Lass die Sau raus!

Hof-Sonnenweide
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#75 Silke Schweiger über Schlangenmassage und LSD Kröten

Die faszinierende Welt der Schlangen und Amphibien

07.03.2025 64 min

Zusammenfassung & Show Notes

Dr. Silke Schweiger ist passionierte Herpetologin. Sie arbeitet als Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Naturhistorischen Museum in Wien. Wer bis jetzt noch nicht von Schlagen und Amphibien begeistert war, wird es nach diesem Interview sein. Silke Schweiger erzählt von ihrem spannenden Arbeitsalltag, über ihre Forschung und die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundesheer. Außerdem verrät sie uns, warum man einer Schlangenmassage sofort zustimmen, aber Kröten niemals den Rücken lecken sollte... 

Dr. Silke Schweiger ist passionierte Herpetologin. Sie arbeitet als Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Naturhistorischen Museum in Wien. Wer bis jetzt noch nicht von Schlagen und Amphibien begeistert war, wird es nach diesem Interview sein. Silke Schweiger erzählt von ihrem spannenden Arbeitsalltag, über ihre Forschung und die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundesheer. Außerdem verrät sie uns, warum man einer Schlangenmassage sofort zustimmen, aber Kröten niemals den Rücken lecken sollte...

Herpetorace:
https://www.herpetozoa.at/aktivitaeten/herpetorace

Buchempfehlung:
Amphibien und Reptilien in der Großstadt:
https://shop.falter.at/detail/9783903096301/wien-amphibien-reptilien-in-der-groszstadt

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Und hier die Wünsche für die Playlist:

Dr. Silke Schweiger:
Da oede vom Beag....aus dem Album Oame Söö (Molden/Strauss/Pixner/Petrova/Randi)
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Andi:
Rage against the machine, Know your Enemy
https://open.spotify.com/intl-de/track/1XTGyfJeMiZXrZ1W3NolcB?si=56ad5f3898744a35

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https://open.spotify.com/playlist/3Dr5ZWnsk3F4Lsw8gZJmeU?si=Xi0QhB2RSKSK8e_g2sVA6w

