube, ich habe erst mit, ganz am Anfang habe ich mit Marga von den Meienberg mein erstes Akt Shooting gehabt. Das war eher so ein spontan Ding. Ich brauchte neue Fotos für die Modelagentur, wo ich mich beworben hatte und dachte mir so Hey, die macht ein Pop Up und wir haben uns direkt gut verstanden. Und das ist eben jetzt auch die Fotografin, mit der ich jetzt die Ausstellung mache. Kommende Woche gleich noch mehr drüber. Genau, und da habe ich dann gemerkt, ich möchte mich halt nackt präsentieren und es macht Spaß und es gibt mir ganz, ganz viel. Und dann war ich wirklich so auf dem Weg, dass ich gemerkt habe, okay, ich guck mal, wer das so macht. Und dann waren Freunde von mir auch in Berlin, die einfach gemeint haben, sie wollen das so während Corona mal ausprobieren, sie wollen mal Aktzeichnen. Und ich dachte mir, cool, ich hab Zeit, komm vorbei. Dann war das so ein entspannter Abend. Man hat sich einfach gegenseitig ein bisschen gemalt und einfach entdeckt, was geht. Und darüber ging das dann irgendwann so los. Und dann war ich auch so, cool, ich will das mehr machen. Und dann, dann war es einfach wirklich so rumfragen, wo gibt es was, was ist bei mir in der Ecke? Und das hat so eins nach dem anderen sich ergeben. Und dann war das irgendwann so ein Selbstläufer. Ja, total spannend. Ich mache jetzt mal also eine bisschen unelegante Überleitung. Und zwar, wir haben im Vorgespräch abgemacht, dass wir über das Thema Diskriminierung sprechen. Auch da kamen ja gerade schon so ein paar Sachen, so ein paar Erfahrungen. Und bevor wir aber dazu kommen, würde ich quasi noch auf einen Aspekt beleuchten, in dem wir auch schon im Vorgespräch hatten und der mir eben auch auf Social Media aufgefallen ist. Also für diejenigen, die dich nicht kennen, du hast ja eine sehr spannende Social Media Präsenz. Wir packen natürlich auch deinen Account, also wenn du Lust hast, packen wir deinen Account dann auch in die Shownotes und so. Definitiv. Du bist für mich, bist du dort sehr präsent. Also Videos, die ploppen für mich da ständig auf. Und du hast auch sehr, sehr coole, sehr kraftvolle Sachen. Genau, also der Algorithmus funktioniert so, dass ich dich zumindest sehe. Und ich glaube, du wirst gerade relativ viel so wahrgenommen, habe ich den Eindruck. Jedenfalls. Du bist irgendwie da, du bist sehr präsent mit Videos. Dann habe ich letztens ein Video von dir gesehen, ich glaube Ende April ist das gewesen, da hast du was zum BGG gesagt. Und da hast du auch unter anderem, also du hast Verschiedenes gesagt. Ein Satz war aber, dass du eben dick fett sein auch als chronische Krankheit siehst oder dass du auch vielleicht forderst, dass es so gesehen wird. Ich weiß es nicht mehr genau, wie du es formuliert hast. Mich würde einfach Was steckt hinter dieser Perspektive? Weil wenn ich das höre, das Dickfettsein als chronische Krankheit zu sehen, wenn ich das höre, dann habe ich so zwei Reaktionen. Ich habe erst mal Irritation und Abwehr. Ich kann auch nachher mehr dazu sagen. Und das Zweite ist aber, dass ich okay, aber irgendwas muss ja dahinter stecken. Ist es was Strategisches? Was ist es? Und ich würde einfach gerne wissen, wofür findest du die Perspektive hilfreich? Welche Vorteile gibt es da aus deiner Sicht, wenn man das so rahmt? Also es ist genau, wie du beschreibst, als ich das erst mal so gehört habe, weil ich auch so Ich bin doch nicht krank, nur weil ich dick bin. Das ist ja genau dieses Fettaktivismus ist ja erstmal dafür da, dass wir sagen, okay, wir sind erst mal dick und dürfen sein, wie wir sind und wir wollen nicht als krank gelten. Ist ja logisch. Das Problem ist allerdings also es ist ein völlig zweischneidiges Schwert und damit steche ich auch ein bisschen in den Bienenkorb, Das ist mir klar. Und es ist sehr diskutiertes Thema auch. Ich sag mal so, ich rede auch aus meiner Perspektive, Es ist halt auch nicht für alle geltend, um Gottes willen, ich möchte nicht für alle reden, aber der Deutsche Bundestag bzw. Deutschland an sich hat Adipositas auch ein schreckliches Wort. Ich weiß als chronische Krankheit schon 2000 oh Gott, lass mich jetzt, ich habe es nicht genau im Kopf. 2020, 2020 glaube ich, ja, 2020 glaube ich war es genau. Haben Sie es offiziell als chronische Krankheit anerkannt? Ja, das Ding ist mit chronischen Krankheiten, dass man, wenn man eine chronische Krankheit hat und deswegen vielleicht eine spezielle Ernährung braucht oder diverse Hilfsmittel braucht etc. Kann man das so beantragen, dass man an Grad der Behinderung kommt. Allerdings ist, wenn man jetzt gerade Behinderung beantragt, das Gewicht nie ein Faktor. Also es steht zwar drin, ja anerkannt, dass wenn du hochgewichtig bist und vielleicht auch wegen deines Gewichts viele Sachen nicht machen kannst oder zum Beispiel nicht mal mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben kannst und keine Folgeerkrankung, aber hast, also Diabetes, die offiziellen, die man eben angeblich, sag ich jetzt auch mal, unbedingt bekommen muss, wegen Übergewicht und Hochgewicht, was ja auch nicht ganz klar ist, aber es ist auf jeden Fall ohne Folgeerkrankung wird es nicht anerkannt. Also wenn ich jetzt gesund bin, Anführungszeichen, komplett nichts anderes habe, keine Tabletten nehme, aber so dick bin, dass ich zum Beispiel nicht mehr Autofahren kann oder laufen kann. Also es gibt ja diverse Grade auch selbst dann ist es nicht möglich, ein Grad der Behinderung zu bekommen oder eben auch dadurch eine Förderung zu kriegen, Anrecht auf Hilfsmittel zu kriegen. Und das ist für mich ein riesen Unding. Und da geht es eben auch darum, dass zum Beispiel eben einfach für mich das Hochgewicht aufgenommen wird ins ADG, also ins allgemeine Diskriminierungsgesetz, dass du wirklich merkst, ja, oder allgemein Gleichbehandlungsgesetz, dass das ein Faktor ist, weswegen du auch diskriminiert werden kannst und dagegen auch vorgehen kannst. Also nicht nur wegen Hautfarbe, wegen religiöser Hintergrund etc. Das sind ja so viele Faktoren, aber Gewicht zählt nicht dazu. Und das ist auch für mich genau das, wo es auch mit reinspielt. Also ich möchte auf keinen Fall eigentlich sagen, dass man direkt behindert ist, wenn man ein Gewicht ein spezielles hat, um Gottes Willen, Da sind so viele Faktoren dazwischen und das sind so viele gerade an Fitnesslevel und an Selbstdefinition, die einfach mir das gar nicht zuspielen und vor allen Dingen nicht die Realität von Menschen mit Behinderung anerkennen, die wirklich halt auch krass strugglen und extrem viel Diskriminierung erfahren und vom System echt ausgeschlossen werden bis zum Gehtnichtmehr. Aber mir ist wichtig zu verstehen, dass es immer noch eine Krankheit ist auf eine Art und Weise, weil wenn man einmal ein Hochgewicht hat, ist es unfassbar schwer davon wieder runterzukommen. Und es ist nicht nur ein persönliches Versagen. Es ist nicht nur Disziplin, die fehlt, sondern es ist einfach