Körper und Gesellschaft

Ira Schumann

„Niemand hat so einen Körper wie ich“ - Interview mit Rebecca Maskos (Teil 2)

27.04.2026 25 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge erfährst du mehr über Rebecca Maskos’ persönlichen Weg zur Körperakzeptanz, wie ein gemaltes Porträt ihre Sicht auf den eigenen Körper veränderte, Gedanken zum Älterwerden und zu Tattoos.

Das Video des Interviews findest du hier:
https://youtube.com/@koerperundgesellschaft?si=qXiI5TmuqEOEXBQH

Rebeccas Instagram Account
https://www.instagram.com/crip.topia/

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Transkript

Willkommen beim Podcast Körper und Gesellschaft, dem Podcast für das Thema Körperakzeptanz. Mein Name ist Ira Schumann. Gleich hörst du den zwischen zweiten Teil des Interviews mit Rebecca Maskos. Davor gibt es nochmal einen Werbeblock. Ich hatte in der letzten Folge von meinem neuen Coaching Angebot auf meiner Website erzählt. Hier die Erinnerung, dass es bis Ende Mai eine Einführungsaktion gibt. Zu jeder Buchung gibt es meinen 6 Wochen Kurs zum Thema Körperakzeptanz dazu, der heißt "Mich mit meinem Körper anfreunden" und den gibt es eben als Gratisbonus dazu. Und wenn du überlegst, ob das was für dich ist, dann lade ich dich ein, dir ein 20minütiges, kostenfreies Kennenlerngespräch mit mir zu buchen. Dort können wir einfach, wie der Name sagt, uns etwas mehr kennenlernen und vor allem können wir deine Fragen rund ums Coaching, rund um dieses Angebot klären und du kannst dann mit diesen Infos in Ruhe weiter überlegen, ob mein Angebot wirklich was für dich ist. Wichtig ist mir immer zu sagen, dass die Kennenlerngespräche bei mir wirklich keine Verkaufsgespräche sind. Das heißt, wir unterhalten uns da 20 Minuten nett. Es gibt Raum für deine Fragen, vielleicht auch für deine Bedenken, wenn es die gibt. Wir können offen darüber sprechen und es gibt wirklich null Druck, dass du danach irgendwas bei mir buchen musst. Also es ist auch völlig in Ordnung so ein Kennenlerngespräch bei mir zu buchen und danach nicht bei mir zu kaufen. Also kein Stress. Wenn du Vielleicht mache ich das mal. Dann findest du den Link zu meinem Angebot, aber auch zum Kennenlerngespräch vor allem in den Show Notes. Und Klammer auf. Vorhin gab es gerade technische Probleme bei meinem Webseitenanbieter bei Squarespace. Falls du auf die Coaching Seite klickst und es irgendwie langsam lädt, die Seite nicht richtig aufbaut, dann hier die Bitte probier es später noch mal. Das betrifft nicht den Link zum Kennenlerngespräch, sondern es betrifft wirklich alles, was direkt auf meiner Website ist. Ich weiß nicht, was da los ist. Ich hoffe, es klärt sich in den nächsten Stunden. Klammer zu. OK, damit komme ich aber zur aktuellen Folge. Jetzt kommt der zweite Teil des Interviews mit Rebecca Maskos. Sie erzählt von ihrem persönlichen Weg, wie sie mit ihrem Körper umgegangen ist, wie sich das über ihr Leben entwickelt hat. Unter anderem geht es darum, wie sie mit Mitte 20 gemalt wurde. Also es wurde ein Porträt von ihr gemalt und was das für sie verändert hat. Außerdem unterhalten wir uns übers Altern und über Tattoos und am Ende gibt es eine ganz große Portion Glitzer von Rebecca. Ich habe mich beim Zuhören im Interview total drüber gefreut. Ich hoffe, dass du dich auch freust, wenn du dann die Folge hörst und den Glitzer von Rebecca hörst. Und damit