Lass die Sau raus!

Hof-Sonnenweide
Since 08/2023 108 Episoden

#105 Tierrechtsradio mit Martin Balluch

Elisabeth und Andi im Interview

05.06.2026 57 min

Zusammenfassung & Show Notes

Für diese Folge haben wir die Rollen getauscht: Statt selbst Fragen zu stellen, waren wir zu Gast im Interview von Martin Balluch für sein Tierrechtsradio. Dabei sprechen wir ganz offen darüber, wie aus zwei überzeugten Fleischessern mit zwei Pferden, zwei Hunden und zwei Katzen plötzlich Betreiber eines Lebenshofs mit rund 150 Tieren wurden. 

Wir erzählen, warum ausgerechnet Schweine unser Denken über Tiere grundlegend verändert haben, wie wir den Schritt zu einer veganen Lebensweise geschafft haben und weshalb Hof Sonnenweide nie als Lebenshof geplant war. Außerdem sprechen wir über die Herausforderungen hinter den Kulissen: die Finanzierung eines Lebenshofs, Tieraufnahmen, Patenschaften, unsere Unabhängigkeit und den täglichen Balanceakt zwischen Tierwohl, Organisation und Zukunftsplanung.   

Ein großes Thema ist auch unsere Überzeugung, dass sogenannte Nutztiere und Haustiere viel weniger unterscheidet, als die meisten Menschen glauben. Wir erzählen, warum Begegnungen mit Schweinen, Puten, Rindern oder Eseln oft mehr bewirken als jede Diskussion und weshalb Aufklärung für uns genauso wichtig ist wie die direkte Hilfe für Tiere.  

Außerdem sprechen wir darüber, wie Tiere bei uns nicht neben, sondern mit uns leben, wie wir unser Wissen über die unterschiedlichen Tierarten aufgebaut haben und warum wir trotz aller Herausforderungen optimistisch in die Zukunft blicken.  

Eine persönliche, ehrliche und teilweise überraschende Reise durch die Geschichte von Hof Sonnenweide – vom Zufall zum Lebensprojekt. 

Für diese Folge haben wir die Rollen getauscht: Statt selbst Fragen zu stellen, waren wir zu Gast im Interview von Martin Balluch für sein Tierrechtsradio. Dabei sprechen wir ganz offen darüber, wie aus zwei überzeugten Fleischessern mit zwei Pferden, zwei Hunden und zwei Katzen plötzlich Betreiber eines Lebenshofs mit rund 150 Tieren wurden.

Wir erzählen, warum ausgerechnet Schweine unser Denken über Tiere grundlegend verändert haben, wie wir den Schritt zu einer veganen Lebensweise geschafft haben und weshalb Hof Sonnenweide nie als Lebenshof geplant war. Außerdem sprechen wir über die Herausforderungen hinter den Kulissen: die Finanzierung eines Lebenshofs, Tieraufnahmen, Patenschaften, unsere Unabhängigkeit und den täglichen Balanceakt zwischen Tierwohl, Organisation und Zukunftsplanung.   

Ein großes Thema ist auch unsere Überzeugung, dass sogenannte Nutztiere und Haustiere viel weniger unterscheidet, als die meisten Menschen glauben. Wir erzählen, warum Begegnungen mit Schweinen, Puten, Rindern oder Eseln oft mehr bewirken als jede Diskussion und weshalb Aufklärung für uns genauso wichtig ist wie die direkte Hilfe für Tiere. 

Außerdem sprechen wir darüber, wie Tiere bei uns nicht neben, sondern mit uns leben, wie wir unser Wissen über die unterschiedlichen Tierarten aufgebaut haben und warum wir trotz aller Herausforderungen optimistisch in die Zukunft blicken. 

Eine persönliche, ehrliche und teilweise überraschende Reise durch die Geschichte von Hof Sonnenweide – vom Zufall zum Lebensprojekt.

Auf Facebook, Instagram und unserer Homepage findest Du die Geschichten und Bilder zu unseren Erzählungen. Hier gehts lang:
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Credit des Titelsongs:
The Green Orbs  - Dancing on Green Grass

