MoinSeHn

Sascha Lang, Jürgen Trinkus
Since 09/2022 43 Episoden

MoinSeHn - Ausgabe April 2026

Das Audiomagagin vom BSVSH

15.04.2026 47 min

Zusammenfassung & Show Notes

MoinSeHn – Ausgabe April 2026
Die neue Ausgabe von MoinSeHn startet direkt mit einem starken Einstieg: Der 5. Mai steht vor der Tür – und Dr. Jürgen Trinkus macht in seinem Editorial klar, warum es auf jedes Wort ankommt und wie schnell Sprache Stimmung macht. 
 
Danach wird’s konkret: In Kiel läuft eine große Veranstaltung mit Rolli-Parcours, Live-Podcast, Diskussion über Arbeit und Inklusion – und abends eine Dunkellesung mit Ottmar Miles-Paul und Sabine Lohner.
Dies erzählt uns Janine Kolbig vom ZSL Nord.
 
Dann geht’s nach Berlin zum Deutschen Hörfilmpreis: ausgezeichnet wurde ein Naturfilm vom Norddeutscher Rundfunk – und man hört ziemlich schnell, warum.
Jürgen Trinkus bringt uns die Eindrücke direkt ins Ohr.
 
In Rendsburg wird ausprobiert statt nur geredet: QR-Codes für den Alltag und Navilens zeigen, wie Orientierung auch ohne Sehen funktionieren kann – direkt zum Mitmachen lädt hier Britta Haltenberger.
Treffpunkt am 6. Juni 2026 beim Tag der Möglichkeiten.
 
Und zum Schluss noch ein Krimi-Hörtipp mit Ostsee-Feeling, der selbst Skeptiker packt.
Vielfalt prägt diese Ausgabe. 
Reinhören lohnt sich diesmal wirklich.
 
Mehr Infos zum BSVSH:
 

Transkript

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00:00:01
Moinsen, Moinsen, Moinsen, Moinsen, Moinsen, Moinsen, das
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00:00:06
Audiomagazin des Blinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Holstein, BSVSH.
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00:00:12
Moinsen, das Audiomagazin vom Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein, herzlich willkommen. Für die Buch21-Hörer ist es die Ausgabe Mai 2026 und für die Podcast-Hörer Moinsen ist es die Ausgabe April 2026. übrigens jetzt immer erscheinend vom Podcast am 15. Des Monats. Da werde ich mich jetzt dran halten. Also immer am 15. des Monats wird dieser Podcast auf allen Plattformen zu hören sein. Mein Name ist Sascha Lange, ich bin euer Moderator für diese Ausgabe und diese Ausgabe ist wieder prall gefüllt mit ganz vielen schönen Dingen. Zum Beispiel starten wir mit dem Editorial von Dr. Jürgen Trinkus, der uns nochmal den 5. Mai, den Europäischen Protesttag, näher bringt und auch die Gründe, warum es wichtig ist, auf die Wortwahl zu achten. Danach spreche ich mit Janine Kolbig. Sie ist vom ZSL Nord, die Chefin sozusagen, und mit ihr gehen wir auf die Veranstaltung am 5. Mai ein. Eine Veranstaltung, die auch in Kooperation mit dem BSVSH organisiert wird. Vor allem um 19 Uhr abends am 5. Mai eine Lesung im Dunkeln mit dem Aktivisten Ottmar Malzpaul und auch mit Sabine Lohner, die in Preilschrift lesen wird. Dann sprechen wir über den Höfelnpreis 2026 mit norddeutscher Auszeichnung. Jürgen Trinkus hat sich damit beschäftigt und wird uns den Film näher bringen, der da ausgezeichnet wurde, ein Dokumentarfilm. Danach geht es mit Britta Haltenberg zum Rendsburger Tag der Möglichkeit am 06.06.2026, am Tag, Welttag der Sehbehinderung, sind wir dann nochmal hier im Podcast zu Gast und im Buch 21 und werden euch nochmal die Veranstaltung am 06.06. In Rendsburg vorstellen und zwar mit Warum es da QR-Codes und Navilens gibt. Und Britta wird uns da ein bisschen näher an dieses Thema heranbringen. Ganz spannendes Interview. Den Schluss macht unser Hörfilm-Tipp, der auch von Jürgen Trinkus ausgewählt wurde. Hm, Ostsee-Finsternis. Er mag keine Krimis und doch taucht hier ein Krimi auf. Ich bin ja mal wirklich gespannt. Und last but not least gibt es dann die Verabschiedung. Und dann sind wir auch schon durch aus dieser Ausgabe. Ich wünsche jetzt gute Unterhaltung und viel Spaß. Mein Name ist Tasche Lang. Schön, dass ihr mit dabei seid.
