Wirke ich gerade kalt?

Wenn Affektarmut und soziale Angst selbst Mitgefühl zur Prüfung machen

13.09.2026 3 min

Zusammenfassung & Show Notes

Jemand erzählt dir von etwas, das ihn tief belastet.
Du hörst zu. Du möchtest für diesen Menschen da sein. Doch plötzlich denkst du:
„Warum reagiere ich so ruhig? Wirke ich gefühllos?“
Schon kontrollierst du dein Gesicht, suchst nach dem perfekten Satz und fragst dich, ob du betroffen genug aussiehst.
Doch während du versuchst, Mitgefühl zu zeigen, entfernst du dich vielleicht genau von dem, was dein Gegenüber gerade braucht: echtes Zuhören.
🎧 Eine Folge über Affektarmut, soziale Angst und eine wichtige Erkenntnis:
Mitgefühl muss nicht laut sein. Manchmal zeigt es sich einfach darin, dass jemand bleibt. ❤️

Selbsttest: „Muss ich Mitgefühl zeigen?“
Beantworte spontan mit Ja oder Nein:
  1.  Frage ich mich in ernsten Gesprächen, ob ich betroffen genug wirke? 
  2.  Beobachte ich dabei meine Mimik oder Körpersprache? 
  3.  Suche ich lange nach dem „richtigen“ mitfühlenden Satz? 
  4.  Habe ich Angst, ruhig oder gefühllos zu wirken? 
  5.  Vergleiche ich meine Reaktion mit der anderer Menschen? 
  6.  Versuche ich manchmal, Gefühle stärker zu zeigen, als ich sie tatsächlich empfinde? 
  7.  Bin ich dadurch mehr mit mir selbst als mit meinem Gegenüber beschäftigt? 
  8.  Fällt es mir schwer, Stille in emotionalen Gesprächen auszuhalten? 
  9.  Denke ich nach solchen Gesprächen darüber nach, ob ich richtig reagiert habe? 
  10.  Vergesse ich manchmal, dass ruhiges Zuhören ebenfalls Mitgefühl ausdrücken kann? 
Je häufiger du mit „Ja“ antwortest, desto stärker könnte dein innerer Kontrollmodus in emotionalen Situationen aktiv sein. Der Test ist keine Diagnose, sondern eine Einladung zur Selbstbeobachtung.
💡 Kurzer Hinweis:
Affektarmut ist ein psychologischer Fachbegriff und nicht gleichbedeutend mit fehlendem Mitgefühl. Menschen können Anteilnahme unterschiedlich erleben und ausdrücken. Bei anhaltenden Veränderungen des Gefühlslebens oder deutlicher Belastung ist eine professionelle psychologische oder ärztliche Abklärung sinnvoll