SHift - der Norden macht Zukunft

EKSH - Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH

Von Kurztrip bis Fernreise: Wie nachhaltig reisen wir in Deutschland wirklich?

SHIFT - der Norden macht Zukunft

08.06.2026 40 min

Zusammenfassung & Show Notes

Klar - mit Flugreisen prahlt heutzutage niemand mehr. Aber wie viele Gedanken machst du dir darüber hinaus über das Thema Nachhaltigkeit im Urlaub? Nutzt du dort häufiger das Fahrrad? Oder steigst du ganz im Gegenteil auf das Wohnmobil um und fährst deutlich mehr Kilometer als im Alltag? In dieser Folge sprechen Sandra und Niklas mit Bente Grimm über das Reiseverhalten der Deutschen. Bente bringt Studien mit und erzählt aus ihrer Erfahrung als Mobilitäts- und Tourismusforscherin.

Niklas und Sandra klären mit Bente u.a. diese Fragen:
  • Wohin fahren wir Deutschen am liebsten in den Urlaub?
  • Welche Verkehrsmittel nutzen wir auf unsere Reisen?
  • Warum sind Flieger und Auto immer noch so beliebt?
  • Haben wir im Urlaub ein anderes Verkehrsverhalten?
  • Was müsste passieren, damit wir noch nachhaltiger reisen?
  • Und wer trägt die Verantwortung dafür?
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!

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Über unseren Gast:
Bente Grimm ist Mobilitäts- und Tourismusforscherin. Seit 2018 leitet sie die Touristische Mobilitätsforschung im Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) mit Sitz in Kiel. Außerdem ist sie Lehrbeauftragte für touristische Marktforschung am geografischen Institut an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

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Transkript

Fliegen ist einfach zu günstig. Es ist unfair, dass es nicht besteuert wird und dass andere, äh, Treibstoffe, also für PKW-Fahrten, eben stark besteuert werden. Der Staat nimmt damit Geld ein und gleichzeitig sind die Umwelt- und Klimaauswirkungen aber wirklich immens und meiner Meinung nach müssten diejenigen, äh, die fliegen, einen Teil dafür bezahlen, um genau das eben zu kompensieren. Wo beziehungsweise bei wem glaubst du, denn liegen halt die größten Stellschrauben, die man anzapfen müsste, damit wir das Ganze nachhaltiger machen? Klönschnack mit Tiefgang. Das ist Shift. Der Norden macht Zukunft. Der Energiewende-Podcast der EKSH Bente, wie würdest du auf keinen Fall in den Urlaub reisen? Ich würde auf gar keinen Fall eine Kreuzfahrt machen und, ähm, auf gar keinen Fall, ähm, ja, mit, mit, äh, absolut, äh, ja fürchterlichen Menschen und auf gar keinen Fall an Reiseziele, ähm, bei denen wirklich so riesige Hotelburgen und so stehen. Das finde ich ganz, ganz schrecklich. Okay, warum nicht mit dem Kreuzfahrtschiff? Ähm, das Gefühl- Wenn du in Kiel, Kiel arbeitest und die Ost vor der Nase hast. Hat unterschiedliche Gründe. Ähm, zum einen das Gefühl, mit mehreren tausend Menschen über mehrere Tage hinweg dort eingeschlossen zu sein, nur dann an Land zu können, wenn das Boot dort anhält, äh, gefällt mir nicht. Umweltauswirkungen, Klimaauswirkungen ganz klar auch noch 'n Grund. Und wenn ich unterwegs bin, möchte ich die Natur gerne direkt erleben und nicht nur vom Schiff aus. Eine ganz kleine Ausnahme würde ich machen bei der Hurtigruten. Und zwar deshalb, weil ich halbe Norwegerin bin und die norwegische Küstenlandschaft und das kleinere Schiff mich dann doch irgendwie 'n bisschen faszinieren. Okay. Auf jeden Fall schön, dass du da bist. Ähm, herzlich willkommen auch an alle da draußen. Schön auch, dass du da bist, Sandra. Danke. Ich hab jetzt grade die schöne Aufgabe, dich vorzustellen und ich kann direkt mit etwas anfangen. Du bist halbe Norwegerin. Ja. Herzlich willkommen, Bente Grimm, in unserem Podcast. Das wussten wir nicht, das haben wir nicht, äh, ergoogeln können. Schön, dass du da bist. Ähm, wir haben dich eingeladen, weil du seit 2003 schon am Institut für Tourismus-Bäderforschung in Nordeuropa, kurz dem NIT, bist und seit 2018 dort sogar Leiterin für die touristische Mobilitätsforschung. Äh, gleichzeitig hast du auch 'ne, äh, bist du auch Lehrbeauftragte für touristische Marktforschung am Geographischen Institut hier in Kiel an der CAU. Und, ähm, ich hab, äh, auch grad erst frisch noch gelernt, du bist auch Projektleiterin beim Verein Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, kurz FUR. Äh, das musst du uns einmal erklären. Du hast zwei Jobs. Äh, nee, tatsächlich hab ich nur einen Job. Ich bin, äh, ja beschäftigt im NIT hier in Kiel und wir machen Tourismusforschung, Tourismusberatung und dort kümmere ich mich im Wesentlichen um touristische Mobilitätsforschung und ich mache aber noch ein paar andere Sachen. Und dazu gehört die Arbeit an der Reiseanalyse. Und die Reiseanalyse ist das größte Projekt, das wir im NIT haben. Und die Reiseanalyse ist ein Projekt der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, ein Zusammenschluss von verschiedenen Interessenvertretern aus dem Tourismus, Tourismusregionen, Tourismusverbänden. Und, ähm, die haben einen Verein gegründet, um Tourismusforschung durchführen zu können. Und dieser Verein hat eine Geschäftsstelle und die ist bei uns im Haus und, ähm, wird von uns betrieben. Wir haben dafür 'n Auftrag als NIT und zusätzlich führen wir jedes Jahr, also wir übernehmen die Organisation und die Auswertung der Reiseanalyse. Das ist die größte Untersuchung zum Reiseverhalten der Menschen hier in Deutschland. Und da leite ich die Module. Das sind die thematischen Sonderauswertungen. Sehr gut. Das heißt, beim Thema Zahlen und Fakten macht dir