Zurückrudern der Regierung: Welche Chancen bietet eine konsequente Klimapolitik?
SHift - der Norden macht Zukunft
30.03.2026 26 min
Zusammenfassung & Show Notes
Gerade hat das Bundeskabinett ein neues Klimaschutzprogramm beschlossen - und damit auch die Maßnahmen, wie wir bis 2045 ein klimaneutrales Land werden sollen: u.a. mit Hilfe von mehr Windrädern, Mischwäldern und klimafreundlicheren Kraftstoffen. Klimawissenschaftler sind skeptisch, ob diese Maßnahmen ausreichen. Und auch die Opposition übt Kritik. Aber gibt es auch effektivere Ideen? Diese Frage diskutieren wir heute mit der Grünen-Politikerin Aminata Touré.
Sandra und Niklas klären mit Aminata u.a. folgende Fragen:
Sandra und Niklas klären mit Aminata u.a. folgende Fragen:
- Welche Chancen bietet uns eine konsequente Klimapolitik?
- Wie muss Klimaschutz aussehen, damit er für alle funktioniert?
- Gibt es eine echte Alternative zur Energiewende?
- Welche konkreten Maßnahmen brauchen wir jetzt?
- Wird Aminatas Partei Bündnis 90/Die Grünen als Verbotspartei missverstanden?
Viel Spaß bei unserem Klönschnack mit Tiefgang!
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Über unseren Gast:
Aminata Touré wurde 1992 in Neumünster geboren und ist dort auch aufgewachsen. Seit Juni 2022 ist sie Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung im Schleswig-Holsteinischen Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther. Seit 2024 ist sie zudem seine Stellvertreterin. Aminata gehört zu den jüngsten Ministerinnen Deuschlands, in Schleswig-Holstein ist sie sogar die jüngste.
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Unsere Folge mit Ministerpräsident Daniel Günther:
Wenn du magst, hör in diesem Zusammenhang doch auch gerne noch in unser Gespräch mit Daniel Günther rein. Auch mit ihm haben wir schon über die Klimapolitik in Schleswig-Holstein und ganz Deutschland gesprochen.
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Über unseren Gast:
Aminata Touré wurde 1992 in Neumünster geboren und ist dort auch aufgewachsen. Seit Juni 2022 ist sie Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung im Schleswig-Holsteinischen Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther. Seit 2024 ist sie zudem seine Stellvertreterin. Aminata gehört zu den jüngsten Ministerinnen Deuschlands, in Schleswig-Holstein ist sie sogar die jüngste.
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Unsere Folge mit Ministerpräsident Daniel Günther:
Wenn du magst, hör in diesem Zusammenhang doch auch gerne noch in unser Gespräch mit Daniel Günther rein. Auch mit ihm haben wir schon über die Klimapolitik in Schleswig-Holstein und ganz Deutschland gesprochen.
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Transkript
Wir sind ein ländlich geprägtes Land
und jeder Person, die ein Auto hat,
vorzuwerfen, du bist eine Klimasau und
jede Person, die in Berlin lebt und
die S-Bahn benutzt ist total nachhaltig
Das macht, glaube ich keinen Sinn.
Das ist ja nicht die Realität, sondern
die Frage ist ja immer, wie sieht mein
Angebot aus, wie sieht die Struktur
aus und kann ich das wahrnehmen?
Und wenn da kein Zug fährt und wenn
da kein Bus ist, dann benutze ich ihn
halt nicht, sondern ich nehme das Auto.
Also da müssen wir, glaube ich, kreativer
werden und trotzdem die Realität nicht
ignorieren, dass die Situation auf dem
Land eine andere ist als in der Stadt.
Klönschnack mit Tiefgang.
Das ist Schiff.
Der Norden macht Zukunft.
Der Energiewende-Podcast der EKSH.
Amina wie sehr beschäftigt
dich als Sozialministerin
eigentlich die Energiewende?
Also das ist eine super spannende
Frage, weil ich glaube, man
könnte das noch verzahnter tun.
Also grundsätzlich jetzt gar nicht nur
ich, aber auch alle Sozialministerien
mit allen Klimaschutzministerien
auf Landes- wie auf Bundesebene.
Ich glaube, dass das strukturell
noch zu wenig stattfindet.
Ich glaube, dass es sehr
nebeneinander gedacht wird.
Und mich persönlich beschäftigt es
natürlich dahingehend dass ich als
Sozialministerin mich natürlich
auch um gesellschaftliche Gruppen
kümmere und zuständig bin, denen
es nicht nur gut geht und die auch
finanzielle Herausforderungen haben.
Wir haben ja durch das ganze
Investitionspaket, das der Bund auf
den Weg gebracht hat, direkt noch
vor der Wahl von Friedrich Merz, also
wirklich viele Milliarden, die ins
Land geflossen sind, da haben wir auch
eine Riesensumme in Schleswig-Holstein.
Und 100 Millionen Euro sind bei
uns im Sozialministerium gelandet.
Und davon sind 30 Millionen Euro für die
Frauenhäuser, dass die neu gebaut werden.
Und dann haben wir aber auch
zwei Programme ganz bewusst im
Bereich Klimaschutz angemeldet und
werden die auch im Weg bringen.
Zum Beispiel bei
Jugendstädteeinrichtungen.
Da haben wir jetzt ein Programm,
da wo wir die sanieren werden.
Also sehr viele Einrichtungen,
die davon profitieren und die
energetisch saniert werden.
Das ist das eine, was
ich ganz konkret mache.
Für Schleswig-Holstein.
Und das andere ist, dass wir noch an einer
weiteren Richtlinie arbeiten, die auch
über 20 Millionen Euro bedeuten wird.
Da, wo wir bei sozialen
Einrichtungen gucken, können wir
da auch Sanierungsmaßnahmen auf
den Weg bringen, energetisch.
Und von daher, das sind sozusagen
so sehr, sehr sehr konkrete
Punkte, um die es bei mir geht.
Okay super.
Ich glaube, wir haben uns
dann nicht im Gast vergriffen.
Das heißt, wir haben hier scheinbar
jemanden sitzen, mit dem wir gut im
Energiewende-Podcast schnacken können.
Wer sitzt denn hier eigentlich, Niklas?
Genau, es ist mal wieder.
Wir hatten diesen Gast schon mal bei uns.
Aminata Touré, schön, dass du wieder
da bist und uns ein weiteres Mal deine
Zeit für uns zur Verfügung stellst.
Hallo natürlich auch an unsere Zuhörenden.