Speaker1
00:02:20
Moinsen, liebe Moinsen-Gemeinde. Menschenrechte sind nicht verhandelbar, heißt das Motto für den europäischen Protesttag, der am 5. Mai begangen wird. Ich habe in der vorigen Ausgabe ja schon für die Kieler Veranstaltung geworben und Sascha, der Teil des Events sein wird, kommt in dieser Ausgabe nochmal drauf zurück. Ich hatte den Leitgedanken aber leider falsch wiedergegeben. Danke dem aufmerksamen Hörer, der meinen Fehler entdeckt. und gemeldet hat. Ich hatte gesagt, Menschenrechte sind unteilbar. Das stimmt aber leider nicht. Sie werden sehr wohl geteilt, wobei es ganz und gar nicht gerecht zugeht. Auf die Genauigkeit in den Worten lege ich eigentlich großen Wert. Was heißt da schon wieder eigentlich? Tue ich es oder tue ich es nicht? Genaue Sprache ist mein Anspruch. Nicht immer wird der Mensch seinen Ansprüchen gerecht. Das ist kein Grund, die Ansprüche abzusenken. Unsere Sprache ist reich an Nuancen, also Abstufungen, reich an Wahlmöglichkeiten. Mit der Wahl der Worte beeinflussen wir das Denken der Menschen, die uns zuhören. Dieser Verantwortung sollte sich jeder bewusst sein, der mit Sprache arbeitet. Ich hörte gerade in den Nachrichten, dass in Hamburg der verirrte Wolf eine Frau angefallen habe. Das kann man so sagen. Wirklich? Was macht dieser Satz mit jemandem, der das hört? Wölfe fallen Menschen an. Menschen anfallen, das ist nicht hinnehmbar. Aber war es wirklich so? Das Tier war in eine Einkaufspassage geraten, fand nicht mehr heraus und geriet in Panik. Die Frau, die er verletzt hatte, wollte ihm heraushelfen. Es hört sich knackig an, dass der Wolf einen Menschen angefallen hat. So ein Satz befeuert Stimmungen. Wer Stimmungen befeuert, kann sich leider auch des Beifalls ziemlich sicher sein. Wer dagegen anspricht, ist ein Stimmungsverderber. Die sind im Allgemeinen nicht beliebt. Beliebt sein ist angenehmer als unbeliebt sein. Kann man mir noch folgen? Wo es nicht einfach ist, wird es anstrengend. Das aber ist nicht populär. Populisten haben es leichter mit dem Stimmenfang. Das Leben ist zweifellos fordernd. Nehmen wir es als Herausforderung an oder sagen wir, da kann ich eh nichts machen. Habe ich in der Lotterie des Lebens nicht ein schlechtes Los gezogen mit meiner Blindheit? Ja, die Lebenslotterie ist wirklich ungerecht, Aber nein, der Gerechtigkeitsbegriff ist hier nicht anwendbar. Welche Gene uns mitgegeben werden, wie viel Glück oder Unglück uns äußere Zufälle zumessen, das können wir nicht bestimmen. Aber wie wir damit umgehen, das liegt dann doch allein in unserer Hand. Ich kann mich ärgern und diesen Ärger auch verkörpern. Ärger macht aber hässlich, Wut verzerrt die Züge, vergiftet die Beziehungen. Denn was kann ich tun? Ich kann mich beklagen. Ich würde ja gesund leben, ich würde ja ins Fitnessstudio gehen, aber leider bin ich blind und komme dort gar nicht hin. Oder ich könnte ja spazieren gehen, aber ich bin nicht mobil genug, um mich da allein herauszuwagen. Ich setze dem entgegen, irgendwas geht immer, Solange Leben in mir ist Und dazu möchte ich Ihnen mal was vorlesen Ich fand das gerade in der sehr empfehlenswerten Breil Zeitschrift Vollzeichen Die nur in Breil erscheint Aber die das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen in Leipzig In verschiedenen Formaten für Anfänger und Fortgeschrittene herausgibt Also finde dort einen kleinen Artikel 5 Minuten für Ihre Gesundheit. Kleine Bewegung, große Wirkung. Sie möchten Bewegung in Ihren Alltag bringen, ohne gleich ein komplettes Training zu beginnen? Dann könnte diese kleine Übung das Richtige für Sie sein. Oft verbringen wir Zeit mit Warten, etwa im Wartezimmer einer Arztpraxis oder an der Bushaltestelle oder verbringen längere Zeit in sitzender Haltung im Büro und beim Fernsehen. Probieren Sie diese Zeit gezielt für sich selbst zu nutzen und bringen Sie Ihren Körper in Bewegung. Ganz leicht geht das mit dem Fersenheben. Sie stehen aufrecht mit hüftbreit geöffneten Beinen, parallel stehenden Füßen. Die Arme hängen locker am Körper herunter. Auch im Sitzen mit möglichst geradem Rücken kann diese Übung ausgeführt werden. Heben Sie abwechselnd Ihre Füße an und drücken jeweils den Fußballen in den Boden. Bevor Sie die Füße wieder auf den Boden absenken, wiederholen Sie die Übung 10 bis 15 Mal, immer wenn Sie im Alltag das Bedürfnis verspüren, sich einmal in Bewegung zu bringen. Lassen Sie Ihren Atem dabei ganz natürlich nach eigenem Maß fließen. Das Ferseheben kräftigt die Wadenmuskulatur und schult das körperliche Gleichgewicht. Vielleicht entwickelt sich daraus sogar eine gesunde Gewohnheit. Umso besser. Für eine intensivere Übung können Sie den Fuß während der Ballen in den Boden drückt, weiter bis zur Zehenspitze oder vollständig anheben. Wenn Sie es noch sportlicher haben wollen, führen Sie die Übung abwechselnd nur auf einem Bein stehend aus und trainieren Sie so zusätzlich Ihre Balance. Halten Sie währenddessen noch kleine Hanteln, gefüllte Wasserflaschen funktionieren genauso gut, trainieren Sie auch Arme und Schultern mit. Sabine Lohner, die Redakteurin der Vollzeichen-Ausgabe, hat das der Frankfurter Presse entnommen. Und Sabine Lohner werden wir ja auch in Kiel erleben am 5. Mai, wenn sie mit Ottmar Miles-Paul die partielle Dunkellesung zelebriert. Na, und das mit dem Fersenheben, das kann doch jeder mal versuchen. Und wenn es klappt, hilft das auch. Und es bringt noch mehr, wenn wir dabei bleiben. wenn wir daraus eine gute Gewohnheit machen. Aber ich will jetzt nicht noch weiter ins Predigen kommen. Wir hören uns im Laufe dieser Ausgabe ja noch zweimal wieder. Viel Freude möchten wir Ihnen liefern fürs Zuhören. Viel Freude am Leben, da muss jeder selbst dran mitwirken. Mitwirken dürfen Sie natürlich auch gern an unserem, Ihrem Hörmagazin. Lassen Sie sich nicht länger bitten. Aber erst mal Sascha, bitte.
Speaker0
00:10:22
Moinsen, das Audiomagazin vom Blinden und Sehminen in Schleswig-Holstein. Die Mai-Ausgabe von unserem Audiomagazin und die April-Ausgabe von unserem Podcast. Und der Mai ist ein heißer Monat. Nicht nur, weil wir dann mitten im Frühling sind, sondern weil auch der 5. Mai der Europäische Protesttag für die Rechte der Menschen mit Behinderung ist. Und in Deutschland gibt es im Moment ziemlich viel, wo wir auf die Trommel hauen könnten. Und zu diesem Europäischen Protesttag machen viele Veranstalter ganz interessante Veranstaltungen. Auch das ZSL Nord mit ganz vielen Partnern. Herzlich willkommen, Janine Kolbig.
Speaker4
00:10:56
Ja, moin aus Kiel.
