Evidenz in der Praxis: Leitlinien für die Allgemeinmedizin- mit Jeannine Schübel
01.03.2026 46 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge widmen wir uns gemeinsam mit unserem Gast Prof. Dr. Jeannine Schübel dem Thema Leitlinien - einem entscheidenden Element für die Qualität der medizinischen Versorgung. Als Expertin zu dem Thema zeigt sie die Relevanz von Leitlinien in der Allgemeinmedizin auf. Sie erklärt zudem die verschiedenen Arten von Leitlinien, gibt uns Einblicke in den Entstehungsprozess sowie den Transfer in die hausärztliche Praxis. Darüber hinaus erzählt sie, wie sich Interessierte in die Leitlinienarbeit einbringen können, welche Leitlinienthemen als nächstes anstehen und gibt Tipps, wie man up to date bleiben kann.
Sendet Feedback gerne an: kontakt@kwhessen.de
Shownotes:
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Shownotes:
- Umfrage zum Podcast
- Infos zu Prof. Dr. Jeannine Schübel
- Sektion Leitlinien & Qualitätsförderung der DEGAM
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)
- AWMF-Regelwerk
- Überblick über DEGAM-Leitlinien
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Leitlinien-Telegramm von AMBOSS
- Deximed newsletter
- Doccheck
- Unser Seminarprogramm
- mehr Informationen zu unserem Angebot (Seminare, Mentoring, Fallkonferenzen, Beratung) und uns als Kompetenzzentrum Weiterbildung Hessen
- wir als Kompetenzzentrum Weiterbildung auf Instagram
- wir als Kompetenzzentrum Weiterbildung auf Facebook
- wir als Kompetenzzentrum Weiterbildung auf LinkedIn
- Unser Standort an der Universität in Frankfurt am Institut für Allgemeinmedizin
- Unser Standort an der Universität in Gießen am Institut für hausärztliche Medizin
- Unser Standort an der Universität in Marburg am Institut für Allgemeinmedizin
- mehr Infos zum Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, den Förderern des Projekts
Moderation: Dr. Sandra Herkelmann & Dr. Katharina Dippell
Konzeption & Redaktion: Ida Lotter
Produktion: Philip Schunke und Christian Köbke, YAPOLA
Der Podcast wird vom Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) gefördert.
Transkript
Hallo und schön, dass ihr wieder dabei seid. In dieser Folge erwähnen wir einige
Zeiträume, deshalb möchten wir euch darauf hinweisen, dass sie am 3.
Dezember 2025 aufgenommen wurde.
Auch die berufliche Position von Janine Schübel hat sich in der Zwischenzeit verändert.
Sie hat zum Jahresbeginn 2026 die Professur für Allgemeinmedizin an der Uni Cottbus übernommen.
Dazu gratulieren wir noch ganz herzlich und euch wünschen wir jetzt viel Spaß beim Hören.
Wege der Allgemeinmedizin. Dein Podcast rund um die Weiterbildung.
Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcast.
Ich bin Katharina, Hausärztin aus Frankfurt.
Ich bin Sandra, Ärztin und am Institut für Allgemeinmedizin in Frankfurt in
der Lehre. Und wir sprechen heute über das Thema Leitlinienarbeit.
Leitlinien sind relevante Hilfsinstrumente, unter anderem auch für Hausärzte
und Hausärztinnen, besonders relevant, da ja unser Behandlungsspektrum ja besonders groß ist.
Wir beschäftigen uns deswegen heute in dieser Folge damit, wie Leitlinien überhaupt
entstehen, welche unterschiedlichen Leitlinien es gibt und wie diese gut in
den Praxisalltag integriert werden können.
Dafür haben wir heute Dr. Janine Schübel zu Gast.
Sie ist Sektionssprecherin für Leitlinien und Qualitätsförderung in der DEGAM
und arbeitet als niedergelassene Hausärztin in einer Gemeinschaftspraxis in Dresden.
Darüber hinaus ist sie Leiterin der Lehre im allgemeinmedizinischen Bereich der Fakultät Dresden.
Herzlich willkommen. Wir freuen uns sehr, dass du heute hier bei uns bist. Hallo.
Warum brauchen wir denn jetzt insbesondere in der Allgemeinmedizin überhaupt Leitlinien?
Ja, was heißt insbesondere in der Allgemeinmedizin? Immer, überall. Genau, immer, überall.
Also gerade im medizinischen Bereich braucht man die, damit irgendwie das Wissen
an die Frau und an den Mann kommt.
Das aktuelle Wissen, der aktuelle Forschungsstand, also die Verbindung aus der
Erfahrung in der Praxis, der Forschung und eben der Patientenpräferenz,
also die klassische EBM eben in der Praxis umzusetzen.
Und gerade die Allgemeinmedizin, das macht vielleicht das Besondere in der Allgemeinmedizin
aus, die ist ja ein Riesenfach.
Also man muss einfach fachlich breit aufgestellt sein,
sodass es schwer zu leisten ist, alle Publikationen für alle möglichen Beratungsanlässe,
Erkrankungen quasi immer zu lesen, da up to date zu bleiben und da sind Leitlinien
einfach super praktisch, weil da hat sich schon mal jemand hingesetzt,
hat sich das genau angeguckt für die einzelnen Themen und hat zusammengefasst
und eben so aufgearbeitet, dass es auch irgendwie konsumierbar ist.
Genau, und es gibt natürlich schon viele andere Leitlinien von den anderen Fachdisziplinen.
Und das Problem da ist, die kann man nicht einfach übertragen,
weil es eine ganz andere Medizin ist, weil einfach so eine spezialistische Leitlinie
nicht einfach die Aussagen übertragbar macht, die man in der Allgemeinmedizin dann anwenden kann.
Ja, absolut. Ich habe das auch echt liebend gelernt und vor allen Dingen in
meiner Weiterbildung, wo man halt eben noch nicht so selber irgendwie so eine
Routine hat oder bei Anlässen, die man halt nicht so häufig hat,
die einem nicht so häufig begegnen, dann ist das echt super,
wenn man da gerade in diesen Kurzfassungen dann mal einen schnellen Blick drauf werfen kann.
Das ist wirklich sehr hilfreich, immer noch.
Selbst wenn ich jetzt schon ein paar Jahre auch auf dem Buckel habe.
Aber das finde ich wirklich toll, dass wir nicht irgendwie in den fachärztlichen
Leitlinien dann gucken müssen, sondern wirklich was spezifisch für uns,
für die Praxis relevant ist.
Gab es denn für dich ein Erlebnis, was dich so zu dem Thema Leitlinien und der
Arbeit an Leitlinien so gebracht hat?
Ich bin da total zufällig reingerutscht, wie das manchmal so ist.
Ich habe eine PJ-Praxis gesucht und es gab in ganz Dresden damals keine Praxis, die,
also das war total unbekannt, PJler in der Allgemeinmedizin gab es irgendwie gar nicht.
Und ich bin in der Praxis von Frau Professor Bergmann, der Chefin hier in Dresden, gelandet.
Die hat damals in einem MVZ gearbeitet und war noch gar nicht Professorin. Das kam in dem Jahr erst.
Und die hatten zufällig mit einer kleinen Arbeitsgruppe hier in Dresden an einer
Leitlinie zum Thema Schilddrüsenerkrankungen gearbeitet.
Hatten da schon irgendwie ein Jahr auf dem Buckel bei der Arbeit da dran.
Und ich kam, wie gesagt, im PJ dazu und es hieß, Mensch Janine,
kannst du mal hier rübergucken, irgendwie kommen wir nicht voran.
Und ich habe einfach mal reingeguckt in das, was es schon gab und das war quasi
mein erster Schritt in Leitlinienarbeit.
Und spannenderweise ist das ganze Projekt gescheitert erstmal am Ende.
