Schmerzenssache – weil Rückenschmerzen kein Tabuthema sind

Jürgen Krauß

Ehrlichkeit, Klischees, Therapiesuche [S4E14]

06.02.2026 25 min

Zusammenfassung & Show Notes

Jürgen fragt sich (unter anderem): Bist du ehrlich, wenn du gefragt wirst, wie es dir geht?

Ehrlichkeit, Klischees, Therapiesuche [S4E14]

Die Fragen in dieser Episode:

  1. Bist du ehrlich, wenn du gefragt wirst, wie es dir geht?
  2. Welche Klischees über Schmerzleidende begegnen dir regelmäßig ... und sind sie wahr?
  3. Worauf achtest du, wenn du Therapeutinnen oder Therapeuten suchst?

Alle Fragen findest du auch auf der Webseite – hier kannst du auch deine Antworten hinterlassen, mit Anderen diskutieren oder neue Fragen vorschlagen.


Was ich mir aus dieser Episode mitnehme?

Ruft mal bei der 116 117 an. Natürlich nicht aus Spaß, aber wenn ihr Hilfe benötigt, ist das eine gute Nummer, um sie auf der Kurzwahltaste zu haben.

Und hier das Video zur Folge: Youtube.


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🎬 Check auch die Videos zu den Episoden von Staffel 4 auf dem Schmerzenssache-Instagram-Feed und in Jürgens Youtube-Channel.

🎸 Hier entlang zu Jürgens Schmerz-Playlist bei Spotify: https://open.spotify.com/playlist/2RzJxJ8hVT9rzoYPrNCuGz?si=b9c5e227ace249ca 

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⭐⭐⭐⭐⭐ – Bewertungen helfen mir und diesem Projekt, die Sichtbarkeit zu erhöhen und mehr Menschen in ähnlich herausfordernden Situationen zu erreichen. Nicht, weil ich glaube, dass ich ihnen helfen kann – aber zumindest möchte ich ihnen auf diesem Weg ein ganz, ganz herzliches „Ihr seid nicht allein“ über den Zaun werfen. 

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📜 Das Schmerzmanifest, das in diesem Podcast gelten soll:
  1. Schmerzen sind kein Tabuthema.
  2. Jede und jeder hat das Recht auf den eigenen Schmerz. Vergleichen ist verboten. Wir alle gehen mit Schmerz subjektiv um, das muss respektiert werden.
  3. Ich präsentiere keine Lösungen, nur Erfahrungen und Impulse.
  4. Schmerz definiert mich nicht als Persönlichkeit.

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🛜 Abonnier die Schmerzenssache gerne bei Apple Podcasts oder Spotify. Du findest den Podcast auch bei Fyyd und allen gängigen Podcast-Plattformen. Ich freue mich außerdem über Feedback und euere Schmerzgeschichten per E-Mail an juergen@schmerz.fm – außerdem über die Webseite schmerz.fm.

Du kannst mir auch auf meinem Anrufbeantworter Feedback hinterlassen, deine Geschichte erzählen oder ein Thema vorschlagen – hier ist die Nummer: +49 9824 3010005 (Bitte bedenke aber: Ruf nur an, wenn du mit einer Veröffentlichung im Podcast einverstanden bist.)