wünsche ich dir ganz viel Spaß. Dann lass uns doch noch mal zu dem Teil kommen, der immer so am Ende der Interviews steht, der so ein bisschen, wo es um den persönlichen Weg geht. Du hast vorhin schon so ein bisschen was dazu gesagt, auch so Stichwort Behindertenbewegung, was da auch hilfreich war, dass es hilfreich war, auch andere Menschen zu treffen, deren Körper vielleicht auch ähnlich aussahen. Wir haben per E Mail abgesprochen, dass wir den Teil machen. Vielleicht sage ich für die Hörer innen kurz zur Einordnung, die anderen, die bisherigen Interviewpartner innen waren selbst dicke Menschen. Und dann frage ich eben auch immer, wie sind die da gekommen, eben so auf Körper und Gewicht zu schauen, wie sie es tun. Bei dir würde ich es ein bisschen anders formulieren und würde aber trotzdem auch die Parallele sehen, dass du eben auch in einem Körper lebst, der ja eben auch, wie wir besprochen haben, auch von der Norm abweicht, von dem, was so erwartet wird von Körpern. Und auch das braucht ja dann eine Auseinandersetzung damit mit so einem Körper, um da nicht in so einem Nicht Stecken zu bleiben, in diesem Hadern mit dem eigenen Körper und vielleicht auch Hass auf den eigenen Körper, sondern um dahin zu kommen, dass man sagt, okay, mit dem Körper kann ich aber trotzdem ein gutes Leben führen oder führe ich ein gutes Leben und bin oft okay. Nicht immer, aber oft okay halt. Und deswegen würde mich noch mal interessieren, vielleicht auch in Ergänzung zu dem, was du so vorhin erzählt hast, was waren so Dinge, die besonders wichtig für dich waren, um einfach da anzukommen, dass du sagst, du hast vorhin gesagt, du bist Anfang 50, du hast super viel gemacht, hast aus meiner Sicht zumindest ein sehr erfülltes Leben bis jetzt, dass das mit deinem Körper eben auch möglich ist und dass du dich zum Beispiel nicht selbst behindert hast, indem du dann zu Hause geblieben bist, statt den Rollstuhl zu benutzen. Naja, ich meine, ich glaube, dieses Teilhaben wollen und Dinge erleben wollen und so, dass vielleicht fast ein bisschen unabhängig davon, wie ich meinen Körper sehe oder so. Das war einfach nur, weil ich das gerne wollte und mich alles interessiert hat und ich gerne alles machen wollte. Ich glaube, die Frage, wie gucke ich auf meinen Körper? Also wie gesagt, ich bin damit wirklich noch nicht fertig und jetzt auch gerade so mit diesem Älterwerden, so dass ich langsam, also ich werde immer schwerfälliger. Ich nehme jetzt, also das hatte ich lange nicht, finde ich an sich gar nicht so schlimm, aber ich merke halt so, es verändert sich halt ziemlich viel und ja, ich bin nicht mehr so beweglich und so. Aber es ist, also es war noch nie so, dass ich sagen kann, ich habe so, also sagen wir so zum Beispiel, ja, ich hab früher schon darauf geachtet, irgendwie Klamotten anzuziehen, die mir gefallen natürlich und so, aber es tatsächlich zieht sich durch. Die sollen in erster Linie bequem sein, ehrlich gesagt, mein Priorität und ich habe nie so wahnsinnig viel Zeit darauf verwandt, jetzt irgendwie coole Klamotten zu kaufen oder mich irgendwie ewig vorm Spiegel zu stylen oder so. Also es ist eher so, ja, es soll irgendwie funktionieren und wie okay aussehen, aber das reicht dann auch irgendwie so als Level von Style oder so. Also insofern kann ich gar nicht sagen, dass ich zum Beispiel jetzt irgendwie so body positive unterwegs