Unterschätzte Moore: Können Moorböden unser Klima retten?
SHIFT - der Norden macht Zukunft
22.12.2025 32 min
Zusammenfassung & Show Notes
Im ersten Teil unserer Doppelfolge mit Prof. Dr. Harald Grethe haben wir über die Rolle der Landwirtschaft in der Klimakrise gesprochen und über das große Thema nachhaltige Ernährung. In dieser Folge schauen wir auf die viel diskutierte Nutzung der Agrarflächen in Deutschland und gehen der Frage nach, ob Windräder und Photovoltaikanlagen tatsächlich im Konflikt mit unserer Landwirtschaft stehen. Außerdem widmen wir uns unterschätzen Klimarettern: unseren Mooren. Ein Kernthema unseres Gastes, dem Experten für Agrar- und Ernährungspolitik Prof. Dr. Harald Grethe.
Sandra und Niklas klären mit Harald u.a. diese Fragen:
- Steht Energieerzeugung tatsächlich im Konflikt mit der Landwirtschaft?
- Wie denken LandwirtInnen über die Energieerzeugung auf ihren Agrarflächen?
- Können Moore unser Klima retten?
- Welche Anreize bräuchte es, um unsere Moore wieder zu benässen?
- Was müsste politisch passieren, damit Landwirtschaft und Klimaschutz Hand in Hand gehen?
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!
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Über unseren Gast:
Harald Grethe ist seit 2016 Professor für Agrarentwicklung und Handel an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2012 bis 2020 war er Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (WBAE). Im Mai 2024 wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz beim Bundesumweltministerium (WBNK) berufen.
Hier findet ihr Prof. Dr. Harald Grethe:
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Über unseren Gast:
Harald Grethe ist seit 2016 Professor für Agrarentwicklung und Handel an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2012 bis 2020 war er Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (WBAE). Im Mai 2024 wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz beim Bundesumweltministerium (WBNK) berufen.
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Transkript
Das Moor sticht sehr heraus.
Es sind sieben Prozent der deutschen
Agrarfläche, wo wir Moore haben.
Also auf sieben Prozent der
Landwirtschaftsfläche haben
wir mehr als 40 Prozent der
Emissionen aus der Landwirtschaft.
Das zeigt die Bedeutung dieser Moorböden.
Sind die Moore sowas
wie unsere neuen Wälder?
Weil ich meine, wir sprechen ja viel
darüber, dass der Wald ein CO2-Speicher
ist, dass wir den nicht abholzen
sollten, dass wir aufforsten sollten.
Könnte man sagen, dass das Moor
irgendwann den Wald ablöst?
Klönschnack mit Tiefgang.
Das ist Shift.
Der Norden macht Zukunft.
Der Energiewende-Podcast der EKSH.
Wir machen ein Shift-Quiz
mit Prof. Dr. Harald Grethe.
Fakt oder Fake heißt es.
Harald ich werde dir eine Aussage vorlesen
und du antwortest bitte mit Fakt oder
Fake zum Thema Landwirtschaft und Energie.
Und wenn du uns dann noch ganz
kurz begründen könntest warum
Fakt oder Fake, wäre das super.
In Deutschland stammen über 50% der
Methan-Emissionen aus der Landwirtschaft.
Fakt.
Das sind die Rinderbestände.
Vor allen Dingen die Rinderbestände
und das ganze Management von
organischem Dünger Gülle.
Agro Photovoltaik ist in
Schleswig-Holstein und
in Deutschland verboten?
Ich denke fake.
Wir haben das durchaus
und das kann man machen.
Es ist teurer als die
Freiflächenphotovoltaik, kann
aber durchaus auch interessant
sein, wenn man da entsprechende
Vermarktungskonzepte noch dabei hat.
Ein Hektar Moor speichert
mehr CO2 als ein Hektar Wald.
Ja, das hängt jetzt davon ab,
wie stark die Torfauflage ist.
Denn wenn man mächtige Moore
hat, mehrere Meter, dann ist
das viel mehr als ein Wald.
Wenn das eine ganz dünne Auflage
ist, kann das auch weniger sein
als ein starker alter Wald.
Aber wenn es in diesem Vergleich so
kommt, dann ist es wahrscheinlich
mit irgendwelchen Durchschnitten
berechnet, wo es ein Fakt ist.
Weil das natürlich der Hingucker ist.
Beim Wald wissen wir alle,
dass da viel Kohlenstoff ist.
Den sehen wir.
Das sind diese Bäume die da stehen.
Und wir wissen auch, unterirdisch
nochmal die Wurzelsysteme.
Beim Moor ist es in der Öffentlichkeit
noch nicht so durchgedrungen, dass
diese großen Torfauflagen, gerade
wenn die mächtig sind, dass da
richtig viel Kohlenstoff drinsteckt.
Biogasanlagen sind klimaneutral,
solange sie mit Gülle betrieben werden.
Also klimaneutral.
Ich würde sagen, sie sind gut
für den Klimaschutz, wenn sie
mit Gülle betrieben werden.
Aber es gibt auch eine Reihe von
anderen Substraten, die man auch
sinnvoll dafür verwenden kann.