Soundeffekte:
Pixabay

Fotocredit Titelfoto: Jan Engelhardt

Transkript

Andi
00:00:00
Herzlich willkommen bei Lass die Sau raus, dem Podcast vom Lebenshof Sonnenweide mit Elisabeth und Andreas Nussbaumer. Wir lassen heute wieder die Sau raus und euch bei der Hoftür rein. Ja, aber nicht nur euch, sondern auch den Martin Balluch. Der hat für sein Tierrechtsradio ein Interview mit uns geführt. Ja, und wir haben uns gedacht, vielleicht interessiert ja euch auch, was ihn so interessiert hat. Ja, wenn das der Fall ist, dann hört's rein. Viel Spaß dabei.
Martin
00:00:26
Ja, willkommen zum Tierrechtsradio. Ich bin heute zu Besuch im Mittelburgenland, in der Nähe von Oberpullendorf, beim Lebenshof Sonnenweide. Und der Andi und die Elisabeth haben sich bereit erklärt, im Rahmen des Tierrechtsradios mir von ihrem Hof zu erzählen. Vielen Dank, dass ihr euch dafür die Zeit nehmt.
Elisabeth
00:00:46
Grüß euch.
Andi
00:00:47
Sehr gerne. Hallo.
Martin
00:00:49
Zunächst einmal ganz kurz Lebenshof, die Dimension und wie viele Tiere es gibt, Bevor wir dann genauer reden, welche Tiere und was der Grund ist, warum es überhaupt diesen Hof gibt.
Andi
00:01:02
Elisabeth, du bist die Frau für die Zahlen.
Elisabeth
00:01:05
Ja, also wir sagen immer, es sind circa 150 Tiere bei uns am Lebenshof. Wobei, das ist so eine Pi mal Daumen Rechnung, weil die Grauzone sind die Tauben und die Hühner. Das sind einmal mehr, einmal weniger und die zählen wir nicht jeden Tag durch. Wäre nicht möglich, aber so circa 150 Tiere von Pferden über Eseln, Schweine, Ziegen, Nandus, Hühner, Enten, Puten. Alles, was so auf einem globalisierten Hof eigentlich zu Hause ist.
Martin
00:01:34
Und das Ganze auf viereinhalb Hektar, habt ihr mir erzählt?
Andi
00:01:37
Genau, es sind dreieinhalb Hektar Eigengrund und noch circa so ein guter Hektar dazu gepachtet.
Martin
00:01:42
Das ist alles auf jeden Fall sehr arbeitsintensiv, stelle ich mir vor.
Elisabeth
00:01:45
Ja.
Andi
00:01:46
Das wird uns nicht langweilig. Wir haben keine Zeit, auf blöde Ideen zu kommen.
Martin
00:01:51
Gut, wie ist ihr persönlich mit der Idee eines Lebenshofs zum ersten Mal in Kontakt geraten?
Elisabeth
00:02:00
Das ist, wir erzählen die Geschichte schon oft, aber so gefragt ist es nie geworden. Es war eigentlich Zufall. Also das war nie geplant. Wir sind hier hergezogen mit zwei Reitpferden, zwei Hunden und zwei Katzen als Vollfleischesser. Anders kann man es nicht ausdrücken.
Andi
00:02:20
Mal bis mittags, abends und dazwischen.
Elisabeth
00:02:22
Genau. Also so dieses typisch österreichische, gab es Wurst oder Fleisch. Ja, und die Tiere haben uns dann halt massiv verändert. Also begonnen hat es, dass wir wesentlich mehr Grund gehabt haben, als wir ursprünglich wollten. Wir haben damals gesucht nach einem Hof mit einem Hektar, eben für die zwei Pferde. Dann haben wir drei Hektar gehabt am Anfang, dreieinhalb Hektar, dann war das so viel Platz. Und die Leute haben angefangen, aus der Umgebung uns Tiere anzubieten. Also unsere Ziege hat Junge gekriegt, wollte junge Ziegen. Und ich habe gesagt, ja, du her, also ist eh so viel Platz, passt schon. Und so hat sich das irgendwie entwickelt und wie dann die ersten Schweine gekommen sind, Das hat uns dann ganz, ganz massiv verändert. Wir wussten natürlich, dass es nicht gut ist, Fleisch zu essen, alles was damit zu tun hat, aber wie sehr viele, haben wir das halt verdrängt. Aber wenn Sie es dann direkt vor der Haustür haben, das waren zwei junge Schweine, die wir gekriegt haben, die sind in einer Wiener Wohnung gehalten worden und haben dann einen Platz gesucht und die sind mit unseren Hunden herumgelaufen. Dann geht das Verdrängen nimmer mehr also du fragst dich halt aber was ist der Unterschied zwischen Hund und Schwein und findest halt keinen ja dann haben wir eigentlich vor einem Tag auf den anderen gesagt so jetzt probieren wir mal vegetarisch. Und das war so leicht, das war dermaßen leicht, trotzdem wir solche Vollfleischesser waren, also ich überhaupt, ich war noch schlimmer als der Andi, dass wir nach drei Monaten, also in den drei Monaten haben wir uns dann beschäftigt damit, warum vegan, haben uns noch darüber lustig gemacht, niemals vegan, das sind die Birkenstockschlapfen-tragenden Müsli-Fresser, alle dünn und grün im Gesicht. Nach drei Monaten, okay, jetzt vegan. Das war eigentlich bei mir die drittbeste Entscheidung meines Lebens. Und seitdem hat sich das einfach entwickelt. Also das Ganze haben wir dann, es sind immer mehr Tiere geworden. Wir haben dann auch bewusst Tiere aufgenommen aus einer schlechten Haltung oder Tiere aufgenommen, wo sich die Lebensumstände der Besitzer verändert haben und so weiter. Und haben das eben sehr lang selbst finanziert, bis wir dann irgendwann gesagt haben, naja, es wird schon langsam ÖH mit dem Geld und haben dann den Verein gegründet und das Ganze dann einfach Hof Sonnenweide genannt und dann irgendwann einmal, wenn wir den Namen so schön gefunden haben, Lebenshof Sonnenweide.
Martin
00:04:50
Andi, was war dein Verhältnis zu vegan, vegetarisch, so übers Leben hin bis jetzt?
Andi
00:04:55
Na Katastrophen. Ich habe seit meiner Jugend immer schon sehr viel Sport betrieben. Ich habe einen Grundumsatz, der wahrscheinlich beim Doppelten liegt von einem Normalsterblichen. Also immer wenn jemand anderer eine Portion bestellt hat, habe ich zwei bestellt. Und dann habe ich mir die Rest und vor allem anderen zusammen gegessen, weil ich einfach immer Hunger habe. Und für mich war klar, vegan und oder sogar vegetarisch leben kommt an einer chemischen Kastration gleich. Also du kannst das Mann nicht ohne Fleisch leben. Das war einfach meine Sozialisierung. Und deswegen konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Die Elisabeth ist so ein Null-und-Eins-Typ. Die macht entweder was oder sie macht es nicht. Und ich habe gesagt, von mir aus, dann machen wir halt vegetarisch, aber ich wäre Flexitarier. Also ich lasse mir das Hintertürl offen. Das ist aber etwas, was ich brauche. Also ich brauche immer ein Hintertürl. Und tatsächlich war es aber so, ab dem Zeitpunkt, wo wir beschlossen haben, vegetarisch und dann in weiterer Folge vegan, habe ich kein bisschen gegessen. Weil es nicht mehr notwendig war. weil ich einfach gemerkt habe, und da haben wir beide natürlich einen Startvorteil, wir kommen beide aus der Gastronomie. Die Elisabeth hat eine Fachschule besucht.
Elisabeth
00:05:54
Tourismenschule. Tourismenschule. Mit Natura, bitte.
Andi
00:05:57
Genau, und ich bin erklärender Koch und Kellner. Das heißt, das Kochen ist bei uns nie ein Thema gewesen. Da haben wir nie ein Problem gehabt. Diese vielfältige Küche, die du haben kannst. Im Gegenteil, seit wir vegan und vegetarisch, also vegan jetzt leben, haben wir vielfältigere Küche als je zuvor.
Elisabeth
00:06:15
Das war eigentlich das Lässige, also so dieses Ausprobieren plötzlich. Wir haben eine Freundin gehabt, die ist auch vegan geworden. Und die hat gesagt, da waren wir eben noch Fleisch essen, das ist unkompliziert. Und das war für mich so das Stichwort, es ist unkompliziert. Du stößt einfach einmal, der Speise kam mal um und die Geschichte ist erledigt. Ich habe gesagt, hey, cool. Und das haben wir dann gemacht und das war absolut die Wahrheit. Und wenn du kochen kannst, dann kannst du vegan kochen.
Andi
00:06:40
Und das Geile ist, es wird nichts mehr hin, was uns Fleisch und Wurst und Milch und weiß der Kuckuck hin geworden ist, was wir weggeschmissen haben. Also eh, wie man weiß, ein Drittel davon wieder wegschmissen, von dem muss die Leute kaufen. Das passiert seitdem bei uns so gut überhaupt nicht mehr. Ich meine, ja klar, verschimpelt da irgendwann einmal was, ein Brot oder was auch immer, aber es ist halt einfach das Geile, dass das alles ewig hält. Also eh, das ist super.
Martin
00:07:05
Wir lieben es. Ich würde vegan, vegetarisch. Viele Lebenshöfe halten sich über Wasser, unter anderem dadurch, dass sie Essen anbieten oder manche auch bei den Breakfasts oder jedenfalls in irgendeiner Form Catering machen. Habt ihr das auch gemacht? Und wenn ja, wie läuft das mit vegan, vegetarisch?
Elisabeth
00:07:23
Also ich habe es am Anfang gemacht, da waren wir zwar noch keine Vereine, aber das war ein Punkt, wie ich das finanziert habe, wie wir noch keine spendenbasierte Vereine waren. Ich habe eine Jausenstation gemacht. Weil ich eben ursprünglich vom Gastgewerbe komme. Und es hat gut funktioniert. Ich habe das aber offiziell gemacht, also jetzt mit Konzession und Gewerbeanmeldung und allem drum und dran. Und es hat sogar im Mittelburgenland vor zwölf Jahren funktioniert. Also es war...
Martin
00:07:47
Alles vegetarisch, vegan?
Elisabeth
00:07:48
