SHift - der Norden macht Zukunft

EKSH - Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH

Erneuerbare vor der Tür: So profitieren die Nachbarn von Windkraft, Solar & Co.

SHift - der Norden macht Zukunft

16.02.2026 32 min

Zusammenfassung & Show Notes

Was bringt die Energiewende den Menschen, die die Erneuerbaren direkt vor der Haustür haben? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit dem Politologen Felix Papenfuß vom Landesverband Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein. Neben spannenden Fakten klären wir auch wieder weit verbreitete Mythen rund um dieses Thema.

Sandra und Niklas klären mit Felix u.a. folgende Fragen:
  • Was macht Schleswig-Holstein zum Energiewendeland?
  • Wie verändert sich das Leben in Regionen mit viel erneuerbaren Energieanlagen?
  • Welche Vorteile haben Bürger von Erneuerbaren vor ihrer Haustür?
  • Welche Vorteile gibt es für die Städte und Gemeinden?
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!

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Über unseren Gast:
Felix Papenfuß ist seit 2022 Referent für Erneuerbare Gase und Sektorenkopplung beim Landesverband Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein. Der Verband setzt sich für eine hundertprozentig erneuerbare Energieversorgung ein. Als Mitglied kannst auch du die Erneuerbaren unterstützen und dabei sein, wenn Schleswig-Holstein die Energiewende stemmt.

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Transkript

Gerade wenn man jetzt fossil und erneuerbar vergleicht dann heißt es immer, ja, aber das bringt mir ja gar nichts oder das rechnet sich nicht, wenn ich Erneuerbare mir aufs Dach setze wenn ich mir eine Wärmepumpe einbaue. Wer hat sich diese Fragen denn bei einem Ölkessel oder einem Gaskessel gestellt? Was könnte denn zum Beispiel ein finanzieller Vorteil sein für jemanden der den Windpark relativ nah bei sich hat in der Region? Klönschnack mit Tiefgang. Das ist Schiff. Der Norden macht Zukunft. Der Energiewende-Podcast der EKSH. Felix, wenn du einem Kind erklären musst, warum überall Windräder rumstehen was würdest du dem in einem Satz antworten? Weil sie in Schleswig-Holstein zum einen zum Landschaftsbild eh schon gehören und auch hübsch sein können und hübsch sind und weil das dem Land dient und auch einen Teil zum Klimaschutz beiträgt. Ich habe es jetzt auf jeden Fall verstanden, warum wir so viele Windräder haben. Das ist schon mal gut. Guter Start. Felix, ich werde dich kurz vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben und wer uns hier gegenüber sitzt. Felix Pattenfuß, du bist studierter Politologe und du warst unter anderem in Berlin tätig warst dort bei der Robert-Bosch-GmbH, Fachreferent für Luftreinhaltung, nachhaltige Mobilität und Kreislaufwirtschaft. Und jetzt mittlerweile seit Oktober 2022 bist du... Beim Landesverband Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein und dort Referent für Erneuerbare Gase und Sektorenkopplung und seit kurzem auch zuständig für die Büroleitung. Richtig, moin. Ja, wir wollen heute mit dir darüber sprechen, was die Energiewende den Menschen bringt, die die Erneuerbaren direkt vor der Nase haben. Und mit wem könnten wir da besser sprechen als mit jemandem vom Landesverband Erneuerbare Energien? Deswegen freuen wir uns sehr, dass du hier bist und würden erst mal mit der Frage starten wollen... Schleswig-Holstein wird als Energiewende-Land bezeichnet, aber was macht denn Schleswig-Holstein überhaupt zum Vorreiter? Warum sind wir Energiewende-Land? Zum einen würde ich sagen, dass Schleswig-Holstein einfach aufgrund des Standorts, bester Windstandort Deutschlands, einfach prädestiniert dafür ist, Energiewende-Land zu sein und ein Sehr stark aus Bürgerhand geführter Mittelstand, der die