Und es gibt Substrate, die letztendlich
nicht so sinnvoll eingesetzt sind, wie
der Mais für die Biogasanlage Weil wir
damit Flächen nutzen und mit den Flächen
wieder anderswo Klimaeffekte generieren.
Aber es werden die Methanemissionen
deutlich verringert durch die
Vergehrung von Gülle und das ist
eine sinnvolle Minderungstechnologie.
Außerdem hat man die Gehreste und die
kann man sehr gut als Dünger einsetzen.
Okay, letztes Fakt oder Fake.
Windräder auf Ackerflächen führen
zu messbaren Ertragseinbußen
bei den umliegenden Kulturen.
Oh, da erwischt ihr mich blank.
Da kenne ich mich nicht mehr aus.
Ich kann mir vorstellen, dass es an
der einen oder anderen Stelle auch
ein bisschen Ertragseinbuße gibt.
Aber ich kann mir nicht vorstellen,
dass das wesentlich ist.
Denn im Prinzip stehen die da und
dass dieser Schattenwurf, der da
stattfindet wesentliche Ertragseinbußen
gibt, würde ich eher sagen, fake.
Ja, Studien zeigen das auch nicht,
dass das Ertragseinbußen generiert.
Sehr schön.
Ja Ja, da hast du ja einen
guten Start gefunden hier in
unserer Podcast-Folge Niklas.
Wir sitzen hier nämlich mit Harald.
Harald du warst schon mal hier.
Schön, dass du wieder da bist.
Die Folge, mit der wir
schon mal mit Harald reden.
Die aufgenommen haben,
die verlinken wir euch.
Wir haben damals nämlich über
die Ernährung gesprochen, über
unsere Ernährung und dass sie
ja klimafreundlicher und weniger
klimafreundlich sein kann und über die
Landwirtschaft generell weshalb wie und
wo dort überhaupt CO2 entsteht und warum
wir da auf jeden Fall was ändern müssen.
Wir haben dich in der Folge auch ein
bisschen ausführlicher vorgestellt.
Diesmal mache ich es ein bisschen kürzer.
Professor Dr. Harald Grethe sitzt
hier bei uns, Experte für Agrar
und Ernährungspolitik und Leiter
des Thinktanks Agora Agrar mit
Sitz in Berlin, wo du auch noch
an der Humboldt-Universität in
Berlin als Professor tätig bist.
Genau.
Vielen Dank für die Einladung.
Ja, sehr, sehr gerne.
Schön, dass du da bist.
Und wir wollen heute mit dir über die
Flächen in der Landwirtschaft sprechen.
Und da ist es ja immer ein größer
werdendes Thema, dass neben den
früher eigentlich immer hauptsächlich
für die Landwirtschaft benutzten
Flächen jetzt auch das Thema
Energieerzeugung zur Sprache kommt.
Und dass es da die ein
oder andere Konflikte gibt.
Sollte man das eher
landwirtschaftlich betreiben oder
ist Energieerzeugung auch gut?
Das Thema Moor werden wir auch noch
ein bisschen am Ende noch besprechen.
Aber hauptsächlich geht es darum, quasi
Landwirtschaft gegen Energie, um das
ein bisschen reißerisch zu beschreiben.
Und da wäre am Anfang erstmal gut zu
wissen, welche Energieerzeugungsarten
stehen denn da überhaupt im
Konflikt mit der Landwirtschaft?
Also was ist, wenn wir
auf die Fläche schauen?
Ja, also vielleicht einmal vorab.
Ich halte diesen Konflikt für aufgeblasen
weil die Flächenansprüche, Sowohl von
Photovoltaik wie auch von Windkraftanlagen
im Verhältnis zu der erzeugten
Energie einfach so gering sind, dass
die Entzüge von landwirtschaftlicher
Fläche relativ gering sind.
Das haut einem also nicht sozusagen
die ganze landwirtschaftliche
Produktbilanz durcheinander Selbst wenn
man anspruchsvolle Szenarien rechnet
mit einem hohen Photovoltaikanteil.
Aber im Prinzip sind es die beiden.
Also Photovoltaik und Wind, die
eben Fläche benötigen Bei Wind
im Grunde genommen sehr wenig,
weil das nur punktuell ist,
die Anlage wo sie dann steht.
Und dann gibt es noch eine
weitere Energieform und das
ist die sogenannte Bioenergie.
Und da wäre ich schon ein bisschen
kritischer, denn... Das klingt ja
erstmal gut, Bioenergie, sozusagen Sonne
in den Tank, aber da sind wir viel zu
weit gegangen in der Verbrennung von
Biomasse Ohne uns klarzumachen, dass
wenn wir landwirtschaftliche Fläche
nutzen für den Anbau von Biomasse und
dann diese Biomasse verbrennen, dass der
Kohlenstoff auch gleich wieder fließt
In der Luft ist und wir haben zwar die
Fossilen dann an der Stelle eingespart
aber wir haben auch eine Menge Fläche
belegt Und wenn wir viel Fläche belegen,
das ist ja in Deutschland eine ganze
Menge, was wir für Bioenergie nutzen, um
die 20 Prozent, wenn wir so viel Fläche
belegen, dann ist das letztendlich wirksam
auch auf den globalen Agrarmärkten.