Transkript

Hey meine lieben Kronis, ich bin's wieder, der Jürgen. Das ist meine Schmerzensache und ich freue mich, dass ihr wieder da seid. Ich freue mich, dass ihr einschaltet. Ich freue mich, dass ihr abonniert. Ich freue mich, wenn ihr liked. Ich freue mich, wenn ihr zuhört. Ich freue mich, wenn ihr euch meldet. Ich freue mich aber auch, wenn ich einfach hier sitzen darf und mich mit der Kamera unterhalten. Und wohlwissend, dass am Ende des Internets, am anderen Ende des Internets, dann zwei, drei Leute auf Download klicken und sich das anhören, was ich zu sagen habe und sich dann vielleicht sogar Gedanken machen, sich bei mir zurückmelden, sich das zu Herzen nehmen. Das macht wahnsinnig viel mit mir. Das bewegt mich wahnsinnig, wie ihr da dabei seid, wie ihr da mitgeht, wie ihr jetzt auch nach, also wir hatten jetzt gerade Schmerzenssache, wurde gerade sieben Jahre alt, wie ihr auch nach sieben Jahren noch. Das ertragt, was ich hier tue. Also da muss ich mich manchmal, manchmal muss ich mich ein bisschen kneifen, damit ich es überhaupt wahrhaben kann. Und was ich auch manchmal gar nicht so, also ich wundere mich manchmal über mich selbst. Ich ticke nämlich eigentlich gar nicht so. Ich habe es jetzt erst wieder mit dem Jobwechsel. Es geht immer, egal was ich mache, es geht meistens so ein paar Jahre lang gut und dann wächst so ein, entweder so ein Saat der Unzufriedenheit oder so ein Korn der Neugier in mir. Und dann will ich losziehen und will sehen, was die Welt noch zu bieten hat. Das habe ich schon so oft erlebt bei mir, das passiert mir im Arbeitsalltag immer so im 3-5-Jahresrhythmus, war jetzt wirklich bei so gut wie jedem Job so das passiert mir beim Sport, bei Hobbys das passiert mir zum Glück nicht, bei meinen Liebsten, bei meiner Familie und das passiert mir zum Glück nicht beim Podcasten mit euch, also das ist was es gibt Ausnahmen zu dieser Regel, was ich ganz spannend eine ganz spannende Beobachtung finde, und ich habe tatsächlich kann ich euch sagen, ich habe mich hingesetzt zum Siebenjährigen, bin kurz in mich gegangen, ich habe mich gefeiert, aber ich habe mir innerlich zugepostet und habe mir gesagt, hey, Lass dieses Jahr wirklich zum Jahr der Schmerzensache werden. Schau, dass du die Community zusammenbringst. Schau, dass das Format wächst. Schau, dass du konsistent damit rauskommst. Und schau, dass du dir ein bisschen was einfallen lässt, damit du selbst weiterhin Spaß, also ich weiterhin selbst daran Spaß habe. Aber auch ihr und ich weiß das habe ich schon von vielen Rückmeldungen von euch gehört ihr seid doch viel unkritischer als ich also ich bin immer super selbstkritisch und sage mir ich muss mir nach so vielen Jahren was Neues einfallen lassen das wird doch keiner mehr hören und das habe ich schon so oft erzählt und immer wenn ich sowas tue, kommen so zwei, drei Leute und sagen ey Jürgen mach dir keinen Kopf es ist so schön was du machst und wir nehmen das auch in unregelmäßigen Abständen und auch in. Nicht perfekter Qualität und auch ohne Webseite und das macht uns alles nichts. Es ist einfach cool, dass du da dran bleibst. Aber ich brauche das ganz oft, um mich weiter zu motivieren. So. Trotzdem habe ich mich natürlich gefragt, was kann ich euch Gutes tun? Und jetzt kann ich es endlich offiziell verkünden. Die neue Webseite ist online. Sie ist weit weg von perfekt. Ich bin im Hintergrund noch dran. Die ist noch ein bisschen