Vegan, nur vegan, ja. Okay. Es war vorher eben eine klassische Jausenstation mit Breitljausen und allem drum und dran. Wir haben dann umgestellt auf vegan. Es hat das Publikum komplett gewechselt, das schon. Aber wir waren dann so der Geheimtipp. Das sind ganz viele Wiener gekommen, aber nicht nur. Also auch im Burgenland, ich habe so das Gefühl gehabt, es gibt in jedem Ort da so eine oder zwei Familien, die sind so ein bisschen alternativ gewesen. Und wir haben da eine Freilernerschule, Storchennest, und die sind dann alle aus ihren Löchern gekrochen, sind zu uns gekommen, weil sie sich voll gefreut haben. Also wir haben dann schon gemacht, hauptsächlich bio und nachhaltig und vegan. Also dieses ganze Paket und du hast halt dann nicht mehr die Masse an Leuten, aber genug, um zu zweit quasi das zu finanzieren. Es hat super funktioniert. Gescheiter dieses Trauen, dass ich keine Lust mehr gehabt habe.
Martin
00:08:42
Und habt ihr das wirklich offiziell gemacht? Also habt ihr gesagt, Achtung, wir sind vegan. Wenn ihr da herkommt, kriegt ihr nur Pflanzliches. Oder ist das mehr unterschoben?
Elisabeth
00:08:50
Nein, also das Wort vegan, glaube ich, haben wir am Anfang... Du hast pflanzlich geschrieben. Eher pflanzlich, natürlich pflanzlich. Das Wortspiel hat mir getaugt, also mit dem natürlich, weil es nicht biozertifiziert war, aber eben natürlich. Das war vor zwölf Jahren, da habe ich geschaut, dass vegan nicht unbedingt drin ist. Aber wir haben das schon, es war offiziell. Wir haben von Beginn an immer sehr, sehr viel auf Facebook kommuniziert. Und da haben wir eigentlich keinen Hehl draus gemacht. Und wir haben begonnen hauptsächlich mit Fake. Also Schnitzelsemmel, Chivapchi-Chi-Semmel, solche Sachen. Und da habe ich aber nicht extra dazu geschrieben, vegane Schnitzelsemmel, sondern, was jetzt ein Problem wäre, sondern ich habe einfach geschrieben, Schnitzelsemmel. Und also wenn es, ja, es hat halt so gepasst. Aber es war schon offiziell, ja.
Martin
00:09:38
Im persönlichen Werdegang ist vegan-vegetarisch das eine und Tierschutz ein bisschen was anderes. Es gibt natürlich die meisten, die in den Tierschutz hineinwachsen, werden auch vegan-vegetarisch. Aber wie ist euer Werdegang bezüglich Tierschutz? Habt ihr da Berührungen schon in der Jugend? Oder habt ihr eigentlich mit Tieren gar nicht so viel zu tun gehabt?
Elisabeth
00:09:58
Ich habe, bis ich 24 war, nicht an meinen Hund angriffen, weil man so graust hat. Ich habe gefunden, Hunde stinken. Und wenn ich einen gestreichelt habe, bin ich nachher Hände waschen kann. Also das ist wirklich, wie der Andi vorher gesagt hat, 0 und 1. Also es gibt wenig bei mir dazwischen. Also nein, eigentlich gar nicht. Gar nicht.
Andi
00:10:20
Und ich habe mit dir schon überhaupt nichts am Hut gehabt?
Elisabeth
00:10:22
Also es war eher so, die Straßenseite, wir haben beides beruhigend in der Maria-Hilfer-Straße gehabt, wir haben die Straßenseite gewechselt, wenn wir euch gesehen haben.
Andi
00:10:31
Ich habe jetzt gefürchtet.
Elisabeth
00:10:35
Aber es ist verblüffend.
Martin
00:10:36
Dass wenn man gar keine Berührung mit Tieren hat, im Leben, in der Jugend und so weiter, dass man dann an einem Lebenshof lebt, wo man ja eigentlich ununterbrochen berührt. Wie schafft man diese Umstellung?
Elisabeth
00:10:47
Ich weiß nicht. Ich kann es gar nicht sagen. Null Berührung stimmt nicht. Ich habe als Kind gesagt, der Klassiker, ich habe zwei Kaninchen gehabt, um die sich dann eigentlich eher meine Mutter gekümmert hat. Und wir haben eine Katze gehabt. Aber das war es im Prinzip. Und ich habe jetzt, glaube ich, Katzen gehabt.
Andi
00:11:04
Ja, Katzen und einen Hund. Aber dieses in dem Sinne Tierschutz oder so war da bei mir nicht im Vordergrund. Ich glaube, es liegt einfach daran, dass wir reingewachsen sind. Also eh so, wie die Lisabeth erzählt hat, wir sind mit zwei Pferden, zwei Hund, zwei Katzen nachher gekommen und dann sind die Ziegen dazukommen, dann sind die Schweine dazukommen und du lernst und siehst halt bei jedem neuen Tier, dass die genau so sahen wie unsere Haustiere und das ist ja letztlich auch die Botschaft, die wir da mit unserem Lebenshof kommunizieren und verbreiten wollen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Nur der Lebenshof alleine wäre mir irgendwie zu wenig, weil wir können ja nicht alle Tiere da zu uns holen, das ist faktisch unmöglich. Und was wir aber sehr wohl tun können, ist in der Kommunikation nach draußen den Menschen vor Augen führen, was das eben für besondere Persönlichkeiten sind, die Tiere, eben auch diese sogenannten Nutztiere. Und über diese Kommunikation erreicht man dann eben sehr wohl auch sehr viele Menschen, die nur halt einfach tierische Produkte konsumieren. Auf eine andere Art und Weise, als ihr das macht. Ihr macht das halt auf eine sehr teilweise drastische Weise, dass man halt sieht, wie lebt der Schwein auf dem Spaltenboden, das kennen wir nicht, Gott sei Dank, zeigen. Das, was wir zeigen können, ist, wie lebt da so ein glückliches Schwein, der da in der Wiese grasend. Und das ist schon einmal etwas, was das Menschen dann zum Umdenken bewegen kann,
Elisabeth
00:12:29
Denke ich mir. Vor allem eine bestimmte Zielgruppe erreicht. Wir finanzieren ja den Hof hauptsächlich über Patenschaften. Und die Paten haben die Möglichkeit, zweimal im Monat zu Besuch zu kommen. Und die sind definitiv nicht alle vegan oder vegetarisch. Aber wir legen sehr, sehr viele Anstöße dafür, weil es halt sehr niederschwellig ist. Sie sehen das. Unsere Puten, die sind eigentlich, was das betrifft, ganz einzigartig, weil die lassen sie streicheln. Also die kommen vor allem im Sommer zu den Menschen und lassen sie, also bewusst setzen sich vor sie hin und wollen berührt und gestreichelt werden. Wer hat schon mal eine Pute gestreichelt? Und das ist meistens, was du siehst, so richtig, da macht es Glück. Weil gerade eine Pute kennst du definitiv nur vom Kühlregal.
Andi
00:13:23
Ja, das ist der Klassiker, dass Leute sagen, isst eh wenig Fleisch und wenn, dann ja eh nur Händel oder Putte. Und dann sagst du mir, das, was du gerade streichelst, ist eine Putte. Weil die meisten haben ja nicht einmal im Leben eine Putte gesehen.
Elisabeth
00:13:33
Woher denn auch?
Andi
00:13:34
Woher auch?
Martin
00:13:36
Dabei ist in Österreich, was Produktion von Geflügelfleisch betrifft, die Putte bereits ein Viertel. Das ist relativ viel. Aber natürlich ein südamerikanischer Vogel, was exotisch ist, sieht man die schon, was die am Hof herumlaufen oder auf dem Landbuden. Ist auch sehr schwierig, weil die Bio-Rassen ja eigentlich auch Ziemlich typische, konventionelle Sinne. Also man kriegt das eigentlich nicht mit.
Elisabeth
00:14:03
Genau. Und das ist halt einfach schon sehr lässig, dass man das sieht, das kriegen wir als Feedback auch von den Besuchern, dass sie die Tiere plötzlich als Persönlichkeit wahrnehmen. Also dass sie diesen Unterschied nicht mehr sehen zwischen Schwein und Hund. Wenn die bei uns herumlaufen, auf ihre Namen hören, herkommen, sie je nach Naturell manchmal streicheln lassen, manchmal nicht, das Bauch halt kraulen, sie umfallen lassen. Es ist kein Unterschied. Und das wird den Leuten dann schon sehr, sehr bewusst. Und das ist auch genau das, was wir möchten. Also diese Zielgruppe erreichen, nicht den Zeigefinger und sagen, was schlecht ist, sondern schauen, das sind Tiere, wenn man sie lässt, wenn man sie einfach sein lässt, wie sie sind.
Martin
00:14:45
Ja, wenn ihr das so erzählt, ist es irgendwie sehr beeindruckend an euch und dem Hof, dass ihr eigentlich ohne sozusagen eine Tierschutzvorbildung in die Vorfront der Tierschutz-Öffentlichkeitsarbeit geraten seid. Aber was mich jetzt noch interessiert ist, wenn ihr hierher gezogen seid oder wie ihr hierher gezogen seid und immer mehr Tiere aufgenommen habt, muss ja auch der Aufwand sich um sie zu kümmern größer geworden sein. Was heißt, man muss entweder Freizeit streichen oder Arbeitszeit streichen. Wie hat sich das entwickelt? Wieso habt ihr da diese zusätzlichen Arbeitsaufwand, wieso habt ihr das auf euch genommen?
Andi
00:15:21
Ein Spruch, Herr Jan. Bei uns ist die Trennung zwischen Freizeit und Arbeit in der Art und Weise einfach so nett gegeben. Also für uns ist das irgendwie...
Elisabeth
00:15:32
Ja, es war halt bei uns vor allem, am Anfang habe ich es, also die ersten acht Jahre habe ich es fast ich gemacht alleine und ich bin ein Arbeitstier. Also ich liebe es viel zu arbeiten, mich stört das nicht. Ich komme aus dem Gastgewerbe, war dann eben selbstständig als Personalberaterin. Also ich habe kein Problem mit sieben Tage, Wochen und viel arbeiten. Im Gegenteil, also ich mag das. Es muss sich nur irgendwie immer was tun. Das war für mich einfach plötzlich keine Arbeit mehr, sondern das war das Leben. Das ist wie aufstehen, Zähneputzen, ist aufstehen, Zähneputzen, rausgehen und sich um die Tiere kümmern. Das war nie ein Punkt, der gestört hat. Das ist total fließend. Und wie der Andi dann reingekommen ist, das war dann mit Corona, seit Corona sind wir zu zweit am Hof, hat er das auch gemerkt. Es ist sicher von der Arbeitszeit mehr, als du vorher in deinem Trainerberuf gemacht hast. Aber es ist trotzdem anders, weil du bist selbstbestimmt. Klar, es gibt schon Tage, wo man im Winter, wenn alles gatschig und grausig ist und die Wasserleitungen eingefroren ist, wo du denkst, mein Gott, ich warte gerne wieder im Büro, wo es kalt ist und schön. Aber das hast du ja in jedem Job. Und diese Unterscheidung zwischen Freizeit und Arbeit gibt es einfach nicht, das ist unser Leben.
