Mehr als Klimaschutz: Diese Vorteile bringt uns die Energiewende
SHift - der Norden macht Zukunft
02.03.2026 30 min
Zusammenfassung & Show Notes
Die Energiewende fordert Anpassungen von uns allen. Manche sind ganz einfach in unser bisheriges Leben zu integrieren, andere erfordern mehr Mühe, Zeit oder Geld. Warum es aber all das Wert ist, besprechen wir heute mit dem Politologen Felix Papenfuß vom Landesverband Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein.
In dieser Folge erfährst du u.a.:
In dieser Folge erfährst du u.a.:
- Welche Bereiche unseres Lebens die Energiewende eigentlich betrifft
- Welche Vorteile die Energiewende für jeden Einzelnen von uns hat
- Ob grüner Strom in Zukunft günstiger werden wird als fossiler Strom
- Wie wir Kritikern der Energiewende gegenübertreten können
Im vorherigen Gespräch mit Felix haben wir bereits über die Vorteile für die Menschen gesprochen, die erneuerbare Energien direkt vor ihrer Haustür haben. Hier geht´s zur Folge.
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!
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Über unseren Gast:
Felix Papenfuß ist seit 2022 Referent für Erneuerbare Gase und Sektorenkopplung beim Landesverband Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein. Der Verband setzt sich für eine hundertprozentig erneuerbare Energieversorgung ein. Als Mitglied kannst auch du die Erneuerbaren unterstützen und dabei sein, wenn Schleswig-Holstein die Energiewende stemmt.
Hier findest du Felix Papenfuß:
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Über unseren Gast:
Felix Papenfuß ist seit 2022 Referent für Erneuerbare Gase und Sektorenkopplung beim Landesverband Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein. Der Verband setzt sich für eine hundertprozentig erneuerbare Energieversorgung ein. Als Mitglied kannst auch du die Erneuerbaren unterstützen und dabei sein, wenn Schleswig-Holstein die Energiewende stemmt.
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Transkript
Wir müssen agieren, um
Schleswig-Holstein so zu erhalten,
wie wir es kennen, weil sonst wird
sich das ziemlich radikal verändern.
Nicht nur im Landesbild, was jetzt
die Topografie angeht, aber auch
die Auswirkungen die dann mit
Stürmen, mit Dürren, mit sonstigen
Wetterphänomenen sich dann auswirken,
das werden wir ja alle spüren.
Du hast ja auch schon quasi angesprochen,
der größte Grund für die Energiewende
ist der Klimaschutz Und davon habe ich
ja hoffentlich auch was, auch wenn ich
das Windrad nicht sehen kann, oder?
Klönschnack mit Tiefgang.
Das ist Schiff.
Der Norden macht Zukunft.
Der Energiewende-Podcast der EKSH.
Felix, wir machen ein
Schiff-Zahlen-Quiz direkt zu Beginn.
Wir wollen mal deine Expertise
abklopfen Du darfst schätzen.
Wie viele Windräder stehen
aktuell in Schleswig-Holstein?
3000 circa.
Stand Mitte 2025 3196 Onshore,
also die, die auf dem Land stehen.
Da kommen noch ein paar
Offshore-Nahen dazu.
Wie viel Strom wurde 2024 im Vergleich
zu 2014 aus erneuerbaren Energien in
Schleswig-Holstein ins Netz eingespeist?
Aus Erneuerbaren.
Weniger mehr?
Ja, deutlich mehr.
Irgendwas... Ich muss gar nicht eine
Zahl sagen, sondern es reicht vielleicht
einfach, ob sich das verfünffacht
hat, verdoppelt Da würde ich sagen,
verdreifacht.
Verdoppelt.
In zehn Jahren hat sich das verdoppelt.
Die dritte Frage... Welches Ziel
hat sich Schleswig-Holstein bei
der Wärmewende bis 2030 gesetzt?
Wie viel Prozent der Wärmeversorgung
soll dann klimaneutral sein?
Oh, das steht im Energiewende-
und Klimaschutzgesetz.
Das waren, glaube ich 38 bis 52 Prozent.
38 bis 50.