Schön, dass ihr hier mit Ohren und
Ohren auch wieder mit dabei seid.
Aminata, ich werde dich kurz vorstellen.
Du bist seit 2012 Mitglied
bei Bündnis 90 der Grünen.
Du bist seit 2022 Ministerin für Soziales,
Jugend, Familie, Senioren, Integration und
Gleichstellung hier in Schleswig-Holstein.
Und du bist auch Stellvertreterin
des Ministerpräsidenten.
Das heißt, unsere quasi
Vizeministerpräsidentin Wie quasi.
Jedenfalls spricht man das auch.
Sagt man auch Vizeministerpräsidentin?
Meistens eher stellvertretende
Ministerpräsidentin.
Aber es ist nicht falsch, glaube ich.
Das heißt, wenn Daniel Günther mal
kippert, bist du quasi die Chefin unseres
Landes und hältst alles am Laufen.
Also ganz praktisch läuft es tatsächlich
so, er schafft es natürlich nicht,
alle Termine wahrzunehmen, für die
er angefragt wird und wo man als
Ministerpräsident das Land vertritt.
Und dann werde ich gefragt, ob
ich Termine übernehmen kann.
Und das ist etwas, was gar nicht so
sichtbar, glaube ich nach draußen ist.
Aber du hast natürlich auch eine
sehr starke koordinierende Rolle,
eine politisch koordinierende Rolle.
Er für die CDU, ich für die Grünen.
Dass wir sozusagen natürlich
auch die beiden sind, die einmal
schauen, dass diese Koalition
und diese Regierung funktioniert.
Das vielleicht einmal noch als Ergänzung.
Super.
Wer noch mehr zu dir wissen möchte,
sollte nochmal ganz dringend in
die letzte Folge mit dir reinhören.
Wir machen gleich mal zu Beginn
mit dir eine Entweder-Oder-Runde.
Das heißt, du hast zwei Möglichkeiten.
Entscheide dich gerne für eins
und dann auch noch eine kleine
Ausführung Ausführung, warum du
dich für das eine entschieden hast.
Bike oder Bahn?
Womit bist du am liebsten unterwegs?
Bahn.
Nicht so gerne Fahrrad fahren?
Ach so, ja.
Ich lebe in Schleswig-Holstein.
Man kommt nicht an viele
Orte mit dem Fahrrad.
Wo man halt immer gegenwind.
Genau, man hat immer Gegenwind.
Und ich muss auch wirklich sagen,
mein Alltag ist nicht davon geprägt,
dass ich so viel Zeit habe, mit dem
Fahrrad oder auch überhaupt mit der
Bahn zu fahren, um ehrlich zu sein.
Da will ich schon transparent genug sein.
Ich bin viel mit dem Dienstwagen,
ein E-Auto, unterwegs.
Und auch aus anderen Gründen tatsächlich
nicht so viel mit der Bahn unterwegs.
Und auch nicht mit dem Fahrrad.
Zukunftsvision 2040.
Klimaneutrales Schleswig-Holstein oder
sozial gerechtes Schleswig-Holstein?
Was kommt zuerst?
Das ist fies Das kann man
mich noch nicht fragen.
Als Sozialministerin und als Grüne.
Ich nehme den beides Joker.
Ich nehme den beides Joker.
Den hat Sandra gerade eingeführt.
Energiewende.
Große Chance oder große Herausforderung?
Große Chance.
Persönliche Energiequelle.
Mehr Blick oder guter Kaffee?
Mehr Blick.
Wobei, also im Alltäglichen
auf jeden Fall Kaffee.
Ihr beiden trinkt schon Kaffee wie habe.
Wahrscheinlich mehr Kaffee als mehr Blick.
Klimaschutz.
Mehr Mut oder mehr Geduld?
Das ist gar nicht so leicht.
Mit Blick auf die Zeit, die uns
davonläuft, brauchst du mehr Mut.
Mit Blick darauf, dass es
gesellschaftsfähig sein muss.
Dass es damit funktioniert.
Mehr Geduld.
Mehr Mut.
Sehr gut.
Du hast eingeloggt.
Du hast am Anfang gesagt, dass du dir
mehr Verzahnung zwischen Energiewende
und sozialer Politik wünschen würdest.
Und genau darüber wollen
wir heute sprechen.
Das passt also perfekt.
Du hast eigentlich die
perfekte Einleitung gegeben.
Wir wollen also darüber sprechen, wie
eine soziale Energiewende aussehen kann.
Und in dem Kontext der Energiewende würde
uns erstmal interessieren, was für dich
überhaupt soziale Gerechtigkeit bedeutet.
Also ich glaube, soziale Gerechtigkeit
bedeutet für mich, als jemand, der
selber aus Verhältnissen stammt, meine
Eltern sind 92 hergekommen und wir haben
immer in armen Verhältnissen gelebt.
Das ist, glaube ich das Schicksal,
das viele Menschen, die in
die Hergeflogen sind, kennen.
Und wir einfach wissen, wir leben in einem
Land, in dem die Schere zwischen Arm und
Reich durchaus da ist und es schwierig
ist, aus den Verhältnissen rauszuwachsen.
Dass jede Person, egal in welchen
Verhältnissen sie aufgewachsen ist,
die Möglichkeit hat, sich selbst
zu verwirklichen Das muss nicht nur
Geld sein, aber immer so zu tun, als
wäre Geld nicht irgendwie relevant,
finde ich immer komplett crazy.
Und deswegen finde ich schon, die
Möglichkeit zu haben, finanziell gut
davon leben zu können, sich keine
Sorgen machen zu müssen und dass die
eigenen Kids und die Kids im Umfeld
die gleichen Möglichkeiten haben,
werden zu können, was man möchte.
Das ist für mich eine Form
von sozialer Gerechtigkeit.
Und ehrlicherweise auch, wenn ich
sozusagen ein bisschen mehr auf so einer
Makro-Ebene sehe, Dass Menschen, die
viel Geld haben, auch viel abgeben müssen.
Die Debatte führen wir ja gerade
über Erbschaftssteuer und so weiter.
Und ich finde die Frage davon, wie
wir unsere Gesellschaft gestalten und
wer warum so viel kämpft aufgrund von
fehlendem Geld oder fehlendem Kapital
und andere leben in absolut viel und
überflüssigem Geld, das sind alles Fragen
von Gerechtigkeit glaube ich die mir schon
wichtig sind auf einer individuellen wie
strukturellen Ebene weil dass es Menschen
gibt, die jeden Tag am Straucheln sind
und andere wiederum nicht wissen wohin mit
ihrem Geld und es eh nicht wehtun würde,
das finde ich ist eine Ungerechtigkeit
die bei Menschen zu Frustration führt.
