Außensicht, Sehnsucht, Arbeit [S4E17]
23.03.2026 19 min
Zusammenfassung & Show Notes
Jürgen fragt sich (unter anderem): Wie glaubst du, wirst du von der Gesellschaft gesehen?
Außensicht, Sehnsucht, Arbeit [S4E17]
In dieser Episode tauchen wir tief in die Fragen von Sichtbarkeit und Sehnsucht ein. Wie sieht die Gesellschaft den Schmerz, den wir empfinden, und was bedeutet das für unser Leben und Arbeiten? Während ich meine eigenen Erfahrungen teile, lade ich euch ein, darüber nachzudenken, was hinter euren eigenen Sehnsüchten steckt und wie diese euer Verhältnis zur Arbeit prägen.
Die Fragen in dieser Episode:
- Wie glaubst du, wirst du von der Gesellschaft gesehen?
- Deine Krankheit mal außen vor - wonach sehnst du dich am meisten?
- Wie beeinflussen deine Schmerzen dein Arbeitsleben?
Alle Fragen findest du auch auf der Webseite – hier kannst du auch deine Antworten hinterlassen, mit Anderen diskutieren oder neue Fragen vorschlagen.
Was ich mir aus dieser Episode mitnehme?
Porsche auf Kopfsteinpflaster sind zu laut für In-Bulli-Podcastaufnahmen.
Und hier das Video zur Folge: Youtube.
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🎬 Check auch die Videos zu den Episoden von Staffel 4 auf dem Schmerzenssache-Instagram-Feed und in Jürgens Youtube-Channel.
🎸 Hier entlang zu Jürgens Schmerz-Playlist bei Spotify: https://open.spotify.com/playlist/2RzJxJ8hVT9rzoYPrNCuGz?si=b9c5e227ace249ca
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⭐⭐⭐⭐⭐ – Bewertungen helfen mir und diesem Projekt, die Sichtbarkeit zu erhöhen und mehr Menschen in ähnlich herausfordernden Situationen zu erreichen. Nicht, weil ich glaube, dass ich ihnen helfen kann – aber zumindest möchte ich ihnen auf diesem Weg ein ganz, ganz herzliches „Ihr seid nicht allein“ über den Zaun werfen.
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📜 Das Schmerzmanifest, das in diesem Podcast gelten soll:
- Schmerzen sind kein Tabuthema.
- Jede und jeder hat das Recht auf den eigenen Schmerz. Vergleichen ist verboten. Wir alle gehen mit Schmerz subjektiv um, das muss respektiert werden.
- Ich präsentiere keine Lösungen, nur Erfahrungen und Impulse.
- Schmerz definiert mich nicht als Persönlichkeit.
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🛜 Abonnier die Schmerzenssache gerne bei Apple Podcasts oder Spotify. Du findest den Podcast auch bei Fyyd und allen gängigen Podcast-Plattformen. Ich freue mich außerdem über Feedback und euere Schmerzgeschichten per E-Mail an juergen@schmerz.fm – außerdem über die Webseite schmerz.fm.
Du kannst mir auch auf meinem Anrufbeantworter Feedback hinterlassen, deine Geschichte erzählen oder ein Thema vorschlagen – hier ist die Nummer: +49 9824 3010005 (Bitte bedenke aber: Ruf nur an, wenn du mit einer Veröffentlichung im Podcast einverstanden bist.)
Transkript
Hey, meine lieben Chronis. Schön, dass ihr wieder zuhört. Ich freue mich einmal
mehr, eine Podcast-Episode für euch und mit euch zusammen aufnehmen zu dürfen.
Ich entschuldige mich gleich mal für die nicht ganz perfekten Bedingungen.
Ich sitze hier tatsächlich im Auto auf dem Parkplatz und warte darauf,
dass ich meine Tochter wieder einsammeln darf.
Von daher, ja, ich nutze die Zeit.
Wohlwissend, dass wenn hier so ein Porsche über das Kopfsteinplaster rödelt,
dass man das womöglich hören wird. Vielleicht die eine oder andere schlagende Tür.