Richtig gut.
Stark.
Richtig gut.
Wie viele Elektroautos sind aktuell
in Schleswig-Holstein unterwegs?
Also zugelassen?
Ja das müsste ich wissen.
Wir haben noch relativ hohen im Verhältnis
zu einem vernünftigen Prozentsatz,
ich glaube, das sind so 250.000.
Zählst du da auch Plug-in-Ideen ein?
Ja rein elektrisch sind es 70.000 und
mit Plug-ins sind es, glaube ich, nur
100.000 also insgesamt auch nur 100.000.
Okay.
Aber ich finde, Schleswig-Holstein
hätte ich auch nicht gewusst.
Also bundesweit hätte ich es glaube
ich besser schätzen können, als nur
auf Schleswig-Holstein begrenzt.
Und dann habe ich anscheinend noch
ein... Deutlich positiveres Bild.
Nee, also KBA-Zahlen habe ich
länger nicht mehr reingeschaut.
Wie viele PV-Anlagen gibt
es in Schleswig-Holstein?
Schundwies.
Ja, und wir dachten, mit
dir können wir es machen.
Ja, ja, genau.
Da müsste ich meine, die ganzen
Kolleginnen und Kollegen, die beim
LEA Wind oder PV machen, befragen.
Also nur Freiflicht oder?
Beides.
Boah, Also ich meine, es waren irgendwie
2,4... GW installierte Leistung, glaube
ich aber wie sich das runterbricht,
keine Ahnung, weiß ich echt nicht.
Stand Ende 2024 sind es 158.000.
Okay, aber die 2,4 GW
kannst du noch nicht.
Das steht nicht auf der Zelle.
So weit geht die Geschichte nicht.
Also Biogasanlagen, das
kann ich dir sagen ungefähr.
Okay, wie viele Biogasanlagen
gibt es in Schleswig-Holstein?
Also laut Fachverband waren es 20,
22, 861 Aber da gibt es immer Zahlen,
die so ein bisschen divergieren.
Was ist eine Erzeugungsanlage, ein
Lautenmarkt-Stammdatenregister und was
ist quasi eine Gesamtanlage wo dann
mehrere Erzeugungsanlagen draufstehen.
Ja, super.
Wer hat uns hier gerade diese
ganzen schlauen Antworten gegeben?
Felix, du warst schon mal hier.
Die Folge verlinken wir euch natürlich.
Und wir freuen uns, dass Felix Papenfuß
vom Landesverband Erneuerbare Energien
Schleswig-Holstein wieder bei uns ist.
Herzlich willkommen.
Danke für die Einladung Freut mich.
Du bist Energiewende-Experte.
Du arbeitest als Referent für
erneuerbare Gase und Sektorenkopplung.
Deswegen wolltest du ja auch
so gerne nochmal nach den
Biogasanlagen gefragt werden.
Das haben wir natürlich gerne nachgeholt
Man muss sie immer reindrücken.
Die werden gerne mal beim Thema
Energiewende und erneuerbare
Erzeugungsanlagen vergessen und
deshalb muss man da immer ein bisschen
nachhelfen Deswegen darfst du uns
gleich auf jeden Fall auch nochmal ein
bisschen was zur Energiewende erzählen.
Aber was bedeutet denn die
Energiewende für dich persönlich
über deinen Job hinaus?
Ein sehr spannendes
Transformationsprojekt mit Einiges
an Risiken und vielen Potenzialen.
Und persönlich für mich muss ich
ganz ehrlich sagen, ich bin noch
nicht so weit vorangeschritten.
Wir haben uns vor zwei Jahren
einen VW-Pulli angeschafft.
Da war noch nicht so viel mit Elektrische.
Die Bus ist zu klein für
die Campingausstattung.
Und ich wohne leider in einem Mietshaus,
wo Bisher noch keine PV-Anlage für
die Mieter zur Verfügung steht.
Das wäre natürlich schön,
wenn man sowas hätte.
Also genug Platz wäre da, was
das Dach angeht als auch die
anderen Räumlichkeiten angeht.