Und die sollte Energiewende
nicht verschärfen.
Genau.
Was ist denn in dem Zusammenhang
gerade das wichtigste Thema auf deinem
Schreibtisch, also wenn es um die sozialen
Auswirkungen der Energiewende geht?
Ja, also wir versuchen, weil das
ist natürlich gar nicht so leicht
auch zu gucken und das meinte
ich gerade schon einleitend.
Ich denke ganz viel gerade aktuell darüber
nach und was ganz aktuell auf meinem
Tisch liegt, ist ein Buch über soziale
Klimapolitik am Ende des Tages, dass
ich gerade in vielen unterschiedlichen
Bereichen schaue, wie kriegen wir
diese Verzahnung eigentlich hin.
Ich war jetzt vor kurzem auch mit
einer Kollegin von mir aus dem Team in
Berlin und bin genau zu dieser Frage
unterwegs gewesen, wie können wir
sozialen Klimaschutz auf Landesebene
runtergebrochen eigentlich hinbekommen.
Ich habe mit unterschiedlichen NGOs
und Institutionen gesprochen und das,
was natürlich immer wieder gesagt
wird, aber was für mich immer ein
bisschen entweder das eine oder das
andere ist, da klingelt nicht bei
jedem, dass es sozialer Klimaschutz
ist, wie kriegen wir eine kommunale
Wärmeplanung hin, wie kriegen wir eine
Mobilitätspolitik hin, die irgendwie
für den Einzelnen finanzierbar ist.
Meine Kollegin Nelly Waldeck aus der
Landtagsfraktion, die hat jetzt erst
vor ein paar Tagen in dieser Woche
einen Vorschlag gemacht, zum Beispiel
eine Mobilitätsabgabe zu machen.
So, dann klingt das erst mal so,
oh Gott, wir sollen irgendwie für
irgendwas Geld ausgeben, was wir
alle sowieso schon nicht haben.
Aber ihr Vorschlag ganz konkret im
Mobilitätsbereich war, 10 Euro abzugeben.
Jeder zahlt diese 10 Euro, man
zahlt dann aber kein Ticket mehr,
was eine soziale Komponente hat.
Ich zahle dann nichts mehr
für das Deutschlandticket
oder für einzelne Tickets.
Und dadurch wird aber unsere
Mobilität vorangebracht, also die
gesamte Infrastruktur in dem Bereich.
Das finde ich ist schon sozial und
klimagerecht gedacht, weil man einerseits
Leute dazu motivieren kann, dann darauf
umzusteigen wenn es möglich ist und
das Netz so ausgebaut ist, dass es
realisierbar ist, weil ich finde es
auch immer ganz schön crazy, Leute
zu sagen, Hör auf Auto zu fahren und
fahr Zug, wenn der Zug nicht fährt.
Leuten politisch einfach nur zu sagen,
mach das mal, ohne die Infrastruktur
vorzusehen, das ist der Moment, wo
Leute berechtigterweise sauer werden.
Und wenn ich irgendwie zwei Stunden
an einem Bahngleich stehe und der Zug
fährt mich, weil wir nicht da rein
investieren, dann ist das ein Problem
und das müssen wir hinbekommen, weil
wir wissen, dass natürlich gerade
das individuelle Autofahren eins
der Themen ist, wo wir natürlich
mit Blick auf irgendwie CO2-Ausstoß
eine Riesenherausforderung haben.
Und wir haben auch keine Infrastruktur
nicht ausreichend zumindest, dass
man jetzt sagen kann, jede einzelne
Person mitten in der Stadt kann sich
jetzt irgendwie entweder ein E-Auto
leisten oder die Ladeinfrastruktur
ist so, dass das überall funktioniert.
Wir sind voll gut davor, bevor
Tobias Goldschmidt mich nach
diesem Take irgendwie anruft
und sagt, was erzählst du da?
Ich weiß, dass unsere Ladestruktur
wirklich auf einem guten Weg ist, aber
es ist trotzdem, ich wohne mitten in
der Stadt, ich habe nicht mal einen
Parkplatz, den suche ich jedes Mal.
Geschweige denn, dass ich da
weiß, wann würde ich da jedes
Mal mein E-Auto daran docken.
Ich habe das Privileg dadurch,
dass ich einen Dienstwagen habe und
einen Fahrer habe, der hat bestimmte
Spots wo er das immer lädt, aber
es hat ja nicht jeder einen Fahrer.
Und dann kann ich ja nicht mich
hinstellen als Politikerin und sagen,
fahr doch einfach zu, geh doch zu Fuß.
So ja, geht halt nicht
in meiner Lebensrealität.
Wie sind wir auf das ganze Thema gekommen?
Ich weiß gar nicht mehr was die
Ursprungsfrage war, aber long story short,
ich glaube, es ging so ein bisschen um
die Frage von Gerechtigkeit und Klima.
Was gerade bei dir auf deinem
Schreibtisch vor allem liegt.
die Frage, mache ich eine gute
und gerechte soziale Politik,
die auch irgendwie Klimaschutz
und Energiewende mitdenkt wenn
ich dieses Investitionsprogramm
auf den Weg gebracht habe?
Ich glaube schon, dass es ein Beitrag
ist, bei Jugendstädten und aber
auch bei sozialen Einrichtungen dort
40 Millionen Euro zu investieren.
Aber was braucht es darüber hinaus?
So, und die klassischen Instrumente,
über die wir ja in den letzten
Jahren immer geredet haben, ist das
Klimageld, das leider nie gekommen
ist, auf Bundesebene wohlbemerkt.
Und ich bin ehrlicherweise sehr
stark auf der Suche zu gucken.
Neben Vorschlägen wie Nelly Waldeck
sie gemacht hat, wo müssen wir noch
besser werden in dem, also wie können
wir besser werden, diese beiden
Bereiche stärker zu verzahnen, weil
sie meiner Meinung nach künstlich
gegeneinander aufgespielt werden.
Und das ist ein Riesenproblem.
Wir haben auch heute oder gestern eine
Presseverlautbarung gehört, beispielsweise
von der SPD zusammen mit dem Verband
Norddeutscher Wohnungsunternehmen
und wer war der Dritte?
Player.
Irgendjemand anderes.
Achso, der Sozialverband Deutschland
hier in Schleswig-Holstein, die
sozusagen die These erstmal aufgestellt
haben, dass wir das Klimaschutz,
so wie wir es als Regierung machen,
auch, ich glaube, vor allem auch in
der Kritik wie wir Grünes sozusagen
denken, nicht sozial gerecht ist.