keiner was vor. Das ist perfekt. Äh, das werden wir heute auf jeden Fall noch prüfen und erfragen, was du da alles so weißt. Ähm, deine Ähm Ausrichtung in Richtung Mobilität fing ja auch schon früh an. Ich hab gelesen, dass du in deiner äh Magisterarbeit das Thema zukunftsfähige Mobilität schon ausgewählt hattest. Also äh es zieht sich quasi durch deine berufliche Laufbahn und deswegen bist du hier auch genau die Richtige, die bei uns sitzt. Oder fragen wir uns, auch du wirst ja ab und zu Urlaub machen, nehmen wir an. Und kannst du da überhaupt voll entspannen oder bist du immer auch ein bisschen Mobilit, äh Entschuldigung, äh Tourismusforscherin vor allem und äh hast nie ganz Urlaub im Urlaub? Ich kann auf jeden Fall entspannen, aber trotzdem stimmt das schon. Und der Versp-Versprecher war eigentlich grade ganz richtig, weil ich bin eigentlich beides. Ich bin Mobilitäts- und Tourismusforscherin und fühle mich da so ein bisschen auch genau an der Schnittstelle. Und äh ja, wenn man meine Familie fragen würde, ähm dann würden die sagen: "Na ja, Mama macht unterwegs komische Fotos von Bushaltestellen äh und äh liest sich Infotafeln irgendwie anders durch als andere Menschen." Also von daher, so hundert Prozent abschalten kann man da nicht. Das find ich jetzt aber nicht schlimm. Ich mach trotzdem sehr, sehr gerne Urlaub und natürlich spielt das Thema Mobilität dabei irgendwie auch 'ne Rolle, auch schon in der familieninternen Diskussion. Ja, ich glaub, da bist du auch nicht die einzige Men, äh der einzige Mensch in Deutschland, der seinen äh Beruf manchmal ein bisschen ins Privatleben mit rein nimmt. Und äh wenn einem der Beruf Spaß macht, ist es doch auch was Schönes. Äh Ich hab noch 'n Spoiler für alle, die uns zuhören. Und zwar ähm läuft diese Folge ja erst seit wenigen Minuten und trotzdem verrate ich jetzt schon, dass wir noch 'ne zweite Folge mit Bente machen. Und wenn ihr Bente jetzt schon genauso sympathisch findet wie wir und definitiv die zweite Folge hören wollt, dann abonniert uns auf jeden Fall, dann verpasst ihr sie nicht. Das würd ich ganz klar empfehlen. Bente, wir wollen mit dir über Tourismus und über Mobilität sprechen. Und zwar spezieller darüber, wie wir Schleswig-Holsteiner, Schleswig-Holsteinerinnen, also ich bin zwar nicht in Schleswig-Holstein geboren, fühl mich aber als Schleswig-Holsteiner, sondern du bist auch waschechte- Ich bin so was von Schleswig-Holsteinerin. Das sieht man dir auch an. Ja. Ähm darüber wollen wir sprechen, wie wir Schleswig-Holsteiner reisen. Kann man da bestimmte Ausrichtungen sehen? Also sind wir eher als Schleswig-Holsteiner, als Nordlichter, welche, die eher in den Zug springen oder sind wir doch eher die, die mit dem Autoschlüssel aus der Tür gehen? Oder vielleicht doch eher in den Flieger steigen? Ja, also erst mal vorab, ich bin selbst keine waschechte Schleswig-Holsteinerin. Ich wurde in Hessen geboren und bin seit über zweiundzwanzig Jahren jetzt inzwischen hier in Schleswig-Holstein. Ja, wir haben ja auch gehört, du bist ja auch halbe Norwegerin. Ja. Von Hessen nach Norwegen. Ich glaub, da liegt ja Schleswig-Holstein genau in der Mitte. Also hast du dich ja richtig entschieden. Genau. Und ähm mit dem Urlaubsreiseverhalten der Menschen hier in Deutschland und auch mit dem von denen hier in Schleswig-Holstein beschäftige ich mich wirklich schon sehr, sehr lange. Nicht nur im Rahmen der Reiseanalyse, sondern auch im Rahmen der Gästebefragung Schleswig-Holstein. Ist auch ein großes Projekt von uns. Das eine, die Reiseanalyse, ist eine ähm Quell-Quellgebietsbefragung. Das heißt, dort fragen wir Menschen in ganz Deutschland zu ihren Urlaubsreisen und ich kann mir von diesen vielen, vielen Daten, die wir jährlich erheben, die anschauen von denen, die in Schleswig-Holstein leben. Das andere, die Gästebefragung Schleswig-Holstein, ist eine Zielgebietsuntersuchung. Da befragen wir diejenigen- Die hier vor Ort eine Übernachtungsreise unternehmen. Und, ähm, in beiden, äh, Fällen, ähm, sieht man, äh, dabei, wie die Menschen reisen, was sie bewegt und mit welchen Verkehrsmitteln sie reisen, zum Beispiel. Wenn wir uns anschauen, äh, Menschen, die hier in Schleswig-Holstein leben, ähm, die machen jede Menge Urlaubsreisen. Damit sind sie nicht allein, das machen andere in Deutschland auch. Um mal so ein paar Zahlen zu nennen, ich habe welche mitgebracht. Ähm, es, äh, im letzten Jahr, also 2025, ähm, wurden, ähm, 2,1 Millionen Urlaubsreisen gemacht mit fünf und mehr Tagen Dauer von Menschen, die hier in Schleswig-Holstein leben. Und dazu kommen noch Kurzurlaubsreisen mit zwei bis vier Tagen Dauer. Das ist so die typische Abgrenzung bei uns in der Tourismusforschung. Das waren 2,6 Millionen Urlaubsreisen von Personen, die mindestens 14 Jahre alt sind. Und eine Besonderheit hier bei den Schleswig-Holsteinern ist zum Beispiel, dass sie einen besonders hohen Anteil an Kurzurlaubsreisenden haben. Also hier ist der Anteil derjenigen, die mindestens eine Kurzurlaubsreise im Jahr machen, höher als in anderen Bundesländern. Und, äh, man sieht bei den Urlaubsreisezielen, dass, äh, unser Nachbarland, äh, Dänemark tatsächlich einen besonders hohen Stellenwert hat. Um das einmal einzuordnen: Ich glaube, in Schleswig-Holstein leben knapp drei Millionen, irgendwie 2,9 Millionen Menschen oder so. Also das heißt ja, du hast gerade von 2,6 Kurzreisen, 2,6 Millionen Kurzreisen. Das heißt, jeder, jede Schleswig-Holsteinerin und wenn wir dann noch die unter 14-Jährigen abziehen, sogar mehr als jeder und jede