auch eine Art von, okay, wenn ich jetzt wirklich hochgewichtig bin und möchte abnehmen, wie macht man das? Es gibt einfach nicht die wirklich die Möglichkeiten, das zu machen, ohne jetzt mit dem, ja, mit einer Magenoperation oder mit Mitteln oder einer krassen Diät. Und vor allen Dingen, wenn man viel abnimmt, ist es immer noch für den Körper sehr, sehr anstrengend und kann auch Krankheiten hervorrufen, auch wenn man es nicht gerne hört. Also Way Cycling, dieses ab und auf von Gewicht ist teilweise für den Körper sehr sehr sehr viel schädlicher als einfach bei seinem Gewicht zu bleiben. Also das hören auch sehr viele Menschen nicht gerne hoffe ich selber schon Gänsehaut, wenn ich so viele Sachen sage, die Leute aufscheuchen. Aber es ist es ist wichtig finde ich das anzuerkennen, dass es eben auch durch diese Anerkennung von chronischer Krankheit anders behandelt wird und vor allen Dingen von Ärzten und vom medizinischen System vielleicht nicht abgetan wird als naja sie haben da irgendwelche Probleme, dann machen sie halt erstmal nehmen sie erst mal ab, danach kümmern wir uns darum. Also wie oft ich irgendwie wegen irgendwelchen Sachen weggeschickt wurde von wem da können wir jetzt auch nichts machen müssen erst mal Gewicht verlieren, wo ich mir denke selber wenn ich wirklich was hab, wieso untersucht er mich nicht richtig? Also auch diese krasse Sterblichkeit, die angeblich Menschen mit Hochgewicht haben, weil sie ja automatisch sterben müssen, weil sie so hochgewichtig sind und krank sind. Deswegen zählt auch mit rein, dass auch das medizinische System extrem fettfeindlich ist und deswegen ich finde diese Anerkennung, dass eben gewisses Gewicht von chronischer Krankheit her zu sehen ist, ja tut erst mal weh und ist auch nicht schön und ist auch nicht immer so wie gesagt. Also Gewicht ist auch nicht gleich sofort adipös, wenn man halt irgendwie bisschen paar Kilo mehr drauf hat. Aber jetzt in meinem Fall zum Beispiel ich bin da auch ganz offen mit ich wiege über 200 Kilo knapp und habe deswegen auch echt Einschränkungen in alle möglichen Art und Weise in meinem Leben und muss ein Rollator manchmal benutzen, weil ich auch dazu noch Rheuma hab und dadurch ich habe ein gerade Behinderung, ich bin so privilegiert in Anführungszeichen, dass ich geschafft habe diesen Grad zu bekommen, weil ich halt eben noch dieses Rheuma habe. Aber in meinem in meinem in meinem Bescheid steht nichts von meinem Gewicht. Es ist auch nur das also es ist so absurd, weil ich mir denke so und wie ironisch, weil Gefühl steht ja sonst irgendwie in allen möglichen Sachen. Also wenn in so Arztbriefen etc. Steht ja oft das Gewicht drin, auch wenn es das gar nicht das Thema war Diagnose oder die BÖS, dann war mal irgendwas ganz anderem da und ich hasse das total, wenn ich hinterher sowas lese und dann denke, ey, du hast mit mir kein Wort hier gewechselt darüber. Also was ja auch schon immer ganz gut ist. Ich finde auch, also Fluch und Segen, also ich kann das nicht leiten oder ich hasse das, diesen Gesprächen so darauf angesprochen zu werden, weil das sich immer blöd anfühlt. Vor allem, weil dieses Ansprechen auch kein angenehmes Ansprechen ist. Aber was ich auch hasse, ist dieses, die Person hat mit mir gar nicht darüber gesprochen, aber es taucht hinterher dann irgendwie auf, wo ich immer denke, weißt du, dann sei doch wenigstens so ehrlich und sag's mir, weil dann habe ich wenigstens eine Chance zu reagieren. Aber genau, und ironisch natürlich, dass es dann gerade da bei anderen Sachen dann halt nicht auftaucht. Ja, total interessant. Ich habe gerade gedacht, ich bin an einem Satz hängen geblieben. Ich glaube, zu dem würde ich gerne was sagen. Ich würde das, glaube ich, gerne anders formulieren. Du kannst natürlich gerne sagen, ne? Du hast zwischendurch gesagt, es ist nicht nur ein persönliches Versagen und ich würde, glaube ich, gerne die Formulierung vorschlagen. Es ist vor allem kein persönliches Versagen. Genau, Also wir sind voll in diesem Diskurs drin von dick sein ist halt total, du hast recht, ja, es sind halt auch Narrative, die mitbekommst und alle von so klein auf gelernt haben. Also das ist was. Und ich habe gerade gedacht, das ist jetzt, also ich finde es total spannend, was du erklärt hast und dieses Strategische, das leuchtet mir auch ein. Ich frage mich halt, und das ist jetzt so ein bisschen so aus dem Bauch raus nachgedacht, weil ich habe darüber sicherlich viel, viel weniger nachgedacht, als du nachgedacht hast. Und ich hoffe einfach, ich laufe jetzt nicht total in irgendwelche gedanklichen Sackgassen, beziehungsweise sag mir das dann einfach. Ich habe gerade gedacht, einerseits ich verstehe das Strategische und andererseits frage ich mich, wo geht das dann hin? Also klar, ich sehe auch die Idee, dass es darüber vielleicht auch dann eben noch mal im AGG auftaucht. Also cool wäre ja, wenn es wirklich als Gewicht an sich auftauchen würde irgendwann im AGG. Da gibt es ja auch Kämpfe und ich sehe schon auch einen strategischen Vorteil daran oder darin, sich eben an andere Kategorien vielleicht so ein bisschen ranzuhängen. Oder nicht nur ranzuhängen. Weißt du, was ich meine? Also dieses, es gibt ja auch Diskussionen, ob man es eben als Behinderung wirklich auch noch mal rahmt, ob man da einen Vorteil hat, rechtlich eben eine chronische Krankheit. Ich habe, glaube ich, eine Idee, wofür das gut sein könnte. Und ich frage mich aber so ein bisschen, wo geht das dann halt hin, wenn man es eben zum Beispiel, wenn man eben hohes Gewicht als chronische Krankheit oder Dicksein als chronische Krankheit daneben rahmt. Einerseits genau diese Zugänge, ja, die verschafft es. Und andererseits, finde ich, aber endet das ja immer in so einer Sackgasse. Also man könnte ja dann anfangen, auch wenn man es ernst meinen würde, wenn das konsequent wäre, Auch das, was 2020 da im Bundestag passiert ist, dann müsste man ja eigentlich, okay, wir sagen jetzt hier, das ist eine chronische Krankheit, was brauchen die Menschen, um eben wirklich gesund zu sein? Und dann müsste man über sehr viel sprechen, auch sehr viel über Diskriminierung eben und so was. Und eben genau, was du auch gesagt hast, Diskriminierung im medizinischen Bereich, im Gesundheitsbereich. Aber ich habe das Gefühl, es endet halt aber schon zehn Schritte vorher und am Ende, ich habe das Gefühl, am Ende ist es immer nur diese Bestätigung des gesellschaftlichen Bildes. Das hat sich seit ein paar Jahrzehnten stark so aufgebaut. Also auch in anderen Ländern gibt es ja, gab es ja diese Beschlüsse oder eben auch, dass es eben auch inzwischen Teil des ICD-10 und sowas auch ist. Das heißt, es ist ja Teil einer Diskussion, die jetzt seit Jahrzehnten läuft. Und ich habe das Gefühl, also ich finde diese Diskussion halt am Ende nicht produktiv und habe das Gefühl, die bleibt einfach dabei stehen, dass man Vorurteile jetzt in Gesetze, das sind