Und ich finde das schon eine mutige
Aussage in einer Zeit, in der wir merken,
was uns kein Klimaschutz, was uns keine
Energiewende kostet und wir gerade
genau in diese Situation hineinlaufen,
wenn unser Leben im Bereich Wohnen
aber auch Fortbewegungsmittel und so
weiter, Heizen, Strom, all das, wenn
das nicht auf Erneuerbare ausgerichtet
ist, dann wird es für uns teuer.
Und deswegen verstehe ich gar nicht, wie
man eine Debatte in dieser Zeit führen
kann, in der man einem vorwirft, wir
wollen nicht sozusagen... Wir sind zu
mutig wir wollen ein Klimaziel von 2040.
Ich glaube, wie wir es auch in der
letzten Folge schon besprochen haben,
die Frage ist ja, wie mache ich das?
Wie organisiere ich das als Staat?
Und ich glaube, dass wir da als
Schleswig-Holstein im Vergleich
zu vielen anderen Bundesländern
wesentlich besser davor sind.
Aber du kannst dann trotzdem die Angst
nachvollziehen, dass Menschen das Gefühl
haben, Klimaschutz sei teuer und auch zu
teuer für ihr persönliches Portemonnaie?
Natürlich.
Ich finde es auch völlig absurd, wenn
man als Politik oder als Politikerin...
Auch noch als Teil einer Regierung sich
hinsetzt und sagt, nö, ist nicht so.
Ich glaube dir deine Angst nicht.
Also das ist ja das
Absurdeste was ich tun kann.
Und das, was ich ja machen muss, ist,
nicht die Angst zu schüren, sondern
zu gucken, okay, das ist unser Plan.
Wir haben hier ein Gesetz, ein
Klimaschutzgesetz, Energie- und
Klimaschutzgesetz, mit dem wir
wirklich Antworten geben und eine
Planungssicherheit nach vorne geben.
Wir überlegen uns Maßnahmen,
wie wir vorankommen können.
Wir haben schon eine Situation, in
der wir uns von erneuerbaren Energien
tatsächlich selbst... versorgen können.
Wir müssen aber eben auch schauen,
dass die Kosten für uns dann auch
gering sind und bleiben hier im
Norden in Schleswig-Holstein.
Also all diese Fragen
müssen wir beantworten.
Dinge, die wir nicht auf Landesebene
lösen können, müssen wir an
die nächste Ebene weitergeben.
Gar nicht im Sinne von bin ich
zuständig, sondern wenn es einfach ein
Bundesgesetz ist oder ein okkupierisches
Gesetz, muss es dort geändert werden.
Ja das sind glaube ich so Sachen,
da wo ich mir denke, es macht
halt gar keinen Sinn, Leuten
irgendeine Angst abzusprechen.
Du hast ja selbst schon gesagt, für dich
gesprochen, dass du privilegiert bist.
Beispiel ein E-Auto als Dienstwagen hast.
Was muss aber dann konkret geschehen
damit einkommensschwächere Haushalte
nicht überproportional davon belastet
sind, dass die Energiewende für sie
teuer ist und das schwerste am Teil?
Ich glaube, dass tatsächlich genau
andersrum es gerade passieren wird.
Also wenn wir uns die Situation angucken
im Bund, wenn ich sozusagen alles
zurückdrehe und mehr auf fossile setze
dann wird es teuer für die Einzelnen.
Und ich glaube, da fängt sozusagen
schon der erste Schritt an, dass das
sozusagen eine Falscherzählung ist,
die gerade unsere Bundesregierung
und gerade Konservative in den
letzten Jahren erzählt haben.
Denn fossile Energien, die endlich sind,
das ist ja das Thema bei fossilen Energien
und gerade wenn sie in Ländern sind,
wo kriegerische Auseinandersetzungen
sind, wie wir es derzeitig auch im
Konflikt um den Iran erleben, dann
wird es ja teuer für den Einzelnen.
Wir haben ja gerade nicht eine Situation
von Preisteuerung aufgrund der Tatsache
dass wir erneuerbare Energien haben.
Dann ist es ja genau gegenteilig.
Und ich glaube, das ist sozusagen
schon der erste Logikfehler der in
der Debatte stattfindet zu glauben,
dass das teuer Aber die Frage ist
ja, weil wir jahrzehntelang als
Menschen genau auf diese fossilen
Energieträger gesetzt haben, ist jetzt
ja die Veränderung rüberzuwechseln die
Herausforderung, vor der wir stehen.
Und da ist ja die Frage, gerade wenn wir
uns jetzt Schleswig-Holstein angucken
und bei Fragen von Energiegewinnung sind,
die Frage ist ja immer, wie kann ich
beispielsweise diese Energie speichern?
Und wie kriege ich sie beispielsweise
transportiert in den Süden Westen
oder sonst wo irgendwo hin?
Auch dort sind wir in der Debatte
und auch in der Realität viel
weiter als wir es vorvorhin...
Fünf oder zehn oder 15 Jahren waren.
Und das heißt, die Frage ist ja
immer wieder, wie kriegen wir
es eigentlich hin, das für alle
zugänglich und erreichbar zu machen?
Und dass es günstiger für uns ist.
Und erneuerbare Energien
sind günstiger für uns.
Und deswegen geht es darum, die
Frage von Ausbaustrategien und
Batteriespeicherung und all diese
Sachen sind, glaube ich relevant.
Und am Ende des Tages geht es auch um die
Frage, habe ich als Individuum überhaupt
die Möglichkeit, wenn ich das Thema Wohnen
nehme, selber darüber zu entscheiden?
Und mit welcher Wärme wird hier eigentlich
geheizt Ist das dann teuer für mich Weil
die Energiekosten für die Einzelnen sind
gerade bei den ärmeren Menschen viel
höher als bei vielen anderen, die die Wahl
haben, zum Beispiel zu sagen, ich baue mir
da jetzt eine Wärmepumpe ein oder nicht.
Also das ist ja eine Realität vor
der wir gerade stehen und auf, da wo
wir sozusagen als Staat eigentlich
gefordert sind, gesetzliche
Grundlagen zu schaffen, dass auch
Mieterinnen dem nicht ausgesetzt sind.
Wir zoomen hier im Podcast gerne mal
in die einzelnen Sektoren rein, also in
einzelne Teilwände Energiewende, also
Stromwende Wärmewende und Verkehrswende.
Das wollen wir gerne mit dir auch mal tun.
