Wohlgefühl als widerständige Praxis - Interview mit Kumi More (Teil 1)
12.09.2026 50 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge ist Kumi More zu Gast.
Im ersten Teil des Gesprächs reden über darüber, was „Wohlgefühl als widerständige Praxis“ bedeutet. Und wie das konkret in Kumis Leben aussieht. Außerdem gibt es einen sehr unterhaltsamen Ausflug in die Welt von Romance Büchern.
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Deutschsprachiges Interview mit Sabrina Strings, in dem es um ihr Buch „Fearing the Black Body: The Racial Origins of Fatphobia“ geht
https://rosa-mag.de/sabrina-strings/
Harrison, Da´Shaun L. (2021): Belly of the beast.
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Transkript
Hi, hier ist Ira. Wenn Du diesen Podcast hörst, dann wünschst Du dir wahrscheinlich
mehr Impulse zum Thema Körperakzeptanz. Die kannst Du bekommen in meinem
Newsletter. Dort versorg ich dich regelmäßig mit Inspiration
rund das Thema Körper. Zum Beispiel zu diesen Themen, Grenzen
setzen, Tipps für die Regulierung deines Nervensystems, weil
Diskriminierung eben stressig ist. Es gibt auch Ideen dazu, wie Du
liebevoller, wie Du freundlicher mit dir, mit deinem Körper umgehen kannst. Manchmal
gibt's Tipps zum Thema Aktivismus, die Gesellschaft eben fettfreundlicher
zu gestalten. Und manchmal schreib ich dir auch einen Newsletter, wo ich dir einfach
erzähle, dass ich grad eine Serie geschaut habe, die eine sehr positive Darstellung von
dick fetten Menschen hatte. Es geht immer wieder darum, dass diese Impulse dich
daran erinnern, dass dein Körper gut genug ist, genauso wie er jetzt
grade aussieht und wie er sich anfühlt. Wenn Du diese Impulse zum
Thema Körperakzeptanz möchtest, dann kannst Du dich kostenlos anmelden und erhältst
dann etwa zweimal im Monat eine E-Mail von mir. Du kannst einfach auf meine Website
gehen, Ira minus Schumann Punkt d e und dort den Newsletter abonnieren.
Den Link findest Du auch noch mal in den Shownotes. Bis bald in deinem Posteingang
und jetzt viel Spaß beim Hören.
Willkommen beim Podcast Körper und Gesellschaft, dem Podcast für das Thema
Körperakzeptanz. Mein Name ist Ira Schumann.
Hallo und willkommen zurück nach der Sommerpause. Ich hoffe, euch allen geht so
gut wie möglich und ihr hattet es schön über die letzten Wochen und Monate.
In den nächsten Wochen, also über den Herbst, Ende des Sommers über den Herbst,
gibt's 'n paar schöne Gespräche hier. Manche sind schon aufgenommen, manche sind erst
geplant und los geht's mit einem Gespräch mit Kumi
Moore. Das wirst Du in dieser und in der nächsten Folge hören.
Im ersten Teil, den Du heute hörst, reden wir über Wohlgefühl als
widerständige Praxis. Und es geht darum, was was ist das? Was
bedeutet das? Warum ist das wichtig und wie sieht das in Gummisleben
aus? Außerdem gibt's einen sehr unterhaltsamen Ausflug in die Welt
von Womence Büchern oder wie Gummi sie nennt,
Pornobücher. Ich wünsche dir gleich viel Spaß beim Hören.
Bevor es losgeht, hier aber noch Werbung für ein Angebot von mir.
Am dreiundzwanzigsten September halte ich einen Workshop mit dem Titel
Inklusion braucht Diversitätskompetenz. Ich hatte ja hier schon mehrmals
erzählt oder zumindest einmal erzählt, dass ich neben meiner Arbeit zum Thema
Körperakzeptanz vor allem mit Organisationen zu den Themen Inklusion und Diversität
arbeite. Und dieser Workshop ist für dich, wenn Du im pädagogischen
oder Sozialbereich arbeitest, Inklusion wichtig findest, dich aber bei der
Umsetzung immer wieder nicht handlungsfähig fühlst, weil die Rahmenbedingungen so
schlecht sind und weil Du vielleicht auch einfach gar nicht weißt, wo Du überhaupt anfangen
kannst. Der Workshop ist eine Mischung aus Impuls,
Reflexion und vielen kleinen Inspirationen, vielen kleinen Impulsen für
die Praxis. Den Link zur Anmeldung findest Du in den Shownotes. Und wenn Du
sagst, oh, ich brauch aber noch 'n bisschen mehr Infos, im nächsten Newsletter schreibe
ich mehr dazu zu diesem Workshop. Jetzt aber
viel Spaß mit der Folge. Willkommen Gummimore.
Schön, dass Du da bist. Vielen. Ich fang immer so an, dass
ich am Anfang immer frage für diejenigen, die noch nie von dir
gehört haben, die dich nicht kennen, was könnten, was sollten diese Menschen
über dich wissen, über deine Arbeit wissen? Ja, was lohnt es sich,
über mich zu wissen? Also Leute, die mich jetzt grade sehen, sehen, dass ich
eine Schwarze, fette Person bin. Außerdem bin ich
behindert und queer und trans und
habe meinen Fokus mittlerweile gesetzt in meinem
Leben und auch mit in meiner Arbeit auf Freude und Wohlgefühl
und meine Arbeit beinhaltet eben auch diese meiner Identitätsmarker.
Also ich arbeite zu den Themen Schwarz sein, fett
sein, Wohlgefühl,
Sex und Sexualität, Queerness. Genau und halt
was meine Arbeit ist, ist ich mache ich schreibe Gedichte und Texte.
Ich gebe Workshops und Vorträge und außerdem mache ich
Sexarbeit und bewerbe mich als die wahrscheinlich
dickste Hure Deutschlands. Möglich, dass es stimmt,
möglich, dass es nicht stimmt. Auf jeden
Fall guter guter Claim. Na, vielen Dank fürs Erzählen und ich find's total spannend,
dass Du so vieles machst. Ich hab dich, als ich dich zum ersten Mal auf
Instagram gesehen habe, hab ich dich gesehen in diesem Kontext, Du machst so
Häkeltiere. Ja. Ab und zu zumindest. Also das ist irgendwie auch Teil
deiner Arbeit, so Häkeltiere zu machen Ja. Und ich glaub, Du verkaufst sie dann
auch. Kann ich gleich mal 1 zeigen. Und dann hab ich, Oh ja, hast Du
1 da? Ja, hab ich ein Schweinchen zum Beispiel.
Sehr cool. Und hier hab ich zum Beispiel einen Mops
mit einem kleinen Ringelschwanz. Das das Gesicht hat
aber perfekt getroffen. Ja. Ja, ich häkel auch da ist
mein ist mein Thema Freude und ich häkel nur fette Tiere und
Essen, weil fette Tiere einfach total toll sind und
süß sind und Menschen sich darauf auf jeden Fall einigen können, dass fette Tiere
toll sind. Ich frag dich nachher noch, wo wo Menschen dich und deine Arbeit finden
können, aber ich frag schon mal aus persönlichen Gründen, wo wo kann man wo kann
man deine deine Häkeltiere kaufen? Lassen die
sich irgendwie irgendwo auch online kaufen? Dazu müsstest
Du mich direkt anschreiben, also weil ich bin immer mal wieder auf Märkten
unterwegs in Bisher vor allen Dingen in Hamburg, aber ich werd auch
wahrscheinlich mal in Berlin sein und auch so
Kunsthandwerks beziehungsweise Handwerksmärkten Und genau, Häkeln
ist etwas, was ich was ich mache zur sozusagen
Meditation und ja, es bereitet mir sehr viel Freude.