Aber da sind wir noch dran Etwas weiter
zurück, muss ich ganz klar zugeben Ja
was nicht ist, kann ja noch werden.
Auf jeden Fall.
Und umso wichtiger, dass du dich
beruflich für die Energiewende einsetzt.
Genau.
Wir wollen heute mit dir sprechen, nachdem
wir beim letzten Mal darüber gesprochen
haben, was die Energiewende bzw.
die erneuerbare Energien den Leuten
bringt, die die Anlagen direkt vor der
Nase haben, was es heute quasi für die
gesamte Bevölkerung für Vorteile gibt.
Also welche Chance bietet die
Energiewende uns Schleswig-Holsteinern
und dem ganzen Land?
Und wir wissen ja nun, dass du
Experte für Sektorenkopplung bist.
Dementsprechend ist es
nicht nur eine Stromwende.
Also wir wollen nicht nur den
fossilen Strom rauskicken und
den erneuerbaren Strom reinholen.
Magst uns da nochmal ganz kurz umreißen
was die Energiewende sonst noch
so bedeutet, neben der Stromwende?
Ja, bedeutet natürlich, dass
wir erneuerbare Energien in...
Alle Sektoren bringen wollen.
Das heißt, wir wollen die Industrie
dekarbonisieren, sprich die Gewerbe
und Unternehmen in Schleswig-Holstein
müssen sich darauf einstellen,
dass sie ihre Produktionswege
aber auch ihr Mobilitätsverhalten
entsprechend umstellen.
Wir haben die Wärmewende,
ein ganz dickes Brett.
Wo wir auch in Schleswig-Holstein,
wir haben das klare Ziel, netto
klimaneutral bis 2040 zu werden.
Das bedeutet dann halt auch, dass wir
2040 keine fossilen Wärmeerzeugungsanlagen
in Schleswig-Holstein
mehr laufen haben sollten.
Ob das dann so ist, wird sich zeigen,
aber das ist erstmal das Ziel.
Das heißt, wir... Wir müssen ganz
stark daran arbeiten, diese erneuerbare
Energie über Wärmepumpen über erneuerbare
Kraft-Wärme-Kopplung, Biogasanlagen,
über Geothermie, Erdwärmespeicher
oder Solarthermie, Power-to-Heat was
auch immer, wie viele verschiedene
Erzeugungsanlässe es da gibt, in
zu Die Häuser und in die Wohnungen
in Schleswig-Holstein zu bekommen.
Und da sind wir aktuell, glaube ich, bei
einem Deckungsgrad der Erneuerbaren von
19 Prozent, 20 Prozent glaube ich mehr
ist das nicht, also von daher da ist
noch ein sehr, sehr weiter Weg zu gehen
und wir hatten ja die Fahrzeuge, vorhin
schon, die Anzahl der Fahrzeuge auch da
haben wir glaube ich ein 20, 25 Prozent.
Ich glaube, ich habe so 21 Prozent
der Neuzulassungen elektrisch
im Kopf Das sind natürlich aber
auch nur die Neuzulassungen.
Genau, vielleicht ist der totale Wert
dann noch niedriger was die... Die
Gesamtzulassungszahlen von elektrischen
Fahrzeugen aber auch da, wir müssen
sowohl den Individualverkehr als auch
die Gewerbe dahin bringen, dass sie
entweder elektrisch fahren oder mit
Wasserstoff fahren oder auch mit Bio,
LNG, CNG, Methanol was auch immer.
Und dann noch Schifffahrt und Flugzeuge.
Ja Und riesengroße Industrien,
sehr viel auch und sehr nah in die
Lebensbereiche der Menschen rein,
wird sich diese Transformation ziehen.
Und das kann viel Spaß bringen, aber das
wird auch einiges an Anstrengungen kosten.
Ja, wir wollen auf jeden Fall gleich
noch mit dir darüber sprechen, über
diese, ich sag jetzt mal, Teilwänden
die du ja mit aufgezählt hast.
Aber zunächst... Würde mich doch
nochmal interessieren, welche ganz
allgemeinen Vorteile es noch für mich
als Schleswig-Holsteinerin gibt, die in
der Stadt wohnt die die Windenergieanlage
oder PV-Anlage oder was auch immer jetzt
nicht gerade direkt vor der Nase hat.