ja keine Gesetze, in Leitlinien gegossen hat, ja, als Rechte in meinem Sinne. Also wenn ich das sehe, denkt man, okay, natürlich, genau, wenn es da endet, ja dann scheiße wortwörtlich. Aber ich denke mir gerade, wenn es dann, ich hoffe halt, ich weiß ja nicht, wie es weitergeht, aber ich denke, ich hoffe halt, wenn ich das merke, okay, geht was, dass man es merkt, dass es eben nicht selbst verschuldet ist und dass es eine Krankheit oder eine Behinderung ist, dass dann vielleicht langsam natürlich Ewigkeiten dauern wahrscheinlich, aber dass es irgendwie in der Gesellschaft ankommt, dass es nicht selbstverschuldet ist und dass es vor allen Dingen etwas ist, wo man den Menschen es einfach nicht noch schwerer machen sollte damit, dass man ihnen halt irgendwie entgegensetzt von wegen, naja, selbst schuld, weil ich kriege halt das wahnsinnig viel mit, was du vorhin auch gemeint hast mit meinem Read, was da so eben jetzt gerade im April, Mai durch die Decke in Anführungszeichen gegangen ist. Es sind schon echt ordentlich Views, aber im Vergleich zu dem, was halt für Views reingekommen sind, die Likes halten sich halt zurück, sondern eher die Kommentare. Es sind halt das, was den Algorithmus pusht ohne Ende und die sind halt nicht nicht positiv, sehr, sehr viel Hass. Da ist unfassbar viel Negatives und ich habe auch das erstmal nicht so gut vertragen. Also logisch, ich habe da erst mal zwei, drei Tage wirklich dran knabbern müssen und war dann wirklich auch bei Therapie noch mal und hat mir das noch mal richtig okay hingelegt. Okay, wo kommt das her? Das hat nichts mit mir zu tun. Das ist wirklich halt einfach die Gesellschaft. Natürlich sind das halt Reaktionen auf mein Gewicht und egal worum es geht in dem Real und wenn es ums BTG geht zum Beispiel, ich werde halt immer nur darauf reduziert, dass es darum geht. Und ich hoffe halt immer noch, dass wenn man das irgendwie anerkennt als Krankheit oder dass es eben weitergeht, dass man merkt, okay, es ist halt nicht nur genau wie vorhin in Anführungszeichen, was die Gesellschaft sieht als Versagen, als undisziplinär, als irgendwie faul sein, als das, was eben diese ganzen Vorurteile bestärkt. Ich hoffe, dass es dadurch irgendwo ein Verständnis aufkommt. Natürlich kommt es jetzt nicht über Nacht und auch nicht von jetzt auf gleich, sondern es muss halt wirklich auch wirklich angegangen werden von Aufklärung in Schulen, Aufklärung auf öffentlicher Ebene, in medialen Sachen oder auf jeden Fall auch im Medizinbereich. Also ich meine, so ganz langsam bewegt sich auch schon was. Ich bin jetzt auch gerade in der Studie mit bei, wo so vier Ärzte, ich glaube, die kommen Düsseldorf aus der Ecke, die jetzt auch online quasi Menschen mit Hochgewicht befragen, so auf die Art, Was hat dir geholfen, Was ist wirklich halt ein Weg, wodurch es dir besser ging und nicht mit auf dem Ziel, wie hast du Gewicht verloren, so dieses wie hast du, sondern wie hast Wie ging es dir allgemein besser mit dir, mit deinem Gewicht? Und auch das Gewicht runter ist auch hochgegangen. Und da machen wir wirklich so online halt Befragungen und machen wirklich studienmässig, erklären auch, wie es uns ging damit oder was uns geholfen hat, wie es uns ging. Und ich war zum Beispiel auch in der Klinik mal ein paar Wochen und habe da auch erzählt von den Therapiesitzungen, wie das anfing, wie das mir was gebracht hat und was auch mein Aktivismus macht, auch Spiel zusammen. Und es ist eben nicht nur körperlich FDH und ist halt das, was rein muss, muss auch wieder raus durch die Übung und durch den Sport, sondern es immer noch ganz, ganz viel mit Selbstwert zusammenhängt. Und ich glaube, man unterschätzt das immer noch in der Gesellschaft. Dieses ganze Bullying mit einem Macht als dicker Mensch, das treibt dich nicht an zu Ich habe Bock, mich in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ich gehe ins Fitnessstudio. Never. Ich gehe nicht gerne ins Freibad. Dieses Ganze, dass man sich explosiert damit oder Fahrrad fährt, wie oft ich gehört habe, das arme Fahrrad, wenn ich Fahrrad gefahren bin, was ist denn mit mir? Also ich bin noch immer dran, wenn ihr so mit mir redet. Und das hat den ganzen Tag immer total beeinflusst. Und wieso denken Menschen immer, das ist eine Motivation. Sie müssen mir das sagen, dass ich in drei Jahren spätestens tot bin, wenn ich so weitermache. Inwiefern soll mich das motivieren, für mich zu sorgen? Und wenn du das natürlich. Also genau. Und vor dem Hintergrund kann ich deine Argumentation nachvollziehen von wegen so Hey, vielleicht kann man die Menschen eben über diese Einstufung als chronische Krankheit eben dahin bringen zu Hey, könnt ihr anders drauf gucken, damit eben bestimmte Sachen nicht mehr passieren. JULIA ROTHERBL Ich glaube, woran ich halt so hänge, also was ich auch gerade so beobachte bei diesem Diskurs rund um diese sogenannten Abnehm Spritzen, also das wäre ja ganz spannend zu sehen, ob es sich in Richtung Verständnis verändert und was das für Folgen hätte. Ich frage mich halt, ob Verständnis auch gleich Respekt ist. Also das ist tatsächlich eine ernst gemeinte Frage. Also auch gar nicht, wo man gar nicht mit Anspruch ist, dass du es beantworten musst. Das ploppt dann in meinem Kopf so auf. Ist das tatsächlich. Also weil ich finde Verständnis, da ist Mitgefühl nicht so weit, Wobei Mitgefühl vielleicht auch Mitleid das ist ja so ein bisschen, also die kann das vielleicht auch dahin abkippen, so ein bisschen so die Armen, die können nicht anders. Und wäre das vielleicht aber auch eine Verbesserung gegenüber dem Hass, den man gerade oft erlebt. Also auch da wieder wirklich einfach nur so, ich denke laut und dann denke ich ja voll, finde ich total interessant. Parallel habe ich den Eindruck, gibt es halt gerade diese, ja, diese starke Bewegung oder ja keine Bewegung, aber dieses ganze Abnehmspritzending. Die setzen ja genau darauf auf, auf dieses, ach Mensch, die Armen, das ist eine Krankheit. Ich meine das gar nicht so sarkastisch, wie es gerade klingt. Also die setzen auf diesen, das ist eine Krankheit auf und sagen, und wir haben hier das perfekte Mittel und deswegen sollten uns die Krankenkassen oder wer auch immer das alles bezahlen. Wir helfen, wir setzen an was an was eine Krankheit betrifft, die so viele Menschen weltweit eben betrifft. Das ist die Lösung alle angeht, es macht viel besser. Das ist ja genau das Problem. Alle denken dann auch wirklich, das wäre dann auch die Lösung. Und danach ist alles, das ganze Leben ist nur noch rosarot und man kann ja auch nur gut leben, wenn man dünn ist, quatsche. Ich habe glaube ich, meine Sorge ist, dass es dieser Bewegung, ich meine, die Türen sind ja schon offen, aber dass es da dem noch mal mehr Wucht verleiht, diesem, hey, wenn wir es als Krankheit sehen, dann müssen wir eben ja auch medizinische Lösungen dagegen entwickeln. Und ich meine, das ist ja jetzt nicht