Energiewende erst als Pioniere und jetzt wirklich als gefestigte Branche vorantreibt. Und es gibt sehr, sehr viele motivierte und auch inspirierende Persönlichkeiten in Schleswig-Holstein, die Aus verschiedenen Richtungen den Weg in diesen Sektor in diese Branche gefunden haben und das vorantreiben. Also man kann sagen, wir waren die Ersten und haben einfach unseren Standort da gut ausgenutzt und dürfen uns deswegen jetzt Vorreiter nennen. Ich würde sagen, ja, wir haben früh angefangen auch vorangegangen Meines Erachtens aus der Not heraus, weil ein Flächenland, landwirtschaftlich geprägt, ein bisschen Tourismus dabei, wenig industrielle Basis und viele Landwirte haben sich dann mit schwierigeren Bedingungen konfrontiert gesehen und haben geschaut wo... Kann ich ein anderes Standbein noch aufbauen? Und wie die Bauern so findig sind, haben sie dann geschaut was sie haben und hatten halt Boden und dazu noch gute, wie ich schon angesprochen habe, gute Bedingungen um eben Energie erneuerbar zu produzieren Ja, also schlaue Bauern haben bei uns die Energiewende vorangebracht und hoffentlich auch schlaue Bäuerinnen. Selbstverständlich. Wie würdest du denn sagen, verändert sich das Leben in Regionen, wo die Energiewende besonders stark sichtbar ist? Wie ich das vorhin schon bei der Frage mit dem Kind gesagt habe, ich glaube die Tatsache dass... Schon lange, gerade jetzt in den Krügen an der Westküste zum Beispiel Windenergieanlagen im Landschaftsbild sind, setzt eine gewisse Gewöhnung ein. Und das heißt, da gibt es einfach dann eine Akzeptanz dass das dazugehört. Dass es auch Teil der regionalen Identität irgendwo ist, das ist der eine Punkt. Und der andere Punkt ist natürlich, dass die Effekte die diese Anlagen auslösen und auch jetzt natürlich Freiflächen, PV, aber auch... Wie Bioenergie zum Beispiel, dass das spürbar ist, dass das sichtbar ist, dass die Wärme kommt aus dem Dorf oder aus der Nähe des Dorfes, wenn ich eine Biogasanlage habe. Die Kommunen profitieren von den Gewerbeeinnahmen, profitieren von freiwilligen Abgaben und ich glaube, ein Großteil der Und Erneuerung oder auch was man so in Kommunen sieht, die viele Energieanlagen erneuerbar haben, dass nämlich die öffentliche Daseinsversorgung gut ausgestattet ist, Kitas gut ausgestattet sind, das kommt auch ein Teil daher. Ja, da springen wir auf jeden Fall auch gleich nochmal richtig tief rein. Da hat Niklas einige spannende Fragen vorbereitet. Die Frage... Die Dezentralität der Energiewende und dieses Phänomen von ich habe oder mehr Menschen haben jetzt die Energieerzeugung im Nacken dieses Not in my backyard Phänomen hört man ja auch immer viel. Warum wird das so viel diskutiert? Weil bei dir klingt es jetzt ja eigentlich eher so, als könnte man froh sein, wenn man eine Windenergieanlage oder einen PV-Park hinter dem Haus hat. Das ist richtig. Ich bin natürlich auch von den positiven Beispielen geprägt muss ich ganz klar so sagen. Aber grundsätzlich ist es natürlich so, wenn ich die Möglichkeit habe, eine Anlage irgendwo zu verorten und ich aus dem Ort komme, dann kenne ich die Leute und spreche mit denen und versuche denen sehr, sehr deutlich zu machen, was die Vorteile sind. Und eben, was ich vorhin angesprochen habe, dass viele der heutigen... Unternehmer eben aus den Regionen kommen in Schleswig-Holstein, sind sie bekannt und sind auch ansprechbar und können über diese kurzen Wege die ja allenthalben im Land, finde ich herrschen, auch mit der Politik, kann man Dinge lösen und Probleme lösen Beseitigen. Und ich glaube, das führt eben zu einer erhöhten Akzeptanz. Aber man muss es halt machen. Man muss diese Gespräche führen und man muss Die Leute beteiligen sei es einerseits partizipativ über Bürgerforen und andererseits und das ist ja auch so