Also ich habe eigentlich mit einer richtigen Niederlage angefangen,
so gar nicht so ein richtig cooler Start, genau, weil wir gemerkt haben,
Schilddrüsenerkrankung ist ein Riesenthema und es ist einfach nicht zu leisten
als einzelnes Leitlinienthema für die Allgemeinmedizin,
sodass wir es dann geteilt haben über ein Jahr später.
Also nachdem da nochmal ganz viel Arbeit reingegangen war und wir dann angefangen
hatten mit einer Leitlinie zum erhöhten TSH-Wert.
Die aktuelle, die es jetzt auch noch gibt, wurde später mein Promotionsthema.
Also hat richtig da noch was gebracht, das Invest, auch akademisch.
Genau, und das war quasi der Schritt in die Leitlinienarbeit,
über den ich dann an der Stelle bin, an der Position, wo ich jetzt bin,
also tief in der Leitlinienarbeit.
Ja, wir haben ja schon so in den Vorgesprächen gesagt, ah, was für ein trockenes
Thema, irgendwie so eine Leitlinie, das ist ja nichts wirklich praxisbezogenes,
aber trotzdem genauso wichtig.
Es ist ja aber eigentlich was, was man täglich, fast täglich super viel in der Praxis braucht.
Und ich das dann schon total spannend finde, wie kommt das überhaupt zustande,
wie ist dieser Prozess, was ist denn da so die größte Fehlannahme,
wenn man es gerade sieht, über Arbeit an Leitlinien nachdenkt.
Also ist es so trocken, wie man denken könnte? Es ist schon ein bisschen trocken.
Ich glaube, es gibt so ein paar Fehlannahmen. Das erste ist,
was einem immer so entgegenschlägt, das sind alles so die Bürohengste,
die das machen, die vom Elfenbeinturm.
Die sitzen da an der Uni in ihren Büros und dann schreiben die mal Leitlinien
für das, was wir dann in der Praxis anwenden sollen.
Das ist eine totale Fehlannahme, weil gerade bei der DEGAM brauchen wir die
Hausärztinnen und Hausärzte, die da mitmachen und die machen tatsächlich mit.
Also das sind Leute, die aus der Praxis kommen, die auch genau die Fragestellungen,
die in der Praxis auftauchen, mit da reinbringen, die sich gern mit Literatur
beschäftigen, auch so mit der aktuellen Evidenz, die zu einem Thema da ist.
Genau, aber die schreiben das mit und das zusammen mit durchaus Gesundheitswissenschaftlern,
die an Universitäten arbeiten.
Aber das Wichtige ist wirklich zusammen. Also das ist nicht eine rein akademische Tätigkeit.
Also es ist eine akademische Tätigkeit, weil auch Hausärzte sind ja Akademiker.
Aber es ist nicht immer diese Riesen-Distanz von der Uni in die Praxis,
sondern es ist im Grunde ein gemeinsames Erstellen, was ich total wichtig finde.
Genau, und die zweite Fehlannahme ist auf der anderen Seite von der Leitlinienerstellung
her, dass viele sagen, boah, also ich könnte das nicht,
das ist für mich, also ich bin da nicht gut genug.
Das ist was, ja, da kann ich nicht mitmachen. Ist auch totaler Quatsch,
ne? Also weil genau das braucht man.
Also wir freuen uns immer super auch über Leute, die mit sowas noch nie zu tun
hatten, aus der Praxis kommen.
Wie ich schon gesagt habe, einfach weil man auch die Fragen da braucht,
weil es wichtig ist, dass Leute darüber lesen, auch über die Erstentwürfe und
sagen, da fehlt aber das wichtige Thema, da stolpere ich hier ständig drüber,
das kommt gar nicht vor oder das ist total unverständlich.
Die braucht man genauso und man wächst, so wie ich, wie gesagt,
ich kannte vorher Leitlinien auch nicht und im PJ kam ich rein.
Man wächst da einfach rein, lernt natürlich methodisch dann dazu,
aber es gibt eigentlich niemanden, der das nicht kann.
Genau, ich glaube, das sind die zwei größten Sachen.
Super. Was ist denn so das große Ziel von den Leitlinien? Ja,
das ist natürlich die Evidenz in die Praxis zu bringen, Standards vorzugeben,
nach denen sich hausärztlich gerichtet werden kann.
Dann ist immer wichtig, dass Leitlinien irgendwie praxistauglich sind,
dass man da wirklich auch mal schnell reingucken kann, wenn eine akute Frage
auftaucht oder eben wenn eine neue Leitlinie rauskommt, mal rüberlesen kann,
um zu gucken, gibt es zu dem Thema irgendwas Neues.
Und letztlich geht es ja immer darum, gute Patientenversorgung zu machen.
Und gute Patientenversorgung heißt in dem Sinne immer Vermeidung von Unterversorgung,
von Fehlversorgung und, das ist auch das Besondere bei der Allgemeinmedizin,
auch von Überversorgung.
Ich denke, da sind unsere Leitlinien so ein bisschen ein Vorreiter.
Das ist in fachspezialistischen Leitlinien nicht ganz so üblich,
dass man das Thema auch so fokussiert.
Und dazu haben wir ja sogar eigene Leitlinien, die speziell das Thema in den Fokus rücken.
Ja, absolut. Genau, das ist ja dann oft ein anderer Blickwinkel nochmal,
weil einfach auch ein anderes Spektrum.
Man hat nochmal eine andere Auswahl von Patientenkollektiven.
Von daher braucht man auch andere Leitlinien dafür.
Ja, super. Also danke schon mal Janine für die Einordnung, auch für den Aufruf,
also alle, die sich vielleicht berufen fühlen, so habe ich es jetzt verstanden,
aus der hausärztlichen Praxis mitzuwirken.
Es ist möglich und auch gewünscht und genau dafür soll es ja dienen.
Die Evidenz in die Praxis zu bringen, hast du jetzt gerade so schön gesagt und
die Entscheidungsfindung bei eben spezifischen Gesundheitsproblemen zu unterstützen.
Und wir alle haben ja schon mal so die ein oder andere Leitlinie zu Rate gezogen.
Und was ich mich schon immer gefragt habe, ist, wie genau kommt denn die Leitlinie
jetzt von der Idee in die hausärztliche Praxis?
Kannst du uns da ein paar Insights geben? Zum Beispiel, wer ist denn da überhaupt so alles beteiligt?
Du hast ja schon mal so ein bisschen was gesagt, wer darf da mitmachen,
wer darf vielleicht auch nicht. Mitmachen, wie gesagt, dürfen alle.
Aber es ist am Anfang wichtig, schon bei der SLQ-Mitgliedschaft,
noch nicht mal für die einzelne Leitlinienerstellung, aber da auch,
dass man die Interessenkonflikte offenlegt.
Dass man einfach von Anfang an sagt, kriegt man irgendwie aus der Industrie
irgendwelche Anteile für Vorträge, für Veröffentlichungen?
Arbeitet man mit bei Pharmastudien?
Genau, das muss man offenlegen. Also der AWMF, da gibt es ein standardisiertes
Dokument online, wo man das einträgt. und dann wird generell geguckt,
ist denn das für Leitlinienarbeit generell überhaupt in Ordnung und ist das
im Speziellen für dieses Leitlinienthema in Ordnung.
Und dann passiert es tatsächlich auch, dass man zum Beispiel kein Stimmrecht
hat bei der Abstimmung, wenn festgestellt wird, oh, hier ist aber doch schon
mit ein paar Firmen irgendwie, also eine deutliche Schnittstelle zu dem Thema,
dann wird das Stimmrecht entzogen.
Man darf mitdiskutieren, aber ein anderer aus dieser Fachgesellschaft muss die
Stimme dafür quasi nehmen.
Ah ja, das ist ja auch ganz wichtig. Dass das neutral ablaufen kann.
Das ist ein recht langer Prozess tatsächlich. Also wir in der DGA machen das
so, es kann im Grunde jeder,
eigentlich erstmal jeder, aber noch besser eigentlich jeder,
der in der Sektion Leitlinien und Qualitätsförderung ist, weil man da ja doch
schon so ein kleines Netzwerk bildet mit Leuten, die sich eben mit dem Thema
Leitlinien ein bisschen mehr beschäftigen.