ganz neu, aber es ist noch mal so eine krasse Dimension jetzt mit diesen sogenannten Abnehmspritzen, diesen ganzen Mitteln. Und ich habe halt Sorge, dass es, dass das noch so viel massiver wird mit dieser Kopplung von Perspektiven, also diesen neuen Möglichkeiten, die es heute gibt und dieser Perspektive und dass wir da dem vielleicht auch noch mal mehr den Weg bereiten damit. Also ich meine, es gibt keine perfekten Wege irgendwie. Also ich finde am Ende, die Kämpfe sind ja alle valide, am Ende gehen wir alle in eine ähnliche Richtung und ich will das gar nicht abwerten, aber mir macht es tatsächlich Sorgen und ich merke auch, ich habe wirklich dieses große Unbehagen, das was du am Anfang ja auch gesagt hast, also Fett Liberation, diese Fett Acceptance Bewegung und wir kämpfen ja schon so lange darum, dass es genau so nicht gesehen wird. Ja, ich finde es schwierig und gleichzeitig finde ich das total valide, was du sagst. Und auch diese Argumentation, also das macht klar, es macht Sinn. Und gerade wenn du es dann noch mal so zusammen denkst, eben auch dieser Zugang zu Hilfsmitteln etc. Das finde ich schon auch sehr einleuchtend. Es ist halt auch wirklich genau dieses, es ist halt nicht ein Mensch wie der andere. Also dieses, du bist übergewichtig oder mehrgewichtig, jetzt nimmst du dieses eine Medikament und alles ist gut. So ist es halt nicht. Das ist genau dieses kapitalistische Denken von, ja, wir haben da irgendein Problem, wir müssen das lösen und hier ist die Lösung, kauf das gefälligst. Und ich glaube, dass solange wir im kapitalistischen System leben, wird das auch nicht anders funktionieren. Also ich glaube auch, selbst wenn das eben nicht als chronische Krankheit gilt, machen sie das trotzdem so weiter und versuchen uns irgendwas zu verkaufen. Es war ja auch, als ich Teenager war, auch schon so, da gab es auch schon irgendwelche Pillen, die irgendwie dazu führten, dass Menschen sich dehydriert sind und was weiß ich was alles und umgekippt sind und wirklich richtig schlimme Folgen, Erkrankungen hatten, wo ich auch Jugendliche schon drüber nachgedacht habe, logisch, guck mal, da ist Die perfekte Lösung, heilige Gral 10 und dir geht's besser. Und das ist genau das, was ich auch versucht zu erklären. Das ist halt einfach mehrschichtiger. Also genau wie es auch in der Studie da in diesem ganzen Reden auch immer wieder merken, es ist halt nicht eine Lösung da und es ist ganz bestimmt nicht ein Medikament und zack ist alles gut. Also es ist ganz vielschichtig, es ist total ganzheitlich. Es ist wirklich ein Konzept aus vielleicht auch Medikamenten, aber ich habe noch keins erlebt. Ich habe echt schon viel durchprobiert und auch ich habe auch schon Operationen hinter mir. Ich bin auch das lebende Beispiel dafür, dass eben nicht, wenn man sich einmal aufgeschnitten hat lassen und dann irgendwie irgendwas passiert ist, dass es danach alles perfekt wird. Und ich kenne auch genug Leute, die damit nicht glücklich geworden sind und weiß auch, dass es einfach alles nicht die perfekte Lösung ist. Und das ist genau das, was ich meine. Es ist wirklich, es muss Therapie passieren. Es muss aber auch immer noch, finde ich, was passieren in der Gesellschaft, dass wir anerkannt werden als Menschen, die einfach halt vielschichtiger sind und das noch viel mehr ist als nur das Gewicht. Ich glaube da fängt es halt an. Ich finde, man kann so viel Spiegelübungen machen und sich sagen, hey, du bist toll, du bist richtig gut, du schaffst das, der Tag ist deiner, du gehst vor die Tür und kriegst irgendwas, kriegst halt hingeworfen, Beleidigung und wie willst du überhaupt irgendwie happy bleiben oder deine Motivation behalten, irgendwie, dass du ein gutes Leben führst, sondern einfach, also ja, dass Depressionen auch steigen extrem durch Übergewicht, hängt damit zusammen, dass eben auch die Gesellschaft einen wirklich runterbuttert, ausschließt und auch schlechtere Chancen gibt. Wir verdienen weniger Geld, wir werden nicht verbeamtet, kriegen irgendwelche Jobs nicht, weil der BMI sagt, zahl zu viel. Also es sind so, ja, also die Fettdiskriminierung macht mehr kaputt, sage ich auf jeden Fall, als jegliches Gewicht jemals könnte. Also es ist definitiv so. Ja, es ist auf jeden Fall. Absolut. Genau, damit sind wir, also wir sind ja, wir sind jetzt schon eine Weile mitten im Thema Diskriminierung, aber lass uns doch noch mal auch tiefer einsteigen. Das würde ich auch sagen. Ich finde es übrigens spannend, dass du Fettdiskriminierung sagst. Ich habe da auch noch mal drüber nachgedacht, weil ich sage seit Jahren immer Gewichtsdiskriminierung und finde das aber auch gar nicht so, manchmal gar nicht so hilfreich. Also zum Beispiel, wenn ich so Diversity Trainings mache oder generell so Fortbildung auch, dann kommt ganz schnell immer diese Diskussion von, ja, aber auch die Menschen am anderen Ende des Spektrums werden ja auch diskriminiert. Also Gewichtsdiskriminierung, finde ich, lässt für diese Bilder, für diese Fantasien. Es sind ja gar keine Fantasien, also Bodyshaming, also dass man, wenn man sehr dünn ist, auch viel Bodyshaming erlebt. Also ich, ich will nicht sagen, das ist klar. Ich glaube, uns beiden ist es gerade klar und gleichzeitig ist es nicht das Gleiche eben, was die Menschen erleben und die fette Menschen erleben. Und ich finde, Gewichtsdiskriminierung erfordert dann immer das noch mal so ein Erklärungsding hinterher. Und ich finde es gerade eigentlich total cool, Fettdiskriminierung zu sagen. Da bin ich erst durch dich dann draufgekommen, weil es dann eben sofort deutlich macht, über wen reden wir, über welche Gruppe von Menschen und wie bist du zu dem Begriff gekommen? Also ich habe immer geweint Bodyshaming, Klar geht es in beide Richtungen. Man kann für, also selbst als Frau wird man wahrscheinlich immer geshamed, egal welche Körper. Aber grundsätzlich ist es halt, also ich sehe es so, dass Diskriminierung nur dahingehend passiert, wer halt eben gesellschaftlich Nachteile empfindet. Und grundsätzlich ist es leider immer noch, also es ist grundsätzlich so, Menschen, die dünn sind, werden beglückwünscht, werden eingestellt, werden irgendwie gepriesen als Models, als wunderschöne Wesen, als in Kunst verewigt etc. Und dicke Menschen eben eher beleidigt und versteckt etc. Und eben halt benachteiligt. Und deswegen finde ich, dass es Diskriminierung nicht von dünnen Menschen geben kann, weil die gesellschaftlich eher bevorteilt werden. Ich finde deswegen ist es halt schwierig zu sagen, also Gewichtsdiskriminierung, ich höre sofort eben den Fettaspekt davon und denke da nicht an dünne Menschen. Aber natürlich ist es auch so. Also ich kenne auch genug Menschen, die wegen ihrem Untergewicht extremst gebullied wurden oder halt eben verarscht wurden. Und ich denke mir so, ja, es ist klar, dass das auch scheiße ist, aber grundsätzlich ist es halt mehr als nur geshamt werden. Also