langsam. Da sind noch so ein paar Funktionen, die mir noch fehlen. Da ist vielleicht noch nicht alles ganz hundertprozentig durchgetestet. Aber ihr könnt da draufgehen. Ihr könnt da Episoden anhören. Ihr könnt vor allem jetzt aber auch die Fragen einzeln durchklicken. Ihr könnt Kommentare und Antworten zu den Fragen hinterlassen, zu den Episoden hinterlassen. Wir können endlich in den Austausch kommen und das ist allein schon für mich ein riesiger Meilenstein, dass das nicht nur in meinem Podcast, nicht nur in meinem Posteingang stattfindet, sondern dass wir das auch irgendwie im Internet auf der Webseite tun können. Also das ist schon mal ein ganz, ganz großer Schritt nach vorne für mich und parallel dazu, ich habe es jetzt auch schon oft genug gesagt, aber es ist jetzt wirklich auch offiziell gestartet. Meine Steady-Seite ist live. Da stehen jetzt tatsächlich A, ein Newsletter zur Auswahl. Also ihr könnt einfach auf Steady gehen, kostenlos. Das Wunsch schreiben, abonnieren. Und der Plan ist immer so, dass ich alle zwei Wochen freitags eine Podcast-Episode veröffentliche. Und in den Wochen zwischen den Podcast-Episoden möchte ich eine Newsletter veröffentlichen. Kann sein, dass ich mir mal eine Woche Luft nehme. Es kann sein, dass in Monaten mit fünf Freitagen vielleicht wirklich einmal Urlaub für mich ausschaut. Mal gucken, wie sich das einspielt. Der Plan ist auf jeden Fall, dass ihr jede Woche was von mir hört oder lest. Für die, die nur lesen wollen, ist cool. Die können den Newsletter abonnieren. Für die, die nur hören wollen, ist cool. Ihr könnt weiterhin den Podcast hören. Für die, die sehen wollen, ist cool. Die können auf YouTube gehen. Und für die, die einfach alles mitnehmen wollen, steht das alles kostenfrei, weiterhin ohne Bezahlschranken, ohne alles weiterhin zur Verfügung. Das ist mir ganz wichtig. Ich will niemanden ausschließen, weil ich weiß. Wie die Situation als Schmerzkranker sein kann. Und ich weiß, dass das auch wirtschaftlich manchmal eine echte Herausforderung ist. Und ich möchte niemandem Geld aus der Tasche ziehen, schon gar nicht, wenn er das nicht hat. Ich möchte aber auch ganz transparent und ehrlich mit euch sein. Ich bin jetzt wieder selbstständig und ich würde mir wünschen, dass die Schmerzensache einen Teil meiner Selbstständigkeit finanziert. Deswegen gibt es jetzt diese Unterstützungspakete auf Steady. Da könnt ihr euch quasi ein Abo klicken, bei dem es jetzt gar nicht wahnsinnig viel Rewards gibt. Wie gesagt, ich möchte die Inhalte sowieso weiterhin kostenfrei halten, aber ich werde mir auf jeden Fall was einstellen lassen in den aktuell verfügbaren zwei Stufen, dass ich mich zumindest bei euch bedanke regelmäßig, dass ich euch vielleicht in der höheren Stufe, habe ich mir überlegt, schicke ich dann vielleicht einmal im Jahr so ein kleines Päckchen. Ich habe hier nämlich einfach auch so ein paar Aufkleber, hier und hier, und ich arbeite gerade an Postkarten und an T-Shirts und an vielen anderen Dingen. Vielleicht kommt dann auch noch ein weiteres Unterstützungspaket dazu. Let's see. Aber für den Moment könnt ihr auf Senni gehen und ihr könnt dort, entweder, wenn ihr das könnt und wollt, mich finanziell unterstützen oder das ist vollkommen okay für mich, ihr könnt auch einfach kostenfrei den Newsletter abonnieren und so schmerzende Sache auf wirklich noch einem Kanal mehr mitnehmen. Und die Idee ist auch, dass ich