Ich hoffe, es reißt euch nicht allzu sehr aus der Podcast-Aufnahme raus.
Ich glaube, es geht. Von daher, ich habe mich hier natürlich vorbereitet,
hier meine Karten, und überlege gerade, ob es noch irgendwas anderes Neues zu erzählen gibt.
Es wird bald noch eine weitere Unterstützungsmöglichkeit geben.
Ich habe ja schon ein paar Mal von Steady erzählt.
Ihr solltet auf jeden Fall bei Steady vorbeischauen und den Newsletter abonnieren.
Ihr dürft gerne natürlich auch eine Mitgliedschaft abonnieren,
auch wenn es da jetzt noch nicht so wahnsinnig viele, ja, es ist vielleicht
keine richtige Mitgliedschaft, es ist mehr so ein Abonnement, eine Unterstützung.
Es gibt jetzt nicht wahnsinnig viele Belohnungen, aber da kommen Dinge,
denn meine Frau und ich arbeiten gerade an einem kleinen Merch-Shop,
in dem es dann T-Shirts von der Schmerzensache, Tassen, Leinwände und so weiter
geben wird, aber auch von anderen Podcasts.
Wir sind jetzt aber noch nicht ganz so weit. Wir haben den Shop zwar schon online,
ich verrate nur noch nicht wo.
Man kann ihn wahrscheinlich schon finden, aber wir testen jetzt gerade noch
mit den ersten Testkunden, wie der Bestellprozess funktioniert,
ob alle Daten auf den Rechnungen stimmen, ob die Produktion im Hintergrund funktioniert.
Also da kommt was. Seid gespannt und ich denke, ich werde nächste Woche im Newsletter,
nächsten Freitag mehr darüber erzählen.
Von daher solltet ihr auf jeden Fall die Newsletter abonnieren und dann verpasst
ihr da auch auf keinen Fall was.
Also, jetzt wollte ich schon sagen, ich mache kurz Pause und ihr geht so steady
und abonniert den Newsletter, aber ich glaube, ihr kriegt das sogar hin,
während ihr weiterhört. Ich traue euch das zu.
Und ich fange einfach an mit Frage Nummer 1.
Gesellschaftliches. Wie glaubst du, wirst du von der Gesellschaft gesehen?
Ja, das hat sich, glaube ich, ziemlich verändert. Ich glaube,
lange Zeit hat die Gesellschaft das überhaupt nicht wahrgenommen,
dass irgendwas mit mir sein könnte oder wie es mir irgendwie geht.
Ich habe das lange versucht, nicht sichtbar werden zu lassen,
nicht spürbar werden zu lassen, bis dann, naja, bis dann die erste,
Der erste große Ausfall kam, wo ich dann auch gleich Monate erst auf Reha und
dann auch in Operationen irgendwie ausgefallen bin.
Und dann hat die Gesellschaft schon reagiert und zwar sehr deutlich.
Also die meisten haben mehr Rücksicht auf mich genommen, als ich das damals wollte.
Ich hätte am liebsten alles wieder zurückgedreht.
Ich hätte am liebsten, wäre ich wieder zum Normalbetrieb zurückgegangen, relativ schnell.
Und das ging natürlich nicht. Also wenn man vier Monate nicht zur Arbeit kommt,
dann können die Leute nicht normal mit einem umgehen. Das kann überhaupt nicht funktionieren.
Und das war dann auch so, dass das geblieben ist, also dass ich immer natürlich der Rückenkranke war.
Und damals war mir das noch unangenehm, damals wollte ich das nicht.
Damals wollte ich zeigen, dass ich genauso belastbar bin wie alle anderen,
was natürlich Quatsch ist.
Also ich hätte damals zeigen sollen, dass ich für einen Rückenkranken belastbar
bin oder dass ich trotz meiner Einschränkungen sehr viel beitragen kann,
aber ich hätte nicht versuchen sollen, wirklich mit allen anderen mitzuhalten.