Speaker0
00:10:58
Sehr schön. In Kiel am 5. Mai wird einiges geboten. Erzähl uns mal ein bisschen mehr, was wird eigentlich geboten? Das ist ein bisschen im Zweigeteil, die Veranstaltung.
Speaker4
00:11:09
Genau, es ist eine Nachmittagsveranstaltung, es ist eine kostenlose Veranstaltung und zwar planen wir ab 15 Uhr, kann jeder kommen und bei uns ausprobieren, wie es sich anfühlt, im Rollstuhl zu sitzen. Wir haben einen Rolli-Parcours vor Ort, wir haben eine Fotoaktion, also lass dich mit deinem eigenen Inklusionsstatement fotografieren und wir haben einen leichte Sprache-Selbsttest, also einmal selbst leichte Sprache auszuprobieren. Und dann ab 17 Uhr geht es in unsere Podiumsdiskussion, wo du dann auch mit dabei sein wirst. Denn nämlich der wird live von dir moderiert die Podiumsdiskussion. Es wird einen Live-Podcast geben und wir haben uns das Thema Arbeit und Beschäftigung ausgesucht. Wir haben viele spannende Gäste eingeladen, die mit uns auf dem Podium zu dem Thema diskutieren möchten. Unter anderem wird dabei sein die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, die Michaela Priest des Landes Schleswig-Holstein. Dann aus dem Inklusionsreferat des ASTAS, der TAU, der Maximilian Osterhoher wird dabei sein. Die EGA von Kalben als Mitglied des Europäischen Ausschusses der Region wird mit dabei sein. Und ich glaube, es wird eine super, super spannende Diskussionsrunde, da wir zu dem Thema ja ganz, ganz viel zu sagen haben und da auch noch viel zu tun ist.
Speaker0
00:12:32
Absolut. Und es geht wahrscheinlich dann nicht nur um das Thema, wie komme ich überhaupt auf den ersten Arbeitsmarkt, sondern auch die Umsetzung von der UN-Bindernrechtskonvention und vielleicht auch das Reduzieren der Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderung.
Speaker4
00:12:48
Genau, auf jeden Fall. Also das Motto der Podiumsdiskussion und der Veranstaltung ist auch, Menschenrechte sind nicht verhandelbar, mehr Mut zur Inklusion, denn wir wollen gerne mutige Schritte einleiten, wir wollen gemeinsam überlegen, was kann man tun, wo kann man einfach mal anfangen und anpacken, um was zu verändern. Wir wollen aber auch schauen, wie sieht es in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung aus? Wie sind dort auch die Bedürfnisse und die Belange und werden die überhaupt berücksichtigt in unserer Gesellschaft? Also ein total spannendes Thema.
Speaker0
00:13:19
Ja, absolut. Cool. Und dann geht es aber weiter.
Speaker4
00:13:25
Genau. Danach haben wir eine kurze Pause und dann haben wir eine kulturelle Veranstaltung. Und zwar besucht uns der Ottmar Malt Pauls. Der kommt nämlich zu uns und bringt die Sabine Lohner mit und liest aus seinem Buch Ich will raus von der Exklusion zur Inklusion vor. Es wird eine dunkle Lesung geben zu dem Buch Ich will raus, von der Exklusion zur Inklusion von Otmar Miles-Paul und Sabine Lohner, die er mitbringt. Und ich glaube, es wird super, super spannend. Und ja, alle, die mal Otmar kennenlernen wollen, sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen. Die Veranstaltung ist auch kostenlos. Das Ganze ist unter dem Motto Menschenrechte sind nicht verhandelbar. kulturelle Teilhabe ist ein Menschenrecht stattfinden. Und danach zum Abschluss und zum Ausklang wird uns der Chor inklusive Chor bunte Farben begrüßen und uns nochmal musikalisch den Abend ein bisschen versüßen.
Speaker0
00:14:27
Ich habe ganz bewusst gesagt, die Veranstaltung ist ein bisschen in zwei geteilt. Das andere ist die Veranstaltung, wo die Aktion Menschen auch unterstützt, kann man ruhig gerne mal so sagen. Aber ihr arbeitet auch noch mit anderen Partnern zusammen, also Also deshalb ein bisschen zweigeteilt. Kannst du uns ein bisschen sagen, wer wann, wo, wie sozusagen seine unterstützenden Hände mit in den Topf legt?
Speaker4
00:14:46
Genau, genau. Also die Podiumsdiskussion hat das jetzt ein Mord federführend in den Händen und den Teil der kulturellen Teilhabe. Da ist die Lebenshilfe Schleswig-Holstein der federführende Träger. Aber wir hatten in unserem Plangremium verschiedene Akteure, zum Beispiel auch wir pflegen oder den Blinden- und Lebehindertenverband, der uns unterstützt hat, die Veranstaltung zu planen. Also es ist eine größere Veranstaltung, die doch ein bisschen Planung bedarf.
Speaker0
00:15:19
Sehr gut. Und das, was wir dann dienstags, mittags um 17 Uhr aufzeichnen, wird es auch als Podcast im Igel-Podcast geben. Ein Podcast, den ich selber produziere. Hier bei Moinsen werden wir das nicht hochladen. Aber ihr könnt ja live dabei sein am 5. Mai 2026 in Kiel. Janine hat es gesagt, ab 15 Uhr bereits. Wo findet das Ganze statt? Das haben wir noch nicht verraten.
Speaker4
00:15:42
Stimmt, ganz wichtig. Und zwar mitten in Kiel im Kulturforum in der Andreas-Geig-Straße.
Speaker0
00:15:48
Also Termin steht, Kiel, 5. Mai, 15 Uhr Kulturforum und da dann zuerst mal ein bisschen ausprobieren, um 17 Uhr die wunderschöne Gesprächsrunde miterleben und ein paar Ideen mit nach Hause nehmen und um 19 Uhr sich nochmal kulturell berieseln lassen mit flotter Musik und einer spannenden Lesung aus dem Buch. Das ist übrigens der zweite Roman von Ottmar Malzpaul. Der erste Roman hieß Zündeln an den Strukturen. Da ging es darum, dass eine Werkstatt abgebrannt ist. Ein Roman, der sich auch kritisch mit den Werkstätten auseinandergesetzt hat. Die Werkstatt ist mittlerweile abgebrannt. Und wie ging es danach weiter? Das betitelt sein zweiter Roman ganz spannend. Also eine Geschichte über Inklusion, die in einen Roman gepackt ist. Kann man einfach nur empfehlen. Und danach gibt es noch Musik und dann ist der Abend vorbei. Wo finde ich denn, liebe Janine, noch weitere Informationen, weil ich jetzt internetaffin bin?