wäre, dass ich so meinen Körper gefeiert hätte oder so. Ich habe auch kein einziges Tatto. Ich glaube, da bin ich auch echt eine Minderheit, vielleicht auch, weil ich so ein bisschen Angst davor hatte, immer auch so vor dieser Endgültigkeit und so. Aber ich habe nicht das Gefühl gehabt, ich muss meinen Körper jetzt noch extra schmücken oder so. Aber ich glaube, was mir zum Beispiel geholfen hat, ist, ich bin in dem Jahr, als ich in den USA war, Da war ich 25 und da bin ich gemalt worden von einer Malerin, die heißt Riva Lehrer und das ist eine Malerin mit Behinderung und das ist eine wirklich sehr, also auch in den USA echt erfolgreiche Künstlerin, die vor allem viele Porträts macht, viel in so einer Art fantasievollen Setting. Und genau hinter mir ist ein Poster von diesem Bild. Das Original hängt in Boston bei einem Sammlerehepaar. Und diese Arbeit mit ihr an dem Bild, das hat schon sehr viel gemacht, weil sie natürlich ganz anders auf meinen Körper geguckt hat. Also sie hat mich ähnlich wie ich sage mal früher Ärzte natürlich sehr genau angeschaut. Also ich habe ja zum einen am Anfang Fotos gemacht, wir haben dann ganz viel so zusammen besprochen wie soll das Bild aussehen? Das ist schon ihre kreative Idee aber ich war die ganze Zeit eingebunden wie soll das aussehen, was soll das Bild erzählen Aber sie hat Fotos gemacht und dann habe ich wirklich ich weiß nicht wie oft ich Bei ihr war 6, 7, 8 mal oder so hab bei ihr wirklich Modell gesessen. Sie hat mich also ganz viel angeschaut und das war aber eben ein ganz anderes angeschaut werden als dieser medizinische Blick. Sie hat mich als Kunstobjekt angeschaut oder Kunst Objekt und was ich zum Beispiel was ich total schön fand, also bei diesem Bild, da sieht man im Hintergrund einen Ast, einen Baum und sie hat gesagt ja sie wollte gerne diesen Baum nehmen, weil sie fand, dass meine Arme, also meine Arme sind so ein bisschen verbogen. Also auch wieder schon die Frage man ist jetzt verbogen, die sind nicht ganz gerade so und sie hat gesagt ja die meine Arme erinnern sie an diese Äste und das fand ich so schön. Die finden irgendwie diese das ist so eine Parallele irgendwie die Äste, die Arme und so und das waren einfach sehr schöne Momente, wo ich einfach gelernt habe, okay ja so kann ich auch auf meinen Körper schauen und der ist halt sehr einzigartig. Also niemand hat so einen Körper wie ich und das ist auch eine Qualität, das ist auch was Schönes so in der Welt zu sein und der macht mir viele Probleme und ich hab zum Beispiel Atemprobleme. Ich weiß nicht wie lange das ob ich jetzt mit meiner Lunge und ob ich da jetzt 90 werde vielleicht eher nicht, aber das sind alles Dinge, da bin ich nicht so fröhlich über meinen Körper aber er bietet mir halt eine ganz einzigartige Perspektive auf die Welt und das ist irgendwie auch was Schönes. Also das habe ich zum Beispiel durch diese Arbeit an diesem Bild oder dieses Gemaltwerden entdeckt und dann ich glaube auch eine andere Sache ist einfach die tatsächlich einfach geliebt zu werden von einem anderen Menschen. Also ich habe ganz lange keine Beziehung gehabt. Also ich war schon weit über 30, als ich meine erste Beziehung hatte. Das war wirklich was, was mich ganz lange wirklich sehr traurig gemacht hat und ich auch immer das Gefühl hatte, das geht halt mit diesem Körper nicht. Und ich finde immer, es wird ja immer