Also jeder kann da ein Thema einbringen und sagen, Mensch, zum Thema Kopfschmerzen,
gibt es noch gar keine Leitlinie für den Primärärztlichen, für den allgemeinmedizinischen Bereich?
Wäre das nicht mal was, wo wir uns ran setzen wollen? Also idealerweise würde
man sich selbst dann da auch beteiligen, wenn man das Thema einbringt.
Das ist schon immer ein guter Startpunkt, dass schon jemand aktiv mitmachen will.
Und dann ist das quasi der allererste Schritt innerhalb der Sektion Leitlinien
und Qualitätsförderung. Das geht also in den Verteiler aller Mitglieder und
wir machen eine Abstimmung.
Wir fragen, Mensch, denkt ihr denn, das Thema ist für die DEGAM wirklich relevant?
So, dass sich Leute von uns da, also dass die sich die Ressource Zeit nehmen.
Wie gesagt, es ist ein großes Thema und wir kriegen ganz, ganz viele Anfragen
auch für Leitlinien-Mitarbeit, sodass man auch ein bisschen gucken muss und
priorisieren muss, was ist wirklich ein Thema, wo es das wert ist,
dass die Leute sich da ran setzen. Genau, das ist der allererste Schritt.
Es wird also abgestimmt, wollen wir in das Thema Invest geben und wenn das positiv
beschieden ist, dann gibt es eine Anmeldung bei der AWMF, die das auch nochmal
prüft, die tatsächlich guckt, ist denn das Thema vielleicht doch schon von anderen
Fachrichtungen besetzt,
gibt es da schon eine Leitlinie, die quasi das Gleiche oder was sehr,
sehr Ähnliches beinhaltet, weil dann blocken die das, was auch sehr vernünftig
ist, damit der Nutzer draußen da nicht später mal zwei Leitlinien quasi zum
gleichen Thema hat und gar nicht weiß, was soll ich denn jetzt machen,
stehen verschiedene Sachen drin. Das ist immer so der Worst-Case.
Also die AWMF checkt das Thema und sagt auch, wo die Schnittstellen sind,
welche Fachgesellschaften einbezogen werden sollen in den Konsensprozess.
Da gibt es schon Empfehlungen, man kann auch selber schon Vorschläge machen.
Genau. Und wenn das beschieden ist, das positive AWMF-Votum kommt,
ist die Leitlinie offiziell angemeldet und dann geht's los. Man bildet eine Autorengruppe.
Also es wird eben abgefragt, wer würde noch mitmachen, weil einer alleine ist
tatsächlich ein bisschen wenig.
Es gibt immer Autoren-Teams bei uns, die sind im Grunde von der Menge her unbegrenzt,
können so viele mitmachen, wie sie wollen.
Und was wir auch noch suchen für jede Leitlinie, die wir schreiben, sind Paten.
Also gar nicht so die erste Reihe, die jetzt selber die Literaturrecherche macht,
sondern schon Leute im Hintergrund, also ein Backup.
Das sind die allerersten, die das dann lesen, die die ersten Reviews geben,
die auch so ein bisschen sich mit einbringen, welche Schlüsselfragen sollten wir da beantworten.
Das, was ich erst schon gesagt habe, also auch ein super Einstiegsthema für
Leute, die mit Leitlinien noch nichts zu tun hatten, wo man sagen kann,
ich schnuppre schon mal rein, wie läuft das so?
Habe nicht gleich die super Hauptverantwortung, aber bin dem Thema zugeordnet
und mache aktiv mit. Also mache schon einen sinnvollen Job da.
Das ist was Besonderes. Diese Patenschaften gibt es wirklich nur bei der DEGAM.
Ich wüsste jetzt keine andere Fachgesellschaft, die sowas hat.
Dann sucht man die Mandatsträger der anderen Fachgesellschaften.
Wie gesagt, die festgelegt wurden, schreibt die Fachgesellschaften an.
Das macht alles hier die Geschäftsstelle, Die Leitliniengeschäftsstelle von
der DEGAM schreiben die Fachgesellschaften an, da werden Leute benannt.
Und dann hat man quasi eine wirkliche Kerngruppe, die sich mit dieser Leitlinie beschäftigt.
Und es wird ein erstes Treffen, Kick-Off sozusagen anberaumt,
Präsenz oder mittlerweile auch ganz viel online, wo man alle mal zusammenbringt
und wo man sich auf ein gemeinsames Ziel einigt.
Also das soll am Ende drinstehen, das wollen wir für die Versorgung erreichen.
Und das sind die Schlüsselfragen, die wir in dieser Leitlinie beantworten wollen.
Ja, sehr gut. Und die DEGAM, so wenn wir an die Rolle der DEGAM dabei denken,
unterstützt da im Sinne,
dass die Geschäftsstelle bei den Terminen und Kontakten unterstützt und dass
es eben die Sektion gibt, wo das Ganze ein bisschen koordinierter läuft.
Und hat die DEGAM da noch eine andere Rolle oder weitere Punkte?
Ja, also das war schon was ganz Wichtiges.
Also hier die leitenden Geschäftsstelle, die kümmert sich auch um den Kontakt
zur AWMF, schickt die Formulare schon konkret zu, gibt schon ein paar Hinweise,
was man da einschreiben muss, weil das ist ja, wenn man damit sonst nicht so
viel zu tun hat, immer nicht so ganz banal.
Also unterstützt von der Seite her alles Koordinative, alle Vernetzungen mit
den Fachgesellschaften werden von DEGAM-Seite her übernommen.
Die ist Herausgeber dann der Leitlinie und die DEGAM macht vor allem danach,
das ist immer was ganz Wichtiges, wo man am Anfang gar nicht so dran denkt,
Die macht dann auch die Öffentlichkeitsarbeit für die Leitlinie,
weil die Leitlinie schreiben ist das eine,
aber die dann rauszukriegen in die Versorgung,
das ist die Riesenmission, die häufig wirklich noch echt schwierig ist.
Und das ist das, was eine große Aufgabe für die DEGAM dann noch ist,
das mit umzusetzen. Ja, das kann ich mir gut vorstellen.
Das nützt ja nichts, wenn niemand davon weiß und es eben gar nicht in der Praxis
landet, weil einfach die Kommunikation darüber nicht so richtig stattfindet.
Und du hast ja schon davon gesprochen, jetzt geht es ja auch darum,
sich einen Einblick in die Evidenz zu dem jeweiligen Thema zuzuführen.
Und wie schafft ihr denn das, da einen schnellen und möglichst vollständigen Einblick zu bekommen?
Schnell und vollständig sind in dem Zusammenhang ganz schwierige Wörter.
Ja, deshalb möglichst vorne weg. Genau.
Also man kann tatsächlich erstmal schnell so orientierend eine PubMed oder eine
Cochrane-Recherche machen und einfach zu einem Thema sich so ein bisschen grob orientieren.
Auch mal eine Recherche machen, gibt es denn schon internationale Leitlinien zu dem Thema?
Einfach um erstmal so grob zu gucken, haben denn andere schon was gemacht?
Wie sind die da rangegangen?
Das ist manchmal tatsächlich schon ganz hilfreich. Ich muss ein bisschen aufpassen.
Man kann internationale Sachen jetzt nicht einfach eins zu eins auf das deutsche
Gesundheitswesen übertragen.
Das ist ja schon gerade im hausärztlichen, primärärztlichen Bereich teilweise
deutlich unterschiedlich. Da muss man ein bisschen vorsichtig sein.
Aber erstmal, um sich Orientierung zu verschaffen, ist das super.
Wir haben bei dem Thema...
Also Hypothyreose, also hier erhöhter
TSH-Wert, eine super niederländische hausätztliche Leitlinie gefunden.
