Auf Baukurs

Landesinnung Bau Tirol

Auf Baukurs #10 | ZAB – Forschungsergebnisse für die Bauwirtschaft

Der digitale Reifegrad von KMU mit Harald Kopececk

15.01.2026 38 min Landesinnung Bau Tirol

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von AUF BAUKURS – Der Podcast der Tiroler Baubranche spricht Landesinnungsmeister Patrick Weber mit Harald Kopececk, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Bau (ZAB) und Leiter der Bauakademie Oberösterreich, über die Digitalisierung in der Bauwirtschaft – jenseits von Schlagwörtern und Software-Hypes. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kleine und mittlere Betriebe Digitalisierung praxisnah, sinnvoll und mit echtem Mehrwert umsetzen können. Kopececk macht deutlich: Nicht die Software ist entscheidend, sondern klare Prozesse, die Einbindung der Mitarbeiter und ein realistischer Blick auf den eigenen digitalen Reifegrad. Anhand konkreter Beispiele aus Forschung, Ausbildung und Praxis zeigen die Gesprächspartner, warum Digitalisierung ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess ist und warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist, antizyklisch in Organisation, Wissen und Produktivität zu investieren.

Was ist die Zukunftsagentur Bau (ZAB)?
Harald Kopececk erklärt zu Beginn die Rolle der Zukunftsagentur Bau als praxisorientierten Wissens- und Innovationsträger der Bauwirtschaft. Die ZAB versteht sich als verlängerter Arm der Bundes- und Landesinnungen und übersetzt Forschungsergebnisse gezielt in anwendbare Lösungen für Betriebe – von Energieeffizienz über Nachhaltigkeit bis zur Digitalisierung.

Digitalisierung beginnt bei den Prozessen
Ein zentrales Thema der Folge: Digitalisierung scheitert nicht an fehlender Software, sondern an ungeklärten Abläufen. Kopececk betont, dass schlechte Prozesse durch Digitalisierung nicht besser, sondern oft nur schneller schlecht werden. Erst wenn Prozesse analysiert, vereinfacht und klar definiert sind, kann digitale Unterstützung echten Nutzen bringen.

Der digitale Reifegrad von KMU
Aus einem Forschungsprojekt der ZAB wird deutlich: Viele Baubetriebe arbeiten parallel mit einer Vielzahl an Programmen – oft ohne durchgängige Struktur. Der sogenannte „digitale Reifegrad“ hilft Betrieben dabei, den Ist-Zustand objektiv zu bewerten und gezielt Entwicklungsschritte zu setzen. Digitalisierung wird dabei klar als Managementaufgabe verstanden.

BIM, Cloud und digitale Zwillinge
Building Information Modeling (BIM) wird nicht als Software, sondern als neue Denkweise beschrieben. Digitale Modelle ermöglichen eine gemeinsame Datenbasis für alle Beteiligten – von der Planung bis zur Baustelle. Während BIM bei großen Unternehmen bereits etabliert ist, fehlen für KMU oft noch praxistaugliche Werkzeuge. Die Akzeptanz sei jedoch vorhanden, vor allem bei jüngeren Bauleitern.

Künstliche Intelligenz als Chance
Kopececk sieht in der Verbindung von BIM und KI großes Potenzial: von schnelleren Planungsvarianten über optimierte Bauabläufe bis hin zur Arbeitsvorbereitung. Ziel ist es, Menschen am Bau zu entlasten – nicht zu ersetzen – und Produktivität sowie Wirtschaftlichkeit zu steigern.

Appell an die Branche
Zum Abschluss richtet Kopececk einen klaren Appell an die Bauwirtschaft: Digitalisierung funktioniert nur gemeinsam. Vernetzung, Wissenstransfer und Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind entscheidend, um Innovation möglich zu machen und die Bauwirtschaft zukunftsfähig aufzustellen.

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