#112 đ»Wiedersehen bei den BĂ€ren mit Sigrid Zederbauer
Wir sind wieder im BĂ€renwald
02.11.2026 63 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge von âLass die Sau rausâ lassen wir ausnahmsweise nicht die Sau, sondern die BĂ€ren raus! Wir sind zum zweiten Mal zu Gast im BĂ€renwald Arbesbach und treffen dort wieder Sigrid Zederbauer. Drei Jahre nach unserem ersten Besuch wollen wir wissen: Was hat sich getan?
Und da gibt es einiges zu erzĂ€hlen! Die groĂe Baustelle ist abgeschlossen, drei neue BĂ€ren haben ein Zuhause gefunden und die Privathaltung von BĂ€ren in Slowenien konnte damit fast beendet werden. Wir erfahren, was es mit den NeuzugĂ€ngen Felix, Mici und Dunbar auf sich hat und warum gerade Dunbars Geschichte besonders berĂŒhrt. Seine Vergangenheit in Aserbaidschan war geprĂ€gt von schwersten Misshandlungen. Heute lernt er langsam, Vertrauen zu fassen und ein Leben ohne Angst kennenzulernen. Dass er inzwischen sogar auf einer grĂŒnen Wiese Gras frisst, ist ein besonders schöner Erfolg.
Wir sprechen ĂŒber die bewegende Geschichte von Brumca, die als eine der ersten BĂ€rinnen den Grundstein fĂŒr die Arbeit von VIER PFOTEN im Bereich der BĂ€renrettung gelegt hat. AuĂerdem geht es um die schwierigen internationalen Rettungsaktionen, bĂŒrokratische HĂŒrden und die Frage, warum es manchmal mehr braucht als eine unterschriebene Petition, um Tierleid tatsĂ€chlich zu beenden.
Ein weiteres Thema liegt Sigrid besonders am Herzen: Wie können wir die Sympathie, die BĂ€ren entgegengebracht wird, nutzen, um auch das Bewusstsein fĂŒr andere Tiere und deren Lebensbedingungen zu schĂ€rfen? Denn Tierschutz sollte nicht am Gehegezaun enden. Auch unser eigenes Konsumverhalten und insbesondere unsere ErnĂ€hrung spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Eine Folge voller beeindruckender Einblicke, bewegender Tiergeschichten, interessanter Fakten und der Erkenntnis, dass VerĂ€nderungen manchmal einen sehr langen Atem brauchen â aber sich HartnĂ€ckigkeit lohnt!
In dieser Folge von âLass die Sau rausâ lassen wir ausnahmsweise nicht die Sau, sondern die BĂ€ren raus! Wir sind zum zweiten Mal zu Gast im BĂ€renwald Arbesbach und treffen dort wieder Sigrid Zederbauer. Drei Jahre nach unserem ersten Besuch wollen wir wissen: Was hat sich getan?
Und da gibt es einiges zu erzĂ€hlen! Die groĂe Baustelle ist abgeschlossen, drei neue BĂ€ren haben ein Zuhause gefunden und die Privathaltung von BĂ€ren in Slowenien konnte damit fast beendet werden. Wir erfahren, was es mit den NeuzugĂ€ngen Felix, Mizi und Dunbar auf sich hat und warum gerade Dunbars Geschichte besonders berĂŒhrt. Seine Vergangenheit in Aserbaidschan war geprĂ€gt von schwersten Misshandlungen. Heute lernt er langsam, Vertrauen zu fassen und ein Leben ohne Angst kennenzulernen. Dass er inzwischen sogar auf einer grĂŒnen Wiese Gras frisst, ist ein besonders schöner Erfolg.
Wir sprechen ĂŒber die bewegende Geschichte von Brumka, die als eine der ersten BĂ€rinnen den Grundstein fĂŒr die Arbeit von VIER PFOTEN im Bereich der BĂ€renrettung gelegt hat. AuĂerdem geht es um die schwierigen internationalen Rettungsaktionen, bĂŒrokratische HĂŒrden und die Frage, warum es manchmal mehr braucht als eine unterschriebene Petition, um Tierleid tatsĂ€chlich zu beenden.
Ein weiteres Thema liegt Sigrid besonders am Herzen: Wie können wir die Sympathie, die BĂ€ren entgegengebracht wird, nutzen, um auch das Bewusstsein fĂŒr andere Tiere und deren Lebensbedingungen zu schĂ€rfen? Denn Tierschutz sollte nicht am Gehegezaun enden. Auch unser eigenes Konsumverhalten und insbesondere unsere ErnĂ€hrung spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Eine Folge voller beeindruckender Einblicke, bewegender Tiergeschichten, interessanter Fakten und der Erkenntnis, dass VerĂ€nderungen manchmal einen sehr langen Atem brauchen â aber sich HartnĂ€ckigkeit lohnt!
BĂ€renwald Arbesbach:
https://www.baerenwald.at/
Playlist:
Sigrid:
Keith Jarrett, The Köln Concert
https://open.spotify.com/intl-de/track/0T4KV1pj8as2xvdHZAP5ae?si=067a40c3c59341c5
Andi:
The Royal Philharmonic Concert Orchestra, Raumschiff Enterprise
https://open.spotify.com/intl-de/track/0azM85ElIQnRMInCVF6kx0?si=4f9651f1673443f7
Credit des Titelsongs:
The Green Orbs - Dancing on Green Grass
Soundeffekte:
Pixabay
Fotocredit Titelfoto: Jan Engelhardt
Transkript
Also man kann sich das immer noch auf YouTube auch anschauen,
man braucht nur googeln, BĂ€r Aserbaidschan oder so, es sind unglaubliche Videos, die man da sieht.
Und auch wir erst haben es uns vor kurzem wieder angeschaut,
diese Videos, weil wir waren so ungeduldig auch schon mit seinem,
die Fortschritte sind so langsam gekommen bei ihm.
Und als wir uns das wieder einmal selber vor Augen gefĂŒhrt haben,
was dieser BĂ€r hinter sich hat, weil man kann sich vorstellen,
der hat nie erfahren, dass ihm der Mensch nichts tut.
Also der ist immer sofort auf Abwehrhaltung, sofort und da hat man auch den
Eindruck, da lÀsst er nichts anbrennen.
Also der hat um sich geschlagen und auch akustisch seine Schmerzen,
das war hörbar, also war das ein Abwehrverhalten, war das ein Schmerzzeichen,
also wir haben noch nie einen BÀren so jammern gehört.
Und jetzt nach knapp ĂŒber einem Jahr merken wir tĂ€glich groĂe Fortschritte und
das ist jetzt unglaublich schön. Also er ist jetzt auf der grĂŒnen Wiese gewesen
und hat Gras gefressen wie eine Kuh.
In diesem Podcast geht es um tierisch interessante Persönlichkeiten,
Aber auch um Menschen, die Schönheit der Natur und ein kleines Paradies namens Hof Sonnenweide.
Wir berichten ĂŒber unsere Erlebnisse am Lebenshof, plaudern ĂŒber Themen,
die uns gerade bewegen und laden spannende Menschen zum GesprÀch.
Herzlich willkommen bei Lass die Sau raus, dem Podcast vom Lebenshof Sonnenweide
mit Elisabeth und Andreas Nussbaumer.
Wir lassen heute wieder die Sau raus und euch bei der Hoftier rein,
wobei es stimmt nicht so ganz. Wir lassen nÀmlich heute zum zweiten Mal in der
Ăra vom Podcast Lass die Sau raus die BĂ€ren raus.
Wir freuen uns sehr, dass wir heute zu Gast sein dĂŒrfen, zum zweiten Mal im BĂ€renwald Arbesbach.
Und begrĂŒĂen die Sigrid Zederbauer. Servus Sigrid.
Hallo, schön, dass ihr wieder da seid.
Servus Elisabeth, bis dato.
Hallo.
Ja, vielleicht so ein kurzer Zeitsprung. Wir waren ziemlich genau vor drei Jahren schon mal da.
Als wir mit unserem Podcast gestartet haben, war Bernwald Abesbach einer unserer
ersten Wunsch-Interviewpartner. Also Bernwald, du mit dem Bernwald Abesbach,
einer unserer ersten Wunsch-Podcast-Kandidaten.
Zwischendurch, ziemlich genau in der Mitte, war ich mit dem Esel einmal kurz
zu Besuch, wie ich meine Wanderung gemacht habe mit Igor.
Und ja, jetzt sind wir wieder da und warten auf Updates.
Also wer vorher noch die erste Folge hören möchte, es ist die Folge Nummer 12
mit der Sigrid Sederbauer, lass die Birn, los oder raus.
Macht Sinn, sie vorher noch einmal zu hören. Wir werden uns nicht mehr mehr
mit den grundlegenden Sachen beschÀftigen, was Arbeitsbach ist und macht,
sondern auch mit den Updates, was hat sich getan.
Also wie sagt man, Spoiler Alert, sehr, sehr, sehr viele super spannende,
interessante Zahlen, Daten, Fakten zum Thema BĂ€ren.
Du musst es wirklich unbedingt hören. Da sind echt einige Dinge dabei,
obwohl wir uns intensiv vorbereitet haben und sehr tief recherchiert haben,
aber die sichert uns damals sehr viele spannende Dinge erzÀhlt
Ăber das Leben und
Wirken probieren. Achso, es ist ja noch jemand da.
Also, was hat sich getan? Ja, also vor drei Jahren damals habe ich euch,
Glaube ich, berichtet, dass wir gerade erst wenige Tage vorher begonnen haben
mit unserer Baustelle. Und jetzt, drei Jahre spĂ€ter, wo ich euch wieder durchfĂŒhre.
Merke ich, ja, es ist eh viel weitergegangen.
Und das ist auch fĂŒr mich eine schöne Gelegenheit, das dann selbst auch wieder anzuerkennen.
Weil gefĂŒhlt ist noch immer nicht alles ganz fertig und man denkt sich,
warum so eine Baustelle so ewig lang dauern kann.
Und dass da irgendwie auch jetzt quasi manches ist schon wieder so gut eingewachsen.
Es kommt einem auch schon wieder so lang her vor. Und es war natĂŒrlich eine
sehr anstrengende Zeit, weil der Betrieb muss weiterlaufen und die BÀren können
weiter versorgt und die kann man halt nicht so einfach von einem Gehege ins nÀchste verfrachten.
Also ja, es war, glaube ich, fĂŒr alle Beteiligten relativ anstrengend.
Wir sind froh, dass wir jetzt keinen BaustellenlÀrm mehr da haben.
Und wir haben auch drei neue BĂ€ren ĂŒbernommen. Das ist zum GlĂŒck auch gelungen.
Wir konnten damit die Privathaltung von BĂ€ren in Slowenien fast beenden.