Das gab jetzt kein Riesenproblem deswegen, aber das hat in mir immer dazu geführt, dass ich,
dass ich das Gefühl hatte, es passt nicht mehr. Also dass ich mich irgendwie
auf der Arbeitsstelle, auf der ich damals war, dass ich mich vom Rest wegentwickelt
habe und dass ich mir dachte, hey,
ich gehöre nicht hin, ich passe hier nicht rein, ich leiste meinen Beitrag nicht
so, wie ich das gerne möchte oder es wird auch nicht so wahrgenommen,
wie ich das gerne möchte.
Und das war so ein Saat der Zweifel und das, was so über die Zeit wächst und
dann dazu führt, dass man sich nach was anderem umschaut.
Und genau so kam es dann auch. Und bei dem Arbeitgeber, der darauf kam,
habe ich es von vornherein zum Thema gemacht.
Also da bin ich proaktiv da reingegangen, weil ich natürlich auch schon gelernt hatte.
Ich hatte gelernt, dass es nichts bringt, es auszuschweigen, totzuschweigen.
Und ich hatte gelernt, dass es nichts bringt, das so lange schwelen zu lassen,
bis es sich nicht mehr verstecken lässt.
Wobei ich noch nicht gelernt hatte, wie der ideale Umgang damit ist.
Aber ich habe tatsächlich gute Erfahrungen gemacht, schon im ersten Bewerbungsgespräch
zu sagen, hey Leute, ich bin rückenkrank, ich habe die und die Bedingungen, sonst wird es nichts.
Und ich habe dann auch, ich glaube in den drei Jahren, die ich dann da war,
war ich nicht wirklich, gab es keinen wirklichen Ausfall deswegen.
Also ich habe tatsächlich meinen Beitrag dann geleistet. Das war für immer alle klar.
Ich habe das auch klar kommuniziert. Ich habe für Aufsehen gesorgt,
weil ich der erste weit und breit mitten im Stehtisch war und nach drei Jahren
hatte jeder in meinem Flur einen oder fast jeder.
Also ich habe da auch so ein bisschen eine Schneise geschlagen und das war,
glaube ich, ganz gut. Das hat mir auf jeden Fall den Aufwind gegeben.
Damals ist auch die Schmerzensache entstanden, also das hat mir auf jeden Fall Aufwind gegeben.
Nee, stimmt nicht, die Schmerzensache ist kurz nachher entstanden.
Aber ist egal, mich hat auf jeden Fall dieser Push dazu gebracht,
dann auch diesen Podcast zu starten und wirklich noch aktiver das zu kommunizieren.
Wohl wissend, dass ich dann immer der bin mit dem kaputten Rücken.
Aber ich habe mich immer darauf konzentriert, eben das Positive zu zeigen und
zu zeigen, was eben trotzdem geht und es nicht darauf ankommen zu lassen,
das gezeigt wird, das für mich gezeigt wird, was eben nicht geht.
Das war so der kleine Unterschied dabei. Das war mein Hack.
Und ja, wie sieht mich die Gesellschaft heute? Ich glaube, die Gesellschaft
sieht mich heute wahrscheinlich ein bisschen als den nervigen Typen,
der immer mit seinen Schmerzen um die Ecke kommt,
der das immer zum Thema macht, der das immer, wenn es um Arbeit geht,
immer wenn es um psychische Gesundheit geht, immer wenn es um Familie geht,
der immer mit diesem Schmerzthema um die Ecke kommt. Aber ...
Ja, nix aber. Ich werde nicht müde, das zu tun und das nehme ich in Kauf.
Das nehme ich in Kauf und die Leute, die das nervt, die werden das wahrscheinlich
dann ausblenden oder die werden mich ausblenden.
Ich glaube, dass die meisten Leute das sehen und akzeptieren und viele sogar
gut finden, dass ich so einen Kampf um Sichtbarkeit führe, den sie vielleicht
dann selber gar nicht führen müssen.
Und das nehme ich mir als Rolle, nehme ich das gerne an und ich nehme das schon
auch sehr wichtig und versuche mir gar nicht so sehr zu überlegen,
was jetzt die, doch, ich versuche mir schon zu, das war jetzt gelogen,
ich versuche schon zu überlegen, was die Gesellschaft von mir denkt,
denn das ist ja genau das, was ich erreichen will.