Also ich mag gerne etwas mit meinen Händen machen. Ich mag die Bewegung. Es ist
sehr, ja, meditativ. Ja, spannend, genau. Aber Und ich hab
damals, als ich dich gesehen hab mit den Häkeltieren und hatte ich auch gesehen, Sex
arbeiten, hab ich gedacht, okay, ich würd dich gerne einladen. Ich ich krieg das
Thema noch nicht so ganz geschärft, aber dann dann kam ein
Instagram Post und ich finde, Du hast es jetzt auch schon mehrmals so gesagt, dann
habe ich einen Instagram Post von dir gesehen, da hast Du einen Workshop
beworben, den Du mit jemand anderem gemacht hast oder machst und
der hieß Wohlgefühl als widerständige Praxis beziehungsweise der komplette
Titel war, glaube ich, hach ja, Wohlgefühl als widerständige Praxis und ich
find so diesen kompletten Titel auch auch sehr großartig. Und dann hab ich gedacht, ach
ja, großartig und dann können wir uns wirklich an diesem daran so
langhangeln und ich glaub, das verbindet dann wahrscheinlich auch deine verschiedenen
Arbeitsfelder. Ja, total. Und da taucht eben auch wieder dieser
Begriff Wohlgefühl auf. Ich find diesen Begriff übrigens total schön. Ich hab so gedacht, Freude
verwende ich auch für mich im Alltag, aber wohlgefühl verwende ich für mich, also
so als als festen Begriff, nicht? Aber ich find den total schön, weil der,
ja, der der beschreibt einfach was, was sich tatsächlich so sonst, was
Freude auch noch nicht so ganz greift. Das finde ich auch sehr cool. Von daher
habe ich gedacht, lass uns doch mal zum Thema Wohlgefühl kommen und
auch vielleicht noch mal mit diesem dieser Rahmung, Wohlgefühl als widerständige Praxis.
Vielleicht magst Du einfach kurz erzählen, was was heißt das denn für dich,
Wohlgefühl als widerständige Praxis? Was was bedeutet das für dich?
Großes, weites Thema, Wohlgefühl als widerständige Praxis.
Ich hol einfach mal 'n bisschen aus. Es ist tatsächlich auf eine
Art, es ist Teil meines Werdegangs, weshalb ich jetzt hier gelandet bin in in
diesem Fokus. Es ist nämlich, dass ich in meiner
aktivistischen Arbeit früher mehr
Sensibilisierung und Aufklärung gemacht habe und festgestellt hab, dass
dass mich das nicht glücklich macht. Also ich ich glaube, es ist eine sehr wichtige
Arbeit, Aufklärung zu machen und Sensibilisierung zu machen und
ich hab da auch verschiedene widerständige Praxen drin gehabt
und hab aber festgestellt, ja, es macht mich es macht mich nicht glücklich. Im Gegenteil,
ich hab das Gefühl, dass es mich aussaugt. Und 'n Teil davon ist, ist, dass
ich der Meinung bin, dass halt Sensibilisierung, Aufklärung, Wissenserlang im
Endeffekt etwas ist, was halt nicht nicht etwas ist, was halt
direkt passiert, sondern meistens ist es so, dass dass Leute sehr viele
Schritte brauchen, sodass etwas, was sie vielleicht vor 5 Jahren gehört haben,
dann tatsächlich in einem wahren Verständnis erst in 5 Jahren
kommt. Mhm. Und Menschen haben euch Widerstand, auch 'n inneren Widerstand
gegen Dinge, von denen sie erst glaubten, dass sie wahr sind.
Und alle Ismen, die wir so in uns tragen, egal ob es
jetzt Rassismus ist oder Ableismus oder Querfeindlichkeit oder Fettfeindlichkeit,
ist ja nicht etwas, was einfach in uns ist, weil haben wir uns mal
soeben ausgedacht, sondern das sind Strukturen, in der die Welt
aufgebaut ist. Und diese Strukturen haben sich auch über einige 100 Jahre
aufgebaut. Also es ist kein Wunder, dass halt nicht, dass es halt nicht so ist,
dass jemand sagt, so Du, das, was Du da gerade sagst, das ist das
ist zum Beispiel fettfeindlich und Fettfeindlichkeit bedeutet, dass Du damit
sagst, dass Du der Meinung bist, dass fette Menschen weniger wert sind und
das ist auch im Endeffekt Nazi Scheiß by the way, aber grundsätzlich nicht
so cool, dass dann Leute erst mal denken so, hä,
nee, ich möchte doch gar nicht gemein sein, sondern ich möchte helfen, unterstützen,
vielleicht selber sensibilisieren sozusagen in dem, was sie halt
denken, was das Richtige ist. Also erst mal mit 'nem Widerstand dagegen arbeiten.
Und natürlich ist das etwas, was halt dann in dem Moment für die Person, die
die Sensibilisierungsarbeit macht, die Aufklärungsarbeit macht, etwas ist, was erst mal Energien
zieht. Und halt die Ergebnisse von dieser Arbeit sind halt erst irgendwann zu
spüren. Und hab darüber gemerkt, dass ich einfach total ausgelaugt bin und ich
gemerkt hab so, ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr und ich möchte
mich nicht immer wiederholen und habe dann für mich feststellen
müssen, dass halt die Arbeit in sozusagen die Mehrheitsgesellschaft
für mich gar nicht gewinnbringend ist an dieser Stelle. Und ich glaube weiterhin
Sensibilisierung, Aufklärung und all solche Sachen sind superwichtig. Es ist nur nicht
meine Arbeit. Ich kann das nicht in dem Maße oder ich kann das nicht
als Hauptaufgabe machen. Ich mach das auch immer noch. Genau. Auch.
Mhm. Aber es ist mir wichtiger tatsächlich, meine Communities zu
stärken, mich zu stärken, meine Communities zu stärken, weil nämlich, das
ist ja die andere Seite von den Ismen, jemand
jemand beziehungsweise sehr viele Jemands sind diskriminiert und
auch einfach in 1 diskriminierenden Welt zu leben, laug total
aus. Also auch wenn ich mich nicht weiter damit beschäftige, versuche
zu beschäftigen, ist das ja etwas, was ständig auf mich drauf projiziert wird,
mir entgegengebracht wird. Und genau halt und hab dann
geguckt, okay, was mach ich denn jetzt überhaupt? Und
habe das habe dann unter anderem tatsächlich viele Bücher gelesen
und hab halt geguckt, wie kann es sein, dass halt so Leute wie zum
Beispiel Angela Davis, die in den Siebzigern, glaub ich, schon
im Gefängnis war, im Jahre 2000 jetzt 26
immer noch so Prison Abolitionist Arbeit machen kann. Warum ist
die nicht ausgelaugt? Und hab Ja. Ja, hab erst angefangen, so in
diese Richtung zu forschen sozusagen und hab dann am Beispiel Bell Hooks gelesen und
Bell Hooks sagt, oh, jetzt ist wieder das Ding, nämlich Audrey Lorde und Bell
Hooks haben beide so Zitate, die sehr ähnlich sind. Bell
Hooks sagt,
Und Audrey Lorde sagt,
Und dann hab ich Ja. Hab ich mir das angeguckt und hab gedacht so, okay
Political Warfare, also halt politische Kriegsführung. Mich mich selbst zu
kümmern, ist politische Kriegsführung. So, das klingt erst mal 'n bisschen
krass. Aber tatsächlich, wenn ich dann eben da weiterdenke
und dahin komme und verstehe, dass halt die Ismen und halt also die
Ismen sind große Systeme, wie gesagt, also Rassismus,
Ableismus, Fettfeindlichkeit auch, sind
Strukturen, die wollen, dass wir nicht existieren als solche. Also die Einheitlichkeit
hat das Ziel, dass es keine fetten Menschen mehr gibt. Rassismus hat das Ziel,
dass es keine nicht weißen Menschen mehr gibt. Also es geht darum, tatsächlich Existenzen
auszulöschen. Und wenn man davon ausgeht, ist es natürlich so, dass
wenn es 1 1 Schwarzen, fetten, Queer,
1 behinderten und so weiter Person gut geht, dann ist das
eine widerständige Praxis, weil es ist halt dann ein Mittelfinger gegen das
System. Nicht mitzugehen, indem sich kleiner
machen, sich sich anpassen, also auch
Respektabilität, auch dem etwas
entgegenzusetzen, ist Widerstand. Zu sagen, ich spiel euer Spiel
nicht mit. Und gleichzeitig ist es halt
Also es ist halt schön, dass etwas, was halt mir selber guttut, dann auch noch
in einem großen System ein Widerstand ist. Und natürlich möchte ich, wenn
ich sage halt, ich bin all diese Sachen. Ich bin eben Okay.