Es gibt noch einen HĂ€rtefall, den Tim.
Da kann man auch immer noch die aktuelle Kampagne unterschreiben.
Leider scheint der Besitzer seit kurzem die BetriebsstÀttengenehmigung und Zubewilligung
bekommen zu haben. Also der Tim lebt jetzt dort nicht mehr illegal.
Aber wir hoffen trotzdem, dass da auch noch ein Umdenken stattfinden kann.
Wir haben fĂŒr ihn ein Gehege reserviert und halten das auch noch fĂŒr ihn vor.
Und selbst wenn es spÀter mal gelingt und da schon ein anderer Bier eingezogen
sein wird, werden wir fĂŒr den Team sicher immer Platz haben.
Ja, und unser BÀrenbestand hat sich ein bisschen verÀndert. Unsere Grand Dame,
die Brumka, lebt nicht mehr. Die hat ein sehr langes und eigentlich ein gutes
Leben bis kurz vor dem Tod gefĂŒhrt.
Die war aus einem Privathaushalt in der NĂ€he von Baden,
Oder? Genau, die war wirklich ein privates Haustier, wie man es sich nicht vorstellen
hat können, dass sowas in Ăsterreich erlaubt ist.
Und man kann, glaube ich, auch sagen, mit dem Tod von der Brumka ist auch irgendwie
fast eine Ăra zu Ende gegangen, weil die Brumka war ein bisschen auch so eine
GrĂŒnderbĂ€rin fĂŒr vier Pfoten. Also es gab konkret drei BĂ€ren in Ăsterreich,
die relativ bekannt waren.
Wo viele Behörden auch, Privatpersonen gesagt haben, das gibt es nicht,
da muss uns was gelingen.
Quasi euch, ihr vier Pfoten, könnt ihr da nicht was machen.
Und das war dann halt diese drei BĂ€ren konkret, da hat vier Pfoten auch gesagt,
da können wir nicht mehr lÀnger wegschauen.
Und zum GlĂŒck war man da mal zu mutig und hat gesagt, okay, dann bauen halt jetzt wir was.
Weil davor war vier Pfoten halt eine Tierschutzorganisation,
die Kampagnen und Projekte vorangetrieben hat. Aber das soll jetzt auch nicht
abwertend sein. Wir waren eine BĂŒroorganisation. Das heiĂt, wir hatten einen
BĂŒrostandort und ein paar Mitarbeitende.
Und das Risiko war damals vielleicht ein bisschen ĂŒberschaubarer,
weil man hat halt nicht eine Verpflichtung auf Jahrzehnte eingegangen mit einem
neuen Standort, mit einer Sieben-Tage-Versorgung und bei Sommersturm und allen Erschwernissen.
Also Tierhalter zu sein,
Brauche ich euch am allerwenigsten erzÀhlen, hat eine eigene Dimension der Verantwortung.
Und ja, wie wÀre das, ich frage mich oft, wie wÀre das gewesen,
hÀtte es Brunker, Vinzenz und Lise nicht gegeben?
Und das fĂŒr Putten damals Ja gesagt hat, hat dazu beigetragen,
dass wir jetzt neun Schutzzentren weltweit betreiben und auch nicht nur BĂ€ren,
sondern auch GroĂkatzen und natĂŒrlich auch in anderen Projekten wie Hilfe fĂŒr
Streunertiere und so weiter engagiert sind.
Also ja, fĂŒr Puten ist damit jetzt auch Tierhalter und hat die volleres,
also Full Fletch of Responsibility, 24 Stunden Erreichbarkeit und all diese,
HÀrten und Schönheiten der Tierhaltung mit der Brumka mitgeerbt.
Das wusste ich auch nicht. Das ist ein ganz neuer Aspekt des Ganzen,
dass das so begonnen hat. Das heiĂt, du bist wirklich auch von Anfang an dabei gewesen,
Oder? Nicht ganz, nein.
Ich bin zwei Jahre spÀter eingestiegen.
Ja, ja.
Und jetzt kann man sagen, die Brumka gibt es nicht mehr und man hÀtte ja auch
sagen können, gut ĂŒber zwei Jahrzehnte hat man hier kampanisiert und manchmal
ist man ja ein bisschen so auch frustriert in seinem Arbeitsalltag und denkt
sich, es geht nichts weiter.
Aber dann merken wir schon, in Ăsterreich haben wir keinen Auftrag mehr.
Also da gibt es ZirkusbÀrenhaltung. Ich glaube, wenn das je wieder,
wer sich ĂŒberlegen wĂŒrde, machen wir halt wieder, machen wir eine Ausnahme oder
so. Ich glaube, dass es wirklich, diese Themen sind gegessen.
Ich glaube, das wÀre nicht mehr so einfach.
In Deutschland ist ZirkusbÀrenhaltung noch erlaubt. Wirklich?
Auch am Auslaufen.
Gibt es ZirkusbÀren in Deutschland?
ZirkusbĂ€ren meines Wissens nicht, aber es gibt GroĂkatzen in einem Zirkus,
der noch aktiv ist. Der darf nicht mehr in allen Kommunen auftreten.
Zirkuskrone? Genau, da verhindern eher dann die Kommunen, dass die dort noch
PlÀtze verpachtet bekommen.
Aber in Hamburg zum Beispiel gab es vor kurzem wieder einen Auftritt.
Also ja, es ist viel weiter gegangen, das kann man schon sagen und es ist aber
nicht weit ĂŒber unsere Landesgrenzen hinaus immer noch auch viel zu tun.
Also dass unsere Gehege mal leer stehen, das wird noch immer lÀnger nicht der Fall sein.
Wir merken aber auch, dass manche Haltungen, also da beiĂt man sich die ZĂ€hne aus bis dort.
Und es ist dann halt auch mit den grenzĂŒberschreitenden Transporten oft schwieriger.
Die LĂ€nderbestimmungen sind sehr unterschiedlich. Manchmal liegt es auch an
den handelnden Akteurinnen und Akteur, ob die sagen, ich bewillige das jetzt,
ich riskiere das jetzt, ich traue mir zu, dass der GrenzĂŒbertritt.
Dass diese Form der Impfung und dieser Nachweis eines Tolbutiters zum Beispiel,
dass das sicher genug ist.
Und ja, wir haben jetzt BĂ€ren auch aus dem EU-Ausland ĂŒbernommen und da ist
es umso schwieriger, da vergeht oft viel Zeit.
Also da brauchen wir fast einen noch lÀngeren Atem.
Könnte man vorstellen, dass es gerade mit dem benachbarten Ausland auch so ist,
dass man dann sagt, was geht das die Ăsterreicher an?
Oder ist das eher weniger Thema?
Das ist eigentlich, das ist eine ganz interessante Frage.
Nein, ich habe den Eindruck, da ist unsere Community immer, die stehen da immer
hinter uns, egal woher die BÀren kommen, die gehören dort raus aus diesen KÀfigen.
Und umso besser, wenn man eine nachhaltige, langfristige Lösung finden kann.
Also unsere Kraft reicht halt manchmal ins Ausland nicht so schnell,
um zu sagen, wir bringen dort eine Gesetzgebung auf den Weg,
damit keine weitere Generation an BĂ€ren in diesen KĂ€figen landen muss.
Da haben wir uns in Ăsterreich sicher leichter getan.
Oder auch in Deutschland oder anderen LĂ€ndern, wo wir operieren.
In Aserbaidschan, natĂŒrlich bis wir dort verlĂ€ssliche Netzwerkpartner und so
gefunden haben, bis wir das System dort durchschauen, das dauert viel lÀnger
und ist ein viel gröĂerer Aufwand.
Aber jetzt zum Beispiel, wenn wir nach Krummer schauen, haben wir kurz vorher
gesprochen, da gibt es ja nach wie vor BĂ€ren im Burggraben.
Also ich war vorgesehen im Sommer dort, war komplett geflasht.
Also ich habe runtergeschaut im Burggraben und habe mir gedacht,
da hĂ€tte man frĂŒher sicher BĂ€ren gehalten und sicher da auf einmal spaziert da was bei mir vorbei.
Wird es doch auch Sinn machen, wenn die Ăffentlichkeit mehr Druck macht?
Unbedingt. Also wir haben uns vorher gerade ĂŒber Krummer kurz unterhalten.
Und ich bin da jetzt fast schon zu sagen, diese bösen Halter,
die das verantworten, das finde ich jetzt fast schon...
Eine zu wenig Anforderung, aber ich bin eher enttÀuscht von der Bevölkerung,
von den GĂ€sten, das internationales Publikum zuhauf, es ist Weltkulturerbe dort und dass,
die Menschen, die das sehen, nicht viel lauter und viel unangenehmer werden.
Also die wĂŒrden vielleicht, wenn man dort eine Petition zum Unterschreiben zur
VerfĂŒgung stellt und ja, das ist passiert mit Hummer, dann geben sie dir da deine Stimme.
Aber dass die per Mail, per Anruf bei den Behörden dort unangenehm werden,
das ist vielen Menschen zu aufwendig. Also da verraucht ihre Empörung ĂŒber diesen
tierischen Missstand auf der Heimfahrt schon so sehr.
Also wenn wir da unsere GĂ€ste bitten, bitte werdet dort aktiv und schlagt dort auf und werdet laut.
Da ist ein geringer Bruchteil von Menschen, die sich das eigentlich antun.
Und in meiner Anfangszeit, vor so 26 Jahren, da weiĂ ich, dass unser Telefon
oft gelÀutert hat wegen der Krummaubeer.
Und das wird immer weniger.
Ja, wir mĂŒssen uns selber bei der Nase nehmen. Auf die Idee wĂ€re ich angekommen.
Ich habe mir gedacht, ich rufe vielleicht bei euch an, dann habe ich mir gedacht,
ihr wisst es eh sicher, ihr seid eh dran.
Aber dass ihr jetzt auf die Idee kommt, direkt an die Gemeinde oder an die Kommune
zu schreiben, bin ich ehrlich gesagt angekommen. Also ich werde das nachholen.
Und mit mir bitte. Hoffentlich auch viele andere.
Aber Elisabeth, zu deiner Ehrenrettung muss ich sagen, man hat manchmal den
Eindruck, man erreicht solche Kommunen oder solche zustÀndige Stellen auch schon sehr schwer.
Die haben zwar manchmal wunderschöne Websites, aber du findest keine E-Mail-Adressen,
keine Telefonnummern mehr. Du weiĂt auch nicht, an welche Postadresse du was hinschicken kannst.
Und wenn du dir die MĂŒhe machst, was hinzuschicken, weiĂt du nicht,
kommt es auch wirklich an, Antwort bekommst du sowieso nicht.