Aber auch ich profitiere ja
von dieser klimaneutralen
Transformation in Schleswig-Holstein,
in Deutschland, weltweit.
Und du hast ja auch schon quasi
angesprochen, dass Eins der größten
oder der größte Grund für die
Energiewende ist der Klimaschutz.
Und davon habe ich ja hoffentlich
auch was, auch wenn ich das
Windrad nicht sehen kann, oder?
Das ist korrekt Also auch die ganzen
Windmünder die halt an der Westküste ihre
Anlagen stehen haben, teilweise direkt
hinterm Deich, die tun das ja zwar zum
einen natürlich aus unternehmerischen
Gründen aber zum anderen auch als
Schutz ihrer Anlagen Umgebung also ich
glaube, wir kennen alle diese Karten
was so passiert, wenn die Meeresspiegel
entsprechend ansteigen und ich hatte das
in der letzten Folge ja schon flapsig mit
dem Stadtstand in Emshorn benannt, also
wir müssen agieren um Schleswig-Holstein
so zu erhalten, wie wir es kennen, weil
sonst wird sich das ziemlich radikal
verändern und nicht nur sagen wir mal im
Das Landesbild, was jetzt die Topografie
angeht aber auch die Auswirkungen
die dann mit Stürmen, mit Dürren mit
sonstigen Wetterphänomenen sich dann
auswirken, das werden wir ja alle spüren.
Und wenn wir das dann noch en passant so
machen, dass wir auch die Luftqualität
verbessern weil... Wenn wir weniger
Abgase in die Luft ausstoßen weil
wir weniger verbrennen de facto, dann
ist da auch wieder ein Vorteil da.
Also saubere Luft, Klimaschutz noch
dazu und dann eben auch als junger
Mensch, aber auch als alter Mensch oder
älterer Mensch Arbeitsmöglichkeiten,
also dass spannende Jobs in einer
transformativen Branche angeboten werden
und man sich da einfach einbringen
kann und mit ganz tollen engagierten
Menschen einfach Dinge vorantreiben kann.
Das ist eine sehr, sehr spannende und
vielschichtige Branche, die vieles was
Schleswig-Holstein ausmacht, irgendwo...
Ja, und als wäre das nicht schon Grund
genug, die Energiewende toll zu finden,
hat sie ja auch noch positive Auswirkungen
auf unsere Versorgungssicherheit
und die Energiepreise oder?
Ja, wenn wir es richtig anstellen.
Also ich kann im Kleinen gesehen,
kann ich halt mir den Speicher und
das Elektrofahrzeug vor die Tür oder
in den Keller und die PV-Anlage aufs
Dach schrauben und kann da dadurch
einen gewissen Energieautarkiegrad
für mein alltägliches Leben wirken
und kann auch in der Gemeinschaft für
mehr Sicherheit sorgen, weil im Falle
eines Stromausfalls Kann ich dann die
Handys von meiner Nachbarschaft mit
meinem E-Fahrzeug zum Beispiel laden.
Grundsätzlich, was die
Versorgungssicherheit angeht auch das
hatte ich in der letzten Folge schon
bedingt angesprochen, ist, dass wir
durch diese vielen dezentralen Anlagen
weniger angreifbar sind, als jetzt
mit einem großen Kraftwerk, das dafür
sorgt, dass wir in Schleswig-Holstein
Strom und Wärme bekommen.
Ja Wir müssen aber, glaube ich,
grundsätzlich uns über das Thema
Resilienz und Versorgungssicherheit noch
mehr und stärker unterhalten und dieses
Thema noch stärker in den Fokus rücken.
Heißt wir müssen auch schauen, wie können
wir diese erneuerbaren Energien und ihre
Vorteile dazu nutzen, um diese Sicherheit
tatsächlich zu den Menschen zu bringen.