Speaker4
00:16:39
Auf jeden Fall auf unserem Social-Media-Kanal. Dort haben wir auch immer wieder neue, spannende Details, die wir bis zur Veranstaltung teilen werden. Also ZSL Nord bei Instagram, aber auch auf unserer Website www.zsl-nord.de findet man auch alle weiteren Informationen zur Veranstaltung.
Speaker0
00:16:58
Super, also wir hoffen, dass wir uns da zahlreich sehen. Es ist wichtig, dass wir auf die Straße gehen, dass wir uns zeigen, denn gerade zeigt uns die Politik, dass wir gebraucht werden. Sie fordert uns sozusagen heraus. Deshalb seid mit dabei am Europäischen Protesttag am 5. Mai, wenn Kiel ruft und wir sind dabei. Bis dann. Vielen Dank, liebe Janine und viel Erfolg.
Speaker4
00:17:17
Vielen Dank.
Speaker0
00:17:19
Regelmäßig finden in Berlin die Vergabe der Höfelnpreise statt. Dies umso wichtiger und umso besser als 2013 das Thema Audiodescription in der Filmunterstützung verankert wurde. Also das Filmgesetz wurde so verankert, dass nur noch Filme, die auch Audiodescription und Barrierefreiheit anbieten, unterstützt werden können. Somit hat also der DBSV jedes Jahr auch einen Grund zum Feiern und Hörfilme auszuzeichnen. Auch dieses Jahr war es so. Und unser Vorsitzender Dr. Jürgen Trinkus war vor Ort. Hier seine Eindrücke, weil es gibt einen Film oder einen Dokumentarfilm aus Norddeutschland, der beehrt wurde. Viel Spaß bei diesem wunderschönen Beitrag mit ganz vielen schönen O-Tönen.
Speaker1
00:18:02
Kürzlich durfte ich in Berlin dabei sein, als im Filmpalast Kolosseum der Deutsche Hörfilmpreis verliehen wurde. Die Sichtweisen werden darüber auch ausführlich berichten. Ich möchte aber für den neuen Sinn mit einer Nordperspektive draufschauen.
Speaker5
00:18:20
Der Deutsche Hörfilmpreis 2026 in der Kategorie Dokumentation geht an den Norddeutschen Rundfunk für die herausragende Autodeskription von magisches Frankreich von der Provence zu den Pyrenäen.
Speaker1
00:18:38
Wir haben es mit dem NDR als Hersteller von Hörfilmen schon lange zu tun. Es begann in einer Zeit, als der Sender noch keine Preise für Audiodeskription einheimste. Inzwischen ist der Norddeutsche Rundfunk federführend bei der Entwicklung der barrierefreien Angebote der ARD. Hier wird zuverlässig Qualität geliefert.
Speaker5
00:19:02
Und was jetzt für den NDR und die ARD noch sagen kann, Sie haben das vielleicht verfolgt, Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wächst gerade nicht mehr finanziell und wir haben uns trotzdem entschieden, einen neuen Aktionsplan aufzusetzen für barrierefreie Angebote. Und zudem wird auch ein Ausbau, und zwar ein Merklicher, des Audiodeskriptionsangebotes gehören.
Speaker1
00:19:23
Nils Rasmussen, den wir soeben hörten, leitet im NDR die Abteilung Digitale Programmangebote und auf ARD-Ebene die AG Barrierefreiheit. Jährlich lädt der NDR auch uns zu seinen Verbändetreffen ein. Ich habe aus dem faszinierenden Dokumentarfilm eine persönliche Lieblingsstelle ausgewählt, passend zu unserem Selbstverständnis als Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Sinneseinschränkungen. Man kann sich anpassen und alternative Sinne entwickeln. Die Evolution bietet ja erstaunliche Wunder der Anpassung.
Speaker3
00:20:23
Es ist sonnig. Auf den bewachsenen Kalkfelsen wandert ein Mann mit einem roten Rucksack auf dem Rücken.
Speaker1
00:20:31
Maxime Guémard erforscht die Höhlen seit vielen Jahren.
Speaker3
00:20:34
Er betritt eine Höhle.
Speaker1
00:20:36
Sein Spezialgebiet sind die tierischen Bewohner dieser dunklen Orte.
Speaker3
00:20:40
Guémard knipst eine Stirnlampe an. Er geht gebeugt durch einen immer niedriger werdenden Höhlengang.
Speaker1
00:20:46
Manche Höhlenbewohner klettern gelegentlich ans Tageslicht. Andere verbringen ihr ganzes Leben in Dunkelheit und sind perfekt daran angepasst.
Speaker3
00:20:55
Auf den Knien krabbelnd bewegt sich der Forscher mit Helm bis zum Ende des Gangs. Er klettert heraus in ein weiteres Höhlenareal. Von den schroffen Wänden tropft es.
Speaker1
00:21:07
Seit sechs Millionen Jahren gräbt sich der Gardon in den Fels. Sein Wasser tropft durch den porösen Kalkstein.
Speaker3
00:21:16
Es bildet Zapfen und Säulen.
Speaker1
00:21:19
Meterhohe Stalaktiten und Stalagmiten wachsen stetig weiter.
Speaker3
00:21:23
Sie sind hell oder dunkel, haben bizarre Formen und reliefierte glänzende Oberflächen.
Speaker1
00:21:31
Maxime Gemar dringt immer tiefer in die Höhle vor.
Speaker3
00:21:35
Rückwärts lässt er sich hinunter in einen engen Gang. Durch schmale Spalten fällt der Blick auf Wasser.
Speaker1
00:21:41
Sein Ziel? Ein unterirdischer Fluss mit einem besonderen Bewohner.