Schleswig-Holsteiner:in, ähm, machen mindestens eine Kurzreise im Jahr, Kurzurlaub. Na ja gut, es gibt immer Menschen, die überhaupt nicht verreisen. Ähm, auch das ist jetzt nicht typisch für Schleswig-Holstein, sondern es gibt immer Menschen, die entweder nicht das Geld haben oder keine Zeit haben, weil sie beispielsweise gerade ein Haus bauen, ein Kind bekommen haben, beruflich so eingespannt sind. Ähm, es ist aber etwa so, dass, dass etwa 80% der Bevölkerung jedes Jahr eine Urlaubsreise oder mehrere Urlaubsreisen unternehmen und, ähm, so auch hier. Also das Topziel ist dann Dänemark für uns Schleswig-Holsteiner? Nee, da muss ich ganz kurz einhaken. Das ist tatsächlich nicht. Ich hab nur gesagt, Dänemark hat einen herausragenden, äh, Stellenwert im Vergleich zu anderen Herkunftsbundesländern. Also Menschen in Schleswig-Holstein reisen häufiger nach Dänemark und das ist 'ne Besonderheit. Aber erst einmal ist es so, dass die allermeisten Schleswig-Holsteiner, ähm, innerhalb Deutschlands verreisen. Also das Topziel ist Deutschland. Wenn man sich jetzt genauer die Bundesländer anschaut, ist, äh, tatsächlich Niedersachsen ganz vorne bei den längeren Urlaubsreisen, ähm, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern. Und, ähm, dann, äh, ja, bei den Kurzurlaubsreisen ist, ist Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit, äh, Berlin, äh, weit an der Spitze nach dem eigenen Bundesland. Kurzurlaubsreisen werden tatsächlich auch besonders gerne hier im eigenen Land, vor allen Dingen an der Ostseeküste, aber auch an der Nordseeküste gemacht. Also Topreiseziel Deutschland innerhalb Deutschlands, äh, ja, ne, die eigene Küste. Und dann kommen verschiedene andere Länder und da liegt Spanien ganz vorne. Und, ähm, wenn wir uns das mal im Vergleich zu anderen Bundesländern angucken, klar, dass viele Schleswig-Holsteiner nach Dänemark fahren, liegt nahe aufgrund der Grenze, aber unterscheidet sich das stark von anderen Bundesländern? Wenn jetzt zum Beispiel Niedersachsen fahren die viel nach, ähm, in die Niederlande, äh, in die Niederlande oder, ähm, machen die vielleicht ganz anders Urlaub? Setzen die sich in den Flieger? Ja, die Entfernung spielt da eine ganz große Rolle. Also die Nachbarländer sind jeweils immer ein Stück beliebter. Ähm, von daher, ja, von Niedersachsen aus oder auch Nordrhein-Westfalen aus, ähm, geht's einfach häufiger Richtung Niederlande, Richtung Belgien, Richtung Frankreich. Wer im Süden wohnt, fährt eben eher mal in die Schweiz, nach Österreich oder auch nach Italien. Wer ganz im Osten wohnt, eher nach Polen. Das spielt auf jeden Fall 'ne ganz große Rolle. Ähm, ich denk aber schon, dass die Geschichte mit Dänemark wirklich was Besonderes ist. Ich hab jetzt eben grad in der Zwischenzeit noch mal genau nachgeschaut. Tatsächlich hattest du vorhin recht und, äh, Dänemark ist sogar noch vor Spanien. Also wirklich, äh, es ist schon wirklich herausragend und, ähm, es, es ist so 'n bisschen der Klassiker. Also es, äh, so viele fahren auch wirklich jedes Jahr nach Dänemark, ähm, machen das, äh, entweder traditionell immer in den Osterferien, immer in den Herbstferien, in den Sommerferien, äh, oder, ne, als zweite Urlaubsreise, als Kurzurlaubsreise zusätzlich, viele auch gemeinsam mit Freunden. Ja, also da, da spielt einfach die, die räumliche Nähe und irgendwo aber auch die kulturelle Nähe, glaub ich, 'ne große Rolle. Okay. Und, ähm, hast du auch Zahlen dazu? Also kannst du's aufschlüsseln, welche Verkehrsmittel wir hauptsächlich nehmen, um in den Urlaub zu kommen? Also wie sieht's mit Zug, Flugzeug- Ja, ähm, ganz, ganz vorne steht das Auto. Die allermeisten Urlaubsreisen, ähm, und auch die Kurzurlaubsreisen finden mit dem privaten PKW statt, äh, insbesondere nach Dänemark. Ähm, das hat 'ne ganz, äh, enge Verbindung zur Unterkunftsform. In Dänemark sind das ja vor allen Dingen Ferienhausurlaube, bei denen man sich selbst versorgt, äh, und, äh, die nicht ganz so gut, äh, mit anderen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Die ganz, ganz klassische Variante ist da, ähm, mit dem Auto anzureisen. Ähm, wenn ihr genauere Zahlen haben wollt, jetzt für die Reisen, äh, der Deutschen, ähm, da ist es so, dass insgesamt, ja, je nachdem, ob das jetzt längere oder Url, oder kürzere Urlaubsreisen sind, ähm, kann man davon ausgehen, dass etwa 40 %, ähm, mit dem PKW gemacht werden. Wenn man sich aber dann die Dänemark, äh, Reisen anschaut, dann geht das, äh, deutlich über 90 Ähm, und der Anteil, der dann nicht mit dem Auto gemacht wird, geht dann oft nach Kopenhagen und da ist dann tatsächlich die Bahn auch interessant und relevant. Ansonsten ganz klar das Auto. Ganz vorne. Und ist dann auf Platz drei Flugzeug? Insgesamt, also wenn man jetzt alle Reisen der Schleswig-Holsteiner anschaut, ist tatsächlich sogar das Flugzeug, äh, noch weiter vorne. Äh, Flugzeug ist so etwa auf der Höhe mit dem PKW, wenn man alle Reisen anschaut, weil ja ein großer Teil der Reisen beispielsweise ans Mittelmeer geht. Ähm, ne, Spanien, Italien, Türkei, Griechenland, da wird überall hingeflogen. Wenn man aber nur die Reisen nach Dänemark anschaut oder jetzt, äh, Reisen in die Nachbarländer, da ist dann wirklich das Flugzeug weniger relevant. Hängt auch ein bisschen von der Reisedauer ab. Bei den Kurzurlaubsreisen, ähm, hat die Bahn einen höheren Stellenwert. Da kommt man durchaus auf Marktanteile von bis zu zwanzig Prozent, ähm, was an verschiedenen Dingen liegt. Zum einen daran, dass vermehrt Städte angefahren werden. Im Kurzurlaub