Also wie schaffe ich es über
bidirektionales Laden und mobile
Speicher… Erneuerbare Energien in die
Stadtzentren zum Beispiel zu bringen und
das auch schnell zu schaffen und nicht
nur, dass dann nicht nur gewisse Gebäude
mit Notstromaggregaten versorgt werden,
sondern dass man wirklich es schafft,
über das Potenzial von erneuerbaren
Energien in der breiten Masse ein
Gefühl der Versorgungssicherheit und
eine de facto Versorgungssicherheit,
was die Grundbedürfnisse an
Energie angeht zu schaffen.
Ja.
Hast du schon mal wahrgenommen,
dass Schleswig-Holstein durch die im
deutschlandweiten Vergleich zumindest
vorangeschrittenen Energiewende ein hohes
Ansehen in Deutschland oder in der EU hat?
Also ich würde sagen, dass die Branche
und die Art und Weise, wie hier im
Schulterschluss Dinge vorangetrieben
werden, auf jeden Fall nationale
Aufmerksamkeit hat und Länder bzw.
Länderkollegen mit Neid nach oben gucken.
In Schleswig-Holstein kriegt
ihr das irgendwie hin.
Und dieses Gefühl teile ich auch, dass
es einen aktuellen politischen Konsens
in der Bevölkerung wie auch in den
politischen Parteien des demokratischen
Spektrums gibt, dass wir dieses Ziel
der Klimaneutralität umsetzen wollen
und das erreichen Dass erneuerbare
Energien kein Manko sondern ein
wirklicher Standortvorteil sein können.
Und deshalb wird es auch
entsprechend vorangetrieben.
Wir wollen mit dir als
Sektorenkopplungsexperte nochmal mehr
in diese einzelnen Sektoren reinzoomen.
Wenn wir aber da beim Thema Strom sind,
im Alltag merke ich nicht unbedingt, wenn
ich meine elektrischen Geräte zu Hause
nutze ob das jetzt fossiler oder grüner
Strom ist, kann ich aber damit rechnen,
dass dieser Strom vielleicht günstiger
ist, je mehr erneuerbaren Strom wir haben.
Entweder für alle günstigeren Strom
oder zumindest in den Regionen wie
Schleswig-Holstein, wo viel erneuerbarer
Strom ist Produziert wird, dass wir dann
hier zumindest günstiger Strom bekommen.
Es sollte auf jeden Fall so sein.
Also es wäre definitiv der richtige
Weg, dass man das Angebot was
wir haben, entsprechend für die
Verbraucher so nutzbar macht,
dass sie davon profitieren können.
Das auf jeden Fall.
Also es braucht mehr regionale
Preisansätze oder Preisgestaltung.
Und ich glaube, da müssen
einfach regulatorische
Hebel noch umgesetzt werden.
Da gibt es verschiedene Regeln.
Also Diskussionen, Strompreis-Zonen-Split
oder andere Nodelsplits oder andere
lokale Preisanreize die sinnvoll sind.
Man darf aber natürlich auch nicht
die Erzeugerperspektive, die wir ja
als Landesverband Erneuerbare Energien
vertreten auch nicht außer Acht lassen.
Zu niedrige Preise ist natürlich
fürs Geschäft auch nicht gut.
Also das ist natürlich auch
nicht der Sinn der Sache.
Aber es ist natürlich das Ziel
einerseits... Wirtschaftlich
solide agieren zu können in einem
marktwirtschaftlichen Umfeld auf Basis
von erneuerbaren Energien und gleichzeitig
den Verbrauchern zum einen stabile und
zum anderen dann möglichst niedrige Preise
auch zu gewähren und zu gewährleisten.
Das ist aktuell noch nicht der
Fall, aber wir sind zumindest auf
einem besseren Weg dahin als es
noch vor zwei, drei Jahren so war.
Und du hattest ja in der letzten Folge
erwähnt dass wir in Schleswig-Holstein
deutlich mehr Strom erzeugen als
wir verbrauchen, über 200 Prozent.
Nun ist es ja leider nicht so, dass
das bedeutet, dass wir zu jeder Zeit
mit eigenem Grünstrom versorgt sind,
sondern aufgrund von schwankenden
Erzeugungsanlagen bei Wind und PV
gibt es einfach Zeiten, wo viel
Strom dasteht und dann aber auch
wieder Zeiten wo weniger Strom ist.