man kriegt vielleicht auch mal Beleidigung ab. Trotzdem ist da mehr dahinter als nur eine Beleidigung, sondern eben gesellschaftlich gesagt im medizinischen Bereich, im schulischen Bereich, man kriegt schlechtere Noten, das ist auch mittlerweile nachgewiesen, Studien, dass man überhaupt schlechter bewertet wird oder man wird eher also schlechter bewertet und gleichzeitig nicht vorgeschlagen für weiterführende Schulen auch ziemlich spannend. Ja, also es ist viel größer als nur Bodyshaming in Anführungszeichen, Also dass wir alle erzählt bekommen, dass wir nicht okay sind, wie wir sind, weil wir was kaufen sollen und was uns verbessert, das kriegen wir alle ab. Aber eben Diskriminierung ist halt noch mal ein ganz anderes Thema, was wirklich noch mal noch mal mehr in die Fresse schlägt. Absolut. Also meine Schlüsselbegriffe sind da dann eben immer Barrieren, was wir vorhin schon hatten und eben so Zugang und Teilhabemöglichkeiten. Und ich finde an der Stelle würde dann halt deutlich, dass es sich unterscheidet, weil eben dick fette Menschen ganz viele Zugangs und Teilhabemöglichkeiten nicht haben in unserer Gesellschaft, was auch bei sehr dünnen Menschen halt nicht unbedingt der Fall ist. Und es steckt eben so in Strukturen drin. Ja, definitiv. Also dann lass uns doch gerne mal mit dem Begriff Fettdiskriminierung arbeiten. Ich finde den total interessant, finde den irgendwie auch gut auf den Punkt und denke gerade, ach cool, da eröffnen sich noch mal sprachlich neue Welten für mich. Ganz kurz vielleicht noch, es dient ja auch dazu, dass man den Begriff noch mal ein bisschen normalisiert. Also ich meine, Fett ist ja auch immer noch eine Beleidigung in der Gesellschaft. Und wenn ich einfach sage, so ich bin dick und ich bin fett, dann erste Reaktion immer, nein, ist voll hübsch. Ja, ich habe auch nicht gesagt, dass ich hässlich bin. Also dieses typische, dem Ganzen so ein bisschen den, den beleidigenden Aspekt rauszukriegen. Deswegen verwende einfach das Wort auch gerne, um es zurückzuerobern. Also ich meine, es ist einfach nur ein Adjektiv, deswegen auch. Ja, das. Und ich habe gerade gedacht, dass es auch, um das vielleicht direkt anzuschließen, dass es eben vielleicht auch ein guter Parallelbegriff ist zu diesem englischen Anti Fitness, weil wir haben da, ich finde im Deutschen haben wir wirklich an vielen Stellen noch keine guten Begriffe. Also gerade rund um das Thema eben jetzt, wenn ich sage Fettdiskriminierung und ich finde zum Beispiel Anti Fitness ist so gut, also im Sinne von, das heißt einfach Leute sind gegen, gegen Fett sein halt und da stecken ja diese ganzen Vorurteile und so drin und ich finde, wir haben nichts Vergleichbares. Der ist so schön griffig, der Begriff und ich finde, Fettdiskriminierung fühlt sich da für mich so ein bisschen parallel an oder so analog dazu vielleicht auch eher. Finde ich total gut. Genau. Ich überlege gerade, wo wir noch mal ansetzen, wenn wir darüber reden, was vielleicht auch Aspekte sind, die wir noch nicht hatten, die jetzt auch nicht ständig vorgekommen. Also hier in dem Podcast vielleicht einfach noch für dich zur Transparenz, ging es auch schon um Diskriminierung irgendwann in den ersten Folgen. Es ging auch um die Auswirkungen von Diskriminierung und ich vermute, dass viele Menschen, die den Podcast hören, auch selber von Diskriminierung, von Fettdiskriminierung betroffen sind. Ich habe gerade gedacht, vielleicht lass uns doch mal gucken. Das ist tatsächlich offen gefragt. Also ich habe keine Antwort im Kopf dazu. Was sind denn so aus deiner Sicht Aspekte von Fettdiskriminierung, über die vielleicht weniger gesprochen wird, die oft so ein bisschen versteckter noch bleiben oder die eben vielleicht auch gerade Menschen, die davon nicht betroffen sind, nicht erkennen oder am schlechtesten erkennen. Fällt dir da direkt was ein? Also der erste Gedanke, was mir einfiel, war so ein bisschen im Dating Life. Ich weiß nicht, ob man auf Dating geht oder auf Community, eher denke so gerade im Dating Live oder eben auch in Community sich finden und sich gegenseitig unterstützen, ist es immer noch so ein bisschen schwierig, finde ich. Also klar gibt es jetzt mittlerweile, ich habe so ein paar Gruppen gefunden, wo ich wirklich merke, okay, da ist was los. Fat Activists unter sich, die können echt viel bewegen und es ist richtig toll, sich da auszutauschen. Aber immer noch gibt es Communities, wie zum Beispiel auch LGBTIQ, wo ich einfach merke, wenn du nicht in dieses Bild passt, wird es schwierig. Da gibt es diese perfekten so sieht eine Batsch aus und so sieht eine Gay Person aus und so muss das und das alles sein. Und es gibt unfassbar viel Normen, obwohl es eigentlich eine Community ist von Menschen, die eben nicht in die Norm passen oder halt nicht offiziell reinpassen oder ausgegrenzt werden. Und gerade da müsste ich, finde ich, irgendwie die Akzeptanz noch mal viel höher sein. Und es ist ein zweischneidiges Schwert, finde ich. Also es gibt auch wieder so Momente, wo ich merke, okay, da gehöre ich hin. Also ich zähle mich auch zur LGBTIQ Bewegung auf jeden Fall dazu, aber fühle mich nicht ganz zugehörig. Ich weiß aber gar nicht genau warum. Also ich bin auch schon unterwegs und kenne Menschen drin, aber ich habe immer noch das Gefühl, man wird da irgendwie doch ausgegrenzt. Also gerade auch von Bekannten, wo ich es auch gehört habe, dass man halt gerade so, wenn man halt mehr drauf hat auf dem Rippen, dass es irgendwie nicht so, nicht so einfach ist, da irgendwie Anschluss zu finden. Also ich rede jetzt mal nicht von mir, ich habe einfach nur eine Erfahrung von einem Bekannten von mir, von einem Freund von der Gay Community, dass es einfach schwierig ist, weil es feminin wirkt zum Beispiel, wenn man halt Rundungen hat, dass das eben nicht in der Hinsicht gewollt ist. Also dieses typisch auch männlich gedachte, du musst halt einen Bauch Sixpack haben, du musst auf jeden Fall irgendwie ein Bart haben, du musst auf jeden Fall definierte Schultern haben und auf keinen Fall weibliche Brüste, die sich irgendwie formen, ist schwierig immer noch. Also ich glaube, da ist wirklich was, was gar nicht so gesehen wird, weil man immer denkt, naja, das ist halt jetzt eine Community ist halt schwul und lesbisch und die andere ist halt dick. Aber das ist irgendwie halt koexistieren kann, dass auch da Menschen sind mit mehr Gewicht, die trotzdem halt eben ausgegrenzt sind, ist schwierig zu sehen, glaube ich. Ich finde, das passt für mich auch gut, dass das so ein Aspekt ist, der oft nicht sofort einen anspringt oder Menschen anspringt, vor allem, die damit nichts zu tun haben und der gleichzeitig aber trotzdem extrem schmerzhaft ist, weil das ist ja noch mal eine andere Form von Ausgrenzung, wenn man dann in Räumen, die eigentlich für einen sein sollten, auch dort wieder Ausgrenzung lebt. Also ich finde das eine ist ja so diese