Ja, wenn du geliebt werden willst, dann musst du dich selbst lieben. Ich finde das schwierig, weil das eine ganz schön hohe Anforderung ist. Und ich muss tatsächlich sagen, dieses sich selbst zu lieben. Also mir hat sehr geholfen, dabei geliebt zu werden von einem anderen Menschen und attraktiv gefunden zu werden. Insofern, ich kann da schlechten Ratschlag geben, Aber das Einzige, was ich sagen kann, was mir geholfen hat, war, meinen Blick zu erweitern. Also einfach auch die Menschen, die mich lieben und liebevoll auf mich schauen, das anzunehmen. Weil ich glaube tatsächlich, ich hatte lange so eine Abwehr dagegen. Also das ist eine ganz schräge Abwehr im Sinne, wenn Leute mich attraktiv finden und mich toll finden, da ist doch irgendwas komisch dran. Also ich glaube, so was lief da unbewusst bei mir ab und ich habe auch viel Therapie gemacht und so weiter. Und all das sind Dinge, die mir geholfen haben, mich da einfach mal mein Bewusstsein so ein bisschen zu öffnen und zu Ich nehme das einfach mal an und ich wende mich einfach den Menschen zu, die mich schön finden. Und das ist leider nichts, was man von heute auf morgen einschalten kann. Aber ich glaube, das würde ich allen wünschen. Jetzt habe ich schon ein bisschen. Ich finde es total schön, ich sitze hier und lächle die ganze Zeit so selig vor mich hin, weil ich das gedacht habe. Ach, wie schön, weil ich vorhin gedacht Ach Mensch, jetzt habe ich dich das schon gefragt, jetzt hast du da schon geantwortet und jetzt kannst du wahrscheinlich gar nicht mehr so viel sagen. Aber ich fand das gerade so schön, das zu hören. Gerade ist es okay, wenn ich ein paar Sachen, paar Gedanken dazu einfach sage. Ja, alle Fälle gerne. Ich habe mich gerade total gefreut, dass du das Bild angesprochen hast, weil vorhin warst du mehrmals, Also vielleicht für diejenigen, die nicht das Video sehen, wenn Rebecca gerade so vor der Kamera sitzt, dann kann man das Bild nicht richtig sehen und man sieht nur so den Rahmen. Genau. Wenn Rebecca sich zur Seite beugt, dann kann man sehen, gerade hat sie sich zur Seite gebeugt. Aber vorhin im Vorgespräch, also bevor wir die Aufnahme gestartet haben, bist du ja mehrmals noch mal so rausgerollt. Und dann habe ich das Bild gesehen und habe gedacht, also selbst von hier aus, von drauf gucken mit der Kamera, dass ich es total schön finde und habe noch gedacht, ob ich dich dazu frage, aber ich wusste auch nicht, ob es zu privat, zu persönlich ist. Außerdem finde ich witzig, dass du schon die zweite Person bist. Du bist jetzt, glaube ich, das vierte Interview und du bist schon die zweite Person, die ein Bild von sich im Hintergrund beim Interview hängen hat. Und das andere war auch, das war das Interview, da ging es um einen Sieg. Das war für die Hörer*innen mit Lydia und Luise. Und auch da gab es ein ganz schönes, großes Bild, was Lydia gemalt hat, wo Luise drauf ist, gab es im Hintergrund auch. Superschön. Also dass ich gerade gedacht habe, ja, da ist wahrscheinlich auch was dran, dieses sich vor einer Kamera entweder sich fotografieren zu lassen von jemandem, der das wirklich kann oder eben auch malen zu lassen und einfach diesen Blick auf den Körper, also mal zu sehen, wie man gesehen wird und wie jemand auch Schönheit bei einem sieht, dass das, dass da wahrscheinlich wirklich ganz viel Heilsames, ganz viel Tolles dran ist. Und dann wollte