Ich will ja erreichen, dass die Gesellschaft darüber nachdenkt und natürlich
ist der erste Trigger, den ich setzen kann, ist, hey, da ist so ein Typ,
der faselt die ganze Zeit was über chronische Schmerzen und ich möchte, dass das normaler wird.
Von daher denken die Leute wahrscheinlich schon was über mich und das ist mir auch wichtig.
Von daher sagt es mir. Sagt ihr mir, was die Gesellschaft über mich denkt. Ihr wisst wie.
Geht auf die Webseite, geht unter das Video, schickt mir eine E-Mail, whatever.
Hauptsache ihr beantwortet mir diese Frage. Und dann mache ich weiter mit Frage Nummer zwei.
Spannend. Psychisches.
Deine Krankheit mal außen vor, wonach sehnst du dich am meisten?
Also tatsächlich sind es auch so Fragen, die jetzt, ich habe ja schon erzählt,
ich bin gerade in einer tiefen psychologischen Therapie.
Das sind natürlich so Fragen, die da auch irgendwie aufkommen in irgendeiner
Form. Was liegt da noch drunter?
Was für Sehnsüchte? Was für Ängste? Was für tiefer liegende Motivationen hast du?
Und ich bin jetzt schon so lange in dieser, ich bin jetzt so lange der Painfluencer,
auch wenn ich mich erst seit kurzem so nenne, aber ich bin es schon so lange,
dass ich das nicht mehr trennen kann, kann das nicht mehr von mir trennen.
Ganz am Anfang von diesem Podcast haben wir mal definiert, dass unsere Schmerzen
uns nicht als Personen ausmachen und nicht beeinflussen und nicht definieren,
und ich musste aber einsehen, dass das gelogen ist.
Die nächste Lüge.
Also meine Schmerzen definieren mich sehr wohl als Person und es geht auch gar nicht anders.
Also die sind so omnipräsent und spielen in jeder Lebensentscheidung eine Rolle.
Ich kann meine Psyche nicht von dieser Schmerzkrankheit lösen.
Und deshalb fällt es mir wahnsinnig schwer zu beantworten, was da drunter liegt.
Welche Sehnsüchte.
Ich habe, glaube ich, eine tiefliegende Sehnsucht,
Nach sozialer Stabilität, also was meine Familie angeht, war für mich absoluter Haken dran.
Also natürlich haben wir mit Dingen zu kämpfen, Kinder kommen in die Pubertät,
der Hund ist krank, Familie, da gibt es immer mal Dinge, keine Ahnung,
Heizung austauschen, Auto kaputt.
Und es ist immer irgendwas, aber an sich, im Großen und Ganzen ist die Familie
stabiler. Und das ist mein Anker.
Das erdet mich, das hält mich im Leben.
Und es hält mich vielleicht auch am Leben. Also das ist eine Sehnsucht,
die hatte ich und die habe ich wahrscheinlich. Die ist jetzt nicht so relevant,
weil ich mir die erfüllt habe.
Ich habe eine Tätigkeit.
Tief liegende Sehnsucht, glaube ich, auch nach Anerkennung. Wahrscheinlich viele,
wahrscheinlich im Podcast-Space auch viele.
Also dieses Redebedürfnis, das kommt ja nicht von irgendwo her.
Natürlich habe ich einen gut überlegten Grund, das zu tun, der auch viel mit
meinem Inneren zu tun hat.
Aber dem Ganzen zugrunde liegt wahrscheinlich trotzdem noch etwas,
das nichts mit meiner Krankheit zu tun hat.
Ich möchte natürlich auch wahrgenommen werden als ein Mensch,
als vielleicht ein humorvoller Mensch, vielleicht als ein nachdenklicher Mensch,
vielleicht als ein Mensch mit einer relevanten Meinung, mit relevanten Ansichten,
der vielleicht auch wirklich was Positives beitragen kann.
Also mein Zielbild im Leben ist, ich möchte die Welt etwas besser verlassen,
als ich sie vorgefunden habe.