Martin
00:16:54
Aber irgendwann muss der Knackpunkt gekommen sein, wo ich gesagt habe, so, jetzt sind wir in den Lebenshof, mit anderen Worten, wir hören alle anderen, arbeiten auf, vermute ich einmal, weil wie soll sich das sonst ausgehen? Wie und wann und wo habt ihr den Mut zu diesem Schritt gehabt? Weil Lebenshöfe, also ich habe jetzt schon öfter mal Bereiche besucht und auch im Radio mit Ihnen gesprochen, ist doch etwas, was seine Lebensaufgabe ist und fast Ende nie. Also ich meine, man kann ja schwer sagen, so jetzt gehe ich, weil das sind ja 150 Tiere.
Andi
00:17:23
Genau.
Elisabeth
00:17:25
Gab es nicht, den Knackpunkt.
Andi
00:17:26
Den gab es aus solchen nicht.
Elisabeth
00:17:28
War einfach so. Gab es nie, das war nie eine Überlegung. Wir sind da einfach so reingeglitten und das hat genauso gepasst. Wir haben uns einfach immer, es war immer schon die Frage von Beginn an, wie wir da herzungen sind, wie es nur die sechs Tiere waren, war klar, ich bleibe am Hof, also ich möchte meinen anderen Job nicht mehr machen, die Personalberatung und so weiter. Der Andi ist weiterhin Trainer. Das war so einmal der Grundplan. Und ich habe gesagt, ich finanziere mich schon. Ich mache eben die Jausenstation habe ich gemacht. Dann, wie ich mit der Jausenstation aufgehört habe, habe ich angefangen mit Schule am Bauernhof. Das war auch schon eine super Möglichkeit. Für mich war immer klar, ich muss die Tiere finanzieren und ich möchte es auch alleine können auch ohne Andi sozusagen, also ich möchte es muss funktionieren, und dann habe ich Schule am Bauernhof gemacht, Kindergeburtstage soziale Organisationen, Coaching habe ich gemacht also ich habe eine Coaching Ausbildung gemacht also wir haben immer überlegt vorher, wie finanzieren wir das also so war bei uns der Zugang der Lebenshof kam erst später mit den Spenden, wir haben eigentlich geschaut wie können wir es selber finanzieren und wie schaffen wir es selber von der Arbeit. Und durch das, dass wir beide selbstständig waren, haben wir schon einen ziemlichen Unternehmergeist. Also immer gescheite Buchhaltung, immer gescheite Kostenrechnung, genau gewusst, was kosten die Tiere, die da sind, wie viel kann ich mir leisten, wie viele Tiere kann ich aufnehmen, dass sich das ausgeht finanziell. Und eigentlich erst später kam das Lebenshof, dass wir gesagt haben, okay, wir schaffen es jetzt schon langsam nicht mehr alleine finanziell. Jetzt brauchen wir quasi Geld von außen wenn wir das zu zweit machen wollen und das war eigentlich dann erst das Umschwenken auf Lebenshof, dass wir das spendenbasiert machen und haben dann den Verein gegründet, damit das auch offiziell ist Das war 2019? Das war 2019, genau.
Martin
00:19:21
Jetzt, wie ist es mit dem Deckel? Jetzt seid ihr so voll mit Tieren, dass ihr sagt, mehr geht nicht.
Elisabeth
00:19:29
Sagen wir immer.
Andi
00:19:32
Genau. Also es ist tatsächlich so, dass wir jeden Tag Anfragen kriegen, wo ich da per E-Mail, Facebook, Telefonanruf, whatever. Also wir könnten jeden Tag Tiere aufnehmen, aber wir schaffen es natürlich nicht. Du hast vollkommen recht, dass es einen Deckel gibt. Aber der ist halt auch fließend. Die Grenze ist immer fließend. Es kommt immer auf das Tier drauf an. Es kommt darauf an, wie ist gerade die derzeitige Situation. Und da gilt es halt dann einfach immer mit Maß und Ziel abzuwägen. Das ist eine finanzielle Entscheidung. Klarerweise immer auch, spielt immer mit, wo die dieser Bege gesagt hat, wichtig ist, wir kalkulieren uns das durch, geht sich das so aus, schaffen wir das. Und es ist natürlich eine Entscheidung, was die Anzahl der Tiere anbelangt. Passt ein neues, ein zusätzliches Tier überhaupt dazu? Bei den Rindern hinten zum Beispiel nicht. Also die Fläche ist ausgereizt, da geht nicht mehr. Also selbst wenn wir es wollten oder wenn wir plötzlich einen reichen Onkel, einen Erbrunkel haben, dann würde es auch nicht gehen, weil es einfach vom Platz her nicht geht. Und deswegen ist es immer ein bisschen eine Frage des Abwägens. Geht es jetzt gerade oder geht es nicht?
Elisabeth
00:20:29
Und wie schaffen wir es für unsere Arbeitszeit? Genau. Also das schon noch. Also da sind dann schon die Grenzen gesetzt, dass wir jetzt zu zweit sind, voriges Jahr. Also wir haben dann die letzten Jahre schon gemerkt, zu zweit wird es höher. Und dann haben wir halt geschaut, gut geht es ja Mitarbeiterin aus und haben seit Mai jetzt die Mai vorigen Jahres, seit einem Jahr haben wir Mitarbeiterinnen, Vollzeit.
Andi
00:20:50
Die beste Mitarbeiterin der Welt.
Elisabeth
00:20:52
Genau, ganz wichtig zu sagen. Hat angefangen als Volontier bei uns und das war aber Liebe auf den ersten Blick. Also ich habe sie gesehen, habe sie arbeiten gesehen mit der Scheibe drüber, die will ich. Und dann haben wir einfach gesagt, so, das muss sie ausgehen, weil wir werden nicht jünger. Irgendwann, wir müssen uns irgendwann übergeben denken. Das sind auch Dinge, über die wir uns Gedanken machen. Ja. Und haben dann ziemlich Gas gegeben, einfach auch mit Social Media, mit Pressemeldungen. Also einfach dieses ganze Marketing, man kann es eh nicht anders nennen, Marketing, PR rundherum, um einfach mehr Leute dazu motivieren, Patenschaften abzuschließen. Und damit wir uns die Emily leisten können. Und es ist gut aufgegangen, hat funktioniert.
Martin
00:21:37
Jetzt gibt es bei Lebenshöfen immer die Diskussion der Förderung vom Staat, der Staat oder das Land fördert, meistens wenn man bereit ist, Tiere aufzunehmen, die entweder Streunertiere sehen oder beschlagnahmt wurden oder in irgendeiner Form staatlicherseits oder von behördlicherseits weitergegeben werden. Habt ihr darüber nachgedacht oder beschlossen, auch mal ein Tierheim zu sein, das eben eine Förderung kriegt und wo Tiere untergebracht werden von der Behörde her?
Andi
00:22:07
Nee, weil du natürlich dann immer auch das Thema hast, dass du nicht mehr unabhängig bist. Immer wer zur Wirtschaft an? Sprich, in dem Moment, wo du Förderungen kriegst, bist du in gewisser Weise natürlich auch abhängig davon. Und da ist, sagen wir mal so, solange es auch ohne geht, und das ist im Moment der Fall, wir werden gestützt durch sehr viele Menschen, die entweder Patenschaften haben oder uns spenden. Und solange wir uns das leisten können, bin ich froh, dass wir unabhängig bleiben können und weder Land, Bund, noch sonst irgendwem Rechenschaft schuldig sind, was wir da so tun.
Martin
00:22:43
Kontaktiert euch eigentlich jemand, weil ein Tier irgendwo gesehen wird?
Elisabeth
00:22:47
Ja, genau. So eine Tierrettungsarbeit auch? Ja, aber nicht wirklich hauptsächlich. Wir sind halt schon bekannt, vor allem in der Umgebung. Das heißt, wenn irgendwo was ist oder jemand was hört, dann kriegen wir Bescheid. Es kennen uns auch die Amtstierärzte, also es sind eigentlich Ärztinnen bei uns in der Umgebung. Das heißt, wir kriegen sehr wohl vom Land Anfragen. Aber das können wir entscheiden. Nehmen wir es oder nehmen wir es nicht. Geht es rein oder geht es nicht rein. Aber alles ohne Abhängigkeitsverhältnis. Also ich glaube, unser höchstes Gut generell ist Unabhängigkeit und Freiheit. Das ist uns extrem wichtig. Entscheidungsfreiheit in jeder Hinsicht.
Andi
00:23:27
Also eh so, wir waren jetzt gerade oben unterwegs und du hast den Rudi gesehen. Der Rudi kam eben auf Anruf einer Amtsdeärztin aus dem Südburgenland. Die Kamerun-Schafe, die wurden abgenommen, behördlich, die sind auch zu uns gekommen, die war Amtsdeärztin. Dahingehend gibt es natürlich schon eine Zusammenarbeit, aber eben immer auf freiwilliger Basis.
Martin
00:23:46
Die klassischen Tierheime haben ja meistens Hunde und Katzen. Jetzt bei euch auffällig ist es nicht, dass es viele dieser Tiere gäbe.
Elisabeth
00:23:55
Nein, also wir haben uns wirklich auf die sogenannten Nutztiere spezialisiert. Die Hunde sind quasi, die zwei Hunde, die wir haben, sind unsere Hunde. Ja klar, wir haben sechs Katzen und natürlich sind die aus dem Tierschutz und natürlich sind die Hunde aus dem Tierschutz. Aber das sehen wir jetzt eher so als unsere Hausmitbewohner, sagen wir mal so. und die anderen sind unsere Freunde. Also das, was wir aufnehmen, sind keine Hunde und Katzen, sondern das sind eher die Nutztiere, die sogenannten.
Martin
00:24:24
Reden wir mal über die Nutztiere, die gekommen sind. Du hast gesagt, du hast angefangen mit Pferden. Jetzt sind Hühner, Bute,
Andi
00:24:33
Schweine zunächst einmal. Schafe, Hütte, Rinder, Lamas.
Martin
00:24:38
Die laufen ja direkt ums Haus herum. Wie geht sich das aus?
Andi
00:24:44
Es ist sensationell. Es ist großartig. Du gehst in der Früh raus und stolperst über Schweinl drüber. Oder gehst raus und die Hühner begrüßen dich. Das ist, glaube ich, schon die Besonderheit an Hof Sonnenweide, finde ich. Dass wir eben nicht bei den Tieren leben, sondern wir leben echt mit den Tieren. Die sind da einfach so.