Speaker3
00:21:46
Ein transparentes, etwa drei Zentimeter langes Wesen bewegt sich im niedrigen Wasser rasch über den Grund. Der Blick taucht unter und folgt dem Wesen. Seine Schale ist farblos, denn Farbe nutzt ihm hier nichts ohne Licht. Die Borsten am Kopf sind verlängert, weil diese Tiere ihre Sehkraft verloren haben. Ohne Licht benötigt er auch kein Sehvermögen, um sich zu orientieren und zu jagen. Wenn ein Sinn verloren geht, gleichen das andere Sinne aus. So sind die Krebse empfindlich gegenüber Luftvibrationen, Feuchtigkeit und chemischen Spuren, die ihre Beutetiere hinterlassen. Der Krebs gräbt mit den Vorderbeinen im Sand.
Speaker1
00:22:36
Der Gardon ist jahreszeitlichen Wasserschwankungen ausgesetzt. Manchmal trocknet der unterirdische Fluss aus.
Speaker3
00:22:43
Hastig schaufelt der Krebs Sand nach hinten.
Speaker1
00:22:45
Der Höhlenflohkrebs gräbt sich rechtzeitig ein. So kann er selbst monatelange Trockenheit überleben.
Speaker3
00:22:52
Der weggeschaufelte Sand wirbelt heftig im Wasser herum und verdeckt fast die Sicht auf den kleinen Krebs. Der verschwindet in dem gebuddelten Loch. Der Wasserstand sinkt, zurück bleibt ein feuchtes Bodenrelief. Draußen. Wasser fließt aus einer Felsspalte.
Speaker1
00:23:12
An vielen Stellen tritt das unterirdisch verlaufende Wasser wieder an die Oberfläche.
Speaker3
00:23:16
Es sprudelt munter über Steine und Pflanzen und ergießt sich als quirlige Gischt in einer Stromschnelle.
Speaker1
00:23:21
Der Gardon fließt weiter Richtung Süden und mündet in Diron, den wasserreichsten Strom Frankreichs.
Speaker3
00:23:27
Breit und ruhig liegt Diron zwischen flachen Ufern.
Speaker1
00:23:32
Am Mittelmeer speist Diron das größte Flussdelta Westeuropas.
Speaker3
00:23:36
Weit dehnt sie sich aus und fließt träge in Richtung Meer. Eine Sandinsel gegen die sanfte Wellen plätschern.
Speaker1
00:23:46
Ein Netzwerk aus Wasserwegen bildet eine einzigartige Landschaft aus Sandinseln, Salzwiesen, Lagunen und Seen. Die Kamark.
Speaker3
00:23:57
Ein Blick auf die weite, flache Wasserlandschaft des Deltas unter dunstigem Himmel. Zwei Flamingos im Lande an Flug schwingen synchron ihre Flügel. Die langen Beine schräg nach hinten gestreckt steuern sie auf ein Gewässer zu, in dem viele Artgenossen stehen.
Speaker1
00:24:11
Hilft nichts, wir müssen uns losreißen und in unsere alltägliche Welt zurückkehren. Aber ist Ihnen aufgefallen, wie harmonisch der Zusatztext mit den Beschreibungen für Nichtsehende eingepasst ist in den Filmtext der Sprecherin? Und um wie viel bildmächtige Details er das Gesagte bereichert. Preisgekrönt, zu Recht, wie ich finde. Und den Namen des Hörfilmsprechers sollte man sich merken. Tarek Yushpachi. Er ist seit 15 Jahren auch Nachrichtensprecher bei NDR Info, mitunter auch in der Tagesschau zu hören. Beim Greenscreen Naturfilmfestival in und um Eckernförde ist magisches Frankreich noch nicht gelaufen, aber im Herbst soll es in Europas bedeutendsten Naturfilmfestival auch wieder Audiodeskriptionen geben. Immerhin habe ich als Vorsitzender des BSVSH schon mal eine Einladung zum parlamentarischen Abend zur Feier von 25 Jahre Greenscreen bekommen. Das wird im Mai stattfinden. Wir bleiben dran und ich halte Sie und Euch auf dem Laufenden. Hörfilm ist nicht nur ein Thema bei großen Events und Festivals. Auch in und für Schleswig-Holstein kümmern wir uns. Ich möchte alle Interessierten einladen, am 13. Juni Dem Sonnabend nach dem Rendsburger Tag der Möglichkeiten nach Lübeck zu kommen und zwar ins kommunale Kino in der Mengstraße. Es wird am 13. Juni um 14 Uhr eine spezielle Kinoführung für uns geben und Kurzfilme. Die bringt Agnes Nuber mit, die sich im Hamburger Kurzfilmfestival Klappe auf für die Inklusion engagiert. Weil Kurzfilme nicht gut mit der Kino-App Greta zugänglich gemacht werden können, haben die Hamburger eine eigene App entwickelt, die den Ton direkt vom Projektor abgreift. Auch diese App werden wir bei diesem Termin, 13. Juni, kennenlernen können. Vielleicht ist die ja auch was für die nordischen Filmtage, die im November viel Publikum nach Lübeck ziehen. Wir werden die Inklusionsverantwortlichen des Lübecker Festivals auch einladen zu unserem Treff im kommunalen Kino. Bitte vormerken und Kontakt halten, zum Beispiel über unsere Messenger-Gruppe Wir und die Kultur für SH. Noch Fragen oder Kommentare? Immer bitte gern an redaktion.bsvsh.org. Org.
Speaker0
00:26:56
Moin sind das Audio-Magazin vom Blindenzimmer in Schleswig-Holstein mit ganz großen Schritten. Fast nicht der R wie der Heidi an die Schulter, sondern gehen wir auf den 6. Juni los und zwar der Tag der Möglichkeiten in Rendsburg. Und wir sind wieder verbunden mit Rendsburg und zwar heute mit Britta Haltenberger. Hallo Britta!
Speaker2
00:27:16
Hallo!
Speaker0
00:27:17
Du gehörst der Rendsburger Regionalgruppe mit an. Bist selber nicht blind. Was führt dich zum Thema Blindheit und Sehbehinderung.
Speaker2
00:27:28
Ja, ich bin seit letztem Jahr Teil der Ortsgruppe. Ich bin sehend, ja. Und da ich gelernte Augenoptikerin bin und eine Zeit lang als Arbeitsassistent für einen Erblindeten gearbeitet habe, ist das Thema für mich natürlich präsent.