Eines der Probleme, weswegen wir
auch reindrücken mit Landwirtschaft
in tropische Regenwälder in
Savannenlandschaften wo dann
wiederum Klimaeffekte entstehen.
Also da sehe ich am ehesten den
Konflikt mit auf den Klimaschutz.
Das sollten wir langfristig so nicht
tun, so viel Biomasse verbrennen Aber
Photovoltaik und Windkraft sehe ich
nicht als grundsätzliches Problem.
Was wir in Deutschland gut gebrauchen
könnten, wäre etwas mehr Raumplanung.
Denn wir haben natürlich viele Stellen,
wo sowas besonders gut hinfassen würde.
Nehmen wir mal die Moore.
Also wenn es uns gelingt, Photovoltaik
zu etablieren auf wiedervernässten
Moorflächen, dann schlägt man mehrere
Fliegen mit einer Kraftfläche Man hat
dort nicht mehr die Emissionen aus dem
Moor, man hat erneuerbare Energien und
man generiert ein Einkommen für die
Landwirtinnen und Landwirte die dort
wirtschaften und ja jetzt nicht mehr
trockene Landwirtschaft betreiben können.
Gleichzeitig kann man auch sehen, dass
man mit den Photovoltaikanlagen Möglichst
an Standorte geht, wo wir vielleicht
marginale Bodenqualitäten haben, wo man
also weniger an Agrarproduktion verliert.
Aber das ist alles im
Bereich Feinsteuerung.
Ich teile nicht diese grundsätzliche
Idee, dass es ein Drama sei für
die Landwirtschaft, wenn man
da Photovoltaik auch hinstellt.
Vor allen Dingen weil das ja Auch temporär
ist, man kann diese Anlagen zurückbauen.
Und wenn man sagt, wir sind in 20, 30
Jahren noch so viel effizienter geworden
in der Energiewende, wir haben so viel
in die Gebäudeinfrastruktur in andere
Infrastruktur integriert, dass wir wieder
weniger Freiflächenphotovoltaik brauchen,
dann kann man dort auch zurückbauen.
Das heißt es ist eher vielleicht ein
gefühlter Konflikt weil wir als...
Bürger, Bürgerinnen, wenn wir an den
Autobahnen entlang fahren und immer
mehr drei Flächen Solaranlagen sehen und
immer mehr Windräder sehen, denken wir
vielleicht, da kommt jetzt eine große
Konkurrenz auf uns zu in den Flächen,
aber realistisch ist es gar nicht so.
Ja, und gerade an den Stellen, also zum
Beispiel entlang der Autobahn, passt
es ja nun auch wirklich besonders gut.
Ja, weil dann ganz nah an der
Autobahn es durchaus auch Gründe
gibt, um da vielleicht etwas
weniger Landwirtschaft zu betreiben.
Dann ist es auch optisch integriert
in bestehende Infrastrukturen.
Und in der Tat, das ist ein bisschen
das Not-in-my-backyard-Prinzip.
Alle wollen wir erneuerbare Energien.
Und dann stören wir uns
an der Photovoltaikanlage
und der Windkraftanlage.
Ich meine, es lohnt sich darüber
nachzudenken, ob man... Das nicht auch
deswegen als schön empfinden kann,
weil man weiß, wie wichtig es für uns
ist, dass wir fossile Energie ersetzen.
Nochmal für die Landwirtschaft Die
verdient dann natürlich häufig gut dran.
Also diese Idee, dass die
Landwirtschaft gekniffen ist, weil
ihnen die Flächen verloren gehen,
weil da jetzt Erneuerbare sind.
Landwirtschaftliche Familien haben häufig
im erheblichen Umfang Bodeneigentum.
Und wenn solche Flächen für Bioenergie,
für Photovoltaik für Windkraftanlagen
genutzt werden können, ist das ein
nicht unwesentlicher Einkommensstrom.
Das gilt natürlich nicht für alle.
Es gibt Betriebe für die kann das
ärgerlich sein, wenn die einen hohen
Pachtflächenanteil haben und die
Pachtpreise gehen so richtig hoch und es
gehen vielleicht auch Flächen ganz raus.
Zum Beispiel mit einmal hat der
Eigentümer gesagt, ich verpachte
dir das nicht weiter, weil da kriege
ich auf die 30 Hektar eine super
Freiflächen-Photovoltaik hin, dann kann
das für einzelne Betriebe ärgerlich sein.
Vielleicht ist das auch noch was, was
ich nennen würde, was wichtig ist.
Das sind ja erhebliche
Einkommensströme die generiert werden.
Und es ist auch wichtig dafür zu
sorgen, dass die Menschen, die
leben in den Räumen wo die leben Die
erneuerbaren erzeugt werden, davon
auch profitieren, möglichst breit.
Weil wenn es so ist, dass das vor
allen Dingen Investoren sind, die da
reingehen und es wird sehr viel Geld
verdient, was aber gar nicht in den
Regionen landet, dann kann natürlich
auch schnell Unzufriedenheit entstehen.
Und Menschen in ländlichen Räumen
sagen ja, weil die da in der Stadt
so viel Energie brauchen, die
verschandeln hier unsere Landschaft.