Also ich habe auch den Eindruck, wir Menschen haben auch viel besser gelernt,
Kritik schon im Vorfeld abzufedern, die gar nicht mehr an die zustÀndigen Stellen
heranzulassen. Also das Beschweren wird vielleicht schwerer,
trotz all unserer neuen Medien.
Schauen wir mal, ich bin hartnÀckig, wenn ich mal dran bin.
Ja, du hast jetzt gesagt, drei neue BÀren. Kannst du uns vielleicht etwas erzÀhlen?
Aserbaidschan hast du jetzt eh schon erwÀhnt. Wer sind die anderen beiden, die gekommen sind?
Ja, wir haben den Felix auch ganz kurz gesehen. Der macht uns eine irrsinnige
Freude, weil er so ein schönes Beispiel dafĂŒr ist, dass immer doch noch was geht.
Also der war auch schon im sehr hohen Alter, 33 Jahre in einem RestaurantkÀfig in Slowenien.
Das ist dann natĂŒrlich ein Tier, da weiĂ man, der hat Probleme mit den Gelenken,
der wurde fehlernÀhrt, die ZÀhne sind in einem schlechten Zustand.
Und dann weiĂ man, so ein Tier muss man jetzt narkotisieren und ihm diese stressige
Ăberfahrt da zu uns antun und dann hat er den Stress des Neu-sich-Eingewöhnens.
Und natĂŒrlich fragt man sich, geht sich das noch aus im Sinn von,
zahlen dann viele schöne Monate noch das zurĂŒck, was er jetzt auch an zunĂ€chst
Beschwerden auf sich nehmen muss, um nachher davon zu profitieren.
Und das weiĂ man natĂŒrlich nie vorher. Und er musste dann auch bei uns mehrfach
untersucht werden. Es wurden die ZĂ€hne noch einmal operiert, noch einmal saniert.
Und er hat das erstaunlich gut weggesteckt. Und jetzt spaziert er da im Gehege
herum, als wĂ€re es nie anders gewesen. Er ist schon natĂŒrlich im Alt-BĂ€ren-Style
unterwegs, langsam, bedÀchtig, nur einen kleinen Radius.
Aber er nimmt Möglichkeiten der BeschÀftigung an. Er geht baden,
er fetzt sich manchmal so ein Spielzeug aus FeuerwehrschlÀuchen um die Ohren.
Also da kommt noch einmal so eine jugendliche Energie zurĂŒck.
Und dann denkt man sich, das ist super, weil das war es natĂŒrlich allemal wert.
Aber es hĂ€tte auch sein können, dass der die Fahrt zu uns gar nicht ĂŒberlebt.
Und dieses Risiko, das kann man nie ganz ausschlieĂen.
Also Felix ist irgendwie so gesehen eine super Geschichte. Und auch unsere GĂ€ste
berichten oft, dass sie den Felix gerade gesehen haben. Das heiĂt,
die BĂ€ren, die bei uns leben und deutlich jĂŒnger sind, die schlafen und verstecken
sich. Und der Felix ist da jetzt gerade unsere Rampensau sozusagen.
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Oder du lĂ€sst ne Spende da, das wĂ€re wirklich wunderbar Lebenslanges GlĂŒck,
das wĂŒnschen wir Es kommt zu dir,
wir wĂŒnschen's dir Es kommt zu dir, wir wĂŒnschen's dir,
Dann kamen wir noch die Mizi, die ist zum GlĂŒck auch wirklich super drauf.
Die hat sich vor allem so schnell umgestellt. Ja, sie hat stark stereotypiert,
macht sie vor allem immer noch.
Was heiĂt das?
So ein Drang-Wander-Verhalten. Das ist eine Verhaltensweise,
die zeigt, dass die Tiere nie Möglichkeiten gehabt haben, ihr natĂŒrliches Repertrat
zu entfalten und in einen KĂ€fig eingesperrt sind.
Und die gehen dann halt hin und her oder Elefantenpferde wĂŒrden weben mit dem Kopf hin und her.
Und all unsere Tiere zeigen so eine Art von Verhalten, mehr oder weniger ausgeprÀgt
und auch mehr oder weniger lang. Also es dauert oft viele, viele Jahre,
bis man sowas mitunter gar nicht mehr sieht.
Wir hatten aber auch oder haben im Moment auch gerade einen BĂ€ren,
die zeigen so etwas ĂŒberhaupt nicht. Da wĂŒrde man im ersten Moment denken,
wow, wie super, haben sich ganz schnell eingelebt.
Aber es kann auch sein, dass die Tiere fast dieses Drangwandern auch noch nicht
schaffen, weil das ist fast ein Zu-viel an sich, sein Umfeld jetzt zu seinem
eigenen zu machen, sondern die gehen dann eher in so.
Eine Situation des Einfrierens, des Ăberfordertseins, das sich total aus der
Umwelt entziehen und verstecken sich in einer Ecke und sind inaktiv.
Das heiĂt, das schaut jetzt vielleicht fĂŒr uns Menschen irgendwie besser aus,
weil dieses komische nervöse Hin- und Hergehen, das eindeutiger Stresssignal ist, sieht man nicht.
Aber ein Tier, das das nicht macht, muss deswegen jetzt nicht vielleicht weniger
Konflikte oder weniger Probleme in der Anpassung haben.
Ja, also die Mizi, ja, hat viel stereotypiert, aber sie hat auch schnurstracks
alles erkundet mit einer Nonchalance, wie sie sagt, mir kann da nichts passieren,
ich schaue mir alles an, das gehört alles mir.
Und hat auch sehr viel sehr schnell angenommen, BeschĂ€ftigungsobjekte, Teich und TĂŒren.
Die könnten wir jetzt vielleicht in der nÀchsten Zeit auch in einen weiteren Gehegeteil entlassen.
Diesen Gehegeteil haben wir vorerst noch reserviert fĂŒr den Tim und haben gesagt,
solange wir das wissen, ob wir den nicht eh bald ĂŒbernehmen können,
macht es keinen Sinn, wenn wir der Mitzi jetzt etwas kennenlernen lassen,
was wir nachher wieder entziehen mĂŒssen.
Aber ich kann mich nicht erinnern, dass wir je einen BĂ€ren ĂŒbernommen haben,
der so schnell quasi so I'm ready to go gibt, gibt es da nicht noch mehr.
Und die Mitzi ist so gesehen beeindruckend. Eine zarte, kleine BĂ€rin,
auch eine slowenische, wir nennen das Restaurant BĂ€ren.
Das wollte ich fragen, was ist das? Wie viele nehmen das BĂ€ren?
Also Vierpotten hat halt diverse Begriffe fĂŒr diverse MissstĂ€nde der BĂ€renhaltung
und da hat man ja den Eindruck, da gibt es irgendwie nichts, was es nicht gÀbe.
Es gibt in manchen LĂ€ndern die Tradition, dass sich Restaurants,
Freizeiteinrichtungen halt zusÀtzlich attraktivieren, indem sie halt so eine
kleine Menagerie anbieten fĂŒr ihre GĂ€ste.
Da kann man mitunter sogar auch selber fĂŒttern oder ja, man verbringt dort seine
Freizeit und macht Fotos, Selfies mit diesen Tieren.
Und das ist in manchen BalkanlÀndern der Fall gewesen.
Im Kosovo hat fĂŒr Pfoten viele BĂ€ren aus genau diesen Haltungen rausgeholt.
Die sind jetzt in dem BÀrenwald nÀher Pristina.
Und in Slowenien eben die Mizi und den Felix und auch der Team ist so ein Fall.
Es gab noch einen BĂ€ren, der ist aber vor kurzem verstorben.
Also fĂŒr den konnten wir auch nicht mehr aktiv werden.
Aber sollte uns jetzt auch noch die Rettung vom Tim gelingen,
dann kann man auch wirklich sagen, es gibt diese Form der BĂ€renhaltungen nicht mehr in Slowenien.
Und sobald es das einmal nicht mehr gibt, ist es auch sehr unwahrscheinlich,
dass so etwas je wieder aufflammt.
Und dann haben wir noch den BĂ€ren aus Aserbaidschan, dessen Namen war.
Der Dunbar. Der Dunbar, genau.
Der Dunbar ist natĂŒrlich ein ganz fĂŒr unseren Sprachgebrauch ungewöhnlicher
Name, der Dunni, bei uns heiĂt er auch der Dunni.
Und das ist ein Sonderfall an BĂ€ren, wie wir es auch noch nie hatten.
Also fĂŒr Pfoten hat in den vietnamesischen BĂ€renschutzzentren stark misshandelte BĂ€ren.
Die wurden ja alle genutzt, um Gallensaft zu gewinnen.
Die sind in wirklich KĂ€figen, die kaum gröĂer als sie selber waren,
gehalten worden und hatten so einen Katheter in ihrer Gallen.
Also extrem schmerzhafte Prozedur und ganz furchtbar, da hat man die Tiere oft
im Jungtier- oder Babystadium eingesperrt und die sind dann manchmal fast ĂŒber
ihre KĂ€fige hinausgewachsen.
Oder wenn vier Pfoten da Rettungen gemacht hat, da musste man erst einmal den
Keller aufschremmen, damit man so ein groĂes Tier durch diese kleine Kellerlucke wieder durchbekommt.
Also ja, Misshandlungen, was da passiert ist, unglaublich unvorstellbar.
Aber bei BraunbÀren auch, TanzbÀrenhaltung mit Nasenring, ZirkusbÀrenhaltung
mit auf brennenden, auf glĂŒhenden Platten, das Tanzen lernen und so weiter,
das alles fĂŒrchterlich.
Aber was wir da jetzt beim Dumba erleben, diese Form vom Trauma und das ĂŒber
Jahre lang, also ich glaube, man kann sagen, das ist der am schwersten misshandelte
BraunbĂ€r, der auf ihr Pfoten je ĂŒbernommen hat und das sind ja immerhin ĂŒber 200.
Er hat eine Behinderung, es wurde eben bei uns noch in Aserbaidschan ein Auge
von vier Pfotentierzten entfernt.
Das war einfach in Augenhochdruck sehr schmerzhaft, also da muss man dann nur
mehr Schmerzen lindern und es gibt auch keine andere Lösung als das Auge zu
entfernen, damit der Schmerz einmal aufhört.
Und das zweite Auge ist stark trĂŒb, er zeigt auch sehr vorsichtiges Verhalten,
also ob das noch etwas sieht oder nur mehr Umrisse, da haben wir selber auch noch kein klares Bild.
Er ist jedenfalls allein durch sein Sehvermögen enorm eingeschrÀnkt. Und...
Er scheint ein PrivatbÀr gewesen zu sein, also er wurde wahrscheinlich gehalten,
wahrscheinlich an einer Kette.
Aserbaidschan hat aber dann diese Form der Privathaltung verboten.
