SHift - der Norden macht Zukunft

EKSH - Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH

Zurückrudern der Regierung: Welche Chancen bietet eine konsequente Klimapolitik?

SHift - der Norden macht Zukunft

30.03.2026 26 min

Zusammenfassung & Show Notes

Gerade hat das Bundeskabinett ein neues Klimaschutzprogramm beschlossen - und damit auch die Maßnahmen, wie wir bis 2045 ein klimaneutrales Land werden sollen: u.a. mit Hilfe von mehr Windrädern, Mischwäldern und klimafreundlicheren Kraftstoffen. Klimawissenschaftler sind skeptisch, ob diese Maßnahmen ausreichen. Und auch die Opposition übt Kritik. Aber gibt es auch effektivere Ideen? Diese Frage diskutieren wir heute mit der Grünen-Politikerin Aminata Touré.

Sandra und Niklas klären mit Aminata u.a. folgende Fragen:
  • Welche Chancen bietet uns eine konsequente Klimapolitik?
  • Wie muss Klimaschutz aussehen, damit er für alle funktioniert?
  • Gibt es eine echte Alternative zur Energiewende?
  • Welche konkreten Maßnahmen brauchen wir jetzt?
  • Wird Aminatas Partei Bündnis 90/Die Grünen als Verbotspartei missverstanden?
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!

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Über unseren Gast:
Aminata Touré wurde 1992 in Neumünster geboren und ist dort auch aufgewachsen. Seit Juni 2022 ist sie Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung im Schleswig-Holsteinischen Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther. Seit 2024 ist sie zudem seine Stellvertreterin. Aminata gehört zu den jüngsten Ministerinnen Deuschlands, in Schleswig-Holstein ist sie sogar die jüngste.

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👉 Auf ihrer Homepage findest du noch mehr Infos über Aminata

Unsere Folge mit Ministerpräsident Daniel Günther:
Wenn du magst, hör in diesem Zusammenhang doch auch gerne noch in unser Gespräch mit Daniel Günther rein. Auch mit ihm haben wir schon über die Klimapolitik in Schleswig-Holstein und ganz Deutschland gesprochen.

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Transkript

Wir sind ein ländlich geprägtes Land und jeder Person, die ein Auto hat, vorzuwerfen, du bist eine Klimasau und jede Person, die in Berlin lebt und die S-Bahn benutzt ist total nachhaltig Das macht, glaube ich keinen Sinn. Das ist ja nicht die Realität, sondern die Frage ist ja immer, wie sieht mein Angebot aus, wie sieht die Struktur aus und kann ich das wahrnehmen? Und wenn da kein Zug fährt und wenn da kein Bus ist, dann benutze ich ihn halt nicht, sondern ich nehme das Auto. Also da müssen wir, glaube ich, kreativer werden und trotzdem die Realität nicht ignorieren, dass die Situation auf dem Land eine andere ist als in der Stadt. Klönschnack mit Tiefgang. Das ist Schiff. Der Norden macht Zukunft. Der Energiewende-Podcast der EKSH. Amina wie sehr beschäftigt dich als Sozialministerin eigentlich die Energiewende? Also das ist eine super spannende Frage, weil ich glaube, man könnte das noch verzahnter tun. Also grundsätzlich jetzt gar nicht nur ich, aber auch alle Sozialministerien mit allen Klimaschutzministerien auf Landes- wie auf Bundesebene. Ich glaube, dass das strukturell noch zu wenig stattfindet. Ich glaube, dass es sehr nebeneinander gedacht wird. Und mich persönlich beschäftigt es natürlich dahingehend dass ich als Sozialministerin mich natürlich auch um gesellschaftliche Gruppen kümmere und zuständig bin, denen es nicht nur gut geht und die auch finanzielle Herausforderungen haben. Wir haben ja durch das ganze Investitionspaket, das der Bund auf den Weg gebracht hat, direkt noch vor der Wahl von Friedrich Merz, also wirklich viele Milliarden, die ins Land geflossen sind, da haben wir auch eine Riesensumme in Schleswig-Holstein. Und 100 Millionen Euro sind bei uns im Sozialministerium gelandet. Und davon sind 30 Millionen Euro für die Frauenhäuser, dass die neu gebaut werden. Und dann haben wir aber auch zwei Programme ganz bewusst im Bereich Klimaschutz angemeldet und werden die auch im Weg bringen. Zum Beispiel bei Jugendstädteeinrichtungen. Da haben wir jetzt ein Programm, da wo wir die sanieren werden. Also sehr viele Einrichtungen, die davon profitieren und die energetisch saniert werden. Das ist das eine, was ich ganz konkret mache. Für Schleswig-Holstein. Und das andere ist, dass wir noch an einer weiteren Richtlinie arbeiten, die auch über 20 Millionen Euro bedeuten wird. Da, wo wir bei sozialen Einrichtungen gucken, können wir da auch Sanierungsmaßnahmen auf den Weg bringen, energetisch. Und von daher, das sind sozusagen so sehr, sehr sehr konkrete Punkte, um die es bei mir geht. Okay super. Ich glaube, wir haben uns dann nicht im Gast vergriffen. Das heißt, wir haben hier scheinbar jemanden sitzen, mit dem wir gut im Energiewende-Podcast schnacken können. Wer sitzt denn hier eigentlich, Niklas? Genau, es ist mal wieder. Wir hatten diesen Gast schon mal bei uns. Aminata Touré, schön, dass du wieder da bist und uns ein weiteres Mal deine Zeit für uns zur Verfügung stellst. Hallo natürlich auch an unsere Zuhörenden. Schön, dass ihr hier mit Ohren und Ohren auch wieder mit dabei seid. Aminata, ich werde dich kurz vorstellen. Du bist seit 2012 Mitglied bei Bündnis 90 der Grünen. Du bist seit 2022 Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung hier in Schleswig-Holstein. Und