fährt man eben gerne dann nach Amsterdam, nach Paris, nach Prag oder Budapest in Städte, die leicht erreichbar sind mit der Bahn. Man hat weniger Gepäck dabei und, ähm, man hat dann vor Ort einfach auch andere Bedürfnisse, die sich vielleicht dann auch einfacher mit der Bahn erfüllen lassen. Ähm, es ist Zeit für ein kleines Shift-Quiz. Ist immer eine gute Zeit, sich ein Stück Kuchen aufzuladen. Lade ich dich jetzt erst mal zu ein, dass du dir gerne was nimmst von unserer kleinen Kuchenauswahl. Ich glaube, Niklas, was hast du besorgt? Brownies und Bananenkuchen, oder? Genau. Lecker, lecker. Wollte mal ein bisschen, ein bisschen extravagant. Genau, und wir wollen, ähm, Fakt oder Fake spielen, ähm, zur Tourismusmobilität. Das heißt, ich werde dir 'ne Aussage vorlesen und du musst mir sagen, äh, ob's richtig, äh, also Fakt oder falsch, also Fake ist. Ähm, gerne darfst du auch noch, äh, einen erklärenden Satz dazu sagen. Wenn du's nicht machst, frage ich wahrscheinlich nach. Also die erste Aussage ist: Ähm, der größte Teil der CO₂-Emissionen einer Urlaubsreise entsteht nicht vor Ort, sondern bei der An- und Abreise. Äh, Fakt. Auf jeden Fall. Ähm, ja, das liegt daran, dass eben vor allen Dingen mit dem PKW beziehungsweise mit dem Flugzeug verreist wird und, äh, die CO₂-Emissionen sind da einfach ziemlich hoch. Äh, wir haben das tatsächlich auch mal untersucht in 'nem Projekt gemeinsam mit dem WWF damals und, äh, wenn ich mich richtig erinnere, war auch die Verbraucherzentrale sogar noch mit dabei und wir haben dann verschiedene Reisen miteinander verglichen und haben dann eben dargestellt jeweils, wie groß der Anteil, ähm, der Verkehrsmittelnutzung war, wie groß der von der Unterkunft war, von den Aktivitäten vor Ort, Verpflegung und so weiter. Und das sieht man ganz, ganz deutlich. Und da sind Fernreisen mit dem Flugzeug sind die, die alles toppen und, äh, ja, die sind so mit Abstand am schlimmsten, was die Emissionen angeht. Okay, ergibt Sinn. Die zweite Aussage: Gäste entscheiden sich hauptsächlich aus Klimagründen für Bahn statt Auto. Nein. Ähm, fake. Stimmt nicht. Ähm, das ist tatsächlich 'ne nachgeordnete Entscheidung. Ähm, wir haben Daten dazu, ähm, warum, äh, warum bestimmte Verkehrsmittel bei den Urlaubsreisen genutzt wurden. Und, äh, da sieht man, dass, äh, für die Entscheidung, äh, zum einen, ähm, die, ähm, das, das Reiseziel – das hatte ich ja vorhin schon gesagt, mit den Städtereisen ist dabei sehr, sehr wichtig – äh, die persönlichen Gewohnheiten, die Einstellungen. Habe ich 'ne Einstellung hin zu mehr Nachhaltigkeit? Bin ich's gewohnt, im Alltag mit der Bahn zu fahren? Die PKW-Verfügbarkeit: Habe ich überhaupt einen PKW? Ähm, die Mitreisenden, ne. Was sagen die anderen? Beispielsweise, wenn ich beispielsweise allein verreise, würde ich auf jeden Fall immer, immer, immer mit der Bahn fahren, soweit das irgendwie geht. Äh, sind aber mein Mann und meine Kinder dabei, sieht die Sache vielleicht schon ganz anders aus. Und, äh, zusätzlich dann auch noch, äh, das Gepäck. Das habe ich jetzt, glaube ich, noch nicht erwähnt, ne. Also es sind ganz, ganz viele Sachen, die dabei 'ne Rolle spielen, aber Einstellung zum Klimaschutz ist dabei bei einigen durchaus, aber bei der Mehrheit nicht ganz vorne. Dann ist die nächste Aussage: Kostenloser ÖPNV allein reicht, um das Auto im Urlaub stehen zu lassen. Hm. Nein, also fake. Äh, reicht nicht, ist aber ein ganz, ganz wichtiger Baustein aus meiner Sicht. Äh, zeigt sich auch wieder, ähm, bei den Daten, die wir erhoben haben, ähm, weil wir danach gefragt haben: Was ist denn wichtig für Sie bei der Mobilität, äh, vor Ort beziehungsweise was, äh, beeinflusst Ihre Entscheidung für das Anreiseverkehrsmittel? Und wenn man weiß, dass man sich vor Ort, äh, kostenlos vorwärtsbewegen kann, indem man die Mobilität in der Gästekarte mit drin hat, äh, dann beeinflusst das natürlich die Entscheidung. Dann erleichtert es mir die Entscheidung, vielleicht auch mit der Bahn anzureisen. Hm, das alleine ist … Ach so, außerdem ist natürlich wichtig das Angebot. Ähm, hilft ja nichts, wenn alles kostenlos ist und da fährt aber kein Bus und keine Bahn. Von daher ist wichtig, aber allein nicht entscheidend. Ja, ja, das ergibt Sinn. Ähm, die nächste Aussage ist: Im Urlaub sind Menschen eher bereit, neue Verkehrsmittel auszuprobieren als im Alltag. Ja, also das stimmt auf jeden Fall. Ich hab im Urlaub ja zum einen weniger Zeitdruck. Ich, ähm, hab 'ne neue Region, in der ich mich nicht auskenne. Ich hab 'ne stärkere Erlebnisorientierung. Ich muss nicht wie auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule, ähm, zu 'nem bestimmten Uhrzeit irgendwo sein. Ich nehm mir vielleicht auch die Zeit, um oder ja, um mich auf andere Gedanken bringen zu lassen, bin vielleicht offen für neue Anregungen. Ja. Mhm. Nächste Aussage: Wenn Urlauber vor Ort kein Auto brauchen, steigt die Zufriedenheit mit dem Urlaubserlebnis. Wenn Sie kein Auto brauchen. Puh, äh, kann ich nicht ganz klar mit Ja oder Nein antworten. Bei einigen Menschen ja, bei mir persönlich wäre das so. Mein, meine Zufriedenheit steigt dadurch immens. Äh, ich würde aber sagen, das ist nicht bei jedem so. Gibt ja auch Leute, die so extrem begeisterte Autofahrer sind, äh, bei denen, äh, das Autofahren ganz klar mit dazugehört und denen es fehlen würde. Äh, da würde ich so die Gesellschaft in drei Gruppen einteilen oder die Reisenden, die bei denen das, äh, das Urlaubserlebnis steigert und positiv beeinflusst, bei anderen eher negativ und für die große Masse