Das hat dazu gefĂŒhrt, dass manche Halter ihre BĂ€ren abgegeben haben in ein Schutzzentrum.
Das war ein ehemaliges Hundeheim, also eine Zwingeranlage fĂŒr Hunde.
Und da hat man dann ein paar BÀren hineingestopft unter unmöglichen UmstÀnden.
Die haben sich gegenseitig verletzt, miteinander fortgepflanzt.
Also ja, Zwinger mit halt 10 mal 10 Quadratmeter und da acht BĂ€ren reingestopft.
Den Dunder hat der Halter wahrscheinlich, so ist unsere Vermutung,
dort nicht hingebracht, sondern hat ihn einfach ausgelassen.
Und dann endet ein BĂ€r in einer Kleinstadt, der da herummarschiert,
eindeutig nichts oder schlecht sieht und ĂŒber Autos drĂŒber geht,
ĂŒber ZĂ€une drĂŒber steckt, unglaublich verĂ€ngstigt.
Und Leute drÀngen ihn halt immer weiter mit Stecken. Man hat halt Angst vor
ihm. Gleichzeitig ist man fasziniert von ihm.
Man kann sich das immer noch auf YouTube auch anschauen. Man braucht nur googeln,
BĂ€r Aserbaidschan oder so. Das sind unglaubliche Videos, die man da sieht.
Und auch wir erst haben es uns vor kurzem wieder angeschaut,
diese Videos, weil wir waren so ungeduldig auch schon mit seinem,
die Fortschritte sind so langsam gekommen bei ihm.
Und als wir uns das wieder mal selber vor Augen gefĂŒhrt haben,
was dieser BĂ€r hinter sich hat, weil man kann sich vorstellen,
der hat nie erfahren, dass ihm der Mensch nichts tut.
Also der ist immer sofort auf Abwehrhaltung, sofort und da hat man auch den
Eindruck, der lÀsst er nichts anbrennen.
Also der hat um sich geschlagen und auch akustisch seine Schmerzen,
das war hörbar, also war das ein Abwehrverhalten, war das ein Schmerzzeichen,
also wir haben noch nie einen BÀren so jammern gehört und das dort in Aserbaidschan
eigentlich drei Jahre lang.
Und eine Kollegin von Fiepoten, die Magda, die dort war, hat sich geschworen,
diesen BÀren hole ich hier raus, weil zunÀchst war Fiepoten nur eingeladen,
um die BĂ€ren einmal zu kastrieren.
Man hat gesagt, man muss jetzt einmal verhindern, dass weitere Tiere dort entstehen,
geboren werden und man hat ein paar andere veterinÀrmedizinisch behandelt,
aber weiter hatten wir dort keinen Auftrag.
Sie waren in einem staatlichen Schutzzentrum, das war legal,
Aber dankenswerterweise haben sich dann innerhalb von FĂŒhrpfoten einige Leute
gefunden, die fĂŒr den Dumba so FĂŒrsprecherinnen wurden, dass FĂŒhrpfoten gesagt
hat, ja, dann holen wir diesen einen BĂ€ren raus.
Und auch wenn jetzt dort noch weitere BĂ€ren leben, die sind mittlerweile in
den Zoo Baku ĂŒberbracht worden, fĂŒr die wird jetzt auch wirklich eine bessere Anlage gebaut.
Aber FĂŒhrpfoten hat halt normalerweise schon gern, wenn wir sagen,
wir können fĂŒr alle Tiere dort eine Lösung bieten.
Und jetzt haben wir halt einen rausgeholt, aber die mediale Begleitung,
dieses Aufmerksam machen auf dieses Schicksal hilft auch schon etwas.
Also nach einem langen Papierkrieg, Einreisepapiere und so weiter,
alles schwierig und einer anstrengenden Reise ist er bei uns und war jetzt ĂŒber
ein Jahr lang nur vorsichtig und hat uns halt zu verstehen gegeben,
er will eigentlich nur seine Ruhe und er traut uns nicht.
Und jetzt nach knapp ĂŒber einem Jahr merken wir tĂ€glich groĂe Fortschritte und
das ist jetzt unglaublich schön.
Also er ist jetzt auf der grĂŒnen Wiese gewesen und hat Gras gefressen wie eine
Kuh und wir wissen es nicht, vielleicht hatte er sowas frĂŒher sogar,
aber er hatte es jetzt sicher viele Jahre nicht.
Und jetzt hat er auch eine AuĂenhöhle bezogen, die ja wirklich mit auch so von
seinem Körperverhalten hat man den Eindruck, das ist jetzt my home,
my castle. Also er nimmt sein Leben jetzt in die Pranken.
Davor war er ja irgendwie so in einem AbhÀngigkeitsmodus. Er hat gewusst,
irgendwann kommt irgendwer und dann gibt es eh ein gutes Futter und es gibt eh keine Misshandlung.
Aber er war trotzdem sehr passiv, abwartend, negativ, Àngstlich.
Und jetzt wird er von Tag zu Tag couragierter und er macht halt jetzt seit ĂŒber
einem Jahr die Erfahrung, es passiert dir nichts. Wir machen dir Angebote,
wenn du sie annimmst, passiert dir nichts.
Wir konnten nicht verhindern, dass wir ihn mit unserem Elektrostromzaun Kontakt haben lassen mĂŒssen.
Wir können nicht den Stromzaun einfach ausschalten und ihm quasi erklÀren,
kletter bitte nicht darĂŒber. Also das ist eine behördliche Auflage.
Und auch das hat er aber jetzt ganz gut gemeistert. Er hat jetzt gelernt,
was ist ein adÀquates Verhalten auf eine unangenehme Situation.
Ich weiĂ, wo ich dann wieder zurĂŒckgehe. Ich weiĂ, dort passiert mir nichts.
Und so tastet er sich jetzt vor. Er dĂŒrfte jetzt auch wirklich den Stromzaun
erkennen und ist in dem kleinen Bereich, in dem er im Moment lebt, sehr sicher.
Und das ist eigentlich wirklich so banal das Ausschau. Das liegt einer unserer
BÀren in einer Höhle und wirkt zufrieden auf seinem Strohbett.
Das ist etwas, das kennen wir jetzt seit Jahrzehnten, aber beim Dumba hat das
halt noch einen ganz anderen Stellenwert.
Und da drauĂen sitzt gerade eine KrĂ€he. Entschuldigung. Kann man dann rausschneiden?
Wir haben sehr viele KrĂ€hen, weil die wissen, dass wir NĂŒsse fĂŒttern und dass
es da auch den Luxus gibt von Nussknackern, die Beeren.
Das heiĂt, die werden auch ganz schön frech und sitzen neben den Beeren so quasi,
beibeiĂendlich auf und dann stehlen sich die da natĂŒrlich was.
Und sie fressen mit bei allem an Futter, was es bei unseren Beeren gibt.
So Ă€hnlich wie im Kammerland-Tierpark in GrĂŒnau, wo die Raben bei den Wölfen mitfressen.
Ja, ich fÀnde das immer so interessant, weil man kann ja die KrÀhen individuell nicht unterscheiden.
Aber ob vielleicht die BÀren und die KrÀhen sich erkennen, ob es da halt auch.
Also so ein BÀr kennt, okay, das ist genau wie der KrÀhe, die kommt eh immer
in der FrĂŒh und ist lĂ€stig oder die ist nicht lĂ€stig.
Also diese, wie interagieren die miteinander, das mĂŒssten wir halt einmal.
Ich glaube, beim letzten Mal, bin mir sicher, es ist nicht im Podcast drinnen,
aber beim Rundgang, den wir gemacht haben, hast du uns erzÀhlt,
dass natĂŒrlich auch Wildtiere in die Gehege zu euren BĂ€ren reingehen
und dort versuchen mitzufressen und teilweise eben die BĂ€ren das dann aber schon
kennen, das jeweilige Tier und demnÀchst tun.
Ja, also wir hatten auch einen Kater, der da ist ganz couragiert auch reinmarschiert.
Die GĂ€ste waren dann immer ganz, das ist eine Katze im Gehege.
Haben halt erwartet, wir werden jetzt sofort handeln.
Aber der hat das gut im Griff gehabt. Der hat genau gewusst,
wie viel Distanz er halten muss und ja, wir haben auch so Wildkameras hÀngen
und dann sieht man halt manchmal, wie in der Nacht der Fuchs daherkommt und,
Und das merke ich immer, uns Menschen gefÀllt das so gut mit,
ah, die teilen sich das oder ah, die mögen sich.
Ich weiĂ jetzt nicht, ob das Sympathie ist oder ob es nur ein Sich-Akzeptieren ist.
Aber ja, wir finden das schön, dass wir nicht so ein hermetisch abgeschottetes,
Areal sind, dass die Natur, die hier lebt, auskÀrmert. Und wahrscheinlich helfen
wir ein paar Wildtieren hier auch manchmal ĂŒber hĂ€rter Zeiten. Das ist eh super so.
Und im Gegenteil, also es fÀllt einem relativ leicht, wenn man da so rumstreicht,
die ZĂ€une wegzudenken, weil eben sehr viele Pflanzen da sind, die BĂ€ume sowieso.
Also ich finde, dass das sich recht gut die Waage hĂ€lt fĂŒr den Sicherheitsaufwand,
den man ja in Wirklichkeit betreiben muss. Also wir mĂŒssen jetzt thematisiert
werden, sind keine Meerschweinchen, die brauchen schon ordentliche Sicherheitsvorkehrungen,
aber ich finde, es ist trotzdem vergleichsweise wichtig.
Absolut, vor allem, das wollte ich noch thematisieren, ich war ja da,
gerade wÀhrend dieser Umbauphase, wo es eine Vollbaustelle war
und man sieht jetzt zwei Jahre spÀter eigentlich nichts mehr,
es schaut aus, man kann den neuen
vom alten Bereich optisch kaum unterscheiden, wenn man es nicht weiĂ.
Also wie du gesagt hast, die Natur hat sich das nicht mehr zurĂŒckgeholt.
Ja, also unser Herz hat da auch ein bisschen geblutet, so sehr man sich freut,
man wird ein Meer ein Gehegen haben und kann mehr BĂ€ren retten,
aber wenn dann wirklich die Bagger kommen und da den Humus wegschieben und da
so viel an Naturzerstörung auch passiert,
dann merkt man schon, da ist man jetzt irgendwie in einer schwierigen Situation,
findet man das super oder nicht.
Und es war unglaublich, wie schnell sich die Natur dann eh wieder vieles zurĂŒckholt.
Und ich habe dankenswerterweise auch eine Kollegin im Team, die Gerlinde,
die hat nicht nur ein HĂ€ndchen fĂŒr Tiere, sondern auch fĂŒr Pflanzen.