ich noch ergänzen zwei Dinge. Ich finde auch, man muss seinen Körper nicht feiern. Also für mich ist Body Positivity zum Beispiel auch nicht damit verbunden, meinen Körper feiern zu müssen. Ich finde, es ist schon echt viel, den eigenen Körper auch wirklich okay zu finden. Das ist eine Formulierung, die ich jetzt mehrmals verwendet habe, okay zu finden oder vielleicht sogar einfach nur, und das ist gerade nur in großen Anführungszeichen dahin zu kommen, nicht mehr so viel Energie da reinzustecken, mit dem ständig zu hadern, weil ich finde, dass das lenkt von so vielen Sachen ab. Also es ermöglicht, also es lenkt davon ab, einfach sich aufs eigene Leben zu konzentrieren. Es lenkt aber auch politisch von so vielen Sachen ab. Wenn ich mit meinem Körper die ganze Zeit beschäftigt bin, dann kann ich mir weniger Gedanken um die Welt machen und vielleicht auch weniger überlegen, hey, wie kann ich hier vielleicht auch in der Welt was verändern? Dann habe ich weniger Blick vielleicht auch für so was wie Ungerechtigkeit. Und ich finde, dahin zu kommen zu sagen, ich verwende da nicht mehr so viel Energie drauf, auch wenn ich meinen Körper vielleicht nicht super toll finde und vielleicht auch gar nicht feiere, ist auch schon sehr, sehr viel. Gerade wir haben viel über diese Erzählungen gesprochen. Wenn man sich das in Bewusstsein ruft, dann sind das Riesenschritte, dahin zu kommen überhaupt und ist das schon ganz viel. Ja, und auch was du sagst mit dem, dass es eben durchaus eine Rolle spielt, wenn man geliebt wird. Und ich glaube, das geht vielen dicken Menschen auch so über das, über begehrt werden, über geliebt werden, überhaupt erst mal die Erfahrung zu machen, ah, okay, andere sehen mich als schön, vielleicht bin ja schön. Und da dann überhaupt auch noch mal vielleicht ein Perspektivwechsel auch dann darüber auch hinzukriegen. Und ich wollte sagen, du bist nicht alleine mit dem keine Tattoos. Ich habe auch Keine, ich bin 46, habe keine. Witzig ist, dass ich seit Jahren darüber nachdenke und ich mag Tattoos bei anderen total gerne. Und es gibt tolle Fotos von auch dicken Frauen mit Tattoos, auch so an Oberschenkeln und so oder eben wo auch viel Platz am Arm ist. Ich finde es ganz großartig. Ich kann mich selber, also genau, ich finde Schmerzen schwierig und tue mich da so ein bisschen schwer. Weiß nicht, was ich erwarten kann, aber ich kann mich auch nicht entscheiden. Also ich habe, das ist auch so ein Thema, ich habe eigentlich was im Kopf, aber denke immer, was denke ich in zehn Jahren drüber? Und dann Stichwort Neurodivergenz, da hängen wieder so zehn Aufgaben dran, einen Termin irgendwo machen, mich für jemanden entscheiden, der mich tätowieren würde. So halt das auch noch. Aber ja genau, ich bin auch untätowiert. Also von daher, da sind wir uns quasi auch noch mal eine Parallele. Sehr schön. Aber du hast recht, das stimmt inzwischen, die meisten Menschen, denen ich begegne, die haben inzwischen Tattoos und manchmal auch gerade in bestimmten Nischen, weil ich auch das Gefühl habe, dieses, also da ist auch ganz viel empowerndes, empowerndes Potenzial auch beim sich tätowieren lassen, gerade wenn man einen Körper hat, der von der Norm abweicht. Also zumindest in diesen Fat Liberation Kreisen sind viele Menschen, glaube ich, tätowiert und eben auch, glaube ich, bewusst tätowiert, ist mein Eindruck zumindest. Aber