nicht einfach eins zu eins immer das Gleiche erzähle und mache, Aber natürlich werden sich gerade die, die schon lange dabei sind, werden sich manchmal vermutlich bei Inhalten denken, oh, das hat er doch schon mal erzählt. Aber bei manchen Dingen ist auch wichtig, das regelmäßig zu erzählen, vielleicht ein Update zu geben. Bei manchen Dingen ist es mir wichtig, nochmal einen Gedanken hinzuzufügen, den ich vielleicht, wenn ich hier so spontan Fragen und Antworten präsentiere, den ich dann vielleicht gerade nicht parat habe, den mir dann im Nachgang kommt. Also es wird sich sicherlich thematisch manchmal berühren. Auf den unterschiedlichen Kanälen, aber die Idee ist, dass es schon auf jedem Kanal immer so ein bisschen was Eigenes gibt, damit ihr auch nicht das Gefühl habt, ich kopiere hier nur Content von A nach B. Das will ich nicht. So, soviel mal zum Aktuellen. Soll ich noch erzählen, wie es mir geht? Eigentlich geht es mir gut gerade, also für meine Verhältnisse. Das heißt, körperlich geht es mir nicht besonders. Da ist es sogar unterdurchschnittlich. Aber ich habe jetzt doch gemerkt, dass dieser Jobwechsel oder dieses Kündigen und selbstständig machen, dass das einfach für mich der absolut richtige Schritt war. Und jetzt gar nicht, weil ich so mich aufgerieben habe in der Arbeit oder gar nicht, weil ich da, Keine Freiheiten hatte oder mich nicht verwirklichen konnte. Das ist alles gar nicht der Fall. Es war alles super. Also angefangen bei den Kollegen bis hin zu der Eigenverantwortung, die ich in dem Job hatte. Auch der Arbeitgeber war toll. Also ich bin eigentlich wirklich mit allem zufrieden gewesen. Und doch habe ich gemerkt, das Konzept Erwerbsarbeit in Festanstellung engt mich in meiner gesundheitlichen Situation einfach zu stark ein. Und ich habe gemerkt, wie gut mir jetzt diese Freiheit tut, die ich mir jetzt erkauft habe. Aber gut, ich habe auch leicht reden. Ich bin jetzt seit fünf Wochen selbstständig. Das ist Jahresanfang. Es passiert wahnsinnig wenig gerade. So insgesamt auf dem ganzen Markt. Ich habe jetzt wirklich die Zeit gebraucht, so überhaupt mal ein paar Projekte anzuschieben, Kontakte zu knüpfen, ins Loslaufen zu kommen. Die wirkliche Arbeit kommt jetzt dann in den nächsten Wochen. Mal gucken, wie es dann ist. Aber jetzt gerade im Moment geht es mir Ja, geht es mir vom Kopf her eigentlich überdurchschnittlich gut. Es ist tatsächlich heute auch meiner Frau aufgefallen. Und körperlich geht es mir nicht gut. Und das ist schon mal eine interessante Kombination. Also vielleicht spielt da auch mit rein, dass ich jetzt gerade noch in so einer tiefen psychologischen Therapie bin, auch wenn ich das Gefühl habe, dass da noch nicht so große Fortschritte passiert sind. Aber ich glaube, allein die Arbeit mit der eigenen Psyche ist natürlich immer was, was einen voranbringt. Ja, und ich habe Cannabis für mich wiederentdeckt, sozusagen. Also ich habe ja hier auch vor einiger Zeit mal so ein Video veröffentlicht, wie man heutzutage als Schmerzpatient Cannabis im Internet bestellt. Das habe ich jetzt tatsächlich schon zweimal gemacht und ich werde es auch noch ein drittes Mal machen. Das ist auch was, was mir gerade jetzt körperlich mich nicht wirklich viel weiterbringt, aber was mir psychisch-mental doch gut tut. Ja, ich will nicht übertreiben, ich will nicht sagen unglaublich gut, aber gut. Soviel mal zum Update. Jetzt nehme ich einen Schluck