ein bisschen das, was Schleswig-Holstein ausmacht, so die Wiege der Bürgerenergie, dass man die Menschen auch irgendwo finanziell mitnimmt beteiligt dass sie sich auch dem Ganzen verbunden fühlen. Und ich glaube, das ist der Grund, warum wir hier eben eine sehr hohe Akzeptanz haben. Das sind schon mal gute Ansätze, da wollen wir näher reingehen. Was sind die direkten Vorteile für Anwohner, AnwohnerInnen, die direkt quasi die Windkraftanlage, den Solarpark oder auch die Biosanlage in der Nähe haben und vor allem sichtbar in der Nähe haben? Finanziell hast du auch schon gesprochen. Was könnte denn zum Beispiel ein finanzieller Vorteil sein für jemanden der den Windpark relativ nah bei sich hat in der Region? Häufig ist es so, dass die Anwohner zumindest, wenn es sich um Bürger... Windparks zum Beispiel oder auch Bürger-Solarparks handelt, dann werden insbesondere Anwohner angesprochen ob sie sich finanziell beteiligen wollen. Heißt ich gebe dann ein gewisses Kapital in diese Genossenschaften rein oder werde halt irgendwie zum Beispiel auch, wenn ich wirklich in der Nähe bin, werde Kommanditist und bin dann halt dort beteiligt Involviert und kann auch von den Einnahmen profitieren. Es geht natürlich auch ein gewisses Risiko mit einher, völlig klar, aber grundsätzlich ist es so, dass es halt verschiedene Wege finanzieller Art gibt, davon zu profitieren. Gäbe natürlich auch die Möglichkeit, aber da kommen wir wahrscheinlich nachher auch noch hin, über günstigere Stromtarife daran zu partizipieren oder davon zu profitieren. Da gibt es auch entsprechende Angebote, muss dann natürlich aber auch mit denjenigen, die den Strom vor Ort direkt vermarkten, dann auch direkt in Kontakt treten. Die müssen dann natürlich auch als Energieversorgungsunternehmen irgendwo auftreten. Aber da ist auch, glaube ich noch nicht die Messe komplett gelesen, würde ich sagen. Schon so, dass es Regelungen geben sollte, auch vielleicht jetzt mit Hinblick auf die Reformen die beim EEG anstehen. Das EEG ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz Keine Abkürzung. Genau, da steht jetzt eine Novelle zeitnah an. Da könnte man zum Beispiel darüber nachdenken ob man... Und denjenigen, die in einem gewissen Radius, das ist 2,5, das ist 5 Kilometer sein, von einer erneuerbaren Anlage und die dort den Strom beziehen, dann, was ich 50 Prozent der Netzentgelte erlassen werden oder weitere Umlagen die halt gezahlt werden, dass das einfach abgezogen wird, um diese Nähe irgendwo auf dem Monitor sichtbar und fühlbar zu machen. Okay, also einerseits kann man sich quasi selbst direkt finanziell beteiligen bei einem Bürgerwindpark, quasi Anteile kaufen und dann direkte Erträge erzielen. Andererseits wenn es jetzt ein Unternehmen ist, die den Windpark aufstellt, gäbe es die Möglichkeit… Dass da dann auch finanziell irgendwas ausgeschüttet wird. Gibt da eine gesetzliche Regelung, wie sowas gehandhabt wird oder ist das immer von Windpark zu Windpark oder aus dem Park immer komplett unterschiedlich? Das nach meinem Verständnis unterschiedlich aber da bin ich auch kein Experte für, muss ich ganz klar sagen. Und was wir jetzt noch gar nicht angesprochen haben, sind halt diese ganzen mittelbaren Effekte. Also wenn ich eine Biogasanlage oder vielleicht dann auch später eine Großwärmepumpe in der Kommune habe, die von erneuerbaren Anlagen gespeist werden, kann ich zum Beispiel über erneuerbare Wärme zum einen die gesetzlichen Vorgaben dann aus dem Gebäudeenergiegesetz oder jetzt bald vielleicht Gebäudemodernisierungsgesetz dann erfüllen und kann so, Erneuerbar und in vielen Fällen auch günstige oder preiswerte regionale Wärme beziehen Das heißt, man kann nicht nur Benefits aus der Stromerzeugung ziehen, sondern es geht dann theoretisch auch noch weiter