Credit des Titelsongs:
The Green Orbs  - Dancing on Green Grass

Soundeffekte:
Pixabay

Fotocredit Titelfoto: Jan Engelhardt

Transkript

Andi
00:00:00
Ja, so ein Leben ohne Schlangen, muss ich sagen, kann ich mir eigentlich heute gar nicht mehr vorstellen. Mich haben sie immer schon fasziniert. Schlangen sind überhaupt nicht klitschig, sie sind warm, sie sind weich. Sie werden zum Teil ja auch bei Massagepraktiken eingesetzt, weil sie eben so warm und glatt sind. In Asien gibt es ein paar Institute, die das auch machen, wo man Schlangen dann auf den Körper drauflegt zur Entspannung. Und ich glaube, das fühlt sich schon sehr gut an, muss man sagen. Also weil sie sind warm, weich und auch sehr muskulös. Also es glauben manche, dass Schlangen dann anspringen oder angreifen oder so. Aber das ist überhaupt nicht so, sondern die werden flüchten, werden versuchen, sich zu verstecken und sind eigentlich den Menschen gegenüber sehr friedlich. Gerade bei uns in Österreich, muss man sagen.
Elisabeth
00:00:45
Dass ihr die so findet, weil wenn ich jetzt aktiv eine Schlange suche, ich habe noch nie eine gefunden.
Andi
00:00:50
Ich glaube, es ist eine Übung.
Elisabeth
00:00:52
Also wahrscheinlich will ich mal mal suchen.
Andi
00:00:53
Genau, also wenn man irgendwo ins Trockene geht, wo es bufftrocken ist, wird man wahrscheinlich kein Schwammerl finden, sondern man braucht halt gewisse Gebiete, wo man hingeht. Und genauso ist es mit den Schlangen.
Elisabeth
00:01:04
Ich habe mal einen Roman gelesen, der hat in Amerika gespielt und da haben die Protagonisten hinterm Haus eine Kröte gefunden und ihr über den Rücken geleckt, weil die eine LSD-artige Substanz absondert. Gibt es das wirklich? Frage für einen Freund, gibt es das in Österreich auch? Nein.
Andi
00:01:23
Alle, die jetzt zuhören, bitte nehmt nicht Erdkröten bei uns oder irgendwas, sonst schlägt es drüber. Das bekommt niemandem gut.
Music
00:01:31
Andi
00:01:35
Lasst die Sau raus.
Elisabeth
00:01:37
In diesem Podcast geht es um tierisch interessante Persönlichkeiten.
Andi
00:01:41
Aber auch um Menschen, die Schönheit der Natur und ein kleines Paradies namens Hof Sonnenweide.
Elisabeth
00:01:46
Wir berichten über unsere Erlebnisse am Lebenshof, plaudern über Themen, die uns gerade bewegen und laden spannende Menschen zum Gespräch. Herzlich willkommen bei Lass die Sau raus, dem Podcast vom Lebenshof Sonnenweide mit Elisabeth und Andreas Nussbaumer. Wir lassen heute wieder die Sau raus und euch bei der Hoftür rein. Wir sind heute zu Gast bei der Frau Dr. Silke Schweiger, eine Herpetologin. Aber bevor ich jetzt erkläre, was das eigentlich ist, darf ich darum bitten, Silke, magst du dir mal vorstellen?
Andi
00:02:21
Ja, hallo, also danke auch für die Einladung. Und mein Name ist Silke Schweiger und ich bin hier Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Naturhistorischen Museum in Wien. Und ich bin zuständig für die Amphibien und die Reptilien. Der Fachbegriff dazu lautet Herpetologie. Und Amphibien und Reptilien sind wir in Österreich, muss ich sagen. Nicht so gut gesegnet mit der Artenzahlen. Also wir haben relativ wenig Arten in Österreich, derzeit 15 Reptilienarten und 21 Amphibienarten. Und eine Reptilienart ist ja ausgestorben in Österreich. Da kommen wir vielleicht später noch einmal kurz darauf zurück. Also ich beschäftige mich mein ganzes Leben lang jetzt eigentlich schon mein Berufsleben mit Amphibien und Reptilien. Wie kommt man da dazu? War das immer schon der Wunsch oder kann man es sich ergeben? Es war schon immer der Wunsch, also was mit Reptiliens vor allem zu machen. Und ich muss sagen, da ist mein lieber Studienkollege und Freund Peter Praschak aus Graz vom Turtle Island, der diese große Station hat mit den Schildkröten, mit den Gefährdeten, der ist da eigentlich auch dran schuld. Weil wir haben zusammen studiert und er hatte damals schon riesige Anlagen mit Schildkröten gemeinsam mit seinem Vater. Und da bin ich dann schon so ganz zu Studienbeginn reingerutscht und habe mich sehr intensiv begonnen mit Schildkröten. durch ihn auch zu beschäftigen und er hat alle in seiner Umgebung immer sehr begeistert. Ich bin dann ein bisschen abtrünnig geworden und habe mich dann mehr Richtung Schlangen entwickelt und auch eigentlich dann mich sehr mit Schlangen beschäftigt, auch im Zuge meiner Dissertation. Und so hat es dann eigentlich begonnen. Und das ist dann immer mehr und mehr geworden und das Interesse ist immer größer geworden. Und ja, so ein Leben ohne Schlangen, muss ich sagen, kann ich mir eigentlich heute gar nicht mehr vorstellen. Das ist ja eigentlich das, wo Sie die meisten Leute fürchten, die hat es da eher besonders hingezogen. Spannend, oder? Ja, meine ganze Familie. Also alle haben eigentlich Angst vor Schlangen, muss man sagen. Auch mein Vater. Ich hoffe, er hört das jetzt nicht. Also zumindest sind sie ihnen nicht geheuer. Und mich haben sie immer schon fasziniert. Erstens, weil sie eben so ungeliebt sind, weil sie aber so faszinierend sind in ihrer Biologie auch und auch wunderschöne Tiere sind und man sie eigentlich, glaube ich, nur schwer einschätzen kann und wenig drüber von der normalen Bevölkerung, man eigentlich wenig drüber weiß. Und deswegen, glaube ich, ist diese Angst da. Und die versuche ich auch immer wieder in Vorträgen, in Führungen, in Radiointerviews auch ein bisschen zu reduzieren, diese Angst vor Schlangen.
Elisabeth
00:04:52
Unter anderem, dafür sind wir heute da, weil uns das ein großes Anliegen ist. Ja, genau.
Andi
00:04:57
Also ich würde, wenn das okay ist, gerne weitermachen mit Schlangen, weil mich faszinieren sie auch total. Ich habe überhaupt keine Berührungsängste. Mit dem Andi ist es auch anders, der mag sie nicht so gerne. Ich habe großen Respekt.
Elisabeth
00:05:10
Also bei uns am Bauernhof, natürlich gibt es eine Menge Schlangen, also von der klassischen Esculapnata
Andi
00:05:17
In dem Fall.
Elisabeth
00:05:18
Gibt es. Kreuzhauter hätte ich noch keine gesehen.
Andi
00:05:21
Gibt es dort auch nicht.
Elisabeth
00:05:22
Nein, und die, wie heißt sie? Schlingnatter. Die Schlingnatter und die Ringelnatter. Ringelnatter, genau.
Andi
00:05:28
Wir haben nämlich ein Piotop und es gibt nichts Schöneres, also wenn ich die dann sehe, ich weiß jetzt nicht, welche Art es ist, aber wenn die im Wasser sind und sind die Ringelnatter. Ringelnatter, das ist wahnsinnig faszinierend.
Elisabeth
00:05:38
Das ist majestätisch, ja, schon.
Andi
00:05:41
Die haben immer als Kind oder auch als Erwachsene immer hingestürzt. Da hat es ja in Kärnten einmal, da gibt es glaube ich einen Reptilienzoon. Genau, die Helga Happ und ihr Reptilienzoo in Klagenfurt. Also jetzt würde ich das nimmer mehr machen und nicht mehr befürworten, aber man konnte damit eine Schlange halten. Das war so, um das Foto mit der Machen, das auf solche Sachen immer gestürzt hat, mich so fasziniert hat, dass sie sich komplett anders angreifen, als sie ausschauen. Also keine Spur von Klinserschild. Schlangen sind überhaupt nicht klitschig, sie sind warm, sie sind weich. Sie werden zum Teil ja auch bei Massagepraktiken eingesetzt, weil sie eben so warm und glatt sind. In Asien gibt es ein paar Institute, die das auch machen, wo man Schlangen dann auf den Körper drauflegt zur Entspannung. Und ich glaube, das fühlt sich schon sehr gut an, muss man sagen, weil sie sind warm, weich und auch sehr muskulös. Weil sie haben ja keine Beine, sie müssen ja eigentlich alles mit dem schlängigen Körper bewerkstelligen. Und ich glaube halt, Schlangen haben nicht wie wir Menschen ein Augenlider, sondern sie haben fest verwachsene, durchsichtige Linsen sozusagen über dem Auge. und sie blinzeln nicht. Wie zum Beispiel Eidechsen. Also unsere heimische Blindschleiche, also eine Echse, die kann blinzeln. Die hat auch so einen Schlangenförmigen Körper. Aber allein durch das, dass sie die Augen schließen kann, hat das ganz einen anderen Ausdruck. Und Schlangen haben diesen starren Blick. Und durch diesen starren Blick. Weiß man überhaupt nicht. Sie haben keine Regung, keine Emotion eigentlich. Sie haben keinen Gesichtsausdruck, keine Mimik. Und ich glaube, das macht den Leuten Angst, weil die immer so wirken. Man weiß nicht, wie man sie einschätzt.
Elisabeth
00:07:14
Man können sie nicht lesen.
Andi
00:07:15
Man sieht sie nicht so oft. Man weiß nicht, also es glauben manche, dass Schlangen dann anspringen oder angreifen oder so. Aber das ist überhaupt nicht so, sondern die werden flüchten, werden versuchen, sich zu verstecken und sind eigentlich dem Menschen gegenüber sehr friedlich. Gerade bei uns in Österreich muss man sagen, wir haben zwei Giftschlangenarten in Österreich vorkommen derzeit. Die Hornwippa, die europäische und die Kreuzotter. Und ganz ehrlich, also wie viele Fälle haben wir, wo es eigentlich zu Zwischenfällen kommt? Und die kommen aber immer, weil die Leute Schlangen fangen und vor allem, weil sie es dann fotografieren wollen oder solche Sachen und die dann einfach mit der bloßen Hand angreifen. Und da kommt es dann natürlich zu Bissverletzungen. Und wenn man dann gebissen wird von einer dieser beiden, was passiert dann? Es kommt darauf an. Man sollte schon ärztliche Hilfe auf jeden Fall aufsuchen, immer. Und auch schildern, was passiert ist. Und in den meisten Fällen, es kommt darauf an, manche Leute reagieren auch auf Bienengift, natürlich allergisch. Es gibt Leute, die reagieren auf das Gift von der Kreuzotter, haben wir jetzt einmal einen Fall gehabt, Der hat sehr stark reagiert, aber eine allergische Reaktion gezeigt, ist aber vorab schon mehrfach gebissen worden. Und je nachdem, aber normalerweise, wenn man ein erwachsener Mensch ist und bei guter Gesundheit und Kondition, sage ich einmal, sollte eigentlich nichts Schlimmeres passieren.