Elisabeth
00:25:04
Unsere Freunde.
Andi
00:25:05
Unsere Freunde, die leben da rund um und um. Und diese Trennung, dass die irgendwie separat werden, das ist bei uns nicht. Und das ist, glaube ich, das Besondere.
Martin
00:25:14
Wie habt ihr gelernt, wie man mit solchen Tieren lebt, wie man sie füttert, woran man erkennt, ob sie Hilfe brauchen, was für Hilfe sie brauchen?
Elisabeth
00:25:23
Ja, ich habe so einen Zwischenschritt gemacht zwischen meinem Personalberatungsunternehmen und Hof Sonnenweide, da war ich drei Jahre lang Tiersitterin. Also ich habe ein Tiersitting-Unternehmen in Wien gehabt, wo ich erst angefangen habe, klassisch mit Katzern, Hunderl und Meerschwänchen, wo ich aufgepasst habe, wenn die Leute auf Urlaub waren. Und der Grund war, dass ich damals mehr Zeit mit meinem Pferd verbringen wollte. Ich bin aus dem klassischen Business ausgestiegen. Und das im Nachhinein gesehen war, das wie eine Leerzeit für das, was wir jetzt machen. Weil ich habe dann auch angefangen, weil wir haben ein Klosterneuburger Haus gehabt. Ich habe auch Schafe gesittet oder Pferde. Da haben wir schon einen Hof gesucht. Und ich habe immer angeschaut, okay, wie machen die das und wie machen die das. Und so möchte ich das auch mal haben, das will ich nicht haben. Und habe halt sehr, sehr viel gesehen. Also so für Leute, die einmal ein Wochenende weg wollten, also Pferdebesitzer oder Schafbesitzer, also so im kleinen Rahmen natürlich. Da bin ich halt dann zwei, drei Mal am Tag hingefahren, habe einen Stall gemacht, habe die Tiere versorgt und bin wieder gefahren. Also da war so das Grundwissen dann. Und das Erste, was wir eben gehabt haben, waren die Pferde. Als zweites, bei den Pferden habe ich mich wirklich gut auskennt, also durch das eigene Pferd und vorher schon sehr, sehr viel beschäftigt. Dann kamen die Eseln als zweites, wo ich mir am Anfang irrtümlich gedacht habe, wie ist das Gleiche wie das Pferd, passt schon, kenne ich mich aus. War dann halt nicht so, aber das lernst du halt relativ schnell, was so die Eselbedürfnisse sind. Und dann haben wir uns am Anfang einfach Literatur besorgt. Also ganz klassisch Bücher gekauft, gelesen, nachrecherchiert. Und irgendwann kriegst du ein Gefühl. Also es ist dann einfach so, dass man... Gar nicht mehr so viel nachschauen und nachlesen muss, sondern du spürst das Tier. Was braucht ich durch dieses enge Zusammenleben? Wie wissen wir, wenn es schief schaut, das hat irgendwas. Also so, ja, wie wenn du mit einer sprichst, das ist eine ganz deutliche Sprache. Und so Exoten, gerade die Nandos sind so ein bisschen unsere Exoten, haben wir nicht. Oder man fragt nach.
Andi
00:27:18
Genau, mit viel Austausch halt dann auch nicht.
Elisabeth
00:27:21
Und da haben wir uns am Anfang gar nicht gescheut, also wie wir die ersten Rinder gekriegt haben, da haben wir einfach bei Bauern erkundigt, bei Rinderbauern, wie ist das, das, das, worauf muss ich achten, bla bla bla, also einfach herumfragen.
Martin
00:27:32
Habt ihr Kontakt zu anderen Lebenshöfen, gibt es da so ein Netzwerk, wo man miteinander redet, weil man doch wahrscheinlich ähnliche Probleme hat, sowohl organisatorisch als auch, was die Tiere betrifft?
Andi
00:27:43
Also ich war jetzt letztes Jahr auf so einer kleinen Tour durch Deutschland und habe so vier sehr bekannte Lebenshöfe besucht. Also da war der Erdlingshof dabei, das Land der Tiere, Hofbotenland. Wer fehlt mir? Ja, der Mustachfarmer, genau. Ja, der Joa Berge mit seinen Rindern. Und ich habe dann am Ende, der letzte war der Erdlingshof mit dem Johannes und mit dem geplaudert und gesagt, das wäre ja, so wie du es gerade sagst, das wäre total super, wenn wir uns irgendwie zusammenschließen würden und uns regelmäßig austauschen, kommunizieren, vernetzen. Und er hat aber schon gesagt, ja, wäre eh super, aber er hat es schon ein paar Mal auch probiert. Das Problem ist, wir haben halt alle das gleiche Thema, nämlich einfach extrem viel zu tun. Und der Terminplan ist immer voll und es kommt immer was dazwischen. Also Lebenshof bedeutet, es ist immer irgendwas. So wie heute, bevor er gekommen ist, hat der Igor das Eselchen plötzlich gelahmt. So, das ist die Tierärztin, die war um 8.30 Uhr da. Also das Leben zu planen, das ist mit einem Lebenshof ein bisschen eine Herausforderung. Und dementsprechend dieser Austausch, dieses Netzwerk mit anderen Lebenswürfen ist echt eine Challenge.
Elisabeth
00:28:42
Also wir versuchen es immer wieder. Gelingt manchmal zum Beispiel mit der Gunula Höllerer vom Leben lassen im Wiener Wald. Die habe ich einfach einmal angeschrieben, dann wollen wir es besuchen. Und wenn man sie einmal persönlich kennt, ist es super. Weil wir telefonieren, nicht regelmäßig, aber wir kennen uns, oder wenn es irgendwas gibt. Und ich versuche das oft. Das ist voll meine Intention, aber es scheitert oft an der Zeit. Man merkt immer wieder, die haben den riesen Vorteil, gegenüber vielen anderen Lebenshöfen sind zu zweit.
Andi
00:29:19
Das ist ein Riesenunterschied.
Elisabeth
00:29:21
Das ist ein Riesenunterschied. Viele machen es alleine und das ist fast nicht vorstellbar, was die alleine leisten. Das ist die Gundula, das ist die Claudia Haupt, da gibt es eh einige, die machen es alle alleine. Und das ist eine Challenge. Nicht nur von der Arbeit, sondern auch mental. Wenn ein Tier stirbt, das sind ja so Sachen, oder die Entscheidung euthanasieren und so weiter. Diese Entscheidungen permanent allein zu treffen, ist nicht lustig.
Martin
00:29:47
Ich kann das nachvollziehen von der Kinderbetreuung her. Also für jeden Kind kümmern, also wenn man dann nicht das zu zweit macht, also wenn man allein erzählen, dann bin ich 24 Stunden lang ununterbrochen. Das ist ein Wahnsinn.
Elisabeth
00:30:02
Und das haben wir eben so mitgekriegt mit denen, wo wir in Kontakt sind, die, die alleine sind. Da fehlt es halt auch an der Zeit. Aber ich Ich versuche es immer wieder und ich schaue oft, dass ich, ja, wenn ich sehe, dass ein Lebenshof Hilfe braucht, dass ich dann anschreibe. Also ich mache das meistens über Facebook und so weiter, ob wir helfen können, was wir tun können, ob sie irgendwas brauchen. Ja, aber es ist also so sehr, sehr, sehr lose. Außer eben, wenn man es einmal kennt, aber es wäre schon mal cool, so ein Gipfeltreffen wäre sofort dabei.
Martin
00:30:35
Ich habe gerade gesagt, die Schweine laufen also direkt ums Haus herum, natürlich auch Hühner. Aber bei Schweinen, wenn man mit Schweinebetrieben redet und die zum Beispiel fragt, warum um alles in der Welt, muss sie die in den Kassenstand sperren, die Mutterschweine sagen, die sind ja bissig, die sind ja gefährlich, die haben ja riesen Zähne und die sind sehr kräftig, die rennen dich über den Haufen. Wie seid ihr dazu gekommen, dass die Tiere, die Schweine jetzt insbesondere mal so verträglich sind, dass da eigentlich auch fremde Besucher und Besucherinnen kommen können, ohne dass die über den Haufen gerannt werden oder gebissen werden?
Andi
00:31:10
Also wir achten extrem stark darauf, dass die Besucherinnen und Besucher hier zu Gast sind. Das heißt, die Tiere sind da zu Hause, die dürfen wir mal alles. Das heißt, die Besucherinnen und Besucher haben sich nach den Tieren zu richten. Das ist die erste und wichtigste Regel, wenn die Leute zu uns kommen. Tiere haben Vorrang. Wenn ein Tier davon geht oder davonlauft, dann lasst man es davon gehen. Das heißt, wir achten ganz stark darauf, dass die Menschen respektvoll mit den Tieren umgehen. Und ich habe schon den Eindruck, und es wird uns auch so kommuniziert, wenn die Leute reinkommen und sagen, boah, das fühlt sich so entspannt an hier, es ist so ruhig. Also in den Patenschaftsagen haben wir teilweise schon 60 Leute da am Hof. Ich meine gut, das teilt sich auf auf 4,5 Hektar, gar keine Frage. Aber du hast nie das Gefühl, es ist irgendwie crowded oder gestresst. Es sind viele Leute, sondern es ist immer entspannt. Und so spiegelt sich das auch bei den Tieren wieder. Also die Tiere sind tiefenentspannt, weil das ist oft eine Frage, die uns gestellt wird, boah, sind die Tiere da gestresst und müssen die sich erholen vom Patenschaftstag? No. Die sind alle tiefenentspannt, die freuen sich, wenn sie Besuch kriegen und die, die kommen wollen, kommen eh und die, die nicht kommen wollen, da gibt es genug, sowohl bei den Schweinen, bei den Ziegen, bei den Schafen und so weiter, gibt es welche, die wollen den Kontakt nicht, nein, die kommen einfach nicht und die werden einen Ruhe lassen und darauf legen wir Wert.
Martin
00:32:30
Jetzt habt ihr auch Nandus, du hast mir erzählt oder ihr habt es mir erzählt, das sind alle weiblich. Ich habe solche Nandus kennengelernt. Die Paradies Schabenreit, das war wahnsinnig aggressiv. Die waren total zahm und freundlich und lieb. Wie habt ihr gelernt mit den Nandus umzugehen und wo sind sie eigentlich her?
Andi