Und diese Überschüsse, die dann zeitweise
zur Verfügung stehen... Können wir ja
leider nicht immer auch nutzen, sondern
die Anlagen müssen abgeredet werden.
Was könnte uns denn das aber trotzdem
eigentlich nützen, wenn wir es
schaffen würden, diesen Strom, diesen
Überschussstrom irgendwie zu verwerten
für andere Anwendungen oder auch damit
vielleicht andere Regionen versorgen?
Was gibt es da für Möglichkeiten für uns?
Die Möglichkeiten sind ziemlich begrenzt
Also auf aktuellen regulatorischen
Plätzen Es gibt ja den sogenannten
13k-Energiewirtschaftsgesetz, Nutzen
statt Abregeln, der in bestimmten
Netzgebieten dafür sorgen sollte, dass
bestimmte Anwendungen diesen normalerweise
abgeregelten Strom nutzen können.
Das funktioniert in der Praxis
aber leider so gut wie gar nicht.
Also ich glaube, ich hatte vor
einiger Zeit mit einem Kollegen aus
Nordrhein-Westfalen dazu gesprochen
und der hat eine Zahl genannt, es waren
mehrere Terrawattstunden auf jeden
Fall die angeboten worden sind und
von diesen mehreren Terrawattstunden
wurde 0,035% Tatsächlich abgerufen.
Und mir ist auch im Tenet-Netzbereich,
das machen die Übertragungsnetzbetreiber,
die sind dafür zuständig, dass
diese Strommengen verteilt werden.
Es gibt eine einzige Anwendung aktuell,
nach meinem Kenntnisstand, es gab ein
paar mehr Bewerbungen, aber dieser
aktuelle Mechanismus für größere
Anwendungen ist einfach nicht da.
So, beziehungsweise nur bedingt
da und kann nicht genutzt werden.
Also da muss sich regulatorisch massiv
was verändern, dass wir diese verfügbaren
Strommengen auch nutzbar machen.
Weil dadurch könnten wir zwar zum
Beispiel kein Elektrolyseur an sich drauf
aufbauen, weil der mehr Vollaststunden
braucht, um wirtschaftlich zu arbeiten.
Aber man könnte in der Preisgestaltung
auf jeden Fall Die Kosten reduzieren.
Also das wäre auf jeden Fall
interessant, aber es braucht
dafür einen vernünftigen Rahmen.
Und genauso ist das auf der kleineren
Ebene wenn ich mit meiner PV-Anlage
zu viel Strom erzeuge oder mehr Strom
erzeuge als ich brauche, habe ich
momentan aufgrund einer fehlenden
Digitalisierung in Deutschland,
Digitalisierung ist an Deutschland, also
Zu wenige Smart Meter habe ich de facto
noch nicht wirklich die Möglichkeit,
meinen Strom an Wien anders abzugeben.
Also wird da auch die
Nutzung wieder erschwert.
Von daher, das Potenzial wäre
da und es wäre ziemlich groß.
Und ich glaube, darüber könnten
wir auch einen Preishebel erzeugen.
Aber es braucht halt vernünftige
regulatorische Hebel und da
muss beim 13K-IronWG angesetzt
werden, ganz dringend.
Okay und mal angenommen, diese
Regulatorik würde angepasst werden,
welche Möglichkeiten hätten wir dann?
Diese Menge an Strom, möglichst dann
auch für alle Bereiche für alle Sektoren
Elektrolyseure.
Das heißt, entweder zwei Speichermedien
quasi, weil das ist auch noch ein
Punkt, den ich noch nicht gebracht habe.
Wir werden nicht alle Energie, die wir
erzeugen und insbesondere dann, wenn die
ganzen Offshore Strom- oder Energiemengen
anlanden wir werden das nicht alles
auf die Kupferplatte bringen können.
Also ich glaube, wir sind bei 360 GW
pro Installierter Leistung bis 2030.
Ich glaube, das war
Solarpaket 1, meine ich.
Was meinst mit Kupferplatte?