Elisabeth
00:08:41
Das ist ein gewebezersetzendes Gift, oder was macht das Gift eigentlich?
Andi
00:08:44
Ja, also ein bisschen, ein bisschen. Und man kriegt halt vor allem Schwindel, Erbrechen. Bei der Hornwippe kann man schon neurologische Ausfälle auch haben, aber großteils hat man ein Blutzersetzungsgewebe. Aber es wird nicht sehr viel Gift bei den Tieren abgegeben meistens. Und wir hatten eigentlich Todesfälle, hatten wir überhaupt keine mehr, was ich mich erinnern kann, die letzten 50 Jahre. Nein, aber natürlich wichtig, ins Krankenhaus gehen, sich behandeln lassen. Meistens wird auch kein Gegengift gegeben, sondern man tut einfach Kreislauf stabilisieren und beobachtet die Person. Und manche haben es härter damit zu kämpfen, sage ich mal, mit so einem Biss als andere.
Elisabeth
00:09:29
Also es ist in erster Linie eher eine Kreislaufgeschichte.
Andi
00:09:31
Ja, und vor allem auch, wenn man älter ist oder Jugend, Kinder, da sollte man schon sehr aufpassen.
Elisabeth
00:09:38
Aber um das zu vermeiden, reicht es einfach, den Viechern nicht am Nerv zu gehen.
Andi
00:09:42
Ganz genau. Also bitte, wenn man irgendwo unterwegs ist, man sieht eine Schlange nicht hingreifen und sie fangen. Also wir hatten auch den Fall, dass jemand eine Kreuzhauter gefangen hat und seinem Kind in die Hand gedrückt hat zum Fotografieren. Bitte nicht. Und die Tiere, man kann sie von der Hand...
Elisabeth
00:09:57
Komisch, das ist ja das Naheliegendste eigentlich.
Andi
00:09:59
Ich habe es in die Hand gesagt, nimm das. Es ist ganz wichtig, wenn man in Bergen unterwegs ist, festes Schuhwerk tragen, sich nicht irgendwo reingreifen, wo man nicht reinschauen kann, nicht irgendwo reingehen, zum Beispiel mit Schlappen, das gehen ja auch manche Leute mit Schlappen am Berg, wo man nicht sieht, wo man hintritt und keine Tiere angreifen. Und das ist einfach so, wenn man klettert, dann immer ein bisschen schauen, wo greife ich da eigentlich hin. Und das sind schon mal in den Bergen wichtige Sachen, wenn man unterwegs ist, auch im Hornwipperngebiet, eben kommen ja auch in Kärnten vor.
Elisabeth
00:10:34
Und in Niederösterreich haben wir jetzt gelesen, hinter der Nähe von Winzendorf.
Andi
00:10:37
Ja, genau, das hat sie schon herumgesprochen. In Winzendorf gibt es ein Vorkommen der Hornwippern, der europäischen. Und das hat, also vor drei, ich glaube es ist jetzt drei Jahre her oder vier Jahre her, da hat mich eine Dame, es war kurz vor Corona, da hat sie mich schon länger her, fünf Jahre, hat sie mich kontaktiert hier im Museum und eine Dame, die geklettert hat dort in der Gegend und die hat mir gesagt, okay, sie hat da eine Schlange fotografiert und sie glaubt nicht, dass die dort vorkommt normalerweise. Und ich muss zugeben, wir kriegen ja viele solche Meldungen, ich habe gedacht, naja, es wird eine Schlingnatter sein oder so und habe zu meinem Kollegen gesagt, ich tippe auf Schlingnatter. Und sie schickt mir dann das Foto und ich sehe die Hornwippe und denke mir, eine Hornwippe in Niederösterreich ist ewig weit vom Verbreitungsgebiet entfernt. Und bin sofort hingefahren mit Kollegen und Kolleginnen und haben gesagt, okay, wir fahren raus, wir schauen uns das an. Ich bin von einem ausgesetzten Tier ausgegangen und habe gedacht, ja, manchmal passiert es halt, dass man sich da Tiere entledigt. Und sie ist dann wirklich auch dort gelegen, die Schlange. Wir haben sie auch wieder gefunden. Nur haben wir an dem Tag auch noch vier andere Tiere gefunden. In allen Altersstufen, weiblich, männlich, Jungtier. Und da habe ich schon gewusst, okay, es ist wahrscheinlich eine Population da. Oder es sind mehrere Tiere da. Wir haben dann angefangen zu recherchieren, auch in der Gemeinde. Und in der Gemeinde war eigentlich das bekannt, dass die Tiere da vorkommen. Also man kennt die Tiere. Und ich glaube, dass die Leute auch gedacht haben, dass es normal ist, dass die da leben. Und die dürften schon sehr lange, also länger da sein. Wir haben dann in eine Diplomarbeit gestartet, um einmal erste Kartierungen zu machen, zu schauen, wie weit sind die Tiere verbreitet. Und ja, also es sind spannende Ergebnisse, die wir demnächst publizieren werden. Das heißt, das Verbreitungsgebiet ist schon wesentlich größer, also nicht nur beim Steinbruch direkt, als wir angenommen hatten. Und wir starten jetzt, gerade jetzt, der Kollege von mir startet nächste Woche mit seiner Masterarbeit noch einmal zu dem Thema draußen. Und wir werden jetzt noch mal zwei Jahre eine Kartierung machen. Aber wir haben einmal so einen ORF-Breitrag gemacht über die Winzendorfer-Wippern. Und da haben die sehr schön gesagt, sie sind gekommen, um zu bleiben. Und ich glaube, das trifft die Sachlage dort ganz gut, weil man kann die Tiere auch nicht mehr abfangen.
Elisabeth
00:12:55
Aber ich finde es ja insofern interessant, dass ihr die so findet. Ich finde, wenn ich jetzt aktiv eine Schlange suche, ich habe noch nie eine gefunden. Also am Hof bei uns ist es eher Zufall, dass ich irgendwo eine Plane beiseite ziehe oder irgendein Holz beiseite nehme vor irgendein Holzstoß oder so. Und dann liegt da plötzlich ein Eiskulab drunter oder so. Aber sonst, ich habe noch nie eine Schlange aktiv gesucht und da wirklich gefunden.
Andi
00:13:18
Also ich glaube, es ist eine Übung.
Elisabeth
00:13:20
Also wahrscheinlich will ich Schwammel suchen.
Andi
00:13:21
Genau, also wenn man irgendwo ins Trockene geht, wo es bufftrocken ist, wird man wahrscheinlich kein Schwammel finden. Sondern man braucht halt gewisse Gebiete, wo man hingeht. Und genauso ist es mit den Schlangen. Also man muss wissen, wie leben sie, wo sind passende Überwinterungsquartiere oder wo sind zum Beispiel schöne Tagesquartiere, wo sind schöne Sonnenplätze. Wo wäre es optimal? Und da schaut man hin. Und man schaut natürlich auch zur passenden Zeit. Denn viele gehen der irrigen Annahme nach, dass die Schlangen Hitze mögen. Und je heißer, desto besser. Nein, Reptilien sind wechselwarm. Und das heißt, ihre Körpertemperatur ist immer abhängig von der Außentemperatur. Und sie generieren ihre Körpertemperatur von der Außentemperatur. Wenn es aber zu heiß ist, dann überhitzen die Tiere. Das heißt, wenn es zu heiß ist, werden wir keine Schlangen draußen finden oder keine Reptilien. Sondern man geht in der Früh, wenn die Tiere draußen liegen, wenn sie sich sonnen oder eben am späteren Nachmittag. Das sind optimale Zeiten. Das heißt, man muss zur richtigen Zeit draußen sein, zur richtigen Jahreszeit, wenn es geht auch. Man muss die passenden Standorte wissen, dann findet man schon Tiere. Aber auch nicht immer, muss man sagen. Manchmal sind wir auch glücklos, sage ich, aber oft finden wir schon was. Weil Sie es gerade angesprochen haben, wie überwintern die Flangen, also die Reptilien? Die suchen sich frostfreie Winterquartiere. Meistens sind es irgendwelche Bauten unterirdische oder Holz, wo sie drunter gehen. Also es darf nicht durchfrieren und da fallen sie in so eine sogenannte Winterstarre. Das heißt, es wird wirklich der ganze Stoffwechsel, alles wird runtergefahren. Sie werden richtig, erstarren richtig, ist ja klar, es ist außen rundherum kalt. Und so überdauern sie den Winter. Und würde es frieren oder würde das Tier Minustemperaturen abkriegen, dann stirbt es? Also es wäre nicht vorteilhaft, wenn es wirklich durchfriert. Es gibt Amphibienarten auch, wie der Grasfrosch, glaube ich, die können das auch. Die haben so ein Frosstschutzmittel auch, wo sie wirklich durchfrieren können. Ich habe das auch schon mal bei einer Schnappschildkröte, bei einer nordamerikanischen erlebt. Die ist ganz durchgefroren und hat es trotzdem überlebt. Aber es wäre nicht sehr vorteilhaft für die Tiere.
Elisabeth
00:15:30
Werbung History Uncovered So ist die Geschichte wirklich passiert Du Adam, ich muss dir was gestehen. Ich glaube, ich habe da was gesehen. Dort drüben auf dem Baum. Vielleicht war es auch nur ein süßer Traum. Mich hat ein Apfel angelacht mit seiner verführerischen Pracht. Mensch Eva, was machst denn du für Sachen? Der liebe Gott tut ja über uns wachen. Die Äpfel hat er uns verboten, nicht nur die grünen, auch die roten. Die Strafe droht dich, sag's wie sie ist, die Vertreibung aus dem Paradies. Die Schlange konnte all das hören und sagte zu den beiden. Lasst euch nicht stören, eines weiß ich ganz gewiss, das hier ist nicht das einzige Paradies. Da gibt es einen Ort in der irdischen Welt, ich bin mir sicher, dass euch der gefällt. Ich verrate euch gern meine zwei Schatzerl-Liebenshof-Sonnenweide, heißt es Platzerl. Also sollten sie euch aus dem Paradies verjagen, es ist ganz einfach, kann ich euch sagen. Wollt ihr das Paradies auf Erden besuchen, braucht es einfach nur eine Patenschaft buchen. Zoe, verlasst ihr deinen Apfelschmecken, der Adams soll inzwischen die Homepage von Hof Sonnenweide checken. Und so erfahren wir nun endlich den Grund, warum Eva sich so leichtsinnig den Apfel hat schmecken lassen. Wenn auch du im Paradies auf Erden vorbeikommen möchtest, nur zu, auf www.hof-sonnenweide.at findest du alle Infos zu den Patenschaften. Wir freuen uns auf deinen Besuch. Ach ja, die Schlange hat noch eine Bitte. Auf Hof Sonnenweide gibt's nur einen Haken, leider. Bitte nicht nackig, nur mit Kleider. Werbung Ende.
Andi
00:17:10