Wenn das so ist, dass man das zum
Beispiel in genossenschaftlichen Modellen
aufsetzt oder Irgendwelche Formen von
Beteiligung der Gemeinden auch hat, was
die Einkommensströme angeht wenn man
dann weiß, ach, deswegen haben wir den
Kindergarten sagen wir, Neubau machen
können, deswegen haben wir vielleicht
eine Dorfsumgehung machen können,
deswegen ist das Schwimmbad musste
vielleicht nicht geschlossen werden.
Also da wirklich für breit verteilte
Benefits zu sorgen, das ist, denke
ich wichtig für die Akzeptanz.
Spielt da die Erderwärmung auch
eine Rolle, dass sich Landwirte
vielleicht vermehrter zu entscheiden,
auch energiewert zu werden und ihre
Landwirtschaftstechnik ein bisschen
zurückzuziehen, weil sie da eine
sichere Einkommensquelle haben?
Also die Wirtschaftlichkeit, gerade
von Photovoltaik und Windenergie, die
ist, denke ich der große Treiber dafür,
Ich glaube, wir haben noch relativ
wenig Standorte in Deutschland, wo
Landwirte sagen, ich werde langfristig
mit Landwirtschaft hier nicht viel
verdienen können und deswegen wechsle
ich, sondern es ist einfach eine
so andere Pro-Hektar-Wertschöpfung
mit Neuerbaren, dass es eigentlich
so ist, also wer die Chance hat.
Photovoltaik oder Wind anzulegen auf
seinen Agrarflächen, das lohnt sich
wirtschaftlich dann eigentlich immer.
Und es sind wahrscheinlich eher
Ausnahmen von Landwirten die sagen,
ich will damit gar nichts zu tun haben.
Einfach, weil es wirtschaftlich
eine ganz nüchterne, ist eine ganz
andere Wertschöpfung pro Hektar.
Also wer unternehmerisch denkt und
eine Chance hat, geht da auch rein.
Dürfte ich denn eigentlich, wenn ich
Landwirt wäre, dürfte ich eigentlich...
Auf jeder Fläche, die ich habe,
eine Freiflächen-Photovoltaikanlage
installieren?
Oder gibt es da irgendwelche
Flächennutzungsvorgaben von oberer Stelle?
Ja, also die ganzen Schutzgebiete sind
natürlich raus, Landschaftsschutzgebiete,
Naturschutzgebiete.
Und ansonsten ich kenne mich zu schlecht
aus, aber es ist, glaube ich, Erstmal
relativ offen auf landwirtschaftlichen
Reihen, Freiflächen Photovoltaik machen
zu dürfen und welche Flächennutzungspläne
im Einzelnen da noch dagegen
sprechen können, bin ich überfragt.
Schutzgebiete sind ganz wesentlich und
weil es eben So relativ frei ist, das zu
tun, ist es natürlich häufig auch so, dass
es eben nicht unbedingt auf die Flächen
geht, die nun landwirtschaftlich besonders
unattraktiv sind, sondern vor allen Dingen
dort passiert, wo man nah am Netz ist,
wo Investoren unterwegs sind wo sie große
Flächen auch schnell sich sichern können.
Ja, denn weil wir da
eben wenig Planung haben.
Und Hat diese leichte Verlagerung von
Umnutzung, von landwirtschaftlicher
Nutzung zu Energienutzung schon
Auswirkungen auf Lebensmittelpreise?
Naja, alles hat irgendwie immer eine
Auswirkung Die Tatsache dass wir hier
sitzen und Zimtschnecken essen, treibt im
Prinzip natürlich den Weizenpreis hoch.
Weil in jeder Zimtschnecke, die
wir hier essen, ist Weizen drin.
Wir fragen gerade mehr Weizen nach, als
wenn wir jetzt statt der Zimtschnecke eine
Tafel Vollmilchschokolade essen würden.
Deswegen wird übrigens der
Kakaopreis etwas niedriger sein,
weil wir Zimtschnecke essen und
eben keine Schokolade nachfragen.
Also kurzum, natürlich steht immer
alles in Beziehung zueinander, aber
bei diesen geringen Flächenentzügen
für Photovoltaik und für Windkraft
werden wir keinen messbaren Effekt
auf Nahrungsmittelpreise haben.
Nein, Nahrungsmittelpreise vielleicht
noch als Ergänzung werden bei uns
natürlich auch überwiegend am Weltmarkt
gemacht, weil wir offene Grenzen haben.
Also das ist was, da muss man
schon mächtig an der Nachfrage
oder dem Angebot rütteln, damit
das Preisauswirkung hier hat.
Das reicht nicht aus, was wir da
gegenwärtig machen an Erneuerbaren.
Ich läute mal einen
kleinen Themenwechsel ein.
Wir wollen nämlich unbedingt
noch mit dir über Moore sprechen.
Wir wissen, dass auch ein Thema ist, wo
du dich sehr, sehr viel mit beschäftigst
und fragen uns, ob das eigentlich unsere
Rettung zur Emissionsminderung ist, weil
was wir glauben zu wissen, ist, dass
Moore CO2 speichern wenn sie nass sind und
dass viele Moore Grundstoffe 90 Prozent
in Deutschland trockengelegt wurden.
