Vision trifft Business - Podcast

Christina Schmautz

Zukunftsarchitekten #9: Béatrice Wirth | Verein Libellenhaus Winterthur

23.05.2026 47 min

Zusammenfassung & Show Notes

Essstörungen gelten als eine der komplexesten psychischen Erkrankungen. 

Und doch klafft im Schweizer Versorgungssystem eine Lücke, die viele Familien erst dann bemerken, wenn sie mittendrin stecken: der Moment nach dem Klinikaufenthalt. Kein weiches Auffangnetz, kein Ort, der junge Menschen schrittweise zurück in den Alltag begleitet. 

Genau diese Lücke will der Verein Libellenhaus schliessen.

Béatrice Wirth ist Gründerin und Präsidentin des Vereins Libellenhaus in Winterthur, den sie im Dezember 2023 ins Leben gerufen hat. Sie weiss aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, als Jugendliche an Magersucht zu erkranken und einen langen Genesungsweg zu gehen. Heute nutzt sie genau diese Erfahrung als Peer-Beraterin, um Betroffenen und Angehörigen Hoffnung, Orientierung und konkrete Unterstützung zu geben. 

Der Verein bietet ein kostenloses, niederschwelliges Beratungsangebot, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit sowie monatliche Austauschgruppen. Das Herzprojekt, das alles ins Rollen brachte, ist die geplante Mädchenwohngruppe als sozialpädagogisches Brückenangebot zwischen Klinik und Alltag.

Die Idee entstand während Corona, als Béatrice sich zur Ernährungscoach ausbilden liess und dabei auf das Thema Essstörungen stiess. Und sie erkannte, was in der Schweiz fehlt: ein Ort, der Jugendliche nach einem Klinikaufenthalt auffängt, bevor sie wieder in denselben Alltag zurückgeworfen werden, aus dem heraus die Krankheit entstanden ist. 

Was mit dieser Idee begann, ist heute ein Verein mit drei Säulen, 45 Mitgliedern und einer wachsenden Vernetzung mit Fachpersonen aus Psychologie, Medizin und Sozialarbeit.

In dieser Folge erfährst du:
  • Wie aus Béatrices persönlicher Erfahrung mit Magersucht ein Verein wurde, der eine systemische Lücke schliesst.
  • Was Peer-Arbeit leisten kann, die professionelle Therapie allein nicht bietet, und warum sie bei Essstörungen besonders wirksam ist.
  • Wie der Aufbau eines sozialpädagogischen Pilotprojekts in der Schweiz wirklich aussieht: Bürokratie, Liegenschaftssuche, Kantonsanforderungen und Finanzierung im Detail.
  • Warum die Mädchenwohngruppe nicht nur die Betroffenen entlastet, sondern auch Familien und das Gesundheitssystem als Ganzes.
  • Welche konkreten Formen der Unterstützung der Verein heute braucht: von Kooperationspartnern und Fachpersonen bis hin zu Freiwilligen, Vorstandsmitgliedern und Spenderinnen.
Diese Folge ist für alle, die wissen wollen, wie gesellschaftliche Wirkung entsteht: Schritt für Schritt, mit Rückschlägen, Geduld und einem Herzensauftrag, der stärker ist als jedes Hindernis. Und wenn du jemanden kennst, der von diesem Gespräch profitieren könnte, teile es gerne weiter.

Folge Béatrice Wirth und dem Verein Libellenhaus, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren:
Möglichkeiten, Béatrice und das Libellenhaus zu unterstützen:
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