Ich komme vielleicht gleich zu den Amphibien. Sie wollten ja, oder du wolltest ja auch, dass wir den Termin jetzt machen, also Anfang März ist ideal und aktuell. Was ist der Grund, warum das gerade jetzt so aktuell ist, wie immer Amphibien? Also überhaupt Amphibien und Reptilien. Also man sieht ja auch, wenn wir rausschauen, es scheint schon die Sonne. Es ist noch ein bisschen kühl, aber ich habe schon gehört, der Frühling kommt und 20 Grad, glaube ich, sind angesagt diese Woche. Und dementsprechend werden natürlich jetzt auch die wechselwarmen Amphibien und Reptilien schön langsam unter. Es wird vielleicht noch ein bisschen dauern, aber ich glaube, es geht schon langsam los. Und sie werden Wochen auf und natürlich das Erste, was passiert ist, Es beginnt die Paarungszeit. Und es kennen ja viele von uns, dass dann auf den Straßen die Amphibienwanderungen, es werden die Zäune aufgestellt, man sieht oft viele tote Tiere, die die Straßen überqueren. Also vor allem Amphibien, die zu ihren Laichgewässern wandern und dann auch wieder abwandern. Man muss auch sagen, es gibt ja auch Rückwanderung. Und dementsprechend ist natürlich jetzt dann beginnt unsere Saison. Wir waren jetzt auch sozusagen im Winterschlaf und ich habe mich mehr mit den tropischen Arten beschäftigt. Aber jetzt natürlich geht es dann bei uns auch bald wieder los. Und deswegen ist es auch wichtig, jetzt gerade im Frühjahr darauf aufmerksam zu machen, auf Amphibien und Reptilien zu achten.
Elisabeth
00:18:26
Darf ich in dem Zusammenhang eine wirklich komplett naive Frage stellen? Warum bleiben die Tiere nicht einfach dort, wo sie sind und tun sie diese Wanderung an? Das ist ja eigentlich evolutionär, sehr Zusatzaufwand.
Andi
00:18:37
Aber die Annahme ist ja, dass die Amphibien immer in dem Wasser bleiben. Das tun sie aber nicht. Denn außer Grünfrösche und auch die Molche gehen die meisten Amphibien nur zur Paarungszeit, zur Laichzeit ins Gewässer und wandern dann gleich wieder aus dem Gewässer ab. Manchmal in die Umgebung, wo halt zum Glück keine Straße ist, wo sie dann die Landlebensräume aufsuchen, aber die rechnen ja nicht damit, dass wir da irgendwo Straßen hinbauen. Und natürlich, viele wandern ein bisschen weiter ab oder es geht halt gerade eine Straße beim Laichgewässer vorbei und die suchen dann einen Landlebensraum auf und müssen halt dann die Straße überqueren. Also das heißt, wir Menschen bauen einfach in die Lebensräume halt Barrieren rein, die sie halt dann zu überwinden haben, die halt früher nicht da waren. Und wenn diese Barrieren nicht wären, wie weit waren dann Tiere ungefähr weg? Ja, also ich muss wirklich sagen, ich bin jetzt keine Amphibien-Expertin, aber ich glaube, es sind ein paar hundert Meter oder sogar ein paar Kilometer, die sie gehen können, ja.
Elisabeth
00:19:36
Aber ist klar, macht natürlich jetzt insofern gesehen wieder Sinn, weil dann würden die ja auf einem Platz, nämlich bei diesem Leichtgewässer, hunderte, möglicherweise tausende.
Andi
00:19:45
Man muss natürlich auch andere Gewässer dann auch aufsuchen und abwandern. Die Jungtiere wandern dann auch manchmal ab. Also das ist schon. Und natürlich, wenn da keine Straßen wären, zum Glück gibt es Tunnel, wo die Tiere dann auch wirklich unter der Straße durchwandern können. Es gibt Amphibienschutzeinrichtungen und Zäune, wo wirklich sehr viele Ehrenamtliche und auch vor allem die Naturwacht diese Zäune betreuen und viele ehrenamtliche Organisationen das machen. Ich habe das während meiner Studienzeit auch gemacht und habe da immer Amphibienzäune aufgestellt. Und im ganzen März, April haben wir nicht studiert, sondern immer, das dürfen meine Professoren auch nicht hören, die Zäune halt dann immer ausgetreut und gemacht. Und das war für uns eigentlich ganz klar. Aber das war wirklich ein Wahnsinn, wie viele tausende Tiere wieder drüber getragen haben.
Elisabeth
00:20:35
Die nächste vielleicht sehr naive Frage, was ist der Unterschied in der Definition zwischen Amphibien und Reptilien? Weil eigentlich gehört es ein bisschen zusammen, aber nicht so ganz.
Andi
00:20:43
Ja, also Amphibien und Reptilien umfasst den Begriff der Herpetologie. Aber Amphibien sind Froschlurche, das heißt, da gehören dazu zum Beispiel die Frösche, die Kröten, die Salamander bei uns. Also die gehören da dazu. Und zu den Reptilien können die Schlangen, die Echsen, die Schildkröten, also wenn ich nur von Österreich spreche. Und der Unterschied, wo man es gleich mal erkennen kann, ist, dass Amphibien immer so eine ganz dünne, drüsenreiche Haut haben und deswegen sind sie auch relativ empfindlich, auch zum Beispiel auf Pestizide oder auf Austrocknung, auf Klimawandel. Also wenn es immer trockener wird und die Feuchtigkeit fehlt, die Leichtgewässer fehlen, die sind natürlich auch sehr abhängig vom Wasser durch ihre dünne, permeable Haut und durch ihre Fortpflanzung. Natürlich auch, weil sie damit aufs Wasser angewiesen sind, die meisten. Außer der Alpen Salamander, der bei uns lebend gebären, also der lebende Junge absetzt. Und die Reptilien haben immer ganz eine schuppige Haut. Also das kann man sehr gut unterscheiden, wenn man es anschaut. Und die auch sich schon vom Wasser eher unabhängiger gemacht haben, großteils. Und auch durchaus mit trockeneren Sachen umgehen können.
Elisabeth
00:21:59
Okay, verstehe. Elisabeth?
Andi
00:22:01
Ja, ich bin so ein Überlegen, wie die Frage intelligent formulieren kann. Weil die Amphibien legen ihre Eier dann eigentlich grundsätzlich im Wasser ab. Also ich habe jetzt nur die Kröte vor uns und unserem Biotop. Und Reptilien tun das aber nicht, oder? Wie legen die ihre Eier ab oder wie bekommen die ihre Jungen? Bei Reptilien gibt es zwei Möglichkeiten. Also ich rede jetzt immer nur von Österreich auch. Und zwar, sie legen entweder Eier ab. Und die Eier werden dann durch, zum Beispiel den Komposthaufen ist sowas ganz typisches, weil ich am Hof, wenn ich einen Komposthaufen habe, dann werden da wahrscheinlich Eier reingelegt, weil da wird natürlich diese Wärme der Kompostierung genutzt, um eben die Eier zu zeitigen und dann schlüpfen eben die Jungen. Das ist uns vorher passiert, wie den Komposthaufen, wie wir den verwendet haben fürs Gemüse, dass ich auf so ein Nest gestoßen bin und du weißt dann auch nicht, was du tun sollst, weil es ist schon zu spät, du hast einen gestochen. Furchtbar. Aber einfach zu machen und schauen, ob noch was kommt. Das ist sie. Ja, und die zweite Möglichkeit ist, es gibt auch bei uns lebendgebärende Arten, also den Eier lebendgebärend. Das heißt, die haben zwar nur so eine ganz dünne Hülle rundherum, aber sie setzen eigentlich schon vollständig entwickelte Jungtiere ab. Also bei den Reptilien, und das wäre zum Beispiel die Bergeidechse, die Zootoka Kaniolica in Kärnten. Die Kaniolica, Entschuldigung, das ist die Eierlegende, aber die Zootoka Vivipara eben, die Lebendgebärende, die setzt wirklich lebende Jungtiere ab. Das macht die Kreuzotter zum Beispiel auch. Also die kriegen die Hornwippa auch. Also die setzen wirklich lebende Jungtiere ab, die nur mehr so eine ganz dünne Schicht, so eine Hülle drumherum haben. Und unsere heimische Schlingnatter ist zum Beispiel auch lebend gebärend. Das ist eine ungiftige Schlange bei uns in Österreich, die aber auch lebende Jungtiere auf die Welt bringt. Und bei den Amphibien wäre es der Alpensalamander, der lebende Jungtiere absetzt. Und der Feuersalamander, der heimische, der setzt ja Larven ab ins Gewässer. Auch ins Gewässer? Ja, mhm. Und kümmern Sie die dann um Ihren Nachwuchs? Nein. Also um den Nachwuchs wird eigentlich bei unseren heimischen Arten nicht gekümmert. Es gibt einige Reptilienarten und auch natürlich Amphibienarten weltweit, gibt es doch einige, die sehr wohl Brutpflege betreiben. Also zum Beispiel Königskopras bewachen, die machen so ganz große Nester, wo sie eben die Eier reinlegen und die bewachen die Nester auch gegen Eindringlinge. Man kennt auch Bilder zum Beispiel auch von Kaimern und von Krokodilen, die die Jungen noch mitführen. Schildkröten sind bekannt auch, dass sie zum Beispiel sich zum Teil auch um ihren Nachwuchs eben kümmern. Also es gibt schon und natürlich die ganz berühmt, die Pfeilgitfrösche, auch verschiedene Orten, die eben auch dann noch die Kaulquappen am Rücken tragen und so und ins Gewässer dann entlassen. Also solche Sachen sind natürlich schon, bei uns aber in Österreich, muss ich sagen, würde mir nichts einfallen. Nein, gibt es nicht. Das heißt, die Jungtiere sind, nicht wie bei uns Menschen, sind sofort selbstständig. Und das möchte ich auch dazu sagen, vor allem auch bei Giftschlangen, auch die jungen Giftschlangen sind giftig. Und viele glauben, weil sie so klein sind und Jungtiere, dass sie nicht giftig sind, auch junge Giftschlangen können beißen und auch Gift abgeben. Also auch nicht in die Hand nehmen, nicht angreifen und nicht dem Kind in die Hand rücken. Ganz genau. Andi, Pfeilgiftfrösche, dein Stichwort. Die Frage, auf die du schon die ganze Zeit warst.
Elisabeth
00:25:48
Ich habe einmal einen Roman gelesen, der hat in Amerika gespielt. Und da haben die Protagonisten hinterm Haus eine Kröte gefunden und ihr über den Rücken geleckt, weil die eine LSD-artige Substanz absondert. Gibt es das wirklich? Frage für einen Freund, gibt es das in Österreich auch?
Andi
00:26:06
Nein. Gleich mal dazu bitte, alle die jetzt zuhören, bitte nehmt nicht Erdkröten bei uns oder irgendwas, sonst schlägt es drüber. Das bekommt niemandem gut, denn es ist natürlich ein Gift, das da abgegeben wird, ein Hautgift. Aber das gibt es natürlich. Es gibt die Kröte, ich glaube, es ist jetzt Incilius alvarius. Und die kommt auch in Süd-Mittlamerika vor allem vor. Und ist eine Kröte, die Substanzen abgibt, wenn man sie wirklich abschlägt. Das ist wie ein Drogentrip. Und das wird auch gemacht. Ich rate dringend davon ab, muss ich sagen. Denn ich glaube, man kann das erstens wenig dosieren. Man weiß ja nicht, wie man auf das Gift reagiert. Aber es wird gemacht. Es ist kein Schmäh. Es ist wirklich gut recherchiert vom Buch. Aber es ist kein Pfeilgiftfrosch, sondern es ist eine Kröte.
Elisabeth
00:26:58
Es ist eine Kröte.
Andi
00:26:59
Es ist eine Kröte, ja.
Elisabeth
00:27:00
Und auch nochmal der Hinweis für alle, die es überhört haben. Bitte schlägt es keine Kröten. Nein.