im Wärmebereich, vielleicht auch noch im Mobilitätsbereich. Genau. Also es gibt ja zum Beispiel auch in verschiedenen Kommunen dann Möglichkeiten, dass man... Elektromobilität zum Beispiel nutzt die zum einen durch die erneuerbaren Anlagen gespeist werden oder wo dann Bürgerwindparks eben die Fahrzeuge aufstellen und dass man dann zu vergünstigten Konditionen eben diese Fahrzeuge als Car-Share nutzen kann. Also solche Möglichkeiten gibt es ja durchaus auch. Oder dass halt im Ort Lademöglichkeiten gestellt werden für Elektrofahrzeuge und wo es dann auch aufgrund der Nähe zu den jeweiligen Erzeugungsanlagen dann vergünstigte Tarife gibt. Wir machen ja immer gerne ein kleines Quiz. Das heißt, da kommst du auch nicht drum rum. Mit dir wollen wir heute Fakt oder Fake spielen. Ich werde also Energiewende-Mythen vorlesen und du kannst mir nachher sagen, ob sie Fakt sind, also richtig, oder Fake, falsch. Und gerne darfst du da auch noch einen erklärenden Satz dazu führen, sonst frage ich mich danach. Habe ich schon gemerkt. Okay, also wir beginnen mit der ersten Aussage. Windräder drehen sich auch ohne Wind, damit es schöner aussieht. Das ist Fake. Okay Ja, hier wurde der Begriff Showbetrieb habe ich mal gehört, aber davon habe ich auch noch nie gehört, von diesem Mythos aber es scheint ihn zu geben. Vielleicht spielt das auf die historischen Mühlen an, die es sicherlich in Schleswig-Holstein auch gibt, die dann durch Wasserkraft betrieben werden, wo der Wind dann nicht weht aber trotzdem sich die Mühle dreht. Aber nein, wäre ja auch Quatsch weil wenn kein Wind weht und sich ein Windrad dreht Das bedeutet ja, dass ich Energie reinstecken muss, damit sich dieses Ding dreht. Und das ist ja genau das Gegenteil was wir mit diesen Anlagen wollen. Verkehrte Welt. Richtig. Die nächste Aussage. Mit einer eigenen PV-Anlage kann ich meinen Strom komplett kostenlos beziehen. Muss man differenzieren, würde ich sagen. Klar kann ich über eine PV-Anlage, wenn sie groß genug ist und mit einem entsprechenden Speicher einen gewissen Autarkiegrad erreichen und gerade in den Sommermonaten kann ich das erreichen Auf jeden Fall gut abdecken. Es kommt natürlich auch immer darauf an, was für Verbraucher habe ich Wärmepumpe, Gewächshaus oder sonstiges. Also von daher, das geht schon ganz gut und es wird immer besser gehen, weil wir ja noch andere Speicher die... Die uns jetzt schon zur Verfügung stünden, aber wo die technische Anpassung noch nicht vollumfänglich erfolgt. Ich spreche das bidirektionale Laden an bei Elektrofahrzeugen wo ich dann ja nicht nur den Heimspeicher mit dem PV-Strom laden kann, sondern eben auch das Fahrzeug Und dann habe ich gleich mal einen Faktor 8 Also ich gehe jetzt mal von einem 8. Kilo Wattstunden Heimspeicher aus und eine Batterie von 60 bis 70 kWh. Da kann ich schon viel mitmachen und da kann ich auch mein Haus wirklich eine längere Zeit autark betreiben. Was aber auch noch wichtig ist zu wissen, und da geht es dann um das Thema Versorgungssicherheit ist, viele denken, ich habe PV auf dem Dach, ich habe einen Heimspeicher zu Hause, dann kann ich mein Haus autark betreiben. Das ist in den meisten Fällen aktuell noch nicht der Fall, weil da ein bestimmter Wechselrichter in diesen Modulen fehlt, der es ermöglicht, mich komplett vom Netz zu trennen. Und das wäre, glaube ich ein Thema, was man nochmal stärker sowohl den Installateuren ins Lastenheft schreiben sollte, dass sie das erwähnen sollen. Wenn man sich sowieso eine Anlage für was weiß ich wie viel, 1000 Euro kauft, dass man dann diesen Wechselrichter der ich glaube 1000 Euro… 2000 Euro kostet dann auch mit einbaut um eben für noch eine größere Autarkie auch im Krisenfall einfach zu sorgen und man da auf der sicheren Seite ist. Ja, und was man natürlich