du bist auch Stellvertreterin des Ministerpräsidenten. Das heißt, unsere quasi Vizeministerpräsidentin Wie quasi. Jedenfalls spricht man das auch. Sagt man auch Vizeministerpräsidentin? Meistens eher stellvertretende Ministerpräsidentin. Aber es ist nicht falsch, glaube ich. Das heißt, wenn Daniel Günther mal kippert, bist du quasi die Chefin unseres Landes und hältst alles am Laufen. Also ganz praktisch läuft es tatsächlich so, er schafft es natürlich nicht, alle Termine wahrzunehmen, für die er angefragt wird und wo man als Ministerpräsident das Land vertritt. Und dann werde ich gefragt, ob ich Termine übernehmen kann. Und das ist etwas, was gar nicht so sichtbar, glaube ich nach draußen ist. Aber du hast natürlich auch eine sehr starke koordinierende Rolle, eine politisch koordinierende Rolle. Er für die CDU, ich für die Grünen. Dass wir sozusagen natürlich auch die beiden sind, die einmal schauen, dass diese Koalition und diese Regierung funktioniert. Das vielleicht einmal noch als Ergänzung. Super. Wer noch mehr zu dir wissen möchte, sollte nochmal ganz dringend in die letzte Folge mit dir reinhören. Wir machen gleich mal zu Beginn mit dir eine Entweder-Oder-Runde. Das heißt, du hast zwei Möglichkeiten. Entscheide dich gerne für eins und dann auch noch eine kleine Ausführung Ausführung, warum du dich für das eine entschieden hast. Bike oder Bahn? Womit bist du am liebsten unterwegs? Bahn. Nicht so gerne Fahrrad fahren? Ach so, ja. Ich lebe in Schleswig-Holstein. Man kommt nicht an viele Orte mit dem Fahrrad. Wo man halt immer gegenwind. Genau, man hat immer Gegenwind. Und ich muss auch wirklich sagen, mein Alltag ist nicht davon geprägt, dass ich so viel Zeit habe, mit dem Fahrrad oder auch überhaupt mit der Bahn zu fahren, um ehrlich zu sein. Da will ich schon transparent genug sein. Ich bin viel mit dem Dienstwagen, ein E-Auto, unterwegs. Und auch aus anderen Gründen tatsächlich nicht so viel mit der Bahn unterwegs. Und auch nicht mit dem Fahrrad. Zukunftsvision 2040. Klimaneutrales Schleswig-Holstein oder sozial gerechtes Schleswig-Holstein? Was kommt zuerst? Das ist fies Das kann man mich noch nicht fragen. Als Sozialministerin und als Grüne. Ich nehme den beides Joker. Ich nehme den beides Joker. Den hat Sandra gerade eingeführt. Energiewende. Große Chance oder große Herausforderung? Große Chance. Persönliche Energiequelle. Mehr Blick oder guter Kaffee? Mehr Blick. Wobei, also im Alltäglichen auf jeden Fall Kaffee. Ihr beiden trinkt schon Kaffee wie habe. Wahrscheinlich mehr Kaffee als mehr Blick. Klimaschutz. Mehr Mut oder mehr Geduld? Das ist gar nicht so leicht. Mit Blick auf die Zeit, die uns davonläuft, brauchst du mehr Mut. Mit Blick darauf, dass es gesellschaftsfähig sein muss. Dass es damit funktioniert. Mehr Geduld. Mehr Mut. Sehr gut. Du hast eingeloggt. Du hast am Anfang gesagt, dass du dir mehr Verzahnung zwischen Energiewende und sozialer Politik wünschen würdest. Und genau darüber wollen wir heute sprechen. Das passt also perfekt. Du hast eigentlich die perfekte Einleitung gegeben. Wir wollen also darüber sprechen, wie eine soziale Energiewende aussehen kann. Und in dem Kontext der Energiewende würde uns erstmal interessieren, was für dich überhaupt soziale Gerechtigkeit bedeutet. Also ich glaube, soziale Gerechtigkeit bedeutet für mich, als jemand, der selber aus Verhältnissen stammt, meine Eltern sind 92 hergekommen und wir haben immer in armen Verhältnissen gelebt. Das ist, glaube ich das Schicksal, das viele Menschen, die in die Hergeflogen sind, kennen. Und wir einfach wissen, wir leben in einem Land, in dem die Schere zwischen Arm und Reich durchaus da ist und es schwierig ist, aus den Verhältnissen rauszuwachsen. Dass jede Person, egal in welchen Verhältnissen sie aufgewachsen ist, die Möglichkeit hat, sich selbst zu verwirklichen Das muss nicht nur Geld sein, aber immer so zu tun, als wäre Geld nicht irgendwie relevant, finde ich immer komplett crazy. Und deswegen finde ich schon, die Möglichkeit zu haben, finanziell gut davon leben zu können, sich keine Sorgen machen zu müssen und dass die eigenen Kids und die Kids im Umfeld die gleichen Möglichkeiten haben, werden zu können, was man möchte. Das ist für mich eine Form von sozialer Gerechtigkeit. Und ehrlicherweise auch, wenn ich sozusagen ein bisschen mehr auf so einer Makro-Ebene sehe, Dass Menschen, die viel Geld haben, auch viel abgeben müssen. Die Debatte führen wir ja gerade über Erbschaftssteuer und so weiter. Und ich finde die Frage davon, wie wir unsere Gesellschaft gestalten und wer warum so viel kämpft aufgrund von fehlendem Geld oder fehlendem Kapital und andere leben in absolut viel und überflüssigem Geld, das sind alles Fragen von Gerechtigkeit glaube ich die mir schon wichtig sind auf einer individuellen wie strukturellen Ebene weil dass es Menschen gibt, die jeden Tag am Straucheln sind und andere wiederum nicht wissen wohin mit ihrem Geld und es eh nicht wehtun würde, das finde ich ist eine Ungerechtigkeit die bei Menschen zu Frustration führt. Und die sollte Energiewende nicht verschärfen. Genau. Was ist denn in dem Zusammenhang gerade das wichtigste Thema auf deinem Schreibtisch, also wenn es um die sozialen Auswirkungen der Energiewende geht? Ja, also wir versuchen, weil das ist natürlich gar nicht so leicht auch zu