00:32:53
Also die Nandus waren tatsächlich die ersten Tiere, wie die zu uns gekommen sind. Ich habe immer in dem Moment wirklich Bauchweh gehabt und habe mir gedacht, das war ein Fehler. Die sind zu uns gekommen, wir haben extra einen Bereich für sie abgesperrt.
Elisabeth
00:33:08
Man muss dazu sagen, die sind von einer Farm gekommen.
Andi
00:33:11
Genau, die kamen von einer Straußenfarm, die hätten dort für die Fleischproduktion herhalten müssen. Nur der Besitzer ist drauf gekommen, die Dinger sind nicht händelbar. Also so wirklich Aussage, weil die Straußen, da geht er hin, packt es am Hals und geht mit ihnen. Das geht miteinander und nicht. Der hat dermaßen viel Kraft und Energie und ist so schnell. Und dann hat er gesagt, interessiert ihn nicht mehr. Und dann kamen die zu uns und die sind bei ihm schon mit vollem Karacho, mit 40 kmh gegen einen Zaun gerennt, vor lauter Panik. Dann sind sie zu uns gekommen, wir haben sie rauslassen und die sind vollem Karacho gegen einen Zaun gerennt und ich meinte, das war es jetzt. Wie soll das funktionieren? Und dann haben wir in einer Notfallaktion schnell so diese Schilfrohr, so diese Schilfrohr-Sichtschütze, die haben wir gehabt von einem anderen Projekt und haben dieses Schilfrohr rund um das ganze Gehege, das waren so 400, 500 Quadratmeter, also das waren einige Laufmeter, haben wir in einer Notfallfeuerwehraktion rund um und um aufgestellt, das heißt sie haben keine visuellen Reize mehr gehabt vor außen. Und dann hat es, ich weiß es nicht, waren es drei Tage gedauert, viel mehr war es nicht. Und die haben sich beruhigt.
Elisabeth
00:34:16
Spannend.
Andi
00:34:18
Ich kann mich gut erinnern, weil ich mir gedacht habe, das war ein Riesenfehler, dass wir die geholt haben.
Elisabeth
00:34:21
Ja, aber wenn die auskommen, die Nanos, wenn sie so wild sind, die fangst nie wieder ein. Das war es dann. Also wenn die draußen sind, dann sind sie draußen. Die waren komplett, ja, die waren wirklich arg.
Andi
00:34:31
Ja, und dann waren sie nach drei, vier Tagen waren sie dann ruhig, haben sie akzeptiert. Also wir haben
Elisabeth
00:34:35
So ein bisschen das Gefühl Das ist vollkommen unwissenschaftlich. Die kommen her und sind entspannt. Also auch die Tiere, wenn man sie irgendwo abholen. Das heißt Schaf, Ziege, die Aufnahme von den anderen ist immer total nett. Wir haben bis auf einmal noch nie Reibereien gehabt, wenn ein neues Tier dazukommen ist. Das geht so schnell. Und wir glauben auch, dass es am Platz liegt. Also wenn sie sehr viel Platz zur Verfügung haben und ausweichen können, dass das schon ein riesengroßes Kriterium ist. Also ich sehe die Hähne, die weichen sich einfach aus, solange genug Mädels da sind. Das ist wichtig. Also es stört sie nicht. Oder auch die Schweine, die haben fast vier Hektar, die gehen halt einfach ihre Wege. Schweine sind schon sehr territorial, Das ist immer, wenn wir neue kriegen, müssen wir schauen, weil die können sich gegenseitig schon ordentlich wehtun.
Andi
00:35:27
Das ist schon richtig, genau, weil die haben ja diese Eckzähne, mit denen sie kämpfen und sie beißen sich ja an den Orwascheln, wenn es blöd hergeht. Aber eben, wenn sie genug Platz haben, dann gehen sie sich auf so einen Weg.
Elisabeth
00:35:36
Dann ist es jetzt wirklich unserer Erfahrung nach und da sind wir nicht das Maß aller Dinge. Bei uns ist es bis jetzt immer super gut gegangen.
Martin
00:35:45
Mit so einem potenziell kräftigen, schnellen, wilden Tier wie einem Nandu, wie macht man das, wenn der tierärztliche Hilfe braucht oder in irgendeiner Form gehandelt werden müsste?
Elisabeth
00:35:57
Schwierig.
Andi
00:35:58
Schwierig.
Elisabeth
00:35:58
Es ist einfach so. Also beim Nandu war es eben so, einmal haben wir es versucht ins Auto zu kriegen, um zu Tierärztin zu fahren. No way. Also ist nicht gegangen. Da ist das ja der Wunde am Fuß gehabt, die ist dann von selbst wieder geheilt. Und sonst ist es halt wie eine Ferndiagnose. Also wir haben mittlerweile eine Nando- oder eine Geflügelexpertin, sagen wir mal so, die, man kann mit Medikamenten einiges machen, aber wenn die wirklich, also wenn sie, du kannst nicht viel machen. Es ist einfach so.
Martin
00:36:30
Jetzt habt ihr auch fünf oder sechs Lamas. Sechs, genau. Sechs Lamas. Auch ein sozusagen exotisch südamerikanisches Tier gibt es zwar in Österreich, aber naja, wie die Buten, nicht jetzt unbedingt so, dass jeder Mensch weiß, wie man damit umgeht. Wie habt ihr das kennengelernt? Und insbesondere gelten sie ja so als spuckfroh und störrisch, wenn man ihnen auf die Nerven geht, spucken sie einen gleich an.
Elisabeth
00:36:55
Das war eigentlich total easy. Also die ersten zwei haben wir gekriegt von einem Heurigen. Die haben die als Bespaßung für die Kinder gehabt, haben dann den Heurigen aufgelassen und haben die Lamas loswerden wollen. Die haben wir dann übernommen und das war eigentlich, also das war wirklich easy. Die sind einmal bei zwei Schafen gewesen am Anfang und sie sind halt scheu, also sie mögen uns Menschen nicht, also sie bleiben immer auf Distanz und die sind, da haben wir eben nur zwei gehabt, die sind dann überall herumgewandert, die sind dann zu den Pferden gegangen, die sind zu den anderen Schafen raufgewandert, waren bei den Ziegen. Also das sind eigentlich, bis auf dass sie eher Distanztiere sind, sehr, sehr easy handelbar. Und das ist eben genauso das Beispiel, wo ich vorher gesagt habe, da brauchst du gar nicht mehr viel nachlesen, das kriegst du ins Gefühl. Also das war dann schon so weit, die sind relativ spät gekommen, unter Anführungszeichen, wo, wo das einfach gar irgendwie so selbstverständlich war. Da haben wir gar nicht viel herum. Klar, haben wir dann nachgelesen und so, aber vom Handling war das total easy.
Martin
00:37:58
Ein megagroßes Rind gibt es da draußen, also zumindest in meinem Eindruck nach, jakkartig im Aussehen. Wie ist der Umgang mit denen? Jetzt hört man dauernd auf einer Alm ist wieder ein Mensch von einer guter Trappe. Wie geht es hier mit diesem Jakk um und wie habt ihr das gelernt?
Andi
00:38:15
Na, du, stille Wasser sind tief. Wenn du reingehst und dich vor dem Jakk fürchtest, dann schau am besten, was hinter dir ist, weil das könnte dann die Joki sein. Das ist so eine kleine Texter-Kuh, ein Texter-Rind. Und genau so ist es mir passiert. Ich habe mich im Abdul konzentriert. Und plötzlich hat mir die kleine Joki vor hinten geschupft. Weil die ist nämlich richtig, also die ist nicht böse oder aggressive, aber die spielt einfach gern. Und wenn so 400 Kilogramm mit dir spielen, dann geht es richtig rund. Aber im Gegensatz dazu, wie gesagt, dieser Abdul, ein Jagd-Zebu-Mix. Ein Riese, wirklich ein Riese.
Elisabeth
00:38:51
Gar nicht so als Bullig eigentlich. Als Bullig.
Andi
00:38:54
Er ist einfach sehr mächtig beeindruckend, wenn man ihn anschaut. Aber der ist ein sanfter Riese. Da haben wir jetzt, also die Kummern, da habe ich vorher erzählt, da habt ihr einen ordentlichen Teil dazu beigetragen. Wir haben sehr vielen Seiten die Information gekriegt. Da ist ein gestrandeter Zirkus im Zuge von Corona, ein deutscher Zirkus im Wienerwald. Und die haben die Tiere in einer alten Werkshalle eingesperrt. Und da ist eben auch Abdul und Fatima, sie haben vorher anders geheißen, nenne ich jetzt nicht den Namen, dann würde man Werbung machen für ein großes Energy-Getränk, das machen wir nicht. Aber es klingt ähnlich Abdul. Wir haben ihn auf Abdul getauft und wir sind dort hingefahren, weil wir so viele Anrufe und Nachrichten gekriegt haben, dass wir die dort rausholen mussten. Wir haben die beiden gesehen.
Elisabeth
00:39:37
Wir haben es gesehen und gesagt.
Andi
00:39:40
Die holen wir von da raus. Und der ist echt ein sanfter Riese. Wir haben jetzt vor kurzem Klauenpflege machen müssen. Das muss man halt immer wieder einmal machen, wenn die Klauen zu lang werden. Und dazu müssen sie in so eine große Maschine rein, wo man sie gescheit fixieren kann und dann die Klauen bearbeiten. Und der Abdul ist, die anderen waren mächtig unter Stress und der Abdul hat sie einfach hingelegt.
Elisabeth
00:40:01
Und er, der Einzige, wo der Widerstand was genutzt hat, nämlich, weil wenn der am Boden liegt, kannst du einen Baum aufstehen. Die kleine Joki hat versucht zu attackieren und sie zu entziehen, dass sie da reingeht und sie müssen halt rein. Aber Abdul hat das so gelöst, dass er sie einfach hinlegt. Geschichte erledigt, Pech gehabt. Wir haben dann den kleinen Degestand gekriegt.
Andi
00:40:23
Wenn du den irgendwie betraust oder so, der geht einfach nur zurück. Er weicht einfach aus oder legt sie hin.
Elisabeth
00:40:28
Das sind unsere Rinder, wobei sie mögen keine Berührungen. Also es sind alle so, es sind keine Kuschelkühe. So wie man das bei Joa Berge immer sieht, diese Kuschelkühe und so, alle vier nicht.
Martin
00:40:40
Gibt es eigentlich unterm Strich ein Tier, wo ihr euch fürchtet, wenn Barten oder andere Personen kommen, die von auswärts, weil sie doch gefährlich sind?
Andi
00:40:48