Und die hat bewusst halt gezielt auch wieder Wildpflanzen an den StÀllen angesetzt
und gepflegt in dem trockenen Sommerheuer. War das ja auch ganz schön aufwendig.
Und jetzt schaut es irgendwie wieder wie eins aus fast.
Absolut. Ja, und was hat sich jetzt durch den Umbau verÀndert?
Also was wurde umgebaut? Was habt ihr ĂŒbergemacht?
Ja, also wir haben ein Mehr an GehegeflÀche, wir haben uns da nahezu verdoppelt,
aber wir haben in diesem Zug auch die alten Gehege auf einen moderneren Stand
gebracht, also ein bisschen was an SanierungsmaĂnahmen gemacht, aber auch,
in jedem Gehege jetzt ein Vorgehege,
neu integriert.
Das erlaubt uns neu ankommende BĂ€ren hier sanfter,
sich eingewöhnen zu lassen, da es nĂ€mlich diese berĂŒhmten elektrischen ZĂ€une
in diesem Vorgehege nicht nötig sind, weil da haben die Vorgehege auch ein Gitterdach,
also da kann der BĂ€r nicht ĂŒberklettern.
Der kommt sozusagen in der Transportbox zu uns, ist enorm gestresst,
lÀuft dann, wenn die Transportbox geöffnet wird, in sein Vorgehege hinaus und
kriegt nicht gleich von allen Seiten einen elektrischen Schlag.
Und alte Tiere können wir dort besser absperren, um sie zu beobachten.
Wenn der Tierarzt kommen muss, können wir dort Tiere absperren.
Also das ist einfach ein besseres BÀrenmanagement, das dadurch nötig möglich
geworden, auch in den alten Gehegen.
Und die neuen Gehege haben jetzt auch ein sogenanntes BĂ€renhaus.
Da haben wir Innenboxen. Also auch das ist, ja, ein BĂ€r leidet jetzt nicht schnell
an KĂ€lte, aber ein sehr altes Tier oder ein frisch operiertes Tier will man nicht in so.
Einer AuĂenhöhle die Rekonvaleszenzzeit verbringen lassen.
Und die können jetzt in den Innenboxen solche Zeiten verbringen.
Und da haben wir auch einen Operationsraum integriert.
Unsere TierÀrzte sind eh cool. WildtierÀrzte sind wahrscheinlich die am wenigsten
verwöhnte Tierarzt-Spezies.
Also die knien im Schlamm und man baut ein Batezelt rund um den betÀubten BÀren
auf und stellt ein paar Strahler auf.
Aber da können wir jetzt schon besser arbeiten und natĂŒrlich auch fĂŒr bessere
Hygiene sorgen, wenn wir Tiere behandeln mĂŒssen.
Ja, und wir haben unsere Ausstellung, die so circa 18 Jahre alt war,
die wirklich sich sehr stark konzentriert hat auf die BĂ€renprojekte von FĂŒr Pfoten.
Da haben wir zwar auch ein bisschen die Streuner Thematik, Streunertiere,
Katzen, Hunde in anderen LĂ€ndern hat FĂŒr Pfoten da groĂe Kastrationsprojekte.
Das haben wir auch schon thematisiert, aber ansonsten waren wir sehr bÀrenlastig
in unserer Vermittlungsarbeit.
Und, und ich glaube, das habe ich bei unserem letzten Treffen auch erwÀhnt,
dass es halt jetzt die Aufgabe sein wird, dass wir die Sympathie,
die den BĂ€ren sofort entgegengebracht wird, auch ein bisschen nutzen und umzulenken,
als unsere GĂ€ste auch mit einem Meer konfrontieren.
Das könnten sie sich nicht auch vorstellen, sich Àhnlich zu empören,
wenn sie ĂŒber KĂ€lbertransporte und anderes erfahren.
Und das machen wir wahrscheinlich doch auf eine relativ sanfte und Ausflugstourismus
vertrÀgliche Art und Weise.
Aber wir thematisieren das Thema ErnÀhrung und hoffen, dass unsere GÀste mitnehmen,
dass es ein leichtes sich aufzuregen ĂŒber einen eingesperrten BĂ€ren in Aserbaidschan,
weil das betrifft uns alle ganz weit weg nicht.
Aber wenn wir da rausgehen und unsere GĂ€ste fahren dann heim und bleiben beim
McDonalds stehen und kaufen sich die Chicken McNuggets und freuen sich,
weil es viel und gĂŒnstig ist, dann haben wir eine Chance verpasst.
Also das Thema ErnÀhrung mit einem ErnÀhrungsquiz, das jetzt bald in Betrieb
gehen wird und wo wir halt auch spielen mit dieser Idee, der BĂ€r ist ja auch groĂ und stark.
Der ist ein Symbol dafĂŒr, groĂ und stark zu sein und sehr gesund und sehr vital,
und isst hauptsÀchlich Pflanzen.
Und dass das auch eine sehr gute Idee fĂŒr uns Menschen wĂ€re.
Wir nehmen da auch den Klimaschutz mit. Also wenn das manche Leute schon nicht
aus TierschutzgrĂŒnden ein Anliegen ist, das ist ja mittlerweile aufgelegt.
Also es sickert jetzt so schnell durch, dass eine pflanzenbasierte ErnÀhrung.
Unser Planet dringend braucht.
Also nicht nur fĂŒr das Klima, nicht nur fĂŒr das Tierwohl und natĂŒrlich fĂŒr unsere
eigene Gesundheit, dass wir österreichische Spitzenreiter im Fleischkonsum sind. Das ist bekannt.
Und ich merke auch, das Thema Fleisch ist bewusst. Und ja, wir haben viele,
die sagen, ich bin eh schon vegetarisch, aber ich steige jetzt nicht mehr von
dem Thema Milch herunter.
Also Milch, ja, die Kuh wird gemolken, da stirbt sie nicht.
Da denkt man, die stirbt ja nicht, wenn es gemolken ist, die gibt ja sowieso Milch.
Aber dass wir damit eine Filz an allen KĂ€lbern produzieren, die wir nicht brauchen,
die gar keinen groĂen Wert haben.
Die sind wie ein Beiprodukt von der Milchproduktion und die verfrachten wir
in LĂ€nder, wo keine Standards gelten.
Und wenn dort halt viele eh schon tot ankommen, dann ist der Schaden nicht so
groĂ, weil unser KĂ€lberfleischmarkt ist nicht mehr groĂ existent.
In anderen LĂ€ndern sind die Haltungen und das MĂ€sten billiger.
Also was wir an lebenden Tieren aus Ăsterreich hinauskarren und auch wieder hineinkarren,
Und ich glaube, die Bedingungen fĂŒr die KĂ€lber sind extrem. Und auch hier,
wenn man durch die Gegend marschiert, die Bauernhöfe, natĂŒrlich haben die viel,
viel bessere Standards als viele andere.
Aber diese KĂ€lber-Iglos und
ich finde allein die Erfindung eines KĂ€lber-Iglos ist ja irgendwie schon,
wenn ich denke, eine Kuh und ihr Kalb, ihr sÀugendes Kalb, das ist fast der
Inbegriff eines SĂ€ugetiers erstmalig und einer Mutter-Kind-Beziehung.
Und man lĂ€sst das gar nicht mehr zu, sondern das Kalb wandert an die AuĂenhaut
des Stalles. Das darf nicht einmal mehr innen im Stall sein,
wo noch ein bisschen ein angenehmeres Klima vielleicht herrscht,
weil das Wertvolle ist die Kuh und das Wertvolle ist natĂŒrlich die Milch der Kuh.
Und das Kalb lebt dann einmal die ersten Tage in dem KĂ€lberiglo,
isoliert von anderen, damit das Kalb nicht an anderen KĂ€lbern saugt und damit
halt Verletzungen produziert.
Da sagt dann unser Tierschutzgesetz, das darf nur ein befristeter Zeitraum sein,
spĂ€ter mĂŒssen sie in Gruppen leben können.
Wenn die sich dann trotzdem gegenseitig besaugen, weil ihr SorgbedĂŒrfnis nicht
befriedigt werden konnte, dann kriegen sie so Klammern in das Flotzmal eingezogen,
damit das besaugte Kalb einen Schmerz verspĂŒrt und weg geht.
Also wo man sich denkt, mehr kann man ja nicht ein Tier an ein System anpassen
als das, was da passiert. Ja.
Also in meiner Kindheit war ich in Stellen und KĂ€lber zu streicheln hat fĂŒr
mich, das ist ein Kindheitserlebnis, was glaube ich jedes Kind machen sollte.
Und jetzt werden die KĂ€lber wie eine Ware behandelt, nicht mehr sichtbar.
Und ich glaube, wir verstecken das ganz bewusst. Wir wissen,
dass das die Leute nicht sehen wĂŒrden wollen.
Aber wir Konsumenten hinterfragen halt auch nicht, wie Milch produziert wird.
Ja, es ist total spannend, weil die Emily und ich waren jetzt vor kurzem in
der Steiermark beim Klauenpflegekurs, weil uns wichtig ist, dass wir unsere
Tiere natĂŒrlich auch gut versorgen können.
Da gehört fĂŒr uns die Klauenpflege natĂŒrlich mit dazu.
Und da hat ein Tierarzt referiert, der spezialisiert ist auch auf diese Thematik.
Und der hat so lapidar im Zuge des Vortrags, weil da ging es auch zeitweise
um Rinder, und der hat so in einem Nebensatz gesagt, es ist uns ja eh völlig
bewusst, dass die Rinder nicht artgerecht ernÀhrt werden,
weil die brĂ€uchten einen viel höheren Raufutteranteil fĂŒr ihre Gesundheit.
Aber das kann man ja nicht fördern, weil das hat zu wenig Energie.
Und wenn die zu wenig Energie kriegen, dann produzieren sie ja nicht so viel Milch.
Das heiĂt, man fĂŒttert die ganz bewusst nicht artgerecht, damit sie mehr Milch
produzieren. Und das hat also Lapid auch in einem Nebensatz gesagt.
Aber das war wirklich spannend, NĂ€mlich ja in der...
Ich tut mir schwer, das auszudrĂŒcken. Es war ihm klar, dass das nicht okay ist.
Das war in der Landwirtschaftsschule. Ja, das war die Landwirtschaftsschule.
Da war der Seminarraum drin in der Landwirtschaftsschule.
Und das war zwiespÀltig. Einerseits hat er ganz genau gewusst,
dass das nicht okay ist, was da abgeht.
Aber es war klar, ja, ist halt so.
Und das sind so Dinge, das weiĂ halt, also erstens einmal weiĂ sowieso der GroĂteil
der Menschen nicht, dass man fĂŒr die Milchproduktion KĂ€lber braucht.