Speaker0
00:27:48
Und natürlich bist du auch am 6. Juni beim Tag der Möglichkeiten dabei. Du hast dich ein bisschen mit dem Thema Navigieren beschäftigt, Aber nicht nur navigieren, sondern auch informieren oder Informationen irgendwo drauf machen. Wir fangen mal beim ersten Begriff an, QR-Code. Du hast gesagt, du beschäftigst dich mit QR-Codes. Für die, die jetzt nicht wissen, was so ein QR-Code ist, ist etwas ganz Neues, Modernes, seit einigen Jahren schon da. Aber was ist so ein QR-Code?
Speaker2
00:28:18
Ein QR-Code ist ein quadratisches Feld, welches ich zum Beispiel mit der Handykamera scannen kann und kann auf diesem Code praktisch verschiedene Sachen hinterlegen. Ich kann, wenn ich sowas scanne, zum Beispiel einen Text mir vorlesen lassen oder ich kann auch Kontaktdaten dahinter legen, Links zu Homepages oder zu Social Media, WLAN-Schlüssel und so weiter. Also es ist ganz, ganz vielfältig, was für Daten man da dahinter legen und dann auch darüber öffnen kann. Und also von der Optik, wie gesagt, quadratisches Feld und in diesem Feld sind wiederum ganz wirr angeordnet schwarz-weiße Quadrate und eben aus dieser Anordnung ergibt sich dann der entsprechende Code und das Handy weiß, was es damit zu tun hat. Und meine Idee war, dass es unter Umständen eine tolle Möglichkeit sein kann, um Menschen mit Sehbeeinträchtigungen das Leben ein bisschen leichter zu machen.
Speaker0
00:29:39
Durch diese QR-Codes?
Speaker2
00:29:41
Ja, also zum Beispiel, wenn ich diese QR-Codes so programmiere, dass die mir ansagen, wenn ich den QR-Code scanne, was für ein Gewürz ich gerade in der Hand habe, bei diesen Unmengen an Gewürzgläsern, die sich alle gleich anfühlen, kann das eine Hilfe sein? Oder zum Beispiel auch, ich kann bei dem QR-Code eine Telefonnummer hinterlegen und dann scanne ich den und mein Handy wählt die Nummer. Oder ich kann zum Beispiel auch dem befehlen, dass er eine bestimmte App öffnen soll, wenn ich diesen QR-Code scanne. Und ja, ich denke, manches ist vielleicht auch gerade für Menschen, die mit Smartphone und Tablet noch nicht so fit sind, eine gute Möglichkeit, sich da so ranzutasten.
Speaker0
00:30:39
Anlässlich das Tag der Möglichkeiten wirst du uns da ein bisschen zeigen, was in der Küche auch möglich ist mit dem QR-Code, mit den QR-Codes zu machen. Du wirst da ein paar Sachen wahrscheinlich zeigen. Gibt es da so eine Demonstration oder wie kann ich mir das vorstellen?
Speaker2
00:30:52
Ja, also wir werden so ein paar QR-Codes vorbereitet haben. Also gerade das Beispiel Gewürze, da werden wir so kleine Pakete vorbereitet haben mit den gängigsten Gewürzen, die dort gegen Spende erhältlich sind. Ich habe auch dann vor Ort die Möglichkeit, QR-Codes zu generieren und zu drucken. Also wer da spezielle Wünsche hat, kann sich da auch gerne an den Stand von der Regionalgruppe Rendsburg wenden. Und ja, es wird spannend, was für Wünsche das da zu erfüllen sind und ich freue mich drauf.
Speaker0
00:31:34
Als zweites Highlight, was ich aber auch sehr spannend finde, habe ich schon ein bisschen angedeutet, dieses Thema Navigieren. Navilens, das ist ein Begriff, den wir jetzt schon ein paar Mal gehört haben. Du willst uns jetzt ein bisschen erklären, was ist Navilens?
Speaker2
00:31:48
Ja, Navilens ist im Grunde genommen so etwas Ähnliches oder eine Erweiterung so eines normalen QR-Codes. Also sprich, auch das ist ein quadratisches Feld mit ganz vielen Quadraten drin. Die sind mitunter aber auch bunt Der große Unterschied zu den normalen QR-Codes ist, der ist mit der entsprechenden App viel, viel schneller lesbar. Der ist aus einer Entfernung bis zu zwölf Metern lesbar und ich muss auch nicht die Kamera darauf fixieren, fokussieren. Also selbst wenn ich das Smartphone in eine andere Richtung halte, ich habe einen Winkel von 160 Grad Toleranz, die Lichtverhältnisse sind fast egal und somit hat man die Möglichkeit, diesen Code, auch wenn man unter Umständen schwarzblind ist und das Handy einfach in die Luft hält, zu erkennen. Und die Navigation funktioniert zum Beispiel so, dass der einen QR-Code erkennt. Dieser Code ist dann mit einem Text hinterlegt. Ich sage jetzt mal zum Beispiel Notausgang und die App sagt mir dann Notausgang, 10 Meter Entfernung. Und wenn ich mich darauf zubewege und das Handy weiter eben diesen QR-Code erfasst, verändert sich so ein kontinuierlicher Piepton, ähnlich wie beim Einparken beim Auto. Also sprich, je näher ich rankomme, desto schneller piept es. Und zwischendurch wird mir dann auch immer die aktuelle Entfernung angezeigt. Also so habe ich die Möglichkeit, mich zu diesem Code navigieren zu lassen. Und wir werden alle Stände auf dem Tag der Möglichkeiten damit versehen und letztendlich auch schon am Eingang starten, dass man die Möglichkeit hat, eben schon dort die App auszuprobieren. Auf dem Flyer, der hoffentlich bald im Umlauf ist, Findet man auch die entsprechenden QR-Codes, um die App runterzuladen, also dass man sich da im Vorwege auch schon mal die App installieren kann. Und ja, dann freuen wir uns auf ganz viel Neugierige und hoffentlich ganz viele positive Feedbacks.
Speaker0
00:34:39
Du wirst natürlich auch am Tag selber da sein, um Informationen zu geben, um Tipps zu geben, um zu unterstützen. 6.6.2026 in Rendsburg. Kannst du uns nochmal sagen, wo ist der Tag der Möglichkeiten, wann beginnt es und wie komme ich da hin?
Speaker2
00:34:54
Der Veranstaltungsort ist das Bildungszentrum Deula zum Hafen 4 in Rendsburg. Start ist 10 Uhr und 16 Uhr werden da die Kahnsteine hochgeklappt. Wir haben organisiert einen Shuttle-Service vom Bahnhof Rendsburg aus, der in regelmäßigen Abständen fährt. Und weitere Informationen wird es noch geben. Wir sind da leider mit der Planung noch nicht ganz durch.