gucken und das meinte ich gerade schon einleitend. Ich denke ganz viel gerade aktuell darüber nach und was ganz aktuell auf meinem Tisch liegt, ist ein Buch über soziale Klimapolitik am Ende des Tages, dass ich gerade in vielen unterschiedlichen Bereichen schaue, wie kriegen wir diese Verzahnung eigentlich hin. Ich war jetzt vor kurzem auch mit einer Kollegin von mir aus dem Team in Berlin und bin genau zu dieser Frage unterwegs gewesen, wie können wir sozialen Klimaschutz auf Landesebene runtergebrochen eigentlich hinbekommen. Ich habe mit unterschiedlichen NGOs und Institutionen gesprochen und das, was natürlich immer wieder gesagt wird, aber was für mich immer ein bisschen entweder das eine oder das andere ist, da klingelt nicht bei jedem, dass es sozialer Klimaschutz ist, wie kriegen wir eine kommunale Wärmeplanung hin, wie kriegen wir eine Mobilitätspolitik hin, die irgendwie für den Einzelnen finanzierbar ist. Meine Kollegin Nelly Waldeck aus der Landtagsfraktion, die hat jetzt erst vor ein paar Tagen in dieser Woche einen Vorschlag gemacht, zum Beispiel eine Mobilitätsabgabe zu machen. So, dann klingt das erst mal so, oh Gott, wir sollen irgendwie für irgendwas Geld ausgeben, was wir alle sowieso schon nicht haben. Aber ihr Vorschlag ganz konkret im Mobilitätsbereich war, 10 Euro abzugeben. Jeder zahlt diese 10 Euro, man zahlt dann aber kein Ticket mehr, was eine soziale Komponente hat. Ich zahle dann nichts mehr für das Deutschlandticket oder für einzelne Tickets. Und dadurch wird aber unsere Mobilität vorangebracht, also die gesamte Infrastruktur in dem Bereich. Das finde ich ist schon sozial und klimagerecht gedacht, weil man einerseits Leute dazu motivieren kann, dann darauf umzusteigen wenn es möglich ist und das Netz so ausgebaut ist, dass es realisierbar ist, weil ich finde es auch immer ganz schön crazy, Leute zu sagen, Hör auf Auto zu fahren und fahr Zug, wenn der Zug nicht fährt. Leuten politisch einfach nur zu sagen, mach das mal, ohne die Infrastruktur vorzusehen, das ist der Moment, wo Leute berechtigterweise sauer werden. Und wenn ich irgendwie zwei Stunden an einem Bahngleich stehe und der Zug fährt mich, weil wir nicht da rein investieren, dann ist das ein Problem und das müssen wir hinbekommen, weil wir wissen, dass natürlich gerade das individuelle Autofahren eins der Themen ist, wo wir natürlich mit Blick auf irgendwie CO2-Ausstoß eine Riesenherausforderung haben. Und wir haben auch keine Infrastruktur nicht ausreichend zumindest, dass man jetzt sagen kann, jede einzelne Person mitten in der Stadt kann sich jetzt irgendwie entweder ein E-Auto leisten oder die Ladeinfrastruktur ist so, dass das überall funktioniert. Wir sind voll gut davor, bevor Tobias Goldschmidt mich nach diesem Take irgendwie anruft und sagt, was erzählst du da? Ich weiß, dass unsere Ladestruktur wirklich auf einem guten Weg ist, aber es ist trotzdem, ich wohne mitten in der Stadt, ich habe nicht mal einen Parkplatz, den suche ich jedes Mal. Geschweige denn, dass ich da weiß, wann würde ich da jedes Mal mein E-Auto daran docken. Ich habe das Privileg dadurch, dass ich einen Dienstwagen habe und einen Fahrer habe, der hat bestimmte Spots wo er das immer lädt, aber es hat ja nicht jeder einen Fahrer. Und dann kann ich ja nicht mich hinstellen als Politikerin und sagen, fahr doch einfach zu, geh doch zu Fuß. So ja, geht halt nicht in meiner Lebensrealität. Wie sind wir auf das ganze Thema gekommen? Ich weiß gar nicht mehr was die Ursprungsfrage war, aber long story short, ich glaube, es ging so ein bisschen um die Frage von Gerechtigkeit und Klima. Was gerade bei dir auf deinem Schreibtisch vor allem liegt. die Frage, mache ich eine gute und gerechte soziale Politik, die auch irgendwie Klimaschutz und Energiewende mitdenkt wenn ich dieses Investitionsprogramm auf den Weg gebracht habe? Ich glaube schon, dass es ein Beitrag ist, bei Jugendstädten und aber auch bei sozialen Einrichtungen dort 40 Millionen Euro zu investieren. Aber was braucht es darüber hinaus? So, und die klassischen Instrumente, über die wir ja in den letzten Jahren immer geredet haben, ist das Klimageld, das leider nie gekommen ist, auf Bundesebene wohlbemerkt. Und ich bin ehrlicherweise sehr stark auf der Suche zu gucken. Neben Vorschlägen wie Nelly Waldeck sie gemacht hat, wo müssen wir noch besser werden in dem, also wie können wir besser werden, diese beiden Bereiche stärker zu verzahnen, weil sie meiner Meinung nach künstlich gegeneinander aufgespielt werden. Und das ist ein Riesenproblem. Wir haben auch heute oder gestern eine Presseverlautbarung gehört, beispielsweise von der SPD zusammen mit dem Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen und wer war der Dritte? Player. Irgendjemand anderes. Achso, der Sozialverband Deutschland hier in Schleswig-Holstein, die sozusagen die These erstmal aufgestellt haben, dass wir das Klimaschutz, so wie wir es als Regierung machen, auch, ich glaube, vor allem auch in der Kritik wie wir Grünes sozusagen denken, nicht sozial gerecht ist. Und ich finde das schon eine mutige Aussage in einer Zeit, in der wir merken, was uns kein Klimaschutz, was uns keine Energiewende kostet und wir gerade genau in diese Situation hineinlaufen, wenn unser Leben im Bereich Wohnen aber auch Fortbewegungsmittel und so weiter, Heizen, Strom, all