Kaffee und dann ziehe ich die erste Frage. Und falls die Person zuschaut, die mir diese wunderbare Kaffeetasse geschenkt hat, zum Abschied aus meinem letzten Job, vielen Dank. Aus der trinke ich sehr gerne. Okay, legen wir los. Ich ziehe eine Karte. Und zwar, sehr schöne Frage. Alltägliches. Bist du ehrlich, wenn du gefragt wirst, wie es dir geht? Ganz diplomatisch kommt darauf an. Nicht immer. Und es würde mich wundern, wenn einer von euch wirklich diese Frage mit Ja, ich bin immer 100% ehrlich beantworten kann. Wurde mich interessieren, was ihr damit für Erfahrungen macht. Ich versuche tatsächlich ehrlich zu sein, wenn mich jemand fragt. Aber es ist natürlich immer ein Downer. Also es ist immer, wenn ich ehrlich sage, wie es mir geht, guckt mein Gegenüber so ein bisschen betreten zu Boden und sagt, das ist aber doof. Entschuldige. ich merke, dass das nicht immer der beste Einstieg in ein Gespräch ist gerade mit Leuten, die man nicht jeden Tag sieht also mit Leuten, die wirklich wissen wollen, wie es mir geht mache ich das, relativ rigoros und für die ist das auch okay, die haben sich da glaube ich schon lange dran gewöhnt ähm, Für andere Leute, also ich habe schon wirklich in verstörte Gesichter geblickt, was ich manchmal genieße, wenn ich mir die Zeit nehme und auch Lust habe, mit den Leuten darüber zu reden. Manchmal ist es aber auch einfach wirklich dann ein Elefant im Raum und das macht Gespräche schwer. Ich plädiere aber immer dazu, ein bisschen mehr Ehrlichkeit, weil also auf einen, wie geht es dir gut, die zwei Sätze kann ich mir auch sparen, wenn es nicht stimmt. Also das sind so Floskeln, auf die gebe ich sehr wenig. Wenn man aber sagt, wie geht es dir? Ja, es war schon besser oder ja, es war eine anstrengende Zeit oder ja, ich habe schmerzlich gerade nicht die beste Phase. Ich finde das auch ehrlich und das ist jetzt auch nicht so, dass der andere dann irgendwie das Gespräch trubselig abbrechen muss. Damit kann man schon arbeiten und man kann auch witzig darauf antworten. Also ich habe neulich, ich weiß nicht mehr, wo ich es mir abgeguckt habe, Ich habe mir vorgenommen, das in meine Standardantworten auf diese Frage aufzunehmen, auf die Frage, wie geht es dir, würde ich gerne immer antworten, am liebsten gut. Das finde ich eine schöne, humorvolle Antwort. Das klingt erstmal wie ein dummer Spruch, aber da steckt mehr drin. Es sagt nämlich allen, hey, mir geht es nicht gut. Es sagt aber auch allen, hey, das muss nicht dein Problem sein, das ist nicht schlimm, ich gehe damit mit Humor ran, ich komme mit der Situation klar, ich habe die Situation im Griff. Es ist nichts, wo man mich, das ist kein Hilferuf, kein versteckter Hilferuf. Es ist aber auch ehrlich genug zu sagen, hey, nein, mir geht es nicht. Ich kann nicht einfach sagen, gut, das wäre gelogen. Schaut auf die Webseite, sucht euch die Frage raus. Es ist die Frage mit der Nummer 210. Oh, ich muss gerade mal gucken, ob diese URLs funktionieren. Da noch eine Funktion, die ich noch testen muss, auf jeden Fall auf der neuen Webseite. Aber da könnt ihr dann selbst eure Meinung drunter schreiben. Und wie gesagt, es würde mich sehr interessieren, wenn jemand hier einfach vorbehaltlos mit Ja darauf antwortet. Da würde mich die Story dazu interessieren. Ich lege das ab. Nächste Frage. Welche Klischees über Schmerzleidenden begegnen die regelmäßig Ja, das Ding mit Klischees ist ja, dass natürlich