Alltagsdiskriminierungsgeschichten, die super anstrengend sind und sehr schmerzhaft sind, aber ich weiß nicht, wie es dir geht bei mir. Manchmal denke ich so, ja, dass das halt so Menschen, die für bestimmte Sachen nicht sensibilisiert sind, dass die auf meinen Körper auf eine bestimmte Art reagieren, nicht schön, aber ich erwarte irgendwie da auch fast nichts anderes, aber von anderen Menschen erwarte ich andere Dinge und gerade, wie du sagst, gerade Menschen, die selber bestimmte Ausschluss oder Diskriminierungserfahrung gemacht haben und auch die Werkzeuge hätten, anders darüber nachzudenken, auch eine andere Sprache schon dafür hätten vielleicht, da finde ich es dann oft besonders überraschend, aber auch noch mal besonders schmerzhaft, dann eben noch mal da wieder Ausschüsse zu erleben. Absolut Und vielleicht, also es ist nicht keine komplette Parallele, weil es nicht so eine Community ist, aber zum Beispiel, was mich immer wieder erstaunt und was mich eben auch zum Thema Aktivismus gebracht hat, ist, ich bin eben viel zum Bereich, zum Thema Inklusion und Diversity oder Inklusion, Diversität unterwegs. Also ich bin eben auch Diversity Trainings und so Und für mich war tatsächlich ein Punkt, also der Auslöser dazu, selber Bildungsarbeit zu machen, war eben meine Trainer Innenausbildung 2018 2019 ich habe immer lang gedacht, das Thema Körper hatte ich irgendwie schon auch in meiner Bildungsarbeit immer mal mit drin oder mal gestreift, habe mich aber immer bewusst entschieden, da gar nicht so tief reinzugehen oder nicht zu meiner eigenen Diskriminierungsdimension so viele, so viel Bildungsarbeit zu machen, weil das ist ja noch mal auch eine andere Anstrengung persönlich. Ja, total. Es ist noch mal anders persönlich und es kostet auch noch mal mehr Kraft, auch selbst wenn es bezahlt wird, kostet es noch mal mehr Energie und immer lange mich so ein bisschen davor gescheut, da so reinzutauchen. Und dann in dieser Trainer Innenausbildung war eben auch wieder eine Erfahrung, hey, aber Gewicht taucht ja auch als Kategorie, als Dimension überhaupt nicht auf oder eben so Fettdiskriminierung taucht nirgendwo auf, obwohl ja andere Dinge tauchen auf. Und ich hatte eben auch im Jahr davor schon, da hatte ich so eine Anti Bias Fortbildung gemacht, also was so eine ähnliche Richtung geht, war aber keine Trainer Ausbildung schon eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht und habe so, oh, das kann nicht sein. Ich kann jetzt hier nicht diese Trainer in Erfahrung, diese Trainer Innenausbildung machen und wieder, also ich kann natürlich, aber es fühlt sich total schlecht an, die zu durchlaufen und dann wieder nichts dazu zu sagen und auch wieder so damit zu leben, dass das so gar keinen Raum hat, obwohl das für mich so eine massive Diskriminierungserfahrung ist. Und dann habe ich halt gedacht, okay, komm, ich mache jetzt hier was, ich mache einen Impuls dazu und das war mein Auftakt dazu, Bildungsarbeit zu machen und überhaupt irgendwie ja schon auch für den für den Aktivismus. Und ich finde das so frustrierend, wenn man in Kontexten ist, wo Menschen wirklich ja auch diese, dieser Diversity Kontext ist ja so einer, also auch wenn es nicht so eine Community ist wie eben, die du gerade genannt hast und trotzdem sind da Menschen, die es besser wissen müssten eigentlich und die es trotzdem und die aber ihre eigene Fettfeindlichkeit oft so wenig reflektiert haben, aber glaube ich denken, dass sie halt super offen sind, aber das oft gar nicht so sind, weil ich finde dieses Nicht Vorkommen ist ja auch wieder eine Form von mangelnder Teilhabe, eben auch wenn Leute nicht offen, nicht offen was Diskriminierendes sagen, aber wenn man unsichtbar bleibt, ist auch eine Art von Diskriminierung. Genau, total. Absolut zu werden. Total, Das finde ich auch. Und das ist ja, ich finde auch, das ist eine sehr spezielle Diskriminierungserfahrung. Also ich weiß nicht, ich vermute behinderte Menschen haben die auch noch in so vielen Communities, die teilen das wahrscheinlich, weil die auch oft nicht mitgedacht werden. Auf jeden Fall. Genau. Und ich glaube, dicke Menschen genau sind da auch irgendwie mit dabei. Das ist ja, das stimmt. Das bleibt halt dann doch immer mit einem Betroffenen hängen. Das ist immer das, was so schmerzt auch, wo ich mir denke, man braucht halt die Allies. Es ist immer wichtig, dass halt Leute dabei sind, die halt Menschen mit Behinderung oder auch mit Mehrgewicht etc. Die die Menschen kennen und sich dafür einsetzen. Aber irgendwie im Großen bleibt es immer noch an Menschen hängen, die selber darunter leiden. Das ist immer auch so schwierig. Ich finde, gerade wenn man darunter gelitten hat oder auch wirklich traumatische Sachen erlebt hat, es triggert ja auch immer wieder neu, was halt so passiert ist. Und dann auch, wenn man sich da selber behaupten will, passiert es auch so oft, dass ich selber in so einen Verteidigungsmodus komme, dass wenn ich dann merke, okay, da ist jetzt was und ich will das irgendwie rüberbringen, dann haut es mich manchmal zurück in diesen Moment von, okay, da ist schon wieder irgendwas passiert und dann werde ich sofort so emotional und möchte eigentlich gar nicht so reagieren, möchte es mich sachlich rüberbringen und dann denke ich mir gleichzeitig, aber ich bin halt auch wütend. Ich bin einfach mega, mega wütend und bin sauer und eigentlich dürfte das auch Platz haben. Also die wütende Frau darf ja eigentlich gar nicht sein, aber wir sind halt einfach wütend, wir dürfen laut sein. Wir sind einfach wirklich an einem Punkt, wo es einfach auch nicht mehr geht, dass man nur noch erklären kann und ganz sachlich bleibt, sondern man darf auch mal sauer sein. Ich finde es ganz wichtig. Ja, absolut. Und ich finde diese Vorstellung von Rationalität oder auch diese Normen, die es da gibt, das ist ja selber auch wieder, da steckt ja so was Unterdrückendes auch drin. Also wer hat denn diese Norm geprägt? Menschen, die eher nicht von Diskriminierung betroffen sind. Und ich finde, das ist ja wirklich, das wird ja auch so als Instrument benutzt, um eben bestimmte Unterhaltungen zu verhindern oder sie abzubrechen. Und was ist das eigentlich für ein Anspruch, dass man da, also was heißt eigentlich A, rational und B, was ist das für ein Anspruch, dass man da bei so krassen Themen möglichst emotionslos ist und vielleicht möglichst kühl oder auch eben nicht wütend ist. Was ist das eigentlich für eine Idee? Und die ist krass wirkmächtig. Also ich kenne das genauso auch so diese, ja, kennst du vielleicht auch hinterher, wenn dann so die Schamgefühle hinterherkommen, von wegen, ach, ich wollte doch ruhig bleiben und dann ich habe es nicht geschafft. Genau, das Wort wollte ich auch gerade einschmeißen. Die Scham, die Scham, damit spielen wir so gerne mit gerade stickfetten Menschen. Also ich durfte auch mal auf ein Online Magazin durfte ich mal einen kleinen