das ist nur so eine Alltagsbeobachtung. Dann würde ich dich gerne noch fragen. Du hast schon so ganz vieles genannt, was dir in deinem Leben geholfen hat, einfach mit dem Körper, mit dem du hast, ein erfülltes Leben zu führen. Mich würde interessieren, eigentlich frage ich an der Stelle, was machst du, wenn du einen Tag hast, wo du dich nicht so wohl in deinem Körper fühlst? Jetzt hast du das Thema Altern schon angesprochen, deswegen glaube ich, würde ich genau daraufhin die Frage stellen, weil Thema Altern betrifft mich Auch. Ich bin fünf Jahre jünger als du, ich bin 46, aber wir sind beide mittendrin im Thema Altern. Was hilft dir denn an so Tagen, wo du merkst, oh, Sachen verändern sich, Sachen werden schwerer. Du hast gesagt, du bist schwer, der Körper wird irgendwie schwerfälliger. Was hilft dir, wenn das vielleicht einfach sehr viel Raum einnimmt und die Unzufriedenheit groß ist? Was hilft dir dann am Ende damit auch wieder einen Umgang zu finden? Du musst keine super Tipps geben. Also es geht aber irgendwie, ich würde dir immer zuschreiben, dass du aber irgendwie Möglichkeiten hast, damit umzugehen und darin nicht so zu versinken. Das würde ich dir zumindest zuschreiben. Und wenn das nicht stimmt, bitte sag das auch gerne. Ja, ja, nee, nee, ich wollte gerade Witz machen, sagen Schokolade essen kann man vielleicht auch als Tipp geben. Was hilft mir da? Naja, also ich bin tatsächlich jemand, der schnell ängstlich ist und sehr so Gedankenspiralen irgendwie im Kopf hat und ich versuche mir dann immer zu sagen, was ist jetzt? Also wie ist es jetzt? Ist es jetzt wirklich schlimm? Nein, und wie die Zukunft wird, wissen wir nicht. Also einfach so ein bisschen so mehr im Hier und Jetzt zu zentrieren. Was hilft mir sonst noch? Ja, ich glaube, da muss man so ein bisschen so trennen zwischen diesen ganzen gesundheitlichen Dingen, die halt irgendwann entstehen können oder die Schmerzen oder sonst was und sozusagen, wie gefällt einem der Körper? Ich glaube, da finde ich, helfen mir viel so andere Role Models, Vorbilder oder so. Also andere coole Frauen mit Behinderung zum Beispiel, definitiv auch Frauen mit, also dicke Frauen. Also tatsächlich, ich fühle mich da total verbunden. Also eben durch dieses Rausfallen aus der Körpernorm bei diesen gesundheitlichen Geschichten. Ja, das ist halt nichts, wo man sich jetzt in dem Sinne empowern könnte oder so. Da eher so ein bisschen überlegen, naja, was hat man denn für einen Handlungsspielraum? Was kann man machen? Wie kann es trotz allem irgendwie weitergehen? Und ansonsten einfach schlicht versuchen zu akzeptieren, ja, dass es eben so ist und zu gucken, was man trotz allem trotzdem klingt so deprimierend, aber wie gut das Leben eigentlich ist. Also wirklich so das Gute am Leben und eben das Gute an dem Körper wertzuschätzen. Also das, was du eben gesagt hast, den Körper okay finden oder sowas wie den Körper vielleicht als Freund oder Freundin zu sehen, als etwas, was einen trägt und begleitet und mit dem irgendwie gut und freundlich umzugehen. Ich glaube, das ist das, was mir dann hilft. Also ich vergesse das leider manchmal, dass ich da irgendwie freundlich zu meinem Körper sein muss oder sein möchte, aber mich daran immer wieder mal zu erinnern, dass der Körper mir auch selber eigentlich schon sagt, was er braucht und ich da einfach nur drauf hören muss, sowas hilft