Auf Baukurs #11 | ZAB – Die Zukunftsthemen der Forschung
Technik und Nachhaltigkeit im Fokus mit Bmst. Arch. DI Gunther Graupner
12.02.2026 40 min Landesinnung Bau Tirol
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge von AUF BAUKURS – Der Podcast der Tiroler Baubranche spricht Landesinnungsmeister Patrick Weber mit Bmst. Arch. DI Gunther Graupner, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Bau (ZAB) in Salzburg, über die Zukunftsthemen der Bauwirtschaft. Wie kommt Innovation in der Baupraxis wirklich an, wie werden Themen aus Betrieben und Innungen in ZAB-Projekte übersetzt mit Fokus auf Lösungen, die der gesamten Branche helfen. Zentral ist die Thematik „Bauen außerhalb der Norm. Bei rund 2.700 baurelevanten Normen brauche es Spielräume und einen rechtlichen Rahmen, damit Betriebe innovativ und kostengünstiger bauen können, ohne dass Haftung und Gewährleistung zum Hemmschuh werden. An Beispielen aus Neubau und Bestand wird deutlich, wo Regeln oft an der Praxis vorbeigehen und welche Chancen in flexibleren Sanierungsregeln, besserer Planung (z. B. Heizlast), sommerlicher Behaglichkeit (Bauteilaktivierung) und einer realistischen Kreislaufwirtschaft mit Anreizen statt Quoten liegen.
1) ZAB: Forschung aus der Praxis
Wie entsteht Forschung für die Bauwirtschaft? Graupner beschreibt die ZAB als Schnittstelle zwischen Innungen, Betrieben und Umsetzung. Ideen kommen aus der Praxis, werden auf Branchenrelevanz geprüft und so aufbereitet, dass Unternehmen sie rasch anwenden können. Einzelbetriebliche Sonderlösungen sind schwierig, denn der Nutzen soll in die Breite wirken.
Wie entsteht Forschung für die Bauwirtschaft? Graupner beschreibt die ZAB als Schnittstelle zwischen Innungen, Betrieben und Umsetzung. Ideen kommen aus der Praxis, werden auf Branchenrelevanz geprüft und so aufbereitet, dass Unternehmen sie rasch anwenden können. Einzelbetriebliche Sonderlösungen sind schwierig, denn der Nutzen soll in die Breite wirken.
2) Bauen außerhalb der Norm: Warum es Spielräume braucht
„Herumdoktern“ an einzelnen Normen hilft, löst aber das Grundproblem nicht. Mit tausenden Regeln wird leistbares Bauen zum Hindernislauf. Diskutiert wird ein rechtlicher „Baustein“, der Abweichungen ermöglicht, wenn sie technisch begründet sind, ohne dass sofort Haftungs- und Gewährleistungsrisiken alles blockieren.
„Herumdoktern“ an einzelnen Normen hilft, löst aber das Grundproblem nicht. Mit tausenden Regeln wird leistbares Bauen zum Hindernislauf. Diskutiert wird ein rechtlicher „Baustein“, der Abweichungen ermöglicht, wenn sie technisch begründet sind, ohne dass sofort Haftungs- und Gewährleistungsrisiken alles blockieren.
3) Recht & Konsumentenschutz: der Knackpunkt im B2C
Im B2B-Bereich ist vieles schon machbar, im Geschäft mit Endkunden wird es komplex. Aufklärungspflichten, ABGB und Konsumentenschutz setzen hohe Hürden. Der Blick nach Deutschland (Gebäudetyp E) zeigt mögliche Wege, aber auch, wie stark politische Rahmenbedingungen den Handlungsspielraum der Betriebe bestimmen.
Im B2B-Bereich ist vieles schon machbar, im Geschäft mit Endkunden wird es komplex. Aufklärungspflichten, ABGB und Konsumentenschutz setzen hohe Hürden. Der Blick nach Deutschland (Gebäudetyp E) zeigt mögliche Wege, aber auch, wie stark politische Rahmenbedingungen den Handlungsspielraum der Betriebe bestimmen.