Die Krux war, die gab es nur niederländisch. Also wir haben aber rausgefunden,
wenn man das schön laut liest, versteht man es ganz gut.
Also wir könnten nicht sprechen, aber man kann es verstehen.
Also einer musste immer laut lesen und die Kollegin, genau, die hat dann die
Inhalte so ein bisschen zusammengefasst. Das war wirklich ganz hilfreich,
dass man schon mal guckt, wie machen denn das andere.
Und gerade Niederlande, Deutschland ist ja schon recht nah. Also da konnte man
schon einige Orientierungspunkte nehmen. Also sowas geht am Anfang ganz gut.
Genau, das war ja so Orientierung. Wenn man jetzt wirklich ordentlich das Ganze
machen will, die Recherche, da muss man tatsächlich ein bisschen mehr Zeit investieren.
Dann wirklich PubMed ist der Klassiker, einen ordentlichen Suchstring bilden
und eine ganz systematische Literaturrecherche machen.
Genau, so wie man das kennt vom wissenschaftlichen Arbeiten her.
Aber da muss man sich tatsächlich ein bisschen mehr Zeit nehmen.
Und da gibt es dann quasi das Team, was sich dransetzt, die das vorbereiten.
Was würdest du denn sagen, wie viele Leute, gibt es so eine Durchschnittszahl,
sitzen so an einem Leitlinienthema?
Im Durchschnitt würde ich sagen drei oder vier.
Wir haben ja gar nicht so viele Leute.
Wir haben aktuell gerade die Hunderter-Schallmauer an SLQ-Mitgliedern gesprengt.
Genau, also wir sind 100 Leute, die diese ganzen DEGAM-Leitlinien quasi bearbeiten.
Und ja, da muss man gucken, weil bei der hohen Anzahl an Leitlinien,
auch bei denen, bei denen wir nur mitarbeiten als DEGAM-Mandatsträger,
ja, da muss man so ein bisschen gucken, da bleibt dann für jede einzelne Leitlinie
gar nicht so viel an personeller Ressource übrig. In der Regel klappt das aber gut.
Wir haben einen Riesenvorteil in den letzten Jahren gehabt durch diese Innofonds-Förderung.
Also dadurch, dass der Staat gesagt hat, wir fördern jetzt auch mal Leitlinien-Arbeit.
Das ist tatsächlich was, wo an den Unis tatsächlich dafür ja ein bisschen Geld
landet und dann wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirklich
einen Hauptteil an dieser Literatur, Recherche, Evidenzbewertung machen können.
Das ist ja das, was die viele Zeit frisst.
Also das war wirklich ein Riesenschatz. Da hoffen wir, dass das irgendwie bleibt,
weil das ja gerade so ein bisschen schwierig war in den finanziellen Mitteln,
die da, ja, irgendwo muss man kürzen, aber wir fanden die Stelle irgendwie schlecht zum Kürzen.
Dass man diese Leitlinienförderung einstellen will, genau.
Ja, weil man kann sich das ja kaum vorstellen, jetzt auch ohne Leitlinien oder
dass es überhaupt eigentlich ansonsten eben überwiegend ehrenamtliche Arbeit
ist, die irgendwie obendrauf kommt und so wichtig für die Praxis einfach auch.
Jetzt, gut, du sagtest so ungefähr im Durchschnitt drei bis vier Personen pro Leitlinie.
Das kann natürlich mal mehr, mal weniger sein einfach. Und die Konsensfindung,
gibt es da einen bestimmten Prozess, wie ihr das macht?
Ja, also die Konsensfindung ist ja von der AWMF im Regelwerk auch vorgegeben.
Also das haben wir noch gar nicht gesagt. Die AWMF stellt tatsächlich die groben
Regeln auf für die Leitlinienerstellung.
Das ist auch sehr, sehr sinnvoll, weil das ja auch einen Standard fachübergreifend
quasi gibt für Leitlinienerstellung in Deutschland.
Und genau, und da ist die Konsensfindung ganz klar geregelt.
Also es gibt in der Regel eine Konsenssitzung, die ist mittlerweile auch nicht nur in Präsenz.
Früher war das wirklich immer die klassische große Tafelrunde und alle sitzen drumherum.
Mittlerweile ist das auch ganz häufig online. Nein, da sitzen die Mandatstragenden
der einzelnen Fachgesellschaften und eben die der erstellenden Fachgesellschaft
und dann wird Empfehlung für Empfehlung im Grunde durchgegangen und abgestimmt.
Vorher haben natürlich alle das Material, haben auch die Hintergrundtexte und
ganz transparent auch die Evidenztabellen zu den einzelnen Empfehlungen.
Wie ist das überhaupt dazu gekommen, dass die Empfehlung jetzt da so drinsteht
und dann wird das diskutiert und das geht manchmal reibungslos.
Und wir alle heben die Hände, alle sind einverstanden und manchmal reibt es auch ordentlich.
Man kann ja Evidenz auch immer in verschiedene Richtungen interpretieren und
da gibt es ja tatsächlich Unterschiede in der primärärztlichen Interpretation
und in der spezialistischen.
Je nach Thema kann es da auch durchaus schon mal heftige Diskussionen geben
und das moderiert die AWMF auch.
Also da ist ein unabhängiger Moderator mit dabei, was super wichtig ist,
dass da quasi die Schweiz als neutraler Geist dazwischen sitzt und einfach nochmal
sagt, sagt ja, jetzt nochmal alle tief durchatmen und jetzt mal Fakten auf den
Tisch. Wie war nochmal die Sachlage?
Und dann geht es ganz sachlich wieder weiter.
So funktioniert das. Genau, das ist in der Regel der ganz klassische Konsensprozess.
Und wenn man das in drei, vier Stunden, fünf Stunden Sitzung nicht schafft,
gibt es auch durchaus mal eine zweite und eine dritte Sitzung,
bis man alle Empfehlungen in der Leitlinie durch hat.
Ja, da steckt ganz schön was dahinter, aber ist natürlich ja auch eine sehr
verantwortungsvolle Aufgabe, die gut bedacht werden muss.
Und wenn ich mir jetzt gerade so vorstelle, Du hast ja auch beschrieben,
wenn dann auch vielleicht verschiedene Fachgesellschaften noch zusammensitzen,
dann sind es ja doch auch mehr als drei, vier Leute wahrscheinlich und mit eben
ganz unterschiedlichen Sichtweisen.
Und das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es da manchmal auch Reibungspunkte
gibt, einfach die man dann auf eine sachliche Art und Weise ausdiskutieren muss
und die Moderation da ganz wichtig ist.
Und wenn wir uns das S-Klassifikationsschema der AWMF so anschauen,
da gibt es ja diese verschiedenen Stufenklassifikationen.
Du hast ja auch schon S1 und S3 genannt.
Also dazwischen spielt sich das ja alles ab.
Für die Hörerinnen und Hörer kannst du nochmal ganz kurz erklären,
was die Unterschiede sind?
Gerne. Ja, S1 haben wir schon gesagt, sind die ganz basalen,
sind im Grunde Expertenempfehlungen, Expertenleitlinien.
Mein Lieblingsbeispiel sind die ESC-Leitlinien.
Die sind tatsächlich S1-Leitlinien, was vielen gar nicht so klar ist.
Also da saßen im Grunde nur selbst oder anders ernannte Experten an einem Tisch
und haben sich überlegt, welche Empfehlungen man da jetzt gerade reinschreibt.
Das ist nicht unbedingt immer qualitativ schlecht. Das ist bei manchen Themen
absolut in Ordnung. Manchmal liegt auch noch gar nicht so viel Evidenz zu manchen Themen vor.
Also die haben ihre Rechtfertigung und wie ich auch schon gesagt habe,
die sind kürzer in der Regel.
Also sind schneller erstellt und sind schneller gelesen. Also haben auch Vorteile,
geht aber nicht für jedes Thema, denke ich.
Danach gibt es die S2-Leitlinien. Da gibt es zwei verschiedene.