schon immer irgendwie eine gewisse Wahrheit dran steckt. Aber es gibt natürlich eine Schublade für Schmerzleidende und da ist ganz viel drin, was jetzt für mich nicht unbedingt wahr ist. Also eins der Klischees ist, dass sie übertreiben. Also Schmerzen, die man nicht sieht, können andere sich oft nicht vorstellen. Und deswegen, wenn man sagt, man leidet schlimm oder es geht bis hin zu arbeitsunfähig, dann können andere einem das nicht ansehen und die tun sich dann schwer, das zu glauben. Das habe ich schon erlebt. Und das ist aber einfach nicht wahr. Also die Schmerzleidenden, die ich kenne, die chronisch Schmerzleidenden, die ich kenne, die sind eigentlich eher in so einer Durchbeißer-Mentalität. Ich habe tatsächlich mal im Krankenhaus, hatte ich ein Bettgenossen, der hat nach einer Hand-OP alle Schmerzmittel verweigert. So, ich habe dem angesehen, bei dem die Sitte stand dem der Schweiß auf der Stirn. Der hatte höllische Schmerzen. Und als der Arzt gefragt hat, wie geht es Ihnen, haben Sie Schmerzen, hat er gesagt, mir geht es gut, ich habe keine Schmerzen. Und das war so einer der, wie man sagt, der alten Schule. Und das Verhalten, das kann ich absolut nicht befürworten. Aber das ist so ein bisschen sinnbildlich dafür, wie mir viele, viele chronische Schmerzkrankheiten wirken. Es gibt auch welche, die sind komplett gebrochen und die beim kleinsten zusätzlichen Wehwehchen eskalieren, das gibt es auch. Der Großteil aber in meiner Erfahrung ist eher so, ja, geht schon. Ja, ich komme damit klar. Die schleppen sich zur Arbeit, nehmen lieber noch eine Schweiztablette mehr, wollen bloß nicht, dass sie von der Gesellschaft nicht mehr vervollgenommen werden und quälen sich irgendwo durch, sind oft auch von Ärzten irgendwie nicht verstanden, fangen dann erst an, ein bisschen zu jammern, wenn sie merken, dass sie bei Ärzten sonst nicht weiterkommen, dass sie bei Ärztinnen und Ärzten manchmal einfach mit ihren Wehwehchen so ein bisschen abgetan werden. Dann fangen die an, da mal gezielt irgendwie so ein bisschen zu jammern, was übrigens auch ein Tipp ist, den ich geben kann, beim Arzt einfach, also ehrlich sein, nicht übertreiben, aber eben wirklich ehrlich sagen, wenn was scheiße ist. Und auch wie scheiße das ist. Sie können dir sonst nicht helfen. Egal, da wollte ich jetzt gar nicht hin. Also das Klischee über Schmerzleidende, dass sie ihre Schmerzen übertreiben, das kann ich nicht teilen. Das Klischee über Schmerzleidende, dass sie ihre Krankheit als Ausrede manchmal benutzen. Wenn ich ganz ehrlich bin, ja. Gönne ich aber auch jedem. Also jeder, der sowas durchmacht, der sowas durchs Leben schleppt, dem sei gegönnt, dass er sich auch mal aus einer Situation, wo er sonst vielleicht keine Ausrede parat hätte, wo er sich mal rausnimmt und sagt, hey, mir geht es heute nicht. Ich glaube, ich fühle mich heute nicht gut genug. Es ist übrigens auch ein Trend, den ich in der Breite der Gesellschaft auch bei Nichtschmerzleidenden sehr stark beobachte in den letzten Jahren, dass Leute sich viel bewusster darüber sind, was sie vom Energiehaushalt her können und wollen und leisten können und sich ganz oft auch rausnehmen zu sagen, da fühle ich mich heute nicht danach, sorry, ich muss dir leider absagen. Und das ist als Ausrede meiner Meinung nach heute akzeptiert. Ausrede darf ich es dann auch nicht nennen. Das ist als Grund, als Begründung akzeptiert. Man braucht auch