auch nicht vergessen darf, man hat ja auch mal was für die PV-Anlage bezahlt und die muss halt auch mal gewartet werden. Also, wie sagt man immer, die Sonne und der Wind, die stellen keine Rechnung, aber trotzdem fällt die PV-Anlage ja auch nicht vom Himmel. Das ist völlig richtig. Genau. Aber ich finde das, da möchte ich nochmal kurz einmal ansetzen, weil ich diese Diskussion gerade wenn man jetzt, Wenn Fossil und Erneuerbar vergleicht dann heißt es immer, ja, aber das wirft ja gar nichts ab. Das bringt mir ja gar nichts. Oder das rechnet sich nicht, wenn ich Erneuerbare mir Aufs Dach setze, wenn ich mir Speicher in den Keller oder ins Carport setze oder wenn ich mir eine Wärmepumpe einbaue. Wer hat sich diese Fragen denn bei einem Ölkessel oder einem Gaskessel gestellt? Also da ging es doch darum, ich habe ein Grundbedürfnis, das ist Wärme einerseits, das ist irgendwie Licht andererseits und dann habe ich dafür einen gewissen Preis bezahlt. Und jetzt haben wir doch diese geniale Chance, Dass wir dafür zum Teil noch was bekommen können beziehungsweise halt eben deutlich weniger final zahlen können, weil es eben eine gewisse Rendite durch die Nutzung dieser erneuerbaren Anlagen eben gibt. Und dieser Gegensatz mit, ja, Dafür zahle ich nur und dann ist das Ding irgendwann verschlissen beim fossilen Kessel versus das bringt mir was und wie gesagt, in näherer Zukunft wird sich da ja noch einiges tun, da kommen wir nachher auch noch hin, Thema Energy Sharing, dass ich mit dem Strom, den ich nicht verbrauche, gegebenenfalls meinen Nachbarn oder sonst irgendwen versorgen kann, das sind alles so Optionen die... Ja, für mehr Akzeptanz und auch irgendwie für vielleicht auch noch ein bisschen mehr Zusammenhalt, gemeinschaftlichen Zusammenhalt sorgen kann, den wir in aktueller Zeit, ohne jetzt zu pathetisch zu klingen, irgendwie auch brauchen, dringend. Kurzer Exkurs, sorry. Kurzer Exkurs, ja wir haben hier einen Energiewende-Fan sitzen, also muss er natürlich auch schwärmen dürfen. Aber wir kommen zu Mythos Nummer drei. Okay Schleswig-Holstein erzeugt mehr Strom als Erneuerbaren, als es selbst verbraucht. Das ist korrekt. Nicht immer. Das ist auch wieder das Sternchen. Also wir haben Strom. Wir erzeugen mehr Strom. Wir sind jetzt durch bei 240 Prozent mittlerweile Verhältniserzeugung zu Verbrauch. Das heißt aber nicht, dass wir den Ausbau verlangsamen sollten, denn der Strom, die Energie wird ja gebraucht. Und ich gehe nicht mit den Analysen von Katharina Reiche überein die sagt, wir werden weniger Strom in Zukunft benötigen sondern ich gehe stark davon aus, dass Der Ausbau von Wärmepumpen der Elektrohochlauf bei der Mobilität, das wird alles kommen. Wir werden Rechenzentren hier bekommen, wir werden Elektrolyse hier bekommen. Und deshalb, es braucht diese Energie. Und das zeigen die Kollegen von der SR Netz immer ganz schön. Wir haben trotz dieser Stromüberdeckung, wenn man die mittelt über das Jahr, haben wir trotzdem 25 Prozent Zeit. In der wir Strom importieren müssen. Das heißt, wir wollen ja 100% klimaneutral sein und ich glaube, ein Großteil der Energie, die wir in den Importzeiten beziehen ist aktuell noch grau also ein Teil auf jeden Fall noch fossil. Das heißt, wir wollen ja dahin kommen, dass wir wirklich... 