Auf Baukurs

Landesinnung Bau Tirol

Auf Baukurs #16 | Massivbau vs. Holzbau

Warum die Zukunft im Hybrid liegt – So schaffen Massiv- und Holzbau gemeinsam bessere Lösungen – mit Christian Burtscher und Simon Kathrein

03.09.2026 41 min Patrick Weber

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von AUF BAUKURS – Der Podcast der Tiroler Baubranche diskutieren Christian Burtscher und Simon Kathrein die zentrale Frage: Massivbau oder Holzbau – oder doch beides? Während der Holzbau in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat, zeigt sich in der Praxis immer stärker, dass die Zukunft im Zusammenspiel liegt. Die beiden Experten beleuchten die jeweiligen Stärken der Bauweisen, räumen mit Vorurteilen auf und zeigen, warum Hybridlösungen zunehmend zum Standard werden. Themen wie Baukosten, Bauzeit, Nachhaltigkeit, Schallschutz, Brandschutz und Planung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Klar wird: Entscheidend ist nicht das Material allein, sondern die richtige Kombination und eine frühzeitige, integrale Planung. Eine Folge über Zusammenarbeit, Qualität und die Weiterentwicklung des Bauens.


Massivbau vs. Holzbau – ein scheinbarer Gegensatz
Christian Burtscher und Simon Kathrein diskutieren die aktuelle Entwicklung im Bauwesen. Der Holzbau gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im privaten Wohnbau. Gründe dafür sind unter anderem Nachhaltigkeit, Bauzeit und Image. Gleichzeitig bleibt der Massivbau in vielen Bereichen – etwa bei Kellern, Hanglagen, Schallschutz und Brandschutz – unverzichtbar.Marktentwicklung und Nachfrage
Beide Gesprächspartner bestätigen eine steigende Nachfrage nach Bauprojekten nach einer Phase der Zurückhaltung. Sinkende Zinsen und mehr Planungssicherheit sorgen für vorsichtigen Optimismus. Dennoch bleiben Genehmigungsverfahren langwierig und stellen weiterhin eine große Herausforderung dar.Hybridbau als Zukunftsmodell
Ein zentrales Ergebnis des Gesprächs: Die Zukunft liegt im Hybridbau. Die Kombination aus Massiv- und Holzbau ermöglicht es, die jeweiligen Stärken optimal zu nutzen. Während der Massivbau bei statischen und bauphysikalischen Anforderungen punktet, überzeugt der Holzbau durch Geschwindigkeit, Leichtigkeit und Vorfertigung.Vorurteile und Realität
Beide Bauweisen kämpfen mit Vorurteilen. Massivbau gilt oft als veraltet, Holzbau als weniger robust. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass beide Systeme technologisch weiterentwickelt sind und moderne Anforderungen erfüllen können. Entscheidend ist die richtige Anwendung.Planung als Schlüssel zum Erfolg
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die integrale Planung. Projekte funktionieren dann am besten, wenn alle Beteiligten – Planer, ausführende Unternehmen und Fachgewerke – frühzeitig eingebunden sind. Nachträgliche Anpassungen führen oft zu Problemen und Mehrkosten.Digitalisierung und BIM
Digitale Planungsmethoden wie BIM spielen eine wichtige Rolle, sind aber noch nicht flächendeckend etabliert. Besonders kleinere Betriebe stoßen hier an Grenzen. Entscheidend ist die Vernetzung aller Beteiligten und die praktische Umsetzung auf der Baustelle.Zusammenarbeit statt Konkurrenz
Ein klares Signal der Folge ist die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Massiv- und Holzbau. In Tirol funktioniert diese Kooperation bereits sehr gut. Beide Seiten betonen: Die Zukunft liegt nicht im Wettbewerb der Materialien, sondern im gemeinsamen Nutzen ihrer Stärken.