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Netze, Speicher, Rechenzentren: Was Europas Standortnachteil für Anleger bedeutet

Warum Europas Energiekosten strukturell hoch bleiben, wo der Ausbau der Erneuerbaren an Grenzen stößt und weshalb Rechenzentren den Strommarkt neu vermessen

14.08.2026 38 min

Zusammenfassung & Show Notes

Stefan Ferstl und Dr. Manfred Drennig ordnen ein, warum Europas Energiekosten strukturell und nicht nur zyklisch hoch sind, welche praktischen Probleme beim Ausbau von Netzen und Speichern auftreten und wie realistisch eine Renaissance der Atomkraft ist. Im Zentrum steht der wachsende Strombedarf von Rechenzentren, der laut den beiden zum entscheidenden neuen Faktor für Energiemärkte und digitale Souveränität wird. Hörer erhalten eine Einordnung, welche Unternehmenstypen von dieser Entwicklung profitieren könnten.

Europas Energiekosten sind laut Frankfurter Allgemeine Zeitung dreifach so hoch wie bei internationalen Konkurrenten, bei gleichzeitig doppelten Lohnkosten und 30 Prozent weniger Arbeitsleistung
Stefan Ferstl und Dr. Manfred Drennig ordnen ein, warum dieser Nachteil strukturell und nicht zyklisch ist.

Beim Ausbau der Erneuerbaren identifiziert Drennig vier praktische Probleme: unzureichende Netze, fehlende Speicher für Dunkelflauten, sommerliche Engpässe durch Klimaanlagen und Überschussstrom, der mangels Leitungen negativ vergütet werden muss. Laut Netzbetreiber APG kosten Netzengpässe und Stromverschwendung in Österreich rund 500 Millionen Euro pro Jahr.

Auch die Atomkraft wird eingeordnet, von Kostenrisiken über Kühlwasserprobleme bis zu Thorium-Reaktoren. Den größten strukturellen Umbruch sehen die beiden aber bei Rechenzentren: Ihr weltweiter Energiebedarf entspricht bereits dem einer mittelgroßen Industrienation und soll sich verdoppeln. Ein Rechenzentrum in Oberösterreich soll rund ein Drittel des Landesstrombedarfs beanspruchen – mit Folgen für Energiemärkte und digitale Souveränität. Damit rückt auch die Frage in den Fokus, wer sensible Daten in Zukunft verarbeitet.

Wichtigste Punkte
  • Die FAZ fasst Europas Wettbewerbsnachteil laut Drennig so zusammen: dreifache Energiekosten, doppelte Lohnkosten, 30 Prozent weniger Arbeitsleistung gegenüber internationalen Konkurrenten.
  • Laut Netzbetreiber APG kosten Netzengpässe und abgeregelter Überschussstrom Österreich zusammen rund 500 Millionen Euro pro Jahr.
  • Rechenzentren verbrauchen weltweit bereits so viel Energie wie eine mittelgroße Industrienation; ein einzelnes Rechenzentrum in Oberösterreich soll rund ein Drittel des oberösterreichischen Strombedarfs beanspruchen.

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