Bin antirassistisch, ich bin anti
wie auch immer Antiismen, dann möchte ich, dass es halt den Leuten,
die unter diesenismen leiden, gut geht. Und daran
mag ich gerne arbeiten und ich habe festgestellt, dass so Empowerment Workshops
oder auch etwas, was ich sehr viel mache, ist Schreibworkshops. Also
so kleine verhältnismäßig kleine Sachen tatsächlich dann
für für Einzelpersonen häufig einen direkten
Effekt haben und Leute eben strahlend da rausgehen
oder sich gesehen fühlen und halt Also ich fühl
mich halt auch gut darin. Das sind Dinge, die mir auch Spaß machen. Also ich
mag auch gerne klug scheißen. Ich bin ich mag es sehr gerne, wenn ich als
intelligent wahrgenommen werde. Das ist 'n Ding von mir auf jeden Fall,
aber ich mag es auch mindestens so gerne Freude zu verteilen und zu
sehen, wie Leute, ja, in sich
strahlen. Das mag ich super gern und so bin ich da gelandet.
Ja, spannende Weg. Kann da total gut anknüpfen, weil ich mach
halt auch so Sensibilisierungsarbeit. Also klar, dieser Podcast irgendwie auch,
aber so generell, ich mach zum Beispiel Diversity Trainings halt, ne? So, also so auch
allgemein, manchmal auch mit bestimmten Schwerpunkten, wo ja genau
das das Ziel ist, Menschen zu sensibilisieren für
bestimmte Themen und ich merke auch immer, ich mach die Arbeit
ganz gerne, aber ich kann das nur 'n paarmal im Jahr machen.
Also son Training, das kann ich tatsächlich Also ich kenn Menschen, die das ist
deren Hauptberuf Trainings zu geben Und ich hab
sehr schnell nach der Ausbildung schon gemerkt, oh, das kann ich nicht, weil das eben
genau dieser Effekt, den Du den Du den Du so beschreibst. Also, das eine ist,
es dauert sehr lange, wobei damit kann ich ganz gut leben, aber es ist
eben Die Widerstände, die geäußert werden, sind oft die
sind sehr ähnlich. Das heißt, ich führe dann jedes Mal wieder die gleichen
Gespräche und das ist grundsätzlich in Ordnung und ich verstehe meine Rolle dann auch so,
aber das kann ich eben nur oder damit kann's mir nur gut gehen, wenn ich
das nur zwei-, dreimal im Jahr mache oder so. Also ich könnte das nicht dreimal
pro Monat machen, dann würde es mir tatsächlich nicht gut gehen, weil ich
dann auch merke, dass ich halt frustriert werde mit den Menschen, obwohl ich
voll Obwohl ich deren Also ich teil das total, was Du gesagt hast, auch mit
diesen Prägungen, ne, durch diese großen Systeme. Und ich
kann immer verstehen, wie die Leute an die Fragen kommen, wie die an bestimmte Punkte
kommen und wie die auch wie auch diese Irritation entsteht, die die dann haben in
dem Moment. Ja, wenn ich das zu viel mache, dann
dann merke ich auch, also Auslaugen ist, finde ich, da ein guter Begriff. Das ist
eine Arbeit, die die furchtbar anstrengend ist. Und ich find das so cool, dass Du
für dich den Begriff, das ist eine Arbeit, die die furchtbar anstrengend ist und ich
find das so cool, dass Du für dich den den Fokus gewechselt hast und dann
ja auch wirklich schon in dem Moment, wo Du dann Arbeit machst, also in Workshops
et cetera, schon merkst, ah, das fühlt sich auch für mich anders an. Das
finde ich finde ich gerade sehr, sehr, sehr hilfreich und merke gerade so, ah, das
nehme ich, glaube ich, auch noch mal als Brille mit, über meine eigene Arbeit nachzudenken.
Ja. Also, wo fühlt sich's auch währenddessen schon schon gut an? Ja, und ich hab
gerade noch so gedacht, ich hab gerade die letzten Tage 'n Post gesehen zum
Thema Fat Joy, also fette Freude quasi
und da habe ich auch noch mal so Ist grad die Polizei an der
Krankenwagen wieder kundwürdig, warte mal. Ja, ja. Jetzt.
Jetzt, genau. Und bei diesem Post zu Fat Joy
war eben auch noch mal so Also ich seh das auch so mit dem, ne,
dass überhaupt schon überhaupt existieren ist schon eine Form von Widerstand und
dann eben noch irgendwie Dinge zu machen, die die einem Freude bringen oder eben
glücklich sein überhaupt, ne? Oder zufrieden sein überhaupt, vielleicht glücklich sein
ist manchmal so hoch, aber zufrieden sein als als dicker Mensch, als dick fetter Mensch
ist ja schon wirklich Ja, es ist was Radikales
und ich glaube auch, dass da Widerstand drin ist. Und was ich noch mal schön
fand in diesem Post, war die Idee von, ja, speziell auch
noch mal beim Thema dick sein, dick fett sein,
dass es eben auch diesen diesen Erzählungen zu
Gewicht eben widerspricht. Also, weil ja die gesellschaftliche Erzählung ist, hey, Du kannst
erst zufrieden, Du kannst erst glücklich sein, wenn Du das und das erreichst, ne, mit
deinem Kopf. Also wenn dein Körper so und so aussieht, was es
ja zum Beispiel bei Schwarzsein nicht gibt, ja? Also im Sinne von, es wird akzeptiert,
also ich mein, es gibt massiven Rassismus, aber es gibt wird akzeptiert, Menschen sind schwarz
und da gibt's nicht die Idee von, und die sollten dann weißer werden im Laufe
ihres ihres Lebens. Also sich vielleicht weißer behalten, ja, aber nicht weißer aussehen,
während das ja bei bei Ja, okay, genau, kannst Du gleich noch mal Ergänze
mich gleich noch mal oder da widersprechen wir auch gerne gleich. Aber jedenfalls, bei bei
bei dickfettmenschen ist ja immer die Erwartung, das sind eigentlich dünne Menschen
die Vorstufe von 'ner dünnen Person quasi, ne? Ja, das ist ja immer nur
Über Fettmenschen steckt eine 1 glückliche, dünne Person. Ja,
absolut. Also wenn oder jetzt ist sie unglücklich, weil sie jetzt halt gefangen ist in
diesem zweiten Körper, ja. Ja, genau. Genau, genau, dieses furchtbare
Klischee und da ist eben ja genau das drin, ne? Die Kopplung Glück ist eigentlich
erst da, wenn wenn das wenn der der Endzustand, also der vermeintliche
Endzustand in Anführungszeichen, erreicht ist, nämlich
wenn wenn die Person dann dünn ist und dann ist es eben
noch mal so sone krasse, ja, sone sone krasse
Praxis zu sagen, hey, ich bin in dem Zustand, der immer als das davor bezeichnet
wird, sehe das als dauerhaften Zustand an und
bin zufrieden beziehungsweise glücklich dabei oder hab ganz viele Momente von von
Fat Joy irgendwie. Das finde ich fand ich auch noch mal so so schön, dass
dass jemand das so noch mal so so gerahmt Also ich fand's für mich hilfreich,
dass jemand das noch mal so gerahmt hat, so dieses In dem Fall widerspricht's auch
so krass den den Erzählungen. Aber Du hast ja Du hast direkt eine
Reaktion gehabt, als ich was zu Schwarzsein gesagt hab und mit dem mit dem Weißsein.