ist es ein Stück weit auch egal, weil da ist viel wichtiger, dass sie hinkommen. Also ich persönlich ersch, äh, unterscheide immer zwischen Verkehr und Mobilität und ich finde, das ist wichtig, Mobilität zu gewährleisten mit möglichst wenig Verkehr. Also sprich, wenn die Leute trotzdem, äh, Angebote wahrnehmen können und dort hinkommen möchten, dann ist das eben auch ohne Auto gut. Und wenn, äh, ja, das aber dann dazu führt, dass, äh, sie, ja, dass sie nicht hinkommen, äh, der Verkehr reduziert wird, aber sie die, äh, Attraktionen nicht besuchen können, dann sind sie natürlich genervt. Ja. Ich habe noch eine letzte Aussage für dich: Nachhaltige Mobilität im Tourismus bedeutet für Gäste automatisch Verzicht. Nein, auf gar keinen Fall. Abso, absolut nicht. Was ich vorhin und am Anfang der Einleitung noch gar nicht gesagt habe, weil das ein ganz starker Fokus in meiner Arbeit, äh, das Thema Nachhaltigkeit ist und das geht oft darum, Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Und wenn man damit erfolgreich sein möchte, dann ist es wirklich extrem wichtig zu zeigen, ähm, dass ohne Auto, ähm, ja, vieles auch, auch besser wird. Und dazu gehört dann eben auch, ähm, dass die, dass die Lärmbelästigung geringer ist, nicht nur für den Reisenden, sondern auch für die Einheimischen, äh, dass man vielleicht die Umwelt besser wahrnimmt, dass die, ähm, die Luft ist besser. Ähm, es ge-gibt ja nicht immer nur den Unterschied zwischen mit dem Auto unterwegs sein oder mit der Bahn. Äh, ohne Auto kann ja auch heißen, ich bin mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Ist also auch gesünder, ich bewege mich, ähm, tu was für meinen Körper und, ähm, von daher. Denn wir wollen noch mal mit dir über die einzelnen Verkehrsmittel sprechen und die Wahl dorthin, ähm, von uns Schleswig-Holsteinern und Schleswig-Holsteinerinnen. Ähm, wir gehen mal als Erstes auf das Thema Flugreisen noch mal ein. Ähm, wir haben von dir gelesen, dass du das Fliegen immer noch für überraschend populär hältst. Trotz der hohen Umweltbelastungen, die ja bekanntlich damit verbunden sind. Heißt das dann auch, dass, äh, diese sogenannte Flugscham, von der man, man ja immer wieder gehört hat, ähm, nicht existiert oder nicht mehr existiert oder vielleicht auch nie wirklich vorhanden war? Mhm. Na, sie war schon vorhanden und sie ist auch noch vorhanden, aber es gibt 'ne sehr große Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten. Man Weiß, dass es nicht gut ist zu fliegen, aber der Wunsch nach, äh, ja, nach, nach neuen Eindrücken, nach dem Besuch, ähm, von Reisezielen, die anders nur schwer erreichbar sind oder teilweise eigentlich fast gar nicht anders erreichbar sind, ist einfach noch viel größer. Und diese beiden Sachen stehen so 'n bisschen gegeneinander. Und es gibt Menschen, die das dann, ähm, ähm, dieses Bewusstsein dafür, dass es eigentlich schlecht ist, einfach nicht berücksichtigen. Andere diskutieren das mit sich aus, machen's trotzdem. Und es gibt 'nen kleinen Teil, äh, der dann einfach keine Flugreise macht. Aber man sieht und das sieht man auch an den Daten der Reiseanalyse, dass der Anteil der Flugreisen tatsächlich gestiegen ist in den letzten Jahren. Und, ähm, vor Corona war es noch so, dass die, dass der Anteil der Urlaubsreisen mit dem PKW am höchsten war und dass das Flugzeug dann danach kam, wenn man jetzt auf alle Reisen der Deutschen schaut. Und inzwischen dreht sich das so 'n bisschen und es gibt noch mehr Flugreisen. Wobei wir da wieder, weil wir schauen jetzt ja heute hier in diesem Podcast vor allem nach Schleswig-Holstein noch sagen können, Schleswig-Holsteiner sind dabei noch verhältnismäßig gut, würde ich jetzt mal sagen, haben noch einen etwas geringeren Anteil an Flugreisen, was auch daran liegen mag, dass so viele nach Dänemark reisen und das eben im Auto machen. Liegt meiner Meinung nach aber auch daran, ähm, dass der Flughafen weit weg ist. Man muss in der Regel ja immer erst mal bis nach Hamburg, vielleicht auch nach Rostock oder nach Kopenhagen, ja, umzufliegen. Äh, in anderen Bundesländern ist man einfach näher dran am Flughafen und der Aufwand, da erst mal hinzukommen, ist für viele dann tatsächlich auch eher ein Grund dagegen. Was wäre denn aus deiner Sicht, ähm, was wären Maßnahmen, die dazu führen könnten, dass, äh, weniger das Flugzeug als Reisemittel gewählt wird? Mhm. Ich denk, dass zuallererst, ähm, die, die faire Besteuerung von Kerosin genannt werden müsste. Also Fliegen ist einfach zu günstig. Und, ähm, zudem sollte aus meiner Sicht einfach, äh, verstärkt für erdgebundene Reiseziele, ähm, geworben werden. Also ich finde, dass das stärker im, im Fokus stehen müsste. Dabei muss man aber ganz doll aufpassen, dass man, also jetzt grade bei der, bei der Besteuerung, äh, und auch insgesamt, wenn es um monetäre Maßnahmen geht, also darum, klimaschädliche Dinge teurer zu machen, muss man einfach die soziale Seite einfach ganz, ganz stark berücksichtigen, weil für viele die Urlaubsreise so ein wichtiges Gut ist und gerade denjenigen, die sich nur eine Urlaubsreise im Jahr leisten können, die einfach, ähm, ja, wenn, wenn die sich, äh, diese Reise nicht mehr leisten können, ähm, dann ist davon auszugehen, dass es einfach gesellschaftliche Spannungen gibt. Äh, und das kann demjenigen, der dann versucht, äh, ja, die Reisen teurer zu machen, also der Politik, äh, dann ziemlich um die Ohren fliegen. Und ich glaube, dass man da einfach ganz stark aufpassen muss und nur eine einzelne Maßnahme wird so was nicht verä-verändern