Die S2K-Leitlinien, das sind immer noch Leitlinien, die ohne systematische Literaturrecherche
und Evidenzbewertung erstellt wurden.
Aber die schon verschiedene Fachgesellschaften einbeziehen, wo also zumindest
die Empfehlungen formuliert werden und danach die große Tafel kommt und dann
verschiedene Fachdisziplinen zusammen entscheiden, Mensch, ist denn das eine
sinnvolle Empfehlung oder nicht?
Die S2E-Leitlinien verzichten auf diesen Konsensprozess, sondern sind dafür
aber systematisch recherchiert.
Also da ist die Evidenz ganz groß geschrieben und die S3, die vereint dann beides,
die Evidenzerstellung, also die Literaturrecherche, die systematische Aufarbeitung
und den Konsensprozess mit den verschiedenen Fachdisziplinen.
Genau. Sehr gut. Ich glaube, jetzt können wir uns alle da auch nochmal was drunter
vorstellen, wenn wir jetzt die Leitlinien in der Hand haben und sagen,
ach ja, guck mal, S2K oder S3.
Jetzt gibt es ja auch ganz verschiedene Formate von Leitlinien,
Kurzversion, Langversion, Patienteninformationen.
Da habe ich mich auch gefragt, wie wird da die Perspektive der Patientinnen
und Patienten überhaupt eingebunden und was gibt es denn zu diesen Versionen
vielleicht auch noch zu wissen? Genau, ich fange mal bei den Versionen an.
Also Kurz- und Langversion erklärt sich von selbst. Die Langversion ist eigentlich
die klassische Leitlinie, die am Ende rauskommt.
Also die Hintergrundtexte, dazwischen die Empfehlungen, auch mal eine Tabelle,
die ein bisschen was erklärt.
Die sind total wichtig, die Langversion, weil natürlich die erklärte Evidenz
ja auch irgendwo verpackt sein muss. Also die muss da stehen,
das muss nachvollziehbar sein.
Aber das macht die ganze Sache natürlich richtig schön sperrig.
Also für einen Anwender so richtig schön blöd. Ja, also da sind wir in der DEGAM noch gut.
Wir schaffen auch mal eine langen Version mit 50, 60 Seiten.
Es gibt Leitlinien von anderen Fachgesellschaften, die haben 700 Seiten.
Wo man sagt, okay, für wen ist das denn jetzt geschrieben? Also da ist ja für
die KI schon anstrengend, die Zusammenfassung zu machen.
Aber wie gesagt, man braucht die, weil natürlich klar wissenschaftlich dargelegt
werden muss, wie kommt die Empfehlung zustande, wie kommt die Evidenz da rein.
Damit man es anwendbar macht, gibt es die Kurzversion. Und die,
da legen wir echt viel Wert drauf, die sollen bei uns wirklich kurz sein.
Und kurz heißt maximal zwei Seiten.
Weil das muss in der Praxis anwendbar sein. Also das ist ganz häufig so ein
Flowchart, wo man einfach mal von oben nach unten mit den Faden sehen kann,
wo geht es hin, was mache ich, wenn dann und Therapieempfehlungen dazu.
Das muss wirklich was Praxisnahes sein, wo man schnell den Überblick hat.
Und was zum Beispiel für Studierende auch oder für Ärzte in Weiterbildung,
für die Facharztprüfung, die können doch nicht alle diese ganzen 100 Seiten
lesen von den langen Versionen.
Da muss man sich die Kurzversion angucken, hat es kompakt zusammen und ist dann
für die einzelnen Beratungsanlässe vorbereitet. Wie sieht da die aktuelle Empfehlungslage aus?
Genau. Und die Patientenversion ist auch was super Wichtiges.
Die versuchen wir tatsächlich auch zu jeder Leitlinie mit zu erstellen.
Und die Patienten sind auch bei der Leitlinie-Erstellung tatsächlich immer mit
dabei. Das ist erstens auch eine Vorgabe von der AWMF.
Also Partizipation, Patienteneinbezug ist nicht nur gewünscht,
sondern ist obligat mittlerweile. Das ist auch sehr gut so.
Und das heißt, es werden Patientenorganisationen einbezogen,
angeschrieben, die eben sich mit der Erkrankung, mit dem Beratungsanlass beschäftigen.
Also bei uns bei dem Schilddrüsenthema war das eben die Schilddrüseninitiative,
also einfach eine Patientenvereinigung.
Und dann gibt es ja auch über die Forschungspraxennetze mittlerweile die Bürgerbeiräte.
Das nennen wir immer so ein naives Panel. Also das sind eben mal nicht Betroffene,
sondern einfach nur Patienten, die vielleicht diese spezielle Krankheit gar
nicht haben und die werden auch zunehmend einbezogen, weil es ja auch darum
geht, wie verständlich ist denn sowas?
Und manchmal ist es ja auch sogar ganz gut, es wird ein Patient,
der die Krankheit nicht hat, weil irgendwie hat man ja auch einen Interessenkonflikt,
wenn man die Krankheit schon hat und dann gerade auch über Therapieempfehlungen
einordnen soll oder bewerten soll. Das ist ja gar nicht immer ganz einfach.
Dann ist das manchmal ganz gut, man bezieht auch diese Bürgerbeiräte ein und
kann da auch einfach mal drüber lesen lassen, ein bisschen beratend im Grunde.
Die wirklich benannten Patientenvertretungen, also die haben genauso Mandatstragende,
die dann benannt werden von den Organisationen, die haben auch tatsächlich ein
Stimmrecht in dem Konsensprozess, den wir gerade besprochen haben.
Also die sitzen mit in der Tafelrunde und stimmen konkret mit ab,
dürfen auch Fragen stellen, sind voll mit einbezogen von Anfang bis Ende.
Wie toll, dass die Partizipation da auch so professionalisiert abläuft.
Das finde ich sehr schön zu hören. Das war mir jetzt zum Beispiel überhaupt nicht bewusst.
Ich finde aber jedes Thema eben Information von Patienten und Patienten auch
so zur Steigerung der Gesundheitskompetenz wichtig und deshalb auch toll,
wenn du sagst, so von der DEGAM aus wird eigentlich immer versucht,
auch eine Patientenversion herzustellen.
Da gibt es ja ansonsten auch über das IQIC-Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit
im Gesundheitssystem, über gesundheitsinformation.de auch immer mal wieder Patienteninformationen.
Also total wichtig.
Auch auf der DEGAM-Webseite findet man die, glaube ich, auch alle.
Die Informationen zu den Leitlinien dann super. Genau, alle, die es gibt.
Wir versuchen auch tatsächlich, gerade das IQIC ist ein wichtiges Stichwort,
uns ein bisschen abzustimmen, weil die Patienten suchen ja, also die wollen
sich informieren und man sucht im Internet und findet ja mittlerweile unglaublich viel,
sodass es manchmal gar nicht sinnvoll ist,
die DEGAM macht noch eine eigene Patienteninformation und das IQIC und die
Bertelsmann Stiftung und also so ganz, ganz viele Sachen.
Und manchmal versuchen wir tatsächlich direkt zusammenzukommen und eine gemeinsame
Patienteninformation rauszugeben oder der eine verlinkt zu dem anderen.
Einfach um da ein bisschen klarere Wege zu schaffen.
Weil das ist ja ein tierischer Dschungel aus Patientensicht,
wenn man sich informieren will. Also das Internet ist halt uferlos.
Ja, toll, dass ihr da zusammenkommt, um das zu bündeln.
Und was würdest du sagen, so ein durchschnittlicher Prozess jetzt von der Idee
bis Leitlinie ist fertig und ich kann sie in der Praxis anwenden.
Gibt es da Erfahrungswerte von dir?
Also ich überlege, was so das absolute Minimum ist.