Also das ist immer wieder erschĂŒtternd aufs Neue, wenn die Leute zu uns kommen
und da plötzlich sagen, boah, das habe ich nicht gewusst.
Erwachsene, da reden wir nicht von Kindern, weil immer so zitiert wird,
ja, die Kinder glauben, wenn man die Kuh ist lila. Nein, stimmt nicht, auch die Erwachsenen.
Aber eben solche Informationen, dass wir uns völlig bewusst haben,
dass die Tiere eigentlich gar nicht weder artgerecht gehalten noch artgerecht
ernĂ€hrt werden, das wird natĂŒrlich nicht kommuniziert in der Ăffentlichkeit.
Und das finde ich schade. Also ich will da gar niemanden jetzt dafĂŒr anklagen,
sondern ich finde, die Ăffentlichkeit, der Konsument, die Konsumentin hĂ€tte
eigentlich das Recht und die Pflicht, diese Dinge auch zu erfahren,
geschweige denn eben die Schweinehaltung.
Die haben halt dort alles, also die haben KĂŒhe gehabt dort, aber auch Schweine.
Dort, wo wir dann die Klaubenpflege im Freien in der Praxis gemacht haben,
war so ein Mini-Schweinestall, damit die SchĂŒler das dort halt allernen und die SchĂŒlerinnen.
Und es hat gestunken, das kann man sich nicht vorstellen. Vollspaltenboden,
natĂŒrlich, muss man ja lernen, was man zukĂŒnftig macht.
Ich denke mir manchmal, wenn ich bei uns am Hof komme, es riecht.
Aber dort riechst du mal wirklich, wie das stinkt. Und in so einer Umgebung
oder die ganzen BetriebsrÀume, wo die Leute sich dann dort aufhalten,
umziehen, das hat alles gestunken, das war so ekelerregend.
Und wenn man Konsumentinnen und Konsumenten dorthin einmal bringen wĂŒrde und
sagt, das ist euer Essen, riecht ihr das einmal, da wĂŒrdest du einfach gehen.
Da brauchst du noch gar keinen Schlachtraum zeigen.
Es reicht der Gestank in dem Stall. Anyway, Entschuldigung, war jetzt ein bisschen...
Nein, ich muss da natĂŒrlich jetzt auch gleich nachschieĂen, wenn wir ĂŒber KĂ€lber reden.
Und ich meine, man kann vielleicht eh nicht genug ĂŒber KĂ€lber reden,
weil wir sollten jetzt vielleicht alle Konsumentinnen ein bisschen mehr an KĂ€lber
denken, dass ja auch KĂ€lber ab einem gewissen Alter ein Raufutter brauchen wĂŒrden,
damit das Vordauungssystem optimal funktionieren kann.
Und dass das aber zur Folge hÀtte, dass das Kalbfleisch nicht zu hell ist und
der Konsument ist ein helles Kalbfleisch gewöhnt und deswegen kriegt er ein
helles Kalbfleisch. Und es gibt schon die Initiative Kalbfleisch Rosé,
aber da sind wir immer noch in so einem geringen Prozentanteil.
Also ja, was wir mit KĂ€lbern auffĂŒhren, das geht auf keine Kuhhaut mehr, wĂŒrde ich auch sagen.
Und wir haben heuer im BĂ€renwald mit GĂ€sten von uns, ich habe eine Kollegin,
die eine unglaubliche Expertise zum ErnÀhrungsthema hat und auch eine PÀdagogin ist.
Und da haben wir einfach einmal ausprobiert, ganz niederschwellig unseren GĂ€sten
eine Blindverkostung von Pflanzenmilch anzubieten.
Als wir das so aufbereitet haben, die Sarah hat dann auch die Fakten und Mythen
rund um diese Art der Milch aufbereitet.
Was ist jetzt der CO2-AusstoĂ, wenn ich einen Liter Milch, die Produktion einen
Liter Kuhmilch im Gegensatz zu einem Liter Dinkelmilch und so weiter und der
gesundheitliche Aspekt Kalzium, Sojamilch und dergleichen.
Und wir dachten, wir sprechen da vielleicht die ganz junge Generation an oder
auch Kinder, weil das ist halt so spielerisch. Wir haben das dann so einordnen
lassen. Schmeckt diese Milch? Also fĂŒnf kleine Becher schauen alle gleich aus.
Oder wir hatten sogar sieben verschiedene Pflanzenmilchen.
Was ist der Plural von Milch? Milch? Milch? Milchen?
Zum Verkosten, also die schauen alle gleich aus und dann merkt man,
es kommt eine Familie und der Opa drĂŒckt sich ganz auf der Seite vorbei und
denkt sich, ich will damit jetzt ĂŒberhaupt nichts zu tun haben.
Dann kommen einmal die Youngsters, die kennen das Gamifizierte,
quasi ich werde ĂŒberall unterhalten, was wurde da fĂŒr mich fĂŒr eine Station
aufgebaut und ich kann das und ich bin der Schnellste und ich bin der Superstar,
und die hat mir das halt einordnen lassen, schmeckt es nussig,
schmeckt es getrÀdig und also da waren manche schon extrem gut,
also da kann man sich auch ein bisschen challengen mit ihrem Wettbewerbsgedanken
und dann kommt aber doch der Opa auch,
weil der war auf Reha, weil er ein Herz-Kreislauf-Patient war und auf der Reha
hat man ihm eh schon erklÀrt, der kennt sich total aus, also das war unglaublich,
dass da eh so ein Bewusstsein da ist, aber die Umsetzung
und wÀhrend wir da jetzt sitzen, wir trinken gerade alle einen Kaffee und haben
eine Hafermilch und das geht eigentlich hervorragend.
Also ich glaube, wir mĂŒssen da vielleicht alle ein bisschen.
Offener werden. Das ErnÀhrungsverhalten ist, glaube ich, so sehr Gewohnheit,
weil wir es immer so gemacht haben.
Aber ich glaube, wenn wir einfach da unseren Blick weiten, es schmeckt uns auch was anderes.
Und fĂŒr Pfoten vertritt ja jetzt nicht, dass wir jetzt alle sehr schnell vegan
werden mĂŒssen. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir so nett spielen.
Und das beeinflusst natĂŒrlich unsere bĂ€uerliche Produktion und auch,
wie unsere Landschaft ausschaut.
Aber das wirklich schöne Prinzip, das vier Pfoten vertritt, das 3R-Prinzip,
leider ist er sperrig, weil aus dem Englischen, reduce, replace und refine,
da kann sich wirklich jeder finden, weil das heiĂt nicht, ich muss oder soll
von heute auf morgen kein Fleisch mehr oder keine Milchprodukte, sondern das sagt.
Ich kaufe bessere Produkte im Sinne der QualitÀt ein.
Also wenn, dann wechsle ich auf Bioprodukte oder im Optimalfall kenne ich eine
landwirtschaftliche Produktion in meiner NĂ€he, wo ich die Produktionsbedingungen sehe.
Ich konsumiere davon weniger, weil es könnte die Beilagenesser,
und da denke ich an den Josef Hader, ich bin nicht der Beilagenesser in dem Sinn.
Bei uns ist, ja, das GemĂŒse ist eine Beilage und das Fleisch muss der Hauptstar auf dem Teller sein.
Und ich glaube, es ginge ganz einfach anders. Oder auch, wenn wir sagen,
wir bieten zwei Formen von Curry an. Das eine hat mit HĂŒhnerfleisch,
das andere ist ohne HĂŒhnerfleisch. Und das mit HĂŒhnerfleisch ist um vier Euro
oder fĂŒnf Euro oder was auch immer teurer.
Dass wir den Konsumenten damit ein bisschen das GefĂŒhl geben,
ihr habt es in der Hand. Und wenn ihr jetzt da auf das HĂŒhnerfleisch verzichtet,
ihr werdet sehen, es wird euch wahrscheinlich nicht schlechter schmecken.
Also dass wir da nicht viel kreativer werden, auch die Gastronomie, das wundert mich.
Und das Anders, also das Ersetzen, und ich finde bei Pflanzenmilch,
das geht so leicht, bei Butter, es geht so leicht. Also das ist mir ein RĂ€tsel,
dass wir Ăsterreicher und Ăsterreicherinnen, wann wir da umdenken und ob wir das noch erleben.
Ja, also dieses 3R-Prinzip, das ist etwas, das wollen wir jetzt jedem da mitgeben.
Das finde ich total schön, dass ihr so mutig seid und euch da so exponiert.
Ich könnte euch ja den Luxus leisten zu sagen, wir fokussieren uns jetzt nur
auf die Beeren und da kennt man genug ErzÀhlen dazu und Zeigen und Filmchen
und Experimentchen und wie auch immer und dieses heikle Thema nicht ansprechen.
Aber dass ihr diesen Kanal hier oder die Gelegenheit hier nutzt,
dass ihr schon so viele Leute da habt, auch mit diesem Thema einmal ein bisschen
zu beschĂ€ftigen, das finde ich wirklich mutig und toll. Echt groĂartig.
Weil ich finde, wir haben uns beim Herfahren darĂŒber unterhalten.
Bei den BĂ€ren, da macht man so einen Riesenaufwand.
Und im Vergleich jetzt unsere Lunau zu Hause, unser Kunakuneschwein,
genauso groĂ, genauso lieb, genauso knuffig oder noch viel lieber.
Knuffig.
Man kann es knuffeln. Als Vertreter in ihrer Spezies Schwein sozusagen.
Da machen wir jetzt das Theater nicht. Und das ist schön, das ganz bewusst zu
verknĂŒpfen. und zu sagen, hier Leute, schau, es gibt ja noch andere Lebewesen,
die es vielleicht verdient haben, respektiert zu werden.
Also es ist dringend notwendig, denke ich, und wenn also.
Mit den BĂ€ren, wie gesagt, wir haben da so leicht die Sympathien auf unserer Seite.
Und wenn wir nicht versuchen wĂŒrden, diese Sympathie fĂŒr Tiere auch umzulenken,
dann wĂŒrden wir da wirklich eine Chance verpassen. Oder dann wĂŒrden wir nicht
auf die echten Probleme in unserem Alltag schauen.
Und wer soll es sonst, also das mĂŒssen wir uns einfach leisten können als Organisation,
weil wir wissen ja die Zahlen, wir sehen ja, was los ist.
Und wir haben diese sehr starken und sehr schönen Bilder mit den BÀren.
Unsere GĂ€ste fahren ja heim mit schönen Fotos und irgendwie diesem guten GefĂŒhl,
da tut sich was und es ist nicht alles nur schlecht.