Wenn wir auf den Stromsektor gucken,
wie du auch schon sagtest, wir haben
schon sehr viel erneuerbaren Strom
hier in Schleswig-Holstein, mehr
als wir selbst verbrauchen können
was ja an sich schon mal ein sehr
guter Standortvorteil für uns ist.
Wie können wir diesen Standortvorteil
aber auch dafür nutzen, dass es dann
preislich auch oder finanziell auch bei
den Leuten ankommt, dass sie das spüren?
Und die Situation haben wir halt
eben noch nicht, dass obwohl
wir super viel erzeugen wir noch
nicht unbedingt davon profitieren.
Und deswegen ist das sozusagen der
Punkt, der glaube ich und den wir
ja auch immer Richtung Bund spielen
und auch in nächste Ebene spielen,
dass wir in Schleswig-Holstein
davon profitieren müssen vor Ort.
Das ist, glaube ich noch der letzte
Schritt, der notwendig ist, damit der
Einzelne vor Ort hier das auch merkt Es
ist für uns günstiger am Ende des Tages.
Du sagst es ja auch schon,
dass die Erneuerbaren die
günstigste Energieform ist.
Du sagst aber auch schon, dass wir unser
Netz ausbauen müssen, damit wir den
Strom auch von A nach B kriegen, was
ja aber auch Kosten verursacht was dann
wiederum sich finanziell dann wieder gegen
die günstigen Erneuerbaren entspricht.
Also was muss da passieren, damit das
bei uns dann am Ende trotzdem irgendwie
im Portemonnaie auch spürbar ist?
Genau, also ich glaube, dass der Ausbau
stattfindet und wir als Staat eben
überlegen, was finanzieren wir davon
mit, was subventionieren wir davon mit.
So sind wir bereit, diese
Rahmenbedingungen auch
tatsächlich zu schaffen.
Das sind ja höchstpolitische
Entscheidungen, die man da treffen muss
und zwar als Bundesrepublik gemeinsam.
Und deswegen ist da natürlich gar nicht
als, ich möchte da einfach nur auf
die nächste Ebene verweisen, aber wenn
ich über die Frage von Nord nach Süd
sozusagen über Trassenpolitik spreche
und so weiter, da brauchen wir ja
ein gemeinschaftliches Commitment und
auch die Frage von investieren wir da
gemeinsam als Bundesrepublik da hinein.
Und wir haben da als Schleswig-Holstein
immer wieder die Forderung, dass
man da gesamtgesellschaftlich als
Deutschland drauf blicken muss
und dann am Ende des Tages wollen
wir das für Schleswig-Holstein
natürlich dann auch irgendwie.
Weniger zahlen müssen.
Genau, das war der Stromsektor
und hoffentlich irgendwann
mal schöne, günstige grüne
Strompreise in Schleswig-Holstein.
Lass uns die Wärme angucken.
Kürzlich hat die Bundesregierung
da die Eckpunkte von dem neuen
Urgangssprachlich-Heizungsgesetz,
korrekterweise
Gebäudemodernisierungsgesetz
bekannt gegeben.
Und das hattest du jetzt auch
schon mehrmals angesprochen.
Dadurch entsteht potenziell auch so
ein Vermieter-Mieter-Dilemma, weil
die Vermieter keine Anreize haben,
ihr Haus energetisch zu sanieren oder
halt in eine klimafreundliche Heizung
zu investieren und gleichzeitig tragen
aber die MieterInnen am Ende die Kosten.
Ja.
Würdest du sagen, dass der Bund, sollte es
denn so kommen, ich meine das Gesetz ist
bisher ja nicht so verabschiedet, würdest
du sagen, dass die Bundesregierung da die
Mieter und Mieterinnen im Stich lässt?
Zu 100 Prozent und das Spannende ist
ja auch, und deswegen fand ich auch
die Äußerung die jetzt wie gesagt
von der Landes-SPD getroffen worden
ist, zumal gemeinsam mit dem Verband
Norddeutscher Wohnungsunternehmen und dem
Sozialverband so spannend, weil es gibt ja
SPD-Abgeordnete über die unterschiedlichen
Ebenen wie Europaebene, Bundesebene
und so weiter, die selbst einen Aufruf
gestartet haben, gesagt haben, so
darf dieses Gesetz definitiv nicht den
Bundestag passieren und Realität werden.
Also da brauche ich noch nicht mal
sozusagen den politischen Mitbewerber,
um zu sagen, das finden viele gar
nicht mal nur in Ordnung und schräg,
sondern es sind auch eigene Leute, die
finden, dass das nicht gut gelaufen ist.
Und von daher, ja, ich glaube, dass
man mehr Planungsunsicherheit hat.
Man hat sich jetzt auf einen Weg vor
einigen Jahren durch die Ampel auf
den Weg gemacht, vor allem den Fokus
auf sowas wie Wärmepumpen zu haben.
Und wir haben dann ja auf dem
Markt auch gemerkt, die Leute
haben sich dahingehend entschieden,
Förderprogramme wahrzunehmen und sich
für eine Wärmepumpe zu entscheiden.
Und jetzt will man ein Stück
weit eine Rolle rückwärts machen.
Also die Debatte in den letzten Wochen,
die wir darüber geführt haben, haben ja
auch eine hohe Unzufriedenheit gezeigt.
Ich finde es überhaupt nicht, um das
vielleicht mal vorwegzunehmen, überhaupt
nicht falsch, wenn man der Überzeugung
ist, dass eine Regierung davor vielleicht
nicht alles super gemacht hat, zu
überlegen, wo will ich nachjustieren.
Aber ich glaube, gerade in diesem
Bereich war eigentlich so ein Stück
weit eine Beruhigung reingekommen
und auch eine positive Entwicklung.
Und ich glaube, die Unruhe, die
jetzt gerade wieder da reinkommt,
wir werden das alles sehen.
Es sind bislang nur Eckpunkte.
Wir werden sehen, wie
es am Ende rauskommt.
Aber ich habe eher eine Befürchtung, dass
es sozusagen gerade in dem Sektor Wärme,
wo wir wirklich große Herausforderungen
haben, gerade mit Blick auf Wohngebäude,
das ist eines der großen Themen, die
wir haben und wo wir nicht gut sind.
Deswegen hat man sich ja gerade
diesen Bereich angeguckt, Wärme.
Weil wir wissen, die Wärmewende
ist noch nicht vollzogen.
Wir wissen, dass gerade Gebäude, die
sozusagen Klimasünder überhaupt sind, um
es mal in Anführungsstrichen zu sagen.