Speaker0
00:35:27
Auf www.bsvsh.org bei unserer Geschäftsstelle und natürlich bei den Leuten von der Regionalgruppe Rendsburg wird es Informationen geben. Liebe Britta, haben wir noch was vergessen oder sollten wir noch was hinzufügen, was ganz wichtig wäre?
Speaker2
00:35:40
Kommt alle vorbei. Wir freuen uns. Und es kommen so tolle Aussteller. Und es wird ein ganz, ganz toller Tag der Möglichkeiten werden. Und das wollt ihr euch doch nicht entgehen lassen, oder?
Speaker0
00:35:53
Das ist doch perfekte Werbung. Vielen Dank, liebe Britta und viel Erfolg.
Speaker2
00:35:57
Dankeschön.
Speaker1
00:35:59
Hörbücher können wir überall mit hinnehmen. Ich habe sie inzwischen auch auf meinem iPhone in der App Hörgenuss der Norddeutschen Hörbücherei. Da kann ich mir Tag und Nacht etwas aus dem Katalog suchen, es herunterladen und ohne Wartezeit hören. So zum Beispiel auch 1400 Kilometer nördlich von hier, wo ich im Februar den finnischen Winterzauber genießen durfte. Ich mag Krimis nicht so besonders. In dieser Urlaubssituation habe ich aber einen aufgerufen, weil mir die Kurzbeschreibung aus dem Hamburger Bücherjournal, Dem Magazin der norddeutschen Hörbücherei, so schien, als ob wir hier einen besonderen Hörbuchtyp für unser Magazin haben. Und zwar mit Schleswig-Holstein-Bezug und noch etwas mehr. Im Zentrum des Buches stand nämlich eine blinde Patriarchin einer eingesessenen, mächtigen Familie in einem Ort an der Ostsee, an der Lübecker Bucht. Natürlich was mit Mord. Ich habe es nicht so mit fiktiven Gewalttaten. Ich finde es überflüssig, Brutalitäten auch noch als Unterhaltungsstoff zu kultivieren. Doch da war noch etwas. die Sprecherin, die Schauspielerin Anne Moll kenne und mag ich, seit sie auch Audiodeskription gemacht hat. Sie war übrigens auch an einer Hörfilmproduktion beteiligt, die gerade einen Hörfilmpreis geholt hat, nämlich den Artefilm Nostalgia. Ich folge Anne Moll auf Facebook, das sie auch als Seriendarsteller in Rote Rosen mitwirkt, spielt für mich keine Rolle, ist ja nicht mein Ding. Aber ich habe Urlaub und Lust, mal was zu machen, was sonst nicht auf meinem Zettel landet. Das Hörbuch konnte nicht ganz schlecht sein, also hatte ich es geöffnet und natürlich, ich habe mich einfangen lassen von Handlung, Erzählweise und gekonnter Sprecherinnenleistung. Ich spiele im Folgenden mal eine Hörprobe ein. Sie stammt aus dem spannenden Showdown, ohne den Ausgang hier schon verraten zu müssen. Und es hat mehr mit unserer Materie zu tun, als man ahnen mag.
Speaker5
00:38:38
Vielleicht wunderst du dich, sagte die Frau vor ihrer Tür zögerlich. Aber ich weiß etwas, was vielleicht wichtig ist. Sie brach ab. Komm herein, wir gehen ins Wohnzimmer. Willst du auch ein Glas Wein? Ist ein guter Primitivo. Ich möchte dir keine Mühe machen. Unsinn, ein Glas mehr zu holen macht mir keine Mühe. Setz dich schon mal, das Wohnzimmer ist dort drüben. Sie wies mit der Hand in die betreffende Richtung. Schritte in Schuhen mit weichen Sohlen folgten ihr. Ist Eduard auch da? Nein. Wieso? Ach, nur so. Hemgard hörte, wie ihr Überraschungsgast ins Wohnzimmer ging und holte zwei Gläser aus der Küche. Sie in einer Hand tragend folgte sie Vivian in den Nebenraum. Vorsichtig stellte sie sie auf dem Couchtisch ab. Die bereits geöffnete Flasche stand auf der Anrichte. Helmgard holte sie ebenfalls, setzte sich und schenkte konzentriert ein, ohne zur Kontrolle einen Finger in eines der Gläser zu stecken, wie sie es bei Eddie und sich manchmal tat. Sie weigerte sich, einen elektronischen Füllstandsmesser zu benutzen, sondern konzentrierte sich stattdessen auf ihr Gehör und Gefühl. Vivian saß ihr gegenüber, bewegte sich leicht auf dem alten Sofa hin und her, sodass die Federn knarzten und schwieg. »Alles in Ordnung?« fragte Helmgard. Vivian räusperte sich. »Oh ja, natürlich, danke.« Helmgard trank einen Schluck. Genießerisch schloss sie die Augen. Der gute, kräftige Wein tat sofort seine Wirkung. »Also, was möchtest du mir sagen?« kam sie zur Sache. Ihre Besucherin schien ja nicht auf Smalltalk aus zu sein. »Ich weiß vielleicht, wer Stella überfallen hat.« Und damit kommst du zu mir? Ich trau der Polizei nicht. Verärgert runzelte Helmgard die Stirn. Was sollte das? Sie hatte schon ab und zu gehört, dass Vivien Hagendorf manchmal seltsame Anwandlungen haben sollte. Bisher hatte sie das als Dorfklatsch abgetan. Eigentlich will ich mit Eddie sprechen. Ich weiß nicht, wo er ist, antwortete Helmgard vorsichtig. Sie hörte ein Geräusch. Es war nicht das Absetzen des Glases auf der Holzoberfläche des Tisches. Eher klang es wie ein Klicken von etwas Metallischem. »Wo verdammt ist Eddie?« »Ich weiß nicht, wo Eddie ist«, log Helmgard. »Aber er kann jeden Moment kommen.« »Ich glaub dir nicht«, erwiderte Vivian mit einer neuen Härte in der Stimme. »Du solltest besser gehen«, erwiderte Helmgard bestimmt. »Nein, erst sagst du mir, wo Eddie ist.