Mit Kupferplatte meine ich, wir werden
die erzeugte Energie nicht zu 100%
in die Stromleitungen bringen können.
Sondern es muss Speichermädchen
entsprechend geben.
Und das gilt genauso für diesen
Abkriegelungsstrom, wie auch insgesamt
für die Das Stromsystem oder das
Energiesystem, was wir aufbauen.
Das heißt, wir brauchen Speichermedien.
Wir brauchen Wasserstoffelektrolyse, um
diesen Strom aufzubauen Den wir erzeugen
langfristig speicherbar zu machen.
Wir brauchen die kurzfristigen
Speichermedien wie jetzt Batteriespeicher.
Und wir können das auch, und was ein
Grundbedürfnis ist, es entsprechend
in die Wärme halt auch bringen, über
Port, Heat-Anlagen oder anderweitige
Wärmespeichermedien, um das dann
in die Wärmenetze zu bringen.
Wir kommen langsam zum Schluss.
Und ... Zum Schluss kann man immer
vielleicht nochmal gut darüber
sprechen, wie das ganze Thema
Kommunikation, Akzeptanz, wie
nehme ich eigentlich alle mit?
Ich denke, das ist etwas, was
derzeit sehr aktuell ist und auch
eher an Aktualität zunimmt oder
zumindest an Dringlichkeit zunimmt.
Wie müsste deiner Meinung nach die
Energiewende und ihre Chancen kommuniziert
werden, damit auch alle sehen, warum
wir das machen und dass wir das
Richtige tun mit dieser Transformation?
Also ganz wichtig, frühzeitig und vor Ort.
Das sind, glaube ich zwei Punkte, die
extrem der Akzeptanz dienen können.
Sprich wenn ich ein Projekt habe, dann
sollte ich frühzeitig an die Gemeinde
gehen Und auch an die Bürger ran treten.
Und um die dann tatsächlich von
den Vorteilen, aber gegebenenfalls
auch von gewissen Nachteilen zu
überzeugen und dass es sinnvoll
ist, da in der Region das zu tun.
Weil es zeigt sich, gerade jetzt
vor einigen Tagen, glaube ich eine
Studie vom Institut für Wirtschaft
rausgekommen, die genau das besagt.
Also frühzeitige partizipative Abholung
der Betroffenen Das ist ganz entscheidend.
Und wie ich das in der letzten Folge
auch schon gesagt habe, ich glaube, wir
müssen die einzelnen Felder Klimaschutz,
Versorgungssicherheit, wirtschaftliche
Chancen müssen wir stärker zusammen,
zum einen zusammendenken und zusammen
kommunizieren und das Ganze dann halt
mit einer lokalen Prägung, dass wir
die Leute frühzeitig eben mitnehmen.
Ja, aber du hast ja viele,
viele Vorteile aufgelistet die
die Energiewende mitbringt.
Was würdest du denn Menschen
sagen, die sich trotzdem von der
Energiewende überfordert fühlen?
Was wäre so deine Botschaft an alle,
die uns zuhören oder vielleicht kennt
ja auch jeder, der uns zuhört jemanden
wo man immer ein bisschen Probleme
hat, andere Menschen zu überzeugen
die Energiewende ist richtig und wir
brauchen sie und deshalb machen wir sie.
Also ich will gar nicht absprechen,
dass es auch lokal betroffene
Menschen gibt, die das in
irgendeiner Form negativ betrifft.
Da gibt es genauso wie anderswo im
Naturschutz oder für den Naturschutz
müssen für erneuerbare Energien
Ausgleichsflächen geschaffen werden.
Und ich denke, genau so sollte man das
dann auch mit den lokal Betroffenen
machen, dass man halt irgendwie
Ausgleich schafft, um die mitzunehmen.
Und mir fällt ja gerade nur ein Bild
ein, dass mir auch der besagte Kollege,
mit dem ich mich vor kurzem auch
über die 13k-Themen unterhalten habe,
der war vor kurzem in Wismar und da
gab es so zwei Banner nebeneinander
Nein zu Freiflächen PV, nein zu
Windanlagen, ja zu Mensch und Natur.