Und deswegen war das ja der Weg, zu
sagen, wir erneuern das, wir gucken
irgendwie, wie wir Förderprogramme
auf den Weg bringen und so weiter.
Und deswegen glaube ich, wird uns
das schon schaden am Ende des Tages.
Ja, es rumort da auf
jeden Fall gerade sehr.
Viele sind, glaube ich gespannt,
was da jetzt wirklich nachher ist.
Dass es eine Gesetzesänderung wird.
Du hast gerade schon
Wärmepumpen angesprochen.
Das ist ja... Eine Maßnahme, die mit
hohen Investitionskosten verbunden sind.
Und auch dort gibt es ja, wir sprechen
ja heute vor allem über die Menschen,
die vielleicht nicht das größte
Portemonnaie auf dem Tisch liegen haben.
Welche sozialen Maßnahmen oder auch
Beratungsangebote braucht es aus deiner
Sicht, damit gerade die Menschen die jetzt
nicht sagen, zack ich kaufe mir jetzt
eine neue Wärmepumpe und dann freue ich
mich über hoffentlich günstige Strompreise
und bin unabhängig von irgendwelchen
Gaspreisen Ja genau, was wäre da dein Weg?
Wir haben ja auf Bundes- wie
auch auf Landesebene, oder ich
fange mal auf Bundesebene an,
durchaus ja Förderprogramme
gehabt, um das zu subventionieren.
Und bevor ich mir aber irgendwas
einbaue, ist natürlich die
Frage, was brauche ich überhaupt?
Und auf Landesebene haben wir
beispielsweise auch Energieberatungen,
die wir mit staatlich subventionieren und
sagen, okay, du musst ja erst mal wissen,
was lohnt sich hier bei mir eigentlich?
Und ich finde, das sind
hochkomplexe Fragen.
Nicht jeder hat die Zeit, sich
damit auseinanderzusetzen.
Deswegen fördern wir so etwas.
Also ich meine damit, wir haben ja
durchaus eine Logik auf Bundes-, wie
auf Landesebene zumindest gehabt,
dass man sagt, wir möchten das mit
unterstützen, wir möchten subventionieren,
wir möchten auch, dass der einzelne
Verbraucher oder die Verbraucherin
weiß, was lohnt sich für mich.
Und ich finde gerade mit Blick darauf,
was das kleine Portemonnaie oder der
kleine Geldbeutel angeht, das total
gefährlich, in welche Richtung wir uns
gerade entwickeln mit Blick auf das neue
Gebäudemodernisierungsgesetz, ist weil den
Leuten zu suggerieren, das ist jetzt für
dich kurzfristig günstiger, dir eine Öl
oder eine Gasheizung einzubauen, obwohl
wir wissen, in einigen Jahren weil alles
sich in Richtung Erneuerbare entwickelt
und Gas und Öl teuer wird, das Leuten
nicht ehrlich zu spiegeln, das finde
ich, ist auch eine schwierige Situation.
Und deswegen will ich nur verkennen,
dass die Frage von, wann braucht es
den Heizungstausch und ist das ein
krasser Eingriff ins Private natürlich
eine Debatte war, die, auch wenn
sie sehr bewusst so geführt worden
ist, zu Verunsicherung geführt hat.
Und das ist ja das große Problem.
Ich glaube, vor Veränderungsprozessen
musst du Menschen mitnehmen.
Und ich glaube, da haben wir einen
großen Fehler gemacht, als Teil der
Bundesregierung vielleicht nicht gut genug
die Leute mitgenommen zu haben und gedacht
zu haben, aufgrund der Energiekrise
und aufgrund des Ukraine-Krieges sind
die Leute doch schon an dem Punkt.
Also ich glaube, da war so ein ganz
viel ganz viel so ein selbstverständlich
sind die Leute an dem Punkt und
verstehen, warum wir das machen.
Aber nein, ich glaube, auch da hätte
es einen besseren Vorlauf mit Blick
auf, wir sprechen mit den Leuten,
so wollen wir es gestalten, ist die
Quote, die wir ins Gesetz reinpacken
richtig, ist der zeitliche Punkt.
Also ich glaube, das sind alles
Sachen, die man im Nachhinein
nochmal an sich angucken kann.
Aber das, was wir jetzt machen, ist,
was wir, die Bundesregierung jetzt
gerade tut, halte ich für ein Zumindest
in den Eckpunkten für sehr schwierig.
Wobei die Förderprogramme bisher ja,
glaube ich noch nicht abgeschwächt wurden.
Da sind wir alle ganz gespannt, was
daraus passieren soll, ob das so bleibt.
Deswegen finde ich auch, das, was
ich aus den Eckpunkten zumindest
jetzt entnehmen kann und aus der
Debatte, dass man erstmal beunruhigt.
Ich hoffe, dass die politische Debatte,
die gesellschaftliche Debatte dazu
führen wird, dass man vielleicht nicht
zu stark noch rückwärts machen wird.
Ein ähnliches Phänomen haben
wir ja bei der Mobilität.
Wir haben schon über ÖPNV gesprochen und
über die Idee, dass man 10 Euro abgibt
und dann den ÖPNV kostenlos nutzen darf.
Aber wenn wir jetzt mal die Investitionen
vergleichen, das ist ja auch ein E-Auto
auf jeden Fall, eine hohe Investition
für die meisten Menschen hier im Land.
Und auch dort ist die Förderung zwar
sozial gestaffelt, aber ja nun nicht so
üppig als dass man sagen kann, alles klar,
jetzt kann ich das mir leisten, auch wenn
ich nur vielleicht ein Jahreseinkommen
von unter 30.000 Euro habe.
Aber da gibt es ja zum Beispiel auch
solche Leasing-Modelle, die in Frankreich
zum Beispiel auch ganz gut laufen.
Ist das eine Option
für Schleswig-Holstein?
Ich kenne diese Option, also ich kenne
das gar nicht das Modell in Frankreich.
Deswegen, keine Ahnung, kann ich
jetzt gar nicht so richtig sagen.
Aber ich glaube, dass es überhaupt
nicht schadet nach rechts und links zu
schauen, was für gute Ideen gibt es.
Man muss ja nicht immer
das Rad neu erfinden.
Und es ist genauso, wie du gesagt hast.
Ich glaube, schön wäre es, wenn
wir eine Infrastruktur hätten, eine
Ladeinfrastruktur, die so ist, dass
du überall, egal wo du lädst, lebst,
laden kannst und dass man sich
das Auto als solches leisten kann.