Artikel schreiben, auch Abschuld und Scham hieß der Ganze. Und da war es eben auch so, dass ich erst, also ich habe, habe ihn geschrieben und dann war ein bisschen zu lang, muss ich ihn kürzen. Dann kam immer noch die Ansage so der ist wirklich sehr, sehr wütend formuliert. Ich so, ja, also es war auch persönlich. Es war okay, dass ich ihn persönlich mache, aber am Ende war es trotzdem noch zu wütend. Nee, das bleibt so. Ich bin wütend, ich war wütend und es soll auch so rüberkommen und habe mich auch durchgesetzt und der ist auch so wirklich halt dann online aufgetaucht und ist auch immer noch online. Genau. Und dann habe ich jetzt auch übrigens in, also ich schreibe gerade ein Buch volle Breitseite und genau, das ist auch, das sollte eigentlich pünktlich zur Ausstellung fertig werden. Aber natürlich, ich mache ja auch alles gleichzeitig und immer alles immer zu. Deswegen, es ist in den letzten Zügen, das sage ich auch schon seit einem Monat und ich hoffe natürlich immer noch, dass ich es irgendwie gedruckt bekommt, zumindest ein paar Exemplare jetzt bis zur Lesung, die dann auch stattfindet innerhalb der Ausstellung. Und da ist auch das Buch in dem Buch ist auch abgedruckt, der Artikel, den habe ich auch mit reingenommen, weil der einfach auch wirklich sehr gut umfasst in vier Seiten, was mir so passiert ist und was mich so gemacht hat. Ich habe gerade gedacht, wir können den Artikel natürlich, wenn du sagst, der ist auch online, den kann ich auch gerne verlinken in den Shownotes. Super gerne. Und ich finde, lass uns bitte einmal kurz anhalten. Du hast gerade mal so nebenbei gesagt, du hast ein Buch geschrieben, also wie krass ist das und das auch neben den ganzen anderen Sachen, die du machst. Was war die Motivation zu sagen? Also ich finde, ein Buch schreiben ist so ein krasser Prozess. Wo kam die Motivation her? Was war die Anfangsidee? Ich glaube, also überhaupt ein Buch zu schreiben war schon immer so in meinem Kopf dieses, okay, ich will einfach mal auch erzählen dürfen oder eine Stimme finden. Also gerade auch, weil ich halt immer wieder gesagt bekomme, wir wollen dich nicht hören, ist eine Frau überhaupt dieses ganze Ding von wegen man darf überhaupt nicht irgendwie laut sein beim Schreiben, kann mir keiner verbieten, was zu sagen. Also wenn ich schreibe, dann bin ich bei mir, dann kommt das aufs Blatt, was ich möchte. Und genau in dem Moment, wenn es öffentlich wird, na klar, kommen dann eben die Dinger von zu laut ist zu viel ist das und das und das mag ich eben nicht. Und deswegen dachte ich mir, okay, nee, wenn ich ein Buch veröffentlich, dann soll es eigentlich auch wirklich so von mir kommen, komplett. Also ich würde es eigentlich noch super gern wirklich über einen Verlag vielleicht irgendwie rausbringen. Aber es ist halt genau das Ding wieder, wo ich sage, okay, wo kommt dann der Einschnitt, was wird gekürzt, was kommt irgendwie weg? Und deswegen im Moment ist es so, dass ich sage, okay, ich mache jetzt erst mal ein paar Drucke und mache auch mal die Lesung dazu. Die ist dann, ich hab aufgeschrieben, die ist am 9. Juni an dem Dienstag auch innerhalb von dieser als Event von der Ausstellung und da gibt es auch eine Live Übertragung per YouTube dazu. Es lohnt sich wirklich, auch wenn man nicht hier kommen kann, da trotzdem zuzuhören. Vielleicht dauert auch nur ein Stündchen, aber kommt man mal in den Genuss von dem, was ich da so zusammengeschustert habe, eben weil es genau um das geht. Also es geht um Fettdiskriminierung in meinem Leben. Es geht um persönliche Berichte auf jeden Fall sehr persönliche Berichte. Ich habe auch einen Arztbericht reingeschrieben, der wirklich mich traumatisiert hat. Ich wollte einfach, dass es einfach mal wirklich auch festgehalten wird, was passiert und geht um Mode, geht um ja überhaupt berufliche Erfahrung als vertikaler Mensch und überhaupt. Ja, es ist rundum Paket von dem, wo ich halt Diskriminierung erfahren habe. Und ja, es ist so eine Mischung aus Sachbuch, viel mit Quellen, aber auch viel viel mit Quellen, aber auch wirklich viel mit was ist mir passiert. Also es wirklich sollte einfach mal aufgeschrieben werden. Und ich hoffe auch nicht, es ist das Letzte. Also ich habe wirklich Blut geleckt, habe schon Lust, mehr noch zu machen. Sehr, sehr cool. Ich meine, auch wenn das Thema total, also das Thema ist ja kein schönes Thema, aber trotzdem herzlichen Glückwunsch zum Buch, zum fast fertigen Buch. Und du hast, wir haben jetzt schon, wir haben jetzt schon mehrmals die Ausstellung gestreift bitte sag doch mal, was ist die Ausstellung, worum geht es? Da machst du die Ausstellung, Du hast jemand vorhin jemand zweites schon erwähnt. Was genau passiert da? Genau, also es ist im Grunde ein Projekt, was ongoing ist und niemals aufhört. Ich habe so seit 7, 8 Jahren habe ich mit Marga van den Meydenberg, Fotografin, eben immer wieder mich getroffen und wir sind mittlerweile echt gute Freunde geworden und deswegen ist es immer so ein Treffen von hey, wir trinken vielleicht auch mal ein Bierchen zusammen oder Limo, setzen uns irgendwo in die Straße oder gehen unterwegs in Berlin rum und dann, was so passiert, wird vor die Kamera gezogen. Also es ist auch wirklich oft ein Projekt, wo ich sage, okay, ich esse mal was in der Öffentlichkeit, erstmal ein Eis, lauf über ein Boxi und guck einfach mal, was die Menschen machen und Marga steht irgendwo in der Ecke und macht Fotos und es ist wirklich, es hat perfekt funktioniert. Ich war keine zwei Minuten auf dem Boxi, also auf dem Boxhagener Platz und dann kam jemand direkt zu mir und meinte so, hey, ist das vielleicht ein Sojaeis? Wieso? Ja, wäre besser für dich so mit den ganzen Dehnungsstreifen und ich war halt bauchfreund unterwegs und genau, wir haben es direkt festgehalten und als wir dann aufgeklärt haben, so auf die AT versteckte Kamera, ah ja, ich habe ja auch Dehnungsstreifen und zeigt, also hat direkt geswitcht so zu diesem Jahr, war ja nur ein Witz. Und deswegen, also es sind sehr, sehr interessante Sachen, die da entstanden sind. Darüber Fettart nennen wir das ganze Projekt schon seit Jahren und wir wollen nicht mehr in Social Media das Ganze verkommen lassen und für drei Klicks das Ganze machen, sondern wir machen jetzt wirklich mal eine Ausstellung. Wir wollen uns connecten, wir wollen auch die Leute zusammenbringen. Das heißt, es wird nicht nur ein paar Sachen ausgestellt zum Stadtteilzentrum Weißensee, also es ist jetzt nicht die größte Bühne, es ist ein Anfang. Wir haben auch direkt noch mal nächstes Jahr auch wieder in der Galerie in der Brotfabrik in Weißensee die Möglichkeit, was zu zeigen und da werden wir quasi Drucke zeigen von unseren Sachen, was wir fotografiert haben. Also ich bin das Model, Marga ist die Fotografin und genau, haben dann da jetzt auch aussenrum eben noch ein Event geplant von der Vernissage, wo auch eine Performance von mir