100 Prozent Erneuerbare im Gesamtenergiesystem haben. Von daher reichen diese 240 Prozent noch nicht, weil wir müssen ja auch noch Hamburg auf jeden Fall versorgen. Ja, genau. Also ich meine, Strom zu exportieren ist ja jetzt erstmal auch nichts Schlimmes, nur weil wir ihn nicht zu jeder Zeit immer 100 Prozent selber verbrauchen müssen oder können. Mythos Nummer vier. In Schleswig-Holstein gibt es mehr Windräder als Kühe. Nein. Nein Ganz klare Nein. Also wir haben von beiden viel Und wir sehen bei den Kühen definitiv auch einen ziemlich eklatanten Rückgang, aber nein, haben wir noch nicht. Und wir werden auch nicht dahin kommen, gehe ich nicht von aus. Zum einen werden wir weiterhin landwirtschaftlich geprägt sein und es ist ja nicht das Ziel, ewig weiter immer mehr Anlagen ins Land zu bauen, sondern man muss sich ja auch einfach mal die Effizienzgewinne dieser Anlagen in den vergangenen Jahren anschauen. Ich weiß gar nicht, wie gesagt, kein Windexperte, aber eines der ersten Anlagen war dieser Grovian mit. Wisst ihr, wie viel Kilowatt das Ding hatte? Nee, aber es war wenig Und wenn man sich die aktuellen Anlagen anschaut, ich glaube, da sind wir jetzt im Durchschnitt bei 7, 6 7 MW pro Anlage. Also von daher, und da ist auch das Ende noch nicht erreicht. Das heißt, irgendwann, wenn Das Flächenziel erreicht ist, werden wir trotzdem weiter noch Leistung zubauen können aufgrund der immer weiter steigenden Effizienz. Die ist noch nicht, also da glaube ich, dass es dort auch weitergehen wird. Also mein schlauer Zettel sagt, dass wir heute circa 3000 Windräder haben und über 400.000 Kühe. Also wir müssten schon eine Menge zubauen oder eine Menge weniger Kühe haben, damit dieser Mythos stimmen würde. So, jetzt haben wir noch eine letzte Aussage. Windkraftanlagen müssen alle zehn Jahre komplett ersetzt werden. Das ist auch ein Mythos. Ich gehe mit einer Windkraftanlage in eine Ausschreibung Zumindest war es in der Vergangenheit so. Diese Ausschreibung auch wie der Erneuerbare-Energien-Gesetz, hat mir eine Förderperiode von 20 Jahren beschert. Also wir haben jetzt teilweise auch Altanlagen, die schon 20, 25 Jahre stehen. Und danach, man muss ja auch sagen, wenn sie hier abgebaut werden, bedeutet das nicht, dass sie verschottet werden, sondern die haben häufig noch eine... Zweitverwertung ähnlich wie das bei Fahrzeugen auch in der Vergangenheit so war, dass sie irgendwo dann in den Osten Europas gehen oder in andere Länder verschifft werden. Das heißt, die Gesamtlebensdauer von so einer Anlage, die kann also auch gerne mal irgendwie eher 30, 40 Jahre betragen? Genau, wenn die Verschleißseile das aushalten, dann ja. Das war die Quizrunde Wir haben eben mit dir schon über die direkten Vorteile gesprochen, jetzt wollen wir quasi über die indirekten Vorteile sprechen. Zu sprechen kommen, also quasi das, was mir über Umwege zugutekommt und du hast es auch schon erwähnt dass vielleicht nicht ich direkt finanziell profitiere, aber vielleicht meine Gemeinde. Was könnte dann zum Beispiel da mit dem Geld passieren, wenn die Gemeinde Einnahmen erzielt? Wie könnte mir das dann indirekt wieder zugutekommen? Genau, einfach nochmal eine weitere Zahl vorweg. Wir hatten 2022 und 2023 Gewerbeeinnahmen kumuliert von, ich glaube, 235 Millionen Euro in Schleswig-Holstein. Das heißt, das ist ein ganz schöner Batzen. Alles aus Windparks? Aus erneuerbaren Energien nach meinem Verständnis. Ja, okay Das kommt natürlich nicht alles bei den jeweiligen Kommunen an, weil es da noch einen kommunalen Finanzausgleich und sowas gibt, aber grundsätzlich... Ist das schon ein erheblicher Batzen an Geld, das den Kommunen in Schleswig-Holstein zur Verfügung steht, um eben Spielplätze zu bauen, um Feuerwehrhäuser auszustatten? Also wenn man gerade in die windstarken Regionen schaut, wo viele Anlagen stehen, die haben alle ziemlich häufig neue Gemeindehäuser und Feuerwehrhäuser etc., also von daher da kommt auf jeden Fall schon was an und man profitiert eben von diesen Einnahmen im öffentlichen Bild, also vergleichbar finde ich teilweise schon mit Industriezentren in Baden-Württemberg, wenn man sich da so die Städte anschaut so von der Bewegung her oder auf die Gemeinden, wo dann halt größere Mittelstände sind, das merkt man eben auch, also dass