Magst Du das mal magst Du das mal sagen? Ja, also das ist das,
wo wir dann halt an Respektabilitätspolitik sind. Das ist ja auch son
Ja. So ein hochgestochener Begriff. Also halt, wer wird respektiert
oder wie darf man dann halt sein existieren in diesem Ja, das
stimmt. Nicht gesellschaftlich anerkannten Körper. Und das das äußert
sich halt ja vielfältig. Das äußert sich bei fetten Menschen zum Beispiel so, dass halt,
wenn Du schon fett bist, dann trag keine bunten Farben, sondern
versuch, dich auf eine auf eine Art und Weise zu kleiden, die kaschierend ist und
so, dass Du so wenig sichtbar als fette Person bist wie
möglich. Und dasselbe gibt es auch für schwarze Menschen. Also zum einen gibt es
sehr viele Produkte, die tatsächlich machen, dass Menschen heller werden. Also es gibt Was das
denn? Weißmachcremes und so was. Und dann gibt es ja auch
die Unterteilung von sogenannten Featururism
und Texturism, also dass halt die Gesichtsstruktur und die Haarstruktur halt auch
Struktur und die Haarstruktur halt auch auf eine
bestimmte Art und Weise angeguckt wird. Und halt Texturism, das bezieht sich halt auf die
Haartextur, dass halt schwarze Menschen dazu angehalten
werden, ihre natürlichen Haare nicht unbedingt so zu
zeigen, wie sie sind, sondern die auch in 1 respektableren
Form zu tragen. Also zum Beispiel dann in in Braits
zu tragen, was dann halt auch auf eine Art pervertiert wird, wenn Braits sind.
Ich hab jetzt auch grad Braits, sind eine Form von 1 schützenden
Frisur, aber es wirkt dann halt weniger wild
angeblich, ist dann ordentlich. Oder sich die Haare zu
glätten oder Perücken zu tragen oder so, sodass halt immer näher
versucht wird ans europäische Ideal, dem Schönheitsideal sich anzupassen.
Und Ähnliches gibt's dann halt auch in den Klamotten. Also halt eben so, hier hab
ich ein 1 afrikanisches Muster an. Es ist dann so, hm, geht
nicht. Sollte man nicht, sondern man sollte halt grundsätzlich sich
insgesamt so europäisch, so nah ans als Schönheitsideal wie nur möglich
irgendwie anpassen. Und ja, das gibt es halt bei bei allen
Diskriminierungsformen. Das ist auch bei bei Homofeindlichkeit, gerade bei schwulen Männern,
ist es sehr deutlich zu merken, dass halt Menschen, schwule
Menschen, die halt emenina wirken, dass denen halt 'ner Abwertung
entgegengebracht wird und dass halt es sone Erzählung gibt von, wenn schon schwul, dann bleibt
doch wenigstens männlich, als wäre das nicht auch eine Form von Männlichkeit und
so weiter und so weiter. Ja. Also es gibt in jeder Form von Diskriminierung gibt
es halt auch eine Form von, was ist die respektabelste Form davon, in dieser in
dieser in dieser Form zu leben, sodass es so in dieser Form
zu leben, sodass es so wenig wie möglich die Mainstream Gesellschaft
belastet. Ja, da würde ich zustimmen. Es gibt natürlich auch
ganz klar so einen Zielzustand oder so einen gewünschten
Zustand einfach. Und ich hab gerade gedacht, ja, also das, was Du gesagt hast mit,
genau, Haare glätten, Haut heller machen, das ist natürlich was auch was, was im
asiatischen Raum natürlich auch total viel stattfindet. Also auch diese Idee
von Also damit, ich verbind das ganz stark mit zum Beispiel Indien oder Thailand, wo
es eben auch ganz klar diese Cremes gibt, wo auch Menschen, die man in Werbung
sieht, immer nur hellhäutige Menschen sind, die aber, wenn man in U-Bahn fährt, sieht man
die oder wenn man in der Stadt unterwegs ist, sieht man die gar nicht, aber
die sind eben auch Werbeplakaten. Ist halt extrem und wo ja auch
die Idee ist, wenn man schon anders ist, aber dann zumindest so weiß wie möglich
zu sein, So, dadurch das Ziel ist, doch heller zu sein,
auch wenn eigentlich klar ist, man wird nie weiß sein. Ja, und also
da finde ich, sieht man halt so wunderbar, dass es halt 'n globales Phänomen ist,
dass sich durch Ja. Durch das Nadelöhr von Kolonialismus gegangen ist. Also
Diskriminierung gab's auch schon vorm Kolonialismus, aber es ist halt durch
den Kolonialismus und dadurch, dass halt die Europäer*innen sich aufn Weg gemacht haben und die
ganze Welt unterworfen haben, ist halt eine sehr bestimmte Form von
Diskriminierung auch halt in die ganze Welt exportiert
worden. Und da kann man, finde ich, sehr wunderbar sehen,
wie wie halt eigentlich alles nach dem Schema F ist. Es ist alles immer das
Gleiche und es die Auswirkungen sind halt 'n bisschen anders. Es gibt die
gleichen Stereotype in allen möglichen Formen. Es es
gibt Und dann halt auch die gleichen Mechanismen sozusagen, dagegen
anzuarbeiten. Und es gibt zum Beispiel halt einige Menschen,
die auch forschen und halt der Meinung sind und ich kann dem auch komplett zustimmen,
ist, dass zum Beispiel Fettfeindlichkeit eine Form von antischwartem
Rassismus ist. Also dass es halt durch diese Aufteilung von, es gibt die richtigen
Menschen, es gibt die Falschen und da halt auch in
Debatte gestellt, ob halt die Falschen überhaupt Menschen sind, also weil also
Versklavung hat nur funktioniert, weil schwarze Leute nicht als als Menschen
wahrgenommen worden sind. Dass halt dadurch, dass da halt einfach 'n
großer Faktor war halt die Abgrenzung der Körperlichkeit. Und da war halt
ein 1 der Faktoren war halt eben Fettsein und erst war es halt im
in Europäer 'N Europäer, genau. Erst war's in Europa
so, dass Fedsein noch ein 1 positive
Konnotation hatte und durch die Ausweitung des Kolonialismus und
der Versklavung und all diesen ganzen schlimmen Dingen, die darin passiert
sind, ist es dann halt auch zur zu 1 Verschiebung der körperlichen
Ideale gekommen und zwar in klarer Abgrenzung von schwarzen
Körpern. Und ja, und dementsprechend ist halt das, was halt wir als Fettwertigkeit
erleben, das erleben halt schwarze Menschen unabhängig von ihrer Körperform
tatsächlich immer. Ja, und das kann sich dann halt eben auch noch
exponential vergrößern, wenn halt eine Person dann auch noch schwarz und fett
ist. Es ja, es ist auf eine Art, es ist sehr
interessant, mit ganz viel Abstand. Es ist sehr interessant, das kann man schön
analysieren, aber es ist auch sehr schmerzhaft.
Ja und und unglaublich anstrengend. Danke für noch mal, dass Du's auch noch mal so
so hergeführt hast. Für die Hörer*innen, Klammer auf,
wen das interessiert Also in den in der Folge mit Oriel Klatt Klatt gibt's in
den Shownotes auch, glaube ich, ein oder 2 Bücher da zu dem Thema verlinkt, also
wie wie Rassismus und Fettfeindlichkeit zusammenhängen, Klammer
zu, dann gerne danach gucken oder ich kopier sie vielleicht einfach noch mal rein und
Ja. Und sie hatte das Buch von Sabrina Strings und das von Ja, super.
Da'Shaun L. Harrison, glaube ich. Ja, okay. Ich glaub die 2
Vielleicht vielleicht mache ich die einfach noch mal in die Shownotes rein, dann brauch braucht
niemand suchen. Ja, die sind super. Also halt Nachteil ist, die
sind beide halt nur auf Englisch verfügbar Ja. Aber es sind sehr, sehr gute Bücher.
Wenn Menschen es möglich ist, die zu lesen, sehr empfehlenswert und das von
Da'Shaun L. Harrison ist auch gar nicht so gar nicht so umfangreich. Das
hat, glaube ich, so was wie 120 Seiten. Das kann man wirklich sehr
gut lesen, finde ich. Also es ist auch in der Sprache nicht
so extrem hochgeschlossen. Ja. Ja
und beide, genau, weil die Bücher auch nicht so zugänglich sind, wem aber grundsätzlich vielleicht
Englisch zugänglich ist, aber vielleicht Lesen auf Englisch nicht so
doll, beide sind auch immer mal wieder irgendwo zu hören mit Vorträgen oder eben auch
Sabrina Strings gibt's diverse Podcastauftritte bei
Da'Shaun L. Harrison, glaube ich, auch. Also, wenn
Hören manchmal da zugänglicher ist als Englisch lesen, vielleicht ist das auch
eine 1 Variante. Und ich vielleicht auch noch mal für die Hörerinnen,
ich hab auch vor zudem, grad zu dem Buch von Sabrina Strings, auch noch mal
Podcastfolgen zu machen, genau das eben auch 'n bisschen zugänglicher zu machen, diese Form
von Wissen. Ich komm nicht dazu, aber es ist aufm Plan und ich
hoffe, ich hoffe auf 2027. Genau und was Kumi gerade
gemacht hat, war quasi diese Kurzversion, wie das zusammenhängt. Vielen, vielen
Dank, dass Du das so runtergebrochen hast. Ich würde uns gerne auf das
Thema Wohlgefühl noch mal lenken. Passt das für dich? Ja, total.