Und ich denke für eine S1-Leitlinie, also eigentlich im Grunde nur eine Expertenempfehlung
ohne systematische Evidenzrecherche, ohne Konsensprozess eigentlich,
sondern im Grunde nur Experten beraten miteinander, wie soll es jetzt sein,
für die muss man auch schon locker ein Jahr rechnen, denke ich,
mit allen Prozessen, die so dranhängen, von Anmeldung bis Verabschiedung.
Also das ist das absolute Minimum, denke ich. Die S3-Leitlinien,
jetzt die mit der Förderung von dem Innofonds, die sind auf knapp drei Jahre angelegt.
Also so lange wird auch die Förderung gezahlt und das ist auch realistisch.
Also die braucht man locker.
Also die beschleunigen schon das Verfahren. Weil man natürlich,
wenn man Projektberichte schreiben muss und die Förderung so lange läuft einfach,
dann hat man einfach ein bisschen mehr Zeitdruck.
Wie gesagt, dann läuft es auch von der Uni quasi mit Regie. Das beschleunigt
tatsächlich die Prozesse. Und das sind dann auch schon drei Jahre, wie gesagt.
Also sonst würde ich denken, kann das durchaus mal für eine S3-Leitlinie fünf Jahre dauern.
Was gar nicht immer ganz banal ist, weil ja dann die Literatur manchmal schon
wieder nachrecherchiert werden muss, wenn man am Ende des Prozesses ist. Da muss man gut gucken.
Also genau, deswegen, wie gesagt, immer Teamarbeit, weil das wirklich eine Sache
ist, die kann man alleine nicht stemmen.
Das ist ein gutes Stichwort auf so die Gültigkeitsdauer. Also jetzt hast du
gesagt, es könnte auch mal bis zu fünf Jahre dauern.
Ist das nicht auch die maximale Gültigkeitsdauer? Ganz genau, so ist es.
Leitlinien, also ja, da gibt es, also wie sieht es denn da aus?
Da gibt es ja auch Unterschiede.
Ich habe jetzt schon Living Guideline gelesen und eben diese maximale Gültigkeitsdauer.
Kannst du uns da noch ein paar Infos geben?
Genau, also die fünf Jahre sind es in der Regel für eine klassische Leitlinie, maximal fünf Jahre.
Wenn sich vorher irgendwas ändert, wenn jetzt eine super relevante neue Forschungserkenntnis
kommt oder sowas, dann muss man auch vorher schon mal ran und kann aber auch
kapitelweise nur updaten.
Also muss nicht die ganze Leitlinie gleich nochmal anfassen.
Komplett überprüft muss es wirklich nach maximal fünf Jahren werden.
Auch dann könnte man, wenn man feststellt, Mensch, bei dem Thema hat sich nur echt gar nichts getan,
Könnte man sagen, okay, es wird ein bisschen aktuelle Literatur,
weil die gibt es eigentlich immer, nachgearbeitet.
Aber ansonsten ändert sich an den Empfehlungen
nichts. Dann geht dieser Aktualisierungsprozess relativ schnell.
Häufig sind es aber tatsächlich ein paar Sachen, die sich ändern.
Es kommen auch neue Empfehlungen dazu. Es fliegen mal welche raus.
Also fünf Jahre ist eine ganz gute Orientierung. Genau, die Living Guidelines,
bei denen ist es tatsächlich so, dass jährlich drüber geguckt wird.
Und also die leben in dem Sinne, dass die wirklich jährliche Aktualisierungen
kriegen, kommen immer wieder neu raus.
Unglaublich aufwendig für die Autorinnen und Autoren. Also das ging ja los.
Also es gibt es eigentlich schon länger, aber das große erste Living-Guideline-Thema war Covid.
Weil da auch die Evidenz so schnell kam, immer wieder neue Forschungserkenntnisse,
da ging es fast gar nicht anders.
Das musste man Living machen. Also fünf Jahre sind bei Covid ja,
also das war exorbitant.
Genau, das ist, denke ich, bei den meisten Themen nicht unbedingt notwendig,
weil so viel bahnbrechende Evidenz kommt ja bei den meisten Sachen dann doch
nicht jährlich neu dazu.
Aber wie gesagt, man muss es einfach prüfen. Man muss auch zwischen,
also innerhalb dieser fünf Jahre einfach ein bisschen auf dem aktuellen Stand
bleiben und die Literatur im Blick behalten, eben um das nicht zu verpassen.
Also ist man für die Leitlinie, an der man dann gesessen hat,
eben schon auch nochmal auch im Verlauf verantwortlich sozusagen?
Genau, also man hat das Thema dann irgendwie gebucht. Also die Schilddrüse,
die werde ich nicht mehr los.
Die begleitet mich. Ja, es ist ja auch ein Schwerpunkt von dir,
von daher passt das da ganz gut.
Wie wird denn die Wirksamkeit in der Praxis dann überprüft?
Die Wirksamkeit, die kann man gar nicht gut überprüfen. Also Wirksamkeit heißt
ja eigentlich zu gucken, was ändert es jetzt draußen in der Versorgung?
Das gibt es wirklich standardisiert überhaupt nicht gut.
Wir haben in der DEGAM auch noch was Besonderes in der Leitlinierstellung.
Das haben wir noch nicht besprochen. Das ist der Praxistest.
Der überprüft nicht wirklich die Wirksamkeit, aber der prüft erstmal die Anwendbarkeit.
Also bevor die Leitlinie wirklich verabschiedet wird, also raus in die Öffentlichkeit
geht, gibt es schon mal einen kleinen Test mit so 10, 15, 20 Praxen,
die das schon mal kriegen, bevor die Leitlinie raus ist.
Und die testen das Ding einfach schon mal, lesen sich die Langversion durch,
legen sich die Kurzversion auf den Schreibtisch und geben auch die Patientenversion
schon raus an ihre Patienten.
Und gibt es so einen Evaluationsbogen, war das gut zu lesen,
habt ihr davon was umgesetzt, funktioniert das irgendwie oder funktioniert das gar nicht.
Und da kann man die letzten Anpassungen nochmal gleich mit einspeisen in die
Erstveröffentlichung der Leitlinie. Das ist so etwas Besonderes,
was es sonst auch nicht gibt.
Zieht den Prozess auch nochmal, also die fünf Jahre kommen nicht von irgendwo.
Genau, aber ist wirklich was Relevantes, weil man da schon mal vorab sieht,
funktioniert denn das Ding überhaupt oder sind da noch relevante Sachen,
die man einfach nochmal anpassen sollte.
Genau, aber die Wirksamkeit überprüfen wir damit nicht.
Aber toll, dass ihr das schon mal mit der Anwendung testet. Also das ist ja
dann schon mal so jetzt bei den DEGAM-Leitlinien ein großer Unterschied zu den
anderen Leitlinien und eben, dass auch immer praktizierende Hausärzte und Hausärzte
am Prozess beteiligt sind.
Das ist toll. Genau. Also wie gesagt, das ist auch was unglaublich Wichtiges,
dass da wirklich praktizierende Hausärzte an Bord sind im ganzen Prozess.
Was sich noch unterscheidet, ist, dass DEGAM-Leitlinien ganz häufig vom Beratungsanlass
eben ausgehen, genauso wie wir arbeiten, also nicht von der Diagnose.
Es steht eben nicht Bronchialkarzinom als Thema drauf, sondern es fängt irgendwo
bei Luftnot an und zeigt dann die einzelnen Pfade auf diagnostisch und dann auch therapeutisch.
Also das ist noch ein großer Unterschied. Die sind kürzer.
Das ist tatsächlich fast immer so.
Und die sind pharmafrei erstellt.
Also in der Regel immer im Ehrenamt oder eben mit öffentlichen Fördermitteln,
aber ohne Industrie-Sponsoring. Auch das ist leider nicht selbstverständlich.
Genau. Ja, was würdest du denn sagen, sind so die größten Herausforderungen
in der Leitlinienarbeit?
Das ist sicherlich individuell total unterschiedlich. Also für manchen sind
ja die größten Herausforderungen auch der größte Spaß gleich.