man, ja, Gesundes Straßenbild hat, auch viele Neubauten und sowas das merkt man einfach. Und das kommt dann ja den Kindern, den Alten, den Bewohnern einfach insgesamt zugute. Also eine gute Infrastruktur, die da geschaffen werden kann. Genau Ein weiterer und letzter indirekter Vorteil den es vielleicht gibt, wie sieht es mit Arbeitsplätzen aus? Also wird so ein Windpark einfach nur gebaut von ein paar Fachkräften und dann sind die weg oder schafft das vielleicht auch einen längerfristigen Effekt Also ich würde mal sagen, der reine Bau von den Anlagen und die Wartung schafft natürlich Arbeitsplätze. Es gab da auch mal eine Erhebung, das Land ist schon ein bisschen älter ich von 2021, dass 15.000 direkte Arbeitsplätze von den erneuerbaren Energien in Städte-Vollstein abhängen. Ich glaube aber, dass die mittelbaren Anlagen Effekte auf Arbeitsplätze deutlich höher sind. Sprich diejenigen, die diese Anlagen bauen und gerade auch KWK-Anlagen, Biogasanlagen, aber auch Solarparks sind meistens Unternehmer aus dem Land. Das heißt, diese gesamte Wertschöpfungskette von ich schreibe ein Produkt Oder ich habe einen Plan, ich habe ein Projekt, ich fange mit Gutachten an und suche dann vielleicht noch einen Planer dazu und dann schaue ich mir an, welche Gewerke können das regional auch bewerkstelligen. Da ist wirklich viel Potenzial drin. Auch nochmal, um auf diese mittelbaren Effekte zurückzukommen. Es ist natürlich auch so, dass dort, wo Einnahmen generiert werden, auch Geld ausgegeben wird. Das heißt, diejenigen, die von den Einnahmen der Anlagen profitieren... Die zahlen sich vielleicht davon dann mal eher in Maler als dass sie nur die Farbe kaufen. Also diese Effekte sind, glaube ich dann auch entsprechend da, dass dadurch mittelbar halt auch für mehr Bedarf an Arbeitskräften irgendwo gesorgt wird. Können wir direkt nochmal darauf eingehen. Schaffen erneuerbare Energien vor Ort Ansiedlung von neuen Unternehmen, vielleicht auch von neuer Industrie? Sie haben auf jeden Fall das Potenzial erheblich Dass das ja, ob wir das in Schleswig-Holstein bisher schon so gut geschafft haben, wenn man sich größere Mittelständler anschaut, dann haben sich auf jeden Fall aus Schleswig-Holstein schon welche gebildet gegründet und die sind auch da gewachsen. Das würde ich schon sagen. Zieht es jetzt größere bereits gesetzte Unternehmen deswegen nur in den Norden? Das müssen wir, glaube ich noch besser verkaufen. Es ist nicht nur, dass wir können als Land besser werden, sondern es müssen auch, Hebel umgelegt werden, die uns profitieren lassen von der Tatsache, dass hier viele erneuerbare Anlagen stehen und dass halt viel erneuerbarer Strom da ist. Die Netzentgeltreform, die jetzt, was weiß, vor anderthalb Jahren oder vor einem Jahr, glaube ich durchgesetzt wurde, das ist ja so ein erstes zartes Pflänzchen dass man mal irgendwo Berücksichtigt und wahrnimmt, dass halt hier oben viel getan wird. Aber bisher war es ja so, dass wir dann als Schleswig-Holsteiner trotzdem noch die Zeche dafür gezahlt haben, dass wir viele Anlagen gebaut haben. Das heißt, wir brauchen regionale Preissignale, um eben diesen Standortvorteil auch wirklich leben zu können und den auch anderen schmackhaft zu machen. Wir wollen noch mal ganz kurz in die Zukunft schauen. Würdest du denken dass die Vorteile Einen Energiepark in der Nachbarschaft zu haben, auch langfristig gesichert sind? Oder ändern sich da vielleicht die Gewinne und die Vorteile auch über die Zeit? Wenn ich es mir wünschen könnte, dann würde ich mir wünschen, dass Schleswig-Holstein weiterhin mittelständisch und von Bürgerenergie geprägt bleibt. Und dass man diese akzeptanzfördernde Kultur hat Weiter beibehält. Realistisch gesehen wird es natürlich mit einem steigenden Preis zurück nicht unbedingt