können. Äh, wir haben uns in 'nem Projekt für das Umweltbundesamt, fürs Bundesumweltministerium, äh, damit beschäftigt, Instrumente zu entwickeln für nachhaltigere Urlaubsreisen. Da ging's nicht nur, aber auch um Klimaschutz. Und wir haben so 'n ganzes Maßnahmenpaket dabei entwickelt. Der Bericht dazu, der wird jetzt in den kommenden Wochen veröffentlicht und da haben wir ziemlich, äh, heiß diskutiert, sowohl mit verschiedenen Experten als auch, ähm, mit normalen Menschen. Also wir haben Leute eingeladen in sogenannte Fokusgruppen und haben mit ihnen über diese Maßnahmen diskutiert. Und da zeigte sich eben ziemlich schnell, wie, wie sehr man daran festhält, diese Flugreise machen zu dürfen. Was ist unfair an der Kerosinbesteuerung derzeit? Du hast gesagt, die ist nicht fair, aber was ist unfair daran? Na ja, es ist unfair, dass es nicht besteuert wird und dass andere, äh, Treibstoffe, also für PKW-Fahrten eben stark besteuert werden. Der Staat nimmt damit Geld ein und, ähm, Fliegen ist einfach zu günstig und gleichzeitig sind die Umwelt- und Klimaauswirkungen aber wirklich immens und meiner Meinung nach müssten diejenigen, äh, die fliegen, äh, sozusagen einen Teil dafür bezahlen, um genau das eben zu, ähm, zu kompensieren. Und, äh, genau, nächster Punkt: Äh, Kompensationsangebote, ähm, gibt's ja verschiedene Anbieter. Die mit Goldstandard sind die besten, weil die auch wirklich vor Ort etwas umsetzen und das ist meiner Meinung nach auch noch eine der Maßnahmen, die umgesetzt werden sollte. Ich finde, das sollte als sogenannte Opt-out-Lösung, äh, angeboten werden. Also wenn man 'n Flug bucht, dass automatisch die Kompensation dabei ist und man das wegklicken muss, wenn man's nicht haben möchte. Weil bisher ist es ja eher andersrum. Wer kompensieren möchte, das ist nur ein ganz, ganz kleiner Teil der Bevölkerung, die das wirklich für ihre Urlaubsreisen machen, ähm, der muss es aktiv dazu irgendwie anwählen oder nachträglich tun. Denn ich finde, es müsste andersrum sein. Gleichzeitig, ähm, würde ich dafür sorgen, dass, äh, Flugreisen über kürzere Resistanzen radikal verboten werden. Da bin ich vielleicht 'n bisschen, äh, sehr radikal im Vergleich zu anderen, aber ich denke, das ist nicht nötig, äh, hier innerhalb Deutschlands, äh, zu fliegen. Also kurz wäre dann alles unter zwei Stunden Flugzeit, oder was ist kurz in dem Moment? Ähm, ich würde kurz das nicht auf die Flugzeit beziehen, sondern auf die Kilometer. Äh, gleichzeitig hab ich anfangs nicht gesagt, ich bin Soziologin und jetzt nicht Ingenieurin oder so. Von daher nagelt mich jetzt nicht fest auf, auf der genaue Aussagen, aber im Zweifel, ähm, denke ich, sozusagen, die, ähm, wenn man sagt, über 800 Kilometer, 1.000 Kilometer. So, ähm, aber mir ist natürlich auch klar, dass es dann gerade bei, ähm, Zubringerflügen dann auch schwierig werden kann. Ähm, aber ich finde zumindest die Diskussion darüber, die müsste erlaubt sein und man muss sich, oder erlaubt ist sie sowieso schon, aber müsste stärker, ähm, in den Fokus genommen werden. Und wenn es diese Flüge dann gibt, dann müssen sie auf jeden Fall teurer werden. Und mit dem Geld, das find ich auch noch wichtig daran, muss was angefangen werden, was dem Klimaschutz dient. Also nicht einfach nur teurer machen, um's teurer zu machen, sondern dann in Klimaschutzmaßnahmen zu investieren. Mhm. Okay, schließen wir mal dieses Fliegen ab, ähm, und kommen zum Auto. Das Auto ist praktisch, Türen auf, Gepäck und Reisende rein, Türen zu und los. Aber auch das Auto gilt ja nicht gerade als Klimawunder. Jetzt sagt mir mein Bauchgefühl aber, so 'n vollgepacktes Auto, sagen wir mal vier Leute, auf nach Dänemark, ähm, hat doch pro Kopf eigentlich gar nicht so 'n schlechten CO₂-Ausstoß, oder? Da kommt ja immer drauf an, im Vergleich zu was. Ähm, im Vergleich zum Flieger ist es auf jeden Fall super und wenn man zu viert drin sitzt, ist auch klasse. Äh, gibt aber auch viele, die nur zu zweit drin sitzen. Das ist wirklich das Wichtige: Mit was, äh, vergleicht man's und wie weit ist die Fahrt? Sind das jetzt 'ne 100 oder 200 Kilometer oder ist das deutlich weiter? Vielleicht auch mal so zu wissen, also die Schleswig-Holsteiner legen im Schnitt, äh, 500 Kilometer zurück auf dem Weg zu ihrem Urlaubsreiseziel. Da sind eben sowohl diejenigen dabei, die wirklich nur an die andere Küste fahren, als auch diejenigen, die wirklich, äh, Fernreisen machen oder so. Wenn wir über PKW sprechen, dann, ähm, müssen wir auch über die ganzen Bullis, Vans, Camper, äh, nennen wir sie wie wir wollen, aber grade in Kiel, wo wir ja auch grade aufnehmen, haben wir eine sehr hohe Quote an, äh, Wassersportlern und die Wassersportler, die brauchen für ihr großes Gerät oftmals auch gerne, äh, 'n großen Bus, mit dem sie dann auch gerne über Nacht dann halt ans Meer fahren. Ähm, wie stehst du dazu? Also grade auch, ich sag jetzt mal, ist ja in dem Fall dann ja ein sehr großer PKW, wo, wie du schon sagtest, vermutlich dann auch eher nur zwei Menschen drin fahren. Ja, sch-schwierige Sache. Ähm, auch da wieder im Vergleich zu 'ner Flugreise nach Hawaii oder wohin auch immer, es ist natürlich deutlich besser. Ähm, wenn man sich jetzt die CO₂-Bilanz, äh, der Unterkunft anschaut, weil der Bulli wird dann ja gleichzeitig auch als Unterkunft benutzt, ist im Vergleich zu vielen Hotelanlagen auch viel, viel besser. Man nimmt ja ganz wenig Platz weg, äh, solange die sich dann, äh, am jeweiligen, äh, Standort dann auch noch, äh, vernünftig verhalten, sprich, äh, ihren Müll dort nicht