Hast ja gerade schon gesagt, was für mich auch noch mal son Aha Moment war,
wie das eben auch, wie sich das entwickelt hat, dieser Fokus in deiner Arbeit und
wie das in deiner Arbeit auftaucht. Ich frag mich
gerade, wie taucht es in deinem Leben sonst noch auf,
also neben deiner Arbeit? Ja,
wie taucht's auf? Also tatsächlich, ich bin, das ist ist auch etwas,
was sich was sich entwickelt hat in den letzten
6 Jahren mittlerweile, weil vor 6 Jahren für, also sind ja jetzt
gerade in 2026. Vor 6 Jahren war dementsprechend 2019,
2020 der Jahreswechsel und 2020 sind
sind global 2 Dinge riesig zusammengekommen, nämlich zum einen zum einen
die Black Lives Matter Bewegung in wieder auf
Aufnahme Nummer 2, 3, weiß ich nicht wie viel, nach dem
der Ermordung von George Floyd und Covid 19 Pandemie.
Und da hab ich festgestellt, dass ich einfach, ja,
ich war nur noch mit schlimmen Dingen beschäftigt und bin überhaupt gar
nicht mehr klargekommen. Es ging mir immer, immer schlechter und da habe ich
einen wiederholten Anlauf genommen, den Anlauf Nummer
300000477 zu gucken, okay, wie kann ich
denn eben meinen Alltag verbessern? Also wie kann ich als Individuum
denn in 1 Gesellschaft bestehen, die so
schlimm ist grade? Und halt die ist immer schlimm in irgendwelchen Formen, jetzt grad ja
auch, also die ganzen Kriege, die sind und was soll Das ist einfach, ich kann
das Wie kann man darin denn
ein gutes Leben führen? Mhm. Und hab dann eben bin
wieder tatsächlich so habe so Dinge zurückgebrochen und habe
versucht, wirklich aktiv meinen Fokus zu verändern. Und ich hab das Alle haben
das auch schon tausendmal gehört und jede Person hört das wahrscheinlich auch tausendmal
im Leben von so positiver Affirmationen. Sagt dir jeden Tag, wie
toll Du bist und so. Und ich war jedes Mal so, das funktioniert
ähnlich, die Scheiße. Und das Ding ist, es funktioniert.
Es ist Ich find das tatsächlich auf eine Art sehr frustrierend und
gleichzeitig total toll, dass so kleine Dinge funktionieren. Die
funktionieren. Es funktioniert, wenn ich mir jeden Tag vornehme zu gucken, was
ist denn eine kleine Sache, die mir heute Freude bereitet hat? Und
versuchen halt auch diese Dinge mehr in mein Leben zu etablieren. Und halt eine zum
Beispiel minikeine Sache, die nichts mit nichts zu tun hat, ist, ich hab ein
Prisma an meinem Fenster hängen und wenn die Sonne reinscheint, dann habe ich
kleine Regenbögen in mein in meiner Wohnung und das bereitet mir Freude.
Und halt wirklich mir halt Und wenn es nur 'n Bruchteil 1 Sekunde zu nehmen
und dann halt zu sehen so, oh, Regenbogen, kleiner Regenbogen, schön.
Und also ich habe tatsächlich mittlerweile eine aktive Praxis,
mich auf positive Dinge zu passieren. Also ich ich hab da auch
eine App für unbezahlte Werbung, die App heißt
Finch, da hat man son kleinen Vogel, den gibt man
Aufgaben und der Vogel erinnert mich halt zum Beispiel daran, dass ich jeden
Tag, ja, mir selber sage, was was denn mir gerade Freude bereitet hat und
darin tatsächlich eine Praxis zu finden. Und ja, jeden Tag sich
einmal kurz darauf zu besinnen, was schöne positive Dinge waren oder Dinge, die ich gut
gemacht habe und halt das und das auch gar nicht mehr auf sonem aus diesem
großen Level zu sehen von, heute habe ich die Welt
besiegt, so, sondern eben, heute habe ich mir was
Gutes zu essen gemacht oder heute habe ich Bin ich rechtzeitig
ins Bett gegangen oder ist ist total egal, also einfach kleine positive
Dinge. Und es ist wirklich so, dass diese vielen kleinen positiven Dinge
insgesamt mein Weltbild wieder beruhigt
haben. Ich find immer noch, dass die Welt schlimm ist, Also ist sie halt auch,
aber die Welt ist halt auch schön. In der Welt gibt's halt auch irgendwie
kleine Möpse, die lustig aussehen, also jetzt mal jetzt die
Hunde. Und die sehen halt einfach lustig aus mit ihren platten Nasen und ihren Ringelschwänzen.
Oder es gibt eben das Prisma, was die den Regenbogen in die Wohnung
fallen lässt oder keine Ahnung. Ich mag richtig
gerne Sonnenblumen und dann freue ich mich, wenn ich Sonnenblumen
sehe oder hin und wieder nehm ich mir die Zeit, die
auch, was ist 5 Sekunden, eine Pusteblume zu pusten.
Das also wirklich so richtig langweilig, Base
Level, son bisschen auf eine Art tatsächlich Dinge, die halt kleine
Kinder machen. Weil die haben ja auch nur diese Sicht. Die haben die Sicht auf
das Jetzt und Hier und können das auch mitm Gehirn noch nicht so richtig und
so. Aber halt mir jeden Tag eine kleine Freude zubereiten. Und
darin dann halt auch und das geht dann gibt's halt auch ein größeres, also zum
Beispiel, ich trage, wenn ich es vermeiden kann, kein Schwarz. Also ich
besitze 3 schwarze Sachen, eine schwarze Jacke, 'n schwarzen
Tintenhalter, so und dann hört's halt auch im Grunde auf, weil
ich mag bunte Sachen, ich mag Muster, also zieh ich das
an. Und ja, solche Dinge, also
halt tatsächlich zu versuchen, den Fokus auf mich und die kleinen Dinge, die
ich in meinem Leben sehen und erreichen kann,
mehr zu fokussieren und halt aber tatsächlich eben darin, nicht
das Politische auszublenden. Also es bleibt dabei, dass ich auch die große
weite Welt sehe und ich sage, sterbende Kinder in Gaza geht mich nichts
an, sondern dass ich gemerkt habe und Also so ist es halt
auch, dass, wenn ich keine Ressourcen mehr hab, wenn ich keine Kraft habe, Mhm. Dann
kann ich auch nichts bewirken und zwar an keiner Stelle. Und niemand
hat was davon, wenn immer weniger Menschen keine Kraft haben.
Also versuche ich, es mir so gut wie möglich zu machen. Ja und
und ich hab gerade gedacht, auch so, also es
steckt bei dir drin, aber das noch mal so vielleicht so explizit zu machen, diese
ganzen kleinen Akte sind ja trotzdem eben politisch, ne. Also es ist ja
gar kein Gegenüberstellen von wegen diese Kleinen im Alltag Freude
suchen und dann die große politische Welt oder die große
Welt. Es ist ja Das eine ist politisch, aber das andere ist auch politisch.
Eben alleine darüber, dass das, was wir vorhin besprochen haben, dass es
ja auch schon schon allein als als als dickväter Mensch und
aber auch als schwarzer Mensch eben Freude zu empfinden,
zufrieden zu sein, glücklich zu sein, alleine das ist politisch halt.