das, wenn das nicht auf Erneuerbare ausgerichtet ist, dann wird es für uns teuer. Und deswegen verstehe ich gar nicht, wie man eine Debatte in dieser Zeit führen kann, in der man einem vorwirft, wir wollen nicht sozusagen... Wir sind zu mutig wir wollen ein Klimaziel von 2040. Ich glaube, wie wir es auch in der letzten Folge schon besprochen haben, die Frage ist ja, wie mache ich das? Wie organisiere ich das als Staat? Und ich glaube, dass wir da als Schleswig-Holstein im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern wesentlich besser davor sind. Aber du kannst dann trotzdem die Angst nachvollziehen, dass Menschen das Gefühl haben, Klimaschutz sei teuer und auch zu teuer für ihr persönliches Portemonnaie? Natürlich. Ich finde es auch völlig absurd, wenn man als Politik oder als Politikerin... Auch noch als Teil einer Regierung sich hinsetzt und sagt, nö, ist nicht so. Ich glaube dir deine Angst nicht. Also das ist ja das Absurdeste was ich tun kann. Und das, was ich ja machen muss, ist, nicht die Angst zu schüren, sondern zu gucken, okay, das ist unser Plan. Wir haben hier ein Gesetz, ein Klimaschutzgesetz, Energie- und Klimaschutzgesetz, mit dem wir wirklich Antworten geben und eine Planungssicherheit nach vorne geben. Wir überlegen uns Maßnahmen, wie wir vorankommen können. Wir haben schon eine Situation, in der wir uns von erneuerbaren Energien tatsächlich selbst... versorgen können. Wir müssen aber eben auch schauen, dass die Kosten für uns dann auch gering sind und bleiben hier im Norden in Schleswig-Holstein. Also all diese Fragen müssen wir beantworten. Dinge, die wir nicht auf Landesebene lösen können, müssen wir an die nächste Ebene weitergeben. Gar nicht im Sinne von bin ich zuständig, sondern wenn es einfach ein Bundesgesetz ist oder ein okkupierisches Gesetz, muss es dort geändert werden. Ja das sind glaube ich so Sachen, da wo ich mir denke, es macht halt gar keinen Sinn, Leuten irgendeine Angst abzusprechen. Du hast ja selbst schon gesagt, für dich gesprochen, dass du privilegiert bist. Beispiel ein E-Auto als Dienstwagen hast. Was muss aber dann konkret geschehen damit einkommensschwächere Haushalte nicht überproportional davon belastet sind, dass die Energiewende für sie teuer ist und das schwerste am Teil? Ich glaube, dass tatsächlich genau andersrum es gerade passieren wird. Also wenn wir uns die Situation angucken im Bund, wenn ich sozusagen alles zurückdrehe und mehr auf fossile setze dann wird es teuer für die Einzelnen. Und ich glaube, da fängt sozusagen schon der erste Schritt an, dass das sozusagen eine Falscherzählung ist, die gerade unsere Bundesregierung und gerade Konservative in den letzten Jahren erzählt haben. Denn fossile Energien, die endlich sind, das ist ja das Thema bei fossilen Energien und gerade wenn sie in Ländern sind, wo kriegerische Auseinandersetzungen sind, wie wir es derzeitig auch im Konflikt um den Iran erleben, dann wird es ja teuer für den Einzelnen. Wir haben ja gerade nicht eine Situation von Preisteuerung aufgrund der Tatsache dass wir erneuerbare Energien haben. Dann ist es ja genau gegenteilig. Und ich glaube, das ist sozusagen schon der erste Logikfehler der in der Debatte stattfindet zu glauben, dass das teuer Aber die Frage ist ja, weil wir jahrzehntelang als Menschen genau auf diese fossilen Energieträger gesetzt haben, ist jetzt ja die Veränderung rüberzuwechseln die Herausforderung, vor der wir stehen. Und da ist ja die Frage, gerade wenn wir uns jetzt Schleswig-Holstein angucken und bei Fragen von Energiegewinnung sind, die Frage ist ja immer, wie kann ich beispielsweise diese Energie speichern? Und wie kriege ich sie beispielsweise transportiert in den Süden Westen oder sonst wo irgendwo hin? Auch dort sind wir in der Debatte und auch in der Realität viel weiter als wir es vorvorhin... Fünf oder zehn oder 15 Jahren waren. Und das heißt, die Frage ist ja immer wieder, wie kriegen wir es eigentlich hin, das für alle zugänglich und erreichbar zu machen? Und dass es günstiger für uns ist. Und erneuerbare Energien sind günstiger für uns. Und deswegen geht es darum, die Frage von Ausbaustrategien und Batteriespeicherung und all diese Sachen sind, glaube ich relevant. Und am Ende des Tages geht es auch um die Frage, habe ich als Individuum überhaupt die Möglichkeit, wenn ich das Thema Wohnen nehme, selber darüber zu entscheiden? Und mit welcher Wärme wird hier eigentlich geheizt Ist das dann teuer für mich Weil die Energiekosten für die Einzelnen sind gerade bei den ärmeren Menschen viel höher als bei vielen anderen, die die Wahl haben, zum Beispiel zu sagen, ich baue mir da jetzt eine Wärmepumpe ein oder nicht. Also das ist ja eine Realität vor der wir gerade stehen und auf, da wo wir sozusagen als Staat eigentlich gefordert sind, gesetzliche Grundlagen zu schaffen, dass auch Mieterinnen dem nicht ausgesetzt sind. Wir zoomen hier im Podcast gerne mal in die einzelnen Sektoren rein, also in einzelne Teilwände Energiewende, also Stromwende Wärmewende und Verkehrswende. Das wollen wir gerne mit dir auch mal tun. Wenn wir auf den Stromsektor gucken, wie du auch schon sagtest, wir haben schon sehr viel erneuerbaren Strom hier in Schleswig-Holstein, mehr als wir selbst verbrauchen können was ja an sich schon mal ein sehr guter Standortvorteil für uns ist. Wie