hinterlassen, äh, die Natur Natur sein lassen und nicht alles kaputt trampeln und sich einen Stellplatz aussuchen, der in Ordnung ist, dann find ich, das ist eigentlich super und das ist auch aus Klimasicht, äh, fantastisch. Ähm, aber auch da kommt's halt immer, ja, kommt immer drauf an, ähm, wer wo mit wem, wie viel, wohin. Ähm, aber insgesamt denk ich, also es gibt deutlich größere Klimasünder als die, die mit ihrem Bulli hier in Schleswig-Holstein Urlaub machen. Also ist auch immer 'ne Gesamtbetrachtung, dass man da nicht nur die Anreise, sondern auch dann die Unterkunft dann auch mit einbeziehen muss. Ja, und es gibt hier viele in Kiel und Umgebung, aber insgesamt hat das Campingsegment, äh, dann wirklich, äh, nur 'nen kleineren Anteil im Vergleich zu den anderen Urlaubsreisen. Ja, und, und beim Klimaschutz steht Camping eigentlich ganz weit vorne. Es ist eigentlich die vorbildliche - Aber ist doch so. Ich hätte jetzt zum Beispiel gedacht, dass in den letzten Jahren, insbesondere seit Corona, Camping relativ groß geworden ist. Ja, es ist, es ist gewachsen während Corona, da war ja vieles andere nicht möglich und viele Menschen haben sich in der Zeit dann eben auch so 'n Camper zugelegt und wenn man den erst mal hat, möchte man ihn natürlich auch nutzen. Aber trotzdem ist es so, dass die große Masse der Bevölkerung, ähm, reist ja anders. Also die allermeisten reisen ja mit dem normalen PKW, ähm, oder nehmen 'n Flugzeug. Dann gibt's auch noch die, die wir bisher gar nicht erwähnt wer… haben, die mit dem Reisebus fahren oder mit dem Fernbus. Und dann gibt's eben noch die Camper. Also ich denk, das ist ein doch dann verhältnismäßig kleines Segment, das aber manchmal in den Medien als etwas größer rüberkommt, als es tatsächlich ist. Beim Thema Klimaschutz find ich das aber weniger relevant. Dann kommen wir noch zu einem letzten Verkehrsmittel, äh, die Bahn. Das Image der Bahn ist ja seit Jahren eher im Keller. Die Zuverlässigkeit reizt jetzt die meisten Menschen wahrscheinlich nicht unbedingt damit, in den Urlaub zu fahren, weil da hat man das Gefühl, dass der erste Urlaubstag schon direkt in, in Stress und Hoffnung, äh, dass man vielleicht doch einigermaßen pünktlich ankommt, ähm, fällt. Ähm, ist es dennoch so, dass das Deutschlandticket uns geholfen hat, dass die Bahn, ähm, häufiger genutzt wird und dafür vielleicht die Flugreise oder das Auto stehen gelassen wird? Mhm. Denk, das, das Deutschlandticket, ähm, ist definitiv kein Ersatz für 'ne Flugreise, ähm, für eine längere Bahnreise im Fernverkehr eigentlich auch nicht. Es ist durchaus an der einen oder anderen Stelle ein Anreiz, um, wenn man es sowieso schon hat, dann vielleicht dann mal einen Ausflug oder auch 'ne Kurzurlaubsreise mit dem Deutschlandticket zu machen. Äh, es führt dazu, dass vor Ort, äh, der ÖPNV etwas häufiger genutzt wird. Dafür haben wir auch Zahlen, nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in anderen Bundesländern. Und wenn man's schon mal hat, dann, ähm, dann ist es natürlich einfach, es vor Ort zu nutzen, dann motiviert es auch dazu, es zu nutzen. Ist jetzt aber nicht so, dass dadurch plötzlich haufenweise, ähm, Urlaubsreisen mit der Bahn durchgeführt werden, aber es hat definitiv einen positiven Effekt. Aber auch da vielleicht das noch kurz ergänzend, es spielt natürlich das Angebot wieder 'ne Rolle. Äh, wenn ich jetzt gerne, äh, in Grömitz Urlaub machen möchte, da ist aber kein Bahnhof, dann ist das Deutschlandticket nur bedingt, äh, eine Freude. Ich kann's auch mit dem Bus fahren, aber mit der Bahn anreisen aus dem restlichen Deutschland dann eben nicht. Mhm. Dann lass uns noch einmal darüber sprechen, was es braucht, damit mehr Menschen die Bahn nutzen. Höheres Angebot auf jeden Fall in manchen Regionen, hör ich raus. Äh, Verlässlichkeit auf jeden Fall und, äh, viel, viel bessere Informationen, äh, auf allen Ebenen, äh, vor der Reise, während der Reise, viel inspirierendere Darstellung dessen, was da eigentlich ist. Und, ähm, aus meiner Sicht braucht man positive Beispiele, also Menschen, die gerne Bahn fahren, prominente Menschen gerne auch, die gerne Bahn fahren und die, äh, nicht nur erste Klasse fahren, sondern auch, äh, wie der Normalmensch eben in der zweiten Klasse fährt und die das positiv rüberbringen. Und, ähm, also die Bahn ist mit Sicherheit, äh, nicht immer nur toll und nicht immer nur gut, aber an vielen Stellen besser als ihr Ruf. Und ich glaube, dass, ähm, so dieses Thema auf unterwegs sein, auf der Reise sein, äh, eine Bahnreise unternehmen durchaus schon viele positive Aspekte hat, die dann, wenn man sich drauf einlässt und schon von vornherein weiß, ähm, man wird dort mehrere Stunden unterwegs sein, auch, äh, gut, auch positiv kommuniziert werden können. Ähm, aber das, was im Fokus steht, ist immer das Negative und die Verspätung, ne, und, äh, und die mangelhafte Kommunikation und die Information, die nicht klappt. Aber es gibt ja schon viele, viele Dinge. Alleine schon, äh, dass man während der Fahrt aufstehen kann und hin- und herlaufen kann. In welchem anderen Verkehrsmittel kann ich das denn machen? Ähm, ich lerne andere Leute kennen, ich kann die Augen zumachen, ich kann schlafen. Ähm, und da, da geht schon viel, viel mehr, ähm, als, als viele denken und auch die Preise sind, äh, nicht immer nur teuer. Also sind sie teilweise, wenn man flexibel sein will, ähm, und in den Ferien, äh, verreist, dann ist es teuer. Aber wenn man, ähm, selbst, äh, ja Äh, Flex, wenn, wenn man sich festlegen kann auf eine bestimmte