Also die größte Herausforderung ist sicherlich dieser lange Atem,
den man braucht, glaube ich.
Also man muss wirklich sich mit einem Thema wohlfühlen, sich dafür in besonderem
Maße interessieren, glaube ich, damit man die Muße hat, sich da wirklich tief
reinzulesen, aktuell auf dem Stand zu bleiben, systematisch da heranzugehen.
Also das ist schon herausfordernd.
Also definitiv. Ich überlege auch ein bisschen von der SLQ-Seite her.
Da ist die größte Herausforderung die Implementierung, haben wir auch schon gesagt.
Also gar nicht mal die Erstellung, sondern danach das Wissen rauszukriegen und
Nachwuchs zu finden tatsächlich.
Also auch das hat man ja schon so ein bisschen anklingen lassen.
Es gibt viele Barrieren und jeder, gerade wenn man in den Beruf reinkommt,
man hat ja echt viel zu tun.
Also junge Leute gründen auch noch nebenbei mal sowas wie Familien und haben den Job.
Also das ist ja eh schon alles viel. Und sich dann noch in einem Ehrenamt in
so einem Maße für ein Thema noch zu engagieren, ist tatsächlich nachvollziehbar nicht ganz banal.
Und deswegen muss man da durchaus gucken, dass man auch Leitliniengruppen,
dass man die gefüllt hält, dass man die drei, vier Leute für jedes Thema weiter schaffen kann.
Auch wenn mal jemand abspringt, weil er sagt, ich muss mich jetzt mal ein paar
Jahre zurücknehmen, ich habe jetzt einfach so viel um die Ohren, ich schaffe es nicht.
Oder weil dann jemand doch schon mal 68, 69, 70 ist und sagt,
Mensch, langsam müsst ihr euch mal umgucken, ich kann das nicht mehr ewig machen.
Also das ist schon tatsächlich sehr herausfordernd, so ein bisschen zu vermitteln,
dass es auch Spaß machen kann.
Ja, genau. Da sind wir nämlich genau bei dem Punkt. Da gibt es dann ja auch
Sachen, die Spaß machen und zu denen man sich berufen fühlt.
Was ist das denn bei dir, Janine?
Mir macht tatsächlich genau dieses tief in dem Thema drin sein.
Also Schilddrüse ist einfach, es gibt ja Kollegen, die nennen mich nur noch
die Schilddrüsentante.
Da rutscht man dann so rein, aber das macht natürlich auch super Spaß,
wenn man einfach weiß, die können dich eigentlich alles fragen.
Du kennst die Literatur, ich weiß, was da los ist. Die letzten systematischen
Reviews und Meta-Analysen habe ich irgendwie im Kopf. Das macht dann auch Spaß.
Und dann up-to-date zu bleiben, ist ja auch gar nicht mehr so schwierig.
Wenn man einmal so tief drin ist, fällt es ja auch wieder leichter, dran zu bleiben.
Dazu Vorträge zu halten, vor Ärzten in Weiterbildung, in der Lehre,
vor Studierenden, bei TDAs und so. Also das macht mir schon auch Spaß.
Ich bin eigentlich jetzt sonst nicht so die Riesen-Rampensau.
Aber das ist einfach, wenn man merkt, dass diese ganze Arbeit,
die man da reingesteckt hat, dann wirklich draußen ankommt.
Weil ja alle super interessiert sind und sagen, boah, so ist das.
Mensch, das mache ich jetzt nächste Woche auch anders.
Naja, also das ist ja tatsächlich, sind das so Aha-Effekte. Das macht schon wirklich Spaß.
Und dieses Netzwerk, was man noch aufbaut, das macht auch Spaß.
Also ich kenne mittlerweile Endokrinologen und Nuklearmediziner aus ganz Deutschland.
Und man kann die auch mal anrufen, wenn man eine Patientenfrage hat,
wenn es was super Spezielles ist. Also auch wenn der irgendwo an der Nordsee wohnt.
Kann man einfach mal eine Mail schreiben oder mal sagen, Mensch,
wie sehen Sie das? Kennen Sie da oben einen Kollegen?
Oder irgend sowas. Das macht schon auch Spaß.
Wir haben ja als Allgemeinmedizin manchmal das Problem als Fachgebiet,
dass wir von Spezialisten nicht so sehr auf Augenhöhe behandelt werden.
Und das wird man aber in so einen Gruppen tatsächlich sehr, sehr gut.
Also man fühlt sich dann schon so ein bisschen als Community und die erkennen
einen da als vollwertiges wissenschaftliches Mitglied an.
Und das ist natürlich auch was, was Spaß macht und was auch gebraucht wird für unser Fach.
Ja toll, dass du dich da so mit den Themen oder alle, die daran arbeiten,
sich dann für ein Thema auch so professionalisieren und in dem Bereich einfach
das Thema so für sich entdeckt haben und weiterentwickeln.
Was ist denn jetzt neu? Was steht denn gerade an, ganz aktuell an den Leitlinien
oder wo steht eine neue Aktualisierung an? Kannst du uns da nochmal kurz mitnehmen?
Ja, ich habe ja die Schilddrüse ganz aktuell. Die Schilddrüsenknoten tatsächlich
ist eine ganz, ganz neue Leitlinie. Da hatten wir auch eine Innofonds-Förderung.
Also Schilddrüsenknoten in der Haushaltspraxis, da hatten wir eigentlich gehofft,
die ist jetzt schon raus. Aber es hängt in den Prozessen, weil es eben eine Förderung war.
Der GBA muss am Ende das Go geben, bevor der das nicht alles über die Schreibtische
gezogen hat, darf die AWMF nicht veröffentlichen.
Aber das kommt jetzt quasi vielleicht noch in diesem Jahr mit Pech gleich zum Jahresanfang erst.
Genau, das ist was, da freue ich mich sehr, sehr drauf. Dann haben wir als DEGAM
noch die Leitlinie Multimorbidität, die aktuell jetzt wieder rauskommt.
Das kurz vor Veröffentlichung.
Und dann sind noch andere Themen, die super spannend sind, die jetzt demnächst
dann, also ich denke zum Jahresanfang bis so März, April erwartet werden.
Das ist die Beratung zur Vitamin-D-Substitution.
Also auch ein super wichtiges Thema, was schon lange in der Spur ist.
Genau, das kommt dann Schlaganfall, wird wieder frisch rauskommen und die Rhinosinusitis,
Gerry Assessment, das lag jetzt auch so ein bisschen auf Eis,
kommt ja auch wieder frisch.
Die klimasensible Gesundheitsberatung, also auch mal ein ganz neues Thema,
was wir so als DEGAM auch noch nicht kennen, was aber auch immer wichtiger wird
und wo wir uns, glaube ich, auch als Fachgesellschaft so ein bisschen einem
besonderen Thema widmen, was gerade in der hausärztlichen Beratung natürlich auch ankommen muss.
Genau, das sind so die Sachen, die demnächst kommen. Also viele spannende Sachen. Ja.
Steht einiges an. Also toll. Guck mal, Katharina, da weißt du schon,
was du demnächst in der Praxis dir alles angucken kannst direkt.
Ja, diese Vielfalt ist echt wirklich toll, die da einfach nicht nur so auf ein
Feld wie bei den Kardiologen, sondern das ganze Bandbreit hat.
Ja, das ist unser Fach. Das ist ja auch was, was mir Spaß macht.
Deswegen haben wir auch den Beruf, oder? Weil es eben nicht langweilig wird.
Je nachdem, wenn die Tür aufgeht, kann immer alles durchkommen,
sage ich immer zu den Studenten. Genau.
Und gibt es denn was, wie man sich jetzt so in der hausärztlichen Praxis,
wie man es sich erleichtern kann, up-to-date zu bleiben?
Also gibt es da Apps, aktiviere ich Newsletter, wie mache ich das,
dass ich die spezifischen Angebote und immer am Ball bin? Das ist ja gar nicht ganz einfach.