Und wenn sie trockengelegt sind,
dann verlieren sie wohl diese tolle
Eigenschaft des CO2-Speicherns.
Und diese Trockenlegung haben
wir vor allem gemacht, um
Nahrungsmittel anzubauen.
Jetzt wäre erstmal so die Frage, wenn
ich jetzt diese natürliche CO2-Senke
eines Moores wieder nass mache,
habe ich sie dann wieder gewonnen?
Ja und das glauben wir nicht nur
zu wissen, sondern das wissen wir.
Was die... Was biophysikalische
Umstände angeht unumstritten.
Das ist organisches Material, Moorboden.
Das ist Pflanzenmaterial, was über
lange Zeiträume dort sedimentiert ist,
abgelagert unter Luftabschluss und
sich deswegen zu mehr oder weniger
starken Torfauflagen entwickelt hat.
Das können durchaus auch viele
Meter sein an bestimmten Standorten.
Und das hat man gewollt Für
Nahrungsmittelproduktion und für
Entwicklung von Siedlungsraum.
Für Energiegewinnung auch,
Torfverbrennung ist ja auch gegeben.
Und da hat man damals nicht gewusst,
dass das ganze Klimaimplikationen hatten.
Das weiß man jetzt seit den letzten
Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts.
Und wenn man das wieder nass
macht, dann wird das, was da
jetzt noch im Boden ist, Erhalten.
Das ist im Prinzip das, worum
es vor allen Dingen geht.
Also wenn wir heute mal sagen pro
Hektar gehen ungefähr 30 Tonnen
CO2 Also Equivalente raus aus der
Fläche, die man vermeiden könnte.
Das kann man sozusagen, also 30
Tonnen pro Hektar ist richtig viel.
Nehmen wir mal einen Kohlenstoffpreis von
100 Euro die Tonne wären das 3000 Euro.
Viel mehr als ein Deckungsbeitrag
in der Landwirtschaft.
Nehmen wir mal einen Kohlenstoffpreis von
200 Euro die Tonne, den würde ich auch so
in den nächsten Jahrzehnten haben können,
dann sind das 6000 Euro pro Hektar.
Also richtig viel Geld.
Für alle Nicht-Landwirtinnen, die
uns zuhören wie groß ist ein Hektar?
Weizen pro Hektar und dann gibt es den
sogenannten Deckungsbeitrag, also das,
was behalte eigentlich übrig, wenn ich
meinen Weizen verkaufe und meine ganzen
Kosten der Weizenproduktion dann abziehe
und dann haben sie in der Landwirtschaft
Deckungsbeiträge von vielleicht... 500
Euro, 800 Euro, 1200 Euro und dann wird
es aber auch nach oben so langsam dünn.
Im Gartenbau können Sie mehr haben
und also viel weniger als das,
was da an Klimaschaden entsteht.
Deswegen so völlig eindeutig,
volkswirtschaftlich zumindest völlig
eindeutig, das muss man nass machen.
Das eine ist, dass dann der Boden
nicht weiter in den Kunststoff
ausgast Das zweite ist, dass dann
auch wieder Torfkörper anwächst.
Das ist... Langsamer Prozess, aber
gibt es viel Forschung zu im Moment,
die darauf hinweist dass man also auch
wieder erhebliche Speicherleistung hat.
Also nicht nur diese 30 Tonnen die
nicht mehr rausgehen jedes Jahr,
sondern Luftkohlenstoff der über das
Pflanzenwachstum reingezogen wird
und sich dann wieder ablagert neu.
Und das können auch noch ein
paar Tonnen pro Hektar sein.
Sind die Moore sowas wie unsere
neuen Wälder Weil ich meine, wir
sprechen ja viel darüber, dass der
Wald ein CO2-Speicher ist, dass
wir den nicht abholzen sollten,
dass wir aufforsten sollten.
Könnte man sagen, dass das Moor
irgendwann den Wald ablöst?
Nein wird den Wald sicher nicht
ablösen, weil man natürlich
Moor nur ganz punktuell hat.
Es sind sieben Prozent der deutschen
Agrarfläche, wo wir Moor haben.
Und nur da, wo dieses organische Material
auch liegt, kann man es dann bewahren.
Und insofern ist das, es ist ähnlich
wie der Wald in dem Sinne, dass man,
auch den Wald wollen wir erhalten,
weil wir den Kohlenstoffspeicher
des Waldes erhalten wollen.
Und auch der Wald kann, wenn er nicht
durch Klimawandel zu stark geschädigt
wird, kann der Wald zusätzlich
Kohlenstoff jedes Jahr reinziehen
und zusätzlich binden im System.
Auch das ist parallel.
Plus, und auch das ist parallel, der
Wald produziert Biomasse die man dann
nutzen kann, zum Beispiel für die
Produktion von Materialien, Stammholz
aber auch Verbundmaterialien Und auch
auf nassen Mooren können wir Biomasse
produzieren, Schilf Rohrkolben.
Und andere und diese Biomasse dann nutzen,
um damit Materialien zu produzieren.
Also es gibt sehr viele Parallelen,
aber es ist natürlich von den
Standorten her ganz anders verteilt.