Ja. So. Also einfach existieren ist politisch, aber eben auch noch mal auf eine bestimmte
Art zu existieren ist eben politisch. Das eine füttert ja auch
so das an das andere. Wir haben im
Vorgespräch, habe ich dich gefragt, ob das in Ordnung ist, wenn wir über das
Thema Romance sprechen, weil ich nämlich in der Von
wegen Freude im Alltag, weil das eine, ich hab schon gesagt zu dir, das ist
eine der großen Quellen von Freude für mich im Alltag, also so, ich sag dazu
immer so Glitzer Ja. Und Glitzer bei mir hat viel Also, es gibt auch
viele andere Sachen, die die, ja, die so für mich Glitzer im Alltag
sind, aber Womence Womence Lesen ist für mich ganz eine ganz große
Quelle davon. Aber ich hatte von dir in deinem Instagram
Profil, wenn wenn wenn Menschen da draufgehen, dann hast Du mehrere gepintte Posts und 1
von denen ist Da bist Du, glaube ich, auf 'ner Bühne und erzählst von
von Büchern, die Du die Du liest und die da die da, glaube ich,
auch Freude bringen. Und Du sagst den Begriff Womence, glaube
ich, nicht, aber ich hab sogar gehört gedacht, ah, ich glaub, Kumi meint meint Romance.
Ja. Und ich finde, das ist so Du sagst das auch dort, das ist
Ich finde, das ist son Genre, was so extrem unterschätzt wird, was unglaublich viel
Umsatz bringt und gleichzeitig
auch oft, wenn ich das lese, selbst wenn die Bücher Also ich find, die Bücher
sind so gut gemacht, weil vielleicht für diejenigen von den Hörerinnen, die nicht
Warmens lesen, es gibt einfach so so, also Tropes heißt das, also
es gibt so so bestimmte Muster, die immer wieder auftauchen, so erzählen Muster.
Ja. Also zum Beispiel Menschen sind verfeinet, also Enemys To Lovers, also
Menschen sind verfeinet und werden dann halt irgendwie, fangen an Affäre an
und Beziehungen an et cetera, also dann haben dann irgendwann Sex miteinander.
Das ist zum Beispiel ein son Ding, was immer wieder auftaucht. Oh Gott. Und es
gibt so ganz viele ganz viele so Muster und ich finde das unglaublich
beeindruckend, wie Autor*innen von Moments mit diesen
Mustern immer wieder originelle Dinge schaffen und immer wieder spielen und
ich finde, das hat sone Dieses Kreative, dieses Verspielte,
finde ich, ist für mich alleine schon Glitzer und die Geschichten natürlich Also, ich les
das auch einfach wirklich furchtbar gerne und
magst Du mal sagen, was dir daran Freude und Wohlgefühl bringt, was Du daran
magst? Das ist nämlich auch son Ding, das gehört nämlich tatsächlich auch zum
zum meinem Fokus verschieben. Ich ich
weiß noch, ich habe das Buch The Hate You Give gelesen, da geht es
Polizeigewalt und meine Therapeutin hat zu mir gesagt, sag mal,
lesen Sie auch mal was Schönes. Und ich war so,
okay, wow. Also das Buch ist super-, supergut, das möchte ich gar nicht sagen, aber
da hab ich dann halt gemerkt, ja, ich ich lese halt total viel, dann
halt Dinge, die halt irgendwie auch schlimme Sachen halt beinhalten. Und dann hab ich gedacht,
so, jetzt jetzt mal Schluss damit, jetzt les ich was Schönes. Und dann bin ich
mit der Zeit immer mehr dahin gekommen, eben mir Inhalte zu
suchen, wo's durchaus auch Konflikte geben darf, die auch überwunden werden,
aber wo's da wo halt der Fokus der Geschichte etwas
Positives ist. Und ich find das total spannend, weil eben Romance oder ich sag
meistens meine Pornobücher, weil in Wirklichkeit ist das eigentlich Es ist halt Es
ist verschleiertes Pornografie. Entweder ist es softcore Pornografie oder es ist Hardcore
Pornografie, aber es ist verschleierte Pornografie und
und ich les da auch alles. Also ich les das ganze Spektrum von eben Softcore
bis Hardcore mit Tentakeln und weiß ich nicht alles, ich les das alles.
Und ich find das total toll,
weil weil es halt eben mich emotional nicht in
in schmerzhafte Tiefen bringt, sondern ich entweder mich freue
über den Verlauf der Geschichte, weil teilweise sind die einfach gut. Es gibt richtig
gute es gibt richtig viele richtig gute
Pornobücher einfach. Es gibt Mhm. Und halt auch durch alle Genres durch. Es ist dann
halt alles Natantes dann sind Es heißt alles Romance, aber es gibt das
in Fantasy, in Science Fiction, in Krimi, in in allem
einfach. Teenie Bücher, jetzt ist ja gerade Heatishrivary das große Ding,
also Sportgeschichten Ja. Und dann halt Also ich
find's super, ich find's großartig. Es macht mir sehr viel Spaß.
Und ja, also ich seitdem seit ich das gefunden habe, lese ich auch noch mal
viel mehr und ich lese auch Fanfiction und ich les Ich les alles,
alles, alles, alles. Und etwas, wo wo ich auch in Vorbereitung bin, ist tatsächlich 'n
Buchklub dazu zu gründen. Er hat schon 'n Titel, der heißt für mich Guilty
Pleasures Buchklub. Genau, weil es halt eben das
Genre ist halt wird bisschen belächelt und ist teilweise auch furchtbar. Also das
muss man halt auch sagen, es ist halt viel auch so, dass einfach richtig viele
Stereotype auftauchen, dass viele Dinge, die eigentlich auch nicht positiv
sind, halt romantisiert werden. Da gibt's sogar gab's ja damals bei fifty Shades
of Break ganz viel Kritik auch dran. Mhm. Und das ist auch definitiv
der Fall und das ja. Und nichtsdestoweniger mag ich es halt, Bücher zu
lesen, einfach der Freude willen. Und ich mag auch das
das analysieren und mir anzugucken, okay, womit wird denn hier gerade gespielt?
Aber ich mag halt auch BDSM und BDSM ist halt auch 'n Spiel mit mit
Machtdynamiken. Also ich finde es halt nicht grundsätzlich verwerflich oder ich finde nicht, dass man
das grundsätzlich nicht lesen sondern Mhm. Also ich hab meine persönlichen Grenzen, wie Menschen
halt ihre persönlichen Grenzen haben, aber es macht mir Spaß. Und
manchmal macht es mir auch Spaß, was für Situationen sich die Leute halt ausdenken,
wie man dann hupsi halt mal eben Sex haben kann oder halt Ja. Auch
so. Also ich mein, es ist halt so wie dieser dieser Porno aus den Neunzigern
so, hier, warum liegt 'n hier Stroh? Warum hast Du 'n hier eine Maske auf?
So, passiert ja teilweise auch in den Büchern mit so
upsi, wir sind ineinandergefallen. So und es
macht mir sehr viel Spaß, ja. Ja, absolut. Also
das ist also das ist glaube ich auch dieses ne, es gibt's das ist einfach
so kreativ, also wie man son son Buch, was es eben, also
wie die Autor*innen damit umgehen, dass sie halt was schreiben, was es halt
auf eine Art schon ganz oft gab, aber gleichzeitig hast Du da trotzdem hinkriegen, das
originell zu machen. Genau und und Sexszenen, die hier Oh wow.
Entweder Entstehungs Ja genau. Ja, das stimmt auch. Also manchmal
genau, also ich bin manchmal überrascht, wie originell bestimmte Sachen sind. Ich hab jetzt gerade
was runtergeladen, ich hab's aber noch nicht gelesen. Also Du hast gerade schon gesagt, Tentakel.