mir, glaube ich. Ja, ich habe gerade gedacht, das ist, du hast am Anfang gesagt, das Thema mit der Ängstlichkeit immer wieder erinnern, dass eigentlich im Moment alles okay ist im Hier und Jetzt sein. Spannenderweise im letzten Interview kam auch schon das Thema Achtsamkeit kurz auf bzw. Begriff habe ich reingebracht, aber ich glaube, da ging es auch schon um so Techniken. Und ich habe gerade gedacht, bei Achtsamkeit geht es ja auch immer wieder. Also es gibt Menschen, die dieses Ideal im Kopf haben, von da ist jemand die ganze Zeit im Zen oder super entspannt. Und ich finde, bei Achtsamkeit geht es für mich auch darum, immer wieder diese Balance hinzukriegen und und das ist überhaupt gar nichts, was ein dauerhafter Zustand ist, sich immer wieder klar zu machen, hey, hier im Hier und Jetzt zu sein. Ich bin im Hier und Jetzt, hier und Jetzt zu sein und das braucht immer wieder eine Aufmerksamkeit. Und genauso ist es bei mir auch. Und deswegen ist es für mich die Parallele bei diesem Thema, freundlich mit sich in dem eigenen Körper umgehen. Auch da geht es für mich gar nicht darum. Und ich glaube, das ist unrealistisch, so ein Zustand zu erreichen, wo es immer super ist oder wo man immer durchgehend freundlich zu sich sein kann, sondern ich glaube, da geht es auch immer wieder darum, sich daran zu erinnern und in so einer Balance zu finden zwischen Momenten, wo man vielleicht eher unfreundlich ist, wo man sehr kritisch auf sich selbst schaut oder vielleicht auch sich so verliert in bestimmten Sachen und wo man dann wieder zurückkommt. Also es geht immer wieder darum, diese zwei Sachen so auszubalancieren, balancieren. Und deswegen, ich glaube, wir machen uns dann, oder eben, es sind ja gar nicht nur wir, ich manchmal wollte gerade sagen, wir machen uns manchmal selber das Leben schwer mit den Ansprüchen Aber auch das sind ja wieder Dinge von, also diese, gerade zum Beispiel bei Body Positivity, was du vorhin gesagt hast, da gibt es auch bestimmte Bilder, die wieder so von außen kommen. Oder eben auch so bei Achtsamkeit oder freundlich zu sich selbst sein, Selbstliebe gibt es ja auch wieder so komische Ideale, wo dann das Ideal als jemand dargestellt wird, eine Person, die tiefenentspannt ist, dauerhaft tiefenentspannt ist, nie ängstlich ist oder halt die ganze Zeit sich selbst liebt, wo ich immer das Gefühl habe, das ist so wenig hilfreich, diese Bilder, weil niemand, das gelingt doch niemandem halt und alle leiden dann wieder darunter. Genau. Also wenn die Selbstfürsorge wieder zum neuen Druck wird, dann hilft es nicht so wirklich. Absolut, ja, das würde ich auch unterschreiben. Dann letzte Frage an dich, die genau die Hörer innen wissen, Es gibt die Kategorie Glitzer und zwar in den Solofolgen mache ich das, Wenn ich Interviews mache, frage ich das die die Gastperson. Also in dem Fall würde ich jetzt dich fragen und zwar Glitzer ist eben was ich definiere das für mich so, das ist was, was kann was Positives sein. Bei meinem Fall, wenn ich was sage, ist es meistens positiv. Also wenn ich überlege, was ist heute mein Glitzer, ist es oft was, was mir, was mich gerade mir gerade, was mich begeistert, was mich, was mir gefällt. Es kann alles Mögliche sein. Es kann auch was super Kleines sein. Ich rede oft über Kekse in diesem Podcast. Also wirklich kann alles sein, aber es kann auch, es muss nicht positiv sein. Zu