4) Bestand & Sanierung: Regeln, die mit Gebäuden „mitwachsen“
Weber bringt den Bestand als riesiges Potenzial ins Spiel, um Ortskerne zu beleben, Flächen zu nutzen und Ressourcen zu sparen. Beispiele wie Niedersachsen zeigen eine Richtung: Bei Umbau oder Aufstockung muss nicht das ganze Gebäude auf den neuesten Stand „hochgezogen“ werden. Sonst scheitern Projekte an Details wie wenigen Zentimetern im Stiegenhaus.
Weber bringt den Bestand als riesiges Potenzial ins Spiel, um Ortskerne zu beleben, Flächen zu nutzen und Ressourcen zu sparen. Beispiele wie Niedersachsen zeigen eine Richtung: Bei Umbau oder Aufstockung muss nicht das ganze Gebäude auf den neuesten Stand „hochgezogen“ werden. Sonst scheitern Projekte an Details wie wenigen Zentimetern im Stiegenhaus.
5) Praxisbeispiele: Heizlast, Geländer, Rissbreiten
Graupner macht Normen greifbar. Bei Heizlastberechnungen können moderne Simulationsmethoden gegenüber alten Verfahren deutliche Einsparungen bringen. Trotzdem drohen Klagen wegen Normabweichung. Weitere Beispiele: Geländer-Nachrüstungen in Altbauten oder extrem strenge Rissbreiten, die in verputzten Bauteilen praktisch keinen Mehrwert liefern.
Graupner macht Normen greifbar. Bei Heizlastberechnungen können moderne Simulationsmethoden gegenüber alten Verfahren deutliche Einsparungen bringen. Trotzdem drohen Klagen wegen Normabweichung. Weitere Beispiele: Geländer-Nachrüstungen in Altbauten oder extrem strenge Rissbreiten, die in verputzten Bauteilen praktisch keinen Mehrwert liefern.
6) Sommerliche Behaglichkeit: Bauteilaktivierung als Kühlhebel
Mit zunehmenden Tropennächten wird Kühlung relevanter. Bauteilaktivierung kann Wärme über Bauteile abführen, oft mit sehr geringem Energieeinsatz (z. B. nur Pumpenstrom) und ohne Zugluft klassischer Klimageräte. Der Trend geht dahin, Kühlung in hochwertigen Wohnprojekten mitzudenken.
Mit zunehmenden Tropennächten wird Kühlung relevanter. Bauteilaktivierung kann Wärme über Bauteile abführen, oft mit sehr geringem Energieeinsatz (z. B. nur Pumpenstrom) und ohne Zugluft klassischer Klimageräte. Der Trend geht dahin, Kühlung in hochwertigen Wohnprojekten mitzudenken.
7) Kreislaufwirtschaft: Planung vor Quote – Anreize vor Zwang
Kreislaufwirtschaft beginnt nicht beim Abbruch, sondern bei langlebigen, flexiblen Gebäuden: robuste Tragstruktur, anpassbare Grundrisse, Sanierung statt Wegreißen. Gleichzeitig warnt Graupner vor starren Quoten (Zielkonflikte mit Sanierungszielen). Sinnvoller seien Anreize wie etwa bessere Finanzierung, wenn Recyclingmaterialien nachweislich klug eingesetzt werden.
Kreislaufwirtschaft beginnt nicht beim Abbruch, sondern bei langlebigen, flexiblen Gebäuden: robuste Tragstruktur, anpassbare Grundrisse, Sanierung statt Wegreißen. Gleichzeitig warnt Graupner vor starren Quoten (Zielkonflikte mit Sanierungszielen). Sinnvoller seien Anreize wie etwa bessere Finanzierung, wenn Recyclingmaterialien nachweislich klug eingesetzt werden.
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