« Noch weniger als die Härte gefiel Helmgard die nervöse Aufregung, die nun von Vivian ausging. Die Federn des Sofas knirschten erneut. Sie spürte einen Lufthauch und nahm Vivians Geruch, ein moschusartiges Parfum und Schweiß, Stressschweiß, jetzt deutlicher war. Sie war ihr näher gekommen. Helmgard tastete nach ihrem Smartphone in der Rocktasche. Es reagierte auf Sprachbefehle. Doch solange diese Frau ihr so nah war, wagte sie nicht, es zu benutzen. Sie erhob sich. »Ich kann mir aber denken, wo Eddie wahrscheinlich ist. Komm, ich werde dich zu ihm bringen.« »Blödsinn!« Vivian schnaubte. Ihre Kleidung raschelte. Die Stimme erklang nun aus nächster Nähe. Sie war ebenfalls aufgestanden und zu ihr getreten. Helmgard umrundete das Sofa so schnell sie es wagte, ohne einen Sturz zu riskieren. Doch wenn sie stürzte, schwer stürzte, würde ihre Smartwatch es registrieren. Wenn sie sich danach bewegte, würde die Uhr sie fragen, ob der Rettungsdienst kontaktiert werden sollte. Falls sie sich nicht bewegte, würde die Smartwatch nach einer Minute von allein einen Notruf absetzen und danach ihren Notfallkontakt, also Eddie, verständigen. All das schoss Helmgard in diesem Moment durch den Kopf. Würde ihr diese Funktion ihrer Uhr in der jetzigen Situation etwas nützen? Was machst du da? Wo ist dein Handy? Viviens Hand umklammerte ihren rechten Arm. Sie gab nicht mehr vor, dass dies nur ein nachbarschaftlicher Besuch war. Stattdessen zog sie Helmgardt das Smartphone aus der Rocktasche. Ein kurzes Gerangel entstand, als Helmgardt sich wehrte. Dann fiel das Telefon aufs Parkett. Nun löste Vivien mit einem höhnischen Auflachen das Armband ihrer Uhr. Aber auch die Smartwatch war weg. Nur nicht entmutigen lassen. Diese elektronischen Hilfsmittel funktionierten doch eh nicht, wenn man sie brauchte. Helmgard stieß Vivian mit aller Kraft von sich in Richtung der Lampe auf dem Couchtisch. Aus dem Schrei und dem Geschepper, die folgten, schloss Helmgard, dass sie ein paar Sekunden gewonnen hatte. Hoffentlich war die Glühlampe kaputt gegangen. Helmgard konnte es nicht mit Sicherheit sagen. Bei Dunkelheit fand sie sich in der vertrauten Umgebung sicher besser zurecht als ihre Angreiferin. Das Licht in Diele und Küche hatte sie gewohnheitsgemäß gelöscht, bevor sie ins Wohnzimmer gekommen war. Doch sie fürchtete, dass weder Viviens Sturz noch Dunkelheit ihr genug Zeit verschaffen würden, um sich in Sicherheit zu bringen.
Speaker1
00:43:56
Das ganze Hörvergnügen dauert 10 Stunden und 16 Minuten. Der Titel lautet Ostseefensternis. Es ist Teil 19 einer Reihe, die vollständig verfügbar ist in unserer Hörbücherei, obwohl es sich um ein kommerzielles Hörbuch aus dem Lübbe Audio Verlag handelt. Die Autorin heißt Eva Almstädt. Eva Almstädt lebt übrigens, wie ich herausfand, in Hamor im Kreis Stormann. Alle 21 Fälle der Pia Koritzki-Reihe werden übrigens von Anne Moll vorgelesen. Und eine Moll ist der Ostsee-Krimi-Reihe seit 20 Jahren verbunden. Fall 19, nämlich Ostsee-Finsternis, hat in der NBH die Katalognummer aufgepasst, 71104.
Speaker0
00:44:50
Das war's für diese Ausgabe. Herzlichen Dank, dass ihr mit dabei wart. Moinsen, das Magazin vom Buch 21 vom DBSV Inform und unser Podcast. Verffentlichung also jetzt immer am 15. des Monats. Ich hoffe, ihr hattet Spaß an dieser Ausgabe. Wir hören uns wieder im Monat Mai. Dann selbstverständlich auch mit einem kurzen Auszug aus dem, was wir dann am 5. Mai in Kiel erlebt haben. Also nochmal den Termin Kiel Forum Kulturforum. Bitte seid dabei am 5. Mai. Wir brauchen so viel wie möglich Menschen, um der Politik zu zeigen, dass die Behindertenpolitik, die gerade passiert, uns nicht am A-Punkt-Punkt vorbeigeht, sondern dass wir wirklich definitiv uns für unsere Politik einsetzen und gegen das gehen, was derzeit in den politischen Katakomben da geschnürt und gebaut wird. Das ist nämlich nicht cool und das geht gegen das, was die UN-Behindertenrechtskonvention sagt. Wir werden derzeit in der Politik sozusagen so richtig mit Füßen getreten und das darf es definitiv nicht sein. Deshalb 5. Mai und auch Termine danach, zum Beispiel am 9. Mai in Dithmarschen. Also es gibt genug Termine auch im Norden, wo ihr eure Stimme erheben könnt und dabei sein könnt. Bis dahin, alles Gute, euer Inklusator und Moderator vom Moinsen und Buch 21, Sascha Lang. Ciao, bye bye.
Speaker1
00:46:03
Moin Sehn. Moin Sehn.
Speaker2
00:46:05
Moin Sehn. Moin Sehn.
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00:46:07
Moin Sehn. Impressum und Kontakt. Moin Sehn, das Audio-Informationsmagazin, ist eine Publikation des Blinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Holstein e.V. Landesgeschäftsstelle Memelstraße 4 in 23 554 Lübeck. Telefon 0451 408 508 0. Telefax 0451 408 508 55 E-Mail info at bsvsh.org Homepage www.bsvsh.org Die redaktionelle Verantwortung hat Dr. Jürgen Trinkus, der Landesvorsitzende des BSVSH, redaktionelle Mitarbeit Regine Planer-Regis für das Lektorat und Sascha Lang als Audio-Redakteur. Für Anregungen und Themenvorschläge freuen wir uns auf Ihre Zuschriften per E-Mail an folgender Adresse redaktion.bsvsh.org.