Ja, die ganze Elvira.
Elisabeth
00:40:51
Zu Recht.
Andi
00:40:53
Don't turn around. Und wenn du der den Rücken zudrehst und nicht aufpasst, dann kann es schon passieren, dass der ins Wald zwickt. Also es ist nicht gefährlich, aber die Leute schrecken sich halt an.
Elisabeth
00:41:03
Bei dem Patentank zu den Rindern lassen wir die Leute nicht.
Andi
00:41:05
Genau.
Elisabeth
00:41:05
Das tun sie aber normalerweise auch nicht. Also hat noch keinen Ausweis.
Andi
00:41:08
Also niemand, der geistig gesund ist, geht freiwillig zu den Rindern rein.
Elisabeth
00:41:11
Das ist einfach eher ein Territorium. Ja.
Martin
00:41:16
Als Lebenshof hat man, wenn man so will, zwei Funktionen im Rahmen der Tierschutzbewegung in der Öffentlichkeit. Einerseits nimmt man eben Tiere auf, die einen Platz suchen und man hat dann eben eine Menge von Individuen, die ein schönes Leben haben, was sie sonst, muss man sagen, in unserer Gesellschaft mehrheitlich nicht haben können. Auf der anderen Seite eben auch die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung, Sensibilisierung für Tierindividuen, für die Ähnlichkeit von Mensch und Tier, für die Ähnlichkeit von Nutztier und Heimtier. Ganz wesentliche Rolle eines Lebenshofes. Jetzt ist es so, dass wenn ich mit verschiedenen Lebenshöfen spreche, sind es manche, die sehr offen sind und sagen, kommt, kommt, schaut sich das an. Manche geht das auf die Nerven, wenn da so viele Leute kommen. Sie finden auch, es stresst die Tiere. Welchen Weg habt ihr da gewählt und warum?
Elisabeth
00:42:09
Ein kontrollierter Zugang. Und zwar über die Patenschaften. Das funktioniert bei uns super. Also wir würden gerne alle Leute ständig bei uns haben und einladen, zu schauen, aber es geht sich vor der Zeit nicht aus. Also das schaffen wir einfach nicht. Weil bis man da durchgeht, wir haben es jetzt gesehen, wir haben einen Rundgang gemacht, du bist locker zwei Stunden unterwegs, wenn du das gemütlich machst. Und das reißt uns aus unserer Arbeit heraus. Deswegen haben wir das jetzt mit den Patenschaften so gemacht, dass wir jeden zweiten Sonntag können die Paten kommen und den ganzen Tag bei uns verbringen. Zwischen 10 und 18 Uhr ist offen, das ist so ein bisschen wie ein Tag der offenen Tür. Jeder Pate kann drei Leute mitnehmen und dann haben wir die Besucher an diesen beiden Tagen im Monat da und das funktioniert für uns super und auch für die Paten und Partinen, weil das, was wir eigentlich wollen, ist, dass die Leute öfters kommen. Also wir wollen nicht dieses Streichelzoo-Ding, gehen mal bis die Tiere schauen, so wie ein Tierpark, dieser klassische, kommen wir mal schnell, weil wir am Wochenende nichts anderes zu tun haben, Also wir wollen kein Ausflugsziel sein, sondern wir wollen, dass die Leute einen Bezug zu uns und zu den Tieren aufbauen. Und das gelingt uns super. Also wir haben etliche, die kommen fast alle zwei Wochen. Also ich aus Wiener habe ein paar junge Leute, das ist total nett, weil du kannst dir einfach hinflötzen mit der Decke. Und es gibt eben so ein kleines Buffet und so. Und du kannst den ganzen Tag da verbringen, kannst in die Gehege zu den Tieren reingehen. Das ist aber voll nett und zwar für die Leute und für uns.
Martin
00:43:35
Ich glaube, was Bewusstseinsbildung betrifft, sind zentral Kinder anzusprechen. Weil Kinder, wenn man so in der Jugend sozusagen die Beziehung zum Tier hat, wenn man sieht, dass das eben Lebewesen statt Lebensmittel sind, dann stellt das die Weichen für den Rest des Lebens. Du hast erwähnt Schule am Bauernhof. Hast aber nicht noch uns erzählt, was das ist.
Elisabeth
00:43:57
Das ist ein Programm von der Landwirtschaftskammer, wo es darum geht, dass tatsächlich Bauernhöfe, also klassische Landwirtschaften, die Türen öffnen und Schulen hineinlassen und ihnen die Realität zeigen, was natürlich nicht davor ist. Es gibt da relativ wenig Betriebe, die das tatsächlich machen wollen, aber das ist ein Ausbildungsprogramm, da macht man Kurs und dann darf man das machen. Und ich habe mich damals angemeldet, war schon klar, wir sind kein richtiger Bauernhof. Ich habe mir dann gesagt, wie wir das machen. Und die waren aber so froh, dass überhaupt das jemand macht, dass sie gesagt haben, darfst dabei sein. Also wir sind ja offiziell auch eine Landwirtschaft. Ja, und dann habe ich das gemacht. Das heißt, Schulklassen, Kindergärten sind zu uns gekommen und ich habe mit ihnen so ein Programm gemacht, also ein Drei-Stunden-Programm in die Gehege der Tiere und mit Jause und das war's. Da habe ich in drei Jahren um die 6.000 Kinder da gehabt. Also ich habe es ein bisschen übertrieben. Ich habe echt viel gemacht. Ich habe das auch als Einnahmequelle gesehen, ganz einfach. Das war, das muss man einfach so sagen, das war eine Maßnahme nach der Jausenstation. Wie ich die Tiere finanziert habe, ohne die Tiere zu nutzen. Das war super in dem Sinn. Aber irgendwann war es mir zu viel. Also den Tieren nicht, auf die man immer viel aufpasst, dass die dann ja nicht viel wird, aber mir selber war es dann irgendwann einmal zu viel, vor allem Kindergärten, muss ich sagen. Das war nicht meins. Also ich mag es gern mit so ab 10, 12. Das taugt mir, das Alter, Jugendliche.
Martin
00:45:24
Also dieses Projekt gibt es jetzt eigentlich nicht mehr.
Elisabeth
00:45:26
Gibt es nimmer mehr.
Andi
00:45:27
Schafft man zeitlich einfach nimmer.
Elisabeth
00:45:29
Genau. Aber das war immer so spannend, weil du kannst eigentlich relativ viel machen, Geld zu verdienen. Das ist auch das, was ich gerne erzähle, weil es kommen natürlich viele Leute, die uns schreiben, können wir mal zu euch kommen, weil ich will auch sowas einmal machen, so einen Lebenshof. Das ist so ein bisschen eine naive Vorstellung. Das ist halt das, was ich immer sage, überleg da, auch wenn du keine Spenden kriegst, wie kannst du das finanzieren und das finde ich total wichtig, also dass wir eben auch erst angefangen haben ohne Spenden, sondern sie darauf zu verlassen, was können wir machen und dann kam erst das Spenden passierte, aber im Notfall sollte sollten alle Stricke reißen, alle Spender plötzlich ausfallen, Patenschaften, keine Ahnung was passieren muss, könnte man es nochmal selber auf die Beine stellen und das finde ich so beruhigend für uns einfach, so lebt es einfach besser, wenn du so eine gewisse Sicherheit hast, wir hätten tausende Ideen, was man wieder machen kann, um das zu finanzieren. Das finde ich voll wichtig.
Martin
00:46:30
Nut die Erhalterinnen jammern über Greifvögel, sie jammern über Beutegreifer generell. Der Wolf muss weg, der Goldschakal muss weg, der Fuchs muss bejagt werden, die Greifvögel werden getötigt. Ich habe jetzt erst wieder gesehen im Bericht, 1200 im Jahr, die illegal in Österreich umgebracht werden von Greifvögeln. Wie geht es ihr mit dieser Bedrohung durch Beutegreifer um?
Andi
00:46:59
Ja, also die gibt es de facto bei uns nicht. Also wir haben natürlich, Gott sei Dank, zum Glück, jede Menge Greifvögel da bei uns. Wir haben natürlich auch Füchse. Aber die gefährdeten Tierarten kommen in der Nacht, wenn es wirklich gefährlich ist, einfach in den Stall rein, wenn weggesperrt.
Elisabeth
00:47:16
Also das Geflügel.
Andi
00:47:17
Genau, und damit hat sich das, was passiert, wenn der Wolf irgendwann dann auch zu uns kommt, das müssen wir uns halt noch überlegen. Es ist momentan noch nicht der Fall, aber zu tot gefürcht ist auch, oder wie heißt das, zu viel gefürcht ist auch tot oder so. Also ja, ich fürchte mich jetzt momentan noch nicht davor, wenn er kommt, dann müssen wir uns überlegen.
Elisabeth
00:47:36
Wir haben ein großes Jahrgangs für die Zäune. Wir haben einen Elektrozaun und einen Maschendrahtzaun. Es wäre jetzt nicht so einfach einzudringen. Natürlich kann es passieren.
Andi
00:47:43
Aber da müssen wir uns überlegen, wenn es so weit ist.
Martin
00:47:46
Wie wehrhaft sind denn die Nandus? Weil sie sind ja auch geflügelt, wenn man so will. Müssen die eingesperrt werden in der Nacht?
Elisabeth
00:47:52
Nein, machen wir nicht. Wir haben am Anfang gemacht, das war ja total zuwider, also die wollten das gar nicht, in den Stall reinzugehen, die gingen nicht einmal in den Unterstand, wurscht welches Wetter ist. Die sind immer draußen und das war immer ein Challenge, in den Stall zu kriegen und dann irgendwann habe ich dann andere Nando-Besitzer angerufen und gefragt, wie die das händeln und die haben alle gesagt, die fallen nicht ins Beuteschema rein, die sind zu groß, Außer wenn man junge Nandos hat, die muss man schon schützen, aber die Erwachsenen sind nicht und war bei uns auch noch nie irgendwie Thema.
Martin
00:48:25
Jetzt habt ihr ja viereinhalb Hektar Grund, aber 150 Tiere, die natürlich viel essen, geht sich das aus mit dem Grund oder muss man dazukaufen? Wie viel Futter muss man dazukaufen? Was für eine Dimension nimmt das an?
Andi
00:48:39