Das ist sicherlich auch ein bisschen, muss man neigungsorientiert ein bisschen
gucken, was einem so liegt.
Super praktisch sind natürlich so die Deximed Newsletter und Amboss.
Die haben so Leitlinien, Telegramme, Newsletter, in denen da aktuelle Leitlinien,
also nicht gleich die ganzen Inhalte, sondern wirklich erst mal nur die Titel.
Die und die Themen sind jetzt neu rausgekommen als Leitlinien-Themen und man
kann dann aktiv interessenorientiert so ein bisschen gucken,
wo klicke ich jetzt rein und was lösche ich einfach aus dem E-Mail-Fach.
Das ist ja tatsächlich sehr, sehr unterschiedlich, wie da der Bedarf gesehen wird.
Social Media gern auch, also so wenn man bei LinkedIn ist oder Insta oder so.
Wie gesagt, die Natascha Höfner von der Öffentlichkeitsarbeit von der DEGAM ist da super engagiert.
Zumindest die DEGAM-Sachen da aktuell immer reinzuhauen, sage ich immer.
Genau, damit man einfach kurz erstmal weiß, ach ja, da ist wieder was Neues.
DocCheck nutzen auch viel, das ist, glaube ich, auch ein super Medium.
Die haben da auch gute Leute, die gerade über Leitlinien relativ viel berichten.
Dann haben wir schon gesagt, die Kurzversion der Leitlinien,
da ist man aber natürlich, braucht man irgendwie so einen Ablauf,
wo man ab und zu mal auf die DEGAM-Seite klickt und guckt, ist da wieder was Neues, was dabei ist.
Über die DEGAM-Newsletter allgemein informieren wir eigentlich auch immer über
neue Leitlinien, die rausgekommen sind.
Da muss man also nicht immer SLQ-Mitglied sein, sondern es reicht,
wenn man die DEGAM-Mitgliedschaft hat. Und genau, ja, App ist so ein spannendes Thema.
Wir sind tatsächlich so ein bisschen am Brainstormer, mal ausprobieren,
ob man so eine DEGAM-Leitlinien-App, so KI-basiert, ob man sowas zusammengebaut kriegt.
Das ist gar nicht ganz banal, weil das ja auch so ein Rechtsthema ist.
Das muss ja auch stimmen, was dieses Ding da sagt, also damit man es benutzen kann.
Aber das ist ein Thema, da sind wir gerade dran und versuchen das so ein bisschen
jetzt fürs nächste Jahr in den Fokus zu nehmen.
Und sonst up to date bleibt man natürlich mit Tagen der Allgemeinmedizin,
die regional angeboten werden, IHF-Veranstaltungen.
Da versuchen wir wirklich auch die leitenden Autoren immer zu Vorträgen, damit einzubringen.
Da ist das IHF auch super motiviert. Also die kommen aktiv auf uns zu,
auf die DEGAM, damit man auch wieder diesen Schulterschluss kriegt von der Akademie in die Praxis raus.
Und da denke ich, ist die Zusammenarbeit mit dem IHF, mit dem Haushaltsverband super, super wichtig.
Jetzt sind wir ja schon so langsam am Ende der Folge und jetzt hast du auch
schon so ein bisschen gesagt, im Prinzip, wie man sich einbringen kann,
haben wir ja schon ganz gut besprochen.
Das heißt, wenn jetzt jemand am anderen Ende der Leitung total Lust hat,
wie macht die Person das am besten? Am besten einfach mal auf die Homepage gehen
von den DEGAM-Leitlinien.
Da ist der Kontakt drin und einfach eine kurze Mail schreiben.
Wenn man Fragen hat, einfach mal was fragen.
Die Peggy und die Franzi sind da unsere Frauen von der Geschäftsstelle hier.
Die melden sich wirklich ganz zeitnah zurück und sind super nett.
Also da braucht man gar keine Hemmungen haben. Die helfen gern weiter.
Und ein Anmeldeformular gibt es auch direkt auf der Homepage,
was man auch direkt gerne ausführen kann.
Schicken. Und wie gesagt, der nächste Schritt ist dann tatsächlich immer diese
Interessenkonflikterklärung.
Da kann man sich schon gleich drauf einrichten, dass das kommt.
Das ist uns wirklich was Wichtiges, damit das einfach Hand und Fuß hat.
Aber ich denke, da müssen wir uns in der Allgemeinmedizin gar nicht so die Sorgen machen.
Ja, super. Vielen, vielen Dank, Janine. Da haben wir jetzt richtig viel schon gehört.
Und hast du denn noch einen abschließenden Tipp zum Ende der Folge zum Thema
Leitlinien für Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner?
Tipp weiß ich nicht, aber also ja, so ein Wink. Keinerlei Hemmungen.
Also wirklich immer ran ans Thema. Up to date bleiben.
Also gerade die Kurzversion immer mal lesen. Das Wichtige ist ja,
dass man die eben nicht nur nutzt, wenn man mal eine Frage hat. Das auf jeden Fall.
Aber dass man eben auch, manchmal hat man ja keine Fragen, wenn man gar nicht,
also wenn man denkt, man schwimmt zwar in seinem Saft.
Dass man dann einfach mal reinguckt, aktuell gibt es irgendwas Neues zu dem
Thema und gerade an Ärzte in Weiterbildung,
ihr seid ja ganz, ganz nah dran an dem Thema, also viel näher als manche gestandenen
Hausärzte, weil früher gab es einfach noch gar nicht so viele DEAGAM-Leitlinien,
also allgemeinmedizinische Leitlinien.
Also ihr seid auch Multiplikatoren. Wir brauchen euch.
Das ist ja noch schon ein Appell. Naja, das Thema muss in die Welt raus.
Und zwar nicht nur an die Patienten, in die Versorgung. Das natürlich,
dafür sind die geschrieben. Aber auch in die Klinik.
Also diese stationär ambulante Zusammenarbeit, auch die kriegen wir gut gefördert
durch unsere Leitlinien, durch die Schnittstellenempfehlungen, die es da gibt.
Auch mit anderen Fachdisziplinen und auch ins Praxisteam.
Also das sind auch viele Sachen, die durchaus eine MFA auch mal hören kann.
Also man braucht quasi Leute, die es nutzen.
Damit es in die Welt rauskommt. Und ich denke, das ist das Allerwichtigste.
Deswegen machen wir das alles.
Danke dir. Ein sehr, sehr schönes Abschlusswort, liebe Janine.
Und vielen Dank, dass du uns mitgenommen hast auf die Reise hinter die Kulissen der Leitlinienarbeit.
Ich fand so trocken war es jetzt überhaupt nicht. Ich fand es super spannend.
Nee, überhaupt nicht. Das wollte ich auch gerade sagen. Passt gut.
Und ja, wir hoffen, dass auch ihr da draußen aus der Folge wieder was für euch mitnehmen konntet.
Stöbert mal auf den Websites. Wir werden da einige in den Shownotes verlinken
und da findet ihr eben verschiedenen Überblick auf der DEGAM-Website über die
Leitlinien oder auch hilfreiche Zusatzdokumente auf der Website der AWMF.
Da habe ich zum Beispiel bei einigen Themen so Kitteltaschenkarten etc.
Also ich wusste gar nicht, dass es da so viele verschiedene Dokumente gibt.
Also stöbert einfach mal bei unseren Verlinkungen und auch in unserem Seminarprogramm
werden regelmäßig Inhalte aus Leitlinien aufbereitet und vermittelt.
Schaut unbedingt mal vorbei auf kwhessen.de Ja, und wenn es euch gefallen hat,
abonniert uns gerne, teilt den Podcast mit eurem Umfeld und meldet euch mit Feedback bei uns.
Da freuen wir uns drüber, wenn es auch mal das ein oder andere Thema gibt,
was euch interessieren würde.
Danke fürs Zuhören, habt's gut und bis zum nächsten Mal. Vielen Dank.
Ciao. Tschüss. Tschüss.