Das wird ja auch immer besser, umso
mehr auch produziert werden und so
weiter und mehr dann irgendwie auch auf
Gebraucht-Markt dann zur Verfügung stehen.
Aber ja, für viele ist es heutzutage
noch viel zu teuer, sich so ein
E-Auto zu kaufen, geschweige
denn auch ein anderes Auto.
Und trotzdem brauchen das super viele.
Und deswegen glaube ich auch an der
Stelle es macht keinen Sinn, den
Einzelnen oder der Einzelnen den Vorwurf
zu machen, weil, und ich glaube, da
hatten wir vorhin drüber gesprochen,
Also wir sind ein ländlich geprägtes
Land und jeder Person, die ein Auto
hat vorzuwerfen, du bist eine Klimasau,
das macht, glaube ich keinen Sinn.
Und jede Person, die in Berlin lebt und
die S-Bahn benutzt ist total nachhaltig
Das ist ja nicht die Realität, sondern
die Frage ist ja immer, wie sieht mein
Angebot aus, wie sieht die Struktur
aus und kann ich das wahrnehmen?
Und wenn da kein Zug fährt und wenn
da kein Bus ist, dann benutze ich ihn
halt nicht, sondern ich nehme das Auto.
So, und dann ist ja die nächste Frage,
habe ich ein Auto, das irgendwie ein
E-Auto ist und kann ich mir das leisten?
Also so läuft es ja.
Und deswegen, glaube ich
ist es immer andersrum.
Du brauchst Anreize für die Wirtschaft,
eine Planungssicherheit für die Wirtschaft
und zu sagen, das ist die Zukunft E-Autos,
dann baust du dementsprechend auch eine
Struktur aus, setzt Anreize dafür und bist
aber auch sehr motiviert und ambitioniert,
was beispielsweise auch die Mobilität
Mobilitätsstruktur rund um Zug und Bus und
so weiter angeht und welche Demandsysteme
kann man im ländlichen Bereich haben.
Also da müssen wir, glaube ich kreativer
werden und trotzdem die Realität nicht
ignorieren, dass die Situation auf dem
Land eine andere ist als in der Stadt.
Das heißt aber ergänzend zu den
Förderprogrammen, die der Bund hat,
gibt es jetzt aus dem Landeshaushalt
nicht noch irgendwelche Förderungen
für meinetwegen Heizungsumstellungen,
E-Auto-Kauf oder vielleicht ja auch
einfach nur das Ticket für den EPNV, oder?
Das haben wir nicht mit Blick auf die
ersten Punkte, die du genannt hast
Aber wir haben schon mit Blick auf das
Deutschlandticket zum Beispiel durchaus
Subventionierungen auf den Weg gebracht
für zum Beispiel Landesbedienstete und
so weiter Also da haben wir schon mit
subventioniert damit das attraktiver ist.
Aber wir haben keine dezidierten
Förderprogramme in der Größenordnung.
Und auch nicht explizit
für schwächere Haushalte?
Nee, das haben wir nicht tatsächlich Hast
du eigentlich als Sozialministerin oder
dein Sozialministerium als Ganzes die
Möglichkeit, Maßnahmen zu treffen, die
jetzt relativ kurzfristig es schaffen,
Energiewende sozial gerechter zu machen?
Oder muss man leider feststellen,
dass es eher was Langfristiges ist?
Ich glaube, es geht da gar nicht nur
um die Langfristigkeit, sondern auch
um die Frage, hast du die Instrumente
auf Landesebene, um es so zu machen?
Ich nehme ja zum Beispiel das Klimageld.
Die Frage, warum das immer noch
nicht implementiert ist, ist ja
eine höchst bürokratische Frage.
Wie kommt man an die einzelnen
Bürger und Bürgerinnen ran?
Ist ja immer wieder die Frage,
wenn wir sagen, wir wollen für alle
irgendetwas machen, geht irgendwie nicht.
Und das heißt, das sind eher
diese Strukturfragen, die es
herausfordernd machen, warum man
das nicht auf den Weg bringen kann.
Und ehrlicherweise so
ehrlich will ich auch sein.
auch eine Kostenfrage, können
Länder sich das leisten oder nicht?
Oder auch, kann der Bund
sich das leisten oder nicht?
Das ist ja eins der Themen,
um die es dann geht.
So hat man die Mittel, um
das zur Verfügung zu stellen.
Aber ich will ein ganz konkretes
Beispiel nennen, wo wir gerade
als der Ukraine-Krieg ausgebrochen
ist, dann ja hier auch so
Entlastungspakete geschnürt haben.
Wir hatten in Schleswig-Holstein das erste
Entlastungspaket in der Bundesrepublik.
Und da habe ich als Sozialministerin
zum Beispiel gesagt, die Leute merken
ja in ihrem Portemonnaie, dass das Geld
das knapper wird durch die steigenden
Preise durch die Inflation und alles.
Und habe dann in meinem Bereich
geguckt, wo gehen Menschen Geld aus
durch landespolitische Entscheidungen.
Das ist zum Beispiel
bei den Kita-Beiträgen.
So, also wir haben insgesamt
eine Sozialstaffel.
Leute, die kaum oder gar kein Geld
haben, die zahlen nichts für Kita, aber
die mittleren und oberen Einkommen.
So maximal 232 Euro bei 40
Stunden, bei unter Dreijährigen.
Das ist das Höchste sozusagen,
was man zahlen muss.
Und da haben wir die Sozialstaffel
für ein Jahr noch unter Weiter
ausgeweitet bei den mittleren Einkommen.
Und ich glaube, das ist am Ende des
Tages auch die Frage, die ich für mich
noch nicht final beantwortet habe,
aber da worüber man nachdenken muss.
Heißt sozial gerechter Klimaschutz,
dass jede Klimaschutzmaßnahme so
ist, dass sie als solche günstig ist?
Oder geht es am Ende des Tages um das
gesamte Leben, das die Leute haben?
Also wie schaffe ich es auch, bestimmte
Bereiche des Lebens günstiger am
Ende des Tages zu machen, die nicht
unmittelbar Klimaschutz bedeuten,
aber die durch die Tatsache, Dass
wir in dieser Veränderung als
Gesellschaft sind, teuer werden könnten?
Am Ende wirkt es auf dem Konto ja gleich.
Manchmal hat es halt eher auch so eine
kommunikative und Akzeptanz Hintergrund,
dass ich sage, wenn ich jetzt sowas wie
ein Klimageld aufs Konto bekomme und
da steht Klimageld drin, dann bin ich
wahrscheinlich mehr für Klimaschutz,
als wenn da drauf steht Kindergeld, weil
dann bin ich vielleicht eher für Kinder.