Also selber produzieren geht nimmer. Wir haben früher unser Heu selber gemacht. Das geht jetzt nimmer, weil wir dafür einfach zu wenig Fläche haben. Darum kaufen wir zu, das heißt zu zahlentechnisch in etwa 200 Rundballen Heu im Jahr, die wir zukaufen. Und dann also um die 200 bis 400 kleine Heubirntln. Das ist immer so unsere Reserve, falls der Traktor wieder einmal streikt. Und dann sind es noch ungefähr um die sechs bis ungefähr zehn Tonnen Getreideprodukte. Also alles, was wir an Zusatzfutter brauchen. die Perdepellets, wo ich vorhin gesagt habe, das fressen die Nandus und Mais und Weizen und das Futter für die Lamas und so weiter. Also das ist in etwa so die Dimension.
Martin
00:49:19
Und wie geht sich das finanziell aus? Wie würde es jetzt zusammenfassend sagen, ist die finanzielle Situation? Weil meine Erfahrung ist, es gibt Lebenshöfe, die strudeln total und es gibt Lebenshöfe, die es eigentlich super lösen. Wo würdet ihr euch da einordnen?
Elisabeth
00:49:34
Bei der super Lösung, also bei der guten Lösung, sagen wir mal so, Es kann immer besser sein, aber wir kommen gut zurecht. Also wir brauchen im Jahr, jetzt inklusive der Emily als Mitarbeiterin, der mal ein anständiges Gehalt zahlen, sind wir bei 120.000 Euro, die wir brauchen. Und 150.000 wäre fein, also das würde man anstreben, dann sind wir so richtig schön safe mit Reservenbildung. Und das erreichen wir.
Martin
00:50:05
Und was ist da die wesentlichste Geldquelle?
Elisabeth
00:50:08
Futter. Also die Geldquelle, die Patenschaften. Zwei Drittel sind die Patenschaften und ein Drittel sind Spenden.
Martin
00:50:17
Und wie läuft das organisatorisch mit dem Verein? Weil Vereine haben ja doch auch gewissen Aufwand. Vereine haben einen Vorstand und eine Generalversammlung und Mitglieder.
Elisabeth
00:50:26
Es gibt nur zwei Mitglieder und zwar. Das macht es einfach in der Entscheidungsfindung. Entscheiden du ich. Ich bin dir auf.
Andi
00:50:33
Genau. Also das, was aufwendig war, tatsächlich war die Spendenbegünstigung. Die haben wir jetzt beantragt. Das war ja früher kaum möglich. Da hat man ja wirklich Wirtschaftsprüfer und was der Guckung was alles braucht. Das braucht es jetzt nicht mehr. Jetzt ist es einfacher geworden, aber es war trotzdem ein bisschen Aufwand, administrativ.
Martin
00:50:50
Da sollte man dazu sagen, dass die Politik ja absichtlich den Tierschutz ausklammern wollte und jahrelang ausgeklammert hat. Gezielt und richtig bösartig.
Andi
00:50:59
Wir haben es geschafft und jetzt haben wir auch die Spendenbegünstigung. Das ist uns einfach wichtig gewesen, weil das schon ein gewisser Vertrauensbeweis auch noch draußen ist, dass da bei uns die Finanzanwärme ein ordentliches Auge drauf hat, dass das alles mit rechten Dingen zugeht hier.
Martin
00:51:11
Wie schaut es eigentlich aus mit ehrenamtlicher Hilfe? Ich meine, ihr seid jetzt nicht so unmittelbar angebunden an irgendwelche Populationszentren. Es gibt Lebenshilfe, die viel solch eine Hilfe in Anspruch nehmen. Es gibt welche, die das überhaupt nicht mögen, weil man mehr die Leute betreuen muss, als sie einem eigentlich helfen.
Elisabeth
00:51:29
Jetzt sind wir in der Mitte. Wie ist das bei euch? Genau, mittendrin. Also wir haben einfach viel ausprobiert, bis wir jetzt für uns die ideale Lösung gefunden haben. Und es sind Ehrenamtliche, die idealerweise wöchentlich oder zumindest in zweiwöchentlichen Rhythmus kommen, so drei Stunden Minimum. Weil dann kann man wirklich was machen. Die sind dann eingebunden, die kennen sie aus. Was uns zum Beispiel nichts bringt, ist, wenn jemand so eine Woche oder zwei Wochen durchgehend da bleiben will. Erstens haben wir keine gescheiten Wohnmöglichkeiten da. Und wir haben keine Projektarbeiten, das sind lauter so Routinearbeiten bei uns oder hauptsächlich. Und das funktioniert super. Also wir haben momentan drei bis vier Ehrenamtliche, die bei uns mithelfen und die kommen eben einmal in der Woche. Also da haben wir so einen Kalender, wo sie die eintragen und da schauen wir, was sie besonders gern machen. Und die erledigen dann so Routinearbeiten.
Martin
00:52:22
Geht sich mit so einer Hilfe dann für euch irgendwann ein Urlaub aus auch oder gibt es sowas?
Elisabeth
00:52:26
Wir arbeiten dran. Das ist eher die Emily. Also seit die Emily da ist, haben wir jetzt schon mehrmals, dreimal drei Übernachtungen außerhalb geschafft. Da wohnt sie dann da. Also es muss einfach unbedingt jemand wohnen und da ist sie dann mit ihrem Freund da und übernimmt den kompletten Hof. Das ist schon fein. Und da braucht es aber auch eine Zeit, bis man alles kennt, die ganzen Abläufe. Zumindest glauben wir das. Es gibt andere, die es anders haben, die mehr Vertrauen haben, Aber wir haben es gern, jemand der so eingebunden ist, der alle Tiere gut kennt. Dann passt es.
Martin
00:53:06
Was ich noch nicht da angesprochen habe, sind Teiche. Es sind ja zwei Teiche da. Wie sind die entstanden? Sind die künstlich oder waren die natürlicherweise hier? Und was haben die für eine Rolle im Rahmen des Hofs?
Andi
00:53:22
Teiche hat der Vorbesitzer schon angelegt. Das sind mit Lehm ausgeschlagene Teiche. Und wir nutzen die für das Wassergefügel in erster Linie.
Elisabeth
00:53:31
Genau, den einen. und der zweite, den haben wir geschaut, dass wir das Wasser geflügelt draußen haben. Gelingt uns mehr oder weniger gut, weil es ist so ein richtiges Biotop, wo wir auch Schlangen drinnen haben und Molche und, Teichrallen.
Andi
00:53:44
Teichrallen, genau.
Elisabeth
00:53:45
Das ist total lässig. Das ist mit ganz viel Schilf und ganz viel, und da schauen wir halt, dass die Gänse und Enten nicht reinkommen, weil die das dann wegrammschen, dass das ganze System kippt dann. Also deswegen haben wir die getrennt. Es gibt zwei Laufenten, die drüber fliegen. Die residieren jetzt am Biotop.
Andi
00:54:02
Damit kann er umgehen.
Martin
00:54:04
Also es gibt tatsächlich auch ein Biotop,
Elisabeth
00:54:06
Wo Amphibien klären und klären können. Genau, genau.
Andi
00:54:10
Das war uns wichtig.
Elisabeth
00:54:11
Genau, deswegen schauen wir, dass wir das getrennt halten. Die Enten und Gänse haben so ein Tümpelchen, was ihnen taugt.
Andi
00:54:19
Jetzt muss man schnell Werbung machen für unseren Respektierweg. Das geht sich noch aus, oder? Weil du angesprochen hast, Bewusstseinsbildung. Und das ist uns eben ein ganz wichtiges Anliegen. und das geht über Facebook und über die sozialen Medien, gelingt das ganz gut. Aber es gehen jetzt sehr viele Menschen da vorbei, die spazieren gehen mit ihren Enkeln und Kindern. Und da war uns ganz wichtig, auch noch etwas zu initiieren. Und das geht am 21. Juni, Sommersonnenwende, also ein kosmischer Wendepunkt. Da eröffnen wir den Respektierweg. Hast du gewusst, dass Tauben auf Röntgenbildern Krebszellen erkennen? Oder Monet und Picasso unterscheiden können. Oder Schweine können pokern und Pferde können lügende Menschen identifizieren. Und das kommunizieren wir den Menschen auf diesem Respektierweg. Das heißt, das ist eine Info- und Erlebnispfad, wo die Menschen anhand von Infotafeln erleben und lesen können, dass sich diese sogenannten Nutztiere von unseren geliebten Haustieren in Wirklichkeit gar nicht unterscheiden, da die Trennlinie zum Menschen eine äußerst feine ist.
Elisabeth
00:55:20
Das Ganze ist barrierefrei, kostenlos, öffentlich zugänglich, entlang von unserem Hof. Und das werden wir am 21. Juni eröffnen.
Andi
00:55:30
Kommt, kommt vorbei.
Martin
00:55:33
In dem Zusammenhang könnt ihr nochmal kurz sagen, wie sind eure Adressen, Webseite, wie kann man in Kontakt treten?
Andi
00:55:40
Www.hof-sonnenweide.at
Elisabeth
00:55:43
Genau, da findet man alle Infos. Wir sind auf Insta und Facebook vertreten und freuen uns über jeglichen Austausch und Kommunikation.
Martin
00:55:52
Das ist übrigens ein zusätzlicher Arbeitsbereich, wenn man sich in Familie betreut.
Elisabeth
00:55:57
Ja, das ist uns aber wichtig, weil das ist einfach unser Sprachrohr nach außen.
Martin
00:56:03
Wie schaut die Zukunft aus? Wie wird es weitergehen? Setzt ihr das rosig oder nicht? Ich meine, wenn man heute mit Menschen spricht, mit den Kriegen da und dort, Klimawandel sind alle so negativ eingestellt, habt ihr eine positive Lebenseinstellung zukunftsfähig.
Andi
00:56:18
Ich glaube, da bin ich bei der Jane Goodall. Die hat mir einmal gefragt, ob es überhaupt noch einen Grund für Hoffnung gibt. Und sie hat gesagt, there is no alternative. Es gibt keine Alternative.
Elisabeth
00:56:27
Was ist die Alternative? Als optimistisch zu bleiben. Klar, hängt es uns auch manchmal aus und haben Weltschmerzen zu. aber was sollen wir denn machen? Wir sind jetzt da und ja.
Andi
00:56:37
There's always a reason for hope.
Elisabeth
00:56:39
Genau.
Martin
00:56:41
Ja, dann vielen Dank für das Gespräch. Sehr spannend. Ich habe es auch total beeindruckend gefunden, mir den Hof gezeigt zu bekommen und die Tiere zu sehen und ihnen zu begegnen. Also vielen Dank.
Andi
00:56:55
Schön, dass du da warst.
Elisabeth
00:56:56
Dankeschön.
Andi
00:56:57
Dankeschön.
Martin
00:56:58
Für die Sendung verantwortlich Martin Balluch.

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