stattfindet mit einem komponierten Stück, was ein Freund von mir mit mir abgemischt hat mit Vocals von mir. Dann gibt es Die Lesung am 9.6. Am 16.6. Gibt es einen Panel Talk mit Oriel Klatt und Lydia Gonca Demirden, die kennst du ja auch schon. Genau, und ein Freund von uns noch, JP Drag, noch was performen. Also wir werden richtig eine Show machen daraus auch ein bisschen. Und am 23.06. Ist dann quasi die Finissage, wo wir einfach mal noch zusammenkommen wollen. Und mein Ziel ist einfach wirklich halt die Bilder zu zeigen, gepaart mit den Texten, die ich dazu geschrieben habe. Es ist fast schon tagebuchartige Texte, die einfach halt auch noch mal das aufgreifen, was halt mir so passiert ist und was ich halt daraus mitnehme, was ich halt teilen will. Und genau, das wird so ein bisschen so ein paar Happenings und ein paar Momente, wo wir einfach sagen, wir wollen einfach mal zusammenkommen und einfach auch die Menschen halt dahinter auch kennenlernen, wer uns mal folgt, wer uns da unterstützt. Und ich finde es super spannend, was jetzt schon alles passiert. Gibt auch eine Crowdfunding Kampagne dazu. Also da kann man übrigens auch das Buch schon jetzt bestellen. Genau, und so ein paar kleine Dankeschöns Postkarten etc. Also ist auf jeden Fall ein richtig großes Ding, was wir jetzt schon richtig lange planen. Und wie gesagt, es wird nicht das letzte Mal sein. Es ist erste Mal und soll noch ganz oft mehr gemacht werden, mehr gezeigt werden. Und wir haben auf jeden Fall noch Bock, solange es geht, irgendwie das weiterzumachen, weil es macht auch echt Spaß. Also es darf auch immer ein bisschen Witz dabei sein. Es ist nie zu ernst gemeint, weil ich kenne das einfach aus der Kunstszene so oft, dass es einfach immer so ganz ernst und seriös und ne, es darf ruhig witzig sein. Es darf auch gelacht werden, dabei darf auch geweint werden. Also genau, das ist so das Ziel von der Ausstellung. Die heißt "The world is so small and I'm so big". Cooler Titel. Genau, ich schreibe ihn mir gerade auf. Ich habe gerade gedacht, also es klingt großartig. Ich habe auch gehört, es gibt Möglichkeiten für Menschen, die nicht in Berlin sind, zumindest an so einem teilzunehmen. Du hast vorhin die Lesung genannt. Werden noch andere Sachen über YouTube übertragen? Ja, der Panel Talk, der will auch übertragen, der Panel Talk und die Lesung. Die beiden Sachen werden übertragen. Die Performance von der Vernissage ist schwierig zu übertragen, weil die nackig sein wird. Deswegen gibt es da online nichts. Aber genau der Rest, alles was angezogen bleibt, haben wir eben versucht. Gerade weil ich auch immer wieder Nachrichten bekomme von Menschen mit ME / CFS, die einfach zu Hause sind und sagen, sie würden super gern kommen und das miterleben, aber einfach nicht können. Und auch für Menschen, die eben Ich komme ja auch nicht aus Berlin, das heißt aus der Heimat, Leute, ich möchte einfach öffnen, dass man Hey, ihr dürft dabei sein. Ihr könnt auf jeden Fall zuhören und auch irgendwie Fragen stellen im Anschluss. Also mit Kommentarspalte. Genau, dass das möglich ist. Cool. Ich würde sagen, ich weiß gar nicht, ich habe das auf Social Media gesehen, gibt es eine eigene Website zu der Ausstellung? Eigene Website gibt es nicht. Es gibt einen Linktree, den können wir reinstellen. Genau, zur Website von Marga und von mir und auch zur Startnext Kampagne, auch zum Stadtteilzentrum Weißensee übrigens barrierefreie Location, also auch für Rollstuhlfahrende perfekt geeignet. Gibt eine barrierefreie Toilette, gibt mehrere Sitzmöglichkeiten und die Texte gibt es in Deutsch, Englisch und einfacher Sprache. Und wer nicht lesen mag, kann oder will, der hat auch die Möglichkeit, einfach einen QR Code zu scannen. Dann säusele ich dir quasi ins Ohr übers Handy, was ich da geschrieben habe und du kannst dir die Bilder einfach angucken. Ich lache gerade so, weil ich habe vorhin dein Instagram Post dazu gesehen und da hat sowas auch geschrieben, das hatte ich vergessen. Aber ich fand das so eine coole Idee. Wir packen ganz viel davon und wer dann irgendwie vorbeikommen will vor Ort oder kann oder wer eben sich dazu schalten kann oder will, dann hat dann die Möglichkeiten. Und genau die Folge, wir haben schon besprochen, die kommt ein paar Tage vor der Eröffnung raus. Das heißt, wer das hier rechtzeitig hört, hat auch noch die Möglichkeit, wirklich sehr viel davon mitzubekommen. Wir haben uns gerade entschieden im Hintergrundgespräch, was ich aber rausgeschnitten habe, haben wir uns gerade entschieden, dass Lisas Weg jetzt einfach auch in der Folge an verschiedenen Stellen schon drin ist. Also in anderen Folgen habe ich immer da noch mal explizit hingefragt. Wir haben gerade beschlossen, da ist schon so viel drin, von daher lassen wir es jetzt genau so und sagen, das ist halt eine Folge. Alles hängt ja auch alles zusammen. Deswegen enden wir jetzt einfach so, dass ich Lisa frage, was denn Glitzer ist. Also Glitzer vielleicht für die Hörer innen, die es noch nicht kennen, aber auch für Lisa speziell Glitzer ist was, was dir gerade Freude bringt, was du magst. Oder es kann was Kleines sein, das kann was Großes sein. Wenn du sagst, das glitzert gerade, was bringt gerade Glitzer in dein Leben? Dann ist es valide, egal wie klein oder groß. Was ist denn gerade in deinem Leben dein Glitzer? Also ich glaube, der größte Glitzer, den ich gerade fühle, ist auf jeden Fall, dass das, was ich ganz lang plane, zu einem zu einem echten Ende kommt. Also dass es irgendwie real wird und dass es connected, dass es Menschen irgendwie zusammenbringt und dass ich merke, dass da echtes Feedback kommt und echte Menschen nicht darauf reagieren, was ich so mache. Ich glaube, das ist so, dass ich am meisten zum Strahlen bringt innerlich, weil ich merke, dass das irgendwie nicht untergeht, sondern das irgendwo auf Resonanz stößt und dass ich irgendwo was bewege. Klingt immer so komisch, aber ich glaube, das ist wirklich, also mein Aktivistenherz schlägt einfach höher, wenn ich merke, dass Menschen dadurch, dass die durch das, was ich mache, irgendwo zum Nachdenken kommen und sich was verändert. Und ich glaube, das ist so Step by Step, ganz kleine Sachen, die da irgendwie passieren. Das ist das Schönste, glaube ich. Da glitzer ich am meisten. Ja, vielen Dank. Und ich finde, das ist ja auch wirklich der perfekte inhaltliche Abschluss für die ganzen Themen, die wir jetzt so hatten. Auch noch mal so diese Rückverbindung zum Thema Aktivismus. Lisa, ich danke dir sehr, dass du da warst. Das war mir ein großes Vergnügen und ich hätte gerne so viele Themen noch weiter reingefragt, aber vielleicht heißt das einfach irgendwann noch mal vorbeikommen kannst und wir noch gerne zur nächsten Ausstellung. Ich wollte gerade sagen, also wenn du nächstes Jahr nochmal eine Ausstellung hast, dann spätestens dann. Genau. Super. Ich freue mich gerne. Danke dir und sag Tschüss.