Also ich glaube, den Punkt
hat jeder verstanden.
Vernässte Moore... Sind für uns sehr,
sehr wichtig in Sachen Klimaschutz.
Aber wie würdest du denn jetzt
mich als Landwirtin, nehmen wir mal
an ich wäre eine, ich bin keine,
muss ich den Zuhörenden sagen,
aber nehmen wir an, ich wäre eine.
Was wäre denn für mich jetzt der Anreiz,
meinen Moor, auf dem ich jetzt gerade
Anbau betreibe, wieder zu vernässen?
Heute haben wir kaum Anreize und das
ist ein Problem, denn Wenn du Landwirtin
wärst dann würdest du jetzt Geld
verdienen mit der trockenen Moornutzung.
Und außerdem wärst du stolz auf
deinen Landwirtschaftsbetrieb,
weil vielleicht deine Großeltern,
vielleicht auch deine Urgroßeltern
oder die Ur-Urgroßeltern irgendwann
mal diese Flächen trocken gelegt haben.
Und das war harte Arbeit.
Und das war gesellschaftlich gewollt.
Und es ist insofern auch völlig
verständlich dass tief in die
Familiengeschichten eingegraben,
da ist man stolz dass man
diese Flächen bewirtschaftet.
Und das heißt, das eine, was man
braucht, ist erst mal Kommunikation
die Anerkennung dieser Leistung.
Das ist ja nicht die Schuld der Landwirte,
dass man ihnen vor 150 Jahren gesagt
hat, bitte hier Moorbesiedelung und
jetzt sagt, sorry, haben wir begriffen
was das für ein Klimaschutz heißt und
deswegen wieder raus aus dem Moor.
Das ist keine Schuldfrage.
Also ganz viel kommunizieren.
Und als zweites finanzielle Anreize.
Denn ich würde zum einen zu dir
als Landwirtin sagen, Also so
mittel bis langfristig kann man
auf diesen Moorstandorten Biomasse
produzieren, die nachgefragt
werden wird in der Bioökonomie.
Für die Produktion von
Verpackungsmaterialien
Baumaterialien Dämmstoffen.
Das ist eine Chance.
Und geh da rechtzeitig rein.
Denn früher oder später muss das sowieso,
weil die Flächen wieder vernässt werden.
Dann würdest du mir vielleicht sagen,
du kannst mir viel erzählen aber
heute kauft mir das noch keiner ab.
Und dann würde ich wahrscheinlich
sagen, fair enough, das stimmt auch.
Und deswegen brauchen wir erstmal
auch Wiedervernässungsprämien.
Also zum Beispiel das staatliche Angebot
zu sagen, wir haben ja eine Prämie
von zum Beispiel 1000 Euro pro Jahr,
die wir zahlen über einen Zeitraum von
vielleicht 10 Jahren stabil und dann
nochmal 10 Jahre so langsam abgebaut.
Das sage ich dir zu als Landwirtin,
das kriegst du jedes Jahr.
Pro Hektar und damit kannst du alles
Mögliche machen und dir sozusagen auch
so nasse Wertschöpfungsbetriebszweige
aufbauen und du bist erstmal
entschädigt dafür, Dass du nicht
mehr trocken nutzen kannst.
Und vielleicht würde ich als Drittes
noch sagen, wenn du noch immer nicht
überzeugt bist, übrigens, wir haben ja
in diesem Landkreis auch, wir wollen
Photovoltaik etablieren und wir werden
ganz bevorzugt Photovoltaik auf wieder
zu vernässenden Moorstandorten anlegen.
Das kann man nämlich so machen, dass die
Flächen wieder vernässt werden können.
Und da verdient man dann
richtig gut Geld pro Hektar mit
so einer Photovoltaikanlage.
Und das sind alles
sozusagen erstmal Angebote.
Dann würde ich vielleicht noch
sagen, du bist eine Landwirtin, die
sagt, Ich halte Milchkühe, Punkt.
Meine Eltern, meine Großeltern, meine
Oster haben immer Milchkühe gehalten und
die ganzen nassen Wirtschaftsbundesketten
interessieren mich überhaupt nicht.
Ich bin Milchkuhhalterin.
Dann zu sagen, dann sollten wir mal
nachdenken über Flurbereinigungsverfahren,
über Flächentausch.
Wie kriegen wir das hin, dass du einen
Milchviehbetrieb weiterführen kannst?
Kann man vielleicht die Hofstelle
erhalten, aber es kommen Futterflächen
hinzu, die auf mineralischem Boden
sind, nicht auf organischem Boden oder
kommt eine Umsiedlung infrage Also das
zeigt schon, wie komplex das ist, denn
wir sind ja auch alle unterschiedlich.
Und manche sagen vielleicht, ach,
sie gehen dann auch gerne raus,
wenn sie eine andere Chance haben.
Vielleicht ist auch jemand satt Mit
dem Melken ehrlich gesagt, mir immer
am Tag, ich hatte eigentlich sowieso
ein bisschen die Schnauze voll.
Wenn ich jetzt eine tolle
andere Chance kriege, gerne.
Und andere sagen, das ist mein
Leben eine Milchkuhhaltung.