können wir diesen Standortvorteil aber auch dafür nutzen, dass es dann preislich auch oder finanziell auch bei den Leuten ankommt, dass sie das spüren? Und die Situation haben wir halt eben noch nicht, dass obwohl wir super viel erzeugen wir noch nicht unbedingt davon profitieren. Und deswegen ist das sozusagen der Punkt, der glaube ich und den wir ja auch immer Richtung Bund spielen und auch in nächste Ebene spielen, dass wir in Schleswig-Holstein davon profitieren müssen vor Ort. Das ist, glaube ich noch der letzte Schritt, der notwendig ist, damit der Einzelne vor Ort hier das auch merkt Es ist für uns günstiger am Ende des Tages. Du sagst es ja auch schon, dass die Erneuerbaren die günstigste Energieform ist. Du sagst aber auch schon, dass wir unser Netz ausbauen müssen, damit wir den Strom auch von A nach B kriegen, was ja aber auch Kosten verursacht was dann wiederum sich finanziell dann wieder gegen die günstigen Erneuerbaren entspricht. Also was muss da passieren, damit das bei uns dann am Ende trotzdem irgendwie im Portemonnaie auch spürbar ist? Genau, also ich glaube, dass der Ausbau stattfindet und wir als Staat eben überlegen, was finanzieren wir davon mit, was subventionieren wir davon mit. So sind wir bereit, diese Rahmenbedingungen auch tatsächlich zu schaffen. Das sind ja höchstpolitische Entscheidungen, die man da treffen muss und zwar als Bundesrepublik gemeinsam. Und deswegen ist da natürlich gar nicht als, ich möchte da einfach nur auf die nächste Ebene verweisen, aber wenn ich über die Frage von Nord nach Süd sozusagen über Trassenpolitik spreche und so weiter, da brauchen wir ja ein gemeinschaftliches Commitment und auch die Frage von investieren wir da gemeinsam als Bundesrepublik da hinein. Und wir haben da als Schleswig-Holstein immer wieder die Forderung, dass man da gesamtgesellschaftlich als Deutschland drauf blicken muss und dann am Ende des Tages wollen wir das für Schleswig-Holstein natürlich dann auch irgendwie. Weniger zahlen müssen. Genau, das war der Stromsektor und hoffentlich irgendwann mal schöne, günstige grüne Strompreise in Schleswig-Holstein. Lass uns die Wärme angucken. Kürzlich hat die Bundesregierung da die Eckpunkte von dem neuen Urgangssprachlich-Heizungsgesetz, korrekterweise Gebäudemodernisierungsgesetz bekannt gegeben. Und das hattest du jetzt auch schon mehrmals angesprochen. Dadurch entsteht potenziell auch so ein Vermieter-Mieter-Dilemma, weil die Vermieter keine Anreize haben, ihr Haus energetisch zu sanieren oder halt in eine klimafreundliche Heizung zu investieren und gleichzeitig tragen aber die MieterInnen am Ende die Kosten. Ja. Würdest du sagen, dass der Bund, sollte es denn so kommen, ich meine das Gesetz ist bisher ja nicht so verabschiedet, würdest du sagen, dass die Bundesregierung da die Mieter und Mieterinnen im Stich lässt? Zu 100 Prozent und das Spannende ist ja auch, und deswegen fand ich auch die Äußerung die jetzt wie gesagt von der Landes-SPD getroffen worden ist, zumal gemeinsam mit dem Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen und dem Sozialverband so spannend, weil es gibt ja SPD-Abgeordnete über die unterschiedlichen Ebenen wie Europaebene, Bundesebene und so weiter, die selbst einen Aufruf gestartet haben, gesagt haben, so darf dieses Gesetz definitiv nicht den Bundestag passieren und Realität werden. Also da brauche ich noch nicht mal sozusagen den politischen Mitbewerber, um zu sagen, das finden viele gar nicht mal nur in Ordnung und schräg, sondern es sind auch eigene Leute, die finden, dass das nicht gut gelaufen ist. Und von daher, ja, ich glaube, dass man mehr Planungsunsicherheit hat. Man hat sich jetzt auf einen Weg vor einigen Jahren durch die Ampel auf den Weg gemacht, vor allem den Fokus auf sowas wie Wärmepumpen zu haben. Und wir haben dann ja auf dem Markt auch gemerkt, die Leute haben sich dahingehend entschieden, Förderprogramme wahrzunehmen und sich für eine Wärmepumpe zu entscheiden. Und jetzt will man ein Stück weit eine Rolle rückwärts machen. Also die Debatte in den letzten Wochen, die wir darüber geführt haben, haben ja auch eine hohe Unzufriedenheit gezeigt. Ich finde es überhaupt nicht, um das vielleicht mal vorwegzunehmen, überhaupt nicht falsch, wenn man der Überzeugung ist, dass eine Regierung davor vielleicht nicht alles super gemacht hat, zu überlegen, wo will ich nachjustieren. Aber ich glaube, gerade in diesem Bereich war eigentlich so ein Stück weit eine Beruhigung reingekommen und auch eine positive Entwicklung. Und ich glaube, die Unruhe, die jetzt gerade wieder da reinkommt, wir werden das alles sehen. Es sind bislang nur Eckpunkte. Wir werden sehen, wie es am Ende rauskommt. Aber ich habe eher eine Befürchtung, dass es sozusagen gerade in dem Sektor Wärme, wo wir wirklich große Herausforderungen haben, gerade mit Blick auf Wohngebäude, das ist eines der großen Themen, die wir haben und wo wir nicht gut sind. Deswegen hat man sich ja gerade diesen Bereich angeguckt, Wärme. Weil wir wissen, die Wärmewende ist noch nicht vollzogen. Wir wissen, dass gerade Gebäude, die sozusagen Klimasünder überhaupt sind, um es mal in Anführungsstrichen zu sagen. Und deswegen war das ja der Weg, zu sagen, wir erneuern das, wir gucken irgendwie, wie wir Förderprogramme auf den Weg bringen und so weiter. Und deswegen glaube