Andi
00:27:06
Also das ist es. Aber wir haben immer wieder solche Anfragen, muss ich wirklich sagen. Wir haben immer wieder mal solche Anfragen. Und ich sage das auch immer dazu. Und dass das wirklich bitte niemand macht.
Elisabeth
00:27:18
Findet auch die Kröte nicht cool.
Andi
00:27:21
Die heimischen Kröten haben auch Giftströten und das ist einfach um Freistfeinde abzuschrecken. Und auch natürlich um zum Beispiel, ich glaube das Gift, es dient ja auch dazu, den Chemismus der Haut, also dass man zum Beispiel keine Pilze hat oder solche Sachen eben, dass das auch wirkt, aber natürlich auch Freistfeinde abzuschrecken, und auch davor sondern man darf so, alle sind giftig.
Elisabeth
00:27:47
War mir so nicht bewusst? Ich habe irgendwann einmal gedacht, gelesen zu haben, der Feuersalamander schaut nur giftig aus, um Fressfände abzuschrecken.
Andi
00:27:54
Nein, war kaum genauso. Zum Beispiel auch wenn man mit ihm hantiert. Und weil zum Beispiel der Tiergarten Schönbrunn macht ja ein sehr schönes Projekt, um den Pilz zu untersuchen, der Salamander befallen kann. Es gibt nämlich mehrere Hautpilze, die für Amphibien bedrohlich sind, weil sie ja daran sterben können. Und da gibt es eben auch den sogenannten Salamanderpilz, also der wirklich nur Schwanzlurche befällt und unser Feuersalamander gehört da klassisch dazu und eben auch die ganze Molche. Und der Pilz tritt schon rund um Österreich, vor allem in nördlichen Bereichen, auf. In Österreich konnten wir ihn bisher noch nicht wachweisen. Und der Tiergarten Schönbrunn macht ein sehr schönes Projekt, vor allem die Doris Breininger und die Susi Stückler koordinieren das. Und da wird in ganz Österreich, in jedem Bundesland, gibt es Ehrenamtliche, die Salamander beproben immer im Frühjahr. Dann werden die Proben genetisch untersucht, damit wir eben ein Bild haben, ist der Bild schon da oder nicht oder was kann man denn da tun. Und wir sind auch mit dabei und beproben eben auch immer Tiere und sind auch eine Ansprechstelle eben, es gibt einen eigenen Folder, wo man auch Ansprechsperlen in jedem Bundesland hat, wo man sich hinwenden kann, wenn man tote Feuersalamander findet oder wenn man Tiere sieht, die irgendwie krank ausschauen und wo man sich da eben hinwenden kann. Der Folder ist, ich glaube, bald abrufbar auf der Homepage vom Tiergarten Schönbrunn und auch bei uns, bei der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie. Das ist so ein ehrenamtlicher Verein, der sich mit heimischen, vor allem heimischen Amphibien und Reptilien beschäftigt, ist das auch auf der Homepage zu finden und da kann man alle Kontakte finden. Und wenn man eben mit den Tieren dort arbeitet und sie auch beprobt und sich dann zum Beispiel ins Auge fährt, dann brennt es natürlich. Da merkt man schon, es wird natürlich was abgegeben, ein Hautsekret.
Elisabeth
00:29:42
Aber du hast jetzt gerade erwähnt, das Projekt Tiergarten Schönbrunn im Vorgespräch hast erzählt, es gibt das Citizen Scientist Projekt. Kannst du uns da mal was darüber erzählen?
Andi
00:29:52
Ja, also wir haben seit vielen, vielen Jahren, ich muss sagen, also seit mehr als 35 Jahren ein Citizen-Science-Projekt hier laufen an der Sammlung. So lange bin ich noch nicht da, aber meine Kollegin Antonia Capella hat es vorher schon begonnen und hat zum Teil eben auch ein Citizen-Science-Projekt gemacht. Und man muss sagen, damals hat mir Citizen-Science noch gar nicht gekannt, den Begriff. Und jetzt ist das natürlich schon sehr etabliert, aber damals war das wirklich noch was Neues. Was hat sie gemacht? Sie hat. Und Fundbeobachtungen von Amphibien und Reptilien in Österreich, sowohl von der Forschungsseite her als auch von Meldern aus ganz Österreich in einer Datenbank gesammelt und hat damit begonnen. Und das war ein wirklich federführendes Projekt damals von ihr. Und sie hat irrsinnig viele Citizen Scientists damals schon begeistert, die Amphibien und Reptilien gemeldet haben. Damals hat man noch Fundbögen ausgefüllt und sie ihr geschickt. Also wir haben wirklich massenweise drinnen so handschriftliche Fundmeldungen von Leuten.
Elisabeth
00:30:53
Opa erzählt vom Krieg, sagen wir immer dann.
Andi
00:30:56
Das ist ein Wahnsinn, wirklich. Also wirklich ein Wahnsinn, man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen. Und das haben sie dann alles händisch eingetippt. Und da war ganz, ganz toll, war ein oberhistorischer Bauer, der jedes Jahr auf seinem Hof alle Amphibon-Raptilien-Meldungen geschickt hat über Jahrzehnte. Er ist leider letztes Jahr verstorben. Aber man sieht schon, aufgrund dessen, dass ich schon weiß, dass er verstorben ist, wir hatten immer noch Kontakt. Und er hat jedes Jahr seine Sachen geschickt. Und von ihm haben wir wirklich, da können wir das wirklich mal extra auswerten, über Jahrzehnte auf seinem Hof eigentlich die Amphibon-Reptilien-Verbreitung und wie sich das zum Beispiel auch geändert hat. Und ja, wir haben das Projekt dann weitergeführt. Also wie die Antonia in Pension gegangen ist, habe ich es übernommen. Und wir sammeln hier an der Herpetologischen Sammlung des Naturösterreichischen Museums, haben eine Datenbank, wo wir Beobachtungen von Amphibien und Reptilien aus ganz Österreich sammeln. Und ich sage jetzt wirklich mal aus ganz Österreich und alle Arten. Also ich höre oft, na, aber die Erdkröte wird sie nicht brauchen. Ihr braucht nur irgendwas Besonderes. Nein, also wir brauchen jede Erdkröte, jeden Grasfrosch, jeden Springfrosch, jede Blindschleiche, alles, was man gerne melden möchte aus seinem Garten oder auch außerhalb, wenn man unterwegs ist. Hilft uns weiter, weil wir ein Verbreitungsbild sozusagen erweitern können. Und wir haben derzeit also 130.000 Datensätze in dieser Datenbank und haben jetzt gerade vom Biodiversitätsfonds Österreich ein sehr großes Projekt gefördert gekriegt, das heißt auch Amphibien und Reptilien Österreichs. Und da versuchen wir jetzt sämtliche Daten aus ganz Österreich, die über Plattformen, Landesregierungen, überall, wo es Daten von Amphibien und Reptilien gibt, private Zoos zum Beispiel auch oder Universitäten, versuchen wir alle Daten zusammenzuführen, um sie für alle verfügbar zu machen. Also auch wir stellen unsere ganzen Daten jetzt eigentlich auf GPIF und das ist eine Plattform, wo man wirklich alle Daten verwendet. Aus Österreich zum Beispiel auch abrufen kann zu Pflanzen, zu Tieren. Und da stellen wir die ganzen Daten dann rauf und zur Verfügung. Und dann kann sie eigentlich jeder für seine Forschungsarbeit oder für naturschutzfachliche Arbeiten auch nutzen. Und das ist eigentlich der Sinn dahinter auch, dass man eben Daten, die man hat, auch zur Verfügung stellt, damit sie genutzt werden. Nicht nur dann machen sie es hin.
Elisabeth
00:33:29
Aber es ist gut zu wissen, weil wir auf Sonnenweide haben auch eine Erdkröte, die sitzt immer zwischen Misthaufen und Schweineausgang, Die Susi.
Andi
00:33:35
Ihr kennt das mal.
Elisabeth
00:33:37
Ich wollte jetzt gerade sagen, die müssen wir unbedingt melden. Es kann ja sein, dass die Susi nicht in der Datenbank ist.
Andi
00:33:41
Ihr könnt sie melden. Die reagieren lustig drauf. Das ist ja hoch suspekt. Natürlich sind sie ja nur suspekt. Aber ihr könnt es wirklich melden. Und man kann es auf vielerlei Möglichkeiten tun. Also heutzutage wahrscheinlich kennen die meisten iNaturalist. Und wir holen uns auch die Daten von iNaturalist. Es gibt aber genauso herpetofauna.at, also die auch sehr schöne Steckbriefe dabei. Haben von den heimischen Amphibien, Reptilien und die auch mit uns kooperieren. Also das ist auch eine sozusagen eigene Citizen Science Initiative, die sehr, sehr eng mit uns zusammenarbeitet. Es gibt aber auch Naturbeobachtung.at vom Naturschutzbund, auch Projektpartner in unserem Projekt oder eben das Haus der Natur in Salzburg mit Observation.org, also die das sehr nutzen, da kann man auch melden, da kriegen wir die Daten auch her. Also die sind auch Kooperationspartner in den Biodiversitätsfondsprojekten. Also man sieht, es sind wirklich alle aus Österreich eigentlich an dem beteiligt und wir wollen eigentlich alle ein Ziel, einen wirklich guten Datensatz, um auch vermehrt Schutzarbeiten, naturschutzfachliche Arbeiten zu machen, auch für wissenschaftliche Fragestellungen die Daten zur Verfügung zu stellen. Und da sind wirklich alle aufgerufen mitzumachen und wir machen jetzt auch einen Anreiz und zwar wird es geben eine sogenannte Happy to Race. Und zwar das Happy to Race findet statt von Mitternacht 31. Mai bis Mitternacht 1. Juni. Ist auf der österreichischen Gesellschaft für Herpetologie auf der Seite dann auch zu sehen, die Spielregeln sozusagen. Und wer die meisten Funde meldet, kriegt dann natürlich auch Preise. Also wir haben sehr schöne Preise, wir haben wirklich gute Sponsoren gekriegt, die uns tolle Preise zur Verfügung gestellt haben. Und der Sinn ist eben, wenn man zum Beispiel aus Gebieten meldet, es werden auch Karten zur Verfügung gestellt, wo man auch sieht, wo wir wenig Fundmeldungen haben aus den Gebieten. Und sozusagen je weniger Fundmeldungen aus dem Gebiet sind, desto mehr zählt natürlich auch die Beobachtung. Und das wird, glaube ich, sehr lustig werden. Das gibt es ja von BirdLife, das kennen wir auch. Und wir haben uns gedacht, okay, das probieren wir jetzt mal. Und ja, wir würden uns freuen, wenn ganz viele mitmachen.
Elisabeth
00:35:49
Wir stellen uns auf jeden Fall in die Show Notes rein. Und ich glaube, eines ist noch wichtig, habe ich gehört, keine Mehrfachmeldungen. Also wenn man auf einer Seite teilt, dann… Genau.
Andi
00:35:58