Und auch da müssen wir Angebote
machen und Lösungen finden.
Hat dich das überzeugt nochmal?
Ich bin fast soweit Ich
habe noch eine Frage dazu.
Wie viel Aufwand ist denn das für
mich, wenn ich jetzt mein trockenes
Moor wieder vernassen möchte?
Das ist vor allen Dingen der
trockene Nutzungsverzicht und
dann nicht so viel Aufwand...
Für den einzelnen Landwirt die einzelne
Landwirtin, weil das ja dann auch Sachen
sind, die man kollektiv regeln muss,
weil man muss ja wiedervernässbare
Einheiten definieren und die verlaufen
ja nicht sozusagen genau entsprechend
der Flussstrickgrenzen, sondern da
müssen dann die Wasserverbände ran,
Konzepte erarbeiten und dann muss man...
Und gemeinsam schauen, welche Einheiten
man sinnvoll wiedervernässen kann.
Da ist dann auch viel zu leisten.
Es gibt sehr unterschiedliche Standorte.
Wir nutzen immer das Bild, da braucht
man nur den Stöpsel wieder reinstecken.
Also nicht mehr rauspumpen sondern
zumachen, dann läuft das auch wieder voll.
Wasser ist viel da.
Vor allen Dingen die
in der Moor Standorte.
Es gibt Stöpsel Andere Standorte, häufig
die Hochmoorstandorte, wo wir gar nicht
die Möglichkeit haben, einen Stöpsel
reinzustecken, sondern wo wir gezielt
Wasser zuführen müssen und halten, wo wir
also Flächen mit Wellen umgeben müssen,
erstmal überhaupt Plan machen, damit man
einen gleichmäßigen Wasserstand hinkriegt.
Und dann noch Wasser
zuleiten und zurückhalten.
Das sind Herausforderungen auf
Landschaftsebene, wo es nicht
damit getan ist, die einzelnen
Landwirte nur zu gewinnen.
Die muss man auch gewinnen und dann muss
man aber eben auch kollektiv handeln.
Weil das können die Landwirte
selber auch gar nicht alles leisten.
Aber die Institutionen wo Landwirte
ja auch häufig Mitglieder sind,
zum Beispiel die Wasserverbände.
Ja, genau Jetzt gibt es ja
noch anderen Boden außer Moor.
Ist dann jeder Bodenschutz
immer direkt Klimaschutz?
Das Moor sticht sehr heraus.
Also auf sieben Prozent der
Landwirtschaftsfläche haben
wir mehr als 40 Prozent der
Emissionen aus der Landwirtschaft.
Das zeigt die Bedeutung dieser Moorböden.
Insofern würde ich Und das sozusagen
nicht so direkt vermischen mit jedem
Bodenschutz, sondern sagen, der
Bodenschutz, der Schutz des organischen
Materials auf Moorböden, der ist zentral,
weil er so bedeutend ist, weil das so
viel ist, was wir da an Emissionen haben.
Gleichzeitig haben wir natürlich
auch auf anderen Böden in der Tat
organische Substanz im Boden, Humus.
Und... Wenn wir diesen Humusgehalt
runterwirtschaften dann ist der
Kohlenstoff in der Atmosphäre.
Und wenn wir den Humusgehalt eines
Bodens erhöhen, dann ziehen wir
Atmosphäre aus der Atmosphäre Kohlenstoff
heraus und binden das im Boden.
Und wenn man jetzt Bodenschutz,
wenn man auf den Aspekt schaut,
Bodenkohlenstofferhöhung oder
Erhalt, dann ist das immer auch
Klimaschutz, das ist richtig.
Und gleichzeitig muss man ein
bisschen aufpassen, dass man sich klar
macht, wie groß das Potenzial ist.
Und das ist begrenzt.
Wenn die Temperaturen steigen
dann sind Umsetzungsprozesse im
Boden verlaufen viel schneller.
Deshalb auch der Abbau von organischem
Material verläuft viel schneller.
Das heißt, wenn wir so
weitermachen wie heute, dann
werden die Bodenkohlenstoffgehalte
runtergehen in unseren Ackerböden.
Und deswegen ist es wichtig, alles
Mögliche zu tun für den Humuserhalt.
Und wenn uns das gut gelingt, dann werden
wir die heutigen Gehalte in etwa halten.
Aber wir werden damit nicht die
große Lösung haben, um erheblich
zusätzlichen Kohlenstoff aus
der Atmosphäre rauszuziehen.
Für eine Abschlussfrage, Harald, zoomen
wir nochmal aus den Mooren raus und gucken
mal auf insgesamt die Landwirtschaft.
Was müsste auf agrarpolitischer Ebene
passieren, sowohl landwirtschaftlich
Auf Bundesebene als auch EU-Ebene, da
passiert ja auch ganz viel im Zug auf
Agrarpolitik Was müsste passieren,
damit Landwirtschaft und Klimaschutz
Hand in Hand in Zukunft gehen?
Ja, ich würde sagen, zwei
Sachen im Großen und Ganzen.
Das eine würde ich benennen als
öffentliches Geld für öffentliche Güter.