Ich bin Also ich bin noch nicht so richtig bei Monster Womans Geschichten
angekommen, wo ich halt bin. Ich bin letztes Jahr irgendwann Also ich bin auch,
übrigens ganz spannend, meine Also ich hab als Kind schon Romance gelesen, ich hab so
Erinnerung, aber es waren dann wirklich diese kleinen Bücher, die so diese Und und das
war da war auch das Spektrum nicht ganz so groß von den Geschichten und dann
bin ich, und ich glaube, ist auch kein Zufall, 2020 wieder bei Romance gelandet
und hab mir eben dann dieses Universum auch wirklich Also wirklich so seit seit Beginn
der Pandemie oder seitdem es halt eben auch in Deutschland dann so angekommen war, die
Pandemie, hab ich Hab ich angefangen, Womence zu lesen und
bin inzwischen wirklich, dass ich das zu 95 Prozent lese,
weil das eben auch wirklich mein Gehirn so anspricht und es
halt so so unterhaltsam ist, aber wirklich auch, genau, wie Du sagst, auch viele
gute Bücher. Und was ich sagen wollte, ich bin letztes Jahr im Omegaverse
gelandet, also von diejenigen, die das nicht kennen. Es ist so dieses Da gibt's
eben dann die Alphas, die Omegas, die Betas und so. Da gibt's eben dann auch
Bücher, wo Menschen Oder gibt's so Shapeshifter Geschichten, das
ist dann eben auch verwandt oft damit. Also dann gibt's Menschen, die eben Oder es
weiß gar nicht Menschen Da sind dann Figuren in den Büchern, die dann sich in
einen Wolf oder einen Bär verwandeln können. Jetzt habe ich letztens was runtergeladen, wo
Orkas, wo Menschen in Orkas shiften können. Das da habe
ich auch keine Idee, wie das funktioniert, aber ich bin sehr, sehr gespannt
tatsächlich. Und alleine dieses das halt zu sehen, die Buchbeschreibung zu
sehen, hat mir so gute Laune bereitet, zu denken, oh Orkas. Und da
bin ich noch gar nicht drauf gekommen, aber coole Idee. Also es
ist einfach so Es ist halt so verspielt und diese
Romance Ding einfach Gibt's unglaublich viele so Universen,
die Man kann, ne Es gibt, genau, es gibt dieses ganze Hockeyuniversum.
Es gibt unglaublich viele Bücher, wo
Also in der in der Romance Welt gibt's unglaublich viele schwule,
bisexuelle, überhaupt queere Hockeyspieler, die es halt in
der echten Welt gar nicht so gibt oder beziehungsweise die gibt's wahrscheinlich schon, aber die
sind oft halt nicht nicht, ne, also die sind eben oft nicht
geoutet, auch aus, weil das eben eine unheimlich queerfeindliche Welt ist, also
zumindest die männliche Hockeywelt. Und also es gibt
'n ganzes Universum von diesen Büchern und dann gibt's eben diese
Monstergeschichten, wo dann eben Menschen mit Tentakel haben und
damit irgendwie sehr viel Freude bereiten und solche Geschichten. Und das ist einfach
Ich find, das ist so, so toll und mich ärgert immer wieder, dass es
so wenig anerkannt ist, dass es so verlacht wird, weil ich so denke, ey
Leute, die Leute machen hier so krasse Arbeit
und es wird so überhaupt nicht ernst genommen, auch als Literatur nicht. Dabei sind das
wirklich oft total gute Bücher. Ja und auch tatsächlich auch die
schlechten Bücher, die lese ich nämlich auch. Also ich hab nämlich auch angefangen Ja. Mit
den den den den Heften, die's halt früher bei der
Im Supermarkt an der Kasse gab, gibt's auch immer noch am Supermarkt in der Kasse.
Ja, ja, ja. Und das waren entweder Piratinnen, Ärztinnen oder
Milliardäre immer und die hatten dann irgendwie eine besonders
schöne Assistentin oder so was. Und das waren immer so
kleine Häppchen, die Schmuddelhäppchen und die hab ich nämlich auch als Kind schon gelesen.
Und und jetzt ist es halt, genau, dasselbe 'n bisschen länger,
teilweise jedenfalls. Und also was mir halt unter anderem daran Freude
macht, ist halt, dass diese Bücher häufig Lösungen
schaffen für Probleme, die wir halt tatsächlich haben. Und halt Also tatsächlich
ist eben auch in meinem fetten Körper zu sein,
ist teilweise Es ist dann schön, halt so aus den Takea Bücher zu lesen oder
so, weil es eben darum Häufig darum geht, dass halt zum Anatomien im
ersten Blick nicht gut zueinander passen, aber Menschen finden Wege.
Mhm. Und tatsächlich, so ist halt auch das flexible Leben 1
fetten Person von so, okay, wie machen wir das? Hier mal 'n bisschen
heben, da mal 'n bisschen schieben, läuft. Und ja, das macht mir einfach
Spaß und es macht mir halt auch Spaß, wie Menschen es schaffen, aus allen möglichen
Situationen freudvolle Momente zu machen und ich find's witzig und halt Also
ganz viel ist wirklich, dass ich teilweise einfach kichernd vor meinem Buch
sitze und denk so, warum machen wir mal, was macht die Erde? Ja,
ich hab ich hab sehr viele schon mit interessanter Anatomie
gelesen, auf jeden Fall. Und es ist ein Genre, wo es halt auch
eben wo es halt ganz viel es auch die den
sogenannten Ownvoices Teil gibt. Also wo Leute
aus verschiedenen marginalisierten Gruppen eben marginalisierte
Positionen besetzen, aber eben in positiv. Dass es halt nicht nur die
Memoiren der behinderten Personen gibt, die sonst was für Widerstände
übergeht, sondern dass es dann halt eine romantische Geschichte gibt
von der behinderten Person, die dann mit dem schüchternen Helfer
was anfängt und so ist es schon einfach richtig schön.
Ich hab sehr viel Spaß daran. Ja, absolut.
Magst Du noch ein, 2 Sätze zu diesem geplanten Buchclub zu
sagen? Ich ich sage schon mal, ich bin hochinteressiert. Kannst Du schon was dazu
Gibt's schon was Konkretes, was Du sagen kannst? Also,
ich Also konkret ist, er wird existieren. Ich Also
tatsächlich arbeite ich an dem Gedanken jetzt schon richtig lange und das ist mehr so
das Problem von, mach ich's denn jetzt auch mal? Also ich hab
Ich habe schon Ich mach das. Also Guilty Flash, also
Buchklub, soll ein Buchklub sein, wo wir gemeinschaftlich eben
solche, wie ich sie nenne, Pornobücher lese oder halt eben romantische
Bücher und Also uns da auch in
in der gemeinsamen Freude teilen, aber gerne auch 'n Teil von von 1
Analyse haben, also was zum Beispiel auch schwierig daran ist
oder halt auch Begehren und Begehrlichkeiten darin auch zu analysieren.
Also es ist schon Ich finde es zum Beispiel superinteressant, diesen Aspekt, dass halt
superviele heterosexuelle Frauen schwule Bücher
schreiben. Und Ja. Ja oder auch, warum hab ich selber so viel
Freude daran, über über alle möglichen Genitalien
oder Dinge zu lesen, die an meinem Körper gar nicht sind
und wie aber ich kann das total gut dann imaginieren.
Und ja, also ich habe einfach Ja. Wie gesagt, ich hab viel Freude daran und
hab halt auch festgestellt, was für Welten das sind. Und
und meine Idee ist im Grunde, so was zu machen wie
halt Also einfach Bücher zu lesen und darüber darüber zu sprechen und Freude
daran zu haben, aber auch son son Teil von so
Mit so Workshops zu machen, wo dann zum Beispiel es
ethische Nonmonogamie gehen kann. Weil das etwas ist auch etwas, was es
sehr viel in den in den Büchern gibt. Das heißt dann Reverse Harem.
Mhm. Ja, wenn dann eine Frau zum Beispiel 4
Partner hat und Aber halt Also häufig ist das nicht
besonders ethisch in diesen Büchern, ehrlich gesagt. Und eben dann darüber zu sprechen, wie
man denn eben Also wie denn diese Fantasien, die in diesen Büchern toll
dargestellt werden, in 1 guten Realität aussehen können. Ja, ich
hab gerade, ich sag gleich was zum Buchklub doch, ich hab gerade diese Woche den
Post oder vor letzten Wochen Posts gesehen, wo jemand sagte, hey, das sind
also immer die Unterscheidung, jedes Leid war so Dinge, die ich bei Womens irgendwie gut
finde und die mir da Spaß bringen, aber die ich meinem eigenen Leben nicht haben
wollen würde. Viel viel. Und da war halt super viel, also auch so dieses, es
gibt zum Beispiel für die Hörerinnen, die es nicht kennen, es gibt immer, es gibt
so Dark Womens auch und da gibt's zum Beispiel immer wieder so Charaktere, die sehr
obsessiv auch so sind und dann auch so von wegen, hey, wenn dich
jemand anders anfässt, dann, ne, dann dann aber hier und mit Gewalt drohen.