Was auch nicht schlimm ist.
Aber das ist genau die Frage.
Und manchmal ist es, und du hast es
ja gerade angesprochen, es ist auch
eine Frage der Kommunikation wenn man
zum Beispiel ... Und das auf den Weg
bringt im Klimaschutzbereich und auf der
anderen Seite eine andere Entlastung und
aber das als Paket sozusagen vorstellt
und sagt, wir wollen, dass am Ende des
Tages ihr nicht mehr zahlt und euer
Portemonnaie nicht mehr belastet wird.
Dann muss es nicht immer unmittelbar
das Thema sein, aber ich will als Mensch
irgendwie, der vor unterschiedlichen
Herausforderungen steht und
irgendwie tausend Bälle in Hand hat
und vielleicht nicht so viel Kohle
habe, nicht weiter belastet werden.
Das kann man nachvollziehen.
Die nächste Frage ist so ein bisschen
nach dem Motto, wünsch dir was.
Wenn du jetzt drei Maßnahmen wählen
könntest um Energiewende sozial
gerechter zu machen, damit sie
morgen wirken, welche wären das?
Also ich glaube, ganz viel
Geld reinstecken in öffentliche
Verkehrsinfrastruktur, die günstig
oder kostenlos am besten wäre.
Nummer eins.
Nummer zwei, dass es ein Klimageld
aufbaut Und es Ebene tatsächlich gibt.
Und der dritte Punkt wäre, bleibe
ich wieder bei der Wärmewende.
Weil ich glaube, auch das geht
ordentlich aufs Portemonnaie.
Wenn die Nebenkosten halt so hoch
sind, wie sie sind als Mieterin,
dann ist das einfach brutal.
Und es ist im doppelten Sinne
schlecht für unsere Umwelt und
für das eigene Portemonnaie.
Ja, also du weißt genau,
wo du anpacken willst.
Ein kurzer Abstecher noch.
Du bist ja Landesministerin Und über
uns gibt es immer noch Bundespolitik.
Wo ärgerst du dich manchmal, dass
dir da vielleicht die Hände gebunden
sind, wo du sagst, okay hier, ich
komme hier einfach nicht weiter.
Weil das ist einfach Landespolitik
und das andere ist Bundespolitik.
Gibt es da Bereiche, wo du sagst,
da ärgert es dich und da würdest
du gerne irgendwie selber mehr
Verantwortung übernehmen können?
Grundsätzlich jetzt.
Oder, also das habe ich
in vielen Themen bereits.
Deswegen, die Liste ist lang.
Gerne mit Bezug auf die
soziale Energiewende.
Okay Ich glaube tatsächlich bei
so Fragen wie Klimageld, dass
man das nicht vorangebracht hat.
Und dann aber auch bei so Fragen von
Förderprogrammen, da wo man denkt,
okay, da würde man an der einen oder
anderen Stelle, wenn die Kohle da
ist und diese Bundesregierung hat so
viel Kohle wie keiner davor, da was
voranzubringen und dann tatsächlich
auch bundesweit eine vernünftige Wärme
kommunale Wärmeplanung voranzubringen.
Also, dass das koordiniert und
strukturiert stattfindet und nicht, dass
jeder so rumhühnert und macht, was er
oder sie möchte So, das ist glaube ich Das
würde ich, glaube ich schon machen, weil
das eines der wichtigsten Bereiche ist.
Ja, und dann aber auch wieder
bei der Verkehrspolitik.
Also ich finde, es sind immer
wieder die gleichen Themen, bei
denen man am Ende des Tages landet.
Und die man auch einfach nicht in
Schleswig-Holstein alleine lösen kann
sondern im Verbund mit den anderen
Bundesländern und der Bundesregierung.
Ja genau.
Und apropos Regierung.
Es ist ja auch nicht mehr
so ewig dass die aktuelle
Landesregierung im Amt bleiben kann.
Zumindest stehen erstmal
Wahlen zwischendurch an.
Vielleicht bleibt sie im Amt
aber das werden wir noch sehen.
Und jetzt werden ja so langsam die
Parteiprogramme für die Landtagswahlen
im nächsten Jahr formuliert.
Wird die soziale Energiewende
da ein Thema im Programm sein?
Jo, auf jeden Fall.
Wir sind als Partei auch
schon in so Prozessen.
Das ist Wir hatten so eine Ideenkonferenz.
Da konnte man als Parteibasis
so die Ideen mit reinpacken.
Ich saß selber an einem Tisch da, wo
wir über das Thema sozialen Klimaschutz
gesprochen haben und wo ich mich selber
mit einbringen konnte und andere eben
ihre Ideen auch formuliert haben.
Wir haben mit den Sprecherinnen
unserer Landesarbeitsgemeinschaften
eine Konferenz gehabt.
Also wir sind gerade dabei,
alle Ideen zu sammeln.
Übrigens man kann da auch tatsächlich
bei uns auf der Seite der Grünen
Schleswig-Holstein seine Ideen einbringen.
Da gibt es ein Formular
und da kann man irgendwie.
Ich möchte, gerade wenn einem was
einfällt, zum Beispiel zum Thema sozialer
Klimaschutz, schreibt uns munter in
dieses Formular und sagt irgendwie, das
stelle ich mir vor oder wünsche ich mir.
Aber auch zu allen anderen
Themen kann man das machen.
Das heißt, wir sind da inmitten
dieses Prozesses und meiner Partei
ist so drauf, dass wir in der Regel
es fehlt uns echt nicht an Ideen.
Die Frage ist immer Zuspitzung und
dass man das tatsächlich hinbekommt,
das so runterzubrechen, dass man das
dann den Leuten auch nahe bringen kann.
Wir als große Energiewende-Fans und
UnterstützerInnen würden uns natürlich
freuen, wenn viele deiner Vorschläge und
Maßnahmen auch zeitnah umgesetzt werden.
Es war uns auf jeden Fall eine große
Freude, dass du bei uns warst Aminata.
Hat großen Spaß gemacht.
Vielen Dank dafür.
Danke auch für die Einladung.
Und vielleicht sprechen
wir uns nochmal wieder.
Und liebe Zuhörer da draußen, wenn
euch das auch gefallen hat, was wir
hier heute besprochen haben, bewerten
uns gerne in eurer Podcast-App.
Das würde uns freuen.
Geht ganz schnell.
Und dann hören wir uns
beim nächsten Mal wieder.
Genau.
Bis dann.
Tschüss.