Uhrzeit außerhalb der Ferien und nicht unbedingt freitagsnachmittags und sonntags fährt, kann man teilweise schon für sehr wenig Geld irgendwo hinfahren. Oder mit Deutschland-Ticket gibt's auch tolle, äh, Regionalexpress-Verbindungen, bei denen man ganz schön weit kommt. Also ich glaube, da geht viel, viel mehr, als viele Menschen denken. Also noch mal deine Chance, um Bahn-Influencerin zu werden. Ja, kann ich nächstes Wochenende machen. Da geht's nach Holland. Ja. Mit der Bahn. Und falls es alles gut läuft, gerne auch davon erzählen und nicht immer nur über die-- Also ich habe mir selbst angewöhnt, ähm, nicht, ich fahr sehr viel Bahn, sowohl beruflich als auch privat. Und ich habe mir angewöhnt, äh, nicht immer nur, äh, zu jammern und zu meckern, wenn irgendwas schlecht läuft, sondern auch begeistert zu erzählen, dass es gut geklappt hat, ähm, und auch von den, von den schönen Dingen zu erzählen, die man auf einer Bahnreise erlebt. Und wenn das noch ein paar mehr Menschen machen, dann würde es vielleicht helfen. Mhm. Wo beziehungsweise bei wem glaubst du denn, liegen halt die größten Hebel, um unsere touristische Mobilität nachhaltiger zu machen? Ist es eher bei der Politik? Ist es bei der Tourismuswirtschaft? Ist es bei den Verkehrsunternehmen? Wo sind vor allem die, die Stellschrauben, die man anzapfen müsste, damit wir das Ganze nachhaltiger machen? Gibt nicht einen Hebel, sondern tatsächlich alle. Und zwar alle gemeinsam und, äh, mit nicht nur Blick aufeinander und Zeigefinger aufeinander, sondern eher Hand in Hand und in Absprache und koordiniert. Weil wenn jeder alleine losrennt, dann wird das nichts. Aber die Politik setzt natürlich die Rahmenbedingungen, sorgt dafür, dass, äh, Steuern erhoben werden oder nicht, äh, ist für Gebote und Verbote zuständig und, äh, kann Akteure in die richtige Richtung schubsen. Und die Touristiker können dafür sorgen, dass das Marketing entsprechend, äh, verändert und angepasst wird, ähm, klimafreundliche Angebote stärker in den Vordergrund gerückt werden. Die, äh, Verkehrsunternehmen können dafür sorgen, dass die touristische Mobilität einfacher ist, äh, stärker in den Fokus genommen wird. Die Anbieter, also die Einzelnen, die Attraktionen, die Unterkünfte, die können ja zum Beispiel auch dafür sorgen, dass die, ähm, Anreiseinfos, ähm, besser kommuniziert werden. Wenn man, man schaut auf den Webseiten, ist in der Regel immer nur, ähm, 'nen Link, ähm, zu Google Maps zu finden. Und, äh, es wäre doch viel, viel sinnvoller und sehr viel toller, weil der Autofahrer weiß selbst, äh, wie er sein Navi anmacht. Wäre doch viel besser zu beschreiben, welches der nächstgelegene Bahnhof, die nächstgelegene Bushaltestelle ist, wie die heißt, welche Linie dort abfährt, wie weit es von dort ist, äh, bis zur eigenen, äh, Attraktion oder bis zur Unterkunft, ähm, wie die Telefonnummer des Taxiunternehmens lautet, äh, und solche, solche Infos. Äh, also da können Anbieter ein bisschen was tun und die Anbieter können aber natürlich auch dafür sorgen, dass sie gemeinsam mit den Tourismusorganisationen auf die Verkehrsunternehmen zugehen und gemeinsam neue Angebote entwickeln. Okay. Eine letzte Frage noch: Wie wird unsere Mobilität in Bezug auf Urlaub in 20 Jahren aussehen? Die Mobilität der Schleswig-Holsteiner in 20 Jahren? Oh. Äh, mein Wunsch oder meine Versuchen? Mach uns ein schönes Bild. Ein schönes Bild, okay. Ähm, ja, in 20 Jahren werden die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner sich, äh, klima, vor allen Dingen klimafreundlich, äh, zu ihren Reisezielen auf den Weg machen. Äh, der Anteil der Flugreisen, ähm, wird dann geringer sein und die Flugreisen, die noch stattfinden, die sind dann mit umweltfreundlicheren, klimafreundlicheren, äh, Treibstoffen. Alle Reisen werden standardmäßig, äh, kompensiert. Ähm, und von den Geldern, die dort eingenommen werden, werden tolle Klimaschutzprojekte gefördert. Es wird, äh, deutlich einfacher sein, ähm, ja, umweltfreundlich, klimafreundlich, äh, zu Zielen innerhalb Schleswig-Holsteins, aber auch zu Zielen außerhalb von Schleswig-Holstein zu kommen. Es gibt 'n Bewusstsein dafür, ähm, dass klimafreundliche Mobilität, äh, nicht nur notwendig ist, sondern dass sie einfach auch Spaß machen kann. Es gibt viele tolle Mobilitätsangebote, über die man bisher noch gar nicht nachdenkt. Es wird, äh, reaktivierte Bahnstrecken geben, was ich bisher noch gar nicht erwähnt hab. Ich engagiere mich selbst für die Reaktivierung der Bahnstrecke Malente-Lüttenburg. Die wird bis dahin natürlich reaktiviert sein. Bisher kann man dort Draisine fahren, bald auch Schienenbus und dann irgendwann wird man auch mit dem ÖPNV bis nach Lüttenburg kommen und dort Urlaub machen können. Wir sind gespannt. Ich auch. Dann treffen wir uns in 20 Jahren wieder und fahren auf jeden Fall nach Lüttenburg in Urlaub, würd ich sagen. Ähm, liebe Bente, wir bedanken uns recht herzlich, dass du dabei gewesen bist, ähm, und unsere Fragen beantwortet hast. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, äh, wie der Schleswig-Holsteiner und die Schleswig-Holsteinerin unterwegs sind, wo wir gerne hinreisen, ähm, und wie wir dorthin kommen vor allem auch. Habt vielen Dank. Habt auch vielen Dank an alle, die uns zugehört haben. Ähm, noch mal der Reminder: Es kommt noch eine zweite Folge mit Bente, also folgt uns, dann verpasst ihr's nicht. Wir sagen Tschüss. Tschau. Das war Shift. Der Norden macht Zukunft. Der Energiewende Podcast der EKSH

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