heutzutage nicht unbedingt eine Begründung. Ich finde, unsere Gesellschaft ist da viel feinfühliger geworden und das ist ein sehr, sehr positiver Trend. Also wo man früher dann oft mal noch sich wirklich überlegt hätte, oh jetzt muss ich irgendwie, ah die Kinder sind krank oder ich habe einen Platten oder keine Ahnung. Wo man das Gefühl hatte, man braucht einen guten Grund, um was abzusagen. Deswegen geht der Trend heute eher zur wahrscheinlich Achtsamkeit, zu sagen, ich weiß genau, was ich brauche und was nicht. Und das gerade, was du mir gerade anbietest, das brauche ich gerade nicht. Oder das hilft mir nicht weiter. Oder das kostet mir zu viel Energie. Und deswegen sage ich nein. Und das ist heutzutage okayer, als es vor zehn Jahren war. Und vor 20 Jahren war das undenkbar in vielen Belangen. Also das ist ein sehr, sehr schöner Trend. Ist das ein Klischee über Schmerzleidende? Ja, doch, da ist was dran. Und ich finde es aber okay. Gibt es noch ein Klischee über Schmerzleidende? Ja, okay. Ja, es gibt noch ein Klischee über Schmerzleidende. Auch dazu habe ich schon eine sehr, sehr ausführliche Folge gemacht. Schaut euch mal meinen Reaction auf den Hirschhausen-Beitrag an. Da sind sehr, sehr viele Klischees über Schmerzleidende drin. Von wegen, das sind eigentlich im Grunde nur Leute, die eine Drogen- oder Medikamentensucht befriedigen wollen, die dann teilweise in die Kriminalität auch abrutschen, um sich ihre Medikamente und Drogen zu besorgen. Also da ist herrlich viel an Klischeeüberschmerzleitende drin, dass ich alles vehement verneinen und ablehnen kann. Mag sein, dass da einzelne schwarze Schafe dabei sind und es mag sein, dass es einzelne Erfolgsgeschichten gibt, wie von der Seniorin in dem Herr Schausenbeitrag, die von ihrer hohen Opioid-Dosis durch ein bisschen Bewegung im Garten wieder weggekommen ist. Aber in der Breite kann ich sagen, ist der Beitrag eher Bullshit. Und da sind viele Klischees über Schmerzleidende drin, mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann. Okay, ich glaube, genug über Klischees geredet. Frage 3. Therapeutisches, Worauf achtest du, wenn du Therapeutinnen oder Therapeuten suchst? Ja, leider muss ich sagen, ich achte hauptsächlich auf Verfügbarkeit. Das ist eines der Probleme, glaube ich, aktuell in unserem Gesundheitssystem, dass gerade für so Spezialfälle wie Schmerztherapie, chronische Schmerzexperten, aber auch Psychotherapie, dass da einfach nicht ausreichend Therapieplätze da sind, dass jeder schnell an Hilfe kommt. Und das ist tatsächlich mein Hauptkriterium. Ich würde gerne sagen, dass es anders ist, dass ich mir gerne auch, also ich lasse mir natürlich auch Therapeutinnen und Therapeuten empfehlen, ich gehe gezielt zu Ärzten, aber wenn es hart auf hart kommt und ich irgendwie akut irgendwas habe, dann ist es die Verfügbarkeit. Und da habe ich aber eine sehr gute Erfahrung gemacht mit der 116, 117, die, was ist die telefonische. Das weiß ich gar nicht, was ist das, die Arzt-Totline die. Ich hab den Namen jetzt gerade nicht beraten, sorry, muss ich einmal nachschlagen muss ich einmal nachreichen, kann ich gerne in die Show Notes packen, aber die Telefonnummer 116 117 da kriegt man. A, sofort praktische Tipps in Notfällen, also nicht wenn es lebensbedrohlich wird, bitte, dann sofort in die Notaufnahme Aber in Fällen, die nicht lebensbedrohlich sind, wo man nicht sofort ins Krankenhaus muss, kann man