Und die Person sagte zum Beispiel auch so, ja, finde ich in Büchern total
gut, im echten Leben möchte ich natürlich nicht kontrolliert werden halt. Also und es es
es zog sich so, da zogen sich so ganz viele so Sachen durch und da
hab ich gedacht Und ich find deswegen diese Frage so schön, ne? Wie kann ich,
wenn mich so was zum Beispiel anspricht, wie kann ich so was vielleicht auch in
mein Leben bringen? Wie kann ich so was leben, aber eben auf eine Art, die
safe ist, die sich gut anfühlt, die nicht gewaltvoll ist. Das
ist nämlich. Also da Ja. Genau. Da sind wir eben Wie kann
man Fantasien in ein reales Leben tun Ja. Und das in einem sichereren
Rahmen Ja. Und das ist eben BDSM. Aber das wird zum Beispiel in den Büchern
auch nicht unbedingt so geframed, sondern das ist dann Absolut. Er ist halt so
obsessiv, er ist halt so und nein, das ist eine Truppe, das ist eine
Rolle, das such dir 'n guten Dom. Du brauchst keinen
keinen Macker in deinem Haus haben. So, das ist okay.
Genau und und gleichzeitig sind Also genau manchmal Sachen werden Sachen gar nicht so
gerahmt, die im die im echten Leben, ne, so vielleicht auch als BDSM gerahmt
werden werden würden. Und gleichzeitig habe ich zum Beispiel noch mal sehr, sehr viel gelernt
aus Büchern, wie so so Verhandlungen aussehen können von
Bedürfnissen, auch so im Rahmen von BDSM, wo ich so denke, oh, das hab ich
in meinem Leben tatsächlich oft nicht so gut erlebt. Also dieses,
ja, über Konsens zum Beispiel zu sprechen, ne? So. Und wo ich
so denke, also wenn ich da an meine eigenen Erfahrung zurückdenke, wo ich denke, oh,
da hätten sich viele Menschen eine Scheibe abschneiden können oder dann denke ich, ich hätte
diese Bücher gern 20 Jahre früher gelesen oder 15 Jahre früher und einfach bestimmtes
Wissen gerne gehabt. Und also das heißt, ich finde, es ist da ist schon auch,
da sind schon auch so Bildungsaspekte drin in bestimmten bestimmten Büchern oder
in bestimmten auch Sachen, die so BDSM Streifen oder wo's BDSM geht, wo ich so
denke, cool, davon könnten wir alle echt viel viel mehr vertragen halt auch
im echten Leben oder viele von uns zumindest. Letzte Frage so zum
Thema Wohlgefühl,
Worüber ich immer wieder jetzt auch auch generell immer wieder nachdenke, aber auch noch mal
in der Vorbereitung für dieses Gespräch nachgedacht habe, ist,
wie wie Freude, Wohlgefühl und Wut zusammenhängen.
Also ich hol mal son bisschen aus. Also ich find Wut
ist son, es ist schon auch 'n wichtiges Gefühl und Wut hat,
finde ich, auch na nicht nur eine Berechtigung, sondern ich würde auch
fast sagen, ist immer wieder auch notwendig für Wandel,
für Veränderung. Also auch, politisch was zu
verändern und gleichzeitig merke ich immer wieder, also zum Beispiel, wenn
ich so Fortbildungen mache auch zum Thema Gewichtsdiskriminierung, also mich macht da dann auch
vieles wütend. Und
wenn Einerseits ist die Wut für was gut und gleichzeitig, wenn ich zu lange wütend
bleibe, merke ich auch, dann dann bin ich auch bei diesem Thema wieder, das das
laugt mich dann so aus. Und das beschwert dann wieder mein Leben ganz
stark. Und ich hab jetzt noch mal so
nachgedacht über das Verhältnis von Freude und und Wut. Also wo braucht es
auch was oder braucht es vielleicht auch überhaupt Wut oder kann man kann man vielleicht
doch auch einfach sagen, wie Du auch sagst, ich fokussiere so auf das
auf das Helle, ne? Auf die auf die Freude, auf das Wohlgefühl.
Kannst Du damit was anfangen mit den Gedanken? Also ich hab nicht sone ganz knackige
Frage dazu, aber wo taucht vielleicht in deinem Nachdenken
Wut auf oder wie taucht das auf? Nicht so viel, also ich hab da
keinen Fokus drauf, aber das bedeutet nicht, dass das nicht wichtig ist.
Also wie gesagt, eben mein Fokus liegt halt in dieser in dieser Ecke,
aber ich würd sagen, dass es gut ein sehr aktivierendes Gefühl ist. Und ich glaube,
alle Gefühle sind wichtig und ich glaube, es ist wichtig, sich mit allen Gefühlen auch
auseinanderzusetzen. Auch zum Beispiel ganz wichtig, sich mit Scham auseinanderzusetzen,
weil Scham auch immer 'n Marker dafür ist. Ich würd sagen, das ist 'n eigentlich
'n es ist ein sehr ein Gefühl, was sehr mit Verbindung
zusammenhängt und das ist bei Wut auch so. Ich finde,
bei Diese beiden Gefühle sind sehr in verschiedene Richtungen und trotzdem geht es
da Verbindungen. Also also wie stehe ich zu anderen Menschen oder
wie stehe andere Menschen zu mir? Ich bin sehr viel wütend und
auch das kann ein Wohlgefühl sein, weil es eben ein aktives und teilweise auch 'n
aktivierendes Gefühl sein kann. Ich hab dann
häufig das Gefühl von 1 Rechtschaffenheit in mir und von ich bin
richtig im Gegensatz zu zum Beispiel 1 Verzweiflung von ich bin
falsch, ich mach Ich ich gehör hier nicht hin, ich sollte was
anders machen und halt Meine Wut ist häufig eben etwas,
nein, so nicht. Es ist ein, ich habe eine Haltung
und da aus dieser Haltung heraus komme ich in eine Wut. Ja, also es
Also wie gesagt, es ist nicht mein Fokus, aber nichtsdestoweniger ist das etwas, was
mich auf meiner Reise zu diesem Fokuswohlgefühl
auf jeden Fall auch geprägt hat und gebracht hat. Denn wenn ich nicht
so viel wütend gewesen wäre und aber auch verzweifelt gewesen wäre und mich auch
geschämt hätte und mich mit all diesen Themen nicht auseinandergesetzt hätte, dann wär ich auch
nicht da gelandet zu zu sagen, so, ich möchte ein schönes
Leben, ich möchte ein gutes Leben, ich möchte ein lebenswertes Leben in dem Rahmen,
der mir möglich ist, weil ich gar nicht zu diesem
Gefühl gekommen wäre von, ich habe ein Recht darauf.
Ja, das ist grad total hilfreich für mein Nachdenken. Ich glaub, das nehme ich Ich
lasse es jetzt einfach mal so stehen und Okay, ins nächste Thema,
dass das Wut und Wohlgefühl auch verbunden miteinander sein können. Ich hab's
oft als Gegensätze gesehen, aber die
Brille finde ich hilfreich, also da noch mal mit der Brille draufzuschauen. Danke dir
dafür, dass Du da Gerne. Sone Brücke zwischen den Sachen gebaut hast.
Genau, ich würde damit son bisschen zu den
zu den anderen Teilen kommen.
Das war die Folge. Wenn dir gefallen hat, was Du gehört hast, dann
freu ich mich, wenn Du den Podcast unterstützt, damit noch mehr Menschen ihn finden
können. Das kannst Du einerseits tun, indem Du in deiner Podcast App
eine positive Bewertung abgibst oder indem Du auf Plattformen
wie Spotify, Youtube oder Instagram einen Kommentar hinterlässt?
Auf jeden Fall danke für deine Unterstützung und bis zur nächsten Folge.
Tschüs.