Aber ich glaube, ein bisschen was Schlechtes muss man jetzt schon noch mittransportieren,
dĂŒrfen, weil seit ich das beobachte, seit sicher gut 30 Jahren und ich war in
meiner Studienzeit so euphorisch, weil da sind halt wirklich neue Formen an
Tierhaltung und da war so ein Aufbruch.
Aufbruch, die Bioszene ist immer stÀrker geworden und ich habe mir gedacht,
das wird jetzt ganz schnell durch die Decke gehen und bald werden wir keine
Vollspaltenböden mehr haben und ich habe dazu jetzt keine genauen Statistiken im Kopf, aber,
es ist nicht besser geworden, es wird eher schlechter.
Wir hoffen durch ein bisschen auf die Empowerment-of-Consumer-Richtlinie,
die ja vor wenigen Wochen in Kraft getreten ist,
wo ich denke, wenn Konsumenten nicht mehr so leicht angelogen werden können,
also wo auf jeder Milchverpackung, auf jeder Fleischverpackung oder so wirklich.
Keine Mogelwerbung gemacht werden darf. Also da darf nicht das Huhn in der grĂŒnen
Wiese gezeigt werden, wenn das nicht in dem Produkt drinnen steht.
Die nationale Umsetzung, die wird noch sicher lÀnger dauern und es wird viele Ausnahmen genehmigen.
Aber ich glaube, gerade im Bereich der tierischen Lebensmittel,
da wollen wir vielleicht gerne ein bisschen beschwindelt werden.
Und es wird auch, die Regularien machen es auch sehr leicht.
Aber wie reagieren Konsumentinnen und Konsumenten, wenn auf der Verpackung das
Huhn aus, ich weiĂ es nicht wo, aus den Niederlanden oder aus noch weiter weg ist?
Dass das Schwein, das Liegeschwillen oder Wunden hat und auf dem Vollspaltenboden
liegt und trÀnende Augen hat, weil genau die FÀkalien, die du vorhin angesprochen
hast, das so stinkt, dem die SchleimhÀute zerstört.
Also konsumieren wir das dann immer noch?
Oder werden wir dann lauter? Dieses Lautwerden von Konsumentinnen,
Konsumenten, GÀste, GÀstinnen, das fÀllt dann umso leichter,
wenn ich sehe, was ich da konsumiere.
Oder ich entscheide mich dann halt schon fĂŒr das Alternativprodukt.
Wir werden sehen, wie kriegen wir es im Bogen wieder.
Aber ich kann da jetzt noch einmal einspringen.
Was natĂŒrlich bei euch am Hof so schön ist, dass die Menschen diese landwirtschaftlich
genutzten Tiere erfahren können.
Und das beschÀftigt mich immer noch, wie schaffen wir das?
Also reicht es, wenn wir das nur mit Videomaterial, mit aufbereiteter Info und
sowas wie dann zum Beispiel dieser Pflanzenmilchverkostung,
oder mĂŒssen Menschen KĂ€lber sehen, damit sie KĂ€lber super und schĂŒtzenswert
oder KĂ€lber respektieren können und die AnsprĂŒche von KĂ€lbern verstehen können und dann umdenken.
Und ja, der Bernwald wird jetzt keine Auffangstation fĂŒr eh alles.
Aber wie wir da unsere Vermittlung noch schÀrfen und diese positiven Momente
ermöglichen und diese Verbindung zu den genutzten Tieren, das ist jetzt schon
noch, ja, da benötigt es jetzt noch viel Feintuning.
Aber ich kann ja einfach alle unsere GĂ€ste zu euch schicken, oder?
Genau.
Das ist der Teil, wo wir sagen, machen wir mal wieder Werbung.
Werbung
Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2023.
Dies sind die Abenteuer des Hof Sonnenweide, der mit KĂ€pt'n Elisabeth und Kommander
Andreas und ĂŒber 150 Tieren seit mehr als zwölf Jahren unterwegs ist,
um eine neue Lebensweise zu erforschen, voller Respekt fĂŒr die Natur- und Tierwelt.
Viele Lichtjahre von Turbokapitalismus und EllbogenmentalitÀt entfernt,
dringt Hof Sonnenweide in Welten vor, die viele Menschen bisher noch nicht erlebt haben.
Angetrieben durch neueste Technologien pfeifen sie auf Impuls- und Warp-Geschwindigkeit.
FĂŒnf-Sterne-Bewertungen lassen die Post abgehen und mit einer Patenschaft oder
Spende beamen sie die Tiere auf Hof Sonnenweide in eine glĂŒckliche Zukunft.
Oder um es in den Worten von Commander Spock zu sagen, live long and prosper.
Werbung Ende.
Ja, ich bin mir schon sehr sicher, dass es damit natĂŒrlich ein StĂŒck weit steht und fĂ€llt.
Es ist ja, AuslÀnderfeindlichkeit ist dort am höchsten, wo gar keine sind.
Also dort, wo du wirklich in Kontakt mit den Menschen kommst und merkst,
der ist ja genauso wie ich, der ist nett, der ist freundlich, der hilft mir,
sind die Ressentiments geringer als dort, wo man sich ja gar nicht sieht,
wo man nur aus den Medien, aus den heut dementsprechenden Medien,
erfÀhrt, wie böse die alle sind.
Und deswegen, ich denke schon, dass der Kontakt mit diesen sogenannten Nutztieren,
dieses Erleben, das Sehen, das Begreifen im wahrsten Sinne des Wortes,
ein Schweinchen einmal den Bauch zu kraulen, eine Putte neben sich zu sitzen
haben, jetzt zuletzt, waren wieder Leute bei uns, Àltere Menschen,
die noch nie im Leben eine
Putte gesehen haben, wenn wir die nicht mehr beim Namen, gar nicht im Freien,
sondern noch nie gesehen haben, weil die ja eher weggesperrt werden,
die waren komplett geflasht.
Die sind dann gesessen und haben irgendwie eine halbe Stunde lang die Putte
gestreichelt und wollten dann den Hof verlassen und plötzlich ist die Putte
ihnen nachgelaufen und die haben die Welt gar nicht mehr verstanden, was da los ist.
Und das bewirkt dann schon sehr viel, denke ich, das zu erleben,
dass diese Tiere genauso clever, genauso sozial lebenswert sind,
wie unsere Hundsies und Katzies zu Hause, denen man das ja auch nicht antun wĂŒrde.
Und jeder Tropfen hĂŒllt den Stein. Wenn Menschen das erleben,
weitererzĂ€hlen möglicherweise, ein StĂŒck weit umzudenken.
Und so wie du sagst, das ist ja immer unsere Botschaft. Das ist jetzt nicht
das Ziel, dass morgen alle aufhören zum Fleisch essen und kann mich mehr trinken,
aber einfach drĂŒber nachdenken und vielleicht ein bisschen reduzieren und mehr aufhören.
Mehr pflanzliche Produkte konsumieren. Das ist das groĂe Ziel.
Ja, ich glaube, bei den landwirtschaftlich genutzten Tieren,
da hat man auch, also wenn ich jetzt ĂŒber eine Tierschutzorganisation fĂŒr Pfoten
spreche, das GefĂŒhl, naja, dafĂŒr gibt es ja auch Bauernhöfe.
Also ist das jetzt was Besonderes, eine Kuh zu sehen? Weil die sieht man ja eh auch auf der Alm.
Aber Vermittlungskonzepte dahinter.
Und in Wahrheit, wir sehen sie ja auch nicht mehr auf Bauernhöfen.
Bauernhöfe sind mittlerweile hermetisch
abgeschottete Anlagen und das aus wahrscheinlich mehreren GrĂŒnden.
Und Seuchen sind sicher ein Thema und man kann das verstehen,
dass jeder Landwirt, jeder Landwirt, den kein Interesse an vielen Schuhen,
die da reinkommen und irgendwas mitbringen hat.
Aber auch, weil was die Konsumenten nicht sehen, das kann keine Beschwerden auslösen.
Und die Zeiten sind vorbei. Wie ich das erwÀhnt habe, ich als Kind bei meiner
Verwandtschaft in Bauernhöfe zu gehen und Tiere erleben zu dĂŒrfen und halt den
Geruch und dieses warme Fell und,
Ein KÀuble mit dem Stroh abreiben und all diese Dinge, das gehört wahrscheinlich
zu einer Kindheit dazu, in der man ein VerhÀltnis zu Tieren aufbauen kann.
Das ist aber das, was einfach mit offenen Augen ein bisschen wandern geht.
Es war auch, wie mein Iga da unterwegs war, so Waldviertel, muss ich sagen,
hat mich sehr schockiert.
Ich habe das nicht erwartet, weil man keine Rinder sieht. Du siehst,
du riechst sie, es stinkt ĂŒberall nach GĂŒlle, aber die Rinder sind im Stall drinnen.
Und wenn du da so zu FuĂ wanderst, dass du mit dem Auto schnell vorbeifahrst,
ist das was anderes, als wenn du zu FuĂ vorbeigehen musst und du siehst,
dass die im Stall drinstehen, die stehen in Dreck
und die Miesen werden akribisch abgesÀbelt, mindestens dreimal im Jahr und dann
wird die GĂŒlle draufgespritzt, aber die Tiere sind nicht auf der Wiese.
Tirol ist ja das Gleiche, also durch Tirol fahren, macht ja keiner mehr mit
offenen Fenstern. Ich musste, wenn mir Klimaanlage ausgefallen ist,
Tirol stinkt, rindt und Kuh, aber du siehst keine.
Also ein paar gibt es halt auf den Almen oben fĂŒr die Touris,
aber der GroĂteil ist in Tirol immer noch in Anbindehaltung im Steuerdrehen.
Die Wiesen wird abgemacht.
Ich habe vor kurzem einen Podcast gehört, wo ein Bauer darĂŒber berichtet hat,
dass die Herkunftskennzeichnung so mantraartig immer wiederholt,
wie wichtig das wÀre, die Herkunftskennzeichnung.
Dass es aber ein ziemlicher Schuss ins Knie sein kann, weil die Deutschen mittlerweile
erkannt haben, dass dieses Almen-Idylle in Ăsterreich in Wirklichkeit nur Postkarten-Idylle
ist. Die meiste Milch kommt aus Oberösterreich und Niederösterreich,
wo die Viecher eingesperrt sind.
In Massenproduktion, die wenigsten Tiere stehen in Ăsterreich auf der Alm,
wohingegen in Deutschland mit viel FlĂ€che im Norden die Tiere tatsĂ€chlich drauĂen
stehen in seiner Extensivhaltung und so weiter.
Und die Deutschen jetzt danach gesagt haben, ja Leute, Herr Postkarten-Idylle
können Sie heimpacken, wir haben höhere Standards als ihr.
Und dementsprechend, die Herkunftszeichnung kann ein Schuss ins Knie sein.
Aber anyway, anderes Kapitel. Sorry.