da anrufen und sagen, hey, habt ihr einen Tipp für mich, was kann ich denn machen? Ich habe da einmal einen sehr, sehr guten Tipp bekommen, als ich Magen-Darm hatte, in einer Silvesternacht und ich meine Schmerztabletten nicht drin behalten habe. Und dann natürlich so mit jeder Stunde, die so ins Land zog, wurden meine Schmerzen immer schlimmer. Und tatsächlich hat mir hier die 116 oder 117 weitergeholt, hat mir den Tipp gegeben, das mal mit Zäpfchen, mit Kinderzäpfchen zu probieren, wenn wir von den Kindern noch was daheim haben und das hatten wir noch. Und dann habe ich tatsächlich nach einer halben Stunde, Stunde konnte ich meine Schmerzmedikamente schlucken und die blieben drin. Also irgendwas gegen Übelkeit habe ich da als Zäpfchen genommen. Also das war ein sehr, sehr guter Tipp. Aber diese Hotline, und da will ich eigentlich hin, diese Hotline hat auch Zugriff auf im Prinzip die Ärzte-Kalender und Sprechstunden in der Umgebung. Also die können an einer zentralen Stelle nachgucken, wenn ihr eine Psychotherapie braucht, welche Therapeuten kommen in Frage, was ist in eurem fahrbaren Radius und wie liegen da die Termine. Und das ist tatsächlich ein brutal guter Service, den ihr auch so nicht ohne weiteres im Internet kriegt. Ja, es gibt DoktorLab und man kann über Google, aber so zentral mit jemandem, der euch auch noch zu der Auswahl des richtigen Arztes oder der richtigen Ärztin beraten kann, das ist wirklich ein geiler Service. Kostet nichts. Und da habe ich schon Psychotherapie-Termine für den Folgetag bekommen. Ich muss dazu sagen, es war dann so ein erstes Kennenlernen und der Therapiebeginn wäre dann irgendwie ein halbes, dreiviertel Jahr später gewesen. Also da kommen wir wieder in die Platznot. Aber ich hätte zumindest in einem akuten Notfall sofort... Wohin gehen können, hätte sofort ein offenes Ohr bekommen und ich hätte sofort mit jemandem reden können. Und mir das im Internet rauszusuchen, da hätte ich wahrscheinlich Stunden gebraucht. Und das sind Stunden, die man in einer akuten Schmerznotlage oder mit einer akuten Depression vielleicht einfach nicht aufbringen kann. Also das, ich weiß, ich will eigentlich keine, ich gebe ja normalerweise keine Ratschläge, aber heute habe ich das Gefühl, ich habe ein paar gute Ratschläge dabei. Verzeiht mir, dass ich einfach mal gute Ratschläge vergebe heute. Ihr dürft allerdings selbst entscheiden, ob die was für euch sind oder nicht. So, sagt mir gerne in den Kommentaren zu dieser Episode oder zu dieser Frage, wie ihr an die Therapeutinnen und Therapeuten so herangeht. Und ja, dann würde ich sagen, haben wir schnell und kurz und knapp und schön drei Fragen beantwortet. Hatten wir eine gute Episode. Abonniert auf jeden Fall den Newsletter der Schmerzenssache auf Steady. Schaut auf jeden Fall auf der neuen Homepage vorbei. Guckt auf jeden Fall auch mal auf meinem YouTube-Kanal vorbei. Dürft ihr gerne abonnieren und Glocke und bimmeln. Und ihr wisst schon, was man halt so alles macht. Ich bin da nicht so drin im Game. Deswegen habe ich hier noch keinen so richtig coolen Spruch, den man hier am Ende immer, ihr wisst schon, so zack, zack, Glocke bimmeln, abonnieren und so weiter. Habe ich nicht. Ich sage einfach schmerzliche Grüße. Bleibt mir gewogen. Wir hören und lesen uns hoffentlich nächsten Freitag beziehungsweise dann in zwei Wochen wieder auf diesem Kanal. Macht's gut. Bis dahin. Ciao. Vielen Dank.