Wir müssen bereit sein, auch als
Gesellschaft Geld in die Hand zu
nehmen, um bestimmte Leistungen
der Landwirtschaft zu entlohnen.
Das gilt auch für andere
Nachhaltigkeitsleistungen wie
Tierwohl oder Biodiversität aber
es gilt eben auch im Klimaschutz.
Wenn wir wollen, Das Land würde
bestimmte Technologien einsetzen,
um die Emissionen zu mindern.
Kostet das Geld?
Die müssen aber auch ein Einkommen
erwirtschaften mit ihren Betrieben.
Und dann brauchen wir auch eine Förderung
für viele zumindest solcher Technologien.
Oder die Anlage von Agroforstsystemen
Gehölze in die Landschaft bringen.
Oder das Geld für so eine
Wiedervernässungsprämie.
Also eine ist auch bereit sein, sich
das was kosten zu lassen, denn es
kostet Kostet was und man kann das nicht
einfach nur alles gesetzlich aufdrücken,
dann verliert die Landwirtschaft
zu sehr an Wettbewerbskraft.
Das Zweite ist die neuen
Wertschöpfungsketten, von denen wir
wissen, dass sie sowieso kommen.
Nämlich dann, wenn das so richtig
teuer wird, fossile Kohlenstoffketten
hineinzuziehen in die Industrie
wenn also das Klimaschutzziel
der Klimaneutralität näher kommt.
Dann kann man die Recyclingquoten
hochnehmen in der Industrie oder und
man wird beides brauchen, man kann
eben fossilen Kohlenstoff ersetzen
durch erneuerbaren, also Biomasse.
Diese Signale sind bisher aber viel
zu wenig am Markt, weil dazu der
Kohlenstoffpreis noch nicht hoch genug ist
und an einigen Stellen gibt es noch keine
Anreize für die chemische Industrie zum
Beispiel, denn alle Kunststoffe können wir
auch aus Biomasse machen statt aus Erdöl.
Und da lohnt es sich, meine ich
möglichst zügig hineinzukommen
jetzt die Anreize zu schaffen.
Langfristig heißt das, die
EU-Klimapolitik weiterzuentwickeln.
Kurzfristig heißt das auch, zum Beispiel
sowas zu nutzen wie Mindestanforderungen
im öffentlichen Bau an erneuerbaren
Materialien oder Mindestanforderungen für
Neubauten, was den Anteil von Erneuerbaren
angeht oder die Treibhausgasemissionen
für den gesamten Lebenszyklus Da geht es
dann nicht nur um die Art der Heizung,
sondern auch um die Frage, welche
Materialien wurden eigentlich verwendet
Weil diese Wertschöpfungsketten, die
brauchen wir zum einen, um die Biomasse
von den Mooren aufzunehmen, zum zweiten
um Biomasse von Agrargehölzen aufzunehmen.
Die wachsen zwar schnell die
Agrargehölze die produzieren aber
nicht so ein Stammholz dass man damit
Konstruktionsholz machen kann, sondern
das ist eben eine lignocellulosehaltige
Biomasse wo man Baustoffe Dämmstoffe
Kunststoffe mitmachen kann.
Und wir brauchen es auch für den
Waldumbau Denn dort wird ja immer
gesagt, wir brauchen mehr Mischwald,
ein bisschen raus aus den Nadelwäldern.
Aber wer mal in so einem Nadelwald
rumläuft und nach oben guckt, der sieht
da lauter Konstruktionsholz stehen.
Schöne, gerade Kiefern oder Fichtenstämme.
Und wenn dann ein Laubwald reinläuft
und man guckt hoch, man sieht vor
allem Astwerk, ganz viel Astwerk.
Und so ist das auch.
Wir haben Wertschöpfungsketten für
das Konstruktionsholz die sind prima.
Und es ist sehr viel schwieriger
einen Laubbaum für die
stoffliche Nutzung zu verwenden.
Da landet viel mehr in Verbrennung.
Und auch da haben wir also Biomassen, die
wir... In die neuen Wirtschaftungsketten
hineinbringen müssen, um es für
Waldeigentümer attraktiv zu machen zum
Klimawandel, zum Klimaschutz beizutragen
und für die Landwirtinnen und Landwirte.
Also viele Hebel, die zu tätigen sind.
Ich hoffe, Frau von der Leyen
und Herr Merz hören gut zu hier.
Okay, ja, das hoffen wir alle.
Vielen Dank.
Ja, also wenn irgendjemand... Kontakt
zu den beiden hat, dann schenkt denen
doch einfach mal den Link rüber würde
ich sagen, zu unserer Podcast-Folge.
Und vielleicht auch nicht nur an Merz
und von der Leyen sondern gerne auch
an Freunde, Familie, jeden, den das
interessieren könnte, einfach mal den
Link zu dieser Podcast-Folge schicken,
da werden wir sehr, sehr dankbar.
Harald dir sind wir auch sehr,
sehr dankbar, dass du hier zu
uns nach Kiel gekommen bist.
Und mit uns diese
Podcast-Folge aufgenommen hast.
Wir haben viel gelernt.
Vielen vielen Dank.
Sehr gerne.
Auch euch vielen Dank.
Hat großen Spaß gemacht.
Tschüss.
Ciao.