ich, wird uns das schon schaden am Ende des Tages. Ja, es rumort da auf jeden Fall gerade sehr. Viele sind, glaube ich gespannt, was da jetzt wirklich nachher ist. Dass es eine Gesetzesänderung wird. Du hast gerade schon Wärmepumpen angesprochen. Das ist ja... Eine Maßnahme, die mit hohen Investitionskosten verbunden sind. Und auch dort gibt es ja, wir sprechen ja heute vor allem über die Menschen, die vielleicht nicht das größte Portemonnaie auf dem Tisch liegen haben. Welche sozialen Maßnahmen oder auch Beratungsangebote braucht es aus deiner Sicht, damit gerade die Menschen die jetzt nicht sagen, zack ich kaufe mir jetzt eine neue Wärmepumpe und dann freue ich mich über hoffentlich günstige Strompreise und bin unabhängig von irgendwelchen Gaspreisen Ja genau, was wäre da dein Weg? Wir haben ja auf Bundes- wie auch auf Landesebene, oder ich fange mal auf Bundesebene an, durchaus ja Förderprogramme gehabt, um das zu subventionieren. Und bevor ich mir aber irgendwas einbaue, ist natürlich die Frage, was brauche ich überhaupt? Und auf Landesebene haben wir beispielsweise auch Energieberatungen, die wir mit staatlich subventionieren und sagen, okay, du musst ja erst mal wissen, was lohnt sich hier bei mir eigentlich? Und ich finde, das sind hochkomplexe Fragen. Nicht jeder hat die Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Deswegen fördern wir so etwas. Also ich meine damit, wir haben ja durchaus eine Logik auf Bundes-, wie auf Landesebene zumindest gehabt, dass man sagt, wir möchten das mit unterstützen, wir möchten subventionieren, wir möchten auch, dass der einzelne Verbraucher oder die Verbraucherin weiß, was lohnt sich für mich. Und ich finde gerade mit Blick darauf, was das kleine Portemonnaie oder der kleine Geldbeutel angeht, das total gefährlich, in welche Richtung wir uns gerade entwickeln mit Blick auf das neue Gebäudemodernisierungsgesetz, ist weil den Leuten zu suggerieren, das ist jetzt für dich kurzfristig günstiger, dir eine Öl oder eine Gasheizung einzubauen, obwohl wir wissen, in einigen Jahren weil alles sich in Richtung Erneuerbare entwickelt und Gas und Öl teuer wird, das Leuten nicht ehrlich zu spiegeln, das finde ich, ist auch eine schwierige Situation. Und deswegen will ich nur verkennen, dass die Frage von, wann braucht es den Heizungstausch und ist das ein krasser Eingriff ins Private natürlich eine Debatte war, die, auch wenn sie sehr bewusst so geführt worden ist, zu Verunsicherung geführt hat. Und das ist ja das große Problem. Ich glaube, vor Veränderungsprozessen musst du Menschen mitnehmen. Und ich glaube, da haben wir einen großen Fehler gemacht, als Teil der Bundesregierung vielleicht nicht gut genug die Leute mitgenommen zu haben und gedacht zu haben, aufgrund der Energiekrise und aufgrund des Ukraine-Krieges sind die Leute doch schon an dem Punkt. Also ich glaube, da war so ein ganz viel ganz viel so ein selbstverständlich sind die Leute an dem Punkt und verstehen, warum wir das machen. Aber nein, ich glaube, auch da hätte es einen besseren Vorlauf mit Blick auf, wir sprechen mit den Leuten, so wollen wir es gestalten, ist die Quote, die wir ins Gesetz reinpacken richtig, ist der zeitliche Punkt. Also ich glaube, das sind alles Sachen, die man im Nachhinein nochmal an sich angucken kann. Aber das, was wir jetzt machen, ist, was wir, die Bundesregierung jetzt gerade tut, halte ich für ein Zumindest in den Eckpunkten für sehr schwierig. Wobei die Förderprogramme bisher ja, glaube ich noch nicht abgeschwächt wurden. Da sind wir alle ganz gespannt, was daraus passieren soll, ob das so bleibt. Deswegen finde ich auch, das, was ich aus den Eckpunkten zumindest jetzt entnehmen kann und aus der Debatte, dass man erstmal beunruhigt. Ich hoffe, dass die politische Debatte, die gesellschaftliche Debatte dazu führen wird, dass man vielleicht nicht zu stark noch rückwärts machen wird. Ein ähnliches Phänomen haben wir ja bei der Mobilität. Wir haben schon über ÖPNV gesprochen und über die Idee, dass man 10 Euro abgibt und dann den ÖPNV kostenlos nutzen darf. Aber wenn wir jetzt mal die Investitionen vergleichen, das ist ja auch ein E-Auto auf jeden Fall, eine hohe Investition für die meisten Menschen hier im Land. Und auch dort ist die Förderung zwar sozial gestaffelt, aber ja nun nicht so üppig als dass man sagen kann, alles klar, jetzt kann ich das mir leisten, auch wenn ich nur vielleicht ein Jahreseinkommen von unter 30.000 Euro habe. Aber da gibt es ja zum Beispiel auch solche Leasing-Modelle, die in Frankreich zum Beispiel auch ganz gut laufen. Ist das eine Option für Schleswig-Holstein? Ich kenne diese Option, also ich kenne das gar nicht das Modell in Frankreich. Deswegen, keine Ahnung, kann ich jetzt gar nicht so richtig sagen. Aber ich glaube, dass es überhaupt nicht schadet nach rechts und links zu schauen, was für gute Ideen gibt es. Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden. Und es ist genauso, wie du gesagt hast. Ich glaube, schön wäre es, wenn wir eine Infrastruktur hätten, eine Ladeinfrastruktur, die so ist, dass du überall, egal wo du lädst, lebst, laden kannst und dass man sich das Auto als solches leisten kann. Das wird ja auch immer besser, umso mehr auch produziert werden und so weiter und mehr dann irgendwie auch auf Gebraucht-Markt dann zur Verfügung stehen. Aber ja, für viele ist es heutzutage noch viel zu teuer, sich so ein E-Auto zu kaufen, geschweige denn auch ein anderes Auto. Und trotzdem brauchen das super viele. Und deswegen glaube ich auch an der Stelle es macht keinen Sinn, den Einzelnen oder der Einzelnen den Vorwurf zu machen, weil, und ich glaube, da hatten wir vorhin drüber gesprochen, Also wir sind ein ländlich geprägtes Land und jeder Person, die ein Auto hat vorzuwerfen, du bist eine Klimasau, das macht, glaube ich keinen Sinn. Und jede Person, die in Berlin lebt und die S-Bahn benutzt ist total nachhaltig Das ist ja nicht die Realität, sondern die Frage ist ja immer, wie sieht mein Angebot aus, wie sieht die Struktur aus und kann ich das wahrnehmen? Und wenn da kein Zug fährt und wenn da kein Bus ist, dann benutze ich ihn halt nicht, sondern ich nehme das Auto. So, und dann ist ja die nächste Frage, habe ich ein Auto, das irgendwie ein E-Auto ist und kann ich mir das leisten? Also so läuft es ja. Und deswegen, glaube ich ist es immer andersrum. Du brauchst Anreize für die Wirtschaft, eine Planungssicherheit für die Wirtschaft und zu sagen, das ist die Zukunft E-Autos, dann baust du dementsprechend auch eine Struktur aus, setzt Anreize dafür und bist aber auch sehr motiviert und ambitioniert, was beispielsweise auch die Mobilität Mobilitätsstruktur rund um Zug und Bus und so weiter angeht und welche Demandsysteme kann man im ländlichen Bereich haben. Also da müssen wir, glaube ich kreativer werden und trotzdem die Realität nicht ignorieren, dass die Situation auf dem Land eine andere ist als in der Stadt. Das heißt aber ergänzend zu den Förderprogrammen, die der Bund hat, gibt es jetzt aus dem Landeshaushalt nicht noch irgendwelche Förderungen für meinetwegen Heizungsumstellungen, E-Auto-Kauf oder vielleicht ja auch einfach nur das Ticket für den EPNV, oder? Das haben wir nicht mit Blick auf die ersten Punkte, die du genannt hast Aber wir haben schon mit Blick auf das Deutschlandticket zum Beispiel durchaus Subventionierungen auf den Weg gebracht für zum Beispiel Landesbedienstete und so weiter Also da haben wir schon mit subventioniert damit das attraktiver ist. Aber wir haben keine dezidierten Förderprogramme in der Größenordnung. Und auch nicht explizit für schwächere Haushalte? Nee, das haben wir nicht tatsächlich Hast du eigentlich als Sozialministerin oder dein Sozialministerium als Ganzes die Möglichkeit, Maßnahmen zu treffen, die jetzt relativ kurzfristig es schaffen, Energiewende sozial gerechter zu machen? Oder muss man leider feststellen, dass es eher was Langfristiges ist? Ich glaube, es geht da gar nicht nur um die Langfristigkeit, sondern auch um die Frage, hast du die Instrumente auf Landesebene, um es so zu machen? Ich nehme ja zum Beispiel das Klimageld. Die Frage, warum das immer noch nicht implementiert ist, ist ja eine höchst bürokratische Frage. Wie kommt man an die einzelnen Bürger und Bürgerinnen ran? Ist ja immer wieder die Frage, wenn wir sagen, wir wollen für alle irgendetwas machen, geht irgendwie nicht. Und das heißt, das sind eher diese Strukturfragen, die es herausfordernd machen, warum man das nicht auf den Weg bringen kann. Und ehrlicherweise so ehrlich will ich auch sein. auch eine Kostenfrage, können Länder sich das leisten oder nicht? Oder auch, kann der Bund sich das leisten oder nicht? Das ist ja eins der Themen, um die es dann geht. So hat man die Mittel, um das zur Verfügung zu stellen. Aber ich will ein ganz konkretes Beispiel nennen, wo wir gerade als der Ukraine-Krieg ausgebrochen ist, dann ja hier auch so Entlastungspakete geschnürt haben. Wir hatten in Schleswig-Holstein das erste Entlastungspaket in der Bundesrepublik. Und da habe ich als Sozialministerin zum Beispiel gesagt, die Leute merken ja in ihrem Portemonnaie, dass das Geld das knapper wird durch die steigenden Preise durch die Inflation und alles. Und habe dann in meinem Bereich geguckt, wo gehen Menschen Geld aus durch landespolitische Entscheidungen. Das ist zum Beispiel bei den Kita-Beiträgen. So, also wir haben insgesamt eine Sozialstaffel. Leute, die kaum oder gar kein Geld haben, die zahlen nichts für Kita, aber die mittleren und oberen Einkommen. So maximal 232 Euro bei 40 Stunden, bei unter Dreijährigen. Das ist das Höchste sozusagen, was man zahlen muss. Und da haben wir die Sozialstaffel für ein Jahr noch unter Weiter ausgeweitet bei den mittleren Einkommen. Und ich glaube, das ist am Ende des Tages auch die Frage, die ich für mich noch nicht final beantwortet habe, aber da worüber man nachdenken muss. Heißt sozial gerechter Klimaschutz, dass jede Klimaschutzmaßnahme so ist, dass sie als solche günstig ist? Oder geht es am Ende des Tages um das gesamte Leben, das die Leute haben? Also wie schaffe ich es auch, bestimmte Bereiche des Lebens günstiger am Ende des Tages zu machen, die nicht unmittelbar Klimaschutz bedeuten, aber die durch die Tatsache, Dass wir in dieser Veränderung als Gesellschaft sind, teuer werden könnten? Am Ende wirkt es auf dem Konto ja gleich. Manchmal hat es halt eher auch so eine kommunikative und Akzeptanz Hintergrund, dass ich sage, wenn ich jetzt sowas wie ein Klimageld aufs Konto bekomme und da steht Klimageld drin, dann bin ich wahrscheinlich mehr für Klimaschutz, als wenn da drauf steht Kindergeld, weil dann bin ich