Und natürlich möchte ich dafür anerkannt werden. Natürlich will jeder von uns,
glaube ich, irgendwie so ein Tätschle auf den Kopf und einen gut gemacht.
Sei es, weil man das als Kind zu wenig bekommen hat. Sei es,
weil ich weiß gar nicht, was der Grund dafür ist.
Ich wurde als Kind gelobt. Ich habe kein Kindheitstrauma.
Ich komme aus einem stabilen Elternhaus mit stabilen Familienverhältnissen.
Also da sind keine, da bin ich jetzt auch in der Therapie schon so oft drauf
gekommen, da sind keine tiefliegenden Probleme.
Aber trotzdem glaube ich, dieses Grundbedürfnis nach Anerkennung,
das kommt natürlich von irgendwo ganz tief unten.
Und natürlich wäre ich am liebsten ein relevanter Podcaster.
Ich muss nicht in den Charts auf Platz 1 stehen, aber ich muss spüren,
dass das Projekt relevant ist.
Also das spüre ich am meisten durch eure Rückmeldungen tatsächlich.
Ich würde aber auch gern ein Buch schreiben. Das ist natürlich auch ein Bedürfnis nach Anerkennung.
Also natürlich geht es mir nicht darum, mich möglichst lange auf den Arsch zu
setzen und zu tippen, sondern es geht mir darum, am Ende dazustehen,
zu sagen, hey, ich habe dieses Buch geschrieben, ich habe mein Innerstes nach
außen gekehrt und idealerweise interessiert das jemanden so arg,
dass er dafür Geld ausgibt.
Das ist schon Anerkennung.
Beruflich, natürlich geht es mir da auch um Anerkennung. Natürlich möchte ich
erfolgreich sein als Selbstständiger ganz stark, einfach weil meine Arbeit dadurch anerkannt wird.
Ich glaube, dass die Arbeit als Selbstständiger ist noch viel spannender für
mich, weil die sehr viel direkter mit Anerkennung verknüpft ist.
In einem Angestelltenverhältnis hast du vielleicht ein Jahresgespräch oder du
hast mal eine Gehaltserhöhung, du hast mal ein Lob für ein Projekt,
aber als Selbstständiger bist du eigentlich jeden Monat schon allein durch Zahlung
und durch Einfordern von Feedback und so, bist du darauf angewiesen,
dass du Rückmeldung bekommst und da steckt natürlich auch immer Anerkennung drin.
Ich glaube, das ist meine größte Sehnsucht.
Und ganz platt,
Ganz platt und materialistisch sehne ich mich natürlich nach einem Leben,
in dem ich nicht mehr arbeiten muss, sondern arbeiten darf und kann.
Also Selbstbestimmtheit, Freiheit von finanziellen Sorgen und Nöten wäre natürlich
ein ganz schöner, aber das ist jetzt nicht wirklich eine Sehnsucht, das ist eher so ein Ziel.
Und ich habe noch ein sehr, sehr tiefliegendes Bedürfnis und das ist Neugier.
Ich bin sehr neugierig. Also ich möchte gerne mehr sehen, mehr erfahren, mehr erleben vor allem.
Vielleicht habe ich auch eine Sehnsucht nach Adrenalin, aber ich glaube,
es ist einfach Neugier. Ich möchte immer neue Erfahrungen sammeln und machen.
Ich muss mir die mittlerweile sehr gut aussuchen, weil ich viel Erholung dazwischen brauche.
Aber Reisen, Erfahrungen machen, Action, Unternehmungen, was erleben,
das ist auf jeden Fall auch, was das ganz, ganz tief in mir verankert ist.
Hätte ich jetzt gar nicht erwartet, dass das so ergiebig wird.
Deine Krankheit außen vor, wonach sehnst du dich? Sag es mir gerne.
Ich gehe derweil weiter zu Frage Nummer 3.
Die kommt mir jetzt fast schon ein bisschen zu nah an den anderen vor.
Wie beeinflussen deine Schmerzen dein Arbeitsleben?