einfacher für die kleinen Akteure am Markt zu bestehen. Und je marktwirtschaftlicher das Ganze wird und auch je mehr Dargebot letztlich da ist auf dem Markt, je niedriger die Preise werden, desto schwieriger wird es dann auch erfolgreich kleinere Projekte umzusetzen Also das gehört zu weit dazu, aber ich glaube, der Markt wird sich auch nochmal maßgeblich verändern Zum einen technologisch zum anderen regulatorisch. Also von daher, da muss man nur findig sein und das sind die Schleswig-Holsteiner, da einfach neue Geschäftsmodelle aufzumachen. Wie könntest du dir die Zukunft der Energiewende in Schleswig-Holstein vorstellen? Wir werden weiterhin geprägt sein durch Energie Eine hohe Anzahl von Windenergieanlagen. Wir werden Freiflechten-PV und Dach-PV weiter im Stadtbild und im Landschaftsbild sehen. Wir werden eine Mehrzahl an flexibilisierten Biogasanlagen sehen. Das Ganze wird in Teilen in Genossenschaftshand in Teilen mittelständische Unternehmen, in Teilen Großunternehmen sein. Und dann werden wir jetzt diesen weiteren Schritt gehen in die Veredelung dieser Energie. Und auch wenn das Thema Wasserstoff nicht gerade ein freudiges Thema in der Vergangenheit war, so bin ich. Trotzdem noch einigermaßen hoffnungsvoll, dass wir dort auch in den nächsten Jahren FIDs also Final Investment Decisions sehen werden bei Großprojekten gerade unten in Brunsbüttel, aber auch anderswo entlang des Hydrogen Backbones, also des Teils des Wasserstoffkernnetzes, das in Schleswig-Holstein jetzt bis 2032 gebaut wird. Und was ich mir als... Und leidenschaftlich Europäer auch wünsche, dass wir es auch stärker mit unseren nordischen Nachbarn noch schaffen, unsere Energielandschaft zu koppeln. Und durch eine verstärkte integrierte Energielandschaft, deutsch-dänisch aber gerne auch über die... Weiteren Trassen Deutsch-Schwedisch Deutsch-Norwegisch oder Schleswig-Holsteinisch-Norwegisch, Schleswig-Holsteinisch-Schottisch, was weiß ich, dass wir da einfach für eine stärkere Energieintegration des europäischen Marktes einfach sorgen. Das ist doch ein schöner Schluss für unsere Podcast-Folge. Felix erklärt uns, wie Schleswig-Holstein oder zumindest Schleswig-Holsteins Energielandschaft in Zukunft aussieht. Finde ich super. Können wir, glaube ich gut mit aufhören oder Niklas? Wir sagen vielen, vielen Dank, Felix. Das war ein schöner Ritt durch die Vorteile, die uns die Energiewende bietet. Ja, du hast deinen Job getan. Jetzt habe ich noch einen Job, den unsere Zuhörenden machen müssen. Wenn euch das gefallen hat, was ihr heute gehört habt, aber auch in der Vergangenheit, dann würden wir uns freuen, wenn ihr das Ganze weitersagt. Sagt es euren Freunden Familien, dann hilft es uns, dass wir das Ganze hier weitermachen können. Und dann hören wir uns beim nächsten Mal wieder und sagen Tschüss bis zum nächsten Mal. Ja, und wir geben Felix noch einmal das Wort. Das hätte er nochmal gerne. Darf auch einen Werbeblock schalten? Du darfst auch einen Werbeblock schalten. Ja, falls es noch Unternehmerinnen und Unternehmer gibt, die diesen Podcast gerne hören, sich für die Energiewende in Schleswig-Holstein einsetzen und noch nicht Teil der Verbändelandschaft sind, dann freuen wir uns natürlich immer über neue Mitglieder beim LEE, aber auch beim Landesverband für Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein, beim Fachverband Biogas oder auch beim Bundesverband Windenergie in der schleswig-holsteinischen Ausprägung. Super. Also alle beitreten, alle an Felix wenden. Wenn du dann nachher ein volles Postfach hast, dann beschwer dich nicht bei uns. Ansonsten vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Das war Shift. Der Norden macht Zukunft. Der Energiewende-Podcast der EKSH.

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