vielleicht eher für Kinder. Was auch nicht schlimm ist. Aber das ist genau die Frage. Und manchmal ist es, und du hast es ja gerade angesprochen, es ist auch eine Frage der Kommunikation wenn man zum Beispiel ... Und das auf den Weg bringt im Klimaschutzbereich und auf der anderen Seite eine andere Entlastung und aber das als Paket sozusagen vorstellt und sagt, wir wollen, dass am Ende des Tages ihr nicht mehr zahlt und euer Portemonnaie nicht mehr belastet wird. Dann muss es nicht immer unmittelbar das Thema sein, aber ich will als Mensch irgendwie, der vor unterschiedlichen Herausforderungen steht und irgendwie tausend Bälle in Hand hat und vielleicht nicht so viel Kohle habe, nicht weiter belastet werden. Das kann man nachvollziehen. Die nächste Frage ist so ein bisschen nach dem Motto, wünsch dir was. Wenn du jetzt drei Maßnahmen wählen könntest um Energiewende sozial gerechter zu machen, damit sie morgen wirken, welche wären das? Also ich glaube, ganz viel Geld reinstecken in öffentliche Verkehrsinfrastruktur, die günstig oder kostenlos am besten wäre. Nummer eins. Nummer zwei, dass es ein Klimageld aufbaut Und es Ebene tatsächlich gibt. Und der dritte Punkt wäre, bleibe ich wieder bei der Wärmewende. Weil ich glaube, auch das geht ordentlich aufs Portemonnaie. Wenn die Nebenkosten halt so hoch sind, wie sie sind als Mieterin, dann ist das einfach brutal. Und es ist im doppelten Sinne schlecht für unsere Umwelt und für das eigene Portemonnaie. Ja, also du weißt genau, wo du anpacken willst. Ein kurzer Abstecher noch. Du bist ja Landesministerin Und über uns gibt es immer noch Bundespolitik. Wo ärgerst du dich manchmal, dass dir da vielleicht die Hände gebunden sind, wo du sagst, okay hier, ich komme hier einfach nicht weiter. Weil das ist einfach Landespolitik und das andere ist Bundespolitik. Gibt es da Bereiche, wo du sagst, da ärgert es dich und da würdest du gerne irgendwie selber mehr Verantwortung übernehmen können? Grundsätzlich jetzt. Oder, also das habe ich in vielen Themen bereits. Deswegen, die Liste ist lang. Gerne mit Bezug auf die soziale Energiewende. Okay Ich glaube tatsächlich bei so Fragen wie Klimageld, dass man das nicht vorangebracht hat. Und dann aber auch bei so Fragen von Förderprogrammen, da wo man denkt, okay, da würde man an der einen oder anderen Stelle, wenn die Kohle da ist und diese Bundesregierung hat so viel Kohle wie keiner davor, da was voranzubringen und dann tatsächlich auch bundesweit eine vernünftige Wärme kommunale Wärmeplanung voranzubringen. Also, dass das koordiniert und strukturiert stattfindet und nicht, dass jeder so rumhühnert und macht, was er oder sie möchte So, das ist glaube ich Das würde ich, glaube ich schon machen, weil das eines der wichtigsten Bereiche ist. Ja, und dann aber auch wieder bei der Verkehrspolitik. Also ich finde, es sind immer wieder die gleichen Themen, bei denen man am Ende des Tages landet. Und die man auch einfach nicht in Schleswig-Holstein alleine lösen kann sondern im Verbund mit den anderen Bundesländern und der Bundesregierung. Ja genau. Und apropos Regierung. Es ist ja auch nicht mehr so ewig dass die aktuelle Landesregierung im Amt bleiben kann. Zumindest stehen erstmal Wahlen zwischendurch an. Vielleicht bleibt sie im Amt aber das werden wir noch sehen. Und jetzt werden ja so langsam die Parteiprogramme für die Landtagswahlen im nächsten Jahr formuliert. Wird die soziale Energiewende da ein Thema im Programm sein? Jo, auf jeden Fall. Wir sind als Partei auch schon in so Prozessen. Das ist Wir hatten so eine Ideenkonferenz. Da konnte man als Parteibasis so die Ideen mit reinpacken. Ich saß selber an einem Tisch da, wo wir über das Thema sozialen Klimaschutz gesprochen haben und wo ich mich selber mit einbringen konnte und andere eben ihre Ideen auch formuliert haben. Wir haben mit den Sprecherinnen unserer Landesarbeitsgemeinschaften eine Konferenz gehabt. Also wir sind gerade dabei, alle Ideen zu sammeln. Übrigens man kann da auch tatsächlich bei uns auf der Seite der Grünen Schleswig-Holstein seine Ideen einbringen. Da gibt es ein Formular und da kann man irgendwie. Ich möchte, gerade wenn einem was einfällt, zum Beispiel zum Thema sozialer Klimaschutz, schreibt uns munter in dieses Formular und sagt irgendwie, das stelle ich mir vor oder wünsche ich mir. Aber auch zu allen anderen Themen kann man das machen. Das heißt, wir sind da inmitten dieses Prozesses und meiner Partei ist so drauf, dass wir in der Regel es fehlt uns echt nicht an Ideen. Die Frage ist immer Zuspitzung und dass man das tatsächlich hinbekommt, das so runterzubrechen, dass man das dann den Leuten auch nahe bringen kann. Wir als große Energiewende-Fans und UnterstützerInnen würden uns natürlich freuen, wenn viele deiner Vorschläge und Maßnahmen auch zeitnah umgesetzt werden. Es war uns auf jeden Fall eine große Freude, dass du bei uns warst Aminata. Hat großen Spaß gemacht. Vielen Dank dafür. Danke auch für die Einladung. Und vielleicht sprechen wir uns nochmal wieder. Und liebe Zuhörer da draußen, wenn euch das auch gefallen hat, was wir hier heute besprochen haben, bewerten uns gerne in eurer Podcast-App. Das würde uns freuen. Geht ganz schnell. Und dann hören wir uns beim nächsten Mal wieder. Genau. Bis dann. Tschüss.

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