Wenn man diese ganzen Themen
einmal nebeneinander setzt, dann...
Ist das anscheinend eine Spaltung,
die eigentlich gar nicht da wäre,
wenn man wirklich mal so drüber
nachdenkt Weil das, was wir hier
tun, ist final gut für, wenn man es
richtig macht, für Mensch und Natur.
Natürlich gibt es Eingriffe aber die
übergeordnete Ebene kann man, wenn
man darüber nachdenkt eigentlich in
den meisten Fällen positiv bewerten.
Und wie gesagt, es ist für die Menschen
Diejenigen, die wirklich negativ davon
betroffen sind, und wir werden nicht alle
überzeugen das ist völlig klar, aber es
geht nur, wenn man wirklich frühzeitig
miteinander redet und versucht, Ängste
zu nehmen, Beteiligung zu schaffen.
Weil ich glaube, gerade wenn, und
auch da gibt es Zahlen, diejenigen,
die mit diesen Themen schon mal sich
beschäftigt haben und gegebenenfalls
auch schon mal auf einer Anlage
waren, sich Sich mit Anlagenbetreibern
aus der Region unterhalten haben.
Dort ist die Akzeptanz, dass so
ein Ding hinter meinem Garten steht
deutlich höher als bei denjenigen, die
sich damit nur bedingt befasst haben.
Also müssen wir Kaffeefarben anbieten in
die Windparks und zu den Solaranlagen wo
noch die Schafe drunter grasen Ja, also
sowohl bei Bosch als auch hier, jetzt
auch wieder Biogasanlagen, das Anfassen...
Das Sehen, wie da gearbeitet wird, was
da gearbeitet, was da reinkommt, wie die
Dinge beschaffen sind, wie die Landschaft
drumherum aussieht, das sind alles
Punkte, die der Akzeptanz dienen können.
Ich glaube, wenn wir mehr sprechen und
aber auch ehrlich miteinander reden, dann
können wir vieles gemeinsam schaffen.
Und das ist in Schleswig-Holstein
noch auf jeden Fall der Fall.
Und das sollte auch beibehalten werden.
Also da auch nochmal ein klares...
Credo oder für Bürgerbeteiligung.
Natürlich ist das nicht das
Nonplusultra und es muss auch
einfach gewerbliche Tätigkeiten
geben, wo Bürger außen vor sind.
Das ist auch völlig richtig so.
Aber auch dort gilt es
halt, Menschen mitzunehmen.
Menschen, Energiewende Transformation
erfahrbar zu machen, um... Sich
unterzuhaken und zu sagen, wir haben
ein gemeinsames Ziel, da wird es
Schwierigkeiten geben, da wird es
Stolpersteine geben, aber wir machen
das Ding gemeinsam Dann hoffen wir,
dass wir auch mit dem Podcast auch
für ein bisschen Aufklärung sorgen
können und dass mit dir, Felix, und
deiner Expertise da Schleswig-Holstein
weiter einen guten Weg auf sich nimmt,
die Energiewende weiter vorantreibt.
Wir sagen ein weiteres Mal vielen,
vielen Dank an dich, dass du dir Zeit
genommen hast, dass du bei uns warst
dass du dich den Quizfragen gestellt
hast und auch dann uns viele, viele
spannende Eindrücke gegeben hast.
Und genau, Sanna, du
möchtest noch was sagen?
Wir bedanken uns nicht nur bei
Felix, sondern wir bedanken uns auch
bei euch, dass ihr hier mit dabei
wart, dass ihr uns zugehört habt.
Und wenn euch die Folge, die wir
hier gerade aufgenommen haben und
euch präsentieren können, wenn ihr
euch die gefällt und wenn wir das
weitermachen sollen, dann wäre eine
gute Bewertung in unserem Video Über
eure Podcast-App super wertvoll und
das dauert auch nur ein paar Sekunden
und damit würdet ihr uns sehr helfen.
Tschüss Felix und tschüss liebe
Zuhändler und bis zum nächsten Mal.
Tschüss vielen Dank, hat Spaß gemacht.