Aber machen wir es mal ganz konkret. Machen wir es mal nicht auf so einer,
ich denke jetzt wieder über Gott und die Welt nach Ebene, sondern machen wir
es mal wirklich ganz konkret.
Die Schmerzen beeinflussen mein Arbeitsleben.
Und zwar kann ich morgens erst anfangen, wenn ich hochgefahren bin,
wenn meine Schmerztabletten greifen.
Also ich springe nicht aus dem Bett und fahre zur Arbeit, sondern ich schäle
mich aus dem Bett, werfe mir meine Tabletten ein, ziehe mir meinen ersten Kaffee
und fahre dann innerlich nochmal so lange herunter, bis die Tabletten wirken.
Das ist eine ganz konkrete Auswirkung.
Ich muss viel stehen bei der Arbeit in letzter Zeit sitze ich auch wieder ab
und zu, der Wechsel tut mir ganz gut und tatsächlich kann ich mich im Sitzen
besser konzentrieren, wenn ich Texte schreibe zum Beispiel.
Aber stehen ist natürlich irgendwie einfacher, aber ich kann beides nicht unendlich
lange von daher ist der Wechsel für mich sehr wichtig das ist auch eine unmittelbare
Folge meiner Schmerzen ich Vielen Dank.
Ich mache mittlerweile längere Pausen, auf jeden Fall mittags, auch mal zwischenrein.
Nachmittags gehe ich dann relativ früh mit dem Hund raus, bevor ich mich dann
abends manchmal noch mit dem Laptop auf die Couch setze.
Also das sind auch ganz konkrete Dinge in meinem Arbeitsleben und ich habe auch
meine Stunden reduziert, wobei ich die jetzt gerade als Selbstständiger natürlich
wieder so hochgefahren habe, wie es nur geht,
aber mein Ziel in den nächsten Monaten und Jahren wäre eigentlich auf stabile
30 Stunden die Woche zu kommen,
auch natürlich beeinflusst durch meine Schmerzen.
Und was noch ein ganz entscheidender Faktor ist, ich brauche jederzeit die Freiheit, Termine wahrzunehmen.
Ich habe tatsächlich jetzt diese Woche zweimal Termin zur Physio,
zweimal Termin zur Psychotherapie, dazu noch ein bisschen Kinder rumfahren,
was jetzt nichts mit meinen Schmerzen zu tun hat.
Aber das sind sehr, sehr viele Dinge, die ich mit einem Angestelltenverhältnis
zwar irgendwie zusammenbringen kann.
In meinem letzten Job waren alle dankbarerweise sehr flexibel,
aber es ging damit auch immer so ein bisschen ein schlechtes Gewissen einher.
Also gerade solche Dinge zu machen, solche Arzttermine immer wahrzunehmen.
Es ist als Selbstständiger schon irgendwie einfacher, auch wenn es ein bisschen
mehr wehtut, weil du dann natürlich weißt, in der Zeit kannst du nichts abrechnen.
Aber es ist einfacher, weil ich niemandem so richtig dafür Rechenschaft ablegen muss.
Das ist schon auch ein großer Einfluss. Also ein einzig rechtfertigen müssen
für Arzttermine in einem Angestelltenverhältnis, das kann unangenehm.
So, jetzt ist mir die Kamera kurz ausgegangen, weil sie zu heiß wurde. hier im Auto.
Vielleicht sieht man es mir auch schon auf der Stirn an. Es wird langsam warm.
Aber die Frage war beantwortet.
Also Frage Nummer drei abgeschlossen.
Das bringt mich dazu, mich noch von euch zu verabschieden.
Zu sagen, hey, ich hoffe, wir hören uns in zwei Wochen wieder.
Ich hoffe, wir lesen uns nächsten Freitag. Vergisst nicht, ich möchte da gerne
mit euch über T-Shirts und mehr sprechen.
Also geht rüber zu Steady.
Schaut euch mal die Unterstützungspakete an.
Abonniert auf jeden Fall die Newsletter und bleibt mir gewogen.
Ich schicke euch schmerzliche Grüße und sage Ciao, bis zum nächsten Mal.