Das ist halt momentan auch unser Problem. Viele sind so enthusiastisch und das verstehe ich auch und die melden dann auf der Plattform und auf der und auf der. Und je nachdem, wie die Koordinaten dann auch angegeben werden, fällt es uns dann auch schwer auf, die Daten dann rauszufiltern. Und doppelte Datensätze sind sehr schwierig. Also ein paar meiner Kolleginnen und Kollegen im Projekt wissen da ein Lied zu singen, die versuchen nämlich jetzt gerade die doppelten Datensätze rauszunehmen aus den Datensätzen. Und es ist sehr schwierig. Ja, und wir haben dann noch über ein sehr, sehr interessantes Projekt etwas herausgefunden.
Elisabeth
00:36:32
Ich habe viel gesagt, wir haben gestalkt.
Andi
00:36:34
Ich sehe es schon, ich sehe es schon.
Elisabeth
00:36:35
Wir wissen alles.
Andi
00:36:38
Ja, und zwar haben wir da einen Vortrag gefunden. Das war ein Projekt zwischen Naturhistorischem Museum und Bundesheer. Worum ist es denn da gegangen? Ja, okay. Unser Bundesheerprojekt. Ja, also das Bundesheerprojekt ist sehr lange gelaufen. Also das ist über zwölf Jahre gelaufen auch. Und am Anfang habe ich mir auch gedacht mit meinen Kollegen, wie wir gefragt wurden, ob wir das machen wollen, dass die irgendwie verdauen haben. Also sie können nicht uns mahnen oder so. Und es war aber dann ein sehr spannendes Projekt. Und zwar geht es dabei um Auslandseinsätze des österreichischen Bundesheers. Und dort trifft man natürlich nicht nur auf Menschen, die, finde ich, viel bedrohlicher sind als die vorkommenden Arten dort, aber natürlich auch auf Tierarten oder die durchaus bedrohlich sein können, wenn man in so einen Einsatz geht. Und wir haben für das österreichische Bundesheer eine sehr große Datenbank erstellt, wo alle wichtigen Informationen vom Einzähler bis zum Großsäuger in dieser Datenbank gespeichert sind für fast ganz Afrika mittlerweile und andere Länder und wo man das dann eigentlich relativ schnell abrufen kann. Und wenn man zum Beispiel in ein Einsatzgebiet fährt, sieht man dann sofort, die Arten kommen dort fort, das ist gefährlich oder da müssen wir ein bisschen aufpassen und da müssen wir Gegengift zum Beispiel mitnehmen oder nicht. Solche Dinge. War das denn jetzt sogar so praktische Hinweise, wie entfernt man eine Schlange aus dem Schlafsack? Also ich stelle mir ein, ja.
Elisabeth
00:38:01
Ich stelle mir das so lustig vor, so tapfere Jagdkommandosoldaten, gestehlte Männer, die dann mit schreckensgeweiteten Augen und bleichen Gesichtern da sitzen.
Andi
00:38:10
Also wenn Sie mir zuhören, die Kollegen vom Jagdkommando, ich sage bewusst nur Kollegen, weil es sind ja fast noch Männer, nein, also so schlimm ist es nicht.
Elisabeth
00:38:19
Das musst du jetzt sagen.
Andi
00:38:21
So schlimm ist es nicht. Und sie machen das immer sehr bravourös, die meisten. Und natürlich, das ist ganz was anderes. Also eine Schlange ist dann ganz was anderes als ein Mensch zum Beispiel, der bedroht, an dem man gewohnt ist. Und ja, wir machen auch Schulungen und machen auch praktische Übungen mit lebenden Schlangen. Und das auch mal anzuschauen, wie fühlt sich das an, wie ist das, wie reagieren die Tiere. Und ich möchte auch nicht, dass man die Tiere tötet oder dass man irgendwie so sich derer entledigt, wenn man es in einem Camp hat, sondern dass man relativ simpel lernt, wie kriege ich die leicht raus. Und ohne, dass da irgendwas passiert, weder für den Menschen noch für die Schlange. Aber zum Beispiel, es gibt da Parasiten, es gibt Krankheiten, die über Vektoren übertragen werden, über Mücken, also Denguefieber oder sonstige Sachen. Und diese Sachen werden alle in der Datenbank berücksichtigt. Skorpione sind natürlich auch nicht unwesentlich, weil man unterwegs ist. Und das haben wir jetzt sehr lange gemacht und werden wir, so wie es ausschaut, auch noch weitermachen.
Elisabeth
00:39:25
Also das ist wirklich ein Workshop mit einer lebenden Schlange und dann hast du so und jetzt… Und Skorpione.
Andi
00:39:29
Also so ein Workshop läuft ab, dass man einfach verschiedene Schulungen macht zu verschiedenen Tiergruppen. Besonders relevant sind. Manchmal machen wir auch Pflanzen mit, also je nachdem, wo man hingeht. Und weil es gibt dann durchaus auch, man glaubt das gar nicht, also Pflanzen, die durchaus Probleme machen können, die auch phototoxisch zum Beispiel sind. Also wenn man ankommt und da mit Sonnenlicht, dass dann wirklich zu schweren Verbrennungen kommt.
Elisabeth
00:39:52
Das sind Österreicher, ne? Wie heißt der? Bärenklau. Riesenbärenklau.
Andi
00:39:57
Also solche Dinge. Und dann eben gibt es immer einen praktischen Teil, wo man Skorpione herzeigt, wo man Schlangen herzeigt, wo man Macht Zeit, wie macht man sich eigentlich einen Schlangenhaken oder was ist zu achten im Gelände und wie mache ich das?
Elisabeth
00:40:10
Und jetzt auch wieder eine praktische Frage, wenn ich eine Schlange evakuiere aus dem Camp, kommt die nicht einfach wieder zurück, weil die sagt, da wohne ich.
Andi
00:40:18
Das kann schon sein, aber da muss man sich halt ein Stückchen weiter wegbringen. Aber meistens gehen die Tiere eh weg. Also wenn da sowas gebaut wird oder alle da herumrennen und mit Stiefeln herumrennen, dann flüchten die Tiere sowieso und gehen meist weg. oder man kann schon vorab schauen, vor allem man kann sich ja überlegen, wo baut man so ein Camp? Also wo wäre es vernünftig, eins zu machen, wenn es geht, wenn ich es mir aussuchen kann, dass ich da vielleicht schon gar nicht diese unliebsamen, sage ich jetzt unter Anführungszeichen, Besucherinnen, Besucher habe.
Elisabeth
00:40:46
Aber genau aus dem Aspekt, den du beschrieben hast, finde ich das großartig, das Projekt nämlich sehr anzuschauen, wie kann ich das Tier lebend evakuieren und nicht einfach auf alles einträuschen, was irgendwie gefährlich ausschaut, damit man keine Gefahr mehr hat.
Andi
00:40:59
Ja, und vor allem auch auf die Tiere näher zu bringen. Also ich habe gemerkt, dass sehr großes Interesse besteht, auch viel drüber zu erfahren und dass dann auch eigentlich, glaube ich, die Freude ganz groß ist, wenn man auch mal Tiere draußen sieht und dann die auch schon vielleicht bestimmen kann oder zuordnen kann. Also wir haben auch eigene Folder gemacht für Gebiete, die man mitnehmen kann, wo man dann schon bestimmen kann und ja, also ich glaube, das ist wirklich super, so dieses Wissenschaftliche mit dem Praktischen zu verknüpfen. Also solche Sachen finde ich halt immer, Sehr spannend, gerade wenn man in einem Museum arbeitet, wo man schon oft das Gefühl hat, die sitzen da alle in ihren Elfen beim Turm. Also ich muss sagen, ich glaube, aus der Zeit haben wir uns schon alle sehr lange verabschiedet. Und das ist auch nicht der Sinn. Ein Museum sollte eine zentrale Anlaufstelle sein für alle, die Fragen haben, die mitmachen möchten, die sich weiterbilden möchten. Die Arbeit sollte auch transparenter gezeigt werden und das machen wir auch mittlerweile. Da gehen wir ja ganz andere Wege. Aber natürlich, ich kann mich erinnern, wie ich als junge Studentin da reingekommen bin, habe mir schon gedacht, ui. Und das ist halt heutzutage aber schon eigentlich, glaube ich, lang nicht mehr und vor allem auch in einem Museum ist, glaube ich, auch wichtig zu sagen oder ist mir halt wichtig, wir machen hier Forschung oder Wissenschaft, wir arbeiten hier und wir haben nicht nur die Schausammlung. Die Schausammlung ist ein ganz kleines, ein Prozent der Objekte, die wir haben, sind in der Schausammlung und der Rest ist hinten in den wissenschaftlichen Sammlungen und dient der Forschung und wir haben auch sehr viele Gäste, die an unseren Sammlungen forschen und die hier sind. Wir beforschen sie selbst, die Sachen, unsere Objekte. Also es ist eigentlich eine riesengroße Forschungseinrichtung. Und das wissen die wenigsten. Sie haben auch gesagt, wie wir jetzt reinkommen sind, gleich neben uns ist das Haifisch, der Haifisch-Schauraum. Der Haishall, ja. Der Haishall, genau.
Elisabeth
00:42:59
Wir haben die kleinen Kinder kreischen gehört.
Andi
00:43:01
Und das hat einen Grund, warum das so nahe beieinander ist. Wie ist es denn so? Ja, also früher waren auch große Teile der wissenschaftlichen Sammlungen auch draußen im Schaubereich. Also ich habe noch alte Fotos gesehen, weil wir bauen nämlich gerade unsere Schausammlung um und da werden meine zwei Seele für amphiblen Reptilien, ich sage jetzt mal meine zwei Seele sind jetzt nicht meine, aber für die Zeit, jetzt wo ich hier arbeite, sind es meine Seele. Und die werden gerade umgebaut. Und da habe ich alte Fotos angeschaut und recherchiert und habe gesehen, dass man früher wirklich einfach die Vitrinen gehabt hat und voll mit Gläsern. Also so wie unsere wissenschaftliche Sammlung aufgestellt ist, hat man das draußen gehabt. Und da war natürlich auch wichtig, dass die Kuratoren in der Nähe sitzen, dass sie auch arbeiten können dementsprechend. Und deswegen, innen sind die ganzen Büros und außen sind die Schaubereiche. Und deswegen hört man auch die Besucherinnen und Besucher so nah. Spannend. Ja, und alle, die sich interessieren, Ende April eröffnen wir die zwei neuen Schausäle bei uns im Museum für Amphibien und Reptilien. Und da werden auch diese Fragen wie, was ist ein Amphib, was ist ein Reptil, die Unterschiede, das wird man dann dort alles sehen können. Also ich hoffe, wir kriegen viele Besucherinnen und Besucher. Wir Stichwort hören jetzt draußen, heiß, eine Kindergruppe, perfekt.
Elisabeth
00:44:17
Du hast es so ganz entspannt geschildert, den Umgang mit Skorpionen und Schlangen, giftige, gefährliche Tiere. Gibt es eigentlich ein Tier oder Tiere, von denen du dir fürchtest?
Andi
00:44:28