der Definition gehört auch, es könnte was sein, was dich einfach sehr beschäftigt. Gerade auch das könnte dein Glitzer sein. Deswegen jetzt ist die Was ist gerade für dich in deinem aktuellen Leben? Was würdest du sagen ist gerade dein Glitzer? Also ich glaube, ich war gerade im Urlaub in Portugal und ich erzähle noch ein bisschen davon und da war schon sehr viel Sonne und blauer Himmel und schon so sehr viel Frühling und das ist, glaube ich, der Glitzer, dass das hier auch gerade so anfängt, jetzt so im März. Und ja, ich glaube, ich freue mich gerade so, dass ein Großteil des Jahres mit der schönen Jahreszeit noch bevorsteht oder noch vor mir liegt und ich bin gerade schon wieder dabei, einen neuen Urlaub zu planen. Das hat auch seine netten Seiten, so zu überlegen, wie könnte der aussehen? Genau, also das mit dem Reisen ist immer Glitzer, also wegfahren und Reisen, auch wenn es anstrengend ist, finde ich immer toll, Neues zu entdecken, neue Gegenden und ansonsten, das ist mein Glitzer. Ja, ich singe in einem Chor. Wir haben gerade einige neue Lieder, die lerne ich gerade. Das macht auch sehr viel Spaß. Ja, und ansonsten muss ich sagen, ich habe wirklich mit meinem Job, das ist auch sehr, wie gesagt, schon durchaus anstrengend und es ist einfach ein bisschen so ein Hamsterrad. Aber ich merke auch, dass mir meine Arbeit wirklich sehr viel Spaß macht aktuell. Also es gibt sehr viele Momente darin, wo ich einfach die Arbeit auch gar nicht als so belastend empfinde, sondern wirklich einfach als sehr sinnstiftend. Und insofern, ich weiß gar nicht, ob man das Glitzer nennen kann, aber ist auch okay. Also ich denke jetzt, wenn bei der Arbeit, oh Gott, schrecklich, ich muss wieder arbeiten, sondern, jo, okay, dann machen wir demnächst wieder Seminar. Das wird nett. Das war eine große Portion Glitzer, aber das ist total cool. Ja, genau. Ich finde, Arbeit darf auch manchmal, also Arbeit ist nie nur Glitzer, aber Arbeit darf auch mal Glitzer sein. Auf jeden Fall. Ist bei mir auch so. Und sonst würde es mir auch nicht gut gehen, wenn es da nie glitzern würde. Vielen, vielen Dank. Damit komme ich zum Ende oder kommen wir zum Ende des Interviews. Danke fürs Dasein. Ich habe eine vage Idee, wie du eingebunden bist. Das heißt, ich bin immer dankbar, wenn Menschen herkommen und sich Zeit nehmen. Und bei dir, da ich so ein Bild habe, noch mal ein extra großes Danke, dass du dir die Zeit, Energie genommen hast und danke fürs auch dich darauf einlassen, dass wir so gemeinsam über ein paar Sachen nachdenken konnten. Es war für mich auch noch mal wirklich sehr hilfreich, weil ich ein paar Sachen vorher nicht so in Worte hätte fassen können. Also von daher vielen, vielen Dank, dass du da bist. Einladung. Also ich habe das sehr gerne gemacht, weil ich das total spannend finde, das mal zusammenzudenken und hab mich sehr gefreut, dich mal wiederzusehen. Es hat mir wirklich großen Spaß gemacht. Mir auch auf jeden Fall vielen Dank. Das war also das komplette Interview mit Rebecca Maskos. Dieses Interview gibt es nicht nur zum Hören, sondern auch zum Schauen auf YouTube. Dort kannst du unter anderem dieses Porträt sehen, was von Rebecca gemalt wurde und über das wir in der Folge sprechen. Damit verabschiede ich mich. Wir hören uns voraussichtlich am 9 Mai wieder. Bis dahin wünsche ich dir schöne Frühlingstage. Bis bald und tschüss.