Ja, aber ich denke, um landwirtschaftlich genutzte Tiere zu erfahren,
braucht es genau so etwas, was ihr betreibt. Es braucht Lebenshöfe.
Man könnte sich fragen, ist das wirklich notwendig, dass Menschen und Tiere,
diese Art von Tieren kennenlernen dĂŒrfen? Aber es ist wahrscheinlich wirklich
hoch notwendig. Auf jeden Fall.
Ja, die Pute ist das beste Beispiel. Kaum jemand hat eine Pute gesehen,
auĂer auf der Verpackung, leicht stilisiert.
Aber sonst, ja.
Du hast gesagt, der Umbau ist noch nicht ganz vollzogen. Ein paar Dinge kommen
noch. Was steht noch in Aussicht? Was wird noch fertiggestellt?
Also ja, vor allem was das Vermittlungskonzept angeht.
Wir sind da noch irgendwie sehr niederschwellig oder vielleicht auch sehr...
Das ist ausschlugsfreundlich.
Aber wir haben zum Beispiel Selfie-Points, das sind groĂe GemĂŒsesilhouetten,
da kann man seinen Kopf durchstecken und ein Erinnerungsfoto machen und lustigerweise,
das machen die Menschen, die lieben das und die Idee war, da einen Upload zu
erzeugen und zu verlinken auf einen Kanal, der pflanzenbasierte ErnÀhrung bewirbt.
Und so weit sind wir noch nicht. Und natĂŒrlich haben wir einen Partner hier,
der da die Gastronomie betreibt.
Und das muss fĂŒr beide Parteien, also fĂŒr uns als Tierschutzorganisation,
aber auch fĂŒr die lokale Gastronomie vertrĂ€glich sein.
Und da ĂŒberlegen wir halt an Konzepten, die jetzt nicht gleich so einen Schuss
vors Knie geben, aber doch ein sanftes.
Also es soll dem Schnitzelesser, der hier auch ist, nicht gleich schlecht werden
oder nicht gleich der Appetit auf seinen Schnitzel vergehen.
Aber ein sanftes Nachdenken soll es schon auch ermöglichen.
Und es sollen natĂŒrlich die Menschen, die irgendwie schon eine sehr klare Meinung
zu ihrem Konsum haben, sich hier auch abgeholt fĂŒhlen und nicht den Eindruck
haben, was da wird ĂŒberhaupt noch Fleisch serviert. Also da dĂŒfteln wir noch herum.
Wir haben ein paar kleine Detailbereiche, da geht es jetzt mehr um so Infrastrukturelles.
Wie kĂŒhlen wir unser Futter fĂŒr die BĂ€ren? Ideal.
Weil irgendwie kommt man da ja jetzt mit der Geschwindigkeit des Klimawandels
und der WasserverfĂŒgbarkeit oft gar nicht mehr nach. Was brauchen wir an Filter-
und Pumpsystemen, damit unsere Teiche halbwegs eine WasserqualitÀt haben?
Und wie sehr mĂŒssen wir Futter fĂŒr die BĂ€ren kĂŒhlen? Oder ist es dann effizienter
oder ressourcenschonender, wenn wir uns das öfters liefern lassen?
Also eher solche Komponenten.
Und ja, gÀrtnerisch, wir sind auch ein Natur-im-Schaugarten.
Garten zu dem Thema BĂ€ren, also essbare BĂ€ren.
Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, weil es halt einfach aufgelegt war.
Es war halt so lustig, Braunbeeren und Brombeeren und,
Unsere GĂ€ste dĂŒrfen all das BĂ€renobst auch naschen. Aber da,
ĂŒberlegen wir gerade, wir wollten auch einen Pilzgarten anlegen,
weil Pilze manchmal halt so fĂŒr ein Einstiegsprodukt fĂŒr Fleischersatz,
Pilze können so zubereitet werden, dass sie ein bisschen diese Haptik und die Konsistenz haben.
Und es gibt im Waldviertel innovative Unternehmen, die so geimpfte BaumstÀmme
und auch sehr viel an Wissen dazu haben.
Da wollten wir kooperieren, dann war absehbar, dass diese Trockenheit kommt
und wir haben eh die groĂe Baustelle im Griff haben mĂŒssen und konnten uns um
solche Details noch nicht kĂŒmmern.
Aber dass wir einerseits halt einen Pilzgarten anlegen, wir haben jetzt zum
Beispiel so ein Hochbeet, wo wir Bohnen und andere Pflanzen drinnen haben und
wir haben dann gesehen, unsere GĂ€ste, wenn man sie auffordert,
ja das könnte es kosten, also irgendwelche KrÀuter, Also ihr könnt es das kosten, dass unsere GÀste, die,
vielleicht sehr hÀufig Stadtpublikum sind,
Das zwar irgendwie gerne machen wĂŒrden, aber irgendwie nicht mehr sich getrauen
oder können oder ganz genau Anleitungen brauchen oder muss das jetzt gewaschen
werden oder ist das eh nicht giftig oder dieses Zerreiben zwischen den Fingern und riechen,
und einschĂ€tzen können, könnte das genieĂbar sein oder nicht.
Also was da auch fĂŒr ein Wissen verloren geht und fĂŒr eine.
Ich erkunde die Natur einfach mit einem gewissen natĂŒrlichen Herangehensweise,
da wird mir jetzt schon nichts passieren, auch einem Vertrauen,
dass wir jetzt nicht in ein Pflanzenkostbett etwas einpflanzen, was giftig sein könnte.
Und die Bohnen, die so schön blĂŒhen und ranken, die haben unsere GĂ€ste fasziniert
und da kann man auch schon ganz viel ĂŒber Bohnen und das sind Proteinspender,
und was erzeugt jetzt ein Kilo Fleisch an CO2-AusstoĂ und ein Kilo Bohnen und
ich finde gerade die HĂŒlsenfrĂŒchte bieten ja eine Buntheit und eine Vielfalt,
da kann man ja auch mit diesen Farben sehr schön spielen.
Also ja, vielleicht geht es auch kĂŒnftig in diese Richtung, da warten wir jetzt
noch ein bisschen mit unseren WasserverfĂŒgbarkeiten und auch den FlĂ€chen,
die wir noch bespielen können, ab.
Aber können wir vielleicht einmal Linsen und Kichererbsen und Bohnen und all
diese Pflanzen auch zeigen und jedem Gast eine Bohne mitgeben und sagen,
das ist jetzt deine Starterbohne, setz du zu Hause in deinem Fensterbank mal
an und vielleicht erinnert es dich an deine,
Handvoll Rezepte von, ja, wie können wir ĂŒber HĂŒlsenfrĂŒchte.
Und ich meine, weite Teile dieser Erde haben das ja jahrtausendelang, glaube ich, so gemacht.
Der Fleischkonsum ist ja erst der hohe Fleischkonsum und diese Idee,
dass Protein nur von Fleisch kommen kann, ist ja eine sehr junge Entwicklung.
Und ja, der gesundheitliche Aspekt, den will ich da jetzt gar nicht mehr ansprechen.
Also ja, das sind noch so Dinge, wo wir noch schÀrfen wollen.
Schön.
Ja.
Elisabeth, hast du noch eine Frage?
Nein, im Moment nicht.
Gibt es noch etwas, was du gerne noch anmerken wĂŒrdest, was da wichtig ist?
Nein, also wir haben uns im Vorfeld schon unterhalten und eure gÀrtnerische
Expertise, das ist ja auch etwas fĂŒr uns Spannendes, also das einmal anzuzapfen
und ihr habt da unglaublich wertvolle Kontakte.
Und dieser Austausch ist einfach immer unglaublich inspirierend und schade ist
es natĂŒrlich, dass wir so weit voneinander wegbiegen, weil sonst könnten wir
ganz tolle Kooperationsprojekte in der Vermittlung machen.
Ich habe sogar zu FuĂ her geschafft.
Ja, das stimmt.
Meine lieben Fernwahl-Team.
Das stimmt.
Eine halbe Stunde mit dem Auto.
Das stimmt.
Betriebsausflug, wir wĂŒrden uns sehr freuen.
Ja, wir natĂŒrlich auch, aber wir wollen dann immer alle mithaben und ja,
also vielleicht kommen wir mal auf.
In zwei Teilen
Einfach. In zwei Teilen, genau.
Ich habe dir das letzte Mal vorgewarnt, heute nicht, aber dir fÀllt sicher ein
Titel ein fĂŒr unsere Playlist, fĂŒr die Lastisaurus-Playlist.
Lieber Andi, ich bin natĂŒrlich vorbereitet. Na schon. Und ich weiĂ,
dass ich mich letztes Mal als Bruce-Spring-Rianerin geoutet habe und habe mir
gedacht, ich könnte da schon einen ziemlichen Kontrapunkt draufsetzen.
Und wir haben jetzt ja auch ein bisschen so schwere Themen angesprochen und
es ist heute ein bisschen so ein nebliger Tag und wir wissen,
jetzt kommt die graue, die manchmal ein bisschen trostlose Zeit.
Und das ist eine Zeit, wo ich so oft, und das begleitet mich schon Jahrzehnte
und wird mich bis zu meinem Sterbebett, glaube ich, als MusikstĂŒck begleiten,
das so inspirierend und schön sein kann, da kann man so richtig hineinkippen.
Das ist Kiss Charits Köln-Konzert.
Wow, na da bin ich neugierig.
Das sagt man gar nichts, das werden wir uns jetzt beim Heimfahren anhören.
Genau.
Vielen, vielen Dank fĂŒr die...
Darf ich auch was sagen?
Achso, ja, genau. Die Idee ist das nicht meins.
Mach. Ich nehme, weil Patrick Stewart ist gestorben, das ist der KĂ€pt'n Jean-Luc Picard.
Sir, muss ich ja sagen, Sir Patrick Stewart, ganz ein groĂartiger Mann,
der sich ĂŒbrigens auch fĂŒr Tierschutz sehr eingesetzt hat.
Und ihm zu Ehren nehmen wir das Raumschiff Enterprise Theme.
Da gibt es ja gerne das Lied dazu.
Nein, diese Einstiegsmelodie.
Klar. So, jetzt darfst du eine Abmoderation machen, Elisabeth. Nein, nein.
In diesem Sinne hat es uns wirklich sehr gefreut, Sigrid. Das ist echt ein Mini-Urlaub
fĂŒr uns, zu euch zu kommen.
Das heiĂt, in drei Jahren spĂ€ter machen wir den nĂ€chsten, oder?
Ja, ich werde mich bis dahin natĂŒrlich tĂ€glich vorbereiten.
Ja, dann wĂŒnsche ich euch schöne Woche. Lasst die Sau raus.
TschĂŒss. Bis bald.
Baba und bis bald.
Elisabeth
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