Ja, ganz furchtbar. Ich sage es gleich, es werden alle lachen. Das betrifft auch euch. Nein, Kühe. Wirklich? Okay, das verstehe ich total. Interessanterweise, wo wir selber welche haben. Nein, ich muss wirklich sagen, also eine Kuh ist für mich wirklich, da ist aus. Also es ist wirklich ein Wahnsinn und das haben schon viele bei Exkursionen mit mir erlebt, dass ich dann immer ruhiger werde und immer weiter auf die Seite gehe und so und weggehe. Also Kühe sind mir wirklich unheimlich. Und das war immer schon so, ich glaube, weil wir einen Hund hatten als Kind und wenn man damit auf die Alm geht mit einem Hund, dann weiß man, was passiert, also dass die Kühe auch oft herkommen und den Hund attackieren. Und, Das ist auch ganz verständlich. Und ich glaube, das ist so drin geblieben. Und ja, ich versuche daran zu arbeiten, bis ich gar letztes Mal eine gestreichelt. Aber es war sehr schwierig. Das geht sogar so weit, dass mein Partner mir sogar ein dickes Buch über Kühe geschenkt hat zum Geburtstag, um das Ganze ein bisschen zu entschärfen. Aber es wird.
Elisabeth
00:45:26
Vielleicht kannst du uns ja mal auf Hof Sonnenweide besuchen. Und dann wirst du die Bonny kennen, unsere schottische Hochlandkuh.
Andi
00:45:33
Ja, aber ich darf auf der Alm durchgehen. Ich mag das auch überhaupt nicht. Für mich sind sie, obwohl ich sie gut kenne und wir haben vier und ich habe kein Problem mit ihnen, weil die kann ich einschätzen, die kenne ich. Aber wenn die in einer Herde auftreten, das ist mir auch das Gefühl, ich hätte keine Chance zum Stoppen, wenn sie auf mich zurennen. Das ist unser Ding, die mag ich auch nicht so gut.
Elisabeth
00:45:54
Wir haben auch vor kurzem einen Vortrag gehört und da wird es auch ein Interview dazu geben zum Thema Wildnis in Mitteleuropa. Der Marc Graf und die Christine Sonnwill. Genau. Und die haben auch unter anderem ein Foto gezeigt, das gefährlichste Tier in Mitteleuropa. Und das ist eben nicht der Bär, nicht der Wolf, sondern die Kuh. Weil damit gibt es de facto die meisten Verletzten und Unfälle.
Andi
00:46:20
Das glaube ich sofort, ja.
Elisabeth
00:46:21
Was gibt es denn für eine besondere Begegnung mit einem Tier, das du persönlich nie vergessen wirst?
Andi
00:46:27
Ja, das gibt es viele. Gibt es viele, glaube ich. Aber ich muss sagen, immer wenn ich Schlangen draußen finde, sind das immer besondere Begegnungen. Und ich fahre auch viel ins Ausland und bin auch draußen unterwegs und verbringe auch meinen ganzen Urlaub meistens auf Schlangensuche oder auf Amphibien- und Reptilien-Suche. Aber heute vor allem Schlangen. Und erst beim letzten Urlaub war ein wirklich tolles Erlebnis. Wir waren in Malaysia auf einer vorgelagerten Insel auf Langkawi und wir haben in der Nacht einen über vier Meter langen Netzbüton auf der Straße gesehen, der wirklich quer über die Straße gelegen ist. Und zum Glück hat er gelebt. Ich habe schon gedacht, oh Gott, hoffen wir, das ist niemand drüber gefahren. Und ich habe noch nie so eine große Riesenschlange draußen gesehen, lebend. Und das war schon sehr, also das war wirklich Wahnsinn. und wir haben ihn dann eh von der Straße runter buxiert, damit nicht der Nächste drüber fährt und das war schon sehr eindrucksvoll, muss ich wirklich sagen, aber es ist immer, also Begegnungen mit Schlangen sind für mich immer sehr, sehr, sehr eindrucksvoll, muss ich echt sagen. Warst du da schon im Amazonas-Bereich? Nein, also da war ich noch nicht, also ich war in Costa Rica und ansonsten zieht es mich immer mehr nach Asien und jetzt in letzter Zeit war ich in Tansania, auch in Afrika und, Ja, aber am häufigsten war ich auf Borneo. Ich glaube, ich war fünfmal auf Borneo. Und das ist halt schon sehr, also ein Land am Räutig ist schon so eindrucksvoll, wenn er noch steht. Also das muss man natürlich auch sagen, dass da sehr viele Gebiete auch gerodet werden und Palmölproduktion. Also das ist wirklich, braucht man einen guten Magen, um durch manche Gebiete da zu fahren und sich das anzusehen. Vielleicht nur zurück zu Österreich. Du hast am Anfang gesagt, dass eine Reptilienart in Österreich ausgestritten ist. Wer ist das? Das ist die Wiesenotter. Vipa Ursini Rakusiensis. Und die Wiesenotter war in Österreich eigentlich ganz gut heimisch. Und zwar in Ostösterreich, also südliches Wiener Becken bis zum Neusiedlersee rüber. Und ist eine ganz kleine Vipa, ist die kleinste Vipa Europas und lebt, also kommt noch vor in Ungarn. Auf der ungarischen Seite gibt es noch Vorkommen. Und in Österreich hat es zum Beispiel sogar im Schloss Park Laksenburg gegeben. Also Mass von Schlangen sogar. Also wenn man der Literatur glaubt und auch Exemplaren, die hier bei uns im Museum sind. Denn man muss sagen, man hat zur Kaiserzeit sogar eine Kopfprämie auf die Schlangen ausgesetzt und was bezahlt für Giftschlangen. Und deswegen haben wir auch im Museum, weil das Museum natürlich schon sehr alt ist, haben wir in den alten historischen Sammlungen sehr viele Wiesenottern. Aber das hat nicht zum Untergang der Wiesenotter geführt, muss man mal dazu sagen, sondern die brauchen halt spezielle Lebensräume. Also so Wiesen, die immer wieder auch vernässen und dann auch wieder trocken sind mit so Horsten und sehr viele, sie fressen hauptsächlich Heuschrecken und brauchen natürlich enorme Dichte. Und ja, und dementsprechend, man kann sich vorstellen, wenn man die Bahn da auf der Platte heutzutage anschaut oder darüber schaut, dass der Lebensraum nicht mehr gegeben ist, sondern dass da alles weg ist. Und der letzte Fund war in den 70er Jahren am Neusiedler See. In den 70er Jahren? In den 70er Jahren noch. Und in Österreich, also derzeit ist, wenn das Tier 50 Jahre nicht gesichtet wurde, dann gilt es als ausgestorben. In der letzten roten Liste von 2007 von Gollmann ist sie noch als CR geführt, aber eben als vom Aussterben bedroht. Aber jetzt müssen wir leider bei der roten Liste, an der wir gerade sitzen, müssen wir eigentlich sagen, sie ist ausgestorben, weil wir seit 50 Jahren keine Sichtung der Wiesn-Otter in Österreich haben.
Elisabeth
00:50:18
Schade, weil es eh so wenig gibt davon.
Andi
00:50:20
Ja, also in Ungarn gibt es ein großes Live-Projekt, das von der EU finanziert ist und das ist im Kiskuncak-Nationalpark haben sie da so ein Zentrum aufgebaut, wo sie auch Tiere fangen, nachzüchten, vor allem riesige Lebensräume ankaufen, die renaturieren dementsprechend. Das sind wirklich so riesige, weite Flächen, ganz toll und auch bei Weiden zum Teil. Und dort setzen sie die Tiere auch aus und monitoren die und da scheint es wirklich gut zu funktionieren. Aber in Österreich, man wüsste gar nicht, wo man sich eigentlich hinsetzen soll, weil eigentlich kein Lebensraum mehr da ist oder nicht kein genug großer Lebensraum mehr da ist. Ich meine, weil hier so ein Seewinkel gedacht, diesen Bereich, ist das nicht eh als Naturschutzgebiet? Ja, schon.
Elisabeth
00:51:05
Wir haben ein Kaufzentrum dort.
Andi
00:51:07
Man hat halt sehr viele Wildschweine in dem Gebiet, sehr viele Fasane, die fressen die Jungschlangen. Es sind Flächen, wo die Wiesenotter ursprünglich vorgekommen ist, auch sehr zerschnitten eigentlich. Also ich glaube nicht, dass sie dort selbstständig überleben könnte. Wir würden uns freuen, wenn es wieder einen Fund geben würde. Aber wir gehen auch jedem nach. Also jeder, der mir immer, also es gibt oft Wiesen-Otter-Meldungen und ich fahre auch wirklich überall hin und schaue mir das an, weil ich mir immer denke... Besser einmal zu viel schauen als nicht. Aber es war eigentlich niemals dabei. Leider.
Elisabeth
00:51:45
Man spürt und hört deine Faszination und Begeisterung für diese Tiere. Gibt es eine super Kraft, die du gerne übernehmen würdest, die Amphibien oder Schlangen, Reptilien haben? Was wäre das dann? Was können die, was dich so fasziniert, dass du sagst, wie die auch gerne können?
Andi
00:52:01
Es gibt viele Dinge. Vielleicht alles in einem zu schlucken wie Schlangen und den Kiefer so weit auszudehnen. Nein, da bleibt kein Genuss. Aber zum Beispiel was Schlangen können unsere Heimischen nicht. Aber sehr gut klettern natürlich unsere Heimischen. Das würde ich auch gern so gut können. Aber zum Beispiel vor allem auch in Asien gibt es Schlangen, die können vom Baum zu Baum gleiten. Die können ihre Rippen abspreizen und gleiten dann vom Baum zu Baum, sogar über sehr große Distanzen zum Teil. Und das würde mir gut gefallen, wenn ich sowas könnte.
Elisabeth
00:52:36
Und Infrarot sehen können Schlangen, oder?
Andi
00:52:39
Sie können Wärme sehen, ja genau. Sie können sie spüren und wahrnehmen, aber nicht alle. Also es gibt, das sind eine eigene Gruppe, die Grubenottern. Oder nicht die Grubenottern, sondern die, ich weiß keinen deutschen Namen dafür, die Krotoline. Ja, die haben also ein Grubenorgan. Und mit diesem Grubenorgan können sie, das ist so bei den Lippenbereichen, also entweder vorhin bei der Nase eines und bei Riesenschlangen, da gibt es es eben auch zusätzlich, die haben oben bei den Lippen so Gruben. Und mit diesen Gruben können sie Wärmestrahlen detektieren. Das heißt, es funktioniert eigentlich ganz gut. Man muss sich vorstellen, man ist in einem dunklen Raum, man ist es nachts und man ist eigentlich auf die Optik angewiesen, dass sich die Tiere bewegen oder man riecht sie. Aber die können zusätzlich auch noch ganz genau sehen, wo das Tier eigentlich ist. Und das ist eine sehr gute Anpassung. Eben bei den Grubenottern und bei den Riesenschlangen haben wir das. Aber ansonsten nicht alle können das.
Elisabeth
00:53:38
Faszinierend.
Andi
00:53:41
Vielleicht noch als Abschlussfrage, weshalb es Reptilien und Amphibien so wichtig für unser Ökosystem sind. Naja, Kraut und Schlangen fressen extrem viel. Die fressen Ratten, die fressen Mäuse. Das muss man schon mal so sehen. Bei Amphibien, die fressen Gelsen, die fressen irgendwelche Insekten, die uns vielleicht nicht so passen. Und das sieht man auch eigentlich schon ganz gut bei Gebieten, wo man sehr viele Amphibien absammelt, um sie zu essen. Denn es gibt ja noch immer das Frosch-Schenkel-Essen. Und da werden in Asien zum Beispiel ganze Landstriche, werden Tiere aus freier Wildbahn. Es gibt jetzt mittlerweile, ich glaube, einige Farmen, aber wenige und der Rest wird aus der freien Wildbahn entnommen. Und man verkauft die Tiere für Frosch-Schenkel. Und aus diesen Gebieten wird auch immer wieder jetzt gemeldet, gibt es eigene Studienuntersuchungen, dass da zu sehr vielen Krankheiten auf einmal kommt in der Bevölkerung, weil eben die ganzen Vektoren nicht weggefressen werden, sondern weil die eben alle da sind. Und also schon allein von dem her haben die ganz wichtigen regulativen, regulative Funktionen.
Elisabeth
00:54:50
Werbung. Eine Prinzessin spielte schusselig, vielleicht war sie auch ein bisschen dusselig. Neben einem Brunnen mit ihrem goldenen Ball. Ich glaube, ihr Name war Chantal. Egal. Plötzlich rief sie. Ich glaube ich bin, jetzt ist der Ball im Brunnen drin. Froschkönig, geh bitte sehr, gib doch den Ball mir wieder her. Prinzessin, hallo, süße Maus. Natürlich hole ich den Ball für dich da raus. Du als Gegenleistung, bitte sei so nett, nimmst du mich in dein Himmelbett. Noch ein Küsschen auf den Mund, dann hole ich die Kugel rauf vom Grund. Froschkönig, so eine bin ich nicht. Was hältst du von einer anderen Pflicht? Ich würde dem Podcast fünf Sterne geben. Könntest du denn damit leben? Ganz sicher nicht. Du musst es wissen. Wenn du nicht willst, kannst du dich verpissen. Die Prinzessin war keine Tussi. Es wurde nichts mit Bett und Bussi. Stattdessen pfefferte sie stinksauer den frechen Frosch gegen die Mauer. Im echten Leben, oh wei, oh wei, wäre das eine Riesensauerei. Doch weil die Geschichte im Märchenland handelt, hat sich der Frosch in einen Prinzen verwandelt. Wir vom Lebenshof Sonnenweide möchten hiermit klar ausdrücken, dass es nicht nur eine Sauerei hinterlässt, sondern auch eine Sauerei ist, Frösche an die Wand zu klatschen. Aber es ist auch eine Sauerei, wenn man den Podcast nicht mit 5 Sternen bewertet. Also ihr Prinzessinnen und Prinzen da draußen, bewertet den Podcast, abonniert und rezensiert ihn. Das wäre echt märchenhaft schön. Danke.
Andi
00:56:27
Was kann man jetzt machen in Österreich? Kann man im Garten irgendwie was machen, um es den Tieren leichter zu machen, Lebensräume zu schaffen? Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Also man kann zum Beispiel nicht immer alles mähen. Also Mähroboter und solche Sachen, ich sage es jetzt, ich weiß, ich mache mich nicht sehr beliebt. In meiner eigenen Familie gibt es Mähroboter, muss ich sagen. Und bitte nicht. Also es ist wirklich nicht für alle Tiere, die in dem Garten leben, nicht besonders gut. Und was auch ein Problem ist, also was man wirklich aus dem Garten weglassen sollte, sind freilaufende Katzen. Denn Katzen töten Reptilien, töten Amphibien. Es ist in ihrer Natur, sie machen das. Und wenn man eine Katze daheim hat, sollte man sie möglichst nicht in den Garten lassen. Man sollte Winterquartiere, wie wir vorher schon geredet haben, wirklich einen Haufen, die ein bisschen unterirdisch vielleicht auch sind, wo man Höhlen reintut, Also wo man wirklich so Lebensräume schafft, wo die Tiere überwintern können, Steinmauern, wo sie auch sich am Tag zurückziehen können, Futterpflanzen stehen lassen, auch für Insekten zum Beispiel, sodass man einfach die Vielfalt im Garten fördert und auch einmal ein Froschgequake in Kauf nehmen. Das haben wir auch oft, dass sehr viele Leute anrufen und sagen, ich will das nicht, ich will die Frösche weghaben, was kann ich tun?
Elisabeth
00:57:50
Wir lieben es, dieses Geräusch.
Andi
00:57:52
Also ich muss auch sagen, ich mag es sehr und ich glaube auch, dass man das auch wirklich so ausblenden kann, dass man damit leben kann. Denn das muss man wirklich sagen, die Tiere stehen alle unter Schutz und man darf sie gar nicht fangen und verbringen. Und ich sage es nur mal so dazu. Und ich glaube, man kann schon lernen, mit den Tieren zu leben. Ich wäre froh, wenn ihr ein Froschkonzert hätte, muss man sagen. Natürlich beim Teiche anlegen. Jeder kleinste Teich ist wichtig. Und es gibt ja derzeit mehrere Projekte, die sich mit dem Gartenthema beschäftigen. Global 2000 hat ein Biodiversitätsfonds-Projekt über Amphibien im Garten. Und wo man eben Tiere aus dem Garten melden soll und wo ein bisschen Information immer auch weitergegeben wird. Die österreichische Gesellschaft für Herpetologie macht jährlich einen Aufruf, auch Amphibien und Reptilien aus dem Garten zu melden. Da gibt es auch eigene Informationsfolger dazu, was man tun kann. Und wenn man eben so einen Teich hat, dann würde ich sagen, bitte keine Goldfische reingeben oder überhaupt Fische in die Teiche. Denn Fische fressen die Amphibieneier und das nutzt dann eigentlich nicht recht viel, wenn man dann Amphibien drin hat. Und deswegen keine Fische. Und sich freuen, wenn man dann Amphibien hat, die auch anwandern. Also man muss nur ein bisschen Geduld haben, dann kommen die Tiere. Also wenn man jetzt nicht im ersten Bezirk wohnt und sich da einen Teich macht auf der Tochterhasse, wird nichts kommen. Aber wenn man draußen wohnt am Land und einfach ein bisschen Zeit geben, dann kommen die Tiere und wandern an.
Elisabeth
00:59:28
Und vor allem deine Kollegin hat uns den guten Tipp gegeben, damit die Nachbarn nicht schief schauen, wenn der Garten so klampart ausschaut, weil nichts gemäht ist und so Kompotthaufen und immer unbedingt Plakette hin. Das ist ein Biodiversitätsgarten oder Natur im Garten, wie auch immer.
Andi
00:59:43
Naturgarten gibt es ja auch so Plaketten. Ja, das hat manche noch nicht abgehalten, sich zu beschweren. Aber natürlich, also ich sage, je mehr der Garten ausschaut wie Gstätten.
Elisabeth
00:59:53
Desto besser. Umso lieber ist es den Tieren.
Andi
00:59:55
Umso lieber ist es den Tieren. Und ich finde, es macht auch Freude, wenn man in den Garten geht. Und also ich würde mich freuen, wenn ich in einen Garten hätte und ich gehe da und da liegt dann eine Ringelnatter oder so eine Escolabnatter im Garten. Oder ich habe ein Röschchen im Teich und kann die beobachten. Also das ist schon, auch wenn ich zu meinem Vater heim fahre, das ist immer sehr toll. Das Erste, was ich mache, ist, schaue in den Teich, was gibt es. Und dann schaut mich der Kammolch an und dann liegt da der Zauneidechse und so. Also das ist schon sehr nett. Wir lieben es auch. Wir haben so ein richtiges schönes Biotop, wo alles zugewandert ist. Und die Schlangen haben uns am meisten gefreut. Also da sind dann wirklich am Abend gelegen. Schau, schau, schau, da ist sie. Es ist schon cool. Ihr habt doch schon Schlangen gefunden. Ja, ja.
Elisabeth
01:00:37
Aber nicht, wenn ich sie suche. Für die Harry-Potter-Fans unter unseren HörerInnen sprichst du eigentlich Parsel?
Andi
01:00:44
Nein, aber das würde ich gerne. Das hat mich immer sehr fasziniert. Aber man muss auch sagen, in Harry Potter sieht man es auch. Die Schlange ist da nicht sehr positiv behaftet. Das schlage ich jetzt mal. Die Schlange ist ja Baselisk, oder? Aber noch zum Schluss ist ja auch eine Schlange eine große, wo er den drin hat. Und da kommen die Schlangen auch nicht gut weg, sage ich mal. Ja, ist richtig. Gut.
Elisabeth
01:01:13
Gibt es etwas, was wir dich noch nicht gefragt haben zu diesem Themenbereich, was du gerne noch als Botschaft nach draußen schicken möchtest?
Andi
01:01:21
Ja, ich glaube, ich würde gerne als Botschaft rausschicken, dass man sich mehr engagieren sollte, vielleicht auch für diese Tiergruppen, die nicht so am Herzen liegen, also Amphibien wahrscheinlich noch eher, weil da gibt es ja den netten Laubfrosch und so, aber eben auch, ich kann nur in die Presse springen für meine Schlangen, also dass man sich vielleicht auch mehr interessiert, dass man sich, es gibt Vorträge, es gibt Vorträge im Museum, es gibt Vorträge vom Naturschutzbund, es gibt so viele Führungen und Vorträge zu den Themen. Ich glaube, je mehr man darüber weiß, desto mehr lernt man, die Tiere zu schätzen und zu lieben. Und dann macht man auch viel mehr dafür, auch zu ihrem Schutz. Und das wäre mir schon ein Anliegen. Bitte. Wir haben noch immer oft Tiere, die erschlagen werden und getötet werden aus Grund von Furcht. Und das ist eigentlich nicht nötig. Schon gar nicht in Österreich.
Elisabeth
01:02:10
Absolut. Schade drumherum.
Andi
01:02:12
Ja, dann sagen wir vielen, vielen Dank für das Gespräch. War sehr, sehr spannend, sehr interessant. und ich liebe es, wenn man sieht, deine Leidenschaft dafür, das kommt gut rüber. Dankeschön dafür. Ja, danke für die Einladung.
Elisabeth
01:02:24
Wie schaut es denn aus mit deinem Musiktitel?
Andi
01:02:26
Ja, Musiktitel. Ja, ja, ja.
Elisabeth
01:02:31
Du kannst ihn auch nachliefern.
Andi
01:02:33
Ich liefere ihn nach, aber ich glaube, ich hätte gern was vom Ernst Molden.
Elisabeth
01:02:37
Ah, ja, sehr, sehr gerne. Unbedingt. Vielleicht fällt das spezifisch noch ein, ansonsten suchen wir gerne einen aus. Unbedingt. Kommt auf die Lass die Sau raus. Playlist findet ihr auf Spotify. Auf Playlist Lass die Sau raus. Und ich packe mit drauf. Ich hatte für heute keinen Titel mir vorher überlegt. Aber nachdem du gesagt hast, es ist so wichtig, sich mit diesen Tieren auseinanderzusetzen, mit den Schlangen, die Angst davor zu verlieren. Und da ist das Wichtigste, dass man sich damit auskennt, dass man sich dafür interessiert. Nämlich von Rage Against the Machine. Also etwas härteres. Know your enemy. Ja, vielen herzlichen Dank fürs Gespräch.
Andi
01:03:14
Ja, ich sage danke fürs Gespräch und ich wünsche eine schöne Amphibien und Reptilienzeit, weil jetzt geht's bald los.
Elisabeth
01:03:19
Jetzt geht's los. Dankeschön. Lasst es auch raus. Ciao.
Andi
01:03:22
